Forum:	Sexarbeit in Gesellschaft und Politik
Téma:	Menschenhandel vs. Migration
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Marc of Frankfurt:
 English translation (have fun with google)
Kurzadressen dieser Seite:
www.sexworker.at/migration
www.sexworker.at/menschenhandel


Menschenhandel sagen die einen
Migration sagen die anderen
Wo ist der Unterschied? Wie kann eine Abgrenzung stattfinden? Dürfen nur hochqualifizierte Wissenschaftler und Manager migrieren oder auch Prostituierte? Ist ein Schleuser ein Menschenhändler, ein Reisedienstleister oder ein Fluchthelfer?
Hier der Beginn einer Materialsammlung zum Thema und zu einer hoch kontroversen politischen Debatte im Zeitalter wo Globalisierung an das Konzept der Nationalstaaten anklopft:


Christliche Opferschutzvereine wie z.B. Solwodi vertreten die eine extreme Position: Prostitutionsmigranten sind meist Menschenhandelsopfer
Buchrezension: Schwester Lea Ackerman e.a.: &quot;Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen&quot;| www.solwodi.de


KOK- Bundesweiter Koordinierungskreis
gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V.
www.kok-buero.de | www.kok-potsdam.de


Bundeskriminalamt
Statistik 2006 - pdf 3 Seiten | www.bka.de


IOM Menschenhandelsbericht Osteuropäische Länder
Bericht der Internationalen Organisation für Migration:
Der Bericht stellt fest, daß 75 % des sog. Menschenhandels sich bezieht auf Ausbeutung bei Arbeit und Haushaltsdienste und der geringste Anteil verbunden ist mit sexueller Ausbeutung. Der festgestellte Zusammenhang zwischen Menschenhandel bedingt sich aus Arbeitskräfteausbeutung, wenn Menschen überlange Zeiten arbeiten müssen, eingesperrt sind und gar nicht oder nicht höher dafür entlohnt werden als es z.B. in der Sexbranche üblich ist.
0,2 bis 0,7 % der Befragten gaben an in ihrer Familie betroffen zu sein von einem Fall des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung [Seiten 6, 50]. Demgegenüber war das Gefährdungsbewußtsein extrem hoch bei über 95 % [S. 43].
The report shows that 75% of trafficking is related to forced labour and domestic servitude, while the least common one has to do with sex exploitation. The observed prevalence of human trafficking related to labour exploitation when people are locked up to work for long hours with little or no pay is higher relatively to situations related to sex business. [I.L.]
Der Bericht | www.iom.int | www.gfk.com


CIA: Menschenhandelsbericht
Central Intelligence Agency, U.S.A. zum Thema Menschenhandel/Migration:
Östereich, Deutschland und Schweiz werden nicht untersucht.
World fact book: Trafficing in persons | www.cia.gov


Menschenhandel schon im Gründungsmythos von Europa?


Die Entführung Europas
Attic red-figure krater depicting the abduction of Europa. 
Zeus, transformed into a white bull, carries the Phoenician princess on his back. Hermes leads, showing them the way to the island of Crete, while the winged Eros accompanies them
Photograph: Photographic Archive of the Museum of Cycladic Art


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Marc of Frankfurt:
Neues Fachbuch: Sexarbeit und Migration und Menschenhandels-Rettungs-Industrie


Laura Agustin: &quot;Sex at the Margins - Migration, Labour Markets and the Rescue Industry&quot;

Laura María Agustín
Senior Research Officer 'Migrant Workers in the UK Sex Industry'
Institute for the Study of European Transformations (ISET)
London Metropolitan University
Other publications on her homepage
Buchbesprechung per
Interview mit der langjährig sex-positiven Feministin Susie Bright,
die wenig über 'Trafficing' wuste und beim Gespräch ihre Meinung änderte:
http://susiebright.blogs.com/susie_....7/10/sex-at-the-marg.html


Buchrezensionen:

aus: www.DHIVA.de Dez. 2007, S. 20


Diskurse der Mittelschicht
von Susanne Hofmann
Migrantische SexarbeiterInnen werden von Politik, Medien und Hilfs­ein­richtungen oft als Opfer von Menschen­handel diskutiert. Mit Sex at the Margins kritisiert die Soziologin Laura María Agustín rechte wie linke Medien für ihre sensationslüsterne Bearbeitung des Themas Prostitution und Frauenhandel. Sie beanstandet, dass die rescue industry – das Konglomerat aus NGOs, Hilfsinstitutionen und Regierungseinrichtungen mit Fokus auf Migration und Sexarbeit – keine eigenständigen Diskurse produziere, sondern den herrschenden Prosti­tutionsdiskurs übernehme. Dort fungiert die Prostituierte bloß als Opfer von sozialen und ökonomischen Verhältnissen.
Prostitution wird auf Gewalt und Ausbeutung reduziert. Dies erwirkt abolitionistische Politiken – mit fatalen Folgen für tausende illegalisierte MigrantInnen, die ihr Geld in der Sexindustrie verdienen. Agustín zählt sich zu den postkolonialen KritikerInnen, die eine paternalistische Einmischung von EuropäerInnen in die Lebensrealitäten von Nicht-EuropäerInnen strikt ablehnen, selbst wenn diese feministisch motiviert ist. Sie wirft Medien, Wissenschaft, Regierungen und NGOs vor, MigrantInnen zu infantilisieren, und verweist auf Erfahrungsberichte von aus Europa zurückkehrenden lateinamerikanischen MigrantInnen, die sich nicht in den gegenwärtigen Opferdiskurs einfügen. Sexarbeit ist für die mobilen SexarbeiterInnen eine temporäre Beschäftigung, die sie als Mittel zum Zweck ausüben und unter den verfügbaren Optionen des Einkommenserwerbs bevorzugen. Die von ihr als bene­volent helper oder ‚Gut­menschen’ bezeichneten Un­ter­stützerIn­nen verneinen die Handlungs­fähigkeit von Mi­grantIn­nen in der Sex­in­dustrie und stellen sie als passive Subjekte dar, während die HelferInnen selbst als wichtige EntscheidungsträgerInnen auftreten.
Agustín kritisiert die professionellen AktivistInnen aus der Mittelschicht scharf. Sie reduziert deren selbst gewählte Mission auf ein pseudo-altruistisches Rettungsprojekt, welchem das Motiv der Kontrolle seiner Hilfssubjekte aus der Arbeiterschicht zu Grunde liegt. Dabei übersieht sie aber, dass es innerhalb der rescue industry ernst gemeintes soziales und politisch motiviertes Engagement gibt, welches politische Veränderungen bewirken kann – sofern es an der sozialen Basis ausgerichtet ist. Agustíns Buch ist ein kritischer Appell an AktivistInnen im Migrationsbereich, die eigenen Agenden und Diskurse an den Erfahrungen von SexarbeiterInnen auszurichten. 
sul serio #13 WARE LUST MACHT ARBEIT
reflect-online.org/index.php?id=419


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Zwerg:
Zahlen und Fakten zum Kinderhandel
ZÜRICH – Der Handel mit der «Ware Kind» nimmt weltweit zu: Unicef schätzt, dass pro Jahr 1,2 Millionen Kinder Opfer von Kinderhandel werden.
#Täglich werden weltweit 3000 Kinder Opfer von Menschenhändlern
# 40 Millionen Kinder weltweit haben keinen Geburtsschein. Sie sind besonders gefährdet, Opfer von Kinderhandel zu werden
# Terres des Hommes zufolge werden jährlich rund 120´000 Frauen und Kinder aus Ost- und Südosteuropa in westeuropäische Länder verkauft.
# In Westeuropa kennt man bislang vor allem zwei Formen von Opfergruppen im Kinderhandel: Mädchen ab 12 Jahren, die in die Prostitution gezwungen werden. Und Mädchen und Buben, die für ihre «Besitzer» betteln und stehlen müssen.
# Die illegale Adoption ist im Vormarsch: Jährlich werden bis zu 1500 Babys und Kinder allein aus Guatemala in die USA und nach Europa verkauft. Meist werden sie auf dem Internet regelrecht «feilgeboten». Die Mütter erhalten meist nicht mehr als umgerechnet 39 Franken. Die Adoptionswilligen bezahlen ab 30´000 Franken für ein Kind.
# Unicef unterscheidet zwischen «schutzbedürftigen Kindern» und «gehandelten Kindern». Schutzbedürftig ist ein Kind etwa dann, wenn ein Asylverfahren abgelehnt wird und das Kind in die Illegalität untertaucht oder auch dann, wenn es zur internationalen Adoption ausgeschrieben wird. Dadurch erhöht sich die Gefahr, Opfer von Kinderhändlern zu werden.
# Letztes Jahr hat der Bundesrat die Strafnorm gegen den Menschenhandel erweitert (Art. 182 StGB). Wo zuvor allein die sexuelle Ausbeutung angesprochen war, fallen darunter jetzt alle möglichen Fälle des Kindsmissbrauchs: Kinderverkauf für den Organhandel, für Zwangsarbeit und Prostitution.
# Der Handel mit Minderjährigen wird mit einer Mindeststrafe von nicht unter einem Jahr bestraft. Unter Bezug auf das Bundesgesetz zum Haager Abkommen, Artikel 23, wird der Handel mit Kindern zur Adoption bestraft.
http://www.blick.ch/news/ausland/artikel64846

Marc of Frankfurt:
Schwedische Sexarbeiter über:
Migration und Sexkaufverbot

Menschenhandel kommt nach neusten Berichten IOM'07 verstärkt in der Landwirtschaft, Bauwirtschaft und häuslichen Diensten vor und nicht der Sexarbeit.
Das Schwedische Prostitutionskaufverbot (Freierbestrafung) hat sich nicht als ein Schutz gegen Menschenhandel bewährt.
Die Polizei und Sozialarbeiter, die die Lage der Prostitution kennen äußern sich anders über den angeblichen Erfolg des schwedischen Gesetzes sind aber zum Schweigen verpflichtet.
...
...
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http://www.sans.nu/artiklar/mistake.htm
(English - Versuche doch mal die Google Übersetzung).
Und wie in Schweden die Debatte geführt wird:
Der Blog und die Sexarbeiterin werden bedroht
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=23923#23923





Migration ist möglicherweise ein über 14.000 Jahre altes Thema
viel älter als Christopher Kolumbus und die sog. neue Welt


Das Schiff gebaut nach Höhlenzeichnungen und ägyptischen Gräberdekors kann gegen den Wind kreuzen, weil ruderartige Striche, die man in den uralten Zeichnungen jetzt neu interpretiert, als feste Schwerter an den Seiten des Schiffs befestigt sind.
Was archäo-biologisch mit Gentechnik längst bewiesen wurde (Mexianische Tabakblätter kommen in uralten ägyptischen Mumien vor und belegen vorantiken globalisierten Handel), soll jetzt archäo-experimentell mit der Bootstour über den Atlantik von New York nach Portugal praktisch erprobt werden.
Dann wäre Globalisierung ein wahrhaft steinzeitaltes Thema und Migration sicher ebenso.
Viel Glück und Ahoi für den mutigen Seefahrer und Chemnitzer Experimentalarchäologen Dominique Görlitz.
Expeditionsstart: 11. Juli 2007
www.abora3.de


.

Marc of Frankfurt:
Vatikan:
&quot;Frauenhandel ist Sklaverei
Prostitution ist Sklaverei&quot;

Wer würde bezweifeln das Frauenhandel Sklaverei ist? Ich nicht!
Die versteckte Frage lautet aber, gibt es nicht viel alltäglichere Formen der Sklaverei, in der viel größere Anzahlen von Menschen gefangen sind und wovon durch diese Frauenhandelshype abgelenkt werden soll.
Ist durch den Zwang zur Arbeit wg. Existenzsicherung der Arbeitsmarkt ein freier Markt, so wie es der Kapitalmarkt ist?
Ist das lebenslange Abbezahlen von Eigenheimkreditschulden die evt. nachteilig für einen schlecht beratenen Kreditnehmer kalkuliert wurden, eine Form von Zinsknechtschaft?
Wo sind hier die altehrwürdigen Institutionen die anprangern und aufklären?


Aber Prostitution ist nicht per se Sklaverei!
Der Vatikan setzt scheinheilig Prostitution und Frauenhandel gleich.
Viele Frauen können sich nur dank Prostitution aus Notsituationen herausarbeiten. Frauen hiervon ebenso wie von Karrieren innerhalb der Kirche auszuschließen ist aktive Frauendiskriminierung.

Vatikanberichterstattung 1
Vatikanberichterstattung 2
Der Vatikan hat zu größerem Einsatz gegen Frauenhandel und Prostitution aufgerufen. Prostitution sei eine moderne „Form von Sklaverei“, heißt es in den Leitlinien für die Straßenpastoral, die heute im Vatikan vorgestellt wurden. Der Sekretär des zuständigen Päpstlichen Rates für Seelsorge an Migranten und Menschen unterwegs, Erzbischof Agostino Marchetto, übte scharfe Kritik:
„Sexueller Missbrauch und Prostitution, oft im Zusammenhang mit Menschenhandel, sind Gewaltakte, ein Angriff auf die Menschenwürde und eine schwere Verletzung der Grundrechte. Viele Frauen der Straße sind Opfer von Menschenhandel, der auf die steigende Nachfrage der Sex-,Verbraucher’ reagiert.“
Prostitution fange auch Männer und Kinder in ihrem Netz, so Marchetto. Das zweite von vier Kapiteln zur Straßenpastoral ist dennoch „Zur Befreiung von Straßenfrauen“ überschrieben.
Der Rat erinnere an die Worte Johannes Pauls II. in seinem Brief an die Frauen im Jahr 1995:
„Es ist an der Zeit, mit Nachdruck die Formen sexueller Gewalt zu verurteilen und entsprechende gesetzliche Gegenmaßnahmen einzuleiten. Wir können, im Namen der Menschenwürde, nicht anders, als die verbreitete hedonistische und kaufmännische Kultur anzuklagen, die den systematischen sexuellen Missbrauch vorantreibt, und auch Kinder in den Kreislauf der Korruption verstrickt und dazu verleitet, den eigenen Körper als Ware anzubieten.“
Die Kirche habe vor allem die „prophetische Aufgabe“, öffentlich Anzuklagen. Außerdem sprach sich Marchetto für mehr Aufklärungsarbeit in den Herkunftsländern der Straßenfrauen aus, aber auch, um „Kunden“ über die Folgen ihres Handelns zu informieren. Der Vatikan fordere eine Bestrafung der Freier.
„Wir verfolgen die Linie, der schwedischen Gesetzgebung in den letzten Jahren, die nicht nur den Schutz der Frauen vorsieht, sondern auch eine Bestrafung der ,Kunden’.“
In Schweden gilt seit 1999 das „Gesetz zum Verbot des käuflichen Erwerbs sexueller Dienstleistungen“. Freier riskieren eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu sechs
Monaten.
Die 60-seitige Handreichung war seit 2003 in Arbeit, und durch den Wunsch entstanden, die verschiedenen Aktiven der Kirche im Bereich Straßenpastoral zu koordinieren. Bischofskonferenzen, die hier noch nicht aktiv sind, sollten so dazu angestoßen werden. In den Leitlinien zur Straßenpastoral fordert der Vatikan außerdem mehr Sorge für Straßenkinder, Obdachlose und die Straßenverkehrsteilnehmer.


Geweihte Migration

Zwischen Heuersdorf und Borna bei Leipzig im Okt 07.


In 2005, the Vatican released a document calling prostitution “a form of modern day slavery”. The document, developed at the First International Meeting of Pastoral Care for the Liberation of Women of the Street, added that “sexual exploitation, prostitution and trafficking of human beings are all acts of violence against women,” and “constitute an offence to the dignity of women and are a grave violation of basic human rights.”
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=26626#26626

Theologie der Hurenverfolgung und Opferbetreuung:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=43234#43234


Mutige Bischöfe:
Catholic Bishop Crispian Hollis, Portsmouth
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=26626#26626
Czech Catholic Church - former dissident Bishop Vaclav Maly
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=11739#11739



.

sixela:
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
CIA: Menschenhandelsbericht
Central Intelligence Agency, U.S.A. zum Thema Menschenhandel/Migration:
Östereich, Deutschland und Schweiz werden nicht untersucht.
World fact book: Trafficing in persons | www.cia.gov

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Dafür veröffentlicht das Department of State jährlich den sogenannten &quot;Tip (Trafficking in Persons) Report&quot;
http://www.state.gov/g/tip/rls/tiprpt/2007/
Da kommt auch Österreich vor -&gt; klicken bei &quot;Country Narratives&quot; und dann kommt Austria bei &quot;Countries A-G&quot;. 
Die USA teilen die Länder in &quot;Tier 1&quot; bis &quot;Tier 3&quot; ein, wobei Tier 1 bedeutet, dass die Länder nach Meinung der USA genug gegen &quot;Trafficking&quot; tun, Tier 2 ist eine &quot;Watch List&quot; (nicht wie bei Waldheim, sondern die Länder stehen unter verstärkter Beobachtung, und gegen Länder die in Tier 3 kommen, können Sanktionen ausgesprochen werden.
Österreich ist derzeit noch Tier 1, soll aber nach meinen Informationen ab nächstem Jahr eventuell ein Tier 2 country werden.
Aber wie wir wissen, hat die Bush-Regierung natürlich eine total ablehnende Haltung gegen JEDE Form der Prostitution und ist hervorragend im Vermischen von Frauenhandel/Zwangsprostitution mit freiwilliger Sexarbeit.:009

Marc of Frankfurt:
Wieviel haben Menschenhandel und Zwangsarbeit mit Prostitution zu tun?
China: Polizei befreit 400 Arbeitssklaven aus Fabriken
Der Skandal um Arbeitssklaven in China weitet sich aus: Inzwischen hat die chinesische Polizei mehr als 400 Menschen befreit, die entführt und in Fabriken zur Arbeit gezwungen wurden, darunter auch Kinder. Die Behörden rechnen damit, dass mehr als 1000 Personen verschleppt wurden.
Die Polizei befreit einen Arbeitssklaven aus einer Ziegelei
Manchmal begann es an einer Bushaltestelle. Oder an einem Bahnhof. Die einen versprachen alles Mögliche. Die anderen, Habenichtse meist oder Kinder, manche gerade einmal acht Jahre alt, glaubten an eine Chance. Das machte sie zu Sklaven: Sie wurden in Ziegelbrennereien verschleppt, Hunderte von ihnen.
Weiterführende links
Sie mussten in den Ziegelwerken mehr als zehn Stunden täglich arbeiten und wurden häufig geschlagen, heißt es in Berichten aus China. Die Kinder hungerten und wurden ohne Bezahlung zur Arbeit gezwungen. Wer krank oder zu schwach zum Ziegeltragen war, sei ausgepeitscht worden. Manche mussten bis zu 20 Stunden am Tag arbeiten und sich von Wasser und Brot ernähren.
China Slaven Entführung Ziegelei Sahnxi Henan Peking
Nach neuesten Schätzungen der Polizei arbeiteten in den Provinzen Heran und Shanxi mehr als tausend Menschen unter erbärmlichen Umständen, Erwachsene wie Kinder. Rund 450 der versklavten Arbeiter wurden bisher befreit, wie die Behörden mitteilten: Bei der größten Polizeiaktion in der Geschichte Chinas wurden rund 35.000 Polizisten eingesetzt, um tausende Ziegeleien und hunderte kleiner Kohleminen und Gießereien in den nordchinesischen Provinzen Henan und Shanxi zu durchsuchen.
In Hongtong in der Provinz Shanxi befreite die Polizei 32 Arbeiter, die aus zwölf Regionen Chinas stammten. Sie waren unter falschen Versprechungen zur Arbeit in einer Ziegelei angelockt worden. Manche wurden auf offener Straße eingefangen und in Wagen verschleppt. Neun der 32 Männer waren geistig behindert und konnten sich noch weniger als die anderen gegen Misshandlung wehren.
Dieser Falle erregt Chinas Öfentlichkeit besonders, denn die Ziegelei liegt auf einem Gelände, das dem Parteisekretärs des Dorfes gehört; betrieben wird die Fabrik von seinem Sohn Wang Bingbing. Er wurde zusammen mit vier weiteren Beteiligten verhaftet. Die 32 Zwangsarbeiter waren von brutalen Aufsehern eingeschüchtert worden; der Besitzer ließ die Arbeitssklaven zudem von sechs Schäferhunden bewachen. Der prominente Vaterwerde gewiss „alles gewusst haben, was in der teuflischen Fabrik seines Sohnes“ vorging, zitierte die Zeitung „Shanxi Evening News“ einen Gewerkschaftsvertreter. Dieser forderte, den Mann aus der Partei auszuschließen.
Die Wochenzeitung „Nanfang Zhoumo“ berichtete über das Schicksal der 46jährigen Yang Aizhi aus Henan, die seit dem März nach ihrem 16jährugen Sohn sucht. Als sie erfuhr, dass Kinder systematisch zur Sklavenarbeit nach Shanxi verschleppt wurden, forschte sie dort in mehr als 100 Ziegeleien nach. Sie entdeckte, dass &quot;die meisten Kinder zur Schwerstarbeit zwingen“. Seither appellierte Frau Yang über Zeitungen und Fernsehen an die Öffentlichkeit. Sie hätte Schüler noch in ihren Schuluniformen arbeiten sehen. Sie seien ausgepeitscht worden, wenn sie schlecht arbeiteten. Bei Versuchen, die Schüler zu retten, wurde sie bedroht.
Der Chef einer Ziegelei, Zaho Yanbing, gab im staatlichen chinesischen Fernsehen zu, er habe einen Mann mit einer Schaufel erschlagen, weil dieser nicht hart genug gearbeitet habe. „Seine Leistung war so schlecht, da wollte ich ihn ein bisschen erschrecken“, sagte der Ziegelei-Chef nach seiner Festnahme. Nach Angaben der Zeitung „Beijing Youth Daily“ wurden viele der Kindersklaven von den Straßen entführt und für 500 Yuan (rund 45 Euro) an die Unternehmen verkauft. Die lokale Polizei soll Medienberichten zufolge untätig geblieben sein, weil viele mit den Chefs der Ziegeleien kungelten.
Präsident Hu Jintao und Premier Wen Jiabao haben im Zusammenhang mit der Affäre „wichtige Anweisungen“ gegeben, heißt es offiziell – ein Indiz dafür, wie breit das Thema in China wahrgenommen wird. Dass es soweit kam, lag auch an einem im Internet veröffentlichten Protestbrief: Ein Gruppe von 400 Vätern hatte darin gefordert, die Suche nach ihren verschwundenen Söhnen müsse von den Behörden energischer betrieben werden – insgesamt 1000 Kinder seien geraubt und entführt worden.
Das Problem der Kinderarbeit in Shanxi ist bereits seit 2004 bekannt. In den vergangenen Monaten hatten die staatlichen Medien bereits über andere Fälle von Sklavenarbeit und Misshandlungen von Arbeitern berichtet. Die Polizei von Heran und Shanxi kündigte an, nun gemeinsam gegen Ziegeleien und Menschenhändler vorzugehen.
AP/dpa/AFP/dino/erl
 
Original
mehr...


In wie weit ist es möglich dass eine über Einzelfälle hinausgehende Zahl von Frauen, die im direkten Kundenverkehr arbeiten und für sexuelle Dienstleistungen zur Lustbefriedigung ausgewählt werden sollen und daher gesund und sexy aussehen müssen, derart wie Tiere gehalten werden und leiden wie es in obigem Bericht geschildert wird, der den typischerweise ausgelösten Assoziationen von sog. Zwangsprostitution entspricht?


Arbeitsstrich in Deutschland


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Marc of Frankfurt:
Gewerkschaftsbericht: Migration
Trade Union Congress (TUC): The Economics of Migration


Die englische Wirtschaft hat von den migrierten Arbeitskräften profitiert.
Sie haben mehr Sozialabgaben bezahlt als erhalten.
Insgesammt sind Stellenzahl und Lohnniveaus nicht gesunken.
Dank der boomenden Wirtschaft sind selbst niedrigqualifizierte inländische Arbeitskräfte nicht verdrängt worden.

Um dieses gute Ergebnis zu festigen sind erforderlich:
Ausbeutung durch skrupelose innländische Arbeitgeber muß verhindert werden, indem Migranten Rechte bekommen und Sprachkenntnisse.
Arbeitsrechte und Minimallöhne müssen garantiert werden.
Schlupflöcher wie Leiharbeitsverhältnisse schließen.



Homepage
Bericht - pdf 32 Seiten


Historisch-traditionelle Arbeitsmigration

Auf der Walz,
um ein Handwerk zu erlernen.


.


.

Marc of Frankfurt:
Was läuft falsch mit den &quot;Menschenhandel&quot;-Kreuzzügen
What's Wrong with the 'Trafficking' Crusade


oder der veröffentlichte entschärfte Titel:


Gut gemeint ist nicht gut gemacht
Well-meaning interference

Laura Agustin
Autorin der oben geposteten Buchveröffentlichung
Sunday 1 July 2007
The Philadelphia Inquirer


 Google-Übersetzung

It's the season when the United States issues its
annual Trafficking in Persons Report (TIP). Having
named sexual slavery as a particular evil to be
eradicated, the United States grades other countries
on how they are doing.
On the one hand, it sounds like an obvious way to do
good: Describe the ghastly conditions you as a rich
outsider observe in poor countries. Focus on places
where sex is sold. Say all women found were kidnapped
virgins and are now enslaved; announce to the world
that you will liberate them. Organize raids. Denounce
anyone who objects - even if their objection is that
you are intervening in their country's internal
affairs. Ignore victims who resist rescue. Use lurid
language and talk continuously about the most
sensational and terrible cases. Justify your actions
as a manifestation of faith, as though it exists only
for you. Mutter about &quot;organized crime.&quot;
This is also the season when tourists leave the United
States en masse to visit the rest of the world, where
their country is more disliked all the time. People
who used to say: &quot;It's just the president [or the
government], ordinary Americans are all right,&quot; now
say it less often. Ignorant, destructive interventions
into other countries' business have been going on too
long.
Grading everyone else on moral grounds is highly
offensive, particularly when such grades are
accompanied by threats of punishment if the line isn't
toed. It's distressing to witness the deterioration of
what good will is left toward this country since the
post-2001 wars were initiated and campaigns
intensified that presume the United States Always
Knows Best.
For crusading politicians and religious leaders, a
rhetoric of moral indignation is effective in uniting
constituents and diverting the collective gaze away
from familiar problems at home. So the culprits, those
who get bad grades in the TIP, live far away from U.S.
culture, which is assumed to be better. Intransigent
local troubles - prisons overflowing with African
Americans, millions of children malnourished - are
swept aside in the call to clean up other people's
countries.
This moral indignation emanates from people who live
comfortably, who are not wondering where their next
meal will come from or how to pay doctors' bills.
These moral entrepreneurs do not have to choose
between being a live-in maid, with no privacy or free
time and unable to save money because the pay is so
bad, and selling sex, which pays so well that you have
time to spend with your children or read a book, money
to buy education or a phone.
It is easy to haul out sensationalistic language (sex
slavery, child prostitution), but it is much harder to
sort out the real victims from the more routinely
disadvantaged and trying-to-get-ahead. Those who know
intimately the problems of the poor in their own
cultures rarely deny that they can decide to leave
home and pay others to help them travel and find work,
in sex or in any other trade.
&quot;But sex for money is disgusting and degrading; no one
should have to do it.&quot; And should anyone have to clean
toilets all day? Risk being maimed in unsafe fireworks
factories? Should children have to spend their lives
in lightless tunnels of mines, or women have to remain
married to men who are cruel to them? The world is
full of things we wish we could eradicate - but isn't
starvation the first of them? Why is there no
equivalent moral furor over hideous poverty? Are we
meant to believe that sex without love is worse than
military violence? All over the world, selling sex
pays better than most jobs readily available to women,
and many do not believe it is the worst possible
experience they can have.
What's questionable about the TIP is not the defense
of children or anyone else against true violence -
it's one government's assumption that it has the right
to judge everyone else and apply a draconian
definition of exploitation that does not ask people
whether and how they would like to change their lives.
Questionable is the focus on the photogenic, cowboy
moment of rushing in to rescue slaves, with no
interest in what will follow.
Victims are &quot;protected&quot; rather than granted autonomy.
At the Empower Center in Chiang Mai, Thailand, signs
written by migrant women &quot;rescued from&quot; selling sex
include: &quot;We lose our savings and belongings&quot;; We are
locked up&quot;; &quot;We are held till deporation&quot;; &quot;We are
interrogated by many people&quot;; &quot;Our family must borrow
money to survive while we wait.&quot;
From the standpoint of social science, the TIP is
gravely faulty. It never explains how data were
gathered and compared across so many languages and
cultures, or who did it exactly under what
circumstances. A raft of other research shows enormous
diversity among people who sell sex, and a wide
variety of experiences in the sex industry among both
migrants and people who stay at home. Studies show
that the worst kind of trafficking can happen to
people doing other kinds of jobs - and to men. Women
all over the world, including the poorest, repudiate
being characterized as above all sexually vulnerable.
In assuming its creators' moral values are or should
be universal, the TIP ignores local cultures and the
complexities of human desires and functions - yet
another reason tourists from the United States will be
less welcome everywhere this summer.
For the Network of Sex Work Projects, a clearinghouse
of information about sex work worldwide, see:
www.nswp.org


Laura Agustín lives in London. Her forthcoming book,
&quot;Sex at the Margins: Migration, Labour Markets and the
Rescue Industry,&quot; will be available from Palgrave
Macmillan in July. Her Web site address is:
http://go.philly.com/agustin


(SEXWORKER.AT - a clearinghouse of information about sex work in the German speaking world :-)

Marc of Frankfurt:
La Strada International
Document Center
La Strada International ist ein Europäische Netzwerk gegen Menschenhandel.
Die haben jetzt eine suchbare Datenbank
zu Dokumenten über:
-Menschenhandel
-Menschenrechte
http://www.lastradainternational.org/?main=documentation 


Fachaufsatz:
Männer, Mittler, Migranten
Marktgesetze des &quot;Menschenhandels&quot; 

Prof. Julia O'Connell Davidson, Soziologin
University of Nottingham | nottingham.ac.uk

http://eurozine.com/pdf/2006-07-27-davidson-de.pdf
(14 Seiten mit 20 Quellenangaben)
Diskussion bei Sexworker.at
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1653
Und dieser Aufsatz:
Will the Real Sex Slave Please Stand Up?
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=30976#30976


Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Recht der Prostituiertensozialberatungsstellen:
Das Menschenhandelskomplott
Aufsatz von März 2005
Diskussion bei Sexworker.at
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=64

Marc of Frankfurt:
Migrationsgeschichte der Menschheit

Bradshaw Foundation


Immigrationsgeschichte der USA
Einwanderungsland USA: Geschichte von 1790 bis heute


Zur sog. Visa-Affäre



.

Marc of Frankfurt:
TVPRA
Trafficking Victims Protection Reauthorization Act (U.S.A.)


Der Präsident unterzeichnet TVPRA (H.R. 972) - January 10, 2006


zur Amerikanischen Regierungs-Doktrin: Menschenhandel = Neue Form der Skalverei:
http://www.whitehouse.gov/infocus/traffic
siehe auch Frauen-Bürgerrechtsorganisation
www.vitalvoices.org
Gesetzestext: TVPRA
(H.R. 972 [109th Kongressperiode 2005-2006]):
http://www.govtrack.us/congress/billtext.xpd?bill=h109-972
Vorläufer war der Trafficking Victims Protection Act of 2000 (TVPA).
Zu untersuchen wäre, inwiefern diese Politik mehrfache Auswirkungen hat:
- Opferschutz
- Grenzsicherung des nationalen Territoriums gegen unqualifizierte Migration
- Definition und Stigmatisierung von Prostitution als per se ausbeuterisch
- Stilisierung der Regierenden als moralisch überlegene Gutmenschen
- ...


.

annainga:
http://www.ilo.org/public/german/re....schenhandelendfassung.pdf
hier das inhaltsverzeichnis der 106 seiten langen publikation:
Vorwort ...........................................................................................................................................I
Danksagungen ..............................................................................................................................III
1. Einführung ..............................................................................................................................1
1.1 Ziele der Studie ......................................................................................................................1
1.2 Zwangsarbeit und Menschenhandel: Begriffsbestimmungen und Vorgehensweise ..2
1.3 Untersuchungsmethoden und Umfang der Stichprobe ..................................................4
1.4 Gliederung und Grenzen der Studie ..................................................................................5
2. Rechtsvorschriften gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit ........................................6
2.1 Geschichtlicher und politischer Hintergrund ..........................................................6
2.2 Internationale Normen und der deutsche rechtliche Rahmen..............................8
3. Fälle von Zwangsarbeit in den verschiedenen Wirtschaftszweigen ............................13
3.1 Zwangsarbeit in der informellen Wirtschaft: Literaturrecherche......................13
3.2 Eine Analyse der Zwangsarbeit nach Wirtschaftszweigen ................................15
Die Sexindustrie............................................................................................................15
Haushaltsdienstleistungen ..........................................................................................19
Landwirtschaft und Nahrungsmittel verarbeitende Industrie ..............................24
Baugewerbe ..................................................................................................................28
Restaurant-, Hotel- und Gaststättengewerbe ..........................................................36
Produktion in so genannten ‘sweatshops’................................................................39
Unterhaltungsindustrie ................................................................................................40
Sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten..........................................................................42
3.3 Zusammenfassung ....................................................................................................44
4. Zwangsarbeit in Zusammenhang mit illegaler Einreise und Beschäftigung ..............46
4.1 Zwangsarbeit und illegale Einreise ........................................................................46
4.2 Zwangsarbeit und illegale Beschäftigung ..............................................................53
Die Sichtweise der Migranten ....................................................................................53
Unterhalb der Norm liegende Beschäftigungsverhältnisse aufgrund
gegenseitigen Einvernehmens....................................................................................57
Unterhalb der Norm liegende Beschäftigungsverhältnisse aufgrund
indirekter Drohungen ..................................................................................................58
Durch direkte Drohungen und Einschränkung der Bewegungsfreiheit
erzwungene, unterhalb der Norm liegende Beschäftigungsverhältnisse ............58
Die Rolle privater Vermittler ......................................................................................60
Die Nachfrageseite: Kunden und Arbeitgeber ........................................................61
5. Probleme des Gesetzesvollzugs und des Opferschutzes ..............................................65
5.1 Spannungen zwischen einem kriminalistischen und einem
menschenrechtsbasierten Ansatz....................................................................................65
5.2 Die Rolle der Strafverfolgungsbehörden und der Justiz ....................................67
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Menschenhandel in Deutschland
5.3 Hilfe für die Opfer: Die Rolle der Gewerkschaften und Organisationen
der Zivilgesellschaft ..........................................................................................................74
6. Ausblick ...............................................................................................................................77
Anhang 1: Strategien der Arbeitgeber zur Durchsetzung und Verschleierung
irregulärer Beschäftigung von ausländischen Wanderarbeitnehmern ..............82
Anhang 2: Liste der Interviews..................................................................................................83
Liste der interviewten Sachverständigen ......................................................................83
Liste der interviewten Opfer und Zeugen....................................................................84
Liste der Telefoninterviews mit Sachverständigen ......................................................84
Bibliographie ...............................................................................................................................86

Marc of Frankfurt:
Das soziale Konstrukt Menschenhandel: Ideology und Institutionalisierung eines Moralischen Feldzuges

The Social Construction of Sex Trafficking: Ideology and Institutionalization of a Moral Crusade
von:
Prof. Ronald Weitzer
Soziologe
Georg Washington Univerity
in:
Politics Society 2007; 35; 447

PDF - 30 Seiten englisch
Ron Weitzer
Sociology Dept.
George Washington University
http://www.gwu.edu/~soc/faculty/weitzer.cfm
http://en.wikipedia.org/wiki/Ronald_Weitzer 

The issue of sex trafficking has become increasingly politicized in recent years due
to the efforts of an influential moral crusade. This article examines the social construction
of sex trafficking (and prostitution more generally) in the discourse of
leading activists and organizations within the crusade, and concludes that the
central claims are problematic, unsubstantiated, or demonstrably false. The
analysis documents the increasing endorsement and institutionalization of crusade
ideology in U.S. government policy and practice.


Siehe auch:&quot;Menschenhandel als soziales Konstrukt&quot; 
Dona Carmen auf dem deutschen Strafverteidigertag 2007.
&quot;Das Menschenhandelskomplott&quot; 
AG-Recht der Hurenberatungsstellen in Deutschland 2005.
Studien zu Sexarbeit und Fußball WM06 und EM08,
wo es um die zur WM angeblich eingeschmuggelten 40.000 sog. Zwangsprostituierten geht.

Weitere Veröffentlichungen von ihm:
&quot;Prostitution: Facts and Fictions&quot; 
Fachbuch Sex for sale, 2nd. Ed.
Mit einem Titelbild vom Frankfurter Bordell,
kurz vor der Großrazzia.
The Mythology of Prostitution:
Advocacy Research and Public Policy
The Movement to Criminalize Sex Work in the United States


.

Marc of Frankfurt:
Migration als Überlebensstrategie
Frauen werden oft in die Ernährerrolle gedrängt / Zunahme von Zwangsarbeit
 
Von Hanne Walter 
 
Um die 95 Millionen Frauen, fast die Hälfte aller Migranten und doppelt so viele wie noch vor 25 Jahren, suchen fern ihrer Heimat nach wirtschaftlicher Existenz für sich und ihre Familien.
Grund genug für die Friedrich-Ebert-Stiftung, gemeinsam mit Expertinnen aus Forschung, Politik, Beratungsstellen und mit Betroffenen die »Feminisierung der Migration« in einer Veranstaltung zu ergründen.
Lange Zeit war die Migrantengesellschaft männlich dominiert. Frauen machten sich höchstens auf den Weg, um vor Gewalt und Unterdrückung zu fliehen oder ihren Männern nachzureisen. Doch in Zeiten der Globalisierung verheißen veränderte Angebote zunehmend auch Frauen einen Ausweg aus wirtschaftlichen Krisen und Armut.
Die lokalen Arbeitsmärkte wandeln sich. Männer verlieren ihre angestammten Jobs, und Frauen werden in die Ernährerrolle gedrängt. Die weltweite Nachfrage nach bestimmten Arbeitskräften, von der IT-Branche über die Altenpflege bis hin zu Hausangestellten, ermutigt sie. Andere entschließen sich zu Ehen, die im Internet angebahnt werden. Viele geraten in den Sog der Unterhaltungsindustrie, zu der auch die Prostitution zählt.
Für einige Länder wurde die Abwanderung (und gezielte Abwerbung) von Fachkräften bereits zu einem existenziellen Problem. Beispielsweise arbeiten viele auf den Philippinen ausgebildete Krankenschwestern und Ärzte in Saudi-Arabien und Europa. Während sie in reichen Ländern die Pflegekrise zu beheben helfen, hat der Fachkräftemangel in den Krankenhäusern ihrer Heimat einen Versorgungsnotstand ausgelöst.
Hinter fast jedem Migrantenschicksal steht eine menschliche Tragödie. Wirtschaftlich hingegen gewinnen beide Seiten: Die Herkunftsländer minimieren ihr Arbeitslosenproblem und bekommen obendrein reichlich Geld ins Land. 2005 überwiesen Auswanderer 232 Milliarden US-Dollar nach Hause. Obwohl Frauen im Schnitt weniger verdienen, unterstützen sie ihre Familien mit größeren Summen als die Männer und legen Wert darauf, dass das Geld für die Kinder, Gesundheit und Bildung verwendet wird.
Auch die Zielländer profitieren, indem sie Arbeitskräfteengpässe vor allem in unterbezahlten Jobs überbrücken. Vor allem da gesetzlich geregelte Mindestlöhne in Deutschland fehlen, wird der Wille, Geld zu verdienen, gnadenlos ausgenutzt. Und hiesige Banken kassieren hohe Überweisungsgebühren.
Trotzdem gehören nach Meinung der Experten auch Frauen zu den Gewinnern. Die finanzielle Unterstützung sichert ihnen die Anerkennung ihrer Familien, und durch die räumliche Distanz können sie ein nie gekanntes Maß an Autonomie gewinnen.
Völlig anders ist es aber im Frauenhandel, wo Arbeit unter Androhung von Gewalt oft in der Prostitution endet. Von den gegenwärtig 2,45 Millionen Menschen, die in den USA, in Europa und in Japan in sklavenähnlichen Zuständen arbeiten, sind 80 Prozent Mädchen und Frauen. 90 Prozent von ihnen kommen aus Entwicklungsländern.
Werden sie abgeschoben, fangen mafiöse Strukturen sie hinter der Grenze wieder auf und schicken sie in das nächste Land. Mittlerweile wird im Frauenhandel mehr Geld als mit Drogen verdient – 500 Millionen Dollar im Jahr.
Weltweit versuchen Organisationen und Berater die Frauen über Gefahren und Rechte aufzuklären. Egal, ob sie vor drohender Beschneidung und Zwangsheirat oder aus wirtschaftlicher Not fliehen oder ob sie in der globalisierten Welt ihre Chance auf ein besseres Leben ausloten wollen. Ihre Zahl wird solange wachsen, wie Unterdrückung sowie die extremen Unterschiede zwischen reichen und armen Ländern anhalten. 
Es ist die Politik gefragt, weltbürgerliche Rechte durchzusetzen und die klaffende Ungleichheit einzudämmen. Die Wege für Migranten müssen legal und sicher werden. Die beste Prävention wären Standards, wie es sie im Au-pair-Bereich gibt.
Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft will Migrationsfragen und Frauenhandel thematisieren. Noch in diesem Jahr soll ein internationaler Tag gegen Frauenhandel auf das Problem aufmerksam und mögliche Hilfen öffentlicher machen. Und im Europaparlament wird ein europäisches Jahr gegen Gewalt an Frauen vorbereitet. 
Original


.

Marc of Frankfurt:
Moderne Arbeitssklaven - das illegale Geschäft mit der ... 

Altenpflege.
5.000 Euro pro Monat kostet eine professionelle steuerlich legale 24/7-Pflege. Soviel Rente bekommt fast keiner. Ins Heim will ebenso keiner.
Ein analoges Finanzierungsdilema wie beim Paysex.
Findige mobile pflegewillige Frauen und findige Vermittler nutzen diesen Mangel und folgen diesem Pullfaktor der Migration. Alle profitieren, die Vermittler, die Pflegerinnen und die Pflegebedürftigen. Es gibt keine Opfer.
Doch die Arbeit und Vermittlung ist illegal (Menschenhandelsparagraph). Das Hauptzollamt München ermittelt z.B. gegen einen deutschen Rechtsanwalt. Üblicherweise werde ein Monatsgehalt der zu erwarteten Pflegeentlohnung für die Vermittler hüben und drüben (10:1) bezahlt.
Das ist eine Konkurrenz gegen die legalen teueren qualifizierten medizinischen inländischenPflegedienste. Es werden ca. 100.000 illegale Pflegekräfte in Deutschland vermutet. Doch in privaten Haushalten darf die Polizei sie nicht aufspüren.
Welcher Scharzmarkt ist größer, Prostitution oder Pflege?
Video von Frontal21.de
Sendeskript (pdf 4 Seiten 50 KB)


Siehe auch folgenden Workshop der Rosa-Luxemburg Stiftung:
Organisierung zwischen Autonomie und Pflegenotstand
http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=13813&amp;type=98


.

Marc of Frankfurt:
Human Trafficking Evokes Outrage, Little Evidence
U.S. Estimates Thousands of Victims, But Efforts to Find Them Fall Short
By Jerry Markon
Washington Post Staff Writer
Sunday, September 23, 2007
www.washingtonpost.com
Outrage was mounting at the 1999 hearing in the Rayburn House Office Building, where congressmen were learning about human trafficking.
A woman from Nepal testified that September that she had been drugged, abducted and forced to work at a brothel in Bombay. A Christian activist recounted tales of women overseas being beaten with electrical cords and raped. A State Department official said Congress must act -- 50,000 slaves were pouring into the United States every year, she said. Furious about the &quot;tidal wave&quot; of victims, Rep. Christopher H. Smith (R-N.J.) vowed to crack down on so-called modern-day slavery.
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The next year, Congress passed a law, triggering a little-noticed worldwide war on human trafficking that began at the end of the Clinton administration and is now a top Bush administration priority. As part of the fight, President Bush has blanketed the nation with 42 Justice Department task forces and spent more than $150 million -- all to find and help the estimated hundreds of thousands of victims of forced prostitution or labor in the United States.
But the government couldn't find them. Not in this country.
...
Quelle:
washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/09/22/AR2007092201401.html
Deutsche Google Übersetzung:
http://tinyurl.com/5lq7zj
link translate.google.com
Leserbriefe hierzu:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=23996#23996


.

kaktus:
EU-Studie 2006
http://www.kok-potsdam.de/data/Medien/EU-Studie2006.pdf

Marc of Frankfurt:
Das ist eine deutsche Bewertung der sog. TRANSCRIME-Studie:
Nicola, Andrea Di and Isabella Orfano, Study for the EU-Parliament: &quot;National legislations on prostitution and the trafficking in women and children&quot;:
http://transcrime.cs.unitn.it/tc/412.php 

____________


Studie des englischen Parlaments:
Human trafficking
Twenty–sixth Report of Session
2005–06 Volume I
83 pages
http://www.publications.parliament.....lect/jtrights/245/245.pdf

Marc of Frankfurt:
Heute liefert Hollywood die Bilder zu Menschenhandeldiskussion / -mythos

Film: Trade
2007 von Roland Emmerich
Kontroverser Film basierend auf fragwürdigem Artikel der NYT: &quot;The girl next door&quot;.
http://en.wikipedia.org/wiki/Trade_%28_film%29
http://imdb.com/title/tt0399095
http://www.tradethemovie.com
http://www.un.org/apps/news/story.a....mp;Cr=trafficking&amp;Cr1


Solche modernen &quot;Menschenhandelsfilme&quot; können nicht isoliert von der westlichen Tradition des Sklavenhandels betrachtet werden. Damals war z.B. das in Europa begehrte Luxusgut und Statussymbol &quot;Zucker&quot; ein Produkt der teilweise staatlich organisierten Sklavenhandelswirtschaft.
Oder in Kakaubohnen ausgedückt galt die Relation: &quot;100 Kakaobohnen kostete ein Sklave, zehn eine Hure, vier ein gebratenes Kaninchen&quot;. [Quelle]


Film: Amazing Grace
2006 von Michael Apted
Der Film, die Geschichte zum christlichen Lied.

Bild aus dem Buch von Thomas Clarkson's 1786 &quot;Essay on the Slavery and Commerce of Human Species&quot;
Der Film beschreibt das Leben des Abolutionisten William Wilberforce (1759-1833) und den Kampf der Briten den Sklavenhandel zu überwinden.
http://en.wikipedia.org/wiki/Amazing_Grace_%282006_film%29
http://imdb.com/title/tt0454776
http://en.wikipedia.org/wiki/William_Wilberforce 
http://www.gilderlehrman.org/collec....ne/wilberforce/index.html mit Hörbeispiel &quot;Amazing Grace&quot;


.

JayR:
Dieser Artikel lohnt sich wirklich zu lesen. Es geht um die Rettungs-Industrie, Trafficking, Migration und Sexwork.
Im Artikel sind viele weiterführende Links eingebaut.
The Truth Behind the Sex Trade
While many migrants are forced into sex work, the rescue industry's moral position has hindered their own efforts to stop it, according to a new book, Sex at the Margins: Migration, Labor Market and the Rescue Industry.
For quite some time, we've heard about the sex slaves -- the traffickers, the sexual bondage emerging at the border. The discovery makes free citizens sick; we feel like we must to do anything to make it stop, to uncover the beast.
But something very weird has been happening. Last month in the Washington Post, a shocking story appeared: Human Trafficking Evokes Outrage, Little Evidence: U.S. Estimates Thousands of Victims, But Efforts to Find Them Fall Short.
...
When well-intended social workers and enforcement agents sought out female migrant workers with grievances, they often found people who said, &quot;I'm desperate for papers, but I'm not doing sex work -- I'm in a different sort of bondage!&quot;
Or, they found migrants who said, &quot;I am doing sex work, but I'm making it worth my while, and the one way you could help me is by either getting out of my way or getting me legal documents so I make my own decision.&quot; Or, they found male prostitutes who didn't fit the feminine portrait of victimization at all, and they weren't eligible for &quot;help,&quot; either. The problem as conceived by the policy makers was completely mismatched with the reality.
AlterNet
http://www.alternet.org/story/64846/

Marc of Frankfurt:
United States Government Accountability Office (GAO):
July 2006
HUMAN TRAFFICKING
Better Data, Strategy,
and Reporting Needed
to Enhance U.S.
Antitrafficking Efforts
Abroad
Report to the Chairman, Committee on
the Judiciary and the Chairman,
Committee on International Relations,
House of Representatives
http://www.gao.gov/new.items/d06825.pdf
(69 Seiten)


Dieses Regierungs-Prüfungs-Dokument meldet erhebliche Kritik und Zweifel an den offiziellen Menschenhandelsstatistiken an.
So sollen entgegen den Schätzungen der Menschenhandelsopfer in den USA von allein für 2003 geschätzten 14.500 bis 17.500 jedoch in den letzten 4 1/2 Jahren tatsächlich nur 900 gefunden worden sein (Seite 17). 
Das sind ca. 200 gefundene Opfer pro Jahr und also lediglich 1 % der offiziellen Schätzungen. In den Medien und im öffentlichen Diskurs wird demnach über 99 % hypothetische, nichtnachgewiesene Opfer die politische Debatte geführt und zwar insbesondere gegen Prostitution!
Quelle:
la muchacha Nr.7 Seite 20 - Zeitung von www.donaCarmen.de
Die neue jährlich erscheinende Zeitung ist da: 
32 Seiten knallharte Infos zur Prostitutionspolitik.
Sie kann für 1 Euro + Porto beim Verein bestellt werden
(macht Sammelbestellungen).
Tel/AB/Fax: 069 - 7675 2880
donaCarmen@t-online.de


.

Marc of Frankfurt:
UNICEF warnt vor Kinderhandel
Erschreckende Zahlen in Wien: 
Seit 2004 wurden 1.300 Fälle dokumentiert. Die meisten Kinder stammen aus osteuropäischen Ländern.
KURIER/Berger 
Die Kinder werden zum Stehlen, Betteln oder sogar zur Prostitution gezwungen. Weltweit werden nach Schätzungen des UN- Kinderhilfswerk UNICEF jedes Jahr 1,2 Millionen Kinder zu Opfern von Kinderhandel. Auch Österreich bleibt davon nicht verschont. 
Dokumentierte Zahlen gibt es zwar lediglich in Wien, aber diese sind erschreckend: Seit 2004 hat es allein in Wien über 1.300 Aufgriffe gegeben, teilte UNICEF am Mittwoch mit.
Dabei handelte es sich um Kinder, die meist aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien und Rumänien zum Stehlen, Betteln oder sogar zur Prostitution nach Österreich gehandelt worden sind. Und diese Zahlen stellen laut UNICEF nur die Spitze des Eisbergs dar, denn Kinderhandel findet zumeist im Verborgenen statt. Für den Rest von Österreich fehlen die wissenschaftlichen Grunddaten über Kinder, die hierzulande identifiziert und betreut wurden bzw. werden. Das hat zur Folge, dass man über Ausmaß sowie Formen des Kinderhandels in Österreich nur spekulieren kann.
Betroffene des Kinderhandels brauchen besonderen Schutz und besondere Unterstützung, weil sie häufig schwer traumatisiert sind. In Österreich gebe es aber bisher kein adäquates und koordiniertes Vorgehen bei der Betreuung für diese Kinder, kritisierte die Organisation.
Anlässlich des EU-Tages gegen Menschenhandel am Donnerstag machten internationale Kinderrechtsorganisationen darauf aufmerksam, dass Österreich zwar erhebliche Fortschritte in der Bekämpfung des Menschenhandels vorweisen kann, jedoch einige grundlegende Maßnahmen im Bereich des Kinderhandels ausständig sind.
Artikel vom 18.10.2007, 10:32 | apa | gn

Marc of Frankfurt:
Ablehnungsgründe
Dass ein Beamter des Innenministeriums in einen ablehnenden Bescheid auf einen Asylantrag als Begründung hineinschreibt, die Antragstellerin könne ja in Nigeria der Prostitution nachgehen, denn dort sei echt eine Marktlücke (er hat es eleganter formuliert) und auf ihr Baby werde schon jemand aufpassen, ist zwar gemeldet worden, erregte aber nur kurz Aufmerksamkeit.
Ebenso, dass in einem anderen Ablehnungsbescheid geschrieben wurde, die Vergewaltigung einer tschetschenischen Frau sei unglaubwürdig, weil sie dann eigentlich von ihren Brüdern oder ihrem Vater im Zuge eines Ehrenmords hätte umgebracht werden müssen. Das ist ungerecht, denn es zeigt doch, dass unsere Polizeibürokratie sich wirklich bemüht, die sozio-kulturellen Gegebenheiten in fernen Ländern wie Nigeria und Tschetschenien zu erkunden und in ihre Bescheide einfließen zu lassen. Minister Platter kann stolz sein auf seine Mitarbeiter, die keine Fließbandbescheide mit Textbausteinen erstellen, sondern einfühlsam auf die jeweilige Situation eingehen.
In Tschetschenien vergewaltigt, in Nigeria zur Prostitution gezwungen, das muss man alles nicht so eng sehen! 
(rau/DER STANDARD, Printausgabe, 18.10.2007)

Marc of Frankfurt:
&quot;50 Prozent stehen hinter Prostitution&quot;
Standard-Debatte über Frauenhandel zwischen Kino, Politik und Wirklichkeit
Wien – &quot;Ich muss mit diesem dicken, alten, betrunkenen Mann schlafen&quot;, sagt der Zollwächter. Vorerst verwirrt Anja Salomonowitz’ Film den Zuschauer. Doch bald begreift er das Konzept von &quot;Kurz davor ist es passiert&quot;; und so auch das Problem: Frauenhandel. Die Standard-Debatte am Montagabend über die Verbindung von Fremdenrecht und Frauenhandel begann im Wiener Gartenbaukino auf der Leinwand. Der Film zeigt den Alltag von Menschen, die mit den weiblichen Opfern irgendwie zu tun haben: der Zöllner, der Kellner im Bordell, die Hausfrau in der Provinz. Unvermittelt erzählen diese Leute dann die Geschichten der Frauen.
&quot;Diese Geschichten passieren nicht schicksalhaft, sie sind strukturell bedingt&quot;, machte Regisseurin Salomonowitz anschließend selbst den harten Schnitt vom Kino zur Politik. Petra Stuiber, Chronik-Ressortleiterin des Standard, wollte von ihren Gästen wissen: Begünstigen Österreichs Gesetze Gewalt gegen Frauen?
Abhängige Frauen
Grünen-Vizechefin Eva Glawischnig lobte zunächst Salomonowitz, versuchte aber rasch der Rolle als Oppositionspolitikerin gerecht zu werden: Es sei &quot;nicht vom Himmel gefallen, dass Asylwerberinnen nur als Prostituierte arbeiten können&quot;. Rechtsanwalt Georg Bürstmayr stimmte zu. Das heimische Fremdenrecht mache &quot;den Frauen Unabhängigkeit schwer&quot;. Justizministerin Maria Berger (SPÖ) startete zur Verteidigung der Gesetzeslage mit der lakonischen Bemerkung, sie habe &quot;das große Los gezogen, die Bundesregierung zu vertreten&quot; – zumindest im Publikum ein Lacherfolg. Gegen Frauenhandel sei &quot;in Österreich noch vieles zu tun&quot;, räumte sie ein, aber weniger bei den Gesetzen, &quot;sondern bei der Schulung und Sensibilisierung der Behörden&quot;.
Am Dienstag kündigte Berger darum einen konkreten Aktionsplan gegen Menschenhandel gemeinsam mit Außenministerin Ursula Plassnik an. Das Problem sei, dass Opfer von Menschenhandel von den Behörden nicht also solche erkannt würden, hatte die Justizministerin schon auf dem Podium gesagt. &quot;Diese Hintertür gibt es nicht mehr&quot;, antwortete sie auf eine Frage nach dem im Film vorkommenden &quot;Tänzerinnenvisum&quot; aus dem Publikum. &quot;Wo Nachfrage ist, werden neue Hintertüren geschaffen&quot;, antwortete Jurist Bürstmayr. Neben den direkten Profiteuren stünden, &quot;polemisch gesagt, 50 Prozent der Bevölkerung hinter der Prostitution&quot;. Stuiber hakte nach: eine Lobby der Bordellbesitzer bis in Regierungskreise? &quot;Eher ein augenzwinkernder Umgang mit Gesetzen&quot;, so Bürstmayr. 
(Lukas Kapeller/DER STANDARD; Printausgabe, 17.10.2007) 


Standard-Ressortchefin Petra Stuiber, Anwalt Bürstmayr, Justizministerin Berger und Grünen-Vizechefin Glawischnig diskutierten, ob und wie das Fremdenrecht den Frauenhandel in Österreich begünstigt.

Marc of Frankfurt:
EU Anti-Trafficking Day - &quot;Trafficking in Human Beings: Time for action!&quot;
18 October 2007, Brussels
http://ec.europa.eu/justice_home/ne....cking_day_07/index_en.htm


Beschluß des Europarates:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=25679#25679



Gedenktag 17. Dezember
Gedenktag gegen Gewalt und Diskriminierung von Sexarbeitern
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=7675#7675
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2223 (Kalenderblatt 17. Dezember)


.

Marc of Frankfurt:
Pressemitteilung
 
18. Oktober: Europäischer Tag gegen &quot;Menschenhandel&quot;
- Schluss mit der Hysterie!
 
 
Die Prostituiertenorganisation Doña Carmen e.V. (Frankfurt/Main) fordert ein Ende der verbreiteten Hysterie zum Thema &quot;Menschenhandel&quot;. Die Debatten darüber beruhen in den seltensten Fällen auf Fakten, sondern auf fiktiven Annahmen.
 
So bedauerte das Europäische Parlament in einer Stellungnahme vom Januar 2006 &quot;den Mangel an verlässlichen Daten über das Phänomen des Menschenhandels in Europa sowie die Tatsache, dass weder Kommission noch Europol noch irgendeine andere Einrichtung der EU in der Lage war, konkrete Zahlen über das EU-weite Ausmaß des Menschenhandels zu veröffentlichen, und bedauert insbesondere den Mangel an Daten über stärker gefährdete Gruppen wie Frauen und Kinder… &quot;
 
So erklärte ein im Juli 2006 veröffentlichter Bericht des US Government Accountability Office (GAO) - eine amerikanische Regierungsbehörde mit Sitz in Washington D.C.: 
&quot;Die US-Regierung schätzt, dass jährlich 600.000 bis 800.000 Personen über internationale Grenzen gehandelt werden; nichtsdestotrotz sind solche Schätzungen der weltweiten Menschen-handelsopfer fragwürdig. Die Genauigkeit der Schätzungen wird aufgrund methodologischer Bedenken, Lücken bei den Daten und zahlenmäßiger Abweichungen in Zweifel gezogen. Die Schätzung der US-Regierung wurde - um das zu verdeutlichen - von einer einzigen Person entwickelt, die nicht ihre gesamte Arbeit dokumentiert hat, so dass diese Schätzung nicht mehr nachvollziehbar ist und damit Zweifel hinsichtlich ihrer Verlässlichkeit aufwerfen dürfte.&quot;
 
Laut bundesdeutscher Polizeilicher Kriminalstatistik zur Entwicklung des Straftatbestands &quot;Menschenhandel&quot; sind in der Zeit von 1998 bis 2005 die Zahl der Fälle sowie Tatverdäch-tigen bei Menschenhandel um 39%, die Zahl der mutmaßlichen Opfer sogar um 69% zurückgegangen. Pro Jahr werden lediglich 140 Personen hierzulande als Täter verurteilt.
 
Es ist das Ziel der Kampagnen gegen den so genannten Menschenhandel, die freiwillige Migration insbesondere von Frauen in reichere Industrienationen zu unterbinden. Dies trifft besonders Prostituierte. Dagegen wendet sich Doña Carmen.
 
Dass sich mit dem Film &quot;Trade&quot; jetzt auch noch die Märchenfabrik Hollywood mit &quot;Menschenhandel&quot; befasst, ist nur konsequent: Dichtung und Wahrheit gehen munter durcheinander, die Fakten bleiben auf der Strecke. Diese aber besagen: &quot;Menschenhandel&quot; ist kein Phänomen von gesellschaftlicher Relevanz.
 
 
Doña Carmen e.V. - Verein für soziale und politische Rechte von Prostituierten -
 
 Elbestraße 41
 60329 Frankfurt/Main
 
Tel/Fax: 069/ 7675 2880
DonaCarmen@t-online.de
www.donacarmen.de

Marc of Frankfurt:
Kinderhandel
«Oft zu Straftaten gezwungen»
Eine Untersuchung des UNO-Kinderhilfswerks Unicef kommt zum Schluss, dass es auch in der Schweiz Kinderhandel gibt. 
Elsbeth Müller, Leiterin von Unicef Schweiz, fordert eine Sensibilisierung der Behörden.
 
Untersuchungen des UNO-Kinderhilfswerks Unicef zeigen, dass auch die Schweiz von Kinderhandel betroffen ist.
Elsbeth Müller: Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Schweiz im internationalen Kinderhandel sowohl ein Transit- wie auch ein Aufnahmeland ist. Innerhalb der Schweiz besteht ein Risiko, in den Strudel des Kinderhandels zu geraten.
Welche Kinder sind davon betroffen?
Das sind vor allem schutzbedürftige Kinder, die in Randgruppen leben. Es können unbegleitete Minderjährige sein, die sich im Asylverfahren befinden oder deren Asylgesuch abgelehnt worden ist.
Es geht also meist nicht um Kinder, die für den Handel in die Schweiz gebracht worden sind.
Nein. Es sind zum Beispiel Kinder, die als Drogenkuriere missbraucht werden und allein mit Touristenvisum in die Schweiz reisen. Sie verlieren nach Ablauf des Visums ihr Aufenthaltsrecht. In dieser schwierigen Situation sind sie von Ausbeutung bedroht. Sie stehen oft in starker Abhängigkeit, was ausgenutzt wird. Für Kinder ist es extrem schwierig, sich solchen Situationen zu entziehen.
Sind das zum Beispiel Sans-Papiers?
Ja, aber auch Kinder, die als Flüchtlinge in die Schweiz kommen und in einem Asylverfahren stehen. Sie sind hier nicht registriert. Weil die Schweizer Nationalität nicht leicht erhältlich ist, riskieren sie durch die Maschen des sozialen Auffangnetzes zu fallen.
Existiert in der Schweiz ein Kinderhandel im Zusammenhang mit Prostitution?
Es gibt junge Mädchen, die für Prostitution in die Schweiz geholt werden. Bei anderen von Kinderpornografie betroffenen Kindern bestehen zu wenige Schutzmöglichkeiten. Das erachten wir auch als eine Form des Kinderhandels, weil mit Kindern Geld verdient wird.
Gibt es auch Fälle, in denen Kinder in der Schweiz als Arbeitskräfte missbraucht werden?
Bekannt sind vor allem Fälle, in denen Kinder zum Zwecke des Stehlens in die Schweiz gebracht werden. Diese haben keine Papiere. Werden die Kinder von der Polizei gefasst, so kommen sie zurück in ihr Heimatland. Sie bleiben so oft von den gleichen Personen abhängig und können nicht aus dem bisherigen System ausbrechen.
In welchem Ausmass findet in der Schweiz Kinderhandel statt?
Das Bundesamt für Justiz ging in seinem Bericht «Menschenhandel in der Schweiz», aus dem Jahr 2001, von bis zu 3000 Personen jährlich aus. Wie viele davon Kinder sind, bleibt offen, weil wir uns hier in einer Grauzone bewegen.
Welchen Herausforderungen muss sich die Schweiz in diesem Zusammenhang stellen?
Wichtig ist eine verstärkte Sensibilisierung von Untersuchungsbehörden, der Polizei und Richtern. Nur wenn die Fälle von Kinderhandel als solche erkannt werden, können wir sie auch erfassen und gezielte Massnahmen entwickeln. Die Sensibilisierung ist ein Element des von uns geforderten Aktionsplans.
Was vernachlässigen die Behörden?
Ein Problem ist, dass von der Polizei gefasste Kinder in solchen Situationen kriminalisiert werden. Es ist aber falsch, einem Kind Straftaten anzulasten, die es aus einer Abhängigkeit heraus begeht. Zum Beispiel als Drogenkuriere eingesetzte Kinder begehen diese Straftat nicht, weil sie das wollen. Sie werden vielmehr dazu gezwungen und haben keine Chance, der Straftat zu entgehen. Es ist besser, die Kette zu durchbrechen, als das Kind dorthin zu schicken, wo es wieder ausgebeutet wird.
Interview: Bernhard Kislig
espace.ch/artikel_434334.html

Marc of Frankfurt:
Handbuch für MigrantInnen mit Weg nach Deutschland:
Migrating to Germany?
Be safe!
von den Hilfsorganisationen Ban Ying, Berlin www.ban-ying.de
www.responsibleclient.de und GAATW Bangkok www.gaatw.net 24.9.2007.
Tipps für den Einstieg in die Sexarbeit (S. 12 f)
&quot;She has a work permit by means of her marriage and may work. ...For if you want to indulge in prostitution as a self-employed person, you would have to fulfil the high conditions cited above, e.g. create 10 jobs or invest 1,000,000 €. ... Sex workers from the new EU-countries can work in Germany as selfemployed persons without having to fulfil these conditions.&quot;
http://www.gaatw.net/publications/s....dbookenglish24.9.0721.pdf
(42 Seiten)
Eine damalige GTZ-Broschüre mußte leider eingestampft werden, weil ein bayerischer Politiker sich beschwert hatte, die Ehe würde in Mißkredit gebracht durch solche Tipps.


Fachwissen für MigrantInnen auf dem Weg in die Gegen-Richtung - Migration nach Hongkong: 
Things To Know Before You Go 
2002 by Zi Teng www.ziTeng.org.hk
http://www.ziteng.org.hk/pub/dl_e.html
(Homepage des Berichtes)


vgl. auch das ausgelaufene Aufklärungsprojekt fem|migration:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=74


.

Marc of Frankfurt:
Anti-Menschenhandels-Kampf und Menschenrechte: wichtige Veröffentlichungen


Menschenrechtsnormen für den Umgang mit Betroffenen des Menschenhandels
Januar 1999
von Global Alliance Against Traffic in Women, Foundation Against Trafficking in Women und International Human Rights Law Group
http://www.gaatw.net/publications/HRS%20German.pdf
(25 Seiten - deutsch)


Collateral Damage: The Impact of Anti-Trafficking Measures on Human Rights around the World
von Global Alliance against Traffic in Women (Hg.) www.gaatw.net
Dieser Report gibt einen Überblick über die Maßnahmen gegen Frauenhandel in acht verschiedenen Ländern und deren Auswirkungen auf die Menschrechtssituation in diesen Ländern. Analysiert wurden die Maßnahmen und die Menschrechtssituation in Australien, Bosnien-Herzegowina, Indien, Brasilien, Nigeria, Thailand, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika.
http://www.gaatw.net/publications/Collateral_Damage_Flyer.pdf
(1 Seite - Werbeflyer für das englische Buch)


_________________


Deklaration der Sexworker-Menschenrechte in Europa
ICRSE | www.sexworkEurope.org
Verabscheidet und unterstützt im Europäischen Parlament, Brüssel 2005
http://www.sexworkeurope.org/site/images/PDFs/declaration_de.pdf
(17 Seiten - deutsch)
Andere Sprachversionen:
http://www.sexworkeurope.org/site/i....&amp;id=35&amp;Itemid=199


STATEMENT FROM INTERNATIONAL SEX WORKER HARM REDUCTION CAUCUS 
Barcelona 2008
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=34617#34617
(EuroHIV)


Querverweise
Rechte der Sexuellen Selbstbestimmung:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28946#28946
(Prostitutionskontrolle Internationale Rechtsvergleiche)
Menschenrechte und HIV/AIDS:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35124#35124
(UNAIDS)


.

Marc of Frankfurt:
Menschenhandelstradition geht in Deutschland bis auf die Wickinger zurück
Die füheste, komplexe Stadt Nordeuropas (1.500 Einwohner auf 26 ha), Haithabuan der Schlei (heute bei Schleswig) war bereits im 9.-11. Jh. eine multikulturelle Metropole, die viele Menschen anzog und manchen Wohlstand gewährte. Doch es wurden dort auch eiserne Sklavenfesseln mit Ketten gefunden, die nicht als BDSM-Fetisch, sondern als Beleg für Menschenhandel gelten.


Haithabu, nicht für alle heiter.

Das Wickinger-Kartell war ein Handelsimperium mit flottengestützten Beutezügen, Kolonialisierungsgeschichte und Geschäftsbeziehungen von Amerika bis zum Sultan nach Bagdad. Dort waren blonde, nordische Frauen eine Attraktion ebenso wie dichte Wildtierfelle aus den nordischen Wäldern, die die Nordmänner wie Steuern/Schutzgelder eintrieben, um ihren Handel zu betreiben.


Um 900 in Haithabu geprägte Münzen (1) und arabische Münzschnitzel (Gewichtsgeld) (2)

Das Vorhandensein von entwickelter Stadtsoziokultur und Geldwesen sind Existenzvoraussetzungen für Prostitution. Haithabu hatte höchst wahrscheinlich auch sein mittelalterliches St. Pauli (Archäologieproblem der Prostitution). Hiermit sind zwei Wirschaftszweige aufgezählt, Sklavenhandel und Sexdienstleistungen, die heutzutage kirchlich-propagandistisch oft als Eins gesetzt werden.


Großer Jellingstein, christianisierte Runen.

Die Bedeutsamkeit des Handelsknotens ermöglichte jedenfalls auch der christlichen Mission in Haithabu frühzeitig Fuß zu fassen (826). Das Ende fand die Wickingerherrschaft an diesem Welthafen durch Eroberung durch den dänischen König und später deutschen Kaiser. Die Haithabuthese besagt, daß die Schweden von dem Königsgeschlecht aus Haithabu abstammen.


Fernsehdoku:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,2129723,00.html
Wickingermuseum:
http://www.schloss-gottorf.de/wmh
Wickingerinfos:
http://www.wikinger.org


.

Marc of Frankfurt:
Hilfsorganisation organisiert Menschenhandel im Tschad
Mitarbeiter der französische Kinderrettungsorganisation www.archeDeZoe.fr hat 103 Kinder als angebliche Darfur-Opfer nach Frankreich ausfliegen wollen. Doch die Kinder stammten nicht aus der Krisenregion, hatten noch Eltern bzw. Angehörige im Tschad und es sollten hohe Summen von den franz. Zielfamilien gezahlt werden.
mehr:
Link : faz.net
http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/ausland/artikel/844/140546/
26. Dez. 2007 - Urteil im Tschad:
Acht Jahre Zwangsarbeit
http://www.tagesschau.de/ausland/tschad26.html
Beobachter gehen davon aus, dass sich die französische und die tschadische Regierung auf diplomatischem Wege geeinigt haben, dass die Verurteilten bald in ihre Heimat zurückkehren können. Der ölreiche Tschad ist eine frühere französische Kolonie.
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/185/149820
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,525374,00.html


_________________


Freizügige Adoptionen bei den Inuits sichert das Überleben im Eis von Kanada
http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/64/153669/


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Historische Parallele?
Prinz Albert von Preussen bekommt auf seiner Äqyptenreise 1843 einen ca. 7jährigen nubischen Knaben geschenkt, den er als Diener/Sklave später in Berlin einbürgert. Dessen Sohn Gustav Sabac el Cher machte Karriere als Musiker in der Armee.

Gemälde &quot;Preußisches Liebesglück&quot; von Emil Doerstling


.

Marc of Frankfurt:
Hochrangige offizielle Europäische Position zur Menschenhandelsbekämpfung
der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa): 
OSCE Alliance of organisations working on trafficking
Human Dimension Implementation Meeting
Special day on trafficking
3rd October 2006
Organization for Security and Co-operation in Europe (OSCE) Alliance statement on demand
Presented by La Strada International on behalf of the Alliance Expert Coordination Team


The Alliance Expert Coordination Team is convinced that trafficking in human beings cannot be tackled if its root causes are not addressed.
Alongside root causes in the countries of origin including poverty, gender discrimination, violence and corruption and contributing factors during the migration process, such as the lack of safe and legal migration opportunities there are root causes in the countries of destination, including the demand for cheap and unprotected labour. 


Therefore we welcome the civil and political attention being paid to research for and action to address the demand side of trafficking.
Demand however is an ideologically loaded term which lacks understanding and definition. In the past much of the focus has concerned demand for trafficked persons’ services in the sex industry. In particular the recent UN Special Rapporteur’s report on trafficking, presented to the Human Rights Council in September devoted almost exclusive attention to demand for trafficked persons services in the sex industry. 
But trafficking is defined more broadly under the Palermo Protocol. To do justice to both the definition and the different kinds of trafficking situations that we the Alliance partners address in our day to day work, discussions of demand and measures to be taken ‘to discourage the demand’ (Art. 9.5, Palermo Protocol) must reflect the breadth and seriousness of all purposes for which people are trafficked. 
In the OSCE region, alongside trafficking into the sex industry, there is ample evidence of trafficking into construction work, agriculture and food processing, domestic and care work, hotels and hospitality and for the purposes of begging, the exploitation of petty crime and benefit fraud. Worst and hazardous forms of child labour also continue to thrive.Trafficking thus arises in sectors that are legal and regulated or informal and unregulated and for activities that may be illegal.
Among the important questions that need to be addressed on the issue of demand are: 
Why does the global demand for cheap labour result in modern day slavery? 
Also, is the demand really in fact for trafficked persons labour or services or more generally for cheap, unprotected and - as a consequence-exploitative labour or services? 
Research so far has indicated that the demand in activities and sectors prone to exploitation is for employees who are invisible, unprotected, excluded, vulnerable and disempowered. It seems that demand for such labour may often be met, although not exclusively so, through trafficking.
 
The OSCE Action Plan to Combat Trafficking in Human Beings connects the problem of unprotected, informal and often illegal labour and the demand side in trafficking (Chapter IV, 3.2). It implicitly suggests that to tackle the demand attention must be paid to labour protection in those sectors or activities where forced labour or services are likely to occur. However this connection is not sufficiently acknowledged nor examined in countries where forced and exploitative labour is possibly used in the production of many goods and services.Also the fact that several sectors, especially those that are labour intensive, might not survive without cheap, and unprotected labour is not openly recognised.
In addition to economic factors, the reasons for social acceptance and tolerance of discrimination and exploitation need to be examined: 
Why do consumers of products or services provided by exploitative labour and more generally the public tacitly accept this exploitation? 
Is there a general lack of awareness amongst consumers preventing them from differentiating between free and fair and un-free labour and service? 
Do discriminatory attitudes towards migrant workers underpin this silent or wilful tolerance?
The Alliance firmly believes that research on demand for all forms of trafficked, forced and exploitative labour, including the role of states and the private sector, is needed to fully understand the issues and to explore the responses needed.The respect for and the protection of the human rights of the affected groups should be at the core of all measures taken or policies adopted. 
In the debate on the demand side of trafficking, the Alliance calls upon states, intergovernmental organisations, NGOs, labour unions and the private sector to:
Broaden the awareness, attention and research into all forms of forced labour and exploitation, whether as a result of internal or international trafficking, and the factors that underpin its demand;
Tackle the problem of unprotected, informal and often illegal labour which leads to violations of the rights of migrant workers and fosters trafficking and exploitation;
Support the organisation/unionisation of migrant workers/trafficked persons to enable them to better protect their rights;
Ensure that informal and unregulated work activities are brought within the protection of Labour laws to ensure that all workers enjoy the same labour rights;
Collect information and address all exploitative and hazardous forms of child labour in conformity with the ILO Convention on the Worst Forms of Child Labour and design strategic responses in line with the UN Convention on the Rights of the Child
Encourage the creation of ethical employer associations which will adhere to codes of conduct that ensure protection of the rights of its workers; 
Develop public awareness campaigns on products and services that are produced by exploitative and forced labour and develop guidance to assist consumers in identifying goods or services that have not been produced through exploitation;
Sign and ratify the UN Convention on the Protection of the Rights of all Migrant workers and their Families and the Council of Europe’s Convention on Action against Trafficking in Human Beings;
Engage in public awareness campaigns focusing on acceptance of migrants and their families to reduce discrimination and stigmatisation of migrant workers.
On behalf of the Alliance Expert Coordination Team:
OSCE/ODIHR, 
UNHCHR, 
UNDP, 
UNICEF, 
UNIFEM, 
ILO, 
IOM, 
International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies, 
Council of Europe, 
ICMPD, 
Europol, 
Interpol, 
Dutch National Rapporteur, 
Nexus Institute, 
ACTA, 
Anti-Slavery International, 
ECPAT, 
La Strada International, 
International Federation of Terre des Hommes, 
Save the Children and 
Amnesty International.


__________________


Menschenhandel und Prostitution dürfen nicht verwechselt werden.
Trafficking, demand and the sex market
Lin Lean Lim
International Institute for Labour Studies
International Labour Organization
9 Seiten:
http://www.lastradainternational.or....ntation&amp;document=1334


.

Marc of Frankfurt:
ARTE Serie &quot;Mit offenen Karten&quot;:
Migration - die angeblichen Gefahren

&quot;Eine nähere Betrachtung der weltweiten Bevölkerungsentwicklung führt dazu, die verschiedenen Aspekte der Migration in einem anderen Licht zu sehen und nicht Risiken dort zu vermuten, wo es sie gar nicht gibt.&quot;

Migration kann die westlichen Gesellschaften vor der Überalterung und damit verbundenen Versorgungsengpässen bewahren.
Politik und die Medien schüren ein fremdenfeindliches Bild basierend auf einem fragwürdigen Sicherheitsbedürfnis.
Weltweit migriert nur eine Bevölkerungsminderheit kleiner als ca. 3..5 %.
Diese Migration findet wiederum zur mehr als der Hälfte unter benachbarten Regionen fernab von Europa statt.
Die zu uns Migrierten fallen in unseren Vollkswirtschaften gar nicht sonderlich auf. 
Die Schengenzone innerhalb Europas gleicht einer Festung mit überall verteilten Lagern für illegalisierte Migranten.

10 Min
Link

www.arte.tv/de/geschichte-gesellsch....t-offenen-karten/396.html
ältere Videos:
www.arte.tv/de/geschichte-gesellsch..../Prasentation/490780.html (.de)
www.artevod.com/menuConsultation.do....mp;method=displayElements (.fr)
Film im Forum (Member only)
http://sexworker.at/phpBB2/viewforum.php?f=88


Siehe auch unser SW-Landkartenarchiv:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=21233#21233
(und dort posting weiter oben)
Film: &quot;Die Geldströme der MigrantInnen&quot;:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=46696#46696


.

sheila:
GERADE läuft im ORF 2 Weltjournal extra, ein Bericht über thailändische Sexworkerinnen in Dänemark. 
SExworkerinnen kann man eigentlich nicht sagen, weil sie unter Bedrohung und Zwang arbeiteten. 
Ihr Reisepass wurde weggenommen, sie wurden unter falschen Versprechungen gelockt. Im Keller arbeiten, rund um die Uhr... alle Wünsche der Kunden erfüllen, imaginäre Schulden (22.00€) abbezahlen.
 &quot;Wenn Du nicht gehorchst, dann werden Dich Deine Eltern nie wiedersehen! Wir bringen Dich um!&quot;
Anne wurde von der Autorin der Doku in Thailand aufgespürt. Wieder in Dänemark, konfrontiert mit ehemaligen Orten des Schreckens, und erinnert sie sich an die Zeit der Angst und des Terrors. Dazwischen werden Tonbänder eingeblendet die mit sexy Stimme die Art der Sex-Dienstleistung und die Adresse beschreiben. 
Zwischendurch ein falscher Kunde mit versteckter Kamera Wohnungsbordelle der Thai Frauen gefilmt. Schliesslich auch die Wohnung, wo Anne gearbeitet hat.
&quot;Manche stunken und waren ungewaschen. Manche bissen in meine Brust dass sie blau und schwarz wurde.&quot;
Quintessenz des ganzen Beitrages fasst die zweite thailändische Frau: &quot;Ich wünsche mir, dass es die europäischen Männer nicht zu Sexsklavinnen gehen, dann gäbe es keinen Zwangssex und Prostitution.&quot;
Ich bezweifle nicht den Wahrheitsgehalt dieser Doku. 
Ich stelle nicht in Frage dass jede Art von Zwangsarbeit bekämpft werden muss, ebenfalls wie diejenigen bestraft werden sollen die Menschen in Westeuropa einschleusen um als Bettler-Kinder, Bettler-Alte, Wahrsagerinnen oder Prostituierte das Geld für den &quot;Boss&quot; zu verdienen. 
Jede Art von Zwangsarbeit und sklavenähnlicher Ausbeutung soll vom Staat bekämpft werden und das wird sie auch.
 
In der im ORF2 ausgestrahlten dänischen Doku verbreiten wieder einmal in ihrem beliebten voyeuristischen Duktus die Medien ein Stereotyp von Prostitution als Weibliche Opfer-Männliche Täter, arme Frauen, die zu Sex gezwungen sind und miese Freierschweine, die nur zum Ziel die Befriedigung ihrer Lust haben. 
In 90% der Medienberichte zu Sexarbeit wird diese Art der Zwangsarbeit, Sklaverei gezeigt,
Dieser Cocktail aus Sex, Crime, Zwielicht und Zwang.
Ähnlich verhält es sich in dem momentan in Österreich so gehypten Doku-Film &quot;Es passierte kurz davor&quot; von Anja Salomonowitz . Dort lässt sie die &quot;gehandelten&quot; Frauen zu Wort kommen. Diese &quot;mehr oder weniger&quot; authentische Berichte werden von den anderen Personen erzählt, z.B. ein östereichischer Zollbeamte liesst es runter, eine Hausfrau in einem kleinen Ort usw. (über den voyeuristischen Blick im Thread Sexarbeit und Medien)
Dennoch ist auch hier die Koppelung Einschleusen-Sexarbeit-Ohne Papiere-Zwang, evident. 
http://www.live-pr.com/weltjournal-....8-ndische-r1048173872.htm
Medien sind an einem interessiert. Die Fakten und Hintergründe zeigen in diesem ganzen Thread ein differenzierteres Bild, von Marc tadellos recherchiert. 
Hier, in diesem Forum, melden wir uns selbst zu Wort.
 :hello 
 

Marc of Frankfurt:
Nachlese zur Visa Affäre
Jenseits der Fakten - inmitten der Interessen
von
www.kollegin.de - Portal für Stellenanzeigen in der Sexarbeit

Am 25.4.2005 strahlte die ARD in der Sendung FAKT einen Beitrag mit dem Titel „Schicksal Zwangsprostitution“ aus.
Ganz reißerisch sind die ersten Sätze, die aus dem Off gesprochen werden: „Letzter Donnerstag, kurz hinter der ukrainischen Grenze. Wir sind auf der Suche nach Frauen, die während der Zeit, als die Visaanträge von der Botschaft kaum noch kontrolliert werden konnten, nach Deutschland kamen. Und als Sexsklavinnen endeten, verschleppt und missbraucht durch Verbrecherbanden.“

Steiler Einstieg in ein heißes, sehr emotionalisierendes Thema.
Zur Erinnerung: Bereits 1995 wurde unter der Regierung Kohl (CDU) die Vergabepraxis für Visa gelockert. Eine weitere Lockerung gab es dann unter der Regierung Schröder (SPD). Die Zahl der für an Ukrainerinnen und Ukrainer vergebenen Visa stieg von 148.000 im Jahr 1999 auf 300.000 im Jahr 2001, um dann wieder auf 70.000 im Jahr 2004 zurückzugehen.
Das Wort „Zwangsprostitution“ geisterte durch die Medien und der damalige Außenminister Fischer (Grüne) musste sich vom damaligen Bundestagsabgeordneten und heutigen Wirtschaftsminister Glos (CSU) „Zuhälter“ nennen lassen.

Dabei lässt sich aus heutiger Sicht sagen, dass die Lockerung der Visa-Vergabe zu deutlich weniger ukrainischen Opfern von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geführt hat. In der amtlichen Kriminalstatistik gehen die Zahlen zurück.
Doch wie auch bei der Fußball-WM im Jahr 2006 sprangen auch bei der Visa-Affäre zahlreiche Huren-Beratungsstellen auf den kostenlosen Werbefeldzug in eigener Sache auf.

Obwohl es evident ist, dass eine Lockerung der Visa-Bestimmungen zu einem Rückgang der Schleuserkriminalität führen muss, da jeder normal denkende Mensch einer legalen Einreise den Vorzug vor einer illegalen gibt, warnten vor allem die christlichen Beratungsstellen vor den schrecklichen Schicksalen, welche ukrainische Frauen angeblich in der Bundesrepublik zu erdulden hätten.

Im Nachhinein erwies sich das alles als bloßes Geschwätz aus Eigeninteresse, schließlich hängt die Vergabe von Geldern auch von der von den Entscheidern gefühlten Bedrohung und der politischen Kooperationsbereitschaft der Beratungsstellen ab.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Im Jahr 2005 wurde im Rahmen der Visa-Affäre das Phantom „Zwangsprostitution“ durch die Medien gejagt, im Jahr 2006 fand die Jagd im Zusammenhang mit der Fußball-WM statt.
Immer erwiesen sich die Anschuldigungen und die genannten Zahlen als vollständig gegenstandslos. Doch gleichzeitig wurde nach Verschärfung des Strafrechts, strengeren Kontrollen und Bestrafung der Konsumenten geschrieen; Forderungen die zum Teil schon umgesetzt wurden oder gerade in der Umsetzung begriffen sind.

Es stellt sich die Frage, wie oft eine kleine Minderheit unter Umgehung aller Fakten eine Verschärfung des Strafrechts und der Rechtspraxis noch erreicht?
Im Grunde wird es Zeit, aus der Geschichte zu lernen und die medialen Inszenierungen angeblicher Opfer auf die Fakten hin abzuklopfen, bevor man Entscheidungen trifft. Gerade weil das Thema sehr stark emotionalisierend ist, sollte man sich ausschließlich an den Tatsachen orientieren.

In diesem Zusammenhang ist es notwendig, Ideologie geleitete Beratungsstellen und Institutionen zu umgehen, denn diese handeln nicht im Interesse der Frauen. Schließlich hört dort der Spaß dort auf, wo es ums Geld und die Ideologie geht. So werden von zahlreichen Beratungsstellen nicht vorhandene Zwangsprostituierte für die eigenen finanziellen und politischen Interessen immer wieder instrumentalisiert.
Ein Skandal, der nicht nur die Frauen in der Prostitution betrifft, denn so werden aus Eigentinteresse einiger weniger Protagonisten die Rechte und Freiheiten aller beschnitten.

http://kollegin.de/magazin/meldung.asp?AID=1663054

sheila:
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
Wien – &quot;Ich muss mit diesem dicken, alten, betrunkenen Mann schlafen&quot;, sagt der Zollwächter. Vorerst verwirrt Anja Salomonowitz’ Film den Zuschauer. Doch bald begreift er das Konzept von &quot;Kurz davor ist es passiert&quot;; und so auch das Problem: Frauenhandel. 
Der Film zeigt den Alltag von Menschen, die mit den weiblichen Opfern irgendwie zu tun haben: der Zöllner, der Kellner im Bordell, die Hausfrau in der Provinz. Unvermittelt erzählen diese Leute dann die Geschichten der Frauen.

Ein Kritikerfilm

Marc of Frankfurt:
Kunstprojekt CODE:RED 
in der Galerie PRESS TO EXIT in Skopje, Macedonien (.mk)

Link zur Kunstaktion CODE:RED von Tadej Pogacar (1960)
Im Rahmen der Kunstaktion gegen Menschenhandel werden fünf Gymnasiasten die Galeriewände als Schultafel nutzen. Sie werden wiederholt auf die Wände den Satz schreiben: &quot;Sex-workers' rights are human rights&quot;.
Das soll Bewußtheit ermöglichen über die Wichtigkeit von Aufklärung, wie die Kette gebrochen werden kann, die wichtige Elemente der gegen Sexarbeiter gerichteten gesellschaftlichen Intolleranz enthält.


Buch von Carol Leigh aka Scarlot Harlot (Foto):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=7911#7911
im Thema: Ausstellungen Sexwork.


.

Marc of Frankfurt:
Wenn die Liebe auf einen anderen Kontinent hinfällt
Eine Liebesgeschichte wie aus dem Märchen, real in unserer globalisierten Welt.

Charlotte Sommerer (43) aus Östereich und Josef Latifale der Massai (23, Kenia)
Foto: © Janus TV, prosieben.de
Liebe kennt keine Grenzen. Im Fall von Charlotte und Joseph überbrückt sie sogar tausende Kilometer, kulturelle Unterschiede und Vorurteile. Die beiden haben sich in Josephs Heimat Kenia verliebt, wo Charlotte Urlaub machte.
Joseph ist ein stolzer Massai und tanzt in Touristenzentren für die Gäste. Kurze Zeit später heiraten sie. Bei dem 20 Jahre jüngeren Joseph fühlt Charlotte sich geborgen wie noch niemals vorher bei einem Mann und auch von seiner Massai-Familie wurde sie herzlich aufgenommen.
Doch die Liebe hat auch Schattenseiten: Das Ehepaar muss auf verschiedenen Kontinenten leben. Während Joseph in Kenia Ziegen hütet, arbeitet Charlotte in Kirchberg am Wechsel als Krankenschwester. Sie kann ihren Job als Krankenschwester nicht aufgeben. Ihre Planung sieht vor, dass sie in 10 Jahren als Rentnerin mit ihrem jungen Mann in Kenia lebt. Charlottes Sohn, der genauso alt ist wie Joseph, ist von diesen Plänen allerdings alles andere als begeistert. Er lehnt die ungewöhnliche Beziehung seiner Mutter zu diesem jungen fremden Mann ab.
Zum ersten Mal besucht Joseph Charlotte nun in Österreich, wo er mit Dingen konfrontiert wird, die neu für ihn sind: Konsumrausch, Heimweh nach Afrika und eine Sprache, die er nicht versteht. Auch Charlotte wird von ungewohnten Gefühlen gepackt, sie ist plötzlich eifersüchtig auf ihre Tochter Nadja, die sich blendend mit ihrem Stiefvater versteht. Der Besuch wird zur Bewährungsprobe für die junge Ehe.
Ist es wirkliche Liebe oder inwieweit ist Berechnung im Spiel? Wie können die Kulturunterschiede überbrückt werden oder bleiben sich die Liebenden letztlich immer fremd? Wie können sie ihre exotische Beziehung in einer neidvollen Umgebung schützen? Wie werden Heirat, Migration und gemeinsames existenzsicherndes Leben organisiert?


Siehe auch:

Film: &quot;Die weiße Massai&quot; (2005)

Frauen als Liebestouristinnen bzw. Freierinnen:
- http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19906#19906
- http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=23902#23902
- http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19906#19906
- http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=29215#29215
Nicht ganz so märchenhafte Liebesgeschichte:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=36793#36793


.

Marc of Frankfurt:
Die Bushregierung plant Prostitution generell als schweres Verbrechen einzustufen.
Bush Administration wants to make all prostitution a felony.

Under the Trafficking Victims Protection Act of 2000 (22 U.S.C. 7102(9)) that was reauthorized in 2005 but for which funding expires after 2007 the DEFINITION of trafficker including NON FORCED, ALL prostitution!It is already in the current law.
 
If it was forced it was &quot;Severe Forms&quot; with higher penalties.But aiding consenting private adult prostitution like Aussie Amber's husband was charged with for setting up appointments for her results in 20 years in prison even if not forced, but consenting. To me the most important thing is to get the definition changed to forced like Rhode Island did in June 2007.
 
I have extensive info on the 2005 Reauthorization Act at 
http://www.sexwork.com/coalition/Federallaw2005.html 
 
The details of the Rhode Island new law where trafficking only includes forced into prostitution is at 
http://www.sexwork.com/legal/RhodeIsland.html 
 
Here is the definition problem from the Trafficking Victims Protection Act 
 
Definitions (refers back to the definitions in the original section 103(9) of the Trafficking Victims Protection Act of 2000 (22 U.S.C. 7102(9)).
 
SEX TRAFFICKER:
The term &quot;sex trafficker&quot; means any person who, for financial gain, recruits, harbors, transports, provides, or obtains a person for the purpose of using them for unlawful commercial sex acts.
 
SEVERE FORMS OF TRAFFICKING:
&quot;Severe&quot; means if by force, fraud or coercion.
 
But non &quot;severe&quot; trafficking does not require any coercion, i.e. consenting adult sexworkers.
 
The sex trafficker definition includes the massage parlor owner the escort agency owner regardless if its consenting private adult sexwork that is not the exploitative relationship the word &quot;sex trafficker&quot; implies.
 
Aussie Amber's husband was charged with this just for helping wife answer phones and set up appointments when touring the U.S.My discussion of the law and Aussie Amber is at 
http://www.sexwork.com/legal/TraffickingLaw.html
 
Consensual in private sexwork as a choice is legal (at least outcall) in almost all the world except the U.S. It is a choice for example of millions of college educated women who choose private consenting adult private sexwork.
 
What's more the law against private consenting adult sexuality may be unconstitutional under Lawrence vs Texas -see
http://www.sexwork.com/legal/LawrencevsTexas.html 
 
This issue is far more important than the Mann Act changes, which we should also fight!
 
It is a huge waste of public resource, police, federal agents, the courts and prosecutors to go after in private consenting adult prostitution vs real criminals committing crimes that have real victims. The vast majority of prostitution is not exploitive. Yes forced trafficking as the new Rhode Island law should be illegal and use public resources to fight trafficking that has real victims, not consenting private adult prostitution that is included in the current Trafficking Act that is trying to be reauthorized.
 
We should spread the word far and wide to get folks to write their Congressperson and fight this waste of resources for private consenting adult prostitution.
 
Best wishes
Dave in Phoenix
Promoting Intimacy and Positive Sexuality with honestly and integrity
http://www.sexwork.com
http://www.sexworkcanada.com
http://www.lovetouch.info
http://www.libchrist.com


Länderberichte U.S.A.:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28318#28318


.

Marc of Frankfurt:
Exotik und Erotik, Schönheit und Scham
Zur ältesten deutschen und jetzt prächtig neuaufgelegten literarischen Reisebeschreibung vom Freidenker, Flüchtenden in Forschungsweltreisen, Revolutionär, als Vaterlandsverräter Verachteten und Begründer der modernen Etnologie in Deutschland:
Georg Forster (1754-1794):
Was den Pazifik so faszinierend für Europa und insbesondere für die politischen Aufklärer gemacht hatte, das war deren Vorstellung, dass die Polynesier ein Beweis dafür sein könnten, dass der Mensch an sich von Natur aus gut und deswegen ohne Scham sei. 
Georg Forster geißelte diese Schamlosigkeit allerdings als eine Form der Prostitution, denn er beobachtete, dass die polynesischen Männer ihre Frauen wie Zuhälter verkauften. Gleichzeitig war Forster ein scharfer Kritiker jeglicher europäischer Überheblichkeit, denn die Nutznießer dieser Prostitution waren die Europäer.
Quelle

Georg Forster: &quot;Reise um die Welt&quot; jetzt neu aufgelegt vom Eichborn Verlag, Frankfurt 2007, 648 Seiten, 80 Euro.
bei Amazon
http://www.georg-forster-gesellschaft.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster


Hundert Jahre später gemalte Südseeträume

Paul Gauguin: Deux Tahitiennes (1899)


.

Marc of Frankfurt:
Über den Sex bei 'Menschenhandel und Zwangsprostitution'
Warum wir glauben daß Migranten-Sexarbeiter gerettet werden müssen.

The Sex in ‘Sex Trafficking’
Why do we think migrant sex workers need rescuing?
By Laura Agustín
Deutsche Version via Google
The title of this publication notwithstanding, I don’t believe there are national sexualities. But our language reflects vague impressions of how people in other cultures do sex - a tongue-kiss, “French”; anal penetration, “Greek”; penis-between-the-breasts, “Cuban”. They are stereotypes most of us don’t take seriously, and the national tags vary according to what country we’re standing in. But everywhere we have notions that out there somewhere are strange, wonderful, and exotic kinds of sex waiting for us to try.
But what about “sex trafficking”, denounced in the media as a rampant crime linked to global gangs and insecurity at borders? The U.S. government, claiming to be the world’s moral arbiter, spends millions issuing an annual report card rating other countries’ efforts to combat this crime and trying to rescue victims around the world. The implication is clear: “American” ideas about sex and morality are the right ones for the planet. In other words, if the ideal of “American” sexual relationships is accepted everywhere, the enslavement of women and children will end.
In the West, in the present, many people believe that sex should express love. This “good” sex is also said to provide a key way to discover personal identity—who we really are, our innermost selves. It is assumedthat feelings of love increase pleasure (quantitatively) and intensify it (qualitatively), resulting in meaningful passion that is expressed through long term, emotionally committed relationships. Other sexual relations then seem wrong, among them anonymous, public, and “promiscuous” sex. Above all, “real” love and sex are said to be incompatible with rationality and work—at least that is the way many wish it to be.
At the same time, people wonder: Is there a boom underway in the buying and selling of sex, part of a general sexualization of contemporary culture? Since objective data is impossible to gather when businesses operate outside the law, we cannot know whether sex-and-money transactions are going on more than ever, but we certainly know we see and hear about them more. So although we tell a powerful story about sex and love belonging together, we also understand that people want other kinds of sex. We hear about people who buy and sell sex from our friends, acquaintances, the media, and sometimes through reporting on migration—which is where “sex trafficking” comes in.
In a context of increasing hostility toward migrants, it grates on people’s nerves to think that many might prefer to use sex to earn money instead of washing dishes, babysitting, working in a sweatshop, or picking fruit—for much less money. But migrants—who come in all sizes, shapes and colors, and from infinitely varying backgrounds—are just trying to get by as best they can on what can be a very rocky path. Migrants who cross borders to work need to be flexible and adaptable to succeed. They often do not know beforehand how they will be living, and they may not know the language. They may not find the food, music, or films they like, or the mosque, temple, or church. Everything looks different; they feel lonely. They may feel enormous pressure to pay back debts contracted to undertake their journey, and they may fear being picked up by the police. But they have arrived with a plan, some names and addresses, and some amount of money.
When migration policy is tightened at the same time that low-status jobs are abundantly available, a market opens up to help migrants cross borders. Some of this looks just like legal travel, but much of it involves bigger risks and higher costs, and some entails egregious exploitation — whether migrants are destined to work in mines, private homes, sweatshops, agriculture, or the sex industry.
Some migrants prefer to do anything rather than sell sex — for instance, “mules” who take on the job of carrying drugs inside their bodies. Once across a border, past work experience and diplomas, whether white-collar or blue, are usually not recognized. Migrant schoolteachers, engineers, nurses, hairdressers and a range of othersfind only low-status, low-paying jobs open to them. Many of them, from everywhere on the social spectrum, would rather work in the sex industry—in one or the other of a huge variety of jobs.
Bars, restaurants, cabarets, private clubs, brothels, discotheques, saunas, massage parlors, sex shops, peep shows, hotel rooms, homes, bookshops, strip and lap-dance venues, dungeons, Internet sites, beauty parlors, clubhouses, cinemas, public toilets, phone lines, shipboard festivities, as well as modelling, swinging, stag and fetish parties—sex is sold practically everywhere. Where these are businesses operating without licences, undocumented workers can easily be employed: the paradox of prohibition. For migrants who are already working without official permission, these jobs may well seem no riskier than any other.
To understand why headlines insist that all migrant women who sell sex are “trafficked”, we need to go back to the popular idea that the proper place of sex is at home, between “committed” lovers and family. When only this kind of relationship is imagined to be equitable and valid, it becomes easier to think that women from other cultures are poor, backward, vulnerable objects passively waiting for exploitation by rapacious men. With these notions, from the point of view of the comfortably sheltered, no one would opt to sell sex and migrants must be forced to do it.
What can we know about the actual sex involved in this moral conflict? We know all “sex acts” are not the same in the context of loving relationships, and they are not all the same just because money is exchanged for them. Migrant workers sell millions of sexual experiences every day around the world to customers from different cultures, learning and teaching through experience how physicality mixes with skill, sophistication, hostility, tenderness, insecurity, respect.
When we have sex with others we influence each other, and although a single interaction may not have a lasting impact, many sexual agreements are complex or often repeated. Occasionally, a single experience can change the course of a life. In a commercial relationship, on one side are people flexible about how they make money, on the other are people wanting to fulfill a desire or experiment. These relationships take place in actual social contexts—indeed, sex itself is often subsidiary to the conspicuous consumption of alcohol or entertainment, to cruising or just to men “being men” together. Since everywhere men are granted more permission to experiment with sex and have more money to spend, their tastes help determine what’s offered and with whom, whether they be women, men, or transsexuals.
These millions of relationships, which take place every day, cannot be reduced to undifferentiated “sex acts” or eliminated from cultural consideration just because they entail money. Both client and sex worker may be acting seduction, flirtation, and affection when they are together, but camaraderie, friendship, love, and marriage also occur. And both sides are fascinated by sexual differences, imagined to be “national”, exotic, and real.
How we perform sex, what we feel when we do particular things, depends on our cultural (not national) contexts: how we were taught to do them and by whom, what we were permitted to try out, whether we talked to others about what we were doing and what we wanted. When we engage sexually with others, we learn and teach, we influence each other and change how we do things — often without knowing it. Because people are poor, or have left their countries to work abroad, or take money in exchange for sex does not change their humanity, their capacity to feel, respond, learn, or teach, whether sex is at issue or not.
“Sex trafficking” headlines claim that all migrant women who sell sex are invariably being abused, without regard to their diverse backgrounds and without asking them how they feel. But many reject being defined as sexually vulnerable and in need of “rescuing” and protection. Everyone does not feel the same way about sex—in rich countries like the United States, or in any other country. Nationality is a poor way to understand human beings and their sexualities.


Laura Agustín has been studying migration’s links with the sex industry since 1994. Her new book is Sex at the Margins: Migration, Labour Markets and the Rescue Industry (Zed Books) and other publications are available on her website.
Original
http://nsrc.sfsu.edu/MagArticle.cfm?Article=794
Ihr Fachbuch (siehe auch ganz oben in diesem Thema)
http://www.amazon.com/Sex-Margins-M....dp/1842778609/ref=ed_oe_p
Meine Buchrezension
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2178
Ihre Homepage
http://www.nodo50.org/conexiones/Laura_Agustin/


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sheila:
Super Bericht! 
BRAVO MARC!!!!

Marc of Frankfurt:
Podiumsdiskussion von amnesty international in Frankfurt - leider ohne wirkliche Diskussion.

Menschenhandel: amnesty lässt sich vereinnahmen
Ein Abgesang auf die Freiheitsrechte
Am 10.12. ist der Tag der Menschenrechte. Die Frankfurter Sektion von amnesty international lud aus diesem Grund zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einer geistigen Bankrotterklärung und lieferte einen Vorgeschmack darauf, was auf Sexarbeiterinnen und ihre Kunden in der unmittelbaren Zukunft zukommt – alles unter dem Deckmäntelchen des Opferschutzes versteht sich.

Auf dem Podium im Haus der Begegnung saßen zwei Vertreter von amnesty international, Regine Noll vom katholischen Verein Solwodi, Polizeiobermeister Stefan Schmidt von der Frankfurter Polizei, Elvira Niesner vom evangelischen Verein FIM sowie Judith Pauly-Bender, MdL SPD im Hessischen Landtag. Alle diskutierten eifrig vor sich hin und waren sich im wesentlichen einig: Frauen in der Prostitution sind Opfer – mal mehr, mal weniger.

Es ging wieder mal um Zahlen, es ging wieder mal um hohe Zahlen, um die hohe Dunkelziffer und die vielen betroffenen Frauen. Es ging ganz zentral um Spekulation, denn belegt werden konnte nichts. Das war auch gar nicht wichtig.

Die faktische Zahl der mutmaßlichen Opfer von Menschenhandel ist zwar gering, doch davon lassen sich die moralischen Instanzen wenig beeindrucken.

Die Tendenz der Diskussion jedenfalls war eindeutig: Einige wenige Gewaltopfer werden mit dem Ziel instrumentalisiert, das Strafrecht zu verschärfen, Freiheiten einzuschränken und Repression auszuweiten – amnesty international, die Menschenrechtsorganisation, lässt sich zu diesem Zweck vereinnahmen.

Um dieses Ziel der Strafrechtsverschärfung zu erreichen, ist jedes Mittel recht. Insbesondere die klerikalen Vertreter schrecken auch vor der Unwahrheit nicht zurück. So behauptete Elvira Niesner, die Polizei habe seit dem Prostitutionsgesetz (ProstG) keinen Zutritt mehr zu Bordellen und bordellartigen Betrieben. Dass dies nicht wahr ist, weiß jeder, der mit der Materie zu tun hat. Es kann auch Frau Niesner, die sich ausführlich mit dem Thema Prostitution beschäftigt, unterstellt werden, dies zu wissen. Die Strafverfolgungsbehören können jederzeit und völlig unangekündigt Einlass in Bordelle und bordellartige Betriebe verlangen. Erstaunen muss in diesem Zusammenhang, dass der Vertreter der Polizei hier nicht widersprochen hat. Ein Verdacht liegt nahe: Man kennt sich, man schätzt sich und man kommt sich gegenseitig nicht in die Quere. Auch wenn es nicht der Wahrheitsfindung dient.
Diese kleine Manipulation der Fakten ist für die Diskussion sehr wichtig, denn sie ist das zentrale Moment in einer Argumentation, die eine Verschärfung des Strafrechts fordert, mit der das Prostitutionsgesetz rückgängig gemacht werden soll.

An diesem Abend wurde vor allem über die Begriffe Menschenhandel und Zwangsprostitution argumentiert. Erstaunlich ist, dass Elvira Niesner zwischen ‚Menschenhandel’, so wie er im Paragraphen 232 StGB gefasst ist, und dem richtigen Menschenhandel unterscheidet. Richtige Fälle von Menschenhandel sind diejenigen Fälle, die von ihr als Menschenhandel empfunden, die aber vom Paragraphen 232 nicht abgedeckt werden. Und dann gibt es darüber hinaus noch Zwangsprostituierte. Was das genau sein soll, kann eh niemand sagen, es klingt aber extrem brutal und nach wirklich richtigen Opfern. Erkennbar bei dieser Argumentationsstruktur ist jedoch eines: Die Opferzahlen müssen mittels unscharfer Begrifflichkeit in die Höhe getrieben werden, um massive Eingriffe ins Strafrecht legitimieren zu können.

So kann man es nur immer wiederholen: Zwangsprostitution ist kein juristischer Begriff, sondern der mediale Kampfbegriff der klerikalen Rechten und konservativ-ideologischer Feministinnen.

Der Begriff Zwangsprostitution diskriminiert Prostitution, denn er behauptet, dass es bestimmte Delikte im Zusammenhang mit Prostitution gibt, die dann anders zu gewichten sind als außerhalb der Prostitution. Es gibt zum Beispiel schon den Straftatbestand der Freiheitsberaubung. Freiheitsberaubung ist immer strafbar. Es gibt schon den Straftatbestand der sexuellen Nötigung. Auch für alle anderen Phänomene, die mit dem Begriff der Zwangsprostitution assoziiert werden, gibt es einzelne Straftatbestände. Das heißt, man braucht den Begriff der Zwangsprostitution nicht. Es sei denn, man möchte markieren, dass bestimmte Straftatbestände im Zusammenhang mit Prostitution anders zu werten und in einer anderen Weise moralisch verwerflich sind. Dieses rhetorische Verfahren sollte allerdings Verdacht erregen, denn hinter ihm verbirgt sich eine merkwürdige Rechtsauffassung. Freiheitsberaubung wäre dann unterschiedlich zu gewichten, je nachdem ob es sich bei dem Opfer um eine Prostituierte, eine Frau außerhalb der Prostitution oder einen Mann handelt. Ein völlig absurdes Unterfangen, das gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt. Dennoch: Wohin man hört, taucht das Unwort Zwangsprostitution auf. Es wird so getan, als würde mit dem Begriff ein Faktum beschrieben, dabei ist es eine Schimäre, mit der ausschließlich politische Ziele verfolgt werden.


Es muss einfach deutlich gesagt werden, dass der Begriff der Zwangsprostitution genauso unscharf ist wie der Begriff Terrorismus. Instrumentalisiert werden beide auf analoge Weise, denn mit beiden werden massive Eingriffe in Freiheits- und Bürgerrechte legitimiert. Prostituierte und ihre Kunden müssen beständig mit Kontrollen rechnen, der Schutz der Privatsphäre zählt hier nicht, denn „Opfer“ müssen geschützt werden. Hierzu wird seitens Solwodi und FIM immer wieder angeführt, Menschenhandel sei ein Kontrolldelikt, würde also überwiegend über Razzien ermittelt. Auch diese Behauptung wird durch beständige Wiederholung nicht wahrer. Es stimmt einfach nicht. Lediglich 2 % der Ermittlungsfälle zum Menschenhandel gehen auf Razzien zurück. Der größte Teil wurde von den mutmaßlichen Opfern selbst angestrengt.

Die Antwort auf die Frage, wie man mit dem Strafrecht Opfer schützen kann, bleiben die Vertreter der Forderung natürlich schuldig. Dass man über arbeitsrechtliche Regelungen einen viel besseren und nachhaltigeren Schutz erreichen könnte als durch strafrechtliche Maßnahmen, will den klerikalen und konservativen Feministinnen nicht ins Hirn, obwohl es offensichtlich ist. Verschärft man das Strafrecht, schafft man einen größeren Bereich der Illegalität, der Sexarbeiterinnen die Existenz schwer macht. Denn in der Illegalität sind die Sitten nun mal rauer und die Bedingungen schlechter. Das ist zwingend logisch. Die Kriminalität wird hierüber nicht sinken. Das Gegenteil wird der Fall sein, wie das Beispiel der Prohibition in den USA lehrt.

Damit liegt der Verdacht nahe, dass es diesen selbsternannten Opferschützern gar nicht um Opferschutz geht, sondern dieser für lediglich ideologische Zwecke instrumentalisiert wird.
Erstaunlicherweise erkennt amnesty international verquere Argumentationen in Bezug auf den Begriff des Terrorismus, in Bezug auf Zwangsprostitution ist die Organisation merkwürdig betriebsblind und lässt sich instrumentalisieren. Denn statt um Fakten bemüht zu sein, wurden alle Wortmeldungen zum Thema seitens Juanita Henning von der Hurenorganisation Dona Carmen, die eine Relativierung angemahnt hat, in ganz undemokratischer Weise mit autoritärem Gestus von einem Vertreter der Menschenrechtsorganisation abgewürgt. Ein unglaublich peinliches Verfahren.

Amnesty gab sogar zu, die Auswahl der Podiumsvertreter bewusst einseitig getroffen zu haben. Man habe sich die Webseite von Dona Carmen angesehen und beschlossen, eine Organisation, die das Phänomen Menschenhandel relativiere, nicht auf dem Podium haben zu wollen. So viel zur Diskussionskultur der Frankfurter Sektion von amnesty international.
Und was macht die Vertreterin der SPD? Sie knickt ein. Das können SPD'ler erwiesenermaßen gut. Denn während die SPD noch maßgeblichen Anteil am ProstG hatte, erkennt Pauly-Bender nun massiven Korrekturbedarf. Man sei über das Ziel hinausgeschossen und müsse das Gesetz auf den Prüfstand stellen. Als Gewährsfrau für diesen Schritt, jetzt darf man mal lachen, führte Pauly-Bender Alice Schwarzer an, die sie in dieser Sache für kompetent hält. So funktioniert Politik: Wer am lautesten schreit, wird gehört. Auf den Inhalt des Geplärrten und seinen Wahrheitsgehalt kommt es dabei gar nicht an.

Mit anderen Worten: Wir bewegen uns rückwärts und das mit zunehmender Geschwindigkeit.
Insgesamt passt das Vorhaben einer Strafrechtsverschärfung nämlich in das gesamte Ensemble staatlicher Maßnahmen wie Vorratsdatenspeicherung, heimlicher Online-Durchsuchungen, Nutzung von Maut-Daten zur Verbrechensbekämpfung, Schleierfahndung mittels massenweise fotografierter Kfz-Kennzeichen, Verschärfung des Sexualstrafrechts, der Änderung des Grundgesetzes, um weitere Sicherheitsgesetze durchsetzen zu können, und, und, und ...

Wir sind auf dem Weg in den Überwachungsstaat und die Kirchen machen munter mit. Sie fördern, ganz Antiaufklärung, den Kontroll- und Bestrafungswahn. Mittels Scheinargumenten und Halbwahrheiten auf zur göttlichen Ordnung und Moral. Denn jetzt ist Schluss mit Lustig! Freilich alles im Namen der Opfer, über deren Zahl man sich in absichtsvoller Weise ausschweigt. Und amnesty international macht mit.
Quelle:
kollegin.de/magazin/meldung.asp?AID=1689750

Marc of Frankfurt:
Kinder-Sklaven-Arbeit
Unicef Foto des Jahres 2007: die Kinderbraut

Vergleiche auch:
http://de.youtube.com/watch?v=fZ56ycUr_Jo


Kinder besticken in Indien für westliche Marken wie GAP oder Levi's modische Jeans oder Kinderkleider mit Perlen



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Marc of Frankfurt:
Press Conference-Sex Worker Activists Protest 'Accidental' Anti-Prostitution Rally
Date: Friday, January 11
Time: 6:45 PM
Location: Steps of City Hall, San Francisco
Contacts: SWOP-USA (NORCAL) www.swop-usa.org; 
Trafficking Policy Research Project
www.bayswan.org/traffick
Carol Leigh-415-751-1659; 
SWOP-USA-1-877-776-2004


Shame On You: San Francisco Women 'Accidentally' Sponsor Anti-Prostitution Campaign
Sex Workers Respond: &quot;Support Sex Workers Rights-Stop The Deportation&quot;
&quot;Oops!We didn't know that our little vigil to stop sex trafficking might wind up hurting sex workers more than helping them! Of course we thought that those nice cops and ICE agents could just go in there and help them out.&quot;
--A misguided, concerned person*


On January 11th,SWOP-USA (NORCAL) will hold a press conference to address an 'accidental' anti-prostitution rally billed as &quot;a vigil to promote awareness of sex trafficking.&quot;
&quot;Campaigns against sex trafficking have historically been used against sex workers themselves and voluntary commercial sex. 
These campaigns historically promote a repressive agenda fueled by moral panics and the public's fear and fascination with sex and sexual abuse, &quot; says Carol Leigh, long time sex worker activist and former member of the Board of Supervisors' Task Force on Prostitution. &quot;Repressive solutions are harmful and ineffective. Sex workers must be part of the solutions, but are excluded as a result of anti-trafficking policies.&quot;

&quot;SWOP-USA and other sex work positive organizations are vehemently opposed to ANY and ALL kinds of forced or coerced work whether it's sex work, domestic workers kept against their will, or forced laborers on farms and factories growing our food and making our shoes,&quot; adds SWOP-USA member, S. Bacchus.
&quot;It is clear to [the] trafficked woman that if she identifies herself as a
'victim of trafficking', she will eventually be sent home to be reunited
with her misery once again. So she chooses not to identify herself as a
'victim of trafficking' - in order not to become a victim of
anti-trafficking&quot;.
--'Collateral Damage: The Impact of Anti-Trafficking Measures on
Human Rights around the World', a recent report from The Global Alliance
Against Traffic in Women (GAATW).

&quot;Under the guise of combating forced prostitution, immigrants who work voluntarily are arrested and deported. There is never a mention of these issues in the context of anti-sex trafficking campaigns. Of course, forced prostitution and abuses in the sex industry should be of concern and should be addressed. Empowerment and support for the rights of workers and migrants is central to the solution, not jail and deportation&quot; said Robyn Few, founder of SWOP-USA.
&quot;Are these women concerned about the rapist that recently got off, charged in Philadelphia with 'theft of services' rather than being charged with rape with a deadly weapon, because the woman was a sex worker? This kind of sexual assault is much more prevalent.&quot; says Mariko Passion of SWOP-LA.&quot;A rally like this takes the focus away from sexual assault and abuses in our industry in general, and expresses interest only in 'sex slaves.' They turn a blind eye when a voluntary sex worker is assaulted.Do we have to be tied up in a dark room and duped and tricked to be of concern? Look at these sexploitative images of trafficking in the media and how this rally supports that false dichotomy of good whore vs. bad whore. They have adopted a patriarchal construction that they don't realize is a patriarchal construction.&quot;
Carol Leigh adds, &quot;When I said to Lori Blair of Soroptimist, the organization sponsoring this campaign, that the definition of 'sex trafficking' in the U.S. Trafficking Victims Protection Act includes all voluntary commercial sex, so that a campaign against 'sex trafficking' is a campaign against all commercial sex, Blair explained that her organization doesn't take a stand on legal prostitution.'Well, you just did,' I said.&quot;
Adds San Francisco sex worker and activist Starchild, &quot;There is a deliberate blurring of the line between voluntary and involuntary actions. When someone makes a choice to do something, she or he has every right to do it so long as it does not involve initiating force against others.&quot;
&quot;Some people want to stop certain free choices because they find them 'exploitative' to one person or another, but that is not their decision to make,&quot; says Starchild. If a person says she is not being forced to work at a trade but freely chooses it, then absent any proof of foul play we must take her at her word -- no matter whether the work involves selling sex or making tennis shoes. Or whether the worker is a she or a he. Sex negative groups like Soroptimist pretend there are only female sex workers because the sexist stereotypes of men as evil exploiters and women as helpless victims are easier to sell. They don't want to acknowledge the realities of male sex workers or gay, bisexual and female clients, all of whom have equal rights.&quot;
In fact, local service organization, SAGE, the featured presenter at this rally, was part of an amicus brief in support the Bush administration and in opposition to Soros' Open Society.Soros was suing sued the administration to challenge a gag order that prevented health service organizations from supporting sex worker empowerment strategies and sex worker rights. In May of 2005, 200 human rights groups protested this policy including Human Rights Watch, Amnesty International and the Global Fund for Women. Local, well-funded San Francisco group, SAGE, defended the Bush administration's discrimination as part of an amicus brief (Amici Curiae) along with Melissa Farley's project, Prostitution Research and Education.
 http://www.bayswan.org/traffick/Amicus_v_Soros.pdf
&quot;Obviously most progressive people attending this rally are concerned and well-intentioned, but they know very little about the intricacies and specifics of issues relating to trafficking and sex worker rights. They see the stories on the news, and, although they would tend to question mainstream media portrayals of the issues of war and or economics, somehow, when it comes to U.S. policies on trafficking, they stop questioning. They don't seem to seek out alternative perspectives, or even critiques of U.S. policy. It makes no sense. I just don't get it. On the other hand, individual writers and reporters are beginning to ask questions,&quot; says Carol Leigh.
Our own San Francisco Mayor Gavin Newsom recently jumped on the bandwagon. At a pinnacle of hypocrisy, Newsom, freshly recuperated from his own adultery scandal with a staffer in which he admitted having an affair with the wife of his (former) friend and re-election campaign manager (who quit in protest). Next we see Newsom featured as an anti-trafficking zealot in an MSNBC documentary describing his part in the trafficking raids:
 &quot;A young girl is throwing off this guy as we raided the place, and this guy has a wedding ring on. This is real. It's a disgrace. The idea it's happening in San Francisco, is equally disgraceful. And I'm just humiliated as a guy who lives here, not just its mayor.&quot;http://www.msnbc.msn.com/id/22056066/page/5/
 
Although some in the U.S. don't look deeper than the current framework of this issue, around the world human rights activists have begun to document the adverse effects of the anti-trafficking policies and framework.There is a growing awareness that the discourse about trafficking is superficial and xenophobic and that current solutions to slavery and trafficking are ineffective or harmful and discriminatory.
The December 2007 report issued by the California Alliance to Combat Trafficking and Slavery, a government task force, acknowledges the negative impact of anti-trafficking policies on sex workers:
&quot;While many federal sweeps result in providing assistance to victims, others can lead to deportation or punishment.Many victims become scapegoats, while employers receive minor rebukes.Sex workers suffer even worse sanctions because they are often designated as criminals (prostitutes), which make it more difficult for them to re-enter the country once they are deported.&quot;
Additional information about adverse effects of anti-trafficking policies and frameworks is available: Collateral Damage (GAATW) discusses 'the victims of anti-trafficking'
http://www.awid.org/go.php?list=ana....x=analysis&amp;item=00411
Human Rights Impact of Anti-trafficking Interventions: Developing an Assessment Tool
http://www.bayswan.org/traffick/AIM_HumanRights_Traf.pdf
* This is satiric, and not an actual quote.


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Marc of Frankfurt:
Menschen ohne Papiere
Organising in the Dark: Interviews about Migrants’ Struggles

Jaya Klara Brekke talks to four UK based groups working to improve conditions for migrants and asks ‘how does one organise in the dark?’

Workers’ struggles to improve conditions traditionally voice demands for visibility, rights and citizenship. But when visibility brings with it the risk of detention and deportation other strategies may be necessary. Equally, when rights are dependent on the whims of employers, how desirable are they? The experience of migration and illegality is multiple and contingent on the resources of class, race, gender and income. Campaigns and struggles therefore cohere around diverse experiences, involve different levels of risk and confrontation, and mobilise such disparate groups as church congregations, community groups, activist networks, unions, mosques, and national associations. The tactics and positions employed entail conflicting ideas about whether or not to collaborate with the state. Here Jaya Klara Brekke talks to four UK based groups working to improve conditions for migrants and asks ‘how does one organise in the dark?’ Their answers describe the day to day experience of a tightening immigration system and responses to it, from direct resistance and support work to proposals for reform.
...
http://www.metamute.org/en/node/11179/print

Marc of Frankfurt:
UN: More Human-Trafficking Date Needed
By VERONIKA OLEKSYN | Associated Press Writer
5:22 PM EST, January 22, 2008

VIENNA, Austria - Better data is needed to determine the magnitude of human trafficking so it can be targeted effectively, and some countries are not taking the problem as seriously as they should, the top U.N. anti-crime official said Tuesday.


Antonio Maria Costa, 
executive director of the Vienna-based United Nations Office on Drugs and Crime
www.unodc.org

&quot;We only see the tip of the iceberg but we have not succeeded in pushing this iceberg out of the water,&quot; Antonio Maria Costa, executive director of the Vienna-based United Nations Office on Drugs and Crime, told The Associated Press in an interview.
Costa, who described human trafficking as possibly the most difficult issue his office deals with, made his comments before a conference on the matter to be held in Vienna next month.
The three-day gathering, which starts Feb. 13, is part of the United Nations Global Initiative to Fight Human Trafficking. The initiative was launched by Costa's drugs and crime office in March 2007 to increase knowledge and awareness of the issue, promote effective responses and foster joint action partnerships.
&quot;We need to mobilize people by understanding better and we need better statistics so as to identify specifically what to do,&quot; Costa said, while acknowledging that the matter was &quot;murky&quot; and often difficult to quantify.
&quot;We are dealing with human beings. We are not dealing with commodities and that makes it difficult to measure -- but we will succeed,&quot; he said.
In preparing the meeting, known as the Vienna Forum to Fight Human Trafficking, Costa said organizers have run into countries that appeared not to fully grasp the severity of the problem.
&quot;We did run into some member states that, how can I say, maintain ... a sort of benign neglect who say, for instance, 'Well, this is not human trafficking or slavery -- it's just prostitution,'&quot; Costa said.
&quot;I sense that greater educational efforts on our part are needed to make sure that the crime is fully understood and the severity fully appreciated,&quot; he added.
Costa declined to divulge any names, saying he did not want to &quot;shame&quot; anyone.
&quot;Those are limited cases but in some instances they are important cases, countries well known to all of us,&quot; he said.
Costa also noted that some states -- such as Moldova, Belarus and Nigeria -- were becoming very &quot;militant&quot; in their efforts to stop trafficking.
&quot;Belarus and Moldova are on the right track in terms of recognizing the severity of the problem,&quot; Costa said, adding that some European and Asian countries, as well as the United States, have also been doing more to fight human trafficking.
Moldova, Belarus and Nigeria were ranked as recruiting countries in a report by the drugs and crime office released in April 2006. The report showed that most victims of human trafficking are women and children who are abducted or recruited in their homelands, transported through other countries and exploited in destination countries.
The report also found that the trafficking of people for sexual exploitation or forced labor affects virtually every region of the world and called on governments to do more to reduce demand, protect victims and bring perpetrators to justice.
On Tuesday, Costa also noted the existence of a U.N. protocol designed to combat human trafficking, adding that it called for better statistical evidence.
&quot;We would like now, on account of this protocol, (to) put additional pressure on member states so that we do get ... basic information,&quot; he said.
* __
On the Net:
U.N. Office on Drugs and Crime: 
http://www.unODC.org
Global Initiative to Fight Human Trafficking: 
http://www.unGIFT.org
(This version CORRECTS RECASTS 1st graf to add element of targeting the problem; corrects quote in 5th graf to make it read &quot;specifically what to do&quot; sted &quot;specifically what is going on.&quot;)
http://www.newsday.com/news/nationw....afficking,0,5857382.story


Macht Euch auf eine Flut von Anti-Menschenhandels- und auchAnti-Prostitutions-Zeitungsartikel gefaßt.
Fragwürdige Definition &quot;Menschenhandel&quot; des Palermo Protokolls:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=29294#29294
Tipps zur &quot;Medienkompetenz Sexwork&quot; gibt es hier:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=943


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Zwerg:
UNO: &quot;Wiener Forum&quot; kämpft gegen Menschenhandel
Erste große internationale Konferenz in Wien. Mehr als 1000 Experten aus etwa 100 Staaten werden von 13. bis 15. Februar im Austria Center Vienna
Wien (zoe). „Kellnerin gesucht“ – oft beginnt mit einer so harmlosen Anzeige ein jahrelanger Leidensweg von Menschen, die gegen ihren Willen meist ins Ausland geschleppt und dort zur Arbeit oder zur Prostitution gezwungen werden. Weltweit sind davon etwa 2,5 Millionen betroffen. Sie wurden Opfer von Menschenhändlern, die mit ihrem Schicksal Geschäfte machen.
„Der Mensch ist eine Ware geworden und oft eine sehr billige“, erklärt Doris Buddenberg von der UN-Organisation UN.GIFT (Global Initiative to Fight Human Trafficking) bei einer Pressekonferenz in Wien. „Menschenhandel ist ,big business‘.“
Als erste große internationale Konferenz widmet sich das „Wiener Forum“ dem Kampf gegen Menschenhandel. Mehr als 1000 Experten aus etwa 100 Staaten werden dazu zwischen 13. und 15. Februar im Austria Center Vienna erwartet. Auch die britische Schauspielerin Emma Thompson wird nach Wien kommen. Sie setzt sich für Opfer von Menschenhandel ein.
Emma Thompson als Stargast
„Ich bin mir sicher, auch Sie waren schon in Kontakt mit einem Opfer von Menschenhandel, ohne dass Sie es gewusst haben“, sagt Kristiina Kangaspunta von der UNODC, der Organisation zur Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung. Das Phänomen beschränke sich auf keine bestimmten Schichten oder Länder, es handle sich um ein globales Problem. Die meisten Opfer von Menschenhandel sind zwischen 18 und 24 Jahre alt und durchschnittlich gebildet. 95 Prozent von ihnen wird physische oder sexuelle Gewalt zugefügt. Begleiterscheinung des Milliarden-schweren Geschäfts: Korruption und Geldwäsche.
Während der dreitägigen Konferenz wird auch den Wienern einiges geboten: Das „Film Forum“ im Metro-Kino zeigt Spielfilme und Dokumentationen zum Thema. Eine von Emma Thompson initiierte Installation, die vorher in London zu sehen war, erzählt das Schicksal einer Frau, die in die Falle von Schleppern tappt.
(&quot;Die Presse&quot;, Print-Ausgabe, 30.01.2008)
http://diepresse.com/home/panorama/....k=/home/panorama/index.do

Marc of Frankfurt:
Was planen denn die Wiener Projekte und ihr Sexworker und Forumbesucher?
Gibt es einen gemeinsamen Infostand von Lefoe, SOPHIE und SEXWORKER.AT, wo mit roten Schirmen Safety-Tipps und Flyer vor dem Kongresszentrum verteilt werden, um auf unsere hervorragende Vor-Ort-Arbeit und Internet-Beratung hinzuweisen?
Gibt es für den ein oder anderen die Chance die Konferenz zu besuchen?
Man könnte ja mal fragen, warum der Wille von Opfern unerheblich ist?
Palermo-Protokoll:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=29294#29294



Hier die Red-Umbrella-Sexwork-Aktion:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=32705#32705


.

Marc of Frankfurt:
Migrationsdebatte

1.) Fachtagung Prostitution
Gemeinsamkeiten und Differenzen im Kontext von Migration und Sexarbeit 
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=30925#30925


2.) CROSSING BORDERS ! - movements and struggles of migration
is an initiative that aims to foster migration-related networking and practical struggles. In this issue we speak about women&amp;#700;s migration, and not for the first time: as we believe it is a crucial perspective to understand transnational movements and the organisation of labour. This issue of Crossing Borders! will be initially distributed at the opening initiative of the transnational chain of action – Fight the Monster!
Against Border Regime: Transnationalization now!
(February - October 2008)
Amsterdam, on February 2, 2008.
http://www.noborder.org/crossing_borders/newsletter05en.pdf
(4 Seiten)


.

Marc of Frankfurt:
Sehr guter Aufsatz:
Werden sich die tatsächlichen Sex-Sklaven selber erheben?
Will the Real Sex Slave Please Stand Up?

Prof. Julia O'Connell Davidson,
Uni Notthingham
Intime Analyse der Sexarbeit und ihrer Rahmenbedingungen
Migration vs. 'Menschenhandel'
Gesetzliche Grundlagen und Polizeipraxis
Arbeit und Wettstreit der NGOs
Fallbeispiele wie in London Bordelle geführt werden
Perspektiven für den emanzipativen, politischen Diskurs
48 Literaturhinweise


Siehe auch ihren Aufsatz oben im Thema:
&quot;Männer, Mittler, Migranten - Marktgesetze des 'Menschenhandels' &quot;
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19228#19228

Marc of Frankfurt:
Staatliche legitimierte Kinderentführung um die Community der Roma-Migranten zu disziplinieren oder um vermeintlichen Kinderhandel aufzuklären?


The Guardian: &quot;From brilliant coup to cock-up. How the story of Fagin's urchins fell apart
High profile raid and lurid claims, but no one is to face child trafficking charges&quot;
Helen Pidd and Vikram Dodd
Saturday February 2, 2008
The Guardian
When police made a series of dawn raids on houses across Slough [35 km westlich von London] last week, it was hailed as a blow against modern-day Fagins who were parting poor Roma children from their families and forcing them into a life of crime.
The media was invited along as officers wearing body armour smashed down doors and carried children away - apparently to safety. The face of one of these children appeared on a tabloid front page the next day under the headline: &quot;Fagin's heirs&quot;.
The police officer in charge of the operation, Commander Steve Allen, told reporters: &quot;We have evidence that organised crime networks are exploiting and driving the most vulnerable members of their own community.&quot;
But within days what seemed a spectacular success had begun to unravel.
In the nine days since the raid all but one child has been returned to the Roma community in Slough, according to a Romanian diplomat, and none of the 24 adults arrested at the scene has been charged with child trafficking offences.
Now a senior diplomat at the Romanian embassy has told the Guardian that the raid which claimed to have cracked a child trafficking ring was a &quot;fiasco&quot; and &quot;a failure&quot;. The high-ranking official said he feared the operation, which involved 400 police officers breaking into 17 addresses simultaneously at dawn on January 24 and resulted in 10 children briefly being taken into care, was part of an anti-Romanian trend in Britain.
Fifteen adults have since appeared in court: nine were charged with minor immigration offences dating back seven years or more. Three were charged with theft of mobile phones, two with handling stolen mobile phones and the last with breach of a deportation order. So far just one man, Gheorge Mazarache, 25, has been jailed: he received an eight-week sentence after he admitted handling a stolen mobile phone worth £430.
Explaining the anticlimactic charges, Allen said: &quot;I'm not able to see into the future. I didn't know exactly who and what we were going to find in those addresses.&quot;
Now the Romanian embassy wants the Metropolitan police to explain what went wrong. The senior diplomat said: &quot;The main aim of the operation, as far as I have understood from the official declaration from the police and in the newspapers, was to disrupt Romanian traffickers and Romanian trafficked children. At the end of it all I can say, based on concrete statistics and concrete data provided by the British authorities, is there is no one accused of trafficking, but a few people accused of stealing mobile phones and some ancient immigration offences. How did the exaggeration of the gravity of offences happen? It is not the same to be involved in trafficking or child slavery as the attempted theft of a mobile phone.&quot;
Staff from the Romanian embassy claim they have not been allowed access to 15 Romanian nationals in police custody. &quot;If a British citizen is arrested in Romania they are seen by someone from the British embassy within 24 hours, but it is not the case for us here,&quot; said the diplomatic source.
He criticised the Metropolitan police for tipping off the media. &quot;They must do big operations all the time, but why publicise this raid involving Romanians?&quot; he asked. &quot;Unfortunately for our image, bad news about Romanians sells well. The media reports so rarely about good things that Romanians do.&quot; Too often Romanians were scapegoats for society's problems, he added. Initial reports gave the impression that the 10 children taken in the raid - one of whom was less than a year old - had been living with gangmasters rather than their families.
But the diplomat said that six were back in the Roma community in Slough within 48 hours. Some of these were returned to their parents and some to other adults social services deemed &quot;responsible&quot;. Just one girl, who sources say is around 14 years old, is yet to be reunited with her parents because social services have so far been unable to trace any of her family members.
No one has yet been charged with trafficking offences, although two sources involved in the operation told the Guardian it would be wrong to conclude no child trafficking was involved just because no one has been charged with that offence. They say mounting such prosecutions are complex and would put the children involved in distress, and so it is better to prosecute adults for other offences. Police say they believe children were trafficked. But the diplomat said it was &quot;hard not to conclude that the operation was a failure - it did not achieve its objectives. It seems to have been a fiasco.&quot;
Whatever the truth is in this case, it has certainly given national prominence to the Roma community in Slough, where huge extended families have moved into multiple properties on a cluster of streets within five minutes walk of each other since Romania joined the EU in January 2007.
Slough has long been a favourite destination for Roma. Before Romania's accession to the EU the district had a famously liberal approach to asylum seekers, and many Roma arrived in the town claiming political persecution after the collapse of communism. Many families involved in last week's raid had lived in Slough in the late 90s. They were deported when the UK tightened up its immigration rules, but they returned when the borders were opened.
The Roma's very visible presence has caused consternation in the local community. They complain that the high density of Roma living in nearby properties has led to problems with antisocial behaviour and crime.
Azeem Khan, 40, who lives next door to one of the raided flats in the Chalvey area of Slough, said the noise from the &quot;18 to 20&quot; Roma living in the adjacent one-bedroom flat was so unbearable that his wife, Saima, 34, developed eclampsia while pregnant with their daughter, now six months old.
He said the Roma were noisy, dumped their rubbish everywhere and hung around in &quot;intimidating&quot; gangs on the street. He said he was not surprised to hear they had allegedly been involved in criminal activity. &quot;None of them ever go out to work, yet they have nice cars and you see them eating takeaway food every night,&quot; he said.
Suspicion around how the Roma pay for their lives and extensive families was rife this week, when the Guardian spent two days in Chalvey. Residents claimed to have seen the Roma women wrapping up dolls in shawls to use as &quot;baby&quot; begging tools, and said the children often stole sweets from the shops.
A shopkeeper told the Guardian he was always having to tell the children off for shoplifting. His wife said the children, as young as four, came into the shop &quot;all the time&quot;, often with no shoes on. &quot;There was a little girl in last week with no trousers or pants on, even in this weather,&quot; she said. Many residents complained that they were always seeing Roma going to the toilet on the street, and that house prices had plummeted in the area as a result.
Last night Scotland Yard would not comment directly on the diplomat's criticism, but stood by its actions. In a statement, police said: &quot;We worked in close partnership and cooperation with the Romanian embassy and the Romanian government. Romanian police officers from the embassy were with us on the day of the operation. We have received no formal complaint from the Romanian embassy.&quot;
But the Roma believe they are being persecuted and are angry at their treatment. On Alexander Road, where two houses were raided, a large crowd of Roma gathered and shouted, in Romanian with bursts of broken English, how angry they were at the police and the &quot;lies&quot; in the media.
One young man in his early 20s said: &quot;They came into our houses early in the morning, they broke down our doors, took away the children and told the world that the children - our own children - were not ours and that we had stolen them and trained them to commit crime. But now the children are back with us and we are very, very angry,&quot; he said. A Roma woman drew a young boy close to her and shouted across the road, &quot;Would you send your child out to commit crime? I wouldn't.&quot;
http://www.guardian.co.uk/crime/article/0,,2251153,00.html





Trafficking: return of the ‘white slavery’ scare?
The Metropolitan Police’s legalised kidnapping of 10 Roma children suggests the anti-trafficking industry is the greatest threat to migrants.

They were ‘twenty-first century Artful Dodgers’, we were told, a gang of ‘Fagin’s children’ from Romania, who had been trafficked to Slough, England, in order to work like slaves in a ‘pickpocketing and begging crimewave’. The Metropolitan Police launched dawn raids on various ‘slavery dens’ in Slough last Friday; some of the police reportedly wore balaclavas [Sturmhauben] and riot gear and were closely followed by film crews invited along to witness the moment the ‘child slaves’ were liberated. Footage of officers carrying kids from terraced houses was beamed across the news bulletins, as various newspapers declared: ‘Romanian child slaves freed in Slough.’ A Met officer said his team was committed to ‘dismantling crime networks’ and to the ‘rescue of [trafficked] children’ (1).
There was only one problem with this story: it was as fictional as the original Dickensian tale of artful dodgers. The Roma children were not child slaves; of the 10 kids ‘rescued’ in Slough on Friday (one of whom was less than a year old: hardly pickpocketing material), all but one were reunited with their natural parents or guardians the following day (2). No evidence has been discovered to show that the Roma adults in Slough were involved in a ‘criminal gang’ or a ‘child slave ring’ or any other form of serious criminality. Of the 24 adults arrested, 14 have been charged: nine with immigration offences, three with the theft of mobile phones, and two with handling stolen mobile phones… hardly the kind of crimes that require a heavy-handed, camera-flashing raid at five in the morning.
Officials later admitted that the children appeared ‘healthy and well cared for’, though they had been ‘distressed’ by their forced removal from their family homes by police officers (3). In a spluttering effort to explain why a high-profile raid had been carried out against what appear to be normal families of poor immigrants – living in crowded conditions; in possession of dodgy immigration papers; involved in a bit of petty crime – Metropolitan Police commander Steve Allen said: ‘I’m not able to see into the future. I didn’t know exactly who and what we were going to find in those addresses.’ (4) According to the grandfather of some of the children who were ‘rescued’, the police entered the house at 5am, ransacked it, forbade the grandparents from feeding the children, and finally – finding no hard evidence of ‘slavery’ – took the children away only to return them 24 hours later (5).
The Met’s raids in Slough were effectively legalised kidnapping, the snatching of children as a media stunt designed to show that the police are serious about tackling ‘human trafficking’. According to one account, the police were accompanied not only by social workers, but also by a ‘small army of cameramen, photographers and journalists’, who unquestioningly, one might even say slavishly, reported the cops’ apparently brave efforts to liberate enslaved children from bondage (6). Yet hardly anyone in this army of reporters has bothered to write a follow-up about what happened next. This degenerate episode highlights the dangers in today’s hysteria about human trafficking. The Metropolitan Police found little evidence that Roma children in Slough are being harmed by ‘evil traffickers’ – yet its own high-profile raid shows very clearly that the anti-trafficking industry can cause harm and distress to migrant families, undermine global freedom of movement, and warp the public’s perception of immigration.
In recent years, a motley crew of government and police forces in America and Europe, feminist activists, fundamentalist Christian outfits and celebrity campaigners has turned human trafficking into one of the biggest issues of our time. They claim there is a new ‘slave trade’, that tens of thousands of people – especially women and children – are being sold across borders and into bondage every year. Salacious [anzügliche] newspaper reports (in respectable broadsheets as well as the tabloids) tell us of ‘the teenagers traded for slave labour and sex’; of African children that are ‘nothing but a commodity… traded for tawdry [billig] sex and living under the fear of voodoo’; of Eastern European women moved across Europe ‘like cattle’ to service sex-hungry kerb-crawlers in Britain, Spain, France and Germany (7). The anti-traffickers paint a picture of uber-Dickensian global squalor [Elend], of Conradian darkness, where women and children are bought and sold by evil gangs, and then forced into labour and kept in their place by threats of murder or voodoo vengeance [Vergeltung].
The evidence for these sinister claims is murky indeed. No one doubts that illegal immigration is a messy business. Migrants from some Eastern European countries and from Africa are denied free movement around Europe. Thus they frequently have little choice but to pay middlemen for fake passports, risky forms of transportation and other favours. Those who do make it into Britain, France or Germany have to live beneath officialdom’s radar or risk being deported back to their country of origin: this means they can easily be exploited, becoming beholden to dodgy employers who pay them shockingly low wages and provide them with shoddy housing. But enslaved? Victims of voodoo? Little more than ‘cattle’ or ‘commodities’ driven and shipped around Europe like animals? Such claims seem to spring from the anti-traffickers’ fevered and borderline-xenophobic mindset, rather than being based in reality.
The Slough incident is not the first time that a high-profile raid against ‘modern-day slavery’ has turned out to be something quite different. In late 2005, police in Birmingham carried out a media splash of a raid against a brothel and claimed to have ‘rescued’ 19 women who had been trafficked to the UK and enslaved as prostitutes (8). A few days later, 13 of the women were released when it turned out that they were ‘voluntarily working in the sex industry’; the remaining six, who also denied having been trafficked, were imprisoned at Yarlswood detention centre in Bedfordshire and threatened with deportation back to their countries of origin (9). The 19 women refuted police and media claims that they had been ‘locked up’ in the brothel: then, thanks to what some refer to as the ‘rescue industry’ of the anti-trafficking lobby, some of them were locked up for real in a detention centre.
In 2004, the Metropolitan Police launched Operation Paladin Child at Heathrow airport. In the wake of the publication of various reports that said ‘there may well be hundreds, if not thousands, of children in Britain who have been brought here for exploitation’, the Met monitored the arrival of ‘unaccompanied minors from non-EU countries’ (a PC phrase for young blacks and Eastern Europeans) into Heathrow over a three-month period (10). During this time, 1,738 unaccompanied minors arrived at Heathrow and all but 12 of them were ‘accounted for’: that is, they moved in with family relations or guardians. The outstanding 12 are believed either to have left the UK soon after or to have started work in Britain outside of the authorities’ watch. In 2006, a transatlantic network of anti-traffickers claimed that 40,000 women from Eastern Europe, Asia and Latin America would be trafficked to Germany during the World Cup tournament to service drunken or drug-fuelled horny football fans. A few months after the World Cup, EU documents revealed that five women, not 40,000, had been forced against their will to work as prostitutes in Germany (11).
The anti-trafficking industry’s figures frequently don’t add up. In 2003, UNICEF published a report titled Stop the Traffic!. It claimed that up to a million young people and children are trafficked around the world every year – a claim that hit the front pages in 2003 and which still pops up in reports about trafficked women and children today. Yet UNICEF admits there is ‘little hard statistical information’ on trafficking. ‘Since trafficking can be a complex series of events… it can be difficult to identify a single case of trafficking’, it said. What’s more, for the purposes of its shrill report, UNICEF lumped very different forms of population movement under the category of ‘trafficking’, including instances where African parents ‘send their children to work in other households, sometimes entrusting them to better-off relatives’ and where large numbers of children or young people (which can include 17- and 18-year-olds) move around Africa or Asia in search of work. Here, the everyday African practice of sending children to live with wealthier family members, and the migration of young people in Asia and Africa in search of employment, are stuck alongside claims about voodoo-enabled tawdry sex slavery as part of an overall wicked ‘trafficking industry’ (12).
The US State Department claims that 800,000 people are trafficked around the world every year. Yet according to Laura Maria Agustin, who interrogated the idea that a ‘trafficking industry’ exists for her new book Sex at the Margins: Migration, Labour Markets and the Rescue Industry, this is a ‘fantasy number’. ‘Numbers like this are fabricated by defining trafficking in an extremely broad way to take in enormous numbers of people’, says Agustin. For example, the State Department’s Office to Monitor and Combat Trafficking in Persons uses ‘the widest possible definition [of trafficking]’, says Agustin, including describing nearly all foreign prostitutes in the West as victims of trafficking on the basis that ‘any woman who sells sex could not really want to, and, if she crossed a national border, she was forced’ (13).
The crusade against trafficking looks less and less like a real-world attempt to assist migrants and increase their freedom of movement and choices, and more like a super-moralistic fantasy campaign against evil and perverted Johnny Foreigners. In some ways, today’s trafficking hysteria is similar to the ‘white slavery’ scare of the late nineteenth and early twentieth centuries; indeed, one academic study points out that the term ‘trafficking’ first emerged during the white slavery panic (14). Back then, there were widespread concerns that foreign men – in particular Arabs and the Chinese – might kidnap respectable white Western women and force them to work as prostitutes. In 1910, the US passed the White-Slave Traffic Act which banned the ‘interstate transport of females for immoral purposes’ (15). This moral panic had very little foundation in fact. Rather, as various studies have discussed, it was driven by fin de siècle fears about foreigners polluting and corrupting Western civilisation, as represented by the virginal white woman allegedly at risk of being violated by brown-skinned outsiders. In America in the very early twentieth century there were numerous high-profile raids on Chinese gambling halls in search of enslaved white women; most of the raids turned up nothing (16).
Today, too, there is a feverish obsession amongst officials and activists with the alleged ‘transport of females for immoral purposes’. Only today the wicked foreigners tend to be Eastern Europeans and Africans, and their alleged victims are women from their own countries rather than white women from the West. Yesterday’s ‘white slavery’ scaremongers and today’s anti-trafficking campaigners share much in common. Both viewed foreign men as brutal and untrustworthy. Both depicted women as pathetic victims easily trapped into a life of tawdry sex slavery. Both made hysterical claims about women and children being chained up for the pleasure of men. Both gave rise to high-profile raids that often turned up very little. And both seemed to be underpinned, energised, by a culture of fear, by apocalyptic doubts and uncertainties about the standing of Western society and the threat from brown, yellow and black foreigners who might pass unnoticed across porous borders. Now, as then, the discussion of migration as ‘trafficking’ and ‘slavery’ reveals much about the fearful and besieged Western mentality, the desire to raise the drawbridge and keep at bay the coming collapse of moral values.
The anti-trafficking crusade strikingly captures the degraded view many people take of agency and choice today. Anti-traffickers patronisingly describe foreign women, especially those who end up working in prostitution, as objects rather than as active subjects. Apparently these women do not move around the world; rather they are trafficked across borders, smuggled and shifted like pieces on a chess board. Apparently they do not make hard decisions about where to go and what work to carry out; instead they are bought and sold and forced into ‘slave labour’. And worst of all, apparently they do not require our solidarity or support as they move around the globe and work often long hours for little pay; instead they must be rescued by the police, social workers and feminists and sent back to their country of origin as if they were children escaped from a nursery. Once migrants were demonised as potential criminals; today they are looked upon as flotsam and jetsam, who must be guided home by caring Western officials.
Yet as Laura Maria Agustin argues, people who migrate are not pathetic victims; they might have to make hard choices in circumstances that are not of their making, but they are often possessed of gumption and ambition: ‘It is not the most desperate, like famine sufferers, who manage to undertake a migration. In order to go abroad you have to be healthy and you have to have social capital, including a network that will get you information on how to travel and work. You need some money and some names and addresses; you have to have at least some official papers, even if they’re false. You need at least a minimal safety net.’ (17) Migration remains an inspiring expression of human agency and desire, as people take great risks and travel great distances to improve their lives. In labelling such movement as ‘trafficking’ and ‘slavery’, and demanding tougher border restrictions and police-led ‘rescues’ of trafficking’s alleged victims, the anti-trafficking lobby has grossly betrayed the very people it is claiming to help.
Brendan O’Neill is editor of spiked.
www.brendanONeill.net

Endnotes:
(1) Children feared used by crime gangs, BBC News, 25 January 2008
(2) Romanian parents help gang probe, BBC News, 28 January 2008
(3) Report on Today, BBC Radio 4, 28 January 2008
(4) Romanian parents help gang probe, BBC News, 28 January 2008
(5) Report on Today, BBC Radio 4, 28 January 2008
(6) Press-ganged, Comment Is Free, 29 January 2008
(7) For example, see The teenagers traded for slave labour and sex, Guardian, 30 July 2003
(8) Home Office defers expulsion of women held in brothel raid, Guardian, 5 October 2005
(9) Home Office defers expulsion of women held in brothel raid, Guardian, 5 October 2005
(10) See How looking for work turns you into a victim, Brendan O’Neill, New Statesman, 22 November 2004
(11) See What if the figures don’t add up?, Brendan O’Neill, Press Gazette, 23 March 2007
(12) See Trafficking in dubious numbers, by Brendan O’Neill
(13) The Myth of the Migrant, Reason, 26 December 2007
http://www.reason.com/news/show/124093.html
(14) See this interesting study on trafficking and white slavery
http://www.aic.gov.au/conferences/hcpp/david.pdf :027 
(7 pages)
(15) See this interesting study on trafficking and white slavery
(16) See this interesting study on trafficking and white slavery
(17) The Myth of the Migrant, Reason, 26 December 2007 
Original mit allen verlinkten Fußnoten:
http://www.spiked-online.com/index.php?/site/article/4389/


Historische Parallele?
Fall von William Thomas Stead und der 13 jährigen Eliza Armstrong 1886:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=9415#9415
http://en.wikipedia.org/wiki/Eliza_Armstrong_case


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Marc of Frankfurt:
Pressenachlese und Sammlung zur Wientagung s.o.

Menschenhandel: Die Sklaven des 21. Jahrhunderts
12.02.2008 | 18:40 |IRENE ZÖCH (Die Presse)
Weltweit werden pro Jahr 2,5 Millionen Menschen zu Zwangsarbeit und Prostitution angehalten. Die erste internationale Konferenz zum Thema Menschenhandel findet von 13. bis 15. Februar im Austria Center Vienna statt.
Wien. Dem Aufruf einer Model-Agentur aus dem Westen, die vorgibt, in Moldawien Nachwuchs-Schönheiten zu suchen, sind Dutzende Mädchen nachgekommen. Nach einem kurzen Training in den Mode-Metropolen Europas sollen sie einen Vertrag bekommen und schon bald ins glamouröse Geschäft einsteigen. Das zumindest verspricht die Agentur.
Die Realität, mit der sich die jungen Frauen aber konfrontiert sehen, ist alles andere als glamourös: Einmal im verheißungsvollen Westen angekommen, werden ihnen die Reisepässe abgenommen. Geschlagen, vergewaltigt und bedroht, haben sie keine Chance, sich gegen ihre Peiniger, die sie zur Prostitution zwingen, zu wehren.
Von der Armut genug
Solche Szenarien schildern Betroffene von Menschenhandel aus Moldawien, die dem Horror entkommen sind und ihre Freiheit wiedererlangt haben. Doch ihre Opfer finden skrupellose Menschenhändler nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Asien und Afrika. Besonders dort, wo die Not am größten ist, fallen die Versprechungen der Kriminellen auf fruchtbaren Boden. Von der Armut in ihrer Heimat haben die Menschen genug, sie hoffen auf ein besseres Leben in der Fremde.
Weltweit werden nach Angaben der UNO 2,5 Millionen Frauen, Kinder und Männer von Menschenhändlern ausgebeutet. Aus 127 Ländern stammen die Opfer, verkauft werden sie in 137 Länder, darunter auch Österreich.
Die Hotspots und die Routen, über die sie geschleust werden, sind weitgehend bekannt: Menschen aus Osteuropa, Asien, Afrika werden in den Nahen Osten, nach Europa und in die USA verkauft. Ihr Schicksal hängt meist von der Zielregion ab. In Asien schuften sie in Fabriken, in europäischen Ländern und in den USA bedienen sie Freier in den Bordellen.
Die Mehrheit der Opfer sind junge Frauen (77 Prozent aller weltweit registrierten Fälle). Sie werden zur Prostitution (87 Prozent der Fälle) oder zu Arbeit (28 Prozent) gezwungen. Dafür erhalten sie kein Geld oder gerade einmal einen Hungerlohn.
Ein Baby um 14 Euro
Auch Kinder fallen immer wieder Menschenhändlern zum Opfer. Sie werden entweder entführt oder von ihren Eltern verkauft. Diese wissen meist nicht, worauf sie sich da einlassen. Auch die Analphabetin Najrul, eine junge Frau aus dem indischen Bundesstaat Westbengalen hatte keine Ahnung, worauf sie sich einließ, als sie ihr zwei Monate altes Baby für ein paar Scheine einem Mann überließ. Er war ins bitterarme Dorf gekommen und hatte den Familien Geld für ihre Kinder geboten. Den Säugling verkaufte er dann an ein eheloses Paar weiter, für umgerechnet 14 Euro. Sein Handel flog schließlich auf, ihm wird der Prozess gemacht.
Mit der „Wegwerfware Mensch“ ist auf dem globalen Markt einiges zu verdienen: Auf mehr als 30 Milliarden US-Dollar werden die Profite geschätzt. Damit ist der Menschenhandel längst zu einem profitablen Geschäft des internationalen Verbrechens geworden, der mit Drogen- und Waffenhandel auf eine Stufe gestellt werden kann. „Der Aufwand für Menschenhandel ist im Vergleich zum Drogengeschäft relativ gering“, erklärt Kristiina Kangaspunta, die Leiterin des UN-Büros für die Bekämpfung von Menschenhandel, im Gespräch mit der „Presse“.
Menschen könne man immer wieder „verwenden und missbrauchen“, während das „einzige Investment die Reisekosten, gefälschte Dokumente und Bestechungsgelder für Beamte sind“, sagt Kangaspunta. Florieren kann das Geschäft auch deshalb nur so gut, weil Polizisten und Beamte ihre Hand aufhalten.
Organisierte Banden, lose Zellen
Doch wer steckt hinter diesem Milliarden-Geschäft? Jede Sparte von Menschenhandel hat ihre eigenen Tätergruppen. „Bei Kindesentführungen zum Zweck der Prostitution gehen organisierte Gruppen ans Werk. Für Zwangsarbeit im Bausektor braucht man keine streng organisierten Gruppen. Das läuft durch Korruption und aufgrund traditioneller Gesellschaften, die das seit Jahrhunderten akzeptieren“, sagt Doris Buddenberg von UN.GIFT, einer Initiative der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Einerseits operieren streng hierarchisch aufgebaute Schlepper-Organisationen, die alles von der Rekrutierung bis zur Vermittlung der Opfer übernehmen, aber auch lose Zellen, die miteinander offenbar reibungslos kooperieren.
Eines steht aber fest: Angetrieben werden die kriminellen Gruppen durch die Nachfrage im Westen, in China, Indien oder am Golf, durch den „Bedarf“ an jungen Frauen, die von der Welt, einem besseren Leben und von einer Karriere als Model träumen.
diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/362537/index.do?_vl_backlink=/home/index.do



Weltöffentlichkeit auf Verbrechen lenken
UN-Konferenz über weltweiten Menschenhandel
Politik, 12.02.2008, DerWesten
Wien. Die erste internationale Konferenz zum Kampf gegen den Menschenhandel beginnt am Mittwoch unter Federführung der Vereinten Nationen in Wien.
Rund tausend Teilnehmer aus hundert Staaten sollen bei den dreitägigen Beratungen die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf dieses Verbrechen lenken. Auch die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Menschenhandel solle verbessert werden, erklärte die Chefin des zuständigen UN-Büros (UN.GIFT), Doris Buddenberg. «Menschenhandel gibt es überall auf der Welt, in allen Gesellschaften», sagte Buddenberg. Millionen Menschen würden für Zwangsarbeit, Zwangsehen, illegale Adoption, Prostitution und Organhandel missbraucht. (afp)
derwesten.de/nachrichten/politik/2008/2/12/news-23072940/detail.html


Heute.de: &quot;Einen Mensch töten, ohne dass er stirbt&quot;
UNO-Konferenz gegen Menschenhandel in Wien
Prostitution, Zwangsarbeit, illegale Adoptionen - die UNO geht von Millionen von Menschen aus, die Opfer von Menschenhandel wurden. Schlepper verdienen Milliarden mit dem schmutzigen Geschäft. Die UNO befasst sich nun in Wien mit dem Problem.
Ziel des Treffens von rund 1200 Experten aus Politik, Justiz, Wirtschaft und von internationalen Hilfsorganisationen sei es, Informationen zu sammeln und ein weltumspannendes Konzept gegen die moderne Sklaverei zu entwickeln. &quot;Dieses Verbrechen ist eine Schande für uns alle&quot;, sagt der Chef des UNO-Büros für Drogen und Kriminalität, Antonio Maria Costa.
Zitat
„Es ist wie einen Mensch zu töten, ohne dass er stirbt.“
Aktivistin Emma Thompson
&quot;Drittgrößte Schattenwirtschaft&quot;
Nach UNO-Angaben ist das ganze Ausmaß des Menschenhandels bis heute nicht bekannt. Die Organisation geht aber von Millionen von Opfern aus, mit denen die Schlepper mehrere zehn Milliarden Euro jährlich verdienen. &quot;Menschenhandel ist weltweit die drittgrößte Schattenwirtschaft nach Drogen und Waffen&quot;, sagt die britische Schauspielerin und Menschenrechtsaktivistin Emma Thompson. Das Geschäft habe sich in den vergangenen zehn Jahren drastisch vergrößert.
 
Die moderne Sklaverei umfasst unter anderem die Verschleppung von Kindern und Erwachsenen für Prostitution, illegale Adoption, Betteln, zwangsweise Arbeit und für den Kampf als Soldaten. &quot;Es ist wie einen Mensch zu töten, ohne dass er stirbt&quot;, sagt Thompson. Die Gesellschaft müsse verstehen, dass Menschenhandel für die Opfer Folter bedeute.
 
&quot;Viele Regierungen sehen weg&quot;
Eine wirksame Strategie gegen das Verbrechen müsse die Prävention der Verschleppung, die Kriminalisierung des Verbrechens und den Schutz der Opfer beinhalten, sagt Costa. Viele Regierungen weltweit würden jedoch nicht genug dagegen tun. In vielen Regionen fehlten die nötigen Gesetze oder das Problem werde komplett ignoriert. Außerdem gebe es bisher nur begrenzt internationale Kooperationen.
 
Mit Material von dpa
heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7158704,00.html

wird sicher noch einiges kommen ...

Zwerg:
Menschenhandel: Mädchenfang im Internet
&quot;Wiener Forum&quot;: In Chatrooms und Web-Foren stellen Mädchenhändler verlockende Jobs in Aussicht. In vielen Fällen führen die Angebote zur Zwangsprostitution. Workshops an Schulen sollen auf die Gefahr aufmerksam machen.
Mädchenhändler werben ihre Opfer immer häufiger über das Internet an. Darauf machte Marina Starcevic von Care International anlässlich des &quot;Wiener Forums&quot;, der UNO-Menschenhandelskonferenz aufmerksam. &quot;Das geschieht über Job-Angebote ebenso wie in Chatrooms&quot;, sagte die in Serbien eingesetzte Care-Mitarbeiterin.
In Aussicht gestellt werden Jobs als Kellnerin oder Rezeptionistin. Was verlockend klingt, endet jedoch oft in der Zwangsprostitution. Marina Starcevic und ihr in Kollege Ales Inkret in Montenegro sind zurzeit in Österreich, um sich mit lokalen Hilfsorganisationen zu vernetzen und sie mit Know-how zu unterstützen.
Aufklärungs-Workshops in Schulen
In den Ländern des westlichen Balkans ist die Armut vielfach noch so groß, dass junge Leute unseriösen Angeboten leicht auf den Leim gehen. &quot;Unsere Partnerorganisationen veranstalten Workshops in den Pflichtschulen, um die Mädchen und Burschen auf die Gefahren aufmerksam zu machen&quot;, erläuterte Starcevic.
Genaue Zahlen über Menschenhandels-Opfer gibt es laut Ales Inkret nicht. &quot;Es ist schwierig, sie zu identifizieren. Hilfsorganisationen fassen den Begriff 'Menschenhandel' weiter auf, als etwa die Polizei.&quot; Diese hat - internationalen Erfahrungen entsprechend - in der Regel gar nicht die Kapazitäten, aufgegriffene Opfer in ausreichendem Maß einzuvernehmen.
(APA) 
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/362981/index.do

Zwerg:
Menschenhandel in Serbien: Vom Transitland zum Brennpunkt
Jahrelang war Serbien vor allem Transitland für Frauenhandel, doch heute werden zunehmend auch junge serbische Frauen Opfer von Menschenhandel. In Belgrad versucht das Tageszentrum Astra, den Opfern zu helfen.
Mehr als 2.000 Fälle von Menschenhandel gab es in den letzten fünf Jahren in Serbien. Die Zahl ist geschätzt und hört sich erst einmal bescheiden an in einem Land mit fast 7,5 Millionen Einwohnern. Doch sind es wie überall auf der Welt mehr als 2.000 Frauen-Schicksale, die sich nach dem immer gleichen Muster vollziehen. Von falschen Jobangeboten ins Ausland gelockt, von der eigenen Familie oder dem festem Freund an Menschenhändler verkauft, werden in dem Balkanland immer mehr junge Frauen, meistens im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, zur Prostitution gezwungen.
 
Erfolgreiche Jahresbilanz
 
In Belgrad versucht das Tageszentrum Astra, den Opfern zu helfen. Jadranka Veljovic sitzt an dem großen Tisch im hell eingerichteten Zimmer einer ehemaligen Wohnung in einem Reihenhaus in Zentrum Belgrads und erzählt: „Vor einem Jahr haben wir das Tageszentrum hier eröffnet und bis jetzt viel Erfolg damit gehabt. Alles, was man hier sieht, haben die Mädchen selber gemacht. Wie diese Latschen zum Beispiel. Hier werden kreative Workshops organisiert, Fremdsprachenkurse, Malkurse usw. Sie arbeiten kreativ. Und bekommen natürlich auch psychologische Hilfe.” Das Tageszentrum Astra bietet den Frauen nicht nur psychologische und ärztliche Hilfe, sondern auch Geld für Essen, Kleidung, Unterkunft etc.
 
Hohe Dunkelziffer
 
Astra ist die serbische Abkürzung für Aktion gegen Menschenhandel. Die Organisation ist die wichtigste ihrer Art in Serbien. Sie hilft jungen Frauen, die Opfer von Menschenhandel waren, wieder im Leben Fuß zu fassen. Jadranka Veljovic ist Koordinatorin der Organisation Astra. In den nunmehr sechs Jahren, in denen es Astra gibt, habe die Organisation allein in Serbien 260 Opfer identifiziert. Die tatsächliche Zahl ist wahrscheinlich zehn Mal so hoch, meint die Koordinatorin. Mit eingerechnet seien sowohl ausländische als auch serbische Staatsbürgerinnen. „In den letzten drei bis vier Jahren ist die Zahl der Einheimischen gestiegen. Früher waren die meisten Frauen Ausländerinnen aus Ländern wie die Republik Moldau, Russland, Ukraine, Italien. Die steigende Zahl der Serbinnen ist mit verstärktem internen Handel zu begründen. Die Grenzen werden viel strenger überwacht”, erklärt Jadranka Veljovic.
 
Vom Transit- zum Herkunftsland
 
Jahrelang war Serbien vor allem ein Transitland für die Menschenhändler und deren Opfer. Tausende Soldaten der internationalen Friedenstruppen in Bosnien und Kosovo sollten mit Prostituierten aus aller Welt versorgt werden. Nicht alle sind freiwillig in die Bordelle und Striptease-Bars auf dem Balkan gekommen. Immer wieder berichteten Belgrader Medien, wie junge Frauen aus Osteuropaeinen Ausweg aus der Armut gesucht haben und dabei Menschenhändlern in die Hände gefallen sind. Ihnen wurden Jobs als Au Pair oder Kellnerin in Griechenland oder Deutschland versprochen. Einmal in den Fängen der Verbrecher, wurden sie durch wiederholte physische und psychische Misshandlung zu Sexsklavinnen in Serbien und den Nachbarländern.
 
Nachfrage auf innerserbischem Markt
 
In den letzten Jahren kommen die Opfer vermehrt aus Serbien. Zwar werden junge Frauen vor den Gefahren der unseriösen Jobs im Ausland gewarnt. Doch die Frauen glauben eher den Versprechungen der vermeintlichen Arbeitgeber, wenn die angebotenen Stellen in Serbien sind. So hat sich in den letzten Jahren ein innerserbischer Markt entwickelt. Zum Beispiel wurde in der südwestlichen Stadt Novi Pazar im Dezember ein illegaler Nachtclub entdeckt, in dem zwei Frauen aus nordserbischen Dörfern eingesperrt und zur Arbeit gezwungen wurden – als Prostituierte, Putzhilfe und Tellerwäscherinnen. Sie wurden zwei Jahre lang gefangen gehalten. Als Mitglied des Menschenhändlerrings wurde auch ein örtlicher Staatsanwalt angeklagt.
 
Mühsamer Fortschritt in Strafverfolgung 
 
Jadranka Veljovic von der Aktion gegen den Menschenhandel betont indes die eigentlich gute Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz, moniert aber: „Es gibt Urteile. Es gibt laufende Prozesse, und viele sind beendet. Oftmals werden rechtskräftige Urteile aber nicht vollstreckt. Einige rechtskräftig verurteilte Menschenhändler sind noch auf freiem Fuß. Und die Verurteilten müssen lediglich zwei oder drei Jahre ins Gefängnis.” So will es das serbische Gesetz. Im Vergleich ist es jedoch schon ein Fortschritt, da Menschenhandel erst seit fünf Jahren ausdrücklich als Straftat anerkannt ist. „Der entsprechende Artikel wurde eigentlich erst 2006 in vollem Umfang eingeführt. Den gab es zwar ab 2003, doch damals wurde Menschenhandel nicht als spezielles Verbrechen behandelt, sondern in einen Topf mit illegaler Migration geworfen”, sagt Veljovic.
 
Kinder vermehrt Opfer von Menschenhandel
 
Opfer des Menschenhandels in Serbien, so Veljovic, sind nicht nur Frauen, sondern immer öfter auch Kinder, die zu Sex, aber auch zu Diebstahl oder zum Betteln gezwungen werden. Schätzungen zufolge verdient der Verbrecher beim ersten Verkauf eines Kindes oder einer Frau auf dem Balkan zwischen 500 und 2.500 Euro. Da die meisten Opfer mehrmals verkauft werden, lohnt sich das Verbrechen Menschenhandel finanziell.
 
Die Frauen werden meist erst durch Polizeirazzien aus der Sklaverei befreit. Einige schaffen es aus eigener Kraft, einige mit Hilfe anderer Menschen. Von denen, die es nicht schaffen, gibt es keine Statistiken. Doch die offiziellen Zahlen sind mit Sicherheit viel zu niedrig, betont Astra-Koordinatorin Jadranka Veljovic. 
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3127241,00.html

JayR:
UN, Campaigners Highlight Grim Reality Of 'Happy Trafficking'
Lia was lured by a &quot;friend&quot; from her native Moldova with promises of a job and a better life. But once in Turkey, those hopes were quickly replaced with fears for her life after the acquaintance turned her over to sex traffickers.
She'd been &quot;betrayed&quot; and unwittingly sold into a nightmare existence.
&quot;I was humiliated, and I can't find the right words to describe the horrors I was going through,&quot; Lia told RFE/RL's Romania-Moldova Service after she'd managed to escape. &quot;I took a bath every time I came across some water, hoping the soap could wash away all the pain from my body. There was not a single day without sexual abuse and threats.&quot;
Reliable data are hard to find, but an estimated 2.5 million people are victims of forced labor at any given moment around the world, many for sexual exploitation. Victims are trafficked across borders, regions, and continents as part of a trade that reaps some $32 billion a year -- half of it from transactions in the industrialized world.
The antitrafficking community -- allying government officials, multinational organizations, and civil-society activists -- fears that the prevalence of a tactic known as &quot;happy trafficking&quot; could extend the reach of traffickers and exacerbate the problem.
The method minimizes risks to organizers and maximizes profits in a sort of human pyramid scheme. It combines physical and psychological pressure with financial and other incentives to turn victims into proxy recruiters and, eventually, traffickers.
In part to avoid detection by authorities, traffickers pledge to release some victims -- and even reward them financially -- on condition that they return to their home countries and recruit one or more women to replace them. &quot;Happy&quot; refers to recruiters' practice of pretending to have had an ideal experience in legitimate jobs in the West or elsewhere, hiding the fact that they'd been forced into prostitution themselves.
International media first signaled the emergence of &quot;happy trafficking&quot; in the Balkans and Italy, but campaigners warn that it has become common practice in many parts of the world.
Post-Soviet Vulnerability
In Europe, the converted recruiters are frequently former sex workers from Russia, Ukraine, Moldova, or Balkan and Southeastern European states like Bulgaria and Romania.
Central Asia is also emerging as one of the hotspots where &quot;happy traffickers&quot; are active.
One activist who works with trafficked women in Thailand told RFE/RL that large numbers of Central Asian women have been turned into sex workers in Bangkok. The activist, who asked not to be identified for fear of reprisals, singled out young Uzbek women as especially prevalent, perhaps due to broad unhappiness over poverty and dire social conditions at home.
&quot;I meet literally hundreds of women from Central Asia -- particularly from Uzbekistan -- on any night of the week,&quot; the activist said. &quot;I haven't got any statistics, but I would probably estimate that at least a couple of thousand Uzbek women, if not more, are in Thailand as sex workers.&quot;
She said thousands of women from Uzbekistan are lured to Thailand by Uzbek recruiters known as &quot;Mama-sans&quot; -- former sex workers who have themselves become madams under the supervision of traffickers.
Reprisals are harsh against those who try to escape, so the prospect of release in exchange for recruiting new victims can be difficult to resist.
Traffickers are keen to use the former sex workers as go-betweens because they are familiar with the business and, at the same time, provide criminal organizers a way to remain invisible to authorities.
Kristiina Kangaspunta, the head of the UN Office on Drugs and Crime's (UNODC) antitrafficking unit, says &quot;happy trafficking&quot; reinforces the perception of traffickers exercising total power over their victims. Women who accept roles as facilitators or madams are being given a poisoned chalice by traffickers, Kangaspunta says, becoming traffickers themselves.
&quot;They are not given all kinds of jobs -- very often they are not at the top of the organization,&quot; Kangaspunta says. &quot;They are also given jobs which are the most visible [to] the authorities, so they are also the most risky. So traffickers can protect themselves and use victims as traffickers...and the authorities might think that they are also victims, so that it's not so visibly evident that they are also traffickers. So, in a way, they are once again abused by traffickers, but [in order to control] the others.&quot;
Psychological Torment
Antitrafficking activists note that &quot;happy trafficking&quot; is simply refined psychological coercion that says: Comply, and you'll be rewarded; cross us, and unspeakable things can happen to you and your family.
Some women who manage to escape sex traffickers provide testify to the terror to which they are subjected. Irina, a 16-year-old Moldovan girl, was lured to Russia by a neighbor who promised her a job as a seamstress. Once she left her home, Irina was sold to sex traffickers for $200.
&quot;If we didn't want [to do as we were told], they beat us,&quot; Irina says. &quot;They told us that they would push us out the window, that they would kill us. They told us that they bought us -- they paid good money for us -- and they can do what they want with us.&quot;
Steve Chalke, who heads Stop The Traffik, a global coalition of more than 700 charities in 60 countries that is working to stop the buying and selling of people, tells RFE/RL that the psychological barrier is even more effective than physical coercion. But he suggests that it does not represent any fundamentally new challenge.
&quot;'Happy trafficking' is just the latest term for what's actually been happening for a long while,&quot; Chalke says. &quot;All trafficking relies on manipulation. 'When a girl is trafficked to the city and used as a prostitute, why doesn't she just leave the brothel? Why doesn’t she just run on the street and throw herself at a passing policeman, or run away as fast as she can?' The actual fact is that she could do that, but the only thing that stops her from doing that is the mental barrier.&quot;
He and other experts lay some of the blame on societies from which the trafficked women hail -- where from an early age girls are encouraged to accept male dominance and a woman's role as a sex object.
UN Deputy Secretary-General and UNODC Executive Director Antonio Maria Costa told RFE/RL on the sidelines of the UN-organized Vienna Forum to Fight Human Trafficking in mid-February that trafficking victims remain &quot;mental slaves even after their body is free to move and has been rescued physically.&quot;
At the same conference, Kangaspunta highlighted the pernicious threat posed by &quot;happy trafficking.&quot;
&quot;Probably the most vulnerable group to be victimized through human trafficking are those sex workers who are already working in the business,&quot; Kangaspunta told RFE/RL. &quot;They are very vulnerable, nobody is protecting them, their value already in the society is quite low. So in that sense, they are very vulnerable for being recruited for human trafficking -- because actually nobody cares.&quot;
(RFE/RL's Romania-Moldova Service contributed to this report.)

Radio Free Europe / Radio Liberty 
http://www.rferl.org/featuresarticl....12-9F1E-15B9AEA81347.html

Marc of Frankfurt:
Dieser Radiosender ist ein Relikt aus dem kalten Krieg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Free_Europe
Inwieweit deren Informationspropaganda nicht ähnlichem Reglement unterliegt, wie die 15 Mrd $ US-PEPFAR-Gelder (US President's Emergency Plan for AIDS Relief), nämlich keinstenfalls Prostitution zu tolerieren oder sich darum sorgende Organisationen zu fördern (Anti-Prostitutions-Bürgschaft), entzieht sich meiner genauen Kenntnis.
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=12925#12925
Gut ist wenn solche Propaganda bei jungen, armen, mobilen Frauen Problembewustsein weckt, obwohl es Studien gibt die zeigen, daß es längst vorhanden ist:
IOM hat folgendes geschrieben:0,2 bis 0,7 % der Befragten gaben an in ihrer Familie betroffen zu sein von einem Fall des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung [Seiten 6, 50]. Demgegenüber war das Gefährdungsbewußtsein extrem hoch bei über 95 % [S. 43].
Der Bericht | www.iom.int | www.gfk.com
[1. Posting im Thema]
Mit dem neu eingeführten Konzept &quot;happy trafficking&quot; werden abermals Entscheidungskompetenzen und Urteilsfähigkeit handelnden Frauen abgespochen. Mir drängt sich der Verdacht auf, es werde versucht, die Stimme von selbstentschiedenen Sexworkern und Ex-Sexworkern -hier als &quot;happy trafficker&quot; bezeichnet- erneut zu diskreditieren, um eine über 100 Jahre bewährte Opfer-Ideologie und Menschenhandelsmystik (white slavery) aufrechterhalten zu können um entsprechende Einrichtungen zu finanzieren.
Selbstverständlich gilt es nach wie vor Korruption, mafiöse Strukturen und Ausbeutung zu bekämpfen. Jeder geschehene Mißbrauch ist ein verabscheuungswürdige Tat zuviel. Gebt den Menschen Rechte. Rechte auf Bildung, Arbeit, Arbeit im Ausland und auf Sexarbeit.
Es klingt sehr nach Doppelmoral a la Schwarzer ganze Gruppen von ausländischen Frauen und (Ex-)SexarbeiterInnen als psychisch manipuliert darzustellen und einen scheinheiligen Gegensatz aufzubauen zu allen in unserer einheimischen freiheitlichen Arbeitswelt täglich ordnungs- und umsatzgemäß &quot;funktionierenden Arbeitnehmern und Konsumenten&quot;.


.

Marc of Frankfurt:
Aktuelles Beispiel, wie sich die Weltwahrnehmung von Traumatisierten verschieben kann
und wie daraus seinerseits Falschdarstellungen resultieren:
Spiegel: GEFÄLSCHTE HOLOCAUST-MEMOIREN
Erfolgsautorin gesteht Betrug
Die Autorin Misha Defonseca hatte behauptet, beschützt von einem Wolfsrudel den Holocaust überlebt zu haben. Nun gab sie zu, ihre Autobiografie sei eine Fälschung. Ihr Buch wurde gerade verfilmt.
...
In ihrer Stellungnahme räumte Defonseca ebenfalls ein, sie heiße in Wahrheit Monique De Wael. Ihre Eltern seien tatsächlich von der Gestapo verhaftet worden, sie seien allerdings keine Juden gewesen, sondern seien beim belgischen Widerstand gewesen. Sie selbst sei als Vierjährige zu Verwandten gebracht worden. &quot;Ich fühlte mich anders. Seither fühlte ich mich als Jüdin, und später bin ich mit mir selber ins Reine gekommen, weil mich die jüdische Gemeinschaft akzeptierte&quot;, sagte sie.
Als verwaistes Kind habe sie sich ein Leben fern von den Menschen gewünscht, erklärte die Schriftstellerin weiter. &quot;Deshalb habe ich mich für Wölfe begeistert. (...) und ich habe alles miteinander vermischt. Es gibt Augenblicke, in denen es mir schwerfällt zu unterscheiden, was tatsächlich geschehen ist und was sich nur in meinem inneren Universum ereignet hat&quot;, erklärte Defonseca ihre gefälschte Biografie. Die Geschichte in ihrem Buch sei &quot;nicht die wirkliche Realität, aber das war meine Realität, meine Methode zu überleben.&quot;
Die in Frankreich, Belgien und Deutschland gedrehte Lebensverfilmung läuft derzeit in den belgischen Kinos.
cc/ AP 
Original vollständig:
spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,538651,00.html


Misha Defonseca: &quot;A Memoir of the Holocaust Years&quot; 1997 Mt. Ivy Press.

Das Buch: Surviving with Wolves
Älteres Gerichtsurteil:
Schadensersatzzahlung an Misha Defonseca verdreifacht - Holocaust-Überlebende erhält insgesamt 22,5 Millionen USD
http://www.prnewswire.co.uk/cgi/news/release?id=84483


.

Marc of Frankfurt:
Musterbrief an Abgeordnete
gegen eine verschärfte -weil zugleich vereinfachte- Menschenhandels-Strafgesetzgebung
der Leitkulturnation U.S.A.
Model Letter - Protest against Federalizing, Expanding Prostitution Criminalization

Anlaß: Skandal um Eliot Spitzer und Escortgirl Kristen:
Der verheiratete US-Gouverneur hat als 'Minister Saubermann' die Prostitution per Menschenhandelsgesetzgebungsverschärfung bekämpft.
Jetzt hat er sein Escort-Girl Kristen (The Spitzer Girl) aus Washington DC über mehrere Bundesstaatengrenzen nach NYC ins Myflower-Hotel bestellt und hat sich damit selbst des Menschenhandels schuldig gemacht.
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=33665#33665
http://deepthroated.wordpress.com/2....icking-are-not-effective/

Please send to your Senator and distribute widely! The model letter is attached.Below is the cover letter :


Dear Sex Worker Supporters,
Sex Workers Outreach Project-Northern California and the US PROStitutes Collective have joined together to oppose changes in the William Wilberforce Trafficking Victims Protection Reauthorization Act of 2007 (TVPRA H.R.3877). On December 4, 2007 the Bill was passed in the United States House of Representatives with 405 ayes and 2 nays and it is now before the US Senate.
As you may know, concern about trafficking is being exploited to promote a moralistic and dangerous crusade against prostitution - a crusade we are determined to stop.

H.R. 3887 has two very problematic aspects: 
1) It would allow the Department of Justice to prosecute traffickers without having to prove &quot;fraud, force or coercion&quot;, or a victim's status as a minor.
2) It adds an amendment to the discredited 1910 Mann Act which prohibits interstate transportation of women for 'immoral purposes' so that if a person 'induces or entices' any individual to engage in prostitution or attempts to do so, they can be charged with the new offence of 'sex trafficking' and imprisoned for up to 10 years. 

We know from speaking to politicians who have been lobbied that the campaign for this legislation is a determined one which is having some success.It is being presented as a progressive change.Congresswoman Carolyn B. Maloney (D-Manhattan, Queens), co-chair of the Congressional Human Trafficking Caucus and co-author of H.R. 3887 said recently &quot;By eliminating the need to prove force, fraud, or coercion except to obtain enhanced penalties, prosecutors will have a more effective way to crack down on traffickers.&quot;Nothing could be further from the truth.Sex workers and our friends and family will be pursued as easy targets and criminalized under this law whilst the real traffickers will go free.
Please urgently send your own letter, or the enclosed form letter, to your Senator and encourage them to vote against H.R. 3887. If you don't know who your Senator is or how to contact them please click here and follow the directions:
http://www.visi.com/juan/congress/

More info:
http://www.bayswan.org/traffick/HR3887.html
http://multiracial.com/site/content/view/1582/49/
http://www.govtrack.us/congress/bil....h110-3887&amp;tab=summary
http://www.opencongress.org/bill/110-h3887/show
http://thomas.loc.gov/cgi-bin/query/D?c110:4:./temp/~c110rVUxT3::

Robyn Few, 
SWOP-USA
Rachel West, 
US Prostitutes Collective
Carol Leigh,
BAYSWAN


Beispiel-Brief
Model letter

The Honorable ____________
United States Senate
331 Hart Senate Office Building
Washington, DC 20510
 
Re: HR 3887 William Wilberforce Trafficking Victims Protection Reauthorization Act of 2007


Dear Senator _________________ ,
 
As you are aware, many people are justifiably concerned about people trafficked into sweat shops, farms, the sex industry and elsewhere.But proposed amendments to HR 3887, currently in the Senate, which reauthorizes the Trafficking Victims Protection Act (TVPA) by amending the Mann Act will make it more difficult to investigate and prosecute serious cases involving violence and coercion while providing no extra protection to victims.
 
These amendments to the Mann Act say that if someone 'induces or entices' any individual to engage in prostitution or attempts to do so, they can be charged with the new offence of 'sex trafficking' and imprisoned for up to 10 years.No proof of 'force, coercion and fraud' is needed to prosecute cases. This is so broad as to potentially criminalize anyone peripherally involved in helping someone practicing prostitution in another state.
This change is premised on the claim that all prostitution is coerced. Sex workers, like everyone, have always distinguished between the sex they consent to (for money or not) and rape.While many may prefer another job, they also point to the fact that sex work is often better paid than most of the low-waged jobs women do.
Fraud, coercion and deception are already part of the TVPA. Existing laws of abduction, kidnapping, false imprisonment, rape, grievous bodily harm and extortion can also be used. 
These changes will:
 
1)Create an impractically large class of people under the jurisdiction of federal sex trafficking/ prostitution law enforcement, even when theyconsensually exchange sexual services for money; 
2)Divert needed resources and attention away from very real cases of trafficking which involve coercion, force and violence.The millions of dollars designated for the TVPA to go after violent assailants of women and children will be instead used to go after sex workers;
3)Put more power to arrest and prosecute people in the hands of Federal agencies who are unaware of local issues rather than State authorities.

There is now considerable evidence to show that figures on the number of trafficking victims are inaccurate and inflated.This legislative change which makes no distinction between genuine victims and those working independently in the sex industry would artificially inflate the figures further.
We urge you to vote against these changes to H.R. 3887, which would dangerously undermine efforts to combat serious trafficking by conflating trafficking with prostitution. 
With warmest regards,
 
Me
1234 any avenue
Anytown, USA 12345


Mann Act gegen Jack Johnson:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=38558#38558


.

Marc of Frankfurt:
Korrupter Beamter der Einwanderungsbehörde verlangt Sex.
Erpresste undokumentierte Migrantin dokumentiert den Übergriff mit ihrem Handy-Recorder,
weil sie kein Vertrauen in die Polizeibehörden fand und ging an die Presse.

The New York Times: 
An Agent, a Green Card, and a Demand for Sex

March 21, 2008
NY Times 
By NINA BERNSTEIN
No problems so far, the immigration agent told the
American citizen and his 22-year-old Colombian wife at
her green card interview in December. After he stapled
one of their wedding photos to her application for
legal permanent residency, he had just one more
question: What was her cellphone number?
 
The calls from the agent started three days later. He
hinted, she said, at his power to derail her life and
deport her relatives, alluding to a brush she had with
the law before her marriage. He summoned her to a
private meeting. And at noon on Dec. 21, in a parked
car on Queens Boulevard, he named his price — not
realizing that she was recording everything on the
cellphone in her purse.
 
“I want sex,” he said on the recording. “One or two
times. That’s all. You get your green card. You won’t
have to see me anymore.”
 
She reluctantly agreed to a future meeting. But when
she tried to leave his car, he demanded oral sex
“now,” to “know that you’re serious.” And despite her
protests, she said, he got his way.
 
The 16-minute recording, which the woman first took to
The New York Times and then to the Queens district
attorney, suggests the vast power of low-level
immigration law enforcers, and a growing desperation
on the part of immigrants seeking legal status. The
aftermath, which included the arrest of an immigration
agent last week, underscores the difficulty and danger
of making a complaint, even in the rare case when
abuse of power may have been caught on tape.
 
No one knows how widespread sexual blackmail is, but
the case echoes other instances of sexual coercion
that have surfaced in recent years, including agents
criminally charged in Atlanta, Miami and Santa Ana,
Calif. And it raises broader questions about the
system’s vulnerability to corruption at a time when
millions of noncitizens live in a kind of legal
no-man’s land, increasingly fearful of seeking the
law’s protection.
 
The agent arrested last week, Isaac R. Baichu, 46,
himself an immigrant from Guyana, handled some 8,000
green card applications during his three years as an
adjudicator in the Garden City, N.Y., office of United
States Citizenship and Immigration Services, part of
the federal Department of Homeland Security. He
pleaded not guilty to felony and misdemeanor charges
of coercing the young woman to perform oral sex, and
of promising to help her secure immigration papers in
exchange for further sexual favors. If convicted, he
will face up to seven years in prison.
 
His agency has suspended him with pay, and the
inspector general of Homeland Security is reviewing
his other cases, a spokesman said Wednesday.
Prosecutors, who say they recorded a meeting between
Mr. Baichu and the woman on March 11 at which he made
similar demands for sex, urge any other victims to
come forward.
 
Money, not sex, is the more common currency of
corruption in immigration, but according to
Congressional testimony in 2006 by Michael Maxwell,
former director of the agency’s internal
investigations, more than 3,000 backlogged complaints
of employee misconduct had gone uninvestigated for
lack of staff, including 528 involving criminal
allegations.
 
The agency says it has tripled its investigative staff
since then, and counts only 165 serious complaints
pending. But it stopped posting an e-mail address and
phone number for such complaints last year, said Jan
Lane, chief of security and integrity, because it
lacks the staff to cull the thousands of mostly
irrelevant messages that resulted. Immigrants, she
advised, should report wrongdoing to any law
enforcement agency they trust.
 
The young woman in Queens, whose name is being
withheld because the authorities consider her the
victim of a sex crime, did not even tell her husband
what had happened. Two weeks after the meeting in the
car, finding no way to make a confidential complaint
to the immigration agency and afraid to go to the
police, she and two older female relatives took the
recording to The Times.
 

Reasons to Worry
 
A slim, shy woman who looks like a teenager, she said
she had spent recent months baby-sitting for relatives
in Queens, crying over the deaths of her two brothers
back in Cali, Colombia, and longing for the right
stamp in her passport — one that would let her return
to the United States if she visited her family.
 
She came to the United States on a tourist visa in
2004 and overstayed. When she married an American
citizen a year ago, the law allowed her to apply to
“adjust” her illegal status. But unless her green card
application was approved, she could not visit her
parents or her brothers’ graves and then legally
re-enter the United States. And if her application was
denied, she would face deportation.
 
She had another reason to be fearful, and not only for
herself. About 15 months ago, she said, an
acquaintance hired her and two female relatives in New
York to carry $12,000 in cash to the bank. The three
women, all living in the country illegally, were
arrested on the street by customs officers apparently
acting on a tip in a money-laundering investigation.
After determining that the women had no useful
information, the officers released them.
 
But the closed investigation file had showed up in the
computer when she applied for a green card, Mr. Baichu
told her in December; until he obtained the file and
dealt with it, her application would not be approved.
If she defied him, she feared, he could summon
immigration enforcement agents to take her relatives
to detention.
 
So instead of calling the police, she turned on the
video recorder in her cellphone, put the phone in her
purse and walked to meet the agent. Two family members
said they watched anxiously from their parked car as
she disappeared behind the tinted windows of his red
Lexus.
 
“We were worried that the guy would take off, take her
away and do something to her,” the woman’s widowed
sister-in-law said in Spanish.
 
As the recorder captured the agent’s words and a
lilting Guyanese accent, he laid out his terms in an
easy, almost paternal style. He would not ask too
much, he said: sex “once or twice,” visits to his home
in the Bronx, perhaps a link to other Colombians who
needed his help with their immigration problems.
 
In shaky English, the woman expressed reluctance, and
questioned how she could be sure he would keep his
word.
 
“If I do it, it’s like very hard for me, because I
have my husband, and I really fall in love with him,”
she said.
 
The agent insisted that she had to trust him. “I
wouldn’t ask you to do something for me if I can’t do
something for you, right?” he said, and reasoned,
“Nobody going to help you for nothing,” noting that
she had no money.
 
He described himself as the single father of a
10-year-old daughter, telling her, “I need love, too,”
and predicting, “You will get to like me because I’m a
nice guy.”
 
Repeatedly, she responded “O.K.,” without conviction.
At one point he thanked her for showing up, saying, “I
know you feel very scared.”
 
Finally, she tried to leave. “Let me go because I tell
my husband I come home,” she said.
 
His reply, the recording shows, was a blunt demand for
oral sex.
 
“Right now? No!” she protested. “No, no, right now I
can’t.”
 
He insisted, cajoled, even empathized. “I came from a
different country, too,” he said. “I got my green card
just like you.”
 
Then, she said, he grabbed her. During the speechless
minute that follows on the recording, she said she
yielded to his demand out of fear that he would use
his authority against her.
 

How Much Corruption?
 
The charges against Mr. Baichu, who became a United
States citizen in 1991 and earns roughly $50,000 a
year, appear to be part of a larger pattern, according
to government records and interviews.
 
Mr. Maxwell, the immigration agency’s former chief
investigator, told Congress in 2006 that internal
corruption was “rampant,” and that employees faced
constant temptations to commit crime.
 
“It is only a small step from granting a discretionary
waiver of an eligibility rule to asking for a favor or
taking a bribe in exchange for granting that waiver,”
he contended. “Once an employee learns he can get away
with low-level corruption and still advance up the
ranks, he or she becomes more brazen.”
 
Mr. Maxwell’s own deputy, Lloyd W. Miner, 49, of
Hyattsville, Md., turned out to be an example. He was
sentenced March 7 to a year in prison for inducing a
21-year-old Mongolian woman to stay in the country
illegally, and harboring her in his house.
 
Other cases include that of a 60-year-old immigration
adjudicator in Santa Ana, Calif., who was charged with
demanding sexual favors from a 29-year-old Vietnamese
woman in exchange for approving her citizenship
application. The agent, Eddie Romualdo Miranda, was
acquitted of a felony sexual battery charge last
August, but pleaded guilty to misdemeanor battery and
was sentenced to probation.
 
In Atlanta, another adjudicator, Kelvin R. Owens, was
convicted in 2005 of sexually assaulting a 45-year-old
woman during her citizenship interview in the federal
building, and sentenced to weekends in jail for six
months. And a Miami agent of Immigration and Customs
Enforcement responsible for transporting a Haitian
woman to detention is awaiting trial on charges that
he took her to his home and raped her.
 
“Despite our best efforts there are always people
ready to use their position for personal gain or
personal pleasure,” said Chris Bentley, a spokesman
for Citizenship and Immigration Services. “Our
responsibility is to ferret them out.”
 
When the Queens woman came to The Times with her
recording on Jan. 3, she was afraid of retaliation
from the agent, and uncertain about making a criminal
complaint, though she had an appointment the next day
at the Queens district attorney’s office.
 
She followed through, however, and Carmencita
Gutierrez, an assistant district attorney, began
monitoring phone calls between the agent and the young
woman, a spokesman said. When Mr. Baichu arranged to
meet the woman on March 11 at the Flagship Restaurant
on Queens Boulevard, investigators were ready.
 
In the conversation recorded there, according to the
criminal complaint, Mr. Baichu told her he expected
her to do “just like the last time,” and offered to
take her to a garage or the bathroom of a friend’s
real estate business so she would be “more comfortable
doing it” there.
 
Mr. Baichu was arrested as he emerged from the diner
and headed to his car, wearing much gold and diamond
jewelry, prosecutors said. Later released on $15,000
bail, Mr. Baichu referred calls for comment to his
lawyer, Sally Attia, who said he did not have
authority to grant or deny green card petitions
without his supervisor’s approval.
 
The young woman’s ordeal is not over. Her husband
overheard her speaking about it to a cousin about a
month ago, and she had to tell him the whole story,
she said.
 
“He was so mad at me, he left my house,” she said,
near tears. “I don’t know if he’s going to come back.”
 
The green card has not come through. “I’m still
hoping,” she said.
 
Angelica Medaglia contributed reporting.
Original mit Bildern und 
O-Ton der Handyaufnahme::018
http://www.nytimes.com/2008/03/21/nyregion/21immigrant.html


Thema Behördenübergriffe:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=9073#9073


.

Marc of Frankfurt:
Möglichkeiten die das Ausländerrecht geschaffen hat:

Express: Bonn- Fieser Racheakt
Ex-Freund schwärzte Studentin als Hure an
Von DIETMAR BICKMANN
Dumm gelaufen: Ein 44-Jähriger muss wegen falscher Verdächtigung in den Knast, weil er seine Ex-Freundin aus Rache beim Ausländeramt als Prostituierte angeschwärzt hatte.
Der 27-jährigen angehenden Ärztin drohte damit die Abschiebung nach Usbekistan.
Es war ein fieser Racheakt, der für ihn um ein Haar zum Erfolg geführt hätte. Der 44-Jährige wollte sich nicht damit abfinden, dass die hübsche Medizinstudentin Tatjana mit ihm Schluss gemacht hatte.
Mit allen Mitteln wollte er die Frau zurückgewinnen. Er schrieb ihr Zettelchen, plakatierte ihren Weg zur Uni mit Liebesbriefen. Doch anstatt dem Ex-Freund wieder in die Arme zu fallen, kam Tatjana mit einer Rechnung: Der 44-jährige Stalker hatte auf ihrem Handy für 1000 Euro ins Ausland telefoniert.
Sie forderte das Geld zurück. Da rastete der Mann aus: Er würgte die Studentin, bedrohte sie mit dem Tod. Tage später saß der Gewalttäter bei der Polizei: Tatjana hatte ihn angezeigt.
Der Bonner sann auf Rache – mit einem tiefen Griff in die Trickkiste. Er lud ein eindeutiges Foto der Prostituierten „Leyla“ aus dem Internet – die Hure arbeitet in einem Beueler Bordell. Das Bild schickte er an die Bonner Polizei, das Ausländeramt und die Gastfamilie seiner Ex. Mit dem Hinweis, dass es sich bei „Leyla“ um die brave Medizinstudentin aus Usbekistan handele.
Die Behörden reagierten prompt. Sollte Tatjana als Hure arbeiten, würde sie schnell in ihre Heimat abgeschoben. Die Polizei besuchte Tatjana zu Hause, fragte im Bordell auf der schäl Sick nach. Doch „Leyla“ war nicht Tatjana, sondern eine Prostituierte aus Ungarn. Eine usbekische Medizinstudentin kannte man in diesem Haus nicht.
Das Gericht schickte den 44-Jährigen wegen Körperverletzung, falscher Verdächtigung und übler Nachrede acht Monate in den Knast.
Eine 18-monatige Bewährungstrafe wird voraussichtlich auch noch widerrufen werden. Diese Strafe hatte der Angeklagte 2005 kassiert, weil er eine Frau vermöbelt hat – Tatjanas Vorgängerin. 
http://www.express.de/servlet/Satel....p;articleid=1205772572299


.

Mandy:
Menschenhandel
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 
Unter dem Begriff Menschenhandel (in Österreich Grenzüberschreitender Prostitutionshandel) wurde ursprünglich der Handel mit Frauen (männliche Opfer sind zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung extrem selten), die der Prostitution zugeführt wurden, verstanden. In den letzten Jahren wurde der Begriff mehr und mehr ausgeweitet und umfasst heute alle Handlungen, durch die Menschen jeglichen Geschlechts oder Alters in ein Ausbeutungsverhältnis gezwungen werden, wobei ihr Selbstbestimmungsrecht verletzt wird. Darunter fallen alle Formen der sexuellen Ausbeutung (z.B. Zwangsprostitution), aber auch die Ausbeutung der Arbeitskraft. Insbesondere der Menschenhandel mit dem Ziel der Prostitution wird häufig auch Frauenhandel genannt.
Diese Ausbeutung erfolgt meist unter massiver Gewaltanwendung und ist für die Opfer extrem belastend. Viele sind ihr Leben lang von den Erlebnissen traumatisiert oder gleiten in die Drogensucht ab.
Gegen die Opfer werden in diesem Kontext schwerste Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen die persönliche Freiheit und gegen die körperliche Unversehrtheit begangen. Als Nebenstraftaten sind meist Steuerhinterziehungen und Verstöße gegen das Arbeits-, Ausländer-, und Sozialversicherungsrecht vorhanden.
Formen von Menschenhandel
Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung
Darunter fallen neben der Zwangsprostitution auch der Handel mit Menschen zur Herstellung pornographischen Materials. Opfer sind hauptsächlich Frauen und Kinder. Siehe dazu auch Frauenhandel und Kinderhandel.
Die Straftatbestände, Täter- und Opferstruktur in diesem Kontext sind im Artikel Zwangsprostitution näher aufgeschlüsselt.
Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft
Darf nicht verwechselt werden mit normaler Arbeitsmigration (auch illegaler Schwarzarbeit). Menschenhandel trifft insbesondere dann zu, wenn der ausländische Arbeitnehmer unter Umgehung der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen gezielt ausgebeutet wird. Hierzu zählen zum Beispiel die Vermittlung von Hausangestellten an Privathaushalte, die nicht arbeitsrechtlich kontrolliert werden und wo teilweise an Sklaverei grenzende Arbeitsbedingungen herrschen. Hierbei werden gerade weiblich Angestellte auch häufig sexuell ausgebeutet.
In diesem Bereich bekannt gewordene Fälle sprechen von keiner Bezahlung, Essensentzug zur Bestrafung, psychischer Misshandlung, fehlende Freizeit, Isolation, Körperverletzung, sexueller Gewalt, Freiheitsentzug.
Ursachen
Bei den Ursachen des kriminellen Menschenhandels wird zwischen Pull- und Push-Faktoren unterschieden. Zu den Push-Faktoren werden insbesondere Armut, Arbeitslosigkeit, schlechte oder nicht vorhandene Schulbildung und geschlechtsspezifische Diskriminierung der Opfer in den Herkunftsländern gezählt. Als Pull-Faktoren in den Zielländern gelten eine hohe Nachfrage nach billigen „Sexarbeiterinnen“ und „exotischen“ Frauen sowie nach ungelernten Arbeitskräften.
Ausmaß und Entwicklung
Krimineller Menschenhandel wird weltweit betrieben. Die „Beschaffungsmärkte“ liegen in der dritten Welt, in Entwicklungsländern und seit dem Fall der Mauer im ehemaligen Ostblock. Zielländer sind alle Länder der so genannten Ersten Welt. Mit der zunehmenden Globalisierung steigt auch das Geschäft mit Menschen.
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt, dass jährlich gegen 500.000 Frauen und Kinder aus Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa gehandelt werden. Andere Schätzungen sprechen von 120.000 bis 200.000.
Polizeilich registrierte Zahlen in Deutschland
Über das in Deutschland von der Polizei registrierte Ausmaß des Menschenhandels geben sowohl die Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) des Bundeskriminalamtes (BKA) sowie die Lagebilder Menschenhandel des BKA Auskunft.
In Deutschland wurden bis 1992 um die 200 Menschenhandels-Fälle pro Jahr in der PKS registriert. Danach stiegen die Zahlen stark an: Von 171 Fällen (1992) über 517 (1993), 767 (1994), 919 (1995) auf den Höchststand von 1094 Fällen im Jahr 1996. Seit 1994 erfasst die Polizei jährlich zwischen 678 (1999) und 1094 Fälle (1996).
Für den starken Anstieg der Zahlen nach 1992 kommen verschiedene Gründe in Betracht. Zum einen wurde der Straftatbestand Menschenhandel 1992 durch das 26. Strafrechtsänderungsgesetz erweitert, zum anderen könnte aber auch das Ausmaß der Taten durch die Öffnung der Grenzen zwischen West- und Osteuropa gestiegen und in der Folge die polizeiliche Ermittlungstätigkeit auf diesem Gebiet intensiviert worden sein. Einen wenn auch geringen Einfluss dürfte zudem die Tatsache gehabt haben, dass ab 1993 erstmals auch Straftaten aus Ostdeutschland registriert wurden. Die dortigen Fallzahlen fallen allerdings bis heute gering aus.
Seit 1997 sinkt die Anzahl der Menschenhandelsfälle in der Bundesrepublik leicht. Während 1996, 1997, 1998 und 2000 dennoch jeweils über 1000 Menschenhandels-Fälle gezählt wurden, waren es sowohl 1994 als auch 1999, 2001, 2002, 2003 und 2004 „nur“ rund 800. 2005 sank die Zahl der in der PKS registrierten Straftaten (Fälle) im Zusammenhang mit dem Delikt Menschenhandel nochmals leicht ab, auf 700 Fälle. Zu starken Rückgängen der Fallzahlen kam es bundesweit in den Jahren 1999, 2001 und 2005.
Die Zahl der im Lagebild Menschenhandel des BKA registrierten Opfer war zwischen 1995 (1521) und 1999 (801) rückläufig, stieg in den Jahren 2001 (1000) und 2003 auf bis zu 1200 Opfer an und geht seitdem stark zurück (2005: 642). Der Anstieg 2003 dürfte u.a. darauf zurückgehen, dass ab diesem Jahr auch Verfahren zum Nachteil deutscher Opfer erfasst wurden.
Die Zahl der registrierten Menschenhandelsfälle und -opfer wie auch der durchgeführten Verfahren der Polizei in den einzelnen Bundesländern fällt sehr unterschiedlich aus. Auch innerhalb eines Bundeslandes schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr. Als Grund hierfür nennt eine Studie des BKA (BKA (Hrsg.) (2006, Straftatbestand Menschenhandel, München) die wechselnde Kontroll- und Ermittlungsintensität der Polizei, die von den vorhandenen Ressourcen und der kriminalpolitischen Schwerpunktsetzung abhänge.
Täter
Menschenhändler oder Schlepper sind Personen, die dem organisierten Menschenhandel nachgehen und – oft in Schlepperbanden vereinigt – Menschen aus Osteuropa oder den Entwicklungsländern illegal in westliche Länder schleusen. Je restriktiver die Einreisebestimmungen in den westlichen Ländern sind, umso leichter fällt es den Schleppern, Ausreisewillige mit den vermeintlich „paradiesischen“ Zuständen in den Industrienationen zu ködern. Meist zu mehreren eingesperrt in Lkw oder Kühlwagen werden die Migranten, oft unter Lebensgefahr, von den Schleppern in den Westen verfrachtet, nachdem man ihnen alles abgenommen hat. Das Schleppen von Menschen (im internationalen Jargon auch Trafficking genannt) erfordert ein weitreichendes, komplexes Netzwerk, angefangen von der Fälschung von Dokumenten und dem Verkauf gefälschter Papiere über die Organisation des Transports bis hin zum Abarbeiten des Schlepperlohnes im Zielland.
Bestimmte Händlerringe haben sich darauf spezialisiert, junge Frauen in den Westen zu schleusen, um diese dann, nachdem man ihnen die Pässe abgenommen hat, unter unwürdigen Bedingungen in Bordellen arbeiten zu lassen. Oft bieten die Schlepper, als seriös erscheinende Arbeitsvermittler getarnt, den Frauen an, Einreise, Arbeit und Wohnung für sie zu organisieren.
Rechtliche Grundlagen auf internationaler Ebene
Menschenhandel ist eine Menschenrechtsverletzung ersten Grades. Neben Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN (Sklavereiartikel - Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.) werden dabei viele weitere Grundrechte der Opfer verletzt.
UNO: Zusatzprotokoll Menschenhandel
Im Zusatzprotokoll zur UNO-Konvention gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität (&quot;ZP Menschenhandel&quot;) wird die Vorbeugung, Unterdrückung und Bestrafung des Handels mit Menschen behandelt. Als krimineller Menschenhandel werden der Handel mit Menschen zum Zweck der Prostitution sowie andere Formen sexueller Ausbeutung wie Herstellung pornographischen Materials genannt. Dazu kommen die Ausbeutung der Arbeitskraft (definiert als: Verletzung arbeitsrechtlicher Normen betreffend die Arbeitsbedingungen, die Entlöhung und die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz) und die Entnahme menschlicher Organe. Bedingung, damit krimineller Menschenhandel vorliegt, ist eine repetitive und kontinuierliche Verletzung der Grundrechte der betroffenen Person(en). Aus diesem Grund fallen die internationale Heiratsvermittlung und die Adoptionsvermittlung nicht unter diese Gesetzgebung.
Das ZP Menschenhandel umfasst den Menschen als Ware und umfasst insbesondere die Tätigkeit als Vermittler (Handel). Die illegale Migration hingegen wird unter Menschenschmuggel geahndet und stellt in diesem Sinne keinen Menschenhandel dar. Die vom ZP Menschenhandel explizit genannten Tathandlungen sind die Anwerbung, Beförderung, Beherbegung und Empfang von Personen. Tatmittel sind Androhung oder Anwendung von Gewalt, diverse Formen der Nötigung (z. B. Entführung), arglistige Täuschung, Betrug, Missbrauch von Macht, Einfluss oder Druckmitteln, Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses und/oder Bestechung des Gewaltinhabers.

Marc of Frankfurt:
Große Medienkampagne und 
neues Buch aus Wien:
Business mit der &quot;Ware Frau&quot;
Sklaverei ist kein Phänomen der Vergangenheit. Betroffen sind zehntausende afrikanische Frauen, die nach Europa in die Zwangsprostitution verschleppt werden
Joy sitzt auf einem Stuhl, der Kopf mit den langen Plastiklocken hängt nach unten und streift den Boden, sie umarmt ihre Unterschenkel und wippt vor und zurück. Hinter ihr läuft stumm ein Fernseher, Autorennen. Die Minuten ziehen unendlich langsam vorbei in dieser Mischung aus Stundenhotel und Bordell gegenüber dem Prater in Wien, einem der Zentren des Straßenstrichs der Stadt. Nebenan zieren verstaubte Spitzenvorhänge und Topfblumen die billigen Parterrewohnungen, nur in diesen drei Fenstern brennt rotes Licht. „Kleinhandel mit Getränken und Privatzimmervermittlung&quot; steht auf dem Schild neben der Tür, gemalt mit ungelenken Buchstaben auf weißem Karton. Auf den alten Ledersofas sitzt ein halbes Dutzend junger Mädchen, alle aus Nigeria. Dazwischen thront eine Madame: Eine missmutige ältere Afrikanerin im Trainingsanzug mit einem Tuch um den Kopf, die scharfe Kommandos zischt. Joy hebt den Kopf, seufzt laut und zieht die Jeans hoch. Sie setzt sich neben einen Gast, legt die Hand auf sein Knie und fragt mit bemerkenswerter Abscheu in der Stimme: „Fuck?&quot; Doch der Gast wartet auf ein anderes Mädchen. Als er aufsteht, setzt sich Joy wieder auf ihren Stuhl und umarmt ihre Knie, den Kopf nach unten.

Joy ist eine von zehntausenden jungen Nigerianerinnen, die nach Europa verkauft wurden, um in der Prostitution ausgebeutet zu werden. Draußen, vor dem Bordell, liegt das Wiener Messegelände, an dem lange Reihen von Mädchen und Frauen stehen, die meisten aus Nigeria, die meisten blutjung: Man nimmt ihnen kaum ab, dass sie über 18 sein sollen. Sie stehen mit Miniröcken in der beißenden Kälte, oder sie tragen einfach Jeans und Turnschuhe. Wenn eine Glück hat, dann zahlt der Freier ein Zimmer im Stundenhotel. Sonst ist der Arbeitsplatz ein Baum, an den gelehnt, das Geschäft abgewickelt wird, oder der Beifahrersitz eines Autos. Wiese und Gehsteig sind übersät mit gebrauchten Kondomen und Taschentüchern. 30 Euro für &quot;Blasen und Verkehr&quot; ist hier der Standard-Tarif, an schlechten Tagen werden die Preise halbiert. Damit müssen die Mädchen und Frauen die Menschenhändler abzahlen: Sie werden meist unter falschen Versprechungen angeworben - ein Job, ein Studium. Mit gefälschten Papieren werden sie nach Europa gebracht und in die Prostitution gezwungen. Bis sie ihre „Schulden&quot; abgezahlt haben, sind sie praktisch versklavt. 45.000 bis 60.000 Euro ist der Tarif derzeit, das sind beim Prater in Wien 2000 Kunden. Dazu kommen exorbitante Kosten für Miete und Kleidung von bis zu 3500 Euro pro Monat.

Blessing hat das Martyrium hinter sich, aber sie zittert noch, wenn sie davon erzählt. Sie wurde nach Europa verkauft und nach acht Monaten als Zwangsprostituierte nach Nigeria zurückgeschoben. Wir treffen sie in Benin-Stadt, einer Stadt im Süden Nigerias mit Straßen aus rotem Staub und niedrigen Häusern. Die meisten der Opfer von Frauenhandel aus Nigeria kommen aus dieser Stadt oder der Umgebung. Sie ist sehr schmal und freut sich so sehr über die mitgebrachten Kleider, dass sie uns mehrmals um den Hals fällt. „Ein Freund der Familie hat meine Eltern angesprochen, ob ich nach Europa will&quot;, erzählt sie. „Er hat ein Studium in Italien versprochen.&quot;

&quot;Als wären wir Tiere&quot;

Dass die Reise nicht auf legalem Weg ablaufen würde, war klar [Das mit der Sexarbeit nicht?]. Es gibt keine Visa für Frauen aus Nigeria, die in Europa studieren oder arbeiten wollen. Blessing musste bei einem Voodoo-Priester schwören, dass sie jene, die sie nach Europa bringen, nie verraten würde. Dann begann eine Reise durch die Hölle: die Sahara. Seit die Einreise nach Europa mit dem Flugzeug wegen verschärfter Kontrollen schwierig geworden ist, kommen immer mehr Opfer von Menschenhandel über Land und Meer. Sie müssen sich ihre Reise auf dem Weg selbst verdienen, werden von einem Zwischenhändler zum nächsten verkauft. Viele brauchen dazu mehrere Monate. Blessing verbrachte fast zwei Jahre auf dem Weg durch die Wüste von Nigeria nach Marokko, immer auf der Flucht vor den Sicherheitskräften und vor Räubern, der Wüste ausgeliefert.
„Wir mussten ständig zu Fuß gehen. Einmal waren es zwei Wochen am Stück. Wir sind die ganze Nacht immer unterwegs gewesen. Wenn wir einen Araber sahen, dann bettelten wir ihn um Essen und Wasser an. „De l'eau, de l'eau&quot; - so sagen sie dort. Manche warfen uns Früchte zu, als wären wir Tiere. Viele starben in diesen Tagen. Man sieht nichts in der Wüste, bis zum Horizont nur Wüste. Man weiß nicht, wo man hergekommen ist, wohin man geht. Ich habe meinen Urin an einen Mann verkauft, weil es kein Wasser gab. Es gingen viele mit uns los, aber es schafften nicht alle bis ans Ziel. Viele weinten, weil die Schwachen zurückgelassen wurden. Wir wussten, sie würden sterben.&quot;

Blessing schafft es nach fast zwei Jahren Irrfahrt, mit einem Boot nach Spanien überzusetzen. Dort holt sie sofort ein Kontaktmann aus dem Rot-Kreuz-Lager ab: Die Ware Frau ist an ihrer Destination angekommen.
Menschenhandel ist laut UNO das am schnellsten wachsende Business der Welt, manche meinen, er hat Drogen- und Waffenhandel im Umfang bereits überholt. Vier Millionen Frauen und Mädchen werden weltweit jährlich zum Zweck der Heirat, Prostitution oder Sklaverei verkauft und gekauft. Einer der größten Handelsplätze des Geschäfts mit der Ware Frau ist Westeuropa, wohin laut Amnesty international jährlich 500.000 Frauen und Mädchen geliefert werden. Die größten Gewinne werden mit dem Handel in die Zwangsprostitution gemacht.

Händlerinnen aus Benin-Stadt

Frauenhandel aus Afrika nach Europa ist ein junges Phänomen: Er begann in den 1980er-Jahren im Gefolge der Wirtschaftskrise in Nigeria. Das Business liegt in der Hand von Frauen, genannt Madames - was gängige Schemata von Opfern und Tätern, bösen Männern und armen Frauen durchbricht. Es waren Händlerinnen aus Benin-Stadt in Nigeria, die zuvor in Italien Handtaschen und Gold gekauft hatten, die die Verdienstmöglichkeiten in der europäischen Sexindustrie als Erste bemerkten. Als die Wirtschaft in Nigeria zusammenbrach, begannen sie, nigerianische Mädchen nach Europa zu importieren. Bis heute sind die Menschenhändlerinnen Frauen. Die meisten davon waren selbst vorher Opfer: Nach dem Abzahlen der &quot;Schulden&quot; kontrollieren sie erst für eine andere Madame deren Mädchen, bis sie genug Geld haben, um selbst welche zu kaufen. In einer Art Bausparen für Menschenhändlerinnen, Osusu genannt, zahlen mehrere Madames regelmäßig in einen gemeinsamen Topf ein. Wenn 10.000 Euro zusammengekommen sind, kann sich eine ein neues Mädchen bestellen. „Jene, die selbst Opfer waren, sind noch bösartiger. Sie haben selbst keine Gnade erfahren, und sie kennen keine Gnade&quot;, sagt Schwester Eugenia Bonetti, die in Italien Betroffene betreut.

Die Männer arbeiten in der zweiten Reihe: als Rekrutierer, Dokumentenfälscher, Schlepper, Schläger. Die Mafia der Menschenhändlerinnen ist keine große, schlagkräftige Organisation. Es ist ein Cluster-Netzwerk, das sich immer weiter fortpflanzt - flexibel und wenig auffällig. „ Europa hat uns einen ganz klaren Platz zugewiesen: Ihr macht die Drecksarbeit auf der Straße, oder ihr geht wieder. Wir ergreifen diese eine Chance, die wir haben. Die Händler ebenso wie die Mädchen&quot;, erklärt uns defensiv ein Trolley - so heißen die Schlepper, die den Madames die Ware bringen. &quot;Es spricht doch für sich, dass Asylwerberinnen in Österreich praktisch nur in der Prostitution arbeiten können.&quot; ExpertInnen schätzen, dass heute bis zu 100.000 Nigerianerinnen in Europa als Zwangsprostituierte arbeiten. Sie suchen ein besseres Leben für sich und ihre Familie oder wurden einfach von ihren Angehörigen verkauft.

Die meisten wissen nicht, dass sie die Prostitution erwartet. Und jenen, die es wissen, wird erzählt, dass sie in wenigen Monaten die &quot;Schulden&quot; von mehreren 10.000 Euro abzahlen könnten. „Wenn die Mädchen ankommen und bemerken, dass sie an eine Madame verkauft wurden und ihr ausgeliefert sind, ist das ein sehr schwieriger Moment. Wenn ihnen dann klar wird, dass sie in kurzen Röcken halbnackt auf der Straße nachts stundenlang in der Kälte stehen müssen, dann verzweifeln sie. Alle erzählen mit Tränen in den Augen davon&quot;, erzählt Simona Meriano vom Beratungsverein Tampep, der Prostituierte in Turin betreut.

Vodoo-Zauber als Druckmittel

Blessing erzählt: &quot;Am ersten Abend ging ich auf die Straße, mit den Leggings und der Bluse, die sie mir gegeben hatte. Es kamen Autos auf mich zu, aber ich wusste nicht, was ich tun sollte. An diesem Tag hatte ich keine Kunden. Die Madame wurde böse und schrie. Es folgten Schläge. Ich fand keinen Ausweg, konnte keine klaren Gedanken fassen. &quot;Die anderen arbeiten und du nicht - was machst du die ganze Zeit?&quot;, schrie sie. &quot;Schläfst du auf der Straße? Wie willst du das Geld abzahlen?&quot; Ich sagte ihr, ich könne das nicht machen, niemand habe es mir gesagt, ich könne es einfach nicht! Aber ich musste.

Dann kamen die ersten Kunden. Ich war nicht mehr Blessing. Die, die ich einmal war, war tot. Weiße Männer schliefen mit mir, gaben mir Geld, und ich gab es ab. Manchmal kamen gar keine, manchmal fünf hintereinander. Wenn sie nicht zahlen wollten, dachte ich: „Gott, wie soll ich das überleben?&quot; Manchmal nahmen sie mich in einen Club mit, manchmal schliefen sie mit mir im Auto. Ich bin bei jedem Mal innerlich gestorben.&quot;

Die Mädchen und Frauen sind in einem dichten Netz an Zwängen gefangen, die eine Flucht fast unmöglich machen. Es ist nicht nur rohe körperliche Gewalt, die sie dazu zwingt weiterzuarbeiten. Die MenschenhändlerInnen behalten ihre Papiere ein, was den Gang zur Polizei unmöglich macht - dort würden sie, wenn sie die Täter nicht anzeigen, nicht als Opfer behandelt, sondern als illegale Einwanderinnen abgeschoben. Eine Anzeige wiederum ist riskant: Es gibt zwar Opferschutzprogramme, aber sie bieten nur befristeten Aufenthalt, keine Garantie auf Schutz, nicht einmal eine Arbeitserlaubnis. Vor allem aber können sie die Familien nicht schützen. Die Menschenhändlerinnen haben ein dichtes Netzwerk: Zahlt eine Betroffene nicht ab, gerät die Familie unter Druck - bis hin zum Mord. Das wirksamste Mittel, die Opfer zum Schweigen zu bringen, ist aber der Schwur, den alle Betroffenen vor ihrer Abreise aus Nigeria ablegen müssen: Ein Ritual vor einem Voodoo-Priester - oder Juju, wie die weitverbreitete Religion in Nigeria heißt.

Davon kann Joana Adesuwa Reiterer erzählen. Die junge Schauspielerin aus Benin-Stadt folgte vor fünf Jahren ihrem damaligen Mann nach Österreich, einem Nigerianer mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Er hatte ihr gesagt, dass er eine Restaurantkette in Österreich besitze. &quot;Aber nach und nach habe ich bemerkt, dass mein Exmann Menschenhändler war&quot;, erzählt Joana. &quot;Er brachte junge Nigerianerinnen mit gefälschten Papieren nach Europa und verkaufte sie in die Prostitution.&quot; Für Joana Reiterer war die Rolle der Zuhälterin vorgesehen, sie kennt das Business von innen. Joana konnte fliehen und kämpfte sich durch: Sie absolvierte mehrere Ausbildungen, heiratete und arbeitet heute in Wien erfolgreich als Schauspielerin. Vor allem gründete sie aber den Verein Exit, mit dem sie in Wien die Opfer von Frauenhandel aus Nigeria betreut und wertvolle Aufklärungsarbeit leistet. Sie erzählt, wie ihr Mann ihr die Zwangsmaßnahmen für die Prostituierten erklärte: &quot;Mein Exmann versprach die Telefonnummer eines Mannes, der die Mädchen körperlich bedrohen würde, wenn sie nicht zahlen und nicht gehorchen. Man könne ihnen auch sagen, dass sie illegal hier sind und keine Papiere haben, und dass man sie der Polizei ausliefern wird, die sie ins Gefängnis bringt und abschiebt. Oder man kann sie mit einem Juju-Zauber in Zaum halten: Das sei das Wirkungsvollste. ,Nimm dieses Puder und sag ihnen, dass abgeschnittene Fingernägel, Haare und Schamhaare von allen Mädchen darin sind. Sie mussten das vor der Reise beim Juju-Priester in Nigeria abgeben und schwören, dass sie jede Arbeit machen und das Geld zahlen. Nimm das Puder auf die Hand und drohe damit, es in die Luft zu blasen und einen Fluch auszusprechen. Sie werden sich dann aus Angst gegenseitig kontrollieren: Schließlich wären alle betroffen.&quot;

Drohungen werden Realität

In Benin-Stadt machen wir einen der Juju-Priester ausfindig, der in Frauenhandel involviert ist. Dr. Baba ist fast zwei Meter groß, trägt eine gelbe Hose und sonst nichts. Sein riesengroßer nackter Bauch hüpft, wenn er lacht, und das tut er gerne und ausgiebig. Baba ist ein ranghoher Juju-Priester, ein „Elefant&quot;. Juju ist ein Geheimnis, mit Außenstehenden spricht man nicht über die Rituale. Doch Dr. Baba verfällt so sehr ins Prahlen über seine Kräfte, dass er erzählt, welches Ritual die Opfer von Frauenhandel durchlaufen müssen: „Die Mädchen, die zum Arbeiten nach Europa gebracht werden, kommen vor der Abreise und leisten in einem Ritual im Schrein einen Schwur. Ich nehme dafür Fingernägel, Haare, Schamhaare, Achselhaare und Regelblut. Darauf schwören sie, dass sie zahlen werden und wie viel. Wenn eine nicht zahlt, dann wird sie krank, verrückt oder drogensüchtig&quot;, erklärt der Juju-Mann, richtet sich zu voller Größe auf und rollt die blutunterlaufenen Augen. Er sieht einschüchternd aus in solchen Momenten. Bei den Ritualen sind psychogene Drogen und Alkohol im Spiel - das verstärkt wohl den Eindruck bei den Opfern. Er besuche seine &quot;Töchter&quot; regelmäßig in Europa, sagt Dr. Baba - als Geist. So kann er sie kontrollieren.

Für die Opfer werden die Drohungen zu Realität: Oft sterben Angehörige, wenn sie die Prostitution verweigern, erzählt uns ein Psychologe von Naptip, der nigerianischen staatlichen Stelle gegen Menschenhandel. Meist aber trifft es die Frauen selbst: Sie glauben an den Schwur und verfallen in Wahnvorstellungen. Die Juju-Priester sind ein wichtiger Teil der Frauenhandelsmafia. Verfolgt werden sie trotzdem nicht: „Als Beamter weiß ich, dass ich sie verfolgen sollte&quot;, sagt der Psychologe. „Aber als Afrikaner glaube ich an den Zauber.&quot;

Rassisten, die sich bedienen

Die Wurzel des Frauenhandels ist der Absatzmarkt in Europa. Jeder dritte Mann, schätzt die deutsche Hurengewerkschaft Hydra, nimmt regelmäßig die Dienste von Prostituierten in Anspruch. Allein in Wien besuchen 15.000 Freier täglich Prostituierte, schätzt der Cedaw-Report über Frauenrechte. Seit immer weniger Westeuropäerinnen in der Prostitution arbeiten, wird die Nachfrage durch Frauen aus ärmeren Ländern gedeckt - wenn nötig, mit Zwang. Einer der Freier ist Gregor. Wir machen ein Gespräch in der Nähe des Praters aus und treffen einen Durchschnittsmann: Gregor trägt ein Sportsakko über Jeans, seine kurzen Haare lichten sich zu einer Glatze, seine Schuhe glänzen teuer. Er hat einen anspruchsvollen Job, ein schickes Auto und eine Lebensgefährtin zu Hause, die nichts von seinem Hobby weiß: Schon seit seiner Schulzeit in einem der Nobelgymnasien Wiens bedient er sich auf dem Strich. Er kennt die Geschichten der Nigerianerinnen auf dem Straßenstrich. Er nimmt sie trotzdem.

Wissen die Freier, was sie tun - und was tun sie, wenn sie merken, dass sie es mit Zwangsprostituierten zu tun haben? „Soll ich ehrlich sein? In diesem Moment ist dir das egal&quot;, sagt Gregor offen. Afrikanische Prostituierte, erklärt er, füllen eine Marktlücke: „Sie sind immer billiger als die anderen. Das geht wohl auf die Zeit des Sklavenhandels zurück.&quot; Afrikanerinnen erfüllen außerdem Sehnsucht nach Exotik; und erschreckend oft sind es gerade Rassisten, die sich ihrer bedienen. Ob die Prostituierten ihre Arbeit freiwillig machen, ist den meisten Freiern egal: Auf eine Frage in einem Freierforum im Internet antworten uns 19 Freier. Alle gehen davon aus, dass es in Wien Zwangsprostitution gibt. Doch nur einer der 19 sagt, er würde bei einem konkreten Verdacht etwas unternehmen [5 %].

Der Frauenhandel aus Afrika nach Europa wird von Afrikanern und Afrikanerinnen betrieben - doch die Verantwortung liegt in Europa. Hier ist nicht nur der Markt: Auch das Rechtssystem spielt den Frauenhändlern in die Hände. Die wirtschaftliche Lage in Nigeria - an der Europa nicht unschuldig ist - zwingt fast in jeder Familie einen Angehörigen dazu, auszuwandern. Seit es unmöglich ist, ein Visum für Arbeitszwecke zu bekommen, läuft der einzige Weg nach Europa über illegale Bahnen, die Menschenhändler können sich den Familien der Opfer als Helfer präsentieren. Dank der Korruption an den europäischen Botschaften sind gefälschte Visa mittlerweile fast der einzige Weg, nach Europa zu kommen. Österreich wurde so zu einer Drehscheibe für den Frauenhandel aus Nigeria: Der österreichische Konsul in Lagos wurde 2006 verurteilt, weil ihm nachgewiesen wurde, dass er fast 700 Visa irregulär vergeben hatte. Geld sei nicht im Spiel gewesen. Menschenhändler in Nigeria erzählen uns allerdings von einer wahren Parallelbotschaft, in der zu fixen Tarifen österreichische Visa gekauft werden konnten.

Kleine Schritte von 30 Euro

Ist eine Frau nun nach Österreich geschleppt worden, wird sie von den Menschenhändlern mit einer falschen Geschichte zum Asylamt geschickt: Denn Asylwerberinnen dürfen hier zwar keine normalen Jobs machen - aber ganz legal als Prostituierte arbeiten. Für die Dauer des Asylverfahrens können die Frauen also ausgebeutet werden, ohne Verfolgung durch die Behörden zu fürchten. Nach drei bis vier Jahren werden sie dann abgeschoben. Die Menschenhändler importieren die Ware. Der [patriachale?] Staat schiebt sie wieder ab, wenn sie ausgelaugt ist.

Opfer von Menschenhandel steht zwar Opferschutz zu - allerdings nur dann, wenn ihre Aussagen zu einem Verfahren gegen Menschenhändler beitragen. Dieses Risiko ist für die meisten Betroffenen zu hoch. „Kein Opferschutzprogramm der Welt kann die Familien zu Hause schützen&quot;, erklärt uns ein Beamter. Das bindet der Polizei die Hände: &quot;Beweise können nur vom Opfer geliefert werden. Aber die Kooperationsbereitschaft der Opfer ist gleich null&quot;, sagt Gerhard Joszt von der Bundespolizei.

Die meisten Opfer von Frauenhandel, die mit der Polizei in Berührung kommen, werden daher einfach abgeschoben, oft noch in der Arbeitskleidung. Dazu kommt, dass die Polizei oft nicht darauf eingestellt ist, Opfer von Menschenhandel zu erkennen - oder erkennen zu wollen. Als Joana Reiterer, die Schauspielerin, ihren damaligen Mann in Wien wegen Menschenhandels anzeigen wollte, wurde die Anzeige gar nicht erst aufgenommen: Sie solle sich erst scheiden lassen, riet ihr der diensthabende Beamte.

Eine Tour durch alle Institutionen, mit denen Betroffene von Frauenhandel zu tun haben, zeigt: Einfache Lösungen gibt es nicht. Denn die afrikanischen Prostituierten am Straßenrand sind nicht nur Opfer eines Verbrechens: Es sind die großen Verwerfungen unserer globalen Gesellschaft, die dazu führen, dass sie hier ausgebeutet werden - Unterdrückung von Frauen, globale wirtschaftliche Ungleichgewichte und Rassismus.
Im Bordell und Stundenhotel beim Prater ist es mittlerweile fünf Uhr früh, Joy erwacht aus ihrer krummen Haltung. Die Madame klatscht in die Hände, die Mädchen auf den Ledercouchs gähnen und stehen auf. Sie schnappen ihre Taschen und Jacken, verlassen mit eingehängten Armen das Bordell. Draußen wird es schon hell, die Mädchen laufen auf die Straße, winken den Autos zu: Es ist die letzte Möglichkeit für diesen Tag, noch ein bisschen Geld zu verdienen. Ein Auto mit drei betrunkenen Insassen bleibt stehen, lange wird verhandelt. Die drei nehmen zwei Mädchen für fünfzig Euro. Joy und eine andere steigen sofort ein. Joys Asylantrag wurde abgelehnt, sie ist mittlerweile illegal in Österreich und arbeitet mit der Kontrollkarte einer Kollegin. Sie zahlt seit zwei Jahren ab. Bald wird die Polizei wohl einen Tipp bekommen, und Joy wird abgeschoben werden. Einstweilen hat sie noch Hoffnung und arbeitet weiter daran, sich freizukaufen, Kunde für Kunde, in kleinen Schritten von 30 Euro. 
(Von Mary Kreutzer und Corinna Milborn, DER STANDARD, ALBUM, 29./30.3.2008)
 
 
Die Präsentation des neuen 
Buches 
&quot;Ware Frau&quot; 
von M. Kreutzer und C. Milborn 
findet am Donnerstag, 3. April, 19 Uhr in der Hauptbücherei Wien, 
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien statt.
Original mit Kommentaren:
http://diestandard.at/?url=/?id=1206543564864


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Europas schwarze Sex-Sklavinnen
02.04.2008 | 18:05 | IRENE ZÖCH (Die Presse)
Vom Geschäft mit Afrikanerinnen, die aus ihrer Heimat gelockt und unter anderem auch in Wien auf den Strich geschickt werden.
WIEN. Blessing wollte studieren. Als der damals 17-Jährigen aus einem Dorf in Südnigeria ein Freund der Familie einen Studienplatz in Italien versprach, nahm sie das verlockende Angebot an. Bald aber zeigte sich, dass die Versprechungen falsch waren: Das Mädchen landete auf dem Straßenstrich eines noblen Touristenortes an der Adria. Blessing müsse Geld verdienen, um die Kosten ihrer Reise, 35.000 Euro, abzuzahlen, hatten ihr die Schlepper erklärt. Danach könne sie machen, was sie wolle. Doch der Zeitpunkt sollte nie kommen.
Blessings Geschichte ist nur eine von vielen. Jedes Jahr werden zehntausende Afrikanerinnen nach Europa geschleppt, um auf dem Strich und in Bordellen weißen Freiern angeboten zu werden. Die meisten Mädchen stammen aus Nigeria. In Europa werden ihnen rasch die Pässe abgenommen. Sie werden bedroht und geschlagen, damit sie nicht auf die Idee kommen zu fliehen. Auch in Wien floriert das Geschäft mit nigerianischen Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden.
Das Schicksal jener, die in Europa zur Wegwerfware werden, haben Corinna Milborn und Mary Kreutzer in einem Buch („Ware Frau“) zusammengefasst. Für ihre eineinhalbjährige Recherche reisten sie nach Nigeria, zeichneten die Reisewege der Schlepperbanden nach und besuchten ehemalige Opfer, die ihren Weg zurück in die Gesellschaft suchen.
Das Geschäft ist lukrativ. Laut UN-Schätzungen hat diese Form organisierter Kriminalität weltweit den Drogen- und Waffenhandel überholt. Der Profit soll 30 Milliarden Dollar pro Jahr betragen. Vorteil des Sex-Business: Frauen können immer wieder gebraucht und missbraucht werden. 67.000 Dollar erwirtschaftet laut der Internationalen Arbeits-Organisation ILO eine Prostituierte pro Jahr.
Frauen als Zuhälter
Was auffällt: Während etwa Frauenhändler-Ringe aus Osteuropa fest in der Hand von Männern sind, ist der afrikanische Frauenhandel von Frauen dominiert. Meist sind es zwar Männer, die in Nigeria die Frauen in die Falle locken – doch dann übernehmen Frauen. Sie betreiben als Zuhälterinnen, als „Madames“, ihre kleinen Unternehmen, überwachen jeden Schritt ihrer Damen und schicken sie auf den Strich.
Um die Opfer über Jahre hinweg gefügig zu halten, werden auch ihre Familien bedroht. Dafür sorgen schon die Kontaktmänner der Madames. Zudem bauen die Menschenhändler auf den Glauben an afrikanische Traditionen, an Voodoo: „Die Mädchen müssen in Nigeria vor ihrer Abreise bei einem Voodoo-Priester Schamhaare, Fingernägel oder Regelblut abgeben. Der führt dann ein Ritual durch, das sie an die Madames bindet“, erklärt Joana Reiterer im Gespräch mit der „Presse“. Die quirlige 27-Jährige leitet „Exit“ in Wien – die einzige Organisation, die sich um afrikanische Opfer von Menschenhandel kümmert.
Druck durch Vodoo
An den Schwur, ihre Peiniger nicht zu verraten, hielten die Mädchen meist eisern fest. „Wer ihn bricht, dem könnte Böses zustoßen. Der könnte sterben“, sagt Reiterer. Sie weiß, wovon sie spricht: Reiterer, die in Benin studierte hatte, ging selbst einem Schlepper auf den Leim und folgte ihm nach Wien. Dort wurde ihr bewusst, dass er aus ihr eine Zuhälterin machen wollte.
Reiterer konnte aber fliehen und sich dem Druck der Schlepper widersetzen. Seither setzt sie sich für Nigerianerinnen in Wien ein, die nicht so stark wie sie sind.
Die meisten der zur Prostitution Gezwungenen landen in Europa irgendwann in Schubhaft. Dann werden sie in ihre Heimat geschickt, wo sie nur allzu oft wieder in die Fänge der Schlepper geraten. Ihre Tortur beginnt erneut. Wieder müssen die Frauen die Wüste durchqueren, Tausende Euro für die lebensgefährliche Überfahrt nach Spanien oder Italien bezahlen, um in Europa von den Zuhälterinnen in Empfang genommen und versklavt zu werden. Der Menschenhandel umspannt ganze Kontinente und funktioniert scheinbar reibungslos.
Versuch eines Neubeginns
Eine Erfahrung, die auch Blessing gemacht hat. Die heute 26-Jährige wurde schon einmal von Italien wieder nach Nigeria abgeschoben und hat es dort aber bisher geschafft, die lockenden Schlepper zu meiden. Ihr Traum ist es, ein Catering-Unternehmen zu gründen. Und noch einmal ganz von vorne anzufangen.
(&quot;Die Presse&quot;, Print-Ausgabe, 03.04.2008)


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Radio ORF.at OE1 Do, 03.04.2008
&quot;Ware Frau&quot;
Afrikanerinnen zu Prostitution gezwungen
Audio
Länge: 3:31 min
Ö1 Mittagsjournal - Markus Müller
Sie sind leicht zu finden: Afrikanerinnen am Straßenstrich der europäischen Städte. Wie kommen diese Frauen nach Europa, unter welchen Bedingungen müssen sie arbeiten: Diese Frage haben sich die Journalistinnen Mary Kreutzer und Corinna Milborn gestellt und sind dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen: in Afrika ist das Herkunftsland Nummer Eins für Zwangsprostitution Nigeria und dort ist es sogar nur ein Bundesstaat aus dem die Frauen kommen, Benin-City im Süden, sagt Mary Kreutzer.

Madames sind die Drahtzieherinnen
Grund dafür sind Migrationsnetzwerke, die in den 1970ern zwischen Benin-City und Turin entstanden sind, inzwischen hat sich das auf ganz Europa ausgedehnt. Ein Großteil des Handels wird von Frauen abgewickelt, so genannten Madames, die selbst ursprünglich als Zwangsprostituierte nach Europa gekommen und dann zu Zuhälterinnen geworden sind.

Zahlen oder sterben
Die meisten Frauen werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Europa gelockt. Aber auch die, die wissen, dass sie als Prostituierte arbeiten müssen wüssten nicht, unter welchen Bedingungen [Problem der Arbeitsbedingungen vs. Menschenhandel]. Wenn die Frauen nicht zurückzahlen oder sich verweigern, dann werden sie entweder selbst umgebracht oder Gewalt an der Familie in Nigeria verübt [Weil der Rechtsweg versperrt ist].

Regierung startet Kampagnen
Die nigerianische Regierung hat bereits mehrere Aufklärungskampagnen gestartet. die wenigstens in den Städten bereits Wirkung zeigt. Die Menschenhändler weichen daher auf die ländlichen Regionen aus. Dort spielt Juju, die nigerianische Version des Vodoo eine große Rolle. Die Frauen müssen einem Juju-Priester schwören, die Schulden zurückzuzahlen und nicht gegen die Menschenhändler auszusagen [In entwickelten Finanzkulturen muß man einen Kreditvertrag unterschreiben].

Bis zu 100.000 Euro
Die Reise nach Europa kostet 60.000 bis 100.000 Euro, die die Frauen am Strich abarbeiten müssen [Dieser Hohe Tarif wird sicher anhand den Verdienstmöglichkeiten kalkuliert so wie die Bordellzimmertagesmieten]. In den durchschnittlich zwei Jahren, in denen die Frauen um Asyl angesucht haben, haben die Frauen Zeit, das Geld mit dem Prostitutionserlös zurückzahlen [Ob das der Durchschnitt der zugungsten ihrer Familien nach EU auswanderungswilligen Frauen schafft?].

Ausweg fast nicht möglich
Nur sehr wenigen Frauen gelingt es, aus der Prostitution auszubrechen [Sie haben ja ein Kreditversprechen geleistet]. Ein Grund dafür sind die Gesetze in den meisten Ländern Europas. Wenden sich die Frauen an die Polizei werden sie abgeschoben: Italien gilt hier als Vorbild, denn nur dort müssen die Frauen nicht gegen die Peiniger aussagen und können trotzdem im Land bleiben.

Botschafter kennt Problem nicht
Auch die Botschaften in Nigeria könnten eine wichtige Aufgabe im Kampf gegen Menschenhandel spielen. Vor zwei Jahren wurde der Konsul der österreichischen Botschaft in Lagos verurteilt, weil er fast 700 Visa illegal vergeben hatte. Bei ihren Recherchen haben die beiden Autorinnen seinen Nachfolger und auch den österreichischen Botschafter in Nigeria getroffen: beide wussten nichts zum Thema Frauenhandel. Von Seiten der nigerianischen Regierungsbehörde gegen Menschenhandel, Naptip, wurde erklärt, dass die Kooperation mit Österreich im Argen liege, sagt Kreutzer.

&quot;Legaler Job&quot; Prostitution
Prostitution ist einer der ganz wenigen Jobs, in denen Asylwerberinnen legal arbeiten können. Das müsse sich ändern, sagen die Autorinnen. Die europäischen Staaten müssten stärker gegen Menschenhandel vorgehen und die Frauen vor den Menschenhändlern schützen. Denn die Nachfrage nach billigem Sex sei in Europa einfach zu groß.

&quot;Ware Frau&quot;
Das Buch &quot;Ware Frau - auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa&quot; der Autorinnen Mary Kreutzer und Corinna Bilborn wird heute abend präsentiert und ist dann im Buchhandel erhältlich. (Ecowin-verlag, 19,95 euro) 


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SternTV mit Günter Jauch: 
Aus Nigeria auf den Straßenstrich


Die zwei blonden Journalistinnen, Buchautorinnen und die afrikanische Aktivistin und Ex-SW-Sklavin, wie sie auch bei RTL auftraten.
Deckten Menschenhandel auf: Corinna Milborn, Joana Adesuwa Reiterer und Mary Kreutzer
© Niko Formanek
Mit großen Versprechungen werden sie aus Nigeria nach Europa gelockt, mit Hilfe der Voodoo-Religion gefügig gemacht und schließlich jahrelang zur Prostitution gezwungen: Allein im deutschsprachigen Raum sollen 40.000 Nigerianerinnen Opfer von Menschenhändlern sein. [Eine Zahl wie zur WM-Hype]
&quot;Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa&quot; - so lautet der Untertitel des Buchs, das die Journalistinnen Mary Kreutzer und Corinna Milborn verfasst haben. Die beiden Autorinnen haben das perfide System einer Menschenhandels-Mafia aufgedeckt, der in ganz Europa etwa 100.000 Frauen zum Opfer gefallen sein sollen. Sie sind die &quot;Ware Frau&quot;.
In Italien, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, Österreich, England und Deutschland arbeiten sie auf dem Straßenstrich. Pro Kunde bekommen sie 10 bis 20 Euro - und sie brauchen viele Kunden, um sich von ihren vermeintlichen &quot;Schulden&quot; freizukaufen: Bis zu 60.000 habe ihre Reise nach Europa gekostet, sagt man ihnen. Spurt eine von ihnen nicht, wird sie oder ihre Familie gnadenlos verfolgt. Die Frauen haben keine Wahl.
 

Buchtipp
Mary Kreutzer und Corinna Milborn: Ware Frau. Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa. - Salzburg: Ecowin Verlag, 240 Seiten. ISBN: 978-3-902404-57-2

 
Mit Voodoo gefügig gemacht
Sie kommen aus Nigeria, dem mit 140 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Große Armut, hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Bildung und die Unterdrückung von Frauen gehören dort zum Alltag. Kein Wunder also, dass nicht wenige empfänglich sind für die Verlockungen des reichen Europas: Dabei sind es fast immer Verwandte und Freunde der Familie, die sie zur Reise drängen, ihnen Jobs als Kindermädchen oder Haushaltshilfe in Aussicht stellen. Dann könnten sie dort viel Geld verdienen und etwas davon nach Hause schicken, hoffen sie - manchmal wohl wissend, dass sie die Frauen in die Zwangsprostitution treiben.
Für den Transport nach Europa sorgen dann &quot;Schlepper&quot;. Doch bevor sie die Reise antreten, müssen die Mädchen und jungen Frauen an einem Juju-Ritual (so heißt die nigerianische Voodoo-Variante) teilnehmen, das sie an die Menschenhändler binden soll: Dabei schwören sie, all seinen Anweisungen zu folgen und erst wieder zurückzukehren, wenn sie genug Geld verdient haben. Der Juju-Priester behält eine Haarsträhne, einen Fingernagel oder etwas Blut, um den Bann zu besiegeln. Brechen die Frauen ihren Schwur, drohen ihnen angeblich drakonische Strafen: Wahnsinn, Krankheit oder der Tod von Familienmitgliedern. Da die Juju-Religion in Nigeria in der Kultur verwurzelt ist und noch immer viele Anhänger hat, ist der Bann für die Frauen Gesetz.
 

Internet
Der Verein EXIT verfolgt das Ziel, Afrikanerinnen vor der Zwangsprostitution in Europa zu bewahren und sie bei der Integration zu unterstützen. Weitere Infos auf www.ngo-exit.com (teilweise auf englisch)

 
Durch die Wüste nach Europa
Wenn sie &quot;Glück&quot; haben, steigen die noch immer hoffnungsfrohen Nigerianerinnen nun in ein Flugzeug nach Europa. Oft jedoch wählen ihre Schlepper den Landweg, der durch die Wüste bis Marokko und von dort aus nach Spanien führt. Corinna Milborn und Mary Kreutzer haben mit Betroffenen gesprochen, die so bis zu zwei Jahre lang unterwegs waren und währenddessen immer wieder vergewaltigt und misshandelt wurden. Auch Todesfälle sollen auf dieser Route an der Tagesordnung sein.
Angst vor Voodoo-Flüchen: Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie sich die Zwangsprostituierten gegenseitig kontrollierenFür diejenigen, die die Odyssee nach Europa überstehen, beginnt das nächste Grauen: Statt wie versprochen in angesehenen Jobs müssen sie auf dem Straßenstrich &quot;anschaffen&quot; gehen. Um sie kümmert sich nun eine jeweilige &quot;Madame&quot;, also eine Zuhälterin, die oftmals selbst als Zwangsprostituierte hatte arbeiten müssen. Die Frauen erfahren, dass ihre Reise bis zu 60.000 Euro gekostet habe, die sie nun abarbeiten müssten. Ihre ohnehin gefälschten Papiere werden ihnen abgenommen, stattdessen werden sie dazu gezwungen, Asylanträge zu stellen. So können die Nigerianerinnen in der Regel legal mehrere Jahre vor Ort bleiben.
Jede &quot;Madame&quot; verfügt über einen ganzen Stab an Helfern: In Nigeria sorgen Rekrutierer für den Nachschub an Frauen, Mittelsmänner besorgen die Dokumente und eigene Helfer bedrohen, wenn nötig, die Familien der Mädchen. Ein Netzwerk aus Schleppern sorgt für den Transport nach Europa, und auf dem Straßenstrich werden die Zwangsprostituierten von sogenannten &quot;Black Boys&quot; kontrolliert und abkassiert.

 
Dokumentation
&quot;Sisters of no mercy&quot;: Eine Filmdokumentation über den afrikanischen Frauenhandel von Lukas Roegler. Mehr Infos hier: 
www.sisters-of-no-mercy.com
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4291 [nachgetragen]
 
Mädchen haben Angst vor Voodoo-Fluch
Neben der ganz realen Bedrohung, der die Mädchen ausgesetzt sind, tut der Juju-Bann sein Übriges, um die vollkommene Hörigkeit der Mädchen zu erreichen. Wie das genau funktioniert, erklärt die Nigerianerin Joana Adesuwa Reiterer: &quot;Nimm dieses Pulver und sag ihnen, dass abgeschnittene Fingernägel, Haare und Schamhaare von allen Mädchen darin sind. Sie mussten das vor ihrer Reise beim Juju-Priester in Nigeria abgeben und schwören, dass sie jede Arbeit machen und das Geld zahlen. Nimm das Puder in die Hand und drohe damit, es in die Luft zu blasen und einen Fluch auszusprechen. Sie werden sich dann aus Angst gegenseitig kontrollieren - schließlich wären alle betroffen.&quot;
Reiterer selbst war mit dem Mafia-System in Berührung gekommen. Ihr nigerianischer Ex-Ehemann hatte sie überredet, mit ihm nach Wien zu gehen, wo sie &quot;nach und nach bemerkte, dass er Menschenhändler war.&quot; Joana habe er zu einer &quot;Madame&quot; machen wollen, doch die junge Frau weigerte sich und ergriff die Flucht. Als ihr bewusst wurde, wie viele Mädchen aus Nigeria in die Fänge der Menschenhändler geraten, beschloss sie, aktiv etwas gegen das gewaltige Unrecht zu unternehmen: Sie gründete den Verein Exit mit dem Ziel, Nigerianerinnen vor der Straßenstrich-Mafia zu warnen. Die Journalistinnen Mary Kreutzer und Corinna Milborn unterstützte sie bei ihren Recherchen und stellte Kontakte zu betroffenen Frauen her.
In ihrem Buch &quot;Ware Frau&quot; schildern die Autorinnen die Schicksale Dutzender Frauen, aus denen sich eine ebenso klare wie erschreckende Faktenlage ergibt. Sie geben Gespräche mit Tätern wieder und gehen auf Spurensuche in Nigeria und auf den Straßenstrichen europäischer Metropolen.
Original mit Kommentiermöglichkeit:
http://www.stern.de/tv/sterntv/:Voo....ra%DFenstrich/615935.html


Das Buch:
http://www.ecowin.at/index.php?id=185
Videoclip/Trailer zum Buch
von Lukas Roegler:
http://www.youtube.com/watch?v=et5XoPs8q0k [mit ausgeschalteter Kommentarfunktion!]
Hilfsverein EXIT:
http://ngo-exit.com [Nachtrag Juli 2010: nur noch Weiterleitung aber keine eigene Vereinswebseite mehr!]
Mehr:
http://www.networld.at/index.html?/articles/0814/610/202020.shtml


Voodoo:
- http://en.wikipedia.org/wiki/Haitia....#Myths_and_misconceptions
- http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=40631#40631
Buchrezension: 'Sex at the margins':
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=34398#34398


.

Marc of Frankfurt:
31. März 2008, Neue Zürcher Zeitung
Menschenhandel und Zwangsprostitution überfordern alle
Die Behörden tun sich schwer im Umgang mit Opfern und Tätern

In politischen und juristischen Gremien, Büchern, Staatsverträgen oder Filmen sowie an nicht minder zahlreichen Kongressen, Tagungen und Ausstellungen sind die Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution Dauerthemen. Geht aber eine Frau zur Polizei und macht eine entsprechende Anzeige, zeigen sich die Behörden oft überfordert. ...
http://www.nzz.ch/nachrichten/schwe....ordern_alle_1.697852.html

Marc of Frankfurt:
Die Sexarbeiter-Rettungs-Industrie in den U.S.A.
(oft von impliziter Prostitutionsgegnerschaft geleitet):
Online Resources to Help End Sexual Exploitation
Tips on Escaping the Industry, Advocating for Different Legislation and Raising Awareness
March 21, 2008 —

If you're a viewer wondering how to help women or girls entrenched in the sex industry, or if you know someone who needs support, there are several online resources available.
Visit the following Web sites to learn more about programs in your area, and to find out what you can do to help end commercial sexual exploitation.

http://www.childrenofthenight.org/
Each year, Children of the Night helps hundreds of children ages 11 to 17 who are forced into prostitution.
http://www.catwinternational.org/
Coalition Against Trafficking in Women-International works internationally &quot;to combat sexual exploitation in all its forms, especially prostitution and trafficking in women and children, in particular girls.&quot;
It educates communities around the world, testifies before lawmakers, documents sex trafficking and raises awareness in the United States and abroad about sexual exploitation.
http://www.ecpatusa.org/
ECPAT-USA, based in Brooklyn, N.Y., stands for End Child Prostitution, Pornography and Trafficking.
It is a children's rights organization aimed at protecting kids from commercial sexual exploitation via &quot;education, advocacy and the passage and enforcement of strong laws.&quot;
http://www.gems-girls.org/aboutus.html
Girls Educational &amp; Mentoring Services (GEMS), located in New York City, &quot;provides preventive and transitional services to young women, ages 12-21, who are at risk for or involved in sexual exploitation and violence.&quot;
According to its Web site, 90 percent of young women involved in prostitution were sexually abused as children.
http://kristof.blogs.nytimes.com/
Nicholas Kristof's blog at NYTimes.com. Kristof, winner of two Pulitzer Prizes, has been an Op-Ed columnist for The New York Times since November 2001. CLICK HERE to read his March 16 posting about prostitution. CLICK HERE to read a follow-up posting from March 19.
http://www.nytimes.com/2008/03/16/opinion/16kristof.html?_r=1
http://kristof.blogs.nytimes.com/2008/03/19/a-call-girls-story/
http://www.missingkids.com/
The National Center for Missing and Exploited Children, located in Alexandria, Va., stores data, operates a tip line and provides information to law enforcement agencies.
Its goal is to &quot;help prevent child abduction and sexual exploitation; help find missing children; and assist victims of child abduction and sexual exploitation, their families and the professionals who serve them.&quot;
http://www.polarisproject.org/
Polaris Project, an international organization, serves U.S. citizens and foreign national victims of human trafficking. By operating crisis hot lines, providing victims with housing and services and challenging lawmakers to anti-trafficking legislation, the Polaris Project increases awareness both here and abroad.
http://www.safehorizon.org/
Safe Horizon says it is the largest provider of domestic violence services in the country. The organization is on a mission &quot;to provide support, prevent violence and promote justice for victims of crime and abuse, their families and communities.&quot;
http://www.sagesf.org/
The SAGE Project in San Francisco stands for Standing Against Global Exploitation. It offers restorative justice programs, trauma and drug recovery programs, wellness and vocational programs and education to several hundred women and girls each week, in addition to raising awareness about commercial sexual exploitation.
http://www.sharedhope.org/
Shared Hope International seeks to prevent sex trafficking, rescue women who become involved in the sex trade and &quot;build communities that heal and empower women and children who have been victimized by traffickers.&quot;
http://www.yapi.org/
Youth Advocate Program International or YAPI is especially attentive to the needs of children victimized by conflict and exploitation, as well as state and personal violence.

Copyright © 2008 ABC News Internet Ventures
abcnews.go.com/2020/story?id=4495862&amp;page=1


.

Marc of Frankfurt:
Freispruch für Angeklagte
Tatvorwurf Menschenhandel nicht nachweisbar
Minden (cpt). Mit einem Freispruch endete der Prozess vor dem Mindener Schöffengericht für eine 32-jährige Angeklagte. Der Tatvorwurf &quot;Förderung des Menschenhandel&quot; konnte ihr nicht nachgewiesen werden. Sie soll eine junge Frau in ihrer Wohnung im Auftrag ihres Bruders Daniel P. (Name von der Redaktion geändert) überwacht haben.
Daniel P. hatte in den Jahren 2006 und 2007 die junge Mindenerin zur Prostitution gezwungen. Jeden Abend brachten er und sein Bekannter Andreas G. die junge Frau nach Hannover. Während Daniel P. wieder nach Minden fuhr, musste Andreas G. die Freier zählen und die junge Frau überwachen, die jeden Morgen ihre Einnahmen an Daniel P. abgeben musste.

Vor Gericht sagte die zur Prostitution gezwungene Frau aus, bei der Angeklagten gewohnt zu haben und von ihr auch überwacht worden zu sein. Dies bestritt die Angeklagte, vielmehr gab sie an, dass sie dem Mädel sogar einen Wohnungsschlüssel gegeben habe.
Da Daniel P. trotz Ladung nicht vor Gericht erschien und Andreas G. die Aussage verweigert, konnte die Tat der Angeklagten nicht bewiesen werden. 
Vorsitzender Richter, Schöffen und Staatsanwaltschaft waren sich in ihrem Urteil &quot;Freispruch&quot; einig.
mt-online.de/mt/lokales/minden/?sid=b10e7021a92565fe3e1776ee6452b35c&amp;cnt=2279063


.

Hanna:
für mich nicht nachvollziehbar.
auf was hat die Staatsanwaltschaft denn dann die Anklageüberhaupt gestützt, wenn es keine weiteren Zeugen gab? Angesichts der beweislage hätte sie doch das Verfahren gleich einstellen können.
War der/die Angeklagte nun männlich oder weiblich?

Zwerg:
Hanna hat folgendes geschrieben:für mich nicht nachvollziehbar.
auf was hat die Staatsanwaltschaft denn dann die Anklageüberhaupt gestützt, wenn es keine weiteren Zeugen gab? Angesichts der beweislage hätte sie doch das Verfahren gleich einstellen können.
War der/die Angeklagte nun männlich oder weiblich?
Beachtet bitte: Ein Freispruch &quot;weil nicht nachweisbar&quot; = &quot;ein Freispruch im Zweifel&quot; (ich denke, dass hier die Gesetzgebung in fast allen Ländern ähnlich ist) = kein reiner Freispruch! Du hast in so einem Fall so gut wie keine Chancen auf eine Wiedergutmachung! Nicht einmal Haftentschädigung wird Dir zugesprochen, wenn ein Freispruch nur im Zweifel gefällt wird. 
Weiters: Nach österreichischem Recht braucht man keine &quot;Beweise&quot; - es obliegt dem Richter - bzw. Schöffen oder Geschworenen - die vorliegenden Indizien abzuwägen und entsprechend zu werten. Auch hier denke ich, dass die Gesetze ähnlich sind.
So gesehen hat das Urteil sehr wohl Wirkung bzw. ist auch die Anklage verständlich.
Christian

Marc of Frankfurt:
Hier eine andere Wahrheit über die sogenannten asiatischen Sex Sklaven in Australien.
Ob sich bei den Nigerianerinnen in Europa ähnliche Verhältnisse nachweisen lassen? 

Truth and Visas Will Set Asian Workers Free
The stereotype of the Asian sex slave captures the Australian imagination.

The Sydney Morning Herald
http://www.smh.com.au/news/opinion/..../04/03/1206851098330.html
and link to the related discussion board
http://blogs.smh.com.au/newsblog/archives/your_say/017798.html

When Puangthong Simaplee died in immigration detention [Abschiebelager] in 2001, a story
emerged of a girl trafficked to Australia at the age of 12 and forced to
have sex as a slave. Her story was given under duress, after the Department
of Immigration had taken her into detention, during the first phases of the
pneumonia [Lungenentzündung] that eventually killed her.
Even when the federal police uncovered the Thai woman's high school diploma,
proudly displayed in her family home, and discovered she did not arrive in
Australia until aged 21, the image endured of pre-pubescent Asian girls
chained to beds in back rooms with barred windows.
Media reports of a thousand sex slaves working in Australia have proved
unfounded. But even when the coroner found no evidence that Simaplee was
trafficked, the sex industry, not the detention system, continued to be the
focus of coverage of her death.
The sensationalism surrounding the sex slave issue has created a
government-funded rescue industry. This has diverted the focus from actual
cases of trafficking in Australia and prevented an evidence-based response
to the problem.
The federal police's transnational sexual exploitation and trafficking team,
with the Immigration Department, has swept through the Asian brothels of
Australia's capital cities, aided by an anti-trafficking package of tens of
millions of dollars since 2003. The Australian Tax Office joined in and
media were invited to the raids.
Non-English-speaking sex workers became the most overscrutinised sector of
the sex industry. But the &quot;sex slaves&quot; remained elusive and trafficking was
difficult to prosecute.
The Human Rights and Equal Opportunity Commission chimed in with the
suggestion to make &quot;consent&quot; irrelevant, but even that could not create
victims that did not exist.
The time has come for a new kind of response to trafficking, grounded in
labour rights rather than moral hysteria.
While pictures of brothel raids make big news, labour rights for migrants, a
less glamorous issue, are ignored. As the Global Alliance Against Traffic in
Women noted last year, Australian figures on trafficking &quot;do not seem to
take into account cases of labour exploitation&quot;.
If the Federal Government wants to improve the conditions of migrant sex
workers, it needs to protect their rights as workers.
Introducing a visa to allow migrant sex workers to work in Australia legally
for short periods of time would pull the carpet from under the trafficking
nexus by allowing women to travel here independently to work. Greater access
to generic working holiday visas for sex workers from our region would
enable travel for work, without having to resort to a third party or
&quot;agent&quot;.
Treating migrant sex workers as a legitimate class of worker will get to the
core of the trafficking issue. Decriminalising the sex industry in all
states, and protecting workers from discrimination, would improve conditions
in the long term.
Punitive approaches have been unsuccessful. The health, safety and human
rights of the migrant sex workers in Australia must be prioritised.
Elena Jeffreys is the president of Scarlet Alliance, the Australian sex
workers' association. She will participate in the &quot;Security and future
prosperity&quot; stream of the 2020 summit.

www.scarletAlliance.org.au
Mehr Australien News:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=918


.

Marc of Frankfurt:
Ist der Frauenhandel und der darauf reagierende Kampf um Bleiberechte von Menschenhandelsopfern letztlich nur der emotionalste-massenmedienfähige Spezialfall des globalisierungsbedingten Ansturms auf die Festung Europa?
Will/kann Europa nicht integrieren oder profitieren wir/einige davon?
Zwei Auseinandersetzungen:

1.) Buch 
&quot;Gestürmte Festung Europa. Mauern Ghettos Terror. Das Schwarzbuch&quot;
von den Journalisten Corinna Milborn und Reiner Riedler

Europa ist ein Pulverfass und die Zündschnur brennt!
In Nordafrika warten 2,5 Millionen Menschen auf eine Gelegenheit, in Booten das Meer nach Europa zu überqueren, und täglich sterben Menschen bei diesem Versuch. In den Großstädten haben sich ganze Bezirke in Ghettos verwandelt. In Frankreich rebellieren die Enkel der Zuwanderer in zerstöreriscen Aufständen gegen ihren Ausschluss aus der Gesellschaft. Der Extremismus unter islamischen Jugendlichen hat in Amsterdam und London zu Attentaten geführt, ausgeübt von jungen Europäern aus Zuwander-Familien.
Europa hat sich zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt, in der selbst noch die Enkeln von Zuwanderern als &quot;Ausländer&quot; gelten und der Bedarf an Arbeitskräften durch 10 Millionen &quot;Illegale&quot; ohne jegliche Rechte gedeckt wird.
Die Politik reagiert auf die explosive Situation mit dem Bau einer Festung: Die Grenzen werden geschlossen - außen mit Stacheldraht, innen mit unsichtbaren Barrieren.
Corrina Milborn und Reiner Riedler haben die Brennpunkte der Einwanderungsgesellschaft besucht. In den Großstädten Deutschlands und Österreichs, in geheimen Flüchtlingslagern in Marokko, in den Slums der &quot;Illegalen&quot; in Spanien, den Ghettos von Paris, den islamischen Viertelen in London hat sie herausgefunden, was diese Menschen bewegt. Ein Bericht über die verzweifelte Lage von Menschen am Rand der europäischen Gesellschaft, der in Atem hält, Besorgnis erregt und die große Frage diskutiert: Wie soll es weitergehen?
www.festungEuropa.com 
www.festungEuropa.net


2.) Ausstellung in Graz:
Land of Human Rights: An der Grenze des Denkbaren
Die Grenzen dicht machen
Die Festung Europa wird ausgebaut. Dabei arbeitet die EU vermehrt mit benachbarten Ländern zusammen, damit diese das Abwehren von MigrantInnen übernehmen, die nach der Definition der EU keine Berechtigung zur Einreise haben. Dennoch werden Menschen versuchen nach Europa zu gelangen; sie kommen aus Ländern, in denen Andersdenkende um ihr Leben fürchten müssen, und aus Ländern mit desaströsen Lebensbedingungen und fehlenden Überlebensmöglichkeiten. Wenn man in Betracht zieht, wie viele 100 Millionen Menschen in Ländern des Südens in extremer Armut leben, ist es eigentlich erstaunlich, dass sich nicht noch mehr auf den Weg ins wohlhabende Europa machen und die Festung stürmen. Die Lage an den Außengrenzen der EU ist dramatisch. Jährlich kommen tausende Menschen beim Versuch ums Leben, in die Festung Europa zu gelangen. Sie sterben auf überfüllten Booten, die auf der Überfahrt nach Italien, Spanien oder die Kanarischen Inseln kentern, ersticken eingepfercht in Frachtcontainern, erleiden tödliche Verletzungen an den meterhohen Zäunen der spanischen Exklaven in Nordafrika oder schaffen es gar nicht bis dort hin, scheitern bei der Durchquerung der Sahara.
Die EU arbeitet bei der Abwehr der Migrationsströme mit Maghreb-Ländern zusammen, deren demokratische und menschenrechtliche Lage zweifelhaft ist. Sie erhalten finanzielle Unterstützung und technologische Ausrüstung zur besseren Umsetzung des beabsichtigten Ziels: Die Menschen, die sich nach Europa auf den Weg gemacht haben noch vor Erreichen der EU-Außengrenze zu stoppen. [Dabei werden Warlords, die Menschenhandel organisieren von der Regierung stillschweigend geduldet.]

Abschieben
Natürlich schaffen viele die Einreise nach Europa. Wie hoch man auch die Grenzen ziehen mag, sie werden nie hoch genug sein, um jene dauerhaft aufzuhalten, die sich entschlossen haben, der politischen oder ökonomischen Misere im Heimatland, der persönlich erlebten Notlage zu entfliehen. In Europa angekommen werden die MigrantInnen dann administriert und kaserniert, werden Asylanträge geprüft und die Menschen oft umgehend in Schubhaft genommen. Abgesehen von der immer enger werdenden Auslegung des Menschenrechts auf Asyl, um Schutz vor Verfolgung zu finden, ist es eine unakzeptable Tatsache, dass Menschen inhaftiert werden, ohne eine Straftat begangen zu haben – ihr „Vergehen“ ist die Flucht vor Verfolgung und Armut und die Sehnsucht nach dem persönlichen Glück. Der engen Auslegung des Asylrechts folgend wird die Mehrheit der Asylanträge abgelehnt. Den Menschen wird das Aufenthaltsrecht entzogen und sie werden abgeschoben. Wie mit jenen verfahren wird, die kein Aufenthaltsrecht in Europa erhalten haben, entbehrt in vielen Fällen jeder Menschlichkeit und weckt Erinnerungen an totalitäre Systeme. Menschen werden aus dem Schlaf gerissen und befinden sich kurz darauf im Flugzeug „nach Hause“, Familien werden zerrissen, Kinder von der Schule weg in „Gewahrsam“ genommen, Menschen erscheinen plötzlich nicht mehr an ihrem festen Arbeitsplatz. Unzählige Fälle sind dokumentiert. „Tot oder lebendig“, diese Redewendung ist leider nicht so absurd in diesem Zusammenhang, wie es klingen mag, zu viele sind bei der Abschiebung schon ums Leben gebracht worden. Wie ist das im Europa des 21. Jahrhunderts möglich? Gibt es überhaupt noch sowas wie einen europäischen humanistischen Geist?

Ausgrenzungen innerhalb Europas
Die EU ist also sehr damit beschäftigt, die Grenzen dicht zu machen und jene, die es dennoch geschafft haben durchzudringen, wieder umgehend zurück zu verfrachten. In einer parallelen Entwicklung dazu finden innere Ausgrenzungen statt. Die Vorstellung, Europa zur Gänze dicht machen zu müssen und zu können überträgt sich auch auf innere Strukturen. Zunehmend wird bestimmten Bevölkerungsgruppen der Zugang zu öffentlichen Bereichen verwehrt. Vermeintlich unliebsame Menschen, solche, die sich außer der Norm verhalten, „Wenigerheiten“ (auch bekannt unter „Minderheiten“) sollen von bestimmten Territorien ferngehalten werden. Sie sollen sich nicht öffentlich treffen, sollen keine Musik und auch sonst kein Aufsehen machen, sie sollen nicht demonstrieren, für ihre Rechte oder die Rechte anderer eintreten, sie sollen kein „öffentliches Ärgernis“ erregen. Sie sollen für die Mehrheit unsichtbar bleiben, ausgegrenzt, an den Rand gedrängt, ghettoisiert. Ihre BürgerInnenrechte hin oder her. Wichtig ist, dass der öffentliche Raum sauber, sicher, überschaubar und kontrollierbar bleibt.
Der Sicherheitswahn greift um sich. Kaum ein Eck, das ohne Kameras auskommt. Und es gibt immer mehr Arten von Uniformierten, die allesamt keine Exekutivorgane sind, sich aber so gebärden, und durch die Uniform suggerierte Autorität missbräuchlich einsetzen.

Kleine Festungen
Die Vorstellung auch innerhalb Europas Zonen absoluter Sicherheit einrichten zu müssen und zu können führt zum Festungsbau. Der Bedarf dafür entsteht vermehrt dann, wenn die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft ungestört unter sich sein wollen, etwa beim World Economic Forum oder Gipfeltreffen wie dem G8 in Heiligendamm 2007. Dann werden temporäre Festungen mit erstaunlichem finanziellem Aufwand hochgezogen und mit einem massiven Robocop- und Militäraufgebot „unangreifbar“ gemacht.
Ein weiteres erstaunliches Phänomen sind „Gated Communities“, die für Menschen errichtet werden, die sich eine 24-Stunden Bewachung leisten und völlig abgekoppelt vom restlichen sozialen Leben einer Gesellschaft hinter Zäunen und Sicherheitsschleusen leben wollen. Zutritt zur Community hat nur, wer dort wohnt und wer erwünscht ist. Alle anderen bleiben an den Zäunen und Schleusen hängen. Diese Orte wollen ihren BewohnerInnen das Gefühl eines Lebens in Sicherheit vermitteln. Was draußen in der Welt vorgeht, rund um ihre kleinen sterilen Festungen, das soll sie nicht belangen.
Margarethe Makovec &amp; Anton Lederer
Ausstellungskuratoren
www.landofhumanrights.eu


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Marc of Frankfurt:
Betroffenheit Minderjähriger und junger Migranten in streunender Mobilität und Sexverkauf in Europa

MINORS AND YOUNG MIGRANTS’ INVOLVEMENT IN ERRANT MOBILITY AND
SEX WORK WITHIN THE EU

Dr. Nick Mai
Institute for the Study of European Transformations – ISET
London Metropolitan University


ABSTRACT [1]
Minor and young migrants can be considered as a potentially vulnerable social group in three main respects:Firstly, as they sometimes have to smuggle themselves into the countries of destination, they can become an easy target for the criminal networks providing illegal transportation services, which can 'employ them' in highly exploitative activities. 
Secondly, since their migration legal status often prevents them from accessing legal sources of income, unaccompanied minors and young migrants can experience very powerful dynamics of social exclusion and sometimes have to rely on drug smuggling, theft and sex work to survive economically. 
Finally, the lack of the cultural capital and life experiences necessary to understand the complex contradictions of Western capitalist societies can produce a very utopian migratory project, often based on idealisation of the West as a place where 'everything is possible'.
Once confronted with reality, some minor and young migrants experience strong feelings of disappointment and 
recur to sex work, theft and drug smuggling as the only viable ways to sustain their utopian life trajectories.


The initial condition of potential vulnerability characterising migrant minors and young
people is further exacerbated by the contrast between different cultural constructions
of adolescence in relation to different socio-economic and cultural backgrounds.
Whereas in the West adolescents are conceived primarily as bearers of rights, in
many other contexts they are seen primarily as bearers of duties. Consequently,
whereas European social services and institutions address them mainly as
vulnerable victims in need of protection, the subjects see themselves as young adults
who have to provide the means of subsistence for their families left at home and for
themselves. In fact, they often feel victimised by the very instruments of protection
preventing them from work as a way to avoid child exploitation. 
As a result, many leave the institutions and the programmes targeting them and decide to live in the
street, which is seen as offering better opportunities to respond to their aspirations
and priorities. Paradoxically, the street and 'errant mobility' are the only spaces of social interaction 
allowing them to express their contradictory aspirations to a late modern lifestyle of fun and 
self-realisation (freedom) and the necessity to provide for their families at home (money).


This research focuses on minor and young migrants’ involvement in male sex work
as a prism through which to explore the relation between intra-psychological and
physical mobility. Its main aims are to understand the specific way in which sex work
responds to the complexity of the needs of minor and young migrants and to define
the main cultural, social, economic and psycho-social determinants of ‘errant
mobility’. This is a form of mobility many migrant minors and young people engage in
and is characterised by:
• the constant displacement between EU cities in different national contexts,
• the recourse to predominantly illegal and dangerous strategies of survival
(sex work, drug smuggling, theft, exploitation in the unskilled and
unregulated sector of the labour market),
• the aspiration to a rapid, linear and ‘easy’ economic and social
emancipation,
• the inability to reconcile moral worlds which are both aspired to and
difficult to reconcile with the background context.
Errant mobility is a social and cultural practice offering a particular route within the
adolescent search for psychological autonomy and individual fulfilment and one
which is characterised by these four interrelated main factors:
• an irreconcilable tension between models of personhood belonging to
different socio-economic and cultural contexts,
• the endurance of a utopian sensibility in the elaboration of the migratory
project,
• a condition of unresolved uprooting from ‘home’ as the locus of both
identification, morality and emotional/affective attachment,
• the subjection to multiple forms of social exclusion.

Many minors and young people who engage in errant mobility can not see many of
the reasons why they choose to leave home (de-territorialise) and lead the lives they
do. In a parallel way, they can not accept some of the the gender/sexuality
implications of their engagement in male sex work. The consequence is the inability
to locate a suitable ‘settlement’ (re-territorrialisation) either in the country of origin or
in the country of destination because most opportunities available are not
economically viable, morally acceptable nor psychologically sustainable. Thus, the
inability to de-territorialise from and re-territorialise within different moral territories is
the most defining feature of errant mobility.
At the basis of young migrants' errant mobility is also the incapability to accept the
failure of the utopian migratory project in whose name they have left 'home'.
Typically, once this project fails in the first country of entry into the EU, it is
reproduced across different countries, which are ranked according to an upward
trajectory of perceived modernity: thus first Italy, Greece and Spain, then France and
Germany, then the UK and the Netherlands [2]. The mobility patterns of errant minors
and young people are characterised by the contrast between their imagined
trajectories of rapid social and economic emancipation from social marginality and
the spiral relapse into social marginality at each stop along the way. Typically, after a
‘pilgrimage’ to the perceived core of Europe (Amsterdam, London, Paris...) most
errant young people end up by returning to the country through which they first
entered the European space. The fear of 'losing face' by returning home empty
handed is the main factor forcing them to stay on in Europe, errant mobility and
social marginality being all is left after the disappointment with their imagined life
trajectories.
Perhaps, the most important aim of this study is to provide people and institutions
carrying out social intervention projects targeting minor and young migrants with
strategic qualitative information about their migration projects and the strategies of
survival they engage in, with a specific focus on prostitution. With this study, we hope
to show that selling sex can be, for some, the only known viable way to meet many


[1]
For a ‘self-reflexive’ summary of the main argument of the research in English, see Mai, N. (2007)
‘Errance, Migration and Male Sex Work: on the Socio-cultural Sustainability of a Third Space’ in
Ossman, S. (Ed.) Places We Share: Migration, Subjectivity, and Global Mobility, Lanham (MD):
Lexington Books, pp. 97-120.
[2] 
The analyses presented in this report are the findings of a research funded by the French region
PACA and undertaken during a period of 20 months, from Spring 2004 to the end of 2005 in 18 cities, 
distributed across 10 EU and non-EU countries. During the period of fieldwork, we gathered 82 semistructured
interviews with young people in a situation of errant mobility.


Die ganze Studie in Fransösisch:
(PDF 211 Seiten)
http://tdh-childprotection.org/comp....ib/task,dl/docid,515/l,2/ (click = download)


www.separated-children-europe-programme.org


.

Marc of Frankfurt:
Reflektion über den Menschenhandels-Diskurs

Centre on Migration, Policy and Society
University of Oxford

Motherhood, Apple Pie and Slavery: Reflections on Trafficking Debates
Bridget Anderson
mit 
Professor Julia O’Connell Davidson
Wie Migrationskontrolle und Menschenhandelsdefinitionen zusammenhängen und wie die Ansichten von Staat, NGOs mit Betroffenen im Konflikt stehen.
A moral panic over trafficking diverts attention from the structural, systemic causes of abuse and exploitation and confuses arguments.
Analyse der Palermo Protocols vom Nov. 2000 als Werkzeug zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und nicht als Menschenrecht zugunsten von Migranten. Kritik an der Pseudounterscheidung Menschenhandel und Menschenschmuggel.
Erklärt wird die Kontroverse zwischen feministischen Prostitutions Abolutionisten und Sexworker Rights Advokaten.
Prostitution/Sexarbeit wird mehrheitlich freiwillig erbracht, auch wenn die Wahlmöglichkeiten für die meisten beschissen sind.
...

Homepage:
http://www.compas.ox.ac.uk/publicat....g%20papers/wp-07-48.shtml
Studie:
http://www.compas.ox.ac.uk/publicat....t%20Anderson%20WP0748.pdf
(20 Seiten)


.

Marc of Frankfurt:
Schwieriger Kampf gegen den Frauenhandel
FOTO Hamburger Reeperbahn
BILDUNTERSCHRIFT In den deutschen Rotlichtvierteln, hier die Hamburger Reeperbahn, arbeiten viele gehandelte Frauen
 
Die Organisation Solwodi setzt sich für Frauen ein, die Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel werden. Gerade hat in Berlin die zwölfte Beratungsstelle in Deutschland eröffnet.
1985 gründete die katholische Schwester Lea Ackermann in Kenia eine Beratungs- und Hilfsorganisation für Frauen, die aus wirtschaftlicher Not in der Prostitution arbeiteten. Bis heute besteht Solwodi (Solidarity with Women in Distress) dort als Anlaufstelle für Frauen in Not. Auch in Deutschland kümmert sich die Organisation seit 1988 um ausländische Frauen, die im Versprechen auf Arbeit oder Heirat nach Deutschland kamen und Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel wurden. Inzwischen gibt es in der Bundesrepublik zwölf solcher Beratungsstellen, die letzte wurde kürzlich in Berlin eröffnet.
 
Nachtclub an der deutsch-tschechischen Grenze: - APBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:Nachtclub an der deutsch-tschechischen Grenze: Osteuropäerinnen profitieren von der EU-Osterweiterung
Etwa 700.000 Frauen werden jährlich nach Westeuropa gehandelt, berichtet die Juristin Birgit Thoma, die für die Organisation arbeitet. Nachdem viele Jahre der Frauenhandel aus Osteuropa in den Vordergrund gerückt war, habe sich mit der EU-Osterweiterung 2004 der Aufenthaltsstatus der Osteuropäerinnen geändert. Sie seien jetzt nicht mehr Illegale. Daher habe Solwodi den Schwerpunkt der Arbeit auf afrikanische Frauen gelegt, zumal man davon ausgehen könne, dass allein aus Nigeria 100.000 Frauen nach Westeuropa gehandelt wurden. Der Anteil von Migrantinnen in der deutschen Sexindustrie liegt bei 70 Prozent, und viele kommen aus Afrika. Genaue Zahlen gebe es nicht, sagt Birgit Thoma.
 
Täterinnen sind oft Frauen, die &quot;Madames&quot;
 
Anders als in Osteuropa ist der Frauenhandel in Afrika oft mit Heiratshandel verknüpft. Nicht große Mafiastrukturen, sondern kleine unauffälligere Netzwerke betreiben das Geschäft. &quot;Das Besondere ist, dass wir häufig Frauen als Täterinnen haben [wäre sie eine Deutsche, würde man evt. Betreiberin sagen. Sieht so Rassismus aus?]. Das sind die sogenannten 'Madames', die vorher meist auch selbst Opfer waren.&quot; 25 Prozent der Täterinnen seien Frauen, wie das Lagebild &quot;Menschenhandel&quot; dokumentiere [Täterinnen mit kleinem i sind immer Frauen]. Oft geraten die Frauen durch Voodoo-Rituale in eine besondere Abhängigkeit: &quot;Sie werden häufig von Priestern vorher gezwungen, nicht zu sagen, wo sie hingehen und was ihnen passiert [Unsere christliche Politiker sind gezwungen &quot;so wahr mir Gott helfe&quot; auszurufen. Unseren Gläubigen droht Fegefeuer bis hin zu ewiger Verdammnis]. Ansonsten geschieht nicht nur ihrer Familie etwas, sondern es kommen auch Krankheit, Tod und ein Fluch über sie.&quot;
 
Prostituierte - APBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:Frauen aus Afrika geraten oft über eine Zwangsheirat in Europa auf die Straße
In Deutschland gibt es für den Schutz der Frauen zahlreiche &quot;rechtliche Stolpersteine&quot;, wie Ex-Anwältin Thoma sagt. &quot;Wir haben kaum Strafverfahren, da der Frauenhandel ein 'Kontrolldelikt' ist. Und inzwischen haben wir keine Razzien mehr durch das Prostitutionsgesetz.&quot; Man käme kaum mehr an die Frauen in den Bordellen heran. Etwa 30 Prozent wüssten zudem, dass sie in die Prostitution kommen, was Probleme bei der Beweisführung schaffe.
[Da spricht unser Razzia-Blog eine andere Sprache:
http://sexworker.at/phpBB2/rlink/rl....BB2/viewtopic.php?t=1062]
 
Juristische Aufwertung durch EU-Richtlinien
 
Juristin Thoma erinnert jedoch an die Strafrechtsreform 2005, mit der mehrere EU-Richtlinien umgesetzt wurden. Der relevante neue Straftatbestand nennt sich nun &quot;Menschenhandel zur Form der sexuellen Ausbeutung, Arbeitshandel und Heiratshandel&quot;. Insgesamt werde der Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung nun nicht mehr als Sexualdelikt, sondern als ein &quot;Delikt gegen die körperliche Integrität und gegen die Freiheit&quot; gewertet, erklärt Thoma. &quot;Das ist juristisch eine Aufwertung, weil es dem Deliktcharakter Freiheitsberaubung und Gewalt mehr entspricht.&quot; Der neue Tatbestand erlaubt es Juristen, viel konkreter danach zu fragen, ob Frauen ausgebeutet wurden.
 
Ein zweites Problem ist der Heiratshandel, der nun auch im Strafgesetzbuch geregelt ist. Allein der Zwang zur Heirat reiche vor Gericht nicht aus. Gewalt und Drohung müssten bewiesen werden, sagt Thoma. Gleiches gälte für den Fall, dass sich eine Frau scheiden lassen will. Tritt zu Tage, dass es bei der Heirat nur um die Aufenthaltserlaubnis ging, könnten sich Frauen wegen einer Scheinehe strafbar machen. Das würden die Menschenhändler gezielt als Druckmittel einsetzen.
 
Oft ist es zu spät für den Asylantrag
 
Reformen wie das neue Zuwanderungsgesetz änderten nichts an der Situation, klagt Thoma. Wenn das Touristenvisum nach drei Monaten abläuft, wird der legale zum illegalen Aufenthalt. Meist können die Frauen kein Asyl mehr beantragen, weil dies direkt geschehen muss. &quot;Ihnen droht die sofortige Abschiebung&quot;, erklärt Thoma. Werden die Frauen aufgegriffen, greift allerdings eine neue Regelung: Als Opfer von Menschenhandel haben sie eine Bedenkzeit von sechs Monaten. In dieser &quot;Schonzeit&quot; können sie überlegen, ob sie als Zeuginnen aussagen. [Wenn das mal keine starke staatliche Motivation ist auszusagen.] &quot;Sagen sie nicht aus, werden sie abgeschoben. Sagen sie aus, haben sie ein Aufenthaltsrecht während des Strafverfahrens&quot;, erklärt Thoma.
 
Auf dem EU-Afrika-Gipfel 2007 in Lissabon wurde verabredet, stärker in der Bekämpfung des Menschenhandels zusammenzuarbeiten. Eine gemeinsame Strategie wurde unterzeichnet. Daran knüpft auch Birgit Thoma gewisse Hoffnungen: &quot;Man möchte künftig in der Strafverfolgung zusammenarbeiten, den Opferschutz und die Präventionsmaßnahmen verbessern&quot;, sagt sie. Es müsse darum gehen, die Gründe des Frauenhandels wie Armut, Perspektivlosigkeit und Diskriminierung vor Ort in den jeweiligen Ländern zu bekämpfen. &quot;Wir müssen dahin gelangen, dass dort Bildungsangebote geschaffen werden&quot;, erklärt die Solwodi-Juristin, &quot;und insgesamt eine bessere Lebenssituation für die Frauen hergestellt wird.&quot;
 
Sabine Ripperger
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3276579,00.html


Lea Ackermann: &quot;Es wird immer schlimmer&quot; - Frauen als Konsumgut

Allein in Westeuropa werden ca. 500 000 Frauen zur Prostitution gezwungen, weltweit geht man von etwa 7 Millionen Frauen aus. Und die Nachfrage nach Prostituierten - gerade auch in Berlin -steigt weiterhin, wie der aktuelle Bordell-Bauboom zeigt.
1985 gründete Schwester Lea Ackermann in Kenia eine Organisation, die sich um Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, kümmert: SOLWODI- Solidarity with Women in Distress, übersetzt: Solidarität für Frauen in Notsituationen.
Heute gibt es SOLWODI mit 12 Beratungsstellen auch in Deutschland, die sich mit Menschenhandel und Zwangsverheiratung aber auch Sextourismus auseinandersetzen.
Christiane Ohlsen hat mit Sr. Lea Ackermann über Frauen in Afrika undBildung als Mittel der Befreiung gesprochen. 
Radio:
http://www.inforadio.de/static/dyn2..../999/247999_article.shtml


.

Marc of Frankfurt:
Alternative nicht die freiwillige Sexarbeit kriminalisierende Worterklärung:

Def.:
Menschenhandel = Mißbrauch im Prozess der Migration

[Sietske Altink]
zitiert nach dem


Vortrag von Dipl.-Soz. Christiane Howe, context e.V. Berlin:
Internationale Frauenmigration und Frauenhandel: Politik und Realität im Widerspruch
http://www.landtag.nrw.de/portal/WW....v/Dokument?Id=MMST14/1823
(PDF 15 Seiten)
im Rahmen der NRW-ProstG-Anhörung:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35176#35176
gehalten im Museum der Arbeit zur Ausstellung Sexarbeit:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=3597#3597


.

Zwerg:
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:Alternative nicht die freiwillige Sexarbeit kriminalisierende Worterklärung:
Def.: Menschenhandel = Mißbrauch im Prozess der Migration
Vortrag von Dipl.-Soz. Christiane Howe, context e.V. Berlin:
Internationale Frauenmigration und Frauenhandel: Politik und Realität im Widerspruch
http://www.landtag.nrw.de/portal/WW....v/Dokument?Id=MMST14/1823

@Marc
Vielen Dank für den Hinweis - ich bin über dieses Dokument schon einmal gestolpert und habe es mir nunmehr noch einmal durchgelesen. Ich schließe mich Deiner Meinung vollinhaltlich an - der Vortrag von Christiane Howe zeigt, dass man das Thema auch entsprechend sachlich sehen (und dabei auch noch Lösungsansätze liefern) kann.
Ein virtueller Applaus für die Vortragende..
Christian

Marc of Frankfurt:
Menschen - und Frauenhandel – welche Interventionen wären aus kriminologischer Sicht sinnvoll?

von:
Monika Frommel
Professorin für Kriminalistik, Strafrecht und Rechtsphilosophie,
Direktorin des INSTITUT FÜR SANKTIONENRECHT
UND KRIMINOLOGIE
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
www.uni-kiel.de/isk

Die Lage aller Prostituierten kann nur durch eine konsequente Legalisierung verbessert werden.
Strafverfolgung wäre dann auf diejenigen zu erstrecken, welche die steuerrechtlichen, gewerberechtlichen, arbeits- und mietrechtlichen Spielregeln verletzen.
Die Betreiber eines Bordells und diejenige, die einen Straßenstrich organisieren, müssten sich den Regeln des sozialen Rechtsstaats unterwerfen. Nur dies könnte eine konsequente Disziplinierung kriminogener Männerbünde bewirken. Eine solche Kontrolle wäre mit Sicherheit den jetzigen Kriminalisierungsversuchen weit überlegen wäre.
Außerdem ist der Jugendschutz zu überdenken


Frommel vs. Renzikovski, Jan. '08:
Kontroverse über die Grenzen des Sexualstrafrechts
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=45362#45362
(Audiovortrag)
Das folgende angehängte Dokument im Google-Cache und in der Schnellansicht:
http://docs.google.com/viewer?a=v&a....LmpYGiZZwW8fW4y0tZ2d7qmVg

Marc of Frankfurt:
Nichtsexuelle Zwangsarbeit von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Heimen in Deutschland der Nachkriegszeit

Frontal21: Zwangsarbeit für die Kirche?
Heimkinder fordern Entschädigung
von Karsten Deventer und Eva Schmitz-Gümbel
Bete und arbeite - noch bis in die 70er Jahre hinein sah so der Alltag vieler Kinder und Jugendlicher in kirchlichen Erziehungsheimen aus. Erst vor kurzem haben Heimkinder ihr jahrzehntelanges Schweigen gebrochen und fordern jetzt Entschädigung für eine leidvolle Kindheit.
 
Wolfgang Rosenkötter ist 16 Jahre alt, als er 1961 in ein Heim der Evangelischen Diakonie Bethel im niedersächsischen Freistatt eingewiesen wird. Das Scheidungskind bekommt schnell die ganze Härte des Anstaltsalltags zu spüren. Um 7.00 Uhr: Antreten zum Appell, danach geht es zum Arbeiten ins Moor - Torf stechen. Die Heimkinder von Freistatt verrichten täglich Schwerstarbeit: &quot;Wir mussten praktisch ständig in gebückter Haltung arbeiten&quot;, erinnert sich Rosenkötter. Immer wieder wären sie aufgefordert worden, schnell zu arbeiten. Oft seien sie auch geschlagen worden.

Lohn gibt es für die harte Arbeit nicht; dafür Strafmaßnahmen für diejenigen, die nach Ansicht der Erzieher nicht spuren. &quot;Im Tagesraum stand ein großer Billardtisch&quot;, berichtet Rosenkötter. &quot;Dann musste man im Entengang um diesen Billardtisch herumlaufen, bis man umgekippt ist. Wenn man hochkam, weil man nicht mehr konnte, dann kriegte man mit dem Billardstock eins über den Rücken.&quot; Mehrere Male habe sein Rücken geblutet. Auch an tagelange Isolation in so genannten Besinnungszellen könne er sich erinnern. Hilflos ist Wolfgang der Willkür seiner &quot;Erzieher&quot; ausgeliefert. Eine staatliche Kontrolle gibt es nicht.

 
&quot;Bedauerliche Einzelfälle&quot;
Etwa 3000 Heime gab es in Deutschland zwischen 1950 und 1970, 80 Prozent davon in kirchlicher Hand. Insgesamt wurden dort etwa eine Million Kinder und Jugendliche erzogen. Was jedoch hinter den Mauern vieler Einrichtungen geschah, gelangt bis heute nur vereinzelt an die Öffentlichkeit. Doch immer mehr Betroffene brechen, wie Wolfgang Rosenkötter, ihr Schweigen und fordern eine Wiedergutmachung von Seiten der Kirche. So ist es Rosenkötter wichtig, dass &quot;die Träger, die Verantwortlichen, anerkennen, dass Zwangsarbeit stattgefunden hat, dass man sich für diese Sache entschuldigt, dass ein finanzieller Ausgleich erfolgt für die Zeit, die man hier erlitten hat und nicht entlohnt wurde.&quot;

Doch die Kirchen wiegeln ab, sprechen von &quot;bedauerlichen Einzelfällen&quot;: Nach Ansicht des Präsidenten des Diakonischen Werkes, Klaus-Dieter Kottnik, sei es damals üblich gewesen, dass Kinder auch auf Bauernhöfen mitgearbeitet haben, mit zum Erwerb der Familie beigetragen haben. &quot;Und so haben die Kinder, die in den Heimen gelebt haben, mitgeholfen, zum Unterhalt der Heime beizutragen. Zwangsarbeit ist etwas, was wir da überhaupt nicht als eine Parallele ansehen&quot;, so Kottnik gegenüber Frontal21.
 

Kirche spricht von &quot;Arbeitserziehung&quot;
Auch die katholische Bischofskonferenz spricht von Einzelfällen, sieht keine Systematik. Für die Arbeit in den Heimen finden die Bischöfe sogar eine Rechtfertigung. Auf Anfrage von Frontal21 teilt die Bischofskonferenz schriftlich mit, es sei darum gegangen, Kindern und Jugendlichen zu helfen: Dazu gehöre nach damaliger Einschätzung die Hinführung zur Arbeitswelt unter dem Begriff &quot;Arbeitserziehung&quot;.
 
Seit 2006 beschäftigt sich auch der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags mit dem Schicksal der Heimkinder. In wenigen Wochen wird er einen Abschlussbericht zu den Anhörungen vorlegen. Derweil plädiert die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast, für eine Stiftung nach dem Vorbild des Entschädigungsfonds für NS-Zwangsarbeiter.
Quelle:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,7227371,00.html
Interview mit Erziehungswissenschaftler Prof. Manfred Kappeler
&quot;Gehorsam, Diziplin, Unterordnung&quot;:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,7227519,00.html
Hier sollten die Kirchenvertreter schonungslos aufklären und falls erforderlich Schuld bekennen und Sühneleistung darbringen, wenn sie Glaubwürdigkeit sich erhalten wollen als eine Institution die Macht und Menschlichkeit miteinander versöhnen kann. 
Ansonsten wäre jede moralische Empörung z.B. bei der sog. Menschenhandels- oder Prostitutionsdebatte reine Interessenpolitik einer Institution.


Ein ehmaliges betroffenes Heimkind:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=42334#42334


[Für nichtausstiegswillige SexarbeiterInnen gibt es auch immer noch kein Versorgungswerk und erstrecht keine Stiftung - nur ein ärmliches Altenheim in Mexiko City.]


.

Marc of Frankfurt:
Fachbuch: Menschen Handel
Wie der Sexmarkt strafrechtlich reguliert wird

40.000 Zwangsprostituierte würden erwartbar nach Deutschland geschleust, um sexhungrige Männer zu bedienen, hieß es im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft. Über eine ganze Hauswand spannte sich am Bahnhof Zoo das Plakat der Kampagne gegen Zwangsprostitution, auf dem das Loch für die Eckfahne eines Spielfeldes zu sehen war und der Slogan »Rein, raus! Sag Nein zur Zwangsprostitution«, der in kongenialer Weise die Infantilität deutscher Sex- und Fäkalwitze zusammenfasste. Fünf Ermittlungsverfahren blieben am Ende übrig, drei Tatortfolgen im Ersten und eine zutiefst betroffene Sabine Christiansen. Wozu also das ganze? 


Wie im Drogenstrafrecht so wird auch mit dem Sonderrecht
zur Prostitution als wesentlicher Bereich des Sexualstrafrechts
versucht, ein als gesellschaftliches Problem wahrgenomme-
nes Feld strafrechtlich zu regulieren und zu kontrollieren.
Während die eigentlichen Strukturen des Milieus unberührt
bleiben, hat die strafrechtliche Regulierung eine gravierende
Einschränkung von Verteidigungsrechten mit sich gebracht.
Das wichtigste Argument ist hier der Opferschutz: Während
Prostitution noch bis in die 1980er Jahre hinein als ein sog.
opferloses Delikt angesehen wurde, ist die Prostituierte
mittlerweile als Opfer der „Organisierten Kriminalität“ ent-
deckt worden. Hierbei ist eine deutliche Ungleichgewichtung
zwischen deutschen und nicht-deutschen Prostituierten zu
beobachten, die in dem Maße zunahm, in dem es deutschen
Prostituierten gelang, an die Öffentlichkeit zu treten und mit
Klischees über das Milieu aufzuräumen. Die strafrechtliche
Repression verlagerte sich nunmehr auf den sog. Men-
schenhandel und damit auf einen Teilbereich des Milieus.
Eine Form der (Sex-) Arbeitsmigration steht seitdem unter
Generalverdacht.


Inhalt
Vorwort: Thomas Uwer
Volkmar Sigusch: Sexualwissenschaftliche Thesen über Prostitution
Philipp Thiée: Zur Scholastik des Menschenhandels
Das Sonderstrafrecht zur Prostitution
Jochen Bung: Das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung
Stephan Kuhn: Rollentausch im Rotlichtviertel
Monika Frommel: Schutz der persönlichen und wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit von Prostituierten
Martin Schaar: »Menschenhandel«, illegale Migration und die EU-Osterweiterung
Jesper Bryngemark: Das schwedische Modell der Freierkriminalisierung
Nora Markard: Prostitution im internationalen Recht Zwischen moralischer Panik und organisierter Kriminalität: Von »weißer Sklaverei« über Frauenhandel zu Menschenhandel
Valentin N.J. Landmann: Prostitutionsmarkt und Menschenhandel in Europa
Ein ökonomischer Widerspruch
Juanita Rosina Henning: Jenseits von ›Menschenhandel‹ und ›Zwangsprostitution‹
Empirische Zugänge zu Motivationen und Handlungsoptionen von Prostitutionsmigrantinnen am Beispiel der Bordellprostitution in Frankfurt/Main
Gerhard Walentowitz: Mit flächendeckender Polizeikooperation in den Überwachungsstaat
Kritische Anmerkungen zur Rolle von NGOs im Kontext europäischer Anti-Menschenhandels-Politik
Lena Dammann: Aufenthalts- und Arbeitsrechte für Migrantinnen in der Prostitution
Uwe Maeffert: Der Zustand des polizeilichen Ermittlungsverfahrens - ein Beispiel
Jochen Thielmann: Dialog mit den unsichtbaren Dritten oder: »Nicht alles, was legal ist, ist auch legitim.«
Philipp Thiée: Der »Rotlichtpate von Köln«
OK-Ermittlungen gegen »Keimzellen« und »Luxusbordelle«
Tom Mihelic: Alltägliche Arbeitsprozesse im Bordell unter dem Gesichtspunkt der Strafrechtsrelevanz
Autorenverzeichnis


Schriftenreihe der Strafverteidigervereinigungen
www.strafverteidigervereinigungen.de
www.strafverteidigervereinigungen.de/Material/menschen_handel.htm


.

Marc of Frankfurt:
Ministerin Bures:
&quot;Aufenthaltsrecht für verschleppte Frauen&quot;
Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) will verschleppten und zur Prostitution gezwungenen Frauen den Aufenthalt in Österreich per Rechtsanspruch sichern.
&quot;Sie haben Furchtbares erlebt. Ein humanitärer Aufenthaltstitel ist zur Zeit schon möglich. Um die Unsicherheit zu beenden, brauchen sie aber einen Rechtsanspruch&quot;, wird die Ministerin in der Tageszeitung ÖSTERREICH zitiert (Dienstag-Ausgabe).
Prostituierten sollen auch Zugang zum Arbeitsmarktservice und zur medizinischen Versorgung erhalten, fordert Bures. Die Krankenversicherung für gehandelte Frauen ist auch im Regierungsprogramm vereinbart, so die Ministerin. Mit Innenminister Günther Platter (ÖVP) laufen zu diesem Thema bereits Gespräche. (mm)
wienweb.at/content.aspx?menu=4&amp;cid=149855


Bures will Aufenthaltsrecht für verschleppte Frauen
Wien , 21. April 2008
Frauenministerin Bures verlangt im Gespräch mit ÖSTERREICH einen Rechtsanspruch für verschleppte und zur Prostitution gezwungene Frauen.
 
&quot;Sie haben Furchtbares erlebt. Ein humanitärer Aufenthaltstitel ist zur Zeit schon möglich. Um die Unsicherheit zu beenden, brauchen sie aber einen Rechtsanspruch.“ Derzeit hätten ja auch von ihrem Ehemann misshandelte Migrantinnen das Recht im Land zu bleiben, argumentiert Frauenministerin Doris Bures.
Außerdem sollen die Prostituierten auch Zugang zum Arbeitsmarktservice und zur medizinischen Versorgung erhalten. Bures: „Nur wenn es ums Überleben geht, sind Ärzte zur Behandlung verpflichtet. Diese Frauen sind in der Regel psychisch krank und trauen sich nicht zum Arzt, weil sie keinen Anspruch haben. Die Krankenversicherung für gehandelte Frauen ist auch im Regierungsprogramm vereinbart.“ Die Opfer sollen anhand von einem „klaren Kriterienkatalog“, an dem schon gearbeitet wird, als solche erkannt werden.
Die Frauenministerin schätzt, dass eine zweistellige Zahl von der Regelung profitieren könnte. Die Gespräche mit dem Innenminister laufen bereits, berichtet ÖSTERREICH (Dienstag-Ausgabe).
oe24.at/zeitung/oesterreich/politik/article296841.ece

Marc of Frankfurt:
POL-BO: Bochum
Illegaler Aufenthalt - 22-jährige Sudanesin festgenommen
Bochum-Innenstadt (ots) - Beamte der Bochumer Polizei kontrollierten am Mittwochabend, gegen 19.00 Uhr, im Bordellbereich der Straße Im Winkel eine junge Frau, die dort der Prostitution nachging. Bei der Überprüfung der Verdächtigen wies sich diese mit einem gestohlenen Pass aus. Weitere Ermittlungen ergaben dann, dass sich die 22 Jahre alte Sudanesin illegal in der Bundesrepublik aufhält. Die Beschuldigte wurde festgenommen und in das Polizeigewahrsam gebracht.
Michael Bloch
Polizeipräsidium Bochum
Uhlandstr. 35
44791 Bochum
Tel.:+49 234 909 - 1021
Fax: -1028
michael.bloch@polizei.nrw.de
presseportal.de/polizeipresse/pm/11530/1178215/polizei_bochum

Hanna:
Mal was anderes. Übertragts auf unser Business:
gleich vorweg. ich bin keine besondere Freundinvon Sarkozy und was er als Politik in den banlieues gemacht hat, halte ich für sehr unsensibel und unklug. Aber die schlechten Umfragewerte hat er eher seinem Liebesleben und dessen ungeschickter medialer aufarbeitung zu verdanken. so jedenfalls denkt das uns umgebende ausland mit dem wir in D in konkurrenz stehen
http://nachrichten.alice.aol.de/sar....l/20080425005212413984329

(auszug)
Sarkozy bekräftige, dass Frankreich im Konflikt mit den ausländischen Arbeitern ohne Papiere nicht nachgeben will. &quot;Es kommt nicht in Frage, dass wir massenhaft das Bleiberecht gewähren, das führt zu einer Katastrophe&quot;, sagte Sarkozy. Und: &quot;Wir können nicht alles Elend der Welt aufnehmen.&quot; Auch Spanien und Italien hätten diese Praxis mittlerweile aufgegeben, weil es nur weitere illegale Einwanderer anziehen würde. &quot;Man wird auch nicht Franzose, bloß weil man irgendwo in einer Küche arbeitet&quot;,[ oder als sexarbieterin im bordell] sagte Sarkozy. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob die etwa 800 Anträge der derzeit streikenden Arbeiter bevorzugt behandelt werden sollten.
Er sei immer dafür gewesen, gezielt Ausländer aufzunehmen. [das ist das was auch wir brauchen, hochqualifizierte ausländer! aber denkt an schröders greencard initiative - erst ein großes geschrei und als das ganze endlich durch war kamen nicht mal genügend - so unattraktiv ist das wenig englischsprachige deutschland für qualifizierte inder!] Von den Einwanderern, die rechtmäßig in Frankreich leben, sei gut ein Fünftel arbeitslos, betonte Sarkozy. Frankreich solle daher lieber diejenigen, die es aufnehme, &quot;gut aufnehmen&quot;; ein Bleiberecht für alle würde &quot;zur Katastrophe führen&quot;. In Frankreich leben schätzungsweise zwischen 200.000 und 400.000 Einwanderer ohne Papiere, die größtenteils eine Arbeit haben. Die konservative Regierung will dieses Jahr 25.000 Ausländer ohne Papiere abschieben.
[es geht hier allein um ökonomische motive]

Marc of Frankfurt:
Diese Migranten sind hochwillkommen. Als geschätzte Gäste bereichern migrierte Worte die deutsche Sprache: 
Tollpatsch, Currywurst und Engel heißen die Sieger des Wettbewerbs &quot;Wörter mit Migrationshintergrund&quot; des Goethe-Instituts und des Deutschen Sprachrats.
Häufigster Vorschlag war &quot;Fisimatenten&quot;, laut Duden ein &quot;unernstes albernes Verhalten&quot;. Unklar ist allerdings die Herkunft des Begriffs, es könnte aus dem Französischen kommen von der delikaten Aufforderung &quot;Visitez ma tente&quot; (Besuchen Sie mein Zelt). Besonders in Berlin wurde den jungen Frauen geraten, man solle keine Fisimatenten machen.
ganzer Artikel:
www.welt.de/kultur/article1938413/T....te_Einwanderungswort.html
www.das-beste-eingewanderte-wort.de


Unwort sog. Zwangsprostitution
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=761
Wortgebrauch Prostitution
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=919


.

Marc of Frankfurt:
Das St. Pauli Protokoll

Es ist das Ergebnis der 39. Fachtagung Prostitution:
&quot;Gemeinsamkeiten und Differenzen im Kontext von Migration und Sexarbeit&quot;
veranstaltet von:
Amnesty for Women/TAMPEP-Deutschland, Phoenix, LEFÖ/TAMPEP-Österreich, Maiz 
Hier die Einladung und das Programm:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=30925#30925
Hier unsere Tagungsberichte:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35707#35707 (SW-only)

Marc of Frankfurt:
Sex Work vs. Trafficking: 
Understanding the Difference

By Melissa Ditmore, RH Reality Check
Posted on May 10, 2008, Printed on May 12, 2008
 
Even those who mean well sometimes confuse the human
rights abuse of trafficking in persons with the human
occupation of prostitution, or sex work. It's
understandable because of the history of the two
fields, but it creates rather than solves problems.
Let me try to sort it out here.
 
The tendency to treat trafficking and prostitution as
if they were the same thing has a long and problematic
history. Legislation and social discussion have often
blurred or denied any difference, but that has always
made things worse rather than better for those
involved.
 
The trafficking of women and children into sexual
slavery is undeniably a gross abuse of human rights.
Like all trafficking, it involves coercion or trickery
or both. Sex trafficking is an odious forms of
trafficking, but it is far from the only one. Men,
women and children are also -- and more commonly --
trafficked routinely for purposes of household and
farm labor as well as sweatshop manufacturing. Their
lives may be less media-genic than those of sex
trafficking victims, but they are no less brutal,
dangerous and degraded.
 
A narrow focus on the single aspect of sex trafficking
is often fueled by sensationalist and sometimes
salacious accounts of sexual abuse. It leads us to
ignore these other forms of trafficking, and so denies
help and protection to all the men, women and children
forced into and trapped in abusive working situations
in other industries.
 
By the same token, treating sex work as if it is the
same as sex trafficking both ignores the realities of
sex work and endangers those engaged in it. Sex
workers include men and women and transgender persons
who offer sexual services in exchange for money. The
services may include prostitution (sexual intercourse)
and other services such as phone sex. Sex workers
engage in this for many reasons, but the key
distinction here is that they do it voluntarily. They
are not coerced or tricked into staying in the
business but have chosen this from among the options
available to them.
 
A key goal of sex worker activists is to improve
sex-working conditions, but self-organization is
impossible when sex work is regarded as merely another
form of slavery. Then authorities and laws trying to
stop true slavery -- trafficking -- get misapplied to
sex workers, clients and others involved in the sex
industry. Law enforcement raids in the U.S. and
abroad, for example, have led to little success
identifying trafficked persons but instead have driven
sex work underground. This exposes sex workers to an
increased risk of violence and denies them any
protection of laws against assault or access to
medical, legal and educational services. It denies
them their human rights.
 
A national anti-trafficking law enacted in 2000
recognizes &quot;severe forms of trafficking&quot; as a modern
form of slavery that involves a broad spectrum of
workers and industries. In this interpretation,
trafficking is clearly distinguished from voluntary
sex work and thus avoids the absurdity of equating the
fear and suffering of a trafficked person with the
typical working conditions of voluntary sex workers.
These conditions are often far from ideal, but
nevertheless they are far removed from debt bondage or
enslavement.
 
It is regrettable that despite the obvious reality of
this perspective, the popular imagination of sex work
tends to return to images of young girls forced into
sexual slavery. Perhaps people would rather read such
stories than hear about more prosaic struggles for
workers' rights -- to organize, to be free from
harassment, to get decent health care. But their
preferences should not be allowed to dictate policy
about either human trafficking or sex work.
 
Traditional standards of morality have been a major
influence on legislation aimed at trafficking, and on
the ways that trafficking legislation changes the
legal treatment of prostitution. But the 'moral'
position opposing sex work is actually a specific
political and ideological position, and its net effect
is typically to limit women's autonomy.
 
Sex law is often a front for ideology that constrains
rather than liberates women. What most appalls me
about the recent conflation of trafficking and sex
work in law and policy is that some feminists support
the confusion. These women would normally never dream
of telling other women how to behave, because they
have fought against imposed constraints in their own
lives. Yet they seem to think it is acceptable to tell
sex workers what is best for them, and they are
prepared to use dubious political alliances to advance
their moral agenda.
 
Women's studies professor Donna Hughes even told the
National Review that George W. Bush is the president
who has done the most for women on the strength of his
policies aimed against sex work. The fact that these
policies do nothing to halt human trafficking and in
fact may be counter-productive seems to be irrelevant.
So does the worse fact that President Bush has
presided over a deliberate reduction in access to
reproductive health care for women in the United
States and around the world.
 
Women are not the only victims when trafficking is
conflated with sex work. The confusion squanders
opportunities to address real victimization and to
assist people in real situations of abuse. Resources,
time and energy that might actually help trafficking
victims are wasted in sensational &quot;rescues&quot; that are
also ineffective and often counterproductive.
 
There is a clear need to formulate public policy that
is less emotionally driven and better able to
recognize the real causes, nature and effects of
trafficking in persons. People concerned about the
health and rights of migrants should choose to talk in
terms of migration and mobility and workers' rights --
including sex workers' rights -- rather than confusing
matters by using the term &quot;trafficking&quot; with all its
attendant baggage. That should help clear the debating
field for useful and separate discussions of both.


 
Melissa Ditmore, Ph.D., was the inaugural Chair of the
Advisory Board of the Sex Workers Project and is a
research consultant on issues of sex work, mobility
and migration, HIV and sexual health. She edited the
Encyclopedia of Prostitution and Sex Work (Greenwood
Press, 2006) and edits Research for Sex Work, the
journal of the Network of Sex Work Projects.
 
© 2008 RH Reality Check All rights reserved.
View this story online with comments at: 
alternet.org/story/84987/


.

Marc of Frankfurt:
Australian High Court Decision on Slavery this week

here is a (highly simplified) update about next week's Australian High Court decision relating to slavery:
The High Court case has been sparked off by the Victorian Crown who are still pursuing Ms Wei Tang. 
Ms Wei Tang was a brothel owner in Melbourne caught up in a trafficking raid. Sex workers working at her brothel were on contract, and were paying off debts to her for 6 days a week and earning their own money on Sundays. The juries decided that she was a slave owner, and thus had trafficked the women. 
The court of appeal eventually found that the debt alone did not constitute slavery. Wei Tang was found to have had a employer-employee relationship with the sex workers involved. Thus Wei Tang was found NOT guilty of trafficking. 
See
http://www.austlii.edu.au/au/cases/vic/VSCA/2007/134.html and
http://www.austlii.edu.au/cgi-bin/s....y=%22Wei%20Tang%22%202007
for more information.


The Victorian Crown prosecutors disagree with the outcome of the court of appeal. They have taken the decision to the High Court. They believe that the contracts are the same as slavery, and that Wei Tang is a trafficker. 
See
http://www.austlii.edu.au/cgi-bin/s....2007/810.html?query=title(Tang)
for the arguments already put to the High Court by the Victorian Crown and Ms Wei Tangs' lawyers.
Interestingly, the Victorian Prosecuters have said that they have a number of cases waiting in the wings, depending on what happens in the High Court.
This gives us all an idea about how important this case is - if it goes against Ms Wei Tang then she'll be the first of many many brothel owners who will be targetted by the Victorian Crown.
The High Court will hear arguments and submissions from both parties relating to the case, on Tuesday and Wednesday this week, starting at 10.15am at the Australian High Court in Canberra.


The High Court Judges will NOT be reassessing the details of Ms Wei Tangs' case. They are ONLY assessing the definition of slavery. It will consider the following:
1) Statutory Definitions of Slavery
2) Definitions adopted in other countries
3) Case law in Australia and elsewhere
The discussion at the High Court case next week won't be the last we'll hear about this. It will be many months before the outcome will be known. We do know that the results will be released before February 09, because that is when Michael Kirby retires, and the decision has to be made before he leaves the Court.
There are special conditions for groups that are considered of interest to the case (these groups are called &quot;Amiucus Curiae&quot;) In this case it appears that the Human Rights and Equal Opportunity Commission will be making submission. They have not consulted with Scarlet Alliance about their submission to the High Court. Scarlet Alliance will be attempting to access their barristers' submission prior to Tuesday morning. It is incredibly dissapointing that the Human Rights and Equal Opportunity Commission have submitted evidence without consulting Scarlet Alliance, the sex worker association of Australia. It is indicative of the segregation in the anti-trafficking movement in Australia, being pushed by anti-sex work group Project Respect.
Maria McMahon and myself will be going to Canberra to sit through the case.
Anyone can attend, and it is likely that some of the SWOP ACT and local sex workers crew will drop in from time to time over the 2 days. The case will run all day on Tuesday at the High Court of Australia, It is situated in the Parliamentary Triangle, on the shores of Lake Burley Griffin between the National Science and Technology Centre and the National Gallery of Australia. If you are in Canberra next week you might want to come along as moral support for sex worker rights. It is likely that the Crown case will be pretty depressing....
Scarlet Alliance will also be doing media about the case while it is happening, including Melbourne metropolitan ABC radio drive on Tuesday afternoon. We have already done a pre-record for the ABC Radio National &quot;Law Report&quot;, going to air on Tuesday.
Other links regarding this issue:
A description of the anti-trafficking laws in Australia, the players and the arguments
http://www.scarletalliance.org.au/i....ant-workers/traff-laws05/

Elena
Scarlet Alliance, Australian Sex Workers Association
www.scarletalliance.org.au


Mehr unter Länderberichte Australien:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=36764#36764


.

Marc of Frankfurt:
Schwarzer Prinz 
weiße Königin
Katharina Hänni, 41j arbeitslose Verkäuferin aus Moosseedorf bei Bern wandert aus ins Hochland von Kamerun, um ihren Prinzen Marcelin Paholo zu heiraten, den wie sich später herausstellen wird arbeitslosen Musiker sie übers Internet kennengelernt hat.

Link

Jetz hat sie ihre Liebesgeschichte aufgeschrieben und unter dem Titel:
&quot;Schwarzer Prinz - Weiße Königin&quot; veröffentlicht.
Beide haben ein Haus gebaut und einen Sohn geboren. 
Auch überfallen wurde die junge Familie bereits, möglicherweise nicht zuletzt deswegen, weil die Lebensmittelpreise global steigen.
Katharina ist angeblich ferner ein Opfer schwarzer Magie geworden. Ein Fluch laste auf der schweizerisch-afrikanischen Familie, erzählt sie dem «Reporter» des Schweizer Fernsehen, der die Story von anfang an begleitet hat.
Familienhomepage:
http://reinepaholo.ch/


Noch ne interkontinentale Liebesgeschichte:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=27906#27906


.

Marc of Frankfurt:
Rechtsseminar: Frauen und Migration
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und weitere Antidiskriminierungsrechte in der Beratung von Migrantinnen
Im vergangenen Jahr konnten erste Erfahrungen mit dem AGG gesammelt werden. Ein Instrument zur Bekämpfung von Diskriminierung am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, beim Zugang zum Ausbildungsplatz und gegenüber Behörden kann das Gesetz nur werden, wenn es in der Beratung von Migrantinnen gezielt genutzt wird.
Die Referentinnen werden die praktischen Anwendungsmöglichkeiten, aber auch die Gefahren und Hürden der Antidiskriminierungsgesetze mit den Teilnehmerinnen erarbeiten.
Das Seminar wendet sich an Mitarbeiterinnen von Beratungs- und Informationsstellen und Migrantinnen-Organisationen.
Eine Kooperation mit agisra Köln e.V., Beratungs- und Informationsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen
Referentinnen: Dr. Dorothee Frings; Jae-Soon Joo-Schauen, agisra Köln e.V.
Das nächste Rechtsseminar “Frauen und Migration” mit einem aktuellen Thema ist für den 26.-27. September 2008 vorgesehen.
Ort: Gelsenkirchen
Gebühr: 90€ inkl. Ü/VP
V-Nummer: 2001-08
Koordination: Hildegard Krautwald
Veranstalter Heinrich-Böll-Stiftung NRW
Information auf Nachfrage (in NRW) 
http://www.boell.de/veranstaltungen/index-1098_32393835.html


_________________


Vortragsreihe des 
Deutschen Instituts für Menschenrechte
Am 29. April begann die Vortragsreihe „Menschenrechtliche Integrationspolitik“ des
Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. Bis zum 15. Juli 2008 werden dort
jeweils dienstags von 18-20 Uhr Grundlagen einer inkludierenden Integrationspolitik
erörtert und diskutiert. Unter anderen Themen werden:
Aufenthaltsrecht und Illegalität, das
Recht auf Familiennachzug, Integrationskurse und islamrelevante Konflikte behandelt.
Termine und Themen sind zu finden unter:
http://www.institut-fuer-menschenre....php/_c-409/_nr-183/i.html


.

Marc of Frankfurt:
TV-Tipp:
Dienstag 27. Mai um 23.15 Uhr
Endstation Sexbusiness

Sie kommen aus Tschechien, der Slowakei, Rumänien oder Albanien: Mädchen wie Zdenka, Claudia, Jolena und Diana, die ihr Glück in Westeuropa suchen. Sie haben große Pläne, landen aber oft in der Sexindustrie, wo sie erotische Fantasien anregen, während ihre eigene Realität meist weniger traumhaft ist: Schäbige Hotels, Flughäfen, Einsamkeit und Businessmentalität bestimmen die Welt der Pornodarstellerinnen oder -models. Die Dokumentation widmet sich der Welt des Sexbusiness, indem sie diejenigen zu Wort kommen lässt, denen sonst kaum jemand zuhört.
ARTE F
Zdenka, Claudia, Jolena, Diana - sie kommen aus Tschechien, der Slowakei, Rumänien oder Albanien. In Frankreich sind sie für die Dauer einer Fotosession, manche auch für die Dreharbeiten eines Pornofilms, andere bleiben Jahre oder ein ganzes Leben lang.
Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche in eine Welt aus Sex und Prostitution und zeigt die Träume und Erlebnisse der Ostmädchen. Ihre Vorstellungen von einer besseren Zukunft scheitern oft an der harten Realität. Und die, die den Ausstieg aus der Prostitution geschafft haben, wissen oft nicht, wie sie sonst ihr Geld verdienen sollen und werden früher oder später von ihrer Vergangenheit wieder eingeholt.
Sie sind zwar in Westeuropa, aber zu welchem Preis? Hat sich der Mythos des westlichen Eldorados in den 18 Jahre seit dem Mauerfall überlebt oder wirkt der Schaufenstereffekt des Westens noch immer? Wie ist es möglich, dass so viele Mädchen in der Sexindustrie landen, während andere Frauen aus diesen Ländern dank der EU-Erweiterung in allen möglichen Wirtschaftsbranchen im Westen Arbeit finden?
Diesen Fragen geht die Dokumentation nach, zeigt die Sexindustrie aus Sicht der Mädchen, aber auch aus der Perspektive der Fotografen, Filmemacher und anderer Protagonisten dieser Welt, in der sich die Frauen behaupten müssen.

Wiederholung am Sonntag 1. Juni um 01.30 Uhr
(Frankreich, 2008, 45mn)
ARTE F
http://www.arte.tv/de/Generation-Po....ration-Porno/2041376.html
Mit Kommentaren in unserem Video-Archiv (members-only):
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=37608#37608


Siehe auch diese Menschenhandels-Dokus:
„Moderne Sklavinnen – Das Geschäft mit der Ware Frau“ von Ulrike Baur („Die Balkanroute“) für ZDF/ARTE/3SAT (2002/2003), der 2003 mit dem FrauenMedienPreis ausgezeichnet wurde. 
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=38364#38364 (members-only)
Film: The Virgin Trade, Dokumentation 2006 über Thailand Sex Tourismus - Sex Lies and Trafficking, UK, von Stuart Kershaw.
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28240#28240
Alle Filme in unserer Videothek:
http://sexworker.at/phpBB2/viewforum.php?f=88 (members-only)


.

Hanna:
es wäre wünschenswert, wenn solche Filme vor allem dort im TV laufen würden, wo diese Mädchen herkommen! Damit sie ein realistisches Bild von dem bekommen, was sie erwartet.

Lupus:
Ist bekannt, dass ARTE+7 die Filme 7 Tage lang nach der Ausstrahlung zum kostenlosen Abspielen zur Verfügung stellt?
http://plus7.arte.tv/de/streaming

Marc of Frankfurt:
Zwei Bücher von und mit Helmut Höge


Transitgeschichten


WPP. Wölfe - Partisanen - Prostituierte

Krieg und Friesen


.

Marc of Frankfurt:
Derzeit wieder alle Medienkanäle voll vom Thema Menschenhandel.
Deshalb sei erlaubt das Indische Gegenmodell nocheinmal zu nennen:
Mit Kommentaren:
www.welt.de/vermischtes/article2069...._Sexsklavinnen_boomt.html
www.welt.de/welt_print/article20685....ft_mit_Sexsklavinnen.html


Indisches Modell: 
Selbstkontrolle der Sexindustrie
Eine Chance gegen Pauschalkriminalisierung vorzugehen:

Model India:
Self-regulatory board (SRB)
One of the most innovative and effective endeavours to stop trafficking of girls and women into sex work.

www.durbar.org/programs/anti_trafficking.html
www.durbar.org/html/anti_trafficking.asp
Durbar Mahila Samanwaya Committee (DMSC)
Durbar = 'Die Unwiderstehlichen', 
Sexworker Selbsthilfe Organisation und Gewerkschaft Kalkutta in Bengalen, Ostindien.
www.durbar.org


Siehe auch Erfolg bei den Sexarbeitern vom Sampada Grameen Mahila Sanstha (SANGRAM) in Sangli, Westindien. Sie nutzen ihre &quot;mohalla committees&quot; und community-based programming als Empowerment zur Verhütung von Sexarbeit Minderjähriger und Menschenhandel, sodaß traumatisierende bis stigmatisierende Razzien sich erübrigen:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=80522#80522 (Fallstudie im Razziablog)
Sampada Grameen Mahila Sanstha (SANGRAM)
Sexworker Gewerkschaft in Maharashtra, Westindien
www.sangram.org


Holländische Kampagne 
&quot;Pimping is vorbidden&quot;:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=21805#21805


Kambodscha
Sex workers want to be directly involved in efforts to combat trafficking.
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=62303#62303


.

Marc of Frankfurt:
Ob das gegen Menschenhandel wirklich hilft oder doch nur wieder das Patriachat stärkt?
In Malaysia brauchen evt. in Zukunft auswandernde Frauen eine Einverständniserklärung ihrer Herkunftsfamilie.

Malaysian women going abroad need family consent
Malaysia Sun
Sunday 4th May, 2008
(IANS)
Malaysian women intending to travel abroad alone may need family consent as per a government proposal that seeks to prevent them from being used by crime syndicates operating in different countries including India.
Women leaders and non governmental organisations (NGOs) have called it 'regressive, unfair and biased', the New Straits Times said Sunday.
The government says it wants to prevent women from being used as 'drug mules' by international syndicates.
It says Malaysia is a prime target for smuggling drugs to other countries including Europe.
Foreign Minister Rais Yatim said Saturday his ministry and the home ministry feel the move is necessary and a proposal for this has been submitted to the cabinet.
The move comes following several incidents where women were used to smuggle drugs overseas.
Out of 119 cases of Malaysian women hauled up before foreign courts, 90 percent were linked to drugs, said Yatim.
A vast majority of these women are aged between 21 and 27, and are believed to have been duped or forced into being 'mules' for the drug syndicates.
It is learnt that the offences were committed in various countries including China, Singapore, Malta, Brazil, Peru, Taiwan, Venezuela, India, Spain and Portugal.
'Last night, my ministry, together with the home ministry, has jointly forwarded a report to the cabinet on the matter.
'Both ministries agreed that factors like family, religion, immigration laws and preventive measures need to be considered before a Malaysian woman goes abroad alone,' Rais told the media.
On the proposed requirement for family consent, he said it would enable the woman's family to monitor her departure and serve as a preventive measure against her being duped by international drug syndicates, official news agency Bernama reported.
'I have submitted this proposal to the cabinet and both the foreign and home ministries feel this is necessary. Many of these women (who travel alone) leave the country on the pretext of work or to attend courses and seminars.
'With this declaration, we will know for sure where and for what she is travelling overseas,' said Yatim.
He said those detained were subject to the laws of those countries and Malaysian authorities had to act within their jurisdiction when dealing with such cases.
'We are working closely with the home ministry and Interpol to offer any possible assistance to these people. But, there is only so much we can do,' the minister said.
Women's groups point out that Malaysians are also being imprisoned for various others crimes including credit card fraud, immigration offences and even human trafficking.
National Council for Women's Organisations Malaysia deputy president Faridah Khalid called the proposal 'backward and unfair'.
'This is an infringement of our rights. We're the victims and now you're creating more problems. Why must you put more restrictions on women?' she asked.
Sisters in Islam programme adviser Norhayati Kaprawi saw the proposal as an 'over-reaction' to a problem that could be tackled in a different way.
'It's not only a violation of women's rights but also a violation of human rights,' she said.
Malaysian Indian Businessmen Association president P. Sivakumar said the government should target the syndicates and clean up the system instead of focusing on the victims.
'Go all out to attack the syndicate and unscrupulous agents who try to smuggle drugs. Wipe them out, for as long as these people are around, they will entice more women. More awareness is needed to curb the problem.'
Sivakumar said the declaration was all right for minors travelling alone but it cannot apply to adults as it infringes on their freedom and rights.

http://story.malaysiasun.com/index.....6fe041718/id/355422/cs/1/

Marc of Frankfurt:
Neue englische Aufsätze

Die Frauen vom thailändischen Sexarbeiterprojekt Empower glauben nicht mehr an die Lüge, daß Grenzkontollen ihrem Schutz vor Menschenhändlern dienen:
http://www.re-public.gr/en/?p=318


Laura Augustin macht sich Gedanken über Grenzenregime:
http://www.re-public.gr/en/?p=320


Judith Butler im Interview über Trauererkultur als Ursprung von Zugehörigkeitsdefinition und Feindschaft:
http://www.re-public.gr/en/?p=317


Claudia Aradau analysiert wie Anti-Menschenhandels Comix ein Feindbildklischee erzeugen und einen Diskurs über strukturelle Staatsgewalt unterschlagen:
http://www.re-public.gr/en/?p=324


Randi Gressgård über gegenderte Grenzen, Nationalstaaten und Bürgerschaft:
http://www.re-public.gr/en/?p=321


www.re-public.gr


.

Marc of Frankfurt:
Gender and Borders/Boundaries
Interdisciplinary Postgraduate Conference
at the University of Manchester
June 27, 2008

In association with:
Centre for Interdisciplinary Gender Studies (University of Leeds),
Migration and Diaspora Cultural Studies Network, Department of
Theology and Religious Studies (University of Leeds), and Spanish,
Portuguese and Latin American Studies (University of Manchester).

Keynote speaker: 
Claudia Aradau, Lecturer in Politics and
International Studies at the Open University/Milton Keynes

This one day postgraduate conference seeks to examine issues of
gender and borders/boundaries across a range of critical
perspectives. We want to encourage innovative and interdisciplinary
dialogues and welcome postgraduate students from a variety of
disciplines, such as anthropology, cultural studies, gender studies,
religion, sociology, psychology, politics, geography and social work.
Borders/boundaries are sites for exclusion, control and dominance,
but they are also sites for exchange, transgression and creativity.
With this postgraduate conference we want to focus on gender and the
ways in which it interacts with the forces and powers of national
borders and/or the boundaries of the body. We invite papers that
focus on the dynamics between gender and borders/boundaries both from
ethnographic and theoretical perspectives.
Registration is now open!
Organisers:
Amy M. Russell, Centre for Interdisciplinary Gender Studies,
Department of Theology and Religious Studies University of Leeds
Susanne Hofmann, Centre for Latin American Cultural Studies,
Department of Spanish and Portuguese University of Manchester
Contact:
genderBordersBoundaries@hotmail.com
Register online by
June 1st, 2008
www.llc.manchester.ac.uk/research/centres/mdcsn/conferences/

Marc of Frankfurt:
Menschenhandel im Krimi:
SOKO Wien
Menschenjagd
Das Team der SOKO Wien nimmt einen Einbruch in einer Fischerhütte auf und findet in unmittelbarer Nähe eine männliche Leiche mit Kopfwunde. Die erste Spur führt Major Christian Hennig und seine Kollegin Oberstleutnant Elisabeth Wiedner zum Donauhafen Freudenau. Hier erfahren sie vom Hafenmeister, dass der Tote, Josef Gruber, seit ein paar Monaten als Nachtwächter am Containerterminal gearbeitet hat.
Dass Gruber ein entlassener Schwerverbrecher auf Bewährung war, hielt seinen Arbeitgeber Rupp nicht davon ab, ihn einzustellen. Rupp, Inhaber einer Import-Export Firma, der Nummer Eins im Osthandel, besitzt nebenbei einen exklusiven Nachtclub Goldengate in Wiens erstem Nobelbezirk, in dem Gruber als Türsteher arbeitete.
Mit dem Fund einer weiteren Leiche, einer jungen Asiatin mit Schussverletzung, fügt sich das Ermittlungspuzzle allmählich zusammen: Gruber schmuggelte junge Asiatinnen aus dem Containerhafen[, d.h. aus Containern, Containergefängnissen] in Rupps Nachtclub, wo sie zur Prostitution gezwungen wurden.
 
Sendungsinformationen
Buch: Mike Majzen
Kamera: Hans Selikovský AAC
Musik: Lothar Scherpe
Regie: Jürgen Kaizik
Darsteller:
* Christian Hennig - Bruno Eyron
* Elisabeth Wiedner - Pia Baresch
* Otto Dirnberger - Dietrich Siegl
* Erni Kremser - Mona Seefried
* Penny Lanz - Lilian Klebow
* Martin Patuschek - Manuel Witting
* Dr. Angelika Meindl - Karin Giegerich
* Trischa Wiedner - Alma Hasun
* Schubi - Cornelius Obonya
* Jenny - Kun Jing
* Fischer - Ronald Seboth
* Hafenmeister - Michael Rastl
* Bewährungshelfer - Peter Dutz
* Toni Moser - Wolfram Rupperti
* Sekretärin - Barbara Redl
* Emil Rupp - Alexander Strobele
* Josef Gruber - Harald Reich
* - u.a.
Quelle
http://sokowien.zdf.de/ZDFde/inhalt/20/0,1872,7247220,00.html
Bilder
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/92306?inPopup=true
Video
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/506024?inPopup=true

Marc of Frankfurt:
Unicef-Vorwurf: Deutschland ist zu lasch gegenüber Kinderhändlern
© ZEIT online, Tagesspiegel | 10.06.2008 16:42
Sextourismus, Kinderpornografie und Zwangsprostitution werden zum Wirtschaftsfaktor - und Deutschland tut zu wenig dagegen. Diesen Vorwurf erhebt Unicef-Direktorin Hilde Johnson anlässlich einer Konferenz in Berlin.
Das Kinderhilfswerk Unicef fordert von der Bundesregierung verstärkte Maßnahmen gegen Kinderhandel und Kinderpornografie. Die Regierung habe kaum Anstrengungen unternommen, Hilfe für missbrauchte Opfer bereitzustellen, kritisierte die Organisation am Dienstag bei einer Tagung zum Thema &quot;Kinder sind unverkäuflich&quot; in Berlin.
Auch grenzübergreifende Abkommen im Kampf gegen organisierte Kinderhändler seien vernachlässigt worden. &quot;Kinderpornografie und Kinderhandel haben sich zu riesigen Märkten mit enormen Gewinnspannen entwickelt&quot;, sagte die stellvertretende Unicef-Direktorin Hilde Johnson. &quot;Zwei Millionen sind weltweit in der Sexindustrie gefangen.&quot;
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden weltweit rund 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution und Pornografie gezwungen. Besonders im Internet fänden die gesetzlich verbotenen Aufnahmen ein großes Publikum. Zudem sei Sextourismus mit Kindern noch stark verbreitet. Allein in Asien würden jährlich mindestens eine Million Kinder in die Prostitution gezwungen.
Für die Pressekonferenz war ein Vortrag der Unicef-Unterstützerin Katja Riemann geplant. Die Schauspielerin hatte ihre Teilnahme kurz zuvor aus persönlichen Gründen abgesagt. 
(mga/dpa)
http://www.zeit.de/news/artikel/2008/06/10/2548100.xml
oder hier
http://www.domradio.de/default.asp?ID=41958


Berlin
Verkauft, versklavt, vergessen
VON HAGEN STRAUSS
Das Kinderhilfswerk Unicef fordert von der Bundesregierung verstärkte Maßnahmen gegen Kinderhandel und -pornografie. Die Regierung habe kaum Anstrengungen unternommen, Hilfe für Opfer bereitzustellen, kritisierte Unicef.
 
Berlin - Sie werden eingesperrt und angekettet, von ihren Ausbeutern gefügig gemacht und zur Sklavenarbeit oder zur Prostitution gezwungen. Sie müssen an Fernstraßen, in billigen Hotels und Bordellen auf Kunden warten: Jungen und Mädchen, oft noch nicht einmal zwölf Jahre alt, die wie &quot;Ware&quot; gehandelt werden.
Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornografie haben sich laut Unicef in den letzten Jahren global zu riesigen Märkten mit enormen Gewinnspannen für die organisierte Kriminalität entwickelt. Zwölf Milliarden Dollar an schmutzigem Geld setzen skrupellose Geschäftemacher damit jährlich um.
Weltweit werden 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution und Pornografie gezwungen, 1,2 Millionen Jungen und Mädchen fallen jedes Jahr Menschenhändlern zum Opfer. Darunter allein 120.000 Kinder aus Ost- und Südosteuropa, die in die Staaten der Europäischen Union verkauft werden.
Die Vize-Direktorin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Hilde Johnson, forderte deshalb gestern in Berlin anlässlich der Konferenz &quot;Kinder sind unverkäuflich&quot; dazu auf, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gegen kriminelle internationale Netzwerke zu verstärken. Auf dem Treffen mit rund 100 Experten wurde der dritte Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern vorbereitet, der im November im brasilianischen Rio de Janeiro stattfindet.
Auch in Deutschland leben Opfer und Täter. Wie Recherchen des Kinderhilfswerks terre des hommes ergaben, geht es dabei nicht nur um sexuelle Dienstleistungen, sondern albanische Jungen werden beispielsweise als Drogenkuriere und rumänische Buben als &quot;Klaukinder&quot; von professionellen Bettler-Banden missbraucht.
Nach Angaben von Unicef entwickelt sich überdies das Internet immer mehr zum Tatort: &quot;Es ist Treffpunkt für Täter geworden, die pornografische Bilder von Kindern tauschen, kaufen und verkaufen&quot;, so das Hilfswerk, es würden sogar Kinder zum sexuellen Missbrauch angeboten oder Kontakte und Adressen weitergegeben.
Nach einer Untersuchung der Universität Köln aus dem vergangenen Jahr verbringen deutsche Schüler rund 70 Minuten an normalen Tagen und gut zwei Stunden an Wochenenden und Ferientagen in Chatrooms. &quot;Kein Wunder, dass viele Pädophile Chatrooms für ihre Zwecke nutzen&quot;, forderte Unicef mehr Aufmerksamkeit von Eltern und ein schärferes Vorgehen von Providern gegen Internet-Anbieter von Kinderpornographie.
In Deutschland soll es Schätzungen zufolge 50.000 regelmäßige Konsumenten von Kinderpornos geben. 2006 ermittelte das BKA 6000 Fälle im Internet.
Im weltweiten Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern gilt die Bundesrepublik allerdings bei den Hilfsorganisationen nicht unbedingt als Vorreiter. Die Bundesregierung müsse &quot;endlich das Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention ratifizieren&quot;, so der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Jürgen Heraeus. Dieses betrifft Maßnahmen gegen Kinderhandel, -prostitution und -pornografie. Die dort enthaltene Klausel zur Heraufsetzung des Schutzalters von 16 auf 18 Jahre ist jedoch in der Koalition wie den Fraktionen umstritten. Die SPD-Politikerin Marlene Rupprecht, die der Kinderkommission des Bundestages angehört, räumte ein, dass beim Thema Kinderrechtskonvention derzeit in der Bundesregierung &quot;nur ein laues Lüftchen weht&quot;.
Die Hilfsorganisationen riefen die Bundesregierung zudem dazu auf, minderjährigen Prostituierten aus dem Ausland in Deutschland Schutz und Hilfe zu bieten, besonders wenn diese als Zeugen gegen Menschenhändler und Zuhälter aussagten.
http://www.suedkurier.de/nachrichten/politik/art3333,3254443,0


www.unicef.de
Pornographie (siehe Kultur der Sexualität):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=10309#10309
Schutzaltersgrenze (siehe ProstG):
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28738#28738
Studie junge Sexwork-Migranten (s.o.):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35146#35146
Heimkinderschicksaale in Deutschland in den 60ern (s.o.):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35552#35552
Kinderhandel der Roma als Mythos enttarnt (s.o.):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=31141#31141


.

Marc of Frankfurt:
US-Bericht: Millionen jährlich in die Sklaverei veschleppt
12.06.2008 | 13:24 | (DiePresse.com)
Zwangsprostitution, Zwangsarbeit: Moderne Sklaverei ist das dunkelste Kapitel globaler Wirtschaft. Opferzahlen - vor allem Frauen und Minderjährige - gehen in die Millionen.
Es ist nie angenehm, den Bericht des US-Außenministeriums zum Thema Menschenhandel zu lesen. Der vor wenigen Tagen vorgelegte jüngste Bericht dokumentiert Verschleppung, sexuelle Ausbeutung und Zwangsarbeit in 170 Ländern. Die Analyse erscheint seit 2.000 bereits zum achten Mal.
Der Untersuchung zufolge werden rund 800.000 Menschen jährlich aus ihrem Land verschleppt, mit 80 Prozent der größte Teil davon Frauen, und nahezu die Hälfte der Personen minderjährig. Allerdings spricht der Bericht auch von Millionen weiterer Menschen, die in dieser Statistik gar nicht auftauchen, weil sie innerhalb der jeweiligen Staatsgrenzen zu Zwangsarbeit gezwungen werden.

Ein globales Phänomen par excellence
Dieser wohl dunkelste Zweig des wirtschaftlichen Geschehens ist ein globales Phänomen par excellence: &quot;In nahezu jedem Land der Welt, inklusive der Vereinigten Staaten, werden Männer, Frauen und Kinder in verdeckter Sklaverei gehalten und für gewerbsmäßigen Sex oder Zwangsarbeit ausgebeutet&quot;, sagte Mark Lagon, Repräsentant des Ministeriums, bei der Vorstellung des Berichts.
Das Papier weist den Administrationen von 153 Ländern die Levels eins (gute Bekämpfung des Problems) bis drei (unakzeptabel) zu. Dieses Ranking dient unter anderem als eine Richtlinie für die Vergabe eines Teils der Finanzhilfen aus den USA an die jeweiligen Staaten.

Beispiele des Rankings
So werden Länder wie Georgien oder Madagaskar - als einziger Staat Afrikas - der Stufe eins zugeordnet. Nahezu alle Länder Ost-, Zentral- und Südosteuropas stehen dem US-Ministerium auf Stufe zwei. Usbekistan bescheinigt die Analyse eine leichte verbesserung von Stufe drei auf zwei. Auf derselben Stufe befinden sich auch Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie bilden damit eine Ausnahme, denn der gesamte restliche Nahe Osten erreicht nur die Stufe drei.

Kritik an China
Kritisiert wird unter anderem China. Gravierende Fälle von Menschenrechtsverletzungen aus dem Land machen regelmäßig Schlagzeilen. Der Bericht erwähnt unter anderem Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit, etwa die Internierung und Einsetzung von Kindern für die Arbeit in Elektronikfabriken in der ostchinesischen Provinz Guangdong.

Der Sonderfall Russland
Einen Sonderfall bildet auch Russland. Jahrelang war Russland ebenso wie andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion Ausgangspunkt für Schlepperbanden. Heute erlebt Russland dank seiner Rohstoffe und hoher Preise am Weltmarkt einen Wirtschaftsboom. Entsprechend findet eine Verschiebung statt - die Verschleppungen ins Ausland gehen zurück, dafür nimmt die verdeckte Sklaverei und Zwangsprostitution innerhalb des Landes dramatisch zu.
Diese Entwicklung bescheinigt Russland nicht nur der Bericht des US-Außenministeriums. Auch Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm. Das russische Innenministerium will mittlerweile selbst ein Koordinierungszentrum im Kampf gegen Menschenhandel schaffen.

Der russische &quot;Innenhandel&quot;
Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti zitiert einen Ministeriumssrecher mit den Worten: &quot;Russland ist in den letzten zehn Jahren nicht so sehr zum Lieferanten von sexuellen Sklaven - Frauen und Kindern - auf den Weltmarkt geworden, als vielmehr zu einer Region, in der der sogenannte 'Innenhandel mit Menschen' weit verbreitet ist.&quot;
Einem Bericht des US-Geheimdienstes CIA vom Mai 2008 zufolge bleibt Russland ein Ausgangs- Transit- und Zielstaat für Zwangsarbeit und Zwangsprostitution. Aus diesem Land werden Frauen in über 50 Länder verschleppt und zu Prostitution gezwungen.

Zwangsarbeit in westlichen Produkten
Der Bericht des US-Außenministeriums listet auch Produkte auf, die mithilfe von Zwangsarbeit hergestellt werden. Darunter sind etwa Schrimps aus Thailand und Bangladesch; Kleidung aus Bangladesch, Indien, Malaysien und Jordanien; Baumwolle, die in Usbekistan geerntet wurde; Kakao aus Ghana und der Elfenbeinküste; oder etwa Roheisen aus Brasilien.
Allerdings betont der Bericht auch, dass nicht alle Produkte aus diesen Staaten mithilfe moderner Sklaven hergestellt werden. Doch eine genaue Auflistung der Unternehmen, die an Herstellung und Verkauf der betreffenden Produkte beteiligt sind, bleibt der Bericht schuldig.

Verstörender als die Versklavung selbst
Genannt werden auch Staaten, die gute Fortschritte in der Bekämpfung von Menschenhandel und Sklaverei machen konnten, zum Beispiel Mexiko, Kroatien und Kenia. Madagaskar hat effektiv den Sextourismus bekämpft und steht nun auf Stufe eins.
Bei der Vorstellung des Berichts sprach der US-Repräsentant Mark Lagon davon, dass etwas noch verstörender ist als Versklavung, Prostitution und Zwangsarbeit - die enorme Nachfrage danach.
(mar)
http://diepresse.com/home/wirtschaf..../home/wirtschaft/index.do


Kritischer Kommentar zur moralischen Weltinstanz U.S.A. (s.o.):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19124#19124
Kritik an der Menschenhandelsbekämpfung innerhalb der U.S.A. (s.o.):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=23957#23957


.

Marc of Frankfurt:
Beobachter 12/08
Zwangsprostitution
Sklavinnen in der Schweiz

Text: Yvonne Staat
Bild: Giovanni Borea, www.pixelio.de
Jährlich locken Menschenhändler Tausende Frauen aus dem Ausland hierher und zwingen sie zur Prostitution. Die Täter bleiben allzu oft unbestraft - und der Opferschutz ist mangelhaft.
Sie fahren Tram und kaufen in der Migros ein. Sie bewohnen die Zimmer über der Kontaktbar, in der sie nachts arbeiten müssen, manchmal teilen sie sich auch eine Wohnung mit anderen Frauen. Sie sind nicht eingesperrt. Trotzdem würde keine zur Polizei gehen. Das haben die Zuhälter sichergestellt. Mit Schlägen, mit Vergewaltigung, mit Drohungen, mit Sätzen wie: «Kannst du fliegen? Das solltest du können. Hier fallen immer wieder Frauen aus dem Fenster.» Oder: «Wir wissen, wo deine Eltern und deine Kinder wohnen, sprichst du, bringen wir sie um.» Das ungeschriebene Gesetz lautet: Verrate niemals deine Peiniger. Selbst wenn du während einer Polizeirazzia im Rotlichtmilieu aufgegriffen und mitgenommen wirst, weil du keine Aufenthaltsbewilligung hast. Wenn eine sich nicht daran hält, machen die Zuhälter ihre Drohungen wahr. Wie bei Sandra aus Brasilien.

Zur Heirat mit Schweizer gezwungen
Sandras Zuhälter ist eine Frau, ihre Cousine. Vor einigen Jahren lockt sie Sandra mit falschen Versprechungen in die Schweiz. Ein Deutschkurs, ein guter Job, ein schönes Leben. Sie holt Sandra am Flughafen ab und bringt sie in ihren Saunaclub. Vom ersten Tag an muss Sandra Freier bedienen, sechs Tage die Woche. Wehrt sie sich, setzt es Schläge vom Ehemann der Cousine. Den Gewinn, oft über 1000 Franken pro Tag, muss Sandra abliefern. Um die Reisekosten zurückzuzahlen, sagt die Cousine.
Da im Saunaclub oft Polizeikontrollen stattfinden und Sandra keine Aufenthaltsbewilligung hat, wird es der Cousine zu riskant. Sie zwingt Sandra, einen Schweizer Bekannten zu heiraten - unter Androhung, der Familie in Brasilien von ihrer Prostitution zu erzählen. Mit der Heirat ist Sandra legal hier. An ihrer Situation ändert sich aber nichts, nur dass sie noch mehr Schulden hat. Für die Verkupplung fordert die Cousine 21’000 Franken. Und dass sie einen Peiniger mehr hat, der sie zur Prostitution zwingt. Ihren eigenen Ehemann.
Irgendwann fasst Sandra Vertrauen zu einem Stammfreier, erzählt ihm ihre Geschichte. Der Freier bringt sie in die Beratungsstelle für Opfer von Frauenhandel des Fraueninformationszentrums (FIZ) in Zürich. Obwohl sie Angst hat, reicht Sandra eine Anzeige gegen ihre Cousine ein. Drei Jahre dauert das Verfahren, das Urteil: zehn Monate bedingt. Sandra habe die Arbeit bei der Cousine freiwillig getan - so begründet der Richter das milde Urteil. Während des Prozesses wird auch Sandras Mutter als Zeugin vorgeladen. Zurück in Brasilien, wird die Mutter erschossen, mutmasslich im Auftrag der Cousine. Beweise dafür gibt es nicht. Der Vater und die Geschwister von Sandra werden bei der Schiesserei schwer verletzt. Nach zahllosen Interventionen ihres Anwalts erhält Sandra eine Aufenthaltsbewilligung.
Typisch an Sandras Geschichte sind die völlig überhöhten Schulden als Druckmittel. Allein für die Vermittlung in die Schweiz sowie für Reise und Unterkunft müssen etliche der Frauen horrende Spesen zahlen - 20’000 Franken und mehr. Der Frauenhandel zählt heute neben dem Waffen- und Drogenhandel zu den lukrativsten Geschäften. Manchmal dürfen die Frauen einen kleinen Betrag für sich behalten. 20 oder 30 Franken am Tag, die sie nach Hause schicken, um ihre Kinder oder Eltern zu unterstützen. Eine perfide Methode der Zuhälter, die Frauen zu motivieren. Sie sind nicht nur Sexsklavinnen, sondern auch Schuldknechte.

Täter arbeiten in gut vernetzten Banden
Typisch an Sandras Geschichte ist auch, dass die Täter - Anwerber, Händler, Zuhälter, manchmal in einer Person vereint - häufig aus dem Familien- und Bekanntenkreis der Opfer stammen. «Ich verfüge über keine Beweise, wonach der Frauenhandel in der Schweiz mit der organisierten Kriminalität, mit der Mafia, verbunden ist. Das ist ein Mythos», sagt Peter Rüegger, Leiter des Kommissariats Ermittlung der Stadtpolizei Zürich. Oft sind es kleinere Gruppen oder Einzeltäter, allesamt untereinander gut vernetzt. Die Frauen werden von Gruppe zu Gruppe weiterverkauft, über Kantons- und Landesgrenzen hinweg. «Ich hätte hier ein paar knusprige Frauen für dich, nicht zu teuer, willst du?» Solche Sätze hört man in Polizeiaufnahmen von Telefongesprächen.
«Für die Täter ist es schnelles Geld und eine sichere Sache», sagt Rüegger. Die wenigsten werden entdeckt. Menschenhandel ist strafbar, trotzdem kam es bis Ende der neunziger Jahre und darüber hinaus nur selten zu Strafverfahren. «Frauenhandel und Zwangsprostitution waren sehr lange kaum ein Thema bei den Strafbehörden», sagt Rüegger. «Wir stossen nur langsam in das Dunkelfeld vor.» In Zahlen ausgedrückt: durchschnittlich 20 bis 50 Strafverfahren wegen Menschenhandels pro Jahr sowie etwa doppelt so viele Verfahren wegen «Förderung der Prostitution», also Fällen, in denen Frauen aufgrund ihrer ökonomischen Zwangslage ins Sexgewerbe gezwungen wurden. Nur selten kommt es tatsächlich zu Verurteilungen. Zwischen 1992 und 2006 wurden bloss 45 Personen wegen Menschenhandels verurteilt [Ca. 4 (in Worten vier) rechtskräftige Falle pro Jahr], meist zu milden Strafen - nichts, gemessen an den geschätzten 1.500 bis 3.000 Frauen, die jährlich als Opfer von Menschenhändlern in die Schweiz gelangen.
Das Problem ist, dass die Schweizerische Strafprozessordnung, im Gegensatz zur deutschen, kein Zeugenschutzprogramm kennt, das die Frauen auch nach dem Verfahren schützt, etwa durch eine neue Identität. Aus Angst vor Racheakten sind Opfer von Frauenhandel deshalb nur selten zu einer Anzeige oder Aussage bereit. «Häufig sind die Frauen massiven Repressalien ausgesetzt», sagt Rüegger. «Sie werden von den Tätern psychisch gebrochen. Ihr Vertrauen in andere Menschen und die Fähigkeit, die eigene Zukunft zu gestalten, sind zerstört.» Rüegger wundert sich nicht, wenn er von Opfern hört, die noch während des Verfahrens zu ihren Zuhältern zurückkehren. «Wer nicht geschult ist im Umgang mit traumatisierten Zeugen, kann solche Handlungen jedoch schnell missverstehen», sagt er. Häufig gehe die Justiz dann von einer gewissen Mitverantwortung des Opfers aus. Auch wieder so ein Mythos. «Die Folge davon sind zu milde Urteile», sagt Peter Rüegger.

Aussagen in traumatisiertem Zustand
Ob die Richter Susanna aus Polen glauben werden, ist offen. Susanna reiste mit einer Bekannten, die ihr Arbeit versprach, in die Schweiz. Die Bekannte verkaufte Susanna einem Schweizer Zuhälter. Der zwang die Polin zur Prostitution, setzte sie mit Gewalt und mit Schulden unter Druck. Erst musste sie auf den Strassenstrich, später brachte der Zuhälter sie in seine eigene Kontaktbar. Den Kunden durfte sie keinen Wunsch abschlagen, auch Sex ohne Kondom nicht. Während einer Razzia wurde Susanna aufgegriffen. Die Polizei begann gegen den Zuhälter zu ermitteln und nahm ihn kurz darauf fest. Als die junge Frau dem Untersuchungsrichter ihre Geschichte erzählen sollte, brachte sie vieles durcheinander. Ihre Geschichte hat Lücken, verdrängte Erlebnisse, die zu schmerzhaft sind. Die Anwälte des Angeklagten stellten Susannas Glaubwürdigkeit in Frage. Das Verfahren läuft noch.
Seit April 2007 werden am Schweizerischen Polizei-Institut Lehrgänge zum Thema Menschenhandel durchgeführt. Die Polizisten lernen dort, dass eine Geschichte wie die von Susanna - voller Widersprüche und Lücken - nicht unbedingt unglaubwürdig ist, sondern Zeichen eines Traumas sein kann. Auch für Staatsanwälte und Untersuchungsrichter sind solche Kurse geplant. «Wir stehen noch ganz am Anfang», sagt Boris Mesaric, Geschäftsführer der Koordinationsstelle gegen den Menschenhandel und Menschenschmuggel beim Bundesamt für Polizei. Nebst Aus- und Weiterbildung wirkt die Koordinationsstelle in den Kantonen auch an sogenannten runden Tischen mit, wo sich Polizei, Justiz und Opferberatungsstellen in Zusammenarbeit üben und ihr Wissen austauschen.
Ob Frauen wie Susanna als Opfer erkannt werden, hängt ganz davon ab, in welchem Kanton sie mit den Behörden in Kontakt kommen. «In vielen Kantonen ist die Situation noch sehr unbefriedigend. Zu wenig Kooperation untereinander, zu wenig Spezialisten für Frauenhandel, zu wenig Sensibilisierung», sagt Mesaric. Wo Opfer nicht erkannt werden, findet auch keine Strafverfolgung statt. Tatsächlich kam es bisher nur in jenen neun Kantonen zu Verfahren wegen Frauenhandels, in denen ein runder Tisch besteht.
Im Kampf gegen den Frauenhandel wirkt die Schweiz wie jemand, der eben aus dem Schlaf gerissen wurde: unkoordiniert, ungelenk. Und unmotiviert - vor allem wenn es darum geht, die betroffenen Frauen als Opfer anzuerkennen und zu schützen, anstatt sie wegen fehlender Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung oder wegen illegaler Einreise als Täterinnen zu bestrafen und sie so schnell wie möglich abzuschieben. In Italien zum Beispiel wird den Opfern von Frauenhandel, wenn sie ihre Situation glaubhaft darlegen, ein Aufenthaltsrecht erteilt. Seit 2005 gibt es die Konvention des Europarats zur Bekämpfung von Menschenhandel, die den Opferschutz ins Zentrum stellt. Die Vertragsstaaten dürfen den Schutz nicht davon abhängig machen, ob die betroffenen Frauen in einem Strafverfahren aussagen. Die Schweiz hat die Konvention nicht ratifiziert. Wenn hier eine betroffene Frau nicht mit den Behörden kooperiert, muss sie in ihr Land zurückkehren. So will es das neue Ausländergesetz. Ist sie bereit, als Zeugin auszusagen, darf sie bleiben, jedoch nur bis zum Ende des Verfahrens. In Härtefällen - falls eine Frau in ihrem Herkunftsland nicht mehr sicher ist - kann eine langfristige Aufenthaltsbewilligung erteilt werden. 2006 erhielten gerade mal drei Frauen eine solche Bewilligung.

Racheakte gegen die Familie
«Wenn man sie nicht mehr benötigt, werden sie fallengelassen. Was haben die Frauen denn davon, auszusagen? Ausser dass sie noch gefährdeter sind, weil sie die Täter verraten haben.» Für Doro Winkler, beim Frauenhandel des Fraueninformationszentrums (FIZ), Zürich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ist das neue Ausländergesetz stossend, weil es nicht die Opfer schützt, sondern den Bedürfnissen der Justiz dient. Zusammen mit 25 anderen Organisationen lancierte das FIZ die Kampagne «Euro 08 gegen Frauenhandel», um die internationale Fangemeinde über Zwangsprostitution aufzuklären. Teil der Kampagne ist eine Petition, die für die betroffenen Frauen das Bleiberecht fordert, auch wenn sie nicht als Zeuginnen auftreten wollen.
In der Beratungsstelle für Opfer von Frauenhandel des FIZ hört Doro Winkler immer wieder von Racheakten gegen Frauen oder ihre Familien. Von Molotowcocktails, die in Wohnungen geschmissen werden, von brennenden Autos und gekappten Bremsleitungen, von Beschattern, die ganze Familien terrorisieren. «Ein Drittel der rund 170 Frauen, die 2006 zu uns kamen, hatte den Mut auszusagen. Es wären noch mehr, wenn die Frauen die Garantie hätten, zu ihrem Schutz in der Schweiz bleiben zu können», sagt Winkler.
Die Behörden befürchten, dass ein Rechtsanspruch der Opfer auf eine langfristige Aufenthaltsbewilligung missbraucht werden könnte. Schon wieder so ein Mythos. «Selbst wenn ein Anspruch auf Aufenthalt bestünde, würden die Behörden jeden einzelnen Fall sehr genau prüfen. Ausserdem möchten die meisten Frauen in ihre Heimat zurück», sagt Winkler. «Dort haben sie Kinder, Geschwister, Eltern. Hier haben sie nichts.»
Die beschriebenen Frauenschicksale stammen aus der Praxis der Beratungsstelle für Opfer von Frauenhandel des Fraueninformationszentrums (FIZ), Zürich. 
Die Ausstellung «Ohne Glanz und Glamour - Frauenhandel und Zwangsprostitution» ist noch bis zum 6. Juli in der Andreaskirche, Brahmsstrasse 106, Zürich zu sehen.


Euro 08
Knatsch um TV-Spot
Die Kampagne «Euro 08 gegen Frauenhandel» will mit einem TV-Spot das EM-Publikum auf die Problematik des Frauenhandels aufmerksam machen. Der Film zeigt die alptraumhafte Reise einer Frau, die an die Sexindustrie verkauft wird. Der Fussballverband Uefa erklärte sich bereit, den Spot gratis in den Stadien auszustrahlen; Bern, Basel und Zürich spielen ihn vor und nach den Spielen sowie in den Pausen in den Fanzonen ab. Dabei hatte Basel anfangs befunden, der Spot sei «für Kinder nicht geeignet», und wollte ihn nur spätabends zeigen. Erst in letzter Minute stimmte man einer Vorführung auch am frühen Abend zu. Genf weigert sich grundsätzlich, den Spot auszustrahlen.


Links zum Artikel:
www.frauenhandeleuro08.ch
www.fiz-info.ch
www.fiz-info.ch/dt/themen/sexarb_procore.html


Original:
http://www.beobachter.ch/artikel.as....ID=3957&amp;AssetID=12700


Wenn der Polizeifachmann hier erstmals Hinweise gibt, daß die grausamen Menschenhandels-Rechtsverletzungen mehrheitlich nicht Ursache organisierter Kriminaliät und Mafia sind, sondern auf privaten Verwandschafts- und Familiennetzwerken basieren, zerbricht das bisherige klassische Feindbild von Menschenhandel und sog. Zwangsprostitution.
Es wird eine Parallele deutlich zur häuslichen Gewalt.
Die gewaltätigen Unterschiede müssen dann Mithilfe von Differenzen zwischen den Kulturphären erklärt werden: Religion, Politik, Wirtschaft.
Einmal mehr wird deutlich, dass freiwillige, geschützte Sexarbeit eine valente Alternative zur häuslichen Gemeinschaft darstellt hinsichtlich Geldverdienen und Sexkonsumieren.
Einmal mehr wird deutlich, dass die ganze Gewalt eine Folge von Illegalität (Kriminalisierung) und des vom Staat verweigerten Schutzes ist (Putophobie), um Frauen in der Gewalt der Institution Familie als Keimzelle des Staates zu halten.


.

Marc of Frankfurt:
Human trafficking
A horrible business
Jun 14th 2008
From The Economist print edition
The modern slave trade is thriving
AP
CONSIDERING it is a business that has provoked wars in centuries past, scant attention is paid to the modern slave trade. But one way to track the trade in people is the recently released annual report on trafficking in persons from America’s State Department. And it makes for gloomy reading. Though there have been improvements of late, the numbers of people involved are still appallingly high. Approximately 800,000 people are trafficked across national borders each year and millions more are traded domestically. The International Labour Organisation estimates that there are at least 12.3m people in forced labour at any one time, including sexual exploitation, as a result of trafficking.
Efforts to wipe out this modern slave trade are hampered because human trafficking is a big business. It is impossible to know the exact sums involved but recent estimates of the value of the global trafficking trade have put it as high as $32 billion. The United Nations Global Initiative to Fight Human Trafficking describes it as a high-reward and low-risk crime. People come cheap and many countries lack the necessary laws to target traffickers, or they are not properly enforced. Worse still, it is often the victims of the traffickers that are treated as criminals.
Women suffer most in this respect: the report estimates that 80% of victims of international trafficking are women forced into some form of prostitution. Women are involved in trafficking too, though this is less common. In Europe and Central and south Asia women are often recruited by other women who were themselves the victims of trafficking. In part to avoid detection by the authorities, traffickers grant victims limited freedom while simultaneously coercing them to return home to recruit other women to replace them.
The report also casts a light on the increasingly important role that technology is playing in the trade, both in combating it and its perpetration. The internet helps to identify and track down the perpetrators but increasingly it is becoming part of the problem. Chatrooms are used to exchange information about sex-tourism sites; people are targeted through social-networking sites where pornographic records of sex trafficking are also bought and sold; victims are ensnared [verstickt gefangen verführt] through instant messaging.
There are a few bright spots. Ethiopia is commended for its efforts to combat the trafficking of children by establishing child-protection units across the country. Romania’s creation of a national database to identify and respond quickly to trends in trafficking is also praised as is Madagascar’s campaign to wipe out sex tourism.
The report ranks countries into 3 tiers [Ränge] determined by how compliant they are deemed to be with America’s Trafficking Victims Protection Act of 2000. Predictably, some countries listed in tier 3, the worst offenders, have responded to the accusations with outrage. But these are not the only countries that have a problem. There is also “special watch list” of tier-2 countries that need careful monitoring.
The foreign ministry of Cuba, a country the report places in tier 3, firmly denied that the report had any value and used the opportunity for a customary jibe [Anstachelung] at America, saying that “the government of the United States has a lot to do in its own country to combat the rampant phenomenon there of prostitution, sexual exploitation, forced labour and the trafficking of people.”
Of the six Gulf states, Kuwait, Oman, Qatar and Saudi Arabia were listed as Tier 3 and Bahrain crept up to the tier-2 watch list. Only the United Arab Emirates made it to tier 2 on the basis of its efforts to combat abuse against foreign domestic servants and construction workers. Foreign ministers from the Gulf Co-operation Council simply said that the information in the report was wrong. They claim that America “aims to practise unjustified pressure for political ends”.
And there is some evidence they could use to back up this assertion. One country exempt from the rankings is America itself. Self-analysis is always difficult but the report, though comprehensive, might have more force if America were to turn the spotlight fully on itself.
http://www.economist.com/world/inte....ory.cfm?story_id=11561082


_________________


Länderberichte
http://www.gvnet.com/humantrafficking
Die Sexworker.at-Länder:
http://www.gvnet.com/humantrafficking/Austria.htm
http://www.gvnet.com/humantrafficking/Germany.htm
http://www.gvnet.com/humantrafficking/Switzerland.htm
USA:
http://www.gvnet.com/humantrafficking/USA-2.htm
http://www.gvnet.com/humantrafficking/USA.htm


.

Marc of Frankfurt:
Globale US-Initiative gegen Menschenhandel
Ein Werkzeug der Prostitutionsbekämpfung?
Eine Erfindung von Feministinnen?

The William Wilberforce
Trafficing Victims Protextion Reauthoization Act (TVPRA)
hr 3887
(PDF - 134 pages)
Home- u Linkpage beim US Department of Justice:
http://www.usdoj.gov/olp/materials-ww-tvpra.htm
http://www.govtrack.us/congress/billtext.xpd?bill=s110-3061


&quot;Several of us who are working in a broad left-right coalition against human trafficking became involved in anti-trafficking work over a decade ago when we first learned about this travesty against human beings. We have been committed abolitionists ever since. We worked on the very first Trafficking Victims Protection Act to get the focus on prosecuting those who commit the terrible crime of human trafficking rather than merely on arresting the victims (who are easily replaced and the crime continues). We worked to get provisions in the 2005 bill to end the demand for prostitutes, which I and my colleagues believe is the driving force behind sex trafficking.&quot;
in: &quot;How to End Sex Slavery&quot; 1. Nov. 2007 von Janice Shaw Crouse, Ph.D., Senior Fellow at the Beverly LaHaye Institute, the think tank for Concerned Women for America) zitiert nach:
http://www.bayswan.org/traffick/HR3887.html#7
Infomationssammlung der Sexworker Interessenvertreter BaySwan.org, San Francisco:
http://www.bayswan.org/traffick/HR3887.html


Unterschied Prohibitionismus und Abolutionismus und Neo Formen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=949


.

Marc of Frankfurt:
So schlägt man eine eigene Kandidatin vor:

Endorsement [Befürwortung] of Candidate for UN HRC Special Rapporteur on Trafficking
02 June 2008
H.E. Doru Costea
President of the UN Human Rights Council
Palais des Nations
1211 Geneva 10, Switzerland
Website | Wikipedia
Excellency,
Re: The Appointment of the Special Rapporteur on Trafficking in Persons, especially women and children

The undersigned organizations and individuals, that are all daily advocating against trafficking in human beings, welcome the appointment of a new Special Rapporteur on Trafficking in Persons, especially women and children (the Special Rapporteur).[1]We are certain that the selection of an independent, human-rights focused and impartial UN Special Rapporteur will ensure that the voices of the victims of human trafficking will be heard and will also support our advocacy efforts. With this letter we fully endorse Joy Ngozi Ezeilo Emekekwue of Nigeria to take up this role.
The trafficking mandate is important because it links all of the themes of violence against women, slavery, the human rights of migrant workers and the sale of children, child prostitution and child pornography. It also speaks for a group of people that are highly marginalized as a result of multiple levels of oppression and have little opportunity to advocate for themselves. The Special Rapporteur has the power to play a valuable role in identifying the human rights violations that make certain people, often women and children, vulnerable to trafficking, as well as the violations that occur during and after the trafficking process. In addition, the Special Rapporteur can also advise states about how to centre the rights of trafficked persons in anti-trafficking strategies. An enormous amount of work remains to be done in this area.
To date, however, the Special Procedure on trafficking has been profoundly disappointing and even detrimental to the situation of trafficked persons. For the past one year, the mandate-holder has been in prison on charges of corruption, leaving the mandate effectively inactive. Furthermore, the thematic reports produced in the first two years of her mandate, when she was still in office, were criticized by human rights and anti-trafficking groups for not being based on the core human rights conventions or on a verifiable evidence base, and for being biased and ideologically driven in their approach to trafficking.[2]
In light of this, it is important both for the credibility of the Special Procedure process and for the people that her mandate is intended to represent, that the right person is chosen this time. The new mandate holder must have at least the following qualities:
 
Extensive knowledge of all of the core human rights instruments and conventions
Commitment to the Office of the High Commissioner's Recommended Principles and Guidelines on Human Rights and Human Trafficking
A record of high caliber, impartial and objective research
 
A record of transparency and willingness to work with all parts of civil society, not only those organizations that share a similar ideological position on prostitution
A commitment to providing a strong voice for trafficked persons and those vulnerable to trafficking based on evidence gathered directly from these groups.
High personal integrity
 
It is for this reason that we support the candidature of Joy Ngozi Ezeilo Emekekwue. She has a strong human rights academic and advocacy background and a record of grassroots research and advocacy. She has experience in working with governments, as per her appointment as the Honorable Commissioner for Women's Affairs and Social Development in Enugu State, Nigeria, as well as excellent experience in writing, research and analysis on women's human rights issues throughout her academic career.
Her human rights experience in Nigeria, a significant origin country for women trafficked to Europe, and a destination country for men, women and children trafficked from around West Africa, places her in a unique position of understanding both of the imperatives that drive people into trafficking situations, and the need for better protections in destination countries.
Joy Ngozi Ezeilo Emekekwue is precisely the kind of person with whom we could have a strong and constructive engagement.

Sincerely,
 
1. Global Alliance Against Traffic in Women 
www.gaatw.net 
(GAATW is a membership-based network with 90 organizational members worldwide. GAATW has been working on the issue of human trafficking, gender, migration and labour since 1994 and has Consultative Status with the United Nations.)
2. La Strada International, a European network of anti-trafficking organizations 
www.lastradainternational.org
3. La Strada Poland
4. La Strada Belarus (YWCA Belarus)
5. La Strada Czech Republic
6. La Strada Bosnia Herzegovina
7. La Strada Ukraine
8. La Strada Moldova
9. La Strada Bulgaria (Animus)
10. La Strada Macedonia (Open Gate)
11. La Strada Netherlands (Comensha)
12. Anti-Slavery International
13. Urban Justice Centre, New York
14. Programme Bonded Labour in the Netherlands (BlinN), Netherlands
15. Ann Jordan, formerly Director, Initiative Against Trafficking in Persons, Global Rights
16. Nelia Sancho (Asian Women Human Rights Council (AWHRC) and the Buhay Foundation for Women and the Girl Child-Philippines)
17. Siriporn Skrobanek, President, Foundation for Women, Bangkok
18. Marjan Wijers (LL.M, MA), former President European Experts Group on Trafficking in Human Beings. Jetzt u.a.
www.sexworkEurope.org
19. Natasha Ahmad, Aamader Sanglap, Bangladesh
20. Sneha Mishra Aaina, Orissa, India
21. Usha Pattanayak, Gania Unnayan Committee, Orissa, India
22. Fanny FANOU-AKO, Director, Global Service Development (GSD), BENIN
23. Mariana Yevsyukova, Coordinator of youth section of All Ukrainian Network against Commercial Sexual Exploitation of Children 
24. Rita Chaikin, Anti-Trafficking Project Coordinator, Isha L'Isha - Haifa Feminist Center
25. Committee for Asian Women, Thailand
26. Center for Human Rights and Development (CHRD), Mongolia
27. Sabir Farhat,Pakistan Rural Workers Social Welfare Organization (PRWSWO)
28. S M Nazer Hossain,Integrated Social Development Effort(ISDE) Bangladesh 
29. Bisi Olateru Olagbegi, Executive Director, Women's Consortium of Nigeria (WOCON)
30. Bijaya Sainju, Executive Director, CONCERN-Nepal
31. Ban Ying, Berlin Germany 
www.ban-ying.de
32. Dutch Foundation of Religious against Trafficking in Women (SRTV), The Netherlands
33. Meena Poudel, Asian Women Human Rights Council, Nepal
34. Sociedade de Defesa dos Direitos Sexuais na Amazônia - Sodireitos (Brasil)
35. Muhammad Iqbal - NWFP, Pakistan
36. Consortium Projeto Trama, Rio de Janeiro, Brazil
37. CHAME, Brazil
38. Dr Nosa I. Aladeselu, President - African Women Empowerment Guild, Nigeria
39. Durbar Mahila Samanwaya Committee (DMSC), India
40. Lizia Maribel Diaz, International Coordinator,Red Nacional Contra La Trata de Personas - National Network Against Trafficking in Persons (RNCT-RD), Dominican Republic
41. Grace Osakue - Girl Power Initiatives (GPI), Nigeria 
42. Deborah Moses-Sanks Adefra e.V(Berlin Germany) 
www.adefra.org
43. Terre des Hommes Germany for Southeast Asia
44. Margarita Navarrete - Observatorio de Políticas Públicas de DD.HH. en el Mercosur (es una coalición regional de organizaciones no-gubernamentales de derechos humanos de Argentina, Brasil, Paraguay y Uruguay)
45. Centro de Apoyo Aquelarre (CEAPA), Dominican Republic
46. Joan van Niekerk, National Coordinator, Childline South Africa
47. Nora Seghier (1We - One World Experience)
48. Ucha Nanuashvili, Executive Director, Human Rights Center (HRIDC) - Georgia
49. International Reproductive Rights Research Action Group (IRRRAG), Nigeria
50. Corporacion Espacios de Mujer, Colombia
51. Betty Mould-Iddrisu, Director for Legal &amp; Constitutional Affairs Division, Commonwealth Secretariat, Marlborough House,Pall Mall,United Kingdom
52. Gladys Mutukwa, Regional Coordinator,Women in Law and Development in Africa (WILDAF), Namibia
53. Syed Saiful Haque, Chairman, WARBE Development Foundation
54. Institute for Social Development (ISD), India
55. Capital Humano y Social Alternativo, Peru
56. Dorcas Coker-Appiah, Women in Law and Development in Africa (WILDAF)
57. Matrine B. Chuulu, Regional Coordinator, Women and Law in Southern Africa Research and Educational Trust (WLSA)
58. Mrs. Robie Siamwiza, Chairperson of the WLSA Board, Women and Law in Southern Africa Research and Educational Trust (WLSA)
59. Casey 'Gbenga AdeleyeNational CoordinatorYouth Crime Watch of Nigeria 
60. Ever Bright Foundation (EBF), Bangladesh
61. Pia Covre, Comitato per i Diritti Civili delle Prostitute Onlus, Italia 
www.lucciole.org
62. Sara Hlupekile Longwe, Longwe Clarke &amp; Associates Development Consultants, Zambia
63. Dorcas Hove, Regional Drector - Federation of African Media Women in Southern Africa (FAMW-SA)
64. Stephen Allen, Outreach Coordinator - Arizona League to End Regional Trafficking (ALERT), The International Rescue Committee, US
65. Francisca Ferreira, Coordinadora Centro Acogida Mujeres objeto de trata y tráfico, COIN, República Dominicana
66. Nelson Rivera, Fundacion Renacer, Colombia
67. Ifeoma Nwakama, National Human Rights Commission, Nigeria
68. Tony Ojukwu, National Human Rights Commission, Nigeria
69. Oti Ovrawah, National Human Rights Commission, Nigeria
70. Betty Luma, Chairperson,FIDA - International Federation of Women Lawyers Cameroon 
71. Nkechi Ilochi-Omekedo, Capacity Development Advisor, Kaduna,Strengthening Nigeria's Response to HIV/AIDS Program 
72. Bishakha Bhanja, India 
73. Ali Paul, Canada
74. Baerbel Uhl, Germany 
75. Elaine Pearson, Australia 
76. Lin Chew, The Netherlands/Hong Kong, SAR 
77. Gerardine Daniels, Australia 
78. Julie Ham, Canada
79. Nathalie Meyer, Mongolia 
80. Shyamali Larsen, Australia
81. Phil Marshall, New Zealand
82. Victoria Nwogu, Nigeria
 
 
as of 13 June 2008, 10:00 AM [Bkk time]
 
 
[1] The Global Alliance Against Traffic in Women is an alliance of more than 90 organizations based in five continents that all work directly to combat trafficking. More than half of GAATW members provide direct assistance to trafficked persons. La Strada International is a network of 13 direct assistance organisations in Europe.
[2] Global Alliance Against Traffic in Women (GAATW). Response to the 24 January 2007 Report of the Special Rapporteur on the human rights aspects of the victims of trafficking in persons, especially women and children, Ms Sigma Huda.
http://www.gaatw.net/UNAdvocacy/Wri....20HRC%204th_GAATW%20UNSRT(2).pdf
La Strada International. Response of La Strada International to the Report of the Special Rapporteur on trafficking in persons, especially women and children, Sigma Huda. August 2006.
http://www.lastradainternational.or....I_Response_SRT_demand.pdf
Quelle:
www.gaatw.net 
Global Alliance Against Traffic in Women
[Hervorhebungen &amp; Linkergänzungen von mir]


_________________


Nachtrag: 
Und der Brief war erfolgreich:
New UN Rapporteur trafficking in persons
On 18 June 2008, at the 8th session of the UN Human Rights Council, Ms. Joy Ngozi Ezeilo Emekekwue of Nigeria was appointed the new Special Rapporteur on trafficking in persons, especially women and children. On initiative of GAATW, La Strada International, together with numerous NGOs, academics and experts in the field of anti-trafficking, had strongly supported Joy Emekekwue’s candidacy. Ms. Emekekwue has a strong academic and advocacy background in human rights and a record of grassroots research, as well as experience in working with governments. She has extensive human rights experience in Nigeria, a significant country of origin for women trafficked to Europe, and a destination country for men, women and children trafficked from around West Africa.
Newsletter 9
www.laStradaInternational.org


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Marc of Frankfurt:
The True Role of Immigrants
Open letter from President Evo Morales re: the EU “return directive”
A shortened version of this letter was published in the Guardian today – see below.


Bolivien kritisiert neue EU-Einwanderungsregeln
La Paz. Boliviens Staatschef Evo Morales hat die geplanten europaweiten Regeln für die Abschiebung von Einwanderern als Hindernis für die Handelsgespräche mit der Europäischen Union bezeichnet. Wenn illegale Immigranten künftig überall in der EU mit Abschiebehaft bestraft würden, sei es »ethisch unmöglich«, die Verhandlungen mit Brüssel zu vertiefen, schrieb Morales laut einem Bericht des katholischen Radiosenders Erbol in einem an die europäischen Regierungschefs gerichteten Brief. Die Regierung in La Paz zieht demnach auch in Betracht, ähnliche Strafmaßnahmen gegen in Bolivien lebende EU-Bürger einzuführen. (AFP/jW)
Negation der Freiheit
Die Abschieberichtlinie der Europäischen Union bedroht die Menschenrechte und die internationale Zusammenarbeit. Ein Appell des bolivianischen Präsidenten Evo Morales Ayma
Von Evo Morales Ayma
Mit nachfolgendem Brief wandte sich Evo Morales am Dienstag gegen die geplante Abschieberichtlinie der EU. Das Dokument wurde in Boli­vien im Internet veröffentlicht und von den Botschaften verbreitet.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Europa ein Kontinent der Emigranten. Dutzende Millionen Europäer gingen nach Amerika, als Kolonisten, vertrieben von Hunger, Finanzkrisen, Kriegen oder auf der Flucht vor totalitären Regimen und der Verfolgung ethnischer Minderheiten.
Heute verfolge ich mit Besorgnis die Verhandlungen über die sogenannte Abschieberichtlinie der EU. Der Text, der am 5. Juni von den Innenministern der 27 Mitgliedsstaaten verabschiedet wurde, soll am 18. Juni im Europäischen Parlament zur Abstimmung stehen. Ich bin sicher, daß die Regelung auf drastische Weise die Voraussetzungen für Inhaftierung und Ausweisung von Migranten ohne Papiere verschärfen würde, wie lange sie sich auch schon in den europäischen Ländern aufhalten mögen; ungeachtet ihrer Arbeitssituation, ihrer familiären Beziehungen, ihres Integrationswillens und ihrer Integrationsfortschritte.
In die Länder Lateinamerikas und nach Nordamerika kamen die Europäer massenweise, ohne Visa und ohne Bedingungen, die ihnen von den Behörden gestellt wurden. Heute wie damals sind sie willkommen in unseren Ländern des amerikanischen Kontinents, der damals mit den Flüchtlingen auch das wirtschaftliche Elend Europas und seine politischen Krisen aufgenommen hat. Die Europäer waren auch auf unseren Kontinent gekommen, um seine Reichtümer auszubeuten und nach Europa zu schicken. Der Preis für die Urbevölkerungen Amerikas war hoch, wie das Beispiel der Stadt Potosí am Fuße des Cerro Rico mit seinen berühmten Silberminen zeigt. Sie lieferten dem europäischen Kontinent seit dem 16.Jahrhundert und bis zum 19.Jahrhundert den Rohstoff für Münzen.
Die europäischen Migranten, ihr Hab und Gut sowie ihre Rechte wurden bei uns immer respektiert.

Wirtschaftsfaktor Migration
Heute ist die Europäische Union das Hauptziel der Migranten der Welt. Der Grund ist der gute Ruf der Europäi­schen Union als Region von Prosperität und öffentlichen Freiheiten. Die Migranten kommen mehrheitlich in die EU, um zu dieser Prosperität beizutragen, nicht um sich ihrer zu bedienen. Sie wirken bei öffentlichen Arbeiten mit, in der Baubranche, im Bereich der Dienstleistungen und in Krankenhäusern. Sie übernehmen meist Tätigkeiten, die Europäer nicht ausüben können oder wollen. Sie tragen zur demographischen Dynamik des europäischen Kontinents bei, zur Aufrechterhaltung des notwendigen Verhältnisses zwischen aktiven und passiven Arbeitskräften, das seine großzügigen sozialen Systeme möglich macht. Sie geben dem Binnenmarkt neue Impulse und stützen den sozialen Zusammenhalt. Die Migranten bieten eine Lösung für die demographischen und finanziellen Probleme der EU.
Uns wiederum bieten die Migranten eine Hilfe zur Entwicklung, die uns die Europäer verweigern – da nur wenige Länder tatsächlich das Minimalziel von 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungshilfe aufwenden. Lateinamerika erhielt im Jahr 2006 indes 68 Milliarden US-Dollar Geldüberweisungen von Migranten. Das ist mehr das Doppelte der ausländischen Investitionen in unseren Ländern.
Weltweit erreichen diese Überweisungen von Migranten an ihre Familien 300 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag übersteigt die 104 Milliarden US-Dollar Entwicklungshilfe bei weitem. In meinem eigenen Land, Bolivien, entsprechen die Überweisungen mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes, rund 1,1 Milliarden US-Dollar und dem Wert eines Drittels unserer jährlichen Gasexporte.
Die Wirtschaftskraft der Migranten ist trotzdem vor allem für die Europäer von Vorteil und nur marginal für uns in der Dritten Welt. Wir verlieren Millionen unserer qualifizierten Arbeitskräfte, in die unsere Staaten, obwohl sie arm sind, unzählige Ressourcen investiert haben.
Leider verschlimmert die Abschieberichtlinie der EU diese Situation in erschreckender Weise. Auch wenn wir davon ausgehen, daß jeder Staat oder jede Staatengruppe die eigene Migrationspolitik in voller Souveränität definieren kann, können wir nicht akzeptieren, daß unseren Mitbürgern und lateinamerikanischen Brüdern die Grundrechte verweigert werden. Denn die EU-Abschieberichtlinie sieht die Möglichkeit der Einkerkerung der Migranten ohne Papiere bis zu 18 Monate vor. Danach folgt die Ausweisung oder ihre »Entfernung«, wie der exakte Terminus der Direktive lautet. 18 Monate! Ohne Urteil und Gerechtigkeit! Der vorliegende Entwurf der Richtlinie verletzt damit eindeutig die Artikel 2, 3, 5, 6, 7, 8 und 9 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948. Darin heißt es unter anderem: »Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen«. Und weiter: »Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.«
Und was das Schlimmste ist: Es wird die Möglichkeit geschaffen, Mütter und Minderjährige, ohne ihre familiäre oder schulische Situation zu berücksichtigen, in Internierungszentren einzusperren. Die Folge sind Depressionen, Hungerstreiks und Selbstmorde. Wie können wir tatenlos akzeptieren, daß Mitbürger und lateinamerikanische Brüder ohne Papiere in Lagern eingepfercht werden? Und das, obwohl sie mehrheitlich seit Jahren dort gearbeitet haben und integriert sind. Auf welcher Seite besteht heute die Pflicht zu humanitärer Einmischung? Was ist mit der »Bewegungsfreiheit«, mit dem Schutz gegen willkürliche Haft?

Appell an das Gewissen
Parallel zu dieser Politik versucht die Europäische Union, die Andengemeinschaft (Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru) davon zu überzeugen, ein »Assoziierungsabkommen« zu unterzeichnen, das einen Freihandelsvertrag einschließt, der sich in Charakter und Inhalt nicht von den Verträgen unterscheidet, die die Vereinigten Staaten unseren Ländern aufzwingen.
Wir stehen unter intensivem Druck aus der Europäischen Kommission, die vollständige Liberalisierung im Handel, in den Finanzdienstleistungen, beim intellektuellen Eigentum und in unseren öffentlichen Diensten zu akzeptieren. Außerdem bedrängt man uns unter dem Vorwand des »juristischen Schutzes« wegen der Nationalisierung von Wasser, Gas und Telekommunikation, die wir am Internationalen Tag der Arbeit vorgenommen haben. Ich frage: Wo ist die »juristische Sicherheit« für unsere Frauen, unsere Jugendlichen, Kinder und Werktätigen, die in Europa bessere Aussichten suchen? Die Freiheit des Handels und der Finanzen soll gewährleistet werden, während wir unsere Brüder in Gefängnissen ohne Urteil sehen. Dies zu akzeptieren hieße, die Grundlagen der Freiheit und der demokratischen Rechte negieren.
Wenn die Abschieberichtlinie verabschiedet werden sollte, stehen wir vor einem ethischen Dilemma. Die Verhandlungen über Handelsfreiheit mit der EU könnten nicht vertieft werden. Wir behalten uns auch das Recht vor, für EU-Bürger die gleichen Visapflichten festzulegen, die den Bolivianern seit dem 1. April 2007 auferlegt werden. Bisher haben wir nichts unternommen, weil wir auf günstige Signale aus der EU gehofft haben.
Die Welt, ihre Kontinente, ihre Ozeane und ihre Pole sind von Problemen belastet: die globale Erwärmung, die Verschmutzung, der langsame aber sichere Verbrauch der Energieressourcen und die bedrohte Biodiversität. Hunger und Armut wachsen in allen Ländern und schwächen unsere Gesellschaften. Die Migranten, ob mit oder ohne Papiere, zu Sündenböcken für diese globalen Probleme zu machen, ist keine Lösung. (...) Diese Probleme sind das Ergebnis eines vom Norden aufgezwungenen Entwicklungsmodells, das den Planeten zerstört und die Gesellschaften der Menschen fragmentiert.
Im Namen des Volkes von Bolivien, aller meiner Brüder auf dem Kontinent und in Regionen der Erde wie dem Maghreb und den übrigen Ländern Afrikas richte ich einen Appell an das Gewissen der führenden europäischen Politiker und Abgeordneten, der Völker, Bürger und politisch aktiven Kräfte Europas: Die Abschieberichtlinie darf nicht verabschiedet werden. Es ist eine Direktive der Schande. Ich appelliere an die EU, in den nächsten Monaten eine Migrationspolitik zu erarbeiten, die die Menschenrechte respektiert, die es ermöglicht, diese vorteilhafte Dynamik zwischen den beiden Kontinenten zu erhalten. Ich appelliere an sie, die gewaltigen historischen, wirtschaftlichen und ökologischen Schulden zu begleichen, die die Länder Europas gegenüber einem großen Teil der Dritten Welt haben. Die offenen Adern Lateinamerikas müssen verheilen. (Anspielung auf das Buch »Die offenen Adern Lateinamerikas« des Uruguayers Eduardo Galeano, d. Red.)
Die »Integrationspolitik« darf heute nicht auf die gleiche Weise versagen, wie die »zivilisatorische Mission« in der Zeit der Kolonien gescheitert ist. Nehmen Sie alle, Regierungsvertreter, Europa-Parlamentarier, Compañeras und Compañeros, brüderliche Grüße aus Bolivien entgegen. Unsere Solidarität gilt besonders allen »Illegalen«.
Evo Morales Ayma amtiert seit Januar 2006 und ist der erste indigene Präsident der Republik Bolivien
http://www.jungewelt.de/2008/06-12/054.php

 
42 days? Try 18 months
This European targeting of illegal immigrants is hypocritical, draconian and undiplomatic
 
* Evo Morales
* The Guardian,
* Monday June 16 2008
 
Until the end of the second world war Europe was a continent of emigrants. Millions left for the Americas: some to colonise, others to escape hunger, financial crises, persecution, ethnic cleansing, war or totalitarian governments.
 
European citizens arrived in Latin and North America en masse, without visas or conditions imposed on them by the authorities. They were simply welcomed, and continue to be in Latin America. They came to exploit the natural wealth and to transfer it to Europe, with a high cost for the native population. Yet the people, property and rights of the migrants were always respected.
 
Contrast the European &quot;return directive&quot;, to be voted on in the European parliament this week. It imposes harsh terms for detention and deportation of undocumented immigrants, regardless of the time they have spent in European countries, their work situation, their family ties or their achievements in integrating themselves into local society.
 
The EU is now the main destination for migrants around the world, because of its positive image of space, prosperity and public freedom. The great majority of migrants contribute to, rather than exploit, this prosperity.
 
They are employed in public works, construction, cleaning, hospitals and domestic work. They take the jobs the Europeans cannot or will not do. Maintaining the relationship between the employed and the retired by providing generous income to the social security system, the migrant offers a solution to demographic and financial problems in the EU.
 
For us, our emigrants represent help in development that Europeans do not give us (few countries reach the minimum objective of 0.7% of GDP in development assistance). Latin America received, in 2006, a total of $68bn sent back from abroad, more than the total foreign investment in our countries. My country, Bolivia, received more than 10% of its GDP in such remittances.
 
Unfortunately, the return directive is a huge infringement of the human rights of our Latin American friends. It proposes jailing undocumented immigrants for up to 18 months before their expulsion. Mothers with children could be arrested, without regard to family and school, and put in detention centres, where we know depression, hunger strikes and suicides happen. How can we accept it?
 
At the same time, the EU is trying to convince the Andean Community of Nations (Bolivia, Colombia, Ecuador and Peru) to sign an &quot;association agreement&quot; that includes a free trade agreement of a similar nature to that imposed by the US. We are under intense pressure to accept demands for liberalisation of our trade, financial services, intellectual property rights and public works. Under so-called &quot;judicial protection&quot; we are being pressured to denationalise water, gas and telecommunications. Where is the &quot;judicial protection&quot; for our people seeking new horizons in Europe?
 
If the return directive becomes law, we will not be morally able to deepen negotiations with the EU, and we reserve the right to legislate so European citizens have the same obligations for visas that Europe imposes on the Bolivians, according to the diplomatic principle of reciprocity.
 
The social cohesion problems that Europe is suffering now are not the fault of migrants, but the result of the model of development imposed by the north, which destroys the planet and dismembers human societies. I appeal to European leaders to drop this directive and instead form a migration policy that respects human rights, and allows us to maintain the movement of people that helps both continents.
 
Evo Morales Ayma is the president of the Republic of Bolivia 
www.presidencia.gov.bo
http://www.guardian.co.uk/commentis....008/jun/16/eu.immigration

 
The original letter ends with the following paragraphs which are not in the Guardian article
 
In the name of the people of Bolivia, of all my brothers and sisters of this continent and other regions of the world, like Maghreb and the countries of Africa, I appeal to the consciousness of the European leaders and parliamentarians, of the people, citizens and activists of Europe, not to approve the text of the “return directive”. The text that’s before us today is a directive of shame.
 
I call also on the European Union to work out over the next months an immigration policy which respects human rights; which allows us to maintain this dynamics that is beneficial to both continents; and to repair once and for all the huge historic debt, both economic and ecological, which European countries owe to a large part of the Third World, and in so doing close the open veins of Latin America. They must not fail today in their “policies of integration” as they have failed with their so called “civilizing mission” during colonial times.
 
Fraternal greetings from Bolivia to all of you, authorities, Euro parliamentarians, brothers and sisters. And our solidarity, particularly to all the “clandestine people”.


Original:
El papel real de los migrantes
Carta abierta de Evo Morales a propósito de la &quot;directiva retorno&quot; de la Unión Europea

Hasta finales de la Segunda guerra mundial, Europa fue un continente de emigrantes. Decenas de millones de Europeos partieron a las Américas para colonizar, escapar de las hambrunas, las crisis financieras, las guerras o de los totalitarismos europeos y de la persecución a minorías étnicas.
Hoy, estoy siguiendo con preocupación el proceso de la llamada &quot;directiva retorno&quot;. El texto, validado el pasado 5 de junio por los ministros del Interior de los 27 países de la Unión Europea, tiene que ser votado el 18 de junio en el Parlamento Europeo. Siento que endurece de manera drástica las condiciones de detención y expulsión a los migrantes indocumentados, cualquiera sea su tiempo de permanencia en los países europeos, su situación laboral, sus lazos familiares, su voluntad y sus logros de integración.
A los países de América Latina y Norteamérica llegaron los europeos, masivamente, sin visas ni condiciones impuestas por las autoridades. Fueron siempre bienvenidos, Y. lo siguen siendo, en nuestros países del continente americano, que absorbieron entonces la miseria económica europea y sus crisis políticas. Vinieron a nuestro continente a explotar riquezas y a transferirlas s Europa, con un altísimo costo para las poblaciones originales de América. Como en el caso de nuestro Cerro Rico de Potosí y sus fabulosas minas de plata que permitieron dar masa monetaria al continente europeo desde el siglo XVI hasta el XIX. Las personas, los bienes y los derechos de los migrantes europeos siempre fueron respetados.
Hoy, la Unión Europea es el principal destino de los migrantes del mundo lo cual es consecuencia de su positiva imagen de espacio de prosperidad y de libertades públicas. La inmensa mayoría de los migrantes viene a la UE para contribuir a esta prosperidad, no para aprovecharse de ella. Ocupan los empleos de obras públicas, construcción, en los servicios a la persona y hospitales, que no pueden o no quieren ocupar los europeos. Contribuyen al dinamismo demográfico del continente europeo, a mantener la relación entre activos e inactivos que vuelve posible sus generosos sistemas de seguridad social y dinamizan el mercado interno y la cohesión social. Los migrantes ofrecen una solución a los problemas demográficos y financieros de la UE.
Para nosotros, nuestros migrantes representan la ayuda al desarrollo que los Europeos no nos dan - ya que pocos países alcanzan realmente el mínimo objetivo del 0,7% de su PIB en la ayuda al desarrollo. América Latina recibió, en 2006, 68.000 millones de dólares de remesas, o sea más que el total de las inversiones extranjeras en nuestros países. A nivel mundial alcanzan 300.000 millones de dólares, que superan a los 104.000 millones otorgados por concepto de ayuda al desarrollo. Mi propio país, Bolivia, recibió mas del 10% del PIB en remesas (1.100 millones de dólares) o un tercio de nuestras exportaciones anuales de gas natural.
Es decir que los flujos de migración son benéficos tanto para los Europeos y de manera marginal para nosotros del Tercer Mundo ya que también perdemos a contingentes que suman millones de nuestra mano de obra calificada, en la que de una manera u otra nuestros Estados, aunque pobres, han invertido recursos humanos y financieros.
Lamentablemente, el proyecto de &quot;directiva retorno&quot; complica terriblemente esta realidad. Si concebimos que cada Estado o grupo de Estados puede definir sus políticas migratorias en toda soberanía, no podemos aceptar que los derechos fundamentales de las personas sean denegados a nuestros compatriotas y hermanos latinoamericanos. La &quot;directiva retorno&quot; prevé la posibilidad de un encarcelamiento de los migrantes indocumentados hasta 18 meses antes de su expulsión -o &quot;alejamiento&quot;, según el término de la directiva. ¡18 meses! ¡Sin juicio ni justicia! Tal como esta hoy el proyecto de texto de la directiva viola claramente los artículos 2, 3, 5, 6, 7, 8 y 9 de la Declaración Universal de los Derechos Humanos de 1948. En particular el artículo 13 de la Declaración reza:
&quot;1. Toda persona tiene derecho a circular libremente y a elegir su residencia en el territorio de un Estado.
2. Toda persona tiene derecho a salir de cualquier país, incluso del propio, y a regresar a su país&quot;.
Y, lo peor de todo, existe la posibilidad de encarcelar a madres de familia y menores de edad, sin tomar en cuenta su situación familiar o escolar, en estos centros de internamientos donde sabemos ocurren depresiones, huelgas de hambre, suicidios. ¿Cómo podemos aceptar sin reaccionar que sean concentrados en campos compatriotas y hermanos latinoamericanos indocumentados, de los cuales la inmensa mayoría lleva años trabajando e integrándose? ¿De qué lado esta hoy el deber de ingerencia humanitaria? ¿Dónde está la &quot;libertad de circular&quot;, la protección contra encarcelamientos arbitrarios?
Paralelamente, la Unión Europea trata de convencer a la Comunidad Andina de Naciones (Bolivia, Colombia, Ecuador y Perú) de firmar un &quot;Acuerdo de Asociación&quot; que incluye en su tercer pilar un Tratado de Libre Comercio, de misma naturaleza y contenido que los que imponen los Estados Unidos. Estamos bajo intensa presión de la Comisión Europea para aceptar condiciones de profunda liberalización para el comercio, los servicios financieros, propiedad intelectual o nuestros servicios públicos. Además a título de la protección jurídica se nos presiona por el proceso de nacionalización del agua, el gas y telecomunicaciones realizados en el Día Mundial de los Trabajadores. Pregunto, en ese caso ¿dónde está la &quot;seguridad jurídica&quot; para nuestras mujeres, adolescentes, niños y trabajadores que buscan mejores horizontes en Europa?
Promover la libertad de circulación de mercancías y finanzas, mientras en frente vemos encarcelamiento sin juicio para nuestros hermanos que trataron de circular libremente. Eso es negar los fundamentos de la libertad y de los derechos democráticos.
Bajo estas condiciones, de aprobarse esta &quot;directiva retorno&quot;, estaríamos en la imposibilidad ética de profundizar las negociaciones con la Unión Europea, y nos reservamos del derecho de normar con los ciudadanos europeos las mismas obligaciones de visa que nos imponen a los Bolivianos desde el primero de abril de 2007, según el principio diplomático de reciprocidad. No lo hemos ejercido hasta ahora, justamente por esperar buenas señales de la UE.
El mundo, sus continentes, sus océanos y sus polos conocen importantes dificultades globales: el calentamiento global, la contaminación, la desaparición lenta pero segura de recursos energéticos y biodiversidad mientras aumenta el hambre y la pobreza en todos los países, fragilizando nuestras sociedades. Hacer de los migrantes, que sean documentados o no, los chivos expiatorios de estos problemas globales, no es ninguna solución. No corresponde a ninguna realidad. Los problemas de cohesión social que sufre Europa no son culpa de los migrantes, sino el resultado del modelo de desarrollo impuesto por el Norte, que destruye el planeta y desmiembra las sociedades de los hombres.
A nombre del pueblo de Bolivia, de todos mis hermanos del continente regiones del mundo como el Maghreb, Asia y los países de Africa, hago un llamado a la conciencia de los líderes y diputados europeos, de los pueblos, ciudadanos y activistas de Europa, para que no se apruebe el texto de la &quot;directiva retorno&quot;.
Tal cual la conocemos hoy, es una directiva de la vergüenza. Llamo también a la Unión Europea a elaborar, en los próximos meses, una política migratoria respetuosa de los derechos humanos, que permita mantener este dinamismo provechoso para ambos continentes y que repare de una vez por todas la tremenda deuda histórica, económica y ecológica que tienen los países de Europa con gran parte del Tercer Mundo, que cierre de una vez las venas todavía abiertas de América Latina. No pueden fallar hoy en sus &quot;políticas de integración&quot; como han fracasado con su supuesta &quot;misión civilizatoria&quot; del tiempo de las colonias.
Reciban todos ustedes, autoridades, europarlamentarios, compañeras y compañeros saludos fraternales desde Bolivia. Y en particular nuestra solidaridad a todos los &quot;clandestinos&quot;.
Evo Morales Ayma
Presidente de la República de Bolivia


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Marc of Frankfurt:
EU einigt sich auf strenge und umstrittene Abschieberegeln

AFP:
EU-Parlament verabschiedet umstrittene Regeln zu Abschiebung

Straßburg (AFP) — Ungeachtet der Warnungen von Menschenrechtsorganisationen hat das Europaparlament grünes Licht für die Richtlinie zur Abschiebung illegaler Einwanderer gegeben. Die Abgeordneten verabschiedeten eine Neuregelung, wonach die Abschiebehaft in der EU bis zu 18 Monate betragen kann. In Deutschland ist das bereits der Fall. Außerdem ist in bestimmten Fällen ein Wiedereinreiseverbot für fünf Jahre möglich. Heftige Kritik an der &quot;Richtlinie der Schande&quot; übten Menschenrechtsorganisationen. Auch UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour äußerte sich besorgt.
Gegen das Vorhaben stimmten Grüne, Kommunisten und ein Teil der Sozialisten. Die Richtlinie muss nun noch formell vom Ministerrat abgesegnet werden, was in Kürze geschehen soll. Anschließend haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, um die Vorschriften in nationales Recht umzusetzen. Die Abschiebehaft ist im Regelfall auf sechs Monate begrenzt. In &quot;Ausnahmefällen&quot; kann sie verlängert werden - auf maximal 18 Monate. Die Betroffenen sollen nicht zusammen mit Straftätern in Gefängnissen, sondern in eigenen Abschiebezentren untergebracht werden.
Die neue Richtlinie ist Teil eines Pakets, das der EU zu einer einheitlichen Einwanderungspolitik verhelfen soll. Die Neuregelung garantiert illegalen Einwanderern auch eine Reihe von Mindestrechten. So können sie innerhalb von 30 Tagen freiwillig ausreisen. Außerdem wird sichergestellt, dass Nicht-Regierungsorganisationen Zugang zu den Abschiebezentren haben.
Für Minderjährige ohne Begleitung Erwachsener sowie Familien mit Kindern soll die Abschiebehaft nur die &quot;letzte Alternative&quot; sein. Die EU-Staaten werden außerdem verpflichtet, Kindern &quot;Zugang zur Bildung&quot; zu gewähren. Minderjährige können allerdings auch in Länder abgeschoben werden, wo sie keine Familie haben - falls es dort &quot;geeignete Einrichtungen&quot; gibt.
Massive Kritik an der Neuregelung übte der deutsche Grünen-Politiker Cem Özdemir. Die EU benötige dringend Regelungen für die legale Einwanderung. Stattdessen verschwende sie ihre Energie auf die Abschiebung von Menschen. Nach Ansicht der UN-Menschenrechtskommissarin Arbour ist es höchste Zeit, die Rechte jener zu schützen, die versuchten, der Armut und dem Hunger zu entkommen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) bemängelte vor allem die Abschiebedauer von bis zu 18 Monaten und das mögliche Wiedereinreiseverbot. Dies werde die Standards in vielen EU-Staaten absenken und anderen Regionen in der Welt &quot;ein sehr schlechtes Beispiel&quot; geben.
http://afp.google.com/article/ALeqM5gRMhtwIO20NVbhkYzdE3oC-_vFTg

Initiative PRO-Asyl:
http://linkszeitung.de/content/view/169032/1/
Siehe auch diesen Film:
&quot;Die angebliche Gefahr der Migration&quot; 
von Arte. In unserem Filmforum ganz unten:
http://sexworker.at/phpBB2/viewforu....;topicdays=0&amp;start=50
(members-only)


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Marc of Frankfurt:
Zur informellen Ökonomie / Schattenwirtschaft:
Mir scheint eine ideelle Unterscheidung wird benötigt 
ist aber abstrakt und allgemeingültig nicht darstellbar:
Wirtschaftsbereich der Ausgegrenzten &amp; Entrechteten: 
Überlebensökonomie von Dropouts, Opfern, Bettlern, Tagelöhner, Tauschwirtschaft, Nachbarschaftshilfe, Schwarzmarkt, dealende Drogengebraucher, Schwarzarbeiter, Überlebenssexualität (Prostitution), Gesetzesübertretung aus Notlage, undokumentierte Migranten, heutige moderne Sklaven ...

Wirtschaftsbereich der professionel organisierten Kriminalität:
Kiesengewinnler, Profiteure, systematischer Täter, Korruption, Bestechung, Betrug, Drogenhandel im großen Stil, Menschenhandel (Prostitution in großem Stil) ... Waffengewalt, Waffenhandel, Mord, Mafia ...
Wo ist der Unterschied? Der eine will nur überleben und seine Chance bekommen, der andere will auf Kosten anderer Leben und im Luxus leben. Das eine sind Bekanntschaftsnetzwerke zur gegenseitigen Hilfe zum Überleben, das andere strategisch geplante Ausbeutungs-Strukturen, denen andere in die Falle laufen sollen. Wie soll das objektiv von außen unterscheiden werden können?


Die Überlebenstrix und Ausbeutungsfallen eines illegalen, clandestinen undokumentierten Migranten:
&quot;Sans-Papiers&quot;
Tanz auf der Fallgrube
Von David Signer, Weltwoche.ch
Wenn jemand behaupten kann, er sei Europäer, dann der Senegalese Sheikh: heute Pisa, morgen Teneriffa, demnächst Paris, wer weiss? Immer auf der Suche nach einem Job, um der Familie Geld zu schicken. Und: immer ohne Pass. Wie macht er das? Sein grenzenloser Lebenslauf, aufgezeichnet von David Signer

Weltweit werden heute 200 Millionen Migranten gezählt, das sind 3 % der Weltbevölkerung – und die Zahl steigt: 1970 waren es 82 Millionen, 2000 175 Millionen; viele davon sind illegal eingewandert: Rund 2,5 bis 4 Millionen Menschen bewegen sich jedes Jahr ohne gültige Papiere über eine Grenze. In Europa sind 7,7 % der Bevölkerung Einwanderer, schätzungsweise fünf Millionen halten sich illegal hier auf. Die Leute, die diese Sans-Papiers über die Grenze bringen, verdienen jedes Jahr rund zehn Milliarden Dollar.
Einwanderer haben im Jahr 2004 offiziell rund 150 Milliarden Dollar in ihre Herkunftsländer überwiesen – dreimal mehr als die gesamte staatliche Entwicklungshilfe. Insbesondere im subsaharischen Afrika sind viele Familien auf die Überweisungen eines Verwandten angewiesen; 45,7 Prozent der Menschen dort verdienen weniger als einen Dollar pro Tag.

Sheikh* ist ein solcher «Illegaler». Seit zwei Jahren lebt er ohne Papiere in verschiedenen Ländern Europas. Er ist 27 und stammt aus Senegal, aus einer Familie mit zehn Kindern. Sein Vater ist vor einigen Jahren gestorben; die Pension, die seine Mutter erhält, würde nicht einmal für die Miete reichen – die Familie lebt von den drei Kindern, die in Europa sind und Geld schicken.
Sheikh erzählt: «Ich habe in Senegal die Matura gemacht und nachher eine zweijährige Ausbildung in Informatik, Buchhaltung und Administration, aber ich fand keine Arbeit, weil mir die connections fehlten. Ich hatte diverse Kontakte in Europa. Jemand in Italien und jemand in Holland machte eine offizielle Einladung für mich, doch ich bekam trotzdem kein Visum. Mit der Schweiz klappte es dann; dank der Einladung eines Schweizers kriegte ich ein dreimonatiges Touristenvisum, und ich flog von Dakar nach Zürich. Das war vor zwei Jahren, ich war damals 25.
Als das Visum abgelaufen war, brachte mich ein Bekannter im Tessin über die ‹grüne Grenze›. Mit der Eisenbahn fuhr ich nach Pisa, wo ich andere Senegalesen kannte; es waren vor allem sogenannte Modu-Modu, das heisst Mouriden, Mitglieder einer senegalesischen islamischen Bruderschaft, die in Europa ziemlich abgeschlossen unter sich leben. Sie emigrieren ausschliesslich, um Geld zu verdienen. Sie arbeiten hart, schicken alles Geld in die Heimat, leben sparsam, und mit vierzig gehen sie dann nach Hause, heiraten, bauen sich ein Haus und eröffnen irgendein Business.
Ich lebte also in dieser Gemeinschaft, obwohl ich selber nicht Mouride bin. Einmal brachte ich einen italienischen Kollegen nach Hause. Meine Mitbewohner reagierten sauer. ‹Wir sind seit zehn Jahren hier, und noch nie hat ein Weisser die Schwelle übertreten›, sagten sie. ‹Und du bringst schon nach ein paar Wochen den Italiener her.› Aber ich interessiere mich eben für die Welt um mich herum. Manchmal klopften Zeugen Jehovas an die Türe; es war lehrreich, mit ihnen zu diskutieren. Ich ging auch ein paar Mal an ihre Versammlungen, und sie schenkten mir eine französische Bibel. Meine senegalesischen Kollegen schlugen ihnen bloss die Türe vor der Nase zu.
Ich verkaufte Brillen, Gürtel, Uhren, CDs und DVDs auf der Strasse, in Pisa und auch in Florenz. Die Uhren waren gefälschte Markenuhren aus China. Für eine Rolex zahlten die Kunden 300 Euro, insbesondere die Engländer waren so scharf drauf, dass sie jeden Preis zahlten. Die waren recht naiv. Die CDs und DVDs waren illegale Kopien, ich verkaufte vor allem Komödien und Musik aus Senegal; sie wurden in Pisa in einer Art Untergrundstudio kopiert. Schliesslich fand ich eine reguläre Stelle in einer Manufaktur, wo Bilderrahmen zusammengesetzt wurden. Es war ein normales italienisches Unternehmen, das heisst, es gehörte nicht zur ‹schwarzen› Wirtschaft; ich war der einzige Afrikaner dort.
Mit der Polizei hatte ich kaum Probleme, aber es gab eine Art Marktaufsicht; diese Männer hatten es vor allem auf die Raubkopien abgesehen. Sie konfiszierten deine Ware, wollten wissen, woher sie kam, und manchmal musstest du auch noch eine Busse bezahlen.
Ich verdiente nicht schlecht, jeden Monat schickte ich meiner Mutter in Senegal 250 Franken. Ich erinnere mich, wie ich einmal am Ende eines besonders guten Monats 1500 Euro in der Hand hatte. Ich bin ein Millionär, dachte ich, zwar kein Euro-Millionär, aber immerhin ein CFA-Millionär [westafrikanische Währung].

Mein Pass, dein Pass, kein Pass
Es gab eine zentrale Einkaufsstrasse, wo wir vorwiegend verkauften. An Silvester war dort besonders viel los. Ich kam mit einem Mädchen ins Gespräch, das eine CD kaufen wollte, es war sehr nett; wir wurden ein Pärchen. Ich war auch manchmal bei ihr zu Hause, ihre Mutter war freundlich. Das Mädchen weinte, als ich Italien verlassen wollte, und versuchte, mich umzustimmen. Schliesslich ging ich einfach, ohne ihr noch ade zu sagen. Seither hatten wir keinen Kontakt mehr.
Ich hatte nämlich gehört, dass es in Spanien eine Aktion gab, bei der die Einwanderer ohne Papiere ihren Status legalisieren lassen konnten. Da ich jedoch bloss meinen senegalesischen Pass ohne Schengen-Visum hatte, konnte ich die Grenze nicht überqueren. Es gab einen Mann in unserer Gemeinschaft, der schon lange in Italien wohnte und einen italienischen Pass besass. Er war mein Tutor; er verwaltete mein Geld, weil ich ohne Papiere kein Konto eröffnen konnte, schickte mein Geld nach Senegal, per Western Union (auch dort muss man ein Dokument vorweisen), und unterstützte mich, wenn es Probleme gab. Umgekehrt half ich ihm manchmal finanziell aus. Wir sprachen über diese Möglichkeit in Spanien, und er bot mir an, mit seinem Pass zu reisen. Er zeigte mir, wo er ihn versteckt hielt. Schliesslich gingen wir sogar zusammen mein Ticket holen.
Aber dann wurde es seltsam, plötzlich gab es Unstimmigkeiten zwischen uns. Vielleicht war er neidisch auf mich. Ich hatte rund 1000 Euro auf seinem Konto, aber er sagte, es seien nur 600. Er gab mir die 600 und behielt die restlichen 400 für sich. Wie abgesprochen, nahm ich dann an besagtem Abend seinen Pass aus seiner Schublade und legte stattdessen meinen eigenen senegalesischen Pass, gewissermassen als Depot, hinein. Ich hinterliess ihm auch einen Brief, in dem ich erklärte, dass ich nach Spanien ginge und ihm seine Papiere gleich nach der Ankunft zurückschicken würde. Er sollte mir dann im Gegenzug meinen eigenen Pass retournieren. Ich fuhr mit einem Car bis Madrid. An der Grenze zeigte ich den Pass meines Kollegen, und da die Weissen die Gesichter der Schwarzen normalerweise nicht gut unterscheiden können, merkten die Zöllner nichts.
In Madrid nahm ich dann ein Flugzeug nach Teneriffa. Ich hatte dort die Adresse eines ehemaligen Nachbarn in Dakar. Sein Bruder war der Chef der Senegalesen auf Teneriffa. Er versprach mir, einen Pass zu organisieren. Ich bezahlte ihm sogar etwas, aber nichts geschah. Gleich nach der Ankunft schickte ich den Pass meines Kollegen zurück. Der war aber so wütend über meine Aktion, dass er mir meinen eigenen Pass nicht retournierte. Ich telefonierte ihm unzählige Male, er sagte mir: ‹Du wirst nie einen spanischen Pass kriegen›, und am Ende nahm er das Telefon gar nicht mehr ab.
Jetzt sass ich ganz schön in der Tinte. Selbst Illegale, die ihren Status legalisieren wollen, brauchen zumindest Papiere aus ihrem Heimatland. Ich hingegen hatte nun überhaupt nichts mehr. Die Möglichkeit für clandestinos, sich in Spanien registrieren zu lassen, war auf drei Monate beschränkt. Ich musste sie ungenutzt verstreichen lassen, während meine Papiere in Pisa waren. Aber wahrscheinlich hatte sie der andere längst verbrannt oder verkauft.

Null Hilfe vom Konsulat
Ohne Papiere war es auch schwierig, Arbeit zu finden. Manchmal lieh man sich für die Arbeitssuche Papiere aus. Ich bewarb mich zum Beispiel einmal mit den Papieren eines andern für eine Stelle in einem Hotel. Ich bekam die Stelle, füllte alle Formulare aus – natürlich unter seinem Namen – und bekam einen Termin für den Stellenantritt. Aber der andere haute mich übers Ohr und trat die Stelle selber an; als ich protestierte, drohte er, mich bei der Polizei zu verpfeifen. Allerdings verlor er dann die Stelle nach drei Tagen. Es war ärgerlich: Teneriffa ist eine Touristeninsel; mit meinen Englisch-, Französisch-, Italienisch- und Spanischkenntnissen sowie meiner Administrationsausbildung hätte ich Superstellen kriegen können – aber keine Chance als Illegaler. Ich hatte einen Kollegen, der bekam eine Stelle im Hotel, lernte eine englische Touristin kennen und ging mit ihr nach London.
Einmal versprach man mir eine Stelle, wenn ich bloss einen Strafregisterauszug meines Landes präsentiere. Ich flog dafür nach Las Palmas und ging auf das senegalesische Konsulat. Dort erkundigte ich mich auch, ob ich einen neuen Pass kriegen könnte. Aber es war alles so kompliziert, man sagte, es dauere Monate, und das Geld dafür hatte ich sowieso nicht. Ich mobilisierte auch Verwandte in Dakar wegen des Passes, aber nichts geschah. Die Stelle bekam ich dann übrigens auch mit dem Strafregisterauszug nicht. Sobald die Leute merkten, dass ich keine Papiere hatte, wussten sie, dass sie mit mir machen konnten, was sie wollten.
Ich arbeitete da und dort, auf Kürbisfeldern, Bananen- und Orangenplantagen, auf dem Bau (nur zwei Wochen, ich brach fast zusammen), und schliesslich kriegte ich eine Stelle in einer Werft, wo alte Boote gesäubert, repariert und aufgefrischt wurden. Der Chef war ein Ghanaer, der seit 16 Jahren dort lebte. Es gab auch einen Polen und einen Uruguayer. Die Arbeit war hart, und ich kriegte bloss zwanzig Euro pro Tag. Ich konnte praktisch nichts mehr nach Hause schicken. Nicht einmal, um nach Hause zu telefonieren, reichte das Geld noch. Einmal hatte ich einen Unfall. Mit einer Schmirgelmaschine schmirgelte ich mir ein Fingergelenk ab. Ich ging zum Ghanaer, der sagte bloss: Das ist das Leben eines Arbeiters. Und zeigte mir all die Narben auf seinem Körper, zum Teil zwanzig Jahre alt. Als ich sah, dass von ihm keine Hilfe zu erwarten war, ging ich zu einem Arzt, der mir eine Tetanusspritze gab.
Aber verglichen mit andern ging es mir ja noch anständig. Es gab einen Senegalesen, der hatte zu Fuss die ganze Sahara durchquert. Und dafür hatte er dem Schlepper etwa 5000 Euro bezahlt! Nachts buddelten sie ein Loch in den Sand, um nicht zu erfrieren. Es ist eine Mafia, die auch mit der Polizei zusammenarbeitet. Unterwegs gab es Händler, die ihnen Wasser, Biskuits und Zigaretten zu exorbitanten Preisen verkauften. Aber die Armen hatten ja keine Wahl. Es gab auch solche, die den Fehler gemacht hatten, die ganze Summe gleich zu Beginn zu zahlen. Die wurden dann einfach irgendwo in der mauretanischen Wüste stehen gelassen.
Meinem Kollegen hatte man versprochen, ihn bis nach Spanien zu bringen. Aber in Marokko sagte man ihm: Hier ist ein Wäldchen, da kannst du Holz sammeln und dir ein Boot bauen. Als er sein Ruderboot zusammengebastelt hatte, sagte er: Und wohin soll ich steuern? Sie sagten ihm: Einfach immer ein bisschen nach rechts halten, dann landest du in Teneriffa. 5000 Euro, um dein Leben zu riskieren! Aber das sind naive junge Leute aus den Dörfern, Analphabeten, die meinen, nur ein Spaziergang trenne sie vom Paradies. Denen kannst du das Blaue vom Himmel erzählen, und sie glauben alles. Mit dem Geld kriegst du fast schon ein gefälschtes Visum, oder du könntest zu Hause ein Business eröffnen.
Eine der ersten Lektionen, die die andern Illegalen mir gaben, war, nie mit dem Pass herumzulaufen. Denn in dein Heimatland zurückschieben kann man dich nur, wenn deine offiziellen Daten vorliegen. Ich gab auch immer einen falschen Wohnort an. In Pisa sagte ich den Polizisten jeweils, ich wohne in Florenz; das war zu weit weg, da wollten sie sich nicht die Mühe machen, dich bis nach Hause zu begleiten. Wenn du deine richtige Adresse angibst, riskierst du, dass sie dort deine Papiere finden, illegale Handelsware wie Raubkopien von CDs und natürlich auch andere Sans-Papiers. Aber in Italien wurden wir nur selten von Polizisten kontrolliert. Das einzige Problem mit ihnen war, dass sie immer Gratis-CDs wollten. Am Sonntag kamen sie jeweils mit der ganzen Familie, und dann musste man allen Kindern etwas geben.
Auf Teneriffa hingegen gab es häufig Kontrollen. Der Ort, wo wir wohnten, war klein, und da fiel man natürlich auf als Schwarzer. Wenn ich angehalten wurde, sagte ich jeweils, ich hätte meine Papiere zu Hause vergessen. Sie drohten dann damit, morgen wiederzukommen, aber sie kamen nicht. Ich hatte auch meist meinen farbverschmierten Overall von der Arbeit an, so wurde man weniger kontrolliert.

Nachts in der Disco-Garderobe
Einen senegalesischen Kollegen von mir schnappten sie, als er gerade alle seine Papiere bei sich hatte. Das war während dieser Legalisierungsperiode, und er wollte sich bei einem Advokaten einschreiben lassen. Er wurde nach Senegal zurückgeschoben. Ein anderer landete für drei Jahre im Knast, weil er mit Drogen dealte. Das machten eigentlich nur jene, die eine Aufenthaltsbewilligung hatten, denn die konnten nicht ausgewiesen werden. Die Touristen, vor allem die Engländer, waren sehr an Drogen interessiert, Gras und sogar Kokain. Aber alle in unserer Gruppe waren Mouriden, gläubige Muslime vom Land, die machen das nicht.
Im Gegensatz zu den Italienern sind die Leute in Teneriffa ganz schön rassistisch. Schon die Kleinen rufen dir ‹Neger!› hinterher. Manchmal stellen sie dir so Fragen wie: ‹Gibt es bei euch eigentlich auch Autos?› Oder: ‹Werden bei euch noch Menschen gefressen?› Die sind auf dem Wissensstand des 18. Jahrhunderts. Na gut, das hängt auch damit zusammen, dass sie von all den Afrikanern nur die Gestrandeten sehen, die überhaupt nichts mehr haben. Dann denken sie, so sind alle. Die waren auch immer ganz erstaunt, dass ich richtiges Spanisch sprach. Viele Einheimische auf Teneriffa sprechen bloss Canario, das ist so ein Dialekt-Spanisch.
Ich habe Spanisch am Gymnasium gelernt. Insbesondere mit den Polizisten war es nützlich, wenn du mit ihnen diskutieren konntest. Aber es ist schon ärgerlich, für einen Idioten oder einen Gangster gehalten zu werden, bloss weil du eine dunkle Hautfarbe hast. Manchmal halten die Busse nicht an, weil du schwarz bist. Oder du steigst mit andern ein, und der Fahrer will dich wieder rauswerfen. Wenn du dich weigerst, ruft er die Polizei. Die meisten Afrikaner kriegen dann Angst, auch weil sie keine Papiere haben, und verschwinden. Ich blieb jeweils und wartete auf die Polizei, und sie gab mir schlussendlich eigentlich immer Recht. Diese Geringschätzung herrscht nicht nur auf Teneriffa, sondern in ganz Spanien. Ich weiss das.
Weil ich nun nämlich kaum mehr etwas zum Leben hatte, ging ich zurück aufs Festland. Es war schwierig, ohne Pass ins Flugzeug zu kommen. Ich sagte den Leuten, ich müsse nach Madrid auf die Botschaft, um neue Papiere zu kriegen, und nach endlosen Diskussionen liessen sie mich ziehen. Angekommen in Barcelona, wollte ich spätnachts einen Stadtbus nehmen, um zu einem Bekannten zu kommen, wo ich die Nacht verbringen wollte. Ich stand allein an der Haltestelle, und drei Busse brausten einfach an mir vorbei. Es war Dezember, eisig kalt. Ich lief umher mit meinem schweren Rucksack, wo mein ganzes Hab und Gut drin war, bloss um nicht zu erfrieren. Gegen drei Uhr nachts fand ich eine Disco mit einem afrikanischen Türsteher. Er erlaubte mir, den Rest der Nacht in seiner Garderobe zu verbringen.

Schweizerinnen wollen 20 000 Franken für eine Scheinehe
In der Afrikaner-Community auf Teneriffa gab es nur Männer, keine Frauen. So lernte ich immerhin kochen. In Italien assen wir Pasta, auf Teneriffa Reis. Wir teilten uns zu viert eine Zweizimmerwohnung, die kostete etwa 100 Euro pro Person im Monat. Es war ein vierstöckiges Haus, und es wohnten nur Senegalesen dort. Wir lebten nicht in der Hauptstadt, sondern auf dem Dorf, aber es war doch recht lustig, wir schauten zusammen Fussballspiele am Fernsehen, tranken Tee, und es gab immer wieder neue Leute aus Senegal mit Neuigkeiten. Sogar eine Disco gab es, die war jeweils bis um zehn Uhr morgens offen. Aber ich hatte keine Perspektive.
Ich werde jetzt versuchen, auf der senegalesischen Botschaft in Paris neue Dokumente zu bekommen. Mein älterer Bruder kennt jemanden dort. Er handelt mit Schuhen, Handtaschen und Kleidern, die er in Neapel ab Fabrik kauft und nach Dakar verschiffen lässt. Es gibt ein ganzes Netzwerk von Senegalesen, die das managen. Du kommst am Abend am Bahnhof an, fragst einen der Schwarzen, die dort herumstehen, er führt dich zu einem Mittelsmann, und der organisiert dir – gegen ein Honorar natürlich – eine Bleibe, ein Auto, führt dich zu den Fabriken und schaut, dass du nicht übers Ohr gehauen wirst. Zwischendurch bringt er dich sogar zu einer Senegalesin, die in einer Wohnung ein inoffizielles Restaurant führt. Dann bringt er dich zu andern Senegalesen, die regelmässig Container verschiffen und dort meist noch etwas Platz haben. Das ist praktisch, weil die sich dann auch um die ganzen Zollformalitäten am Hafen kümmern. In Dakar brauchst du dafür persönliche Kontakte, sonst läuft gar nichts. Das alles hast du in einem Tag abgewickelt, und du hast kein Wort Italienisch geredet, nur Wolof, wie in Senegal.
Die Senegalesen in der Schweiz, die ich kenne, finden, ich solle doch in die Schweiz kommen und mir dort eine Frau suchen, die mich heiratet. Aber es passt nicht zu meiner Person, eine Fünfzigjährige zu heiraten, nur um zu Papieren zu kommen. Ich müsste mich ja schämen, wenn ich mich mit ihr zu Hause zeigte, alle würden sich über mich lustig machen. Ich habe auch keine Lust, von einer Frau abhängig zu sein und nochmals mit einer Sprache bei null anzufangen. Es gibt auch Frauen, die dich gegen Bezahlung pro forma heiraten, in der Schweiz verlangen sie 20 000 Franken.
Aber abgesehen davon, dass ich das Geld dafür gar nicht hätte, ist es auch riskant. Manchmal sind die Frauen drogensüchtig, manchmal erpressen sie die Männer. Sie sagen zum Beispiel: Zahl mir nochmals 10 000, sonst verpfeife ich dich. Ich bin ziemlich gealtert die letzten zwei Jahre, aber ich bin immer noch jung genug, um zu arbeiten und mich selbst durchzubringen, wenn man mir eine Chance gibt. Am liebsten würde ich noch etwa zehn Jahre hier bleiben, eine Senegalesin heiraten und dann in meiner Heimat eine Sportschule eröffnen. Wenn ich genug Geld hätte, könnten wir dann von Zeit zu Zeit auf Teneriffa Ferien machen.»
* Name der Redaktion bekannt
http://www.weltwoche.ch/artikel/def....D=13248&amp;CategoryID=82


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Hanna:
mal ein haarsträubender Fall ohne sexuelle Motivation. Stimmt die faustformel, daß niemand so grausam sein kann wie die eigenen Landsleute? Wenn man das hie allses so liest könnte mans fast glauben:
http://nachrichten.alice.aol.de/nac..../200806270308211824899510
Sklaverei im 20. Jahrhundert – elf Jahre Haft
 Indonesische Millionärin muss wegen Misshandlung für elf Jahre ins Gefängnis.Sie behandelte ihre indonesischen Hausangestellten wie Sklavinnen. Die Millionärin Varsha Sabhnan schlug sie mit Besen und Schirmen, lies die Frauen eiskalt duschen, ihr eigenes Erbrochene und 25 Chili-Schoten essen. Jetzt stand sie in den USA vor Gericht. Und muss elf Jahre hinter Gitter.
Ein Gericht im US-Staat New York hat eine Millionärin zu elf Jahren Haft verurteilt, weil sie ihre beiden indonesischen Haushaltshilfen praktisch wie Sklaven behandelt hat.
Die 46-Jährige Varsha Sabhnani hatte die Hausangestellten nach Überzeugung des Gerichts jahrelang mit brutalen Mitteln zur Arbeit gezwungen. Die beiden sagten aus, dass sie mit Besen und Schirmen geschlagen und mit Messern verletzt wurden. Als Strafe hätten sie auch häufig eiskalt duschen müssen. Eine der Frauen wurde gezwungen, 25 Chili-Schoten zu essen und musste anschließend ihr erbrochenes essen.
Das Gericht befand die ebenfalls aus Indonesien stammende Sabhnani in mehreren Anklagepunkten schuldig, darunter Zwangsarbeit, Verschwörung und das Beherbergen von Ausländern ohne gültige Papiere. Zusätzlich zur Haftstrafe bekam die 46-Jährige drei Jahre Bewährung auferlegt und muss 25.000 Dollar (16.000 Euro) zahlen. Darüber hinaus wird das Gericht die Summe für die entgangenen Arbeitslöhne festlegen. Die Staatsanwaltschaft forderte 1,1 Millionen Dollar. Maximal drohten der Millionärin 12 bis 15 Jahre im Gefängnis.
Ihrem Mann, der 51-jährige Parfümproduzent Mahender Sabhnani, wird zur Last gelegt, die sklavenähnliche Behandlung der Frauen ermöglicht zu haben. Sein Urteil wird heute verkündet. Beide wollen voraussichtlich Berufung einlegen.
Der Fall kam ans Licht, als eine der Hausangestellten nur mit einer Unterhose und einem Handtuch die Flucht ergriffen hatte. Die nur mit den Vornamen Samirah und Nona identifizierten Frauen trafen 2002 und 2005 in den USA ein. Das Millionärsehepaar konfiszierte ihre Pässe und sperrten sie in dem Haus in der New Yorker Vorstadt Garden

Marc of Frankfurt:
Prostitution
Befreiung durch die Rettungsindustrie

Von David Signer
 
NGOs möchten ausländische Frauen aus der Prostitution befreien. Notfalls
auch gegen deren Willen.
 
Die Sklaverei sei nicht abgeschafft, sondern lebe fort in Form von
Frauenhandel, heisst es. Hunderttausende ahnungslose Frauen würden unter
falschen Versprechungen nach Europa gelockt und hier zur Prostitution
gezwungen, mit Drohungen, Erpressung, Gewalt und Drogen, wird fast täglich
in einem Artikel oder einer Sendung behauptet. Und hinter der
systematischen Ausbeutung stünden mächtige Organisationen von ruchlosen
Menschenhändlern.
 
Das ist der dramatische Weckruf, den wir seit Jahren hören und der uns bis
zur Selbstverständlichkeit vertraut geworden ist. Um so verwirrender, dass
nun eine langjährige Forscherin auf diesem Gebiet, Laura María Agustín, in
ihrem neuen Buch schlicht und einfach «Nonsens!» ruft.
 
Eigentlich ist es einfach. In jeder afrikanischen, südamerikanischen oder
asiatischen Grossstadt gibt es Tausende von Prostituierten, die mit
Handkuss nach Europa kämen. Warum also unerfahrene Mädchen vom Land in den
Westen schmuggeln und sie hier mit viel Aufwand und Risiko einsperren und
überwachen, wenn es Professionelle gibt, die den Job freiwillig und besser
machen? Die hohen Zahlen, die kursieren, sind auf die in diesem Bereich
tätigen NGOs zurückzuführen, die oft immigrierte Prostituierte per se als
Zwangsprostituierte und Opfer von Menschenhandel definieren. Viele
Aktivistinnen können sich nicht vorstellen, dass eine Ausländerin es
vorzieht, auf den Strich zu gehen, anstatt für einen Hungerlohn putzen zu
gehen, und sprechen ihnen so jede Selbstbestimmung und bewusste Wahl ab.
Der ganze Diskurs um trafficking, Menschenhandel, ist für Agustín Ausdruck
einer «maternalistischen», infantilisierenden Geringschätzung der
Immigrantinnen: Die Vertreterinnen der «Rettungsindustrie» möchten die
ausländischen Prostituierten befreien - notfalls auch gegen ihren Willen.
Welche dieser Einwanderinnen möchte schon ins Heimatland zurückgeschafft
werden? Der Menschenhandelsdiskurs sieht diese Frauen nur als wehrlose
Opfer, als Objekte, und nicht als Subjekte, die Pro und Kontra abwägen und
zum Schluss kommen, Prostitution in Europa könnte unter den gegebenen
Umständen eine gewinnträchtige Strategie sein.
 

Herzzerreissende Geschichten
 
Agustín beharrt darauf, dass auch arme Migrantinnen ihre Zukunft planen,
innerhalb ihrer Möglichkeiten rationale Entscheidungen fällen, dass nicht
nur Not sie nach Europa treibt, sondern auch Abenteuerlust, und dass auch
Prostituierte individuelle Auffassungen über ihren Beruf, ihre Sexualität,
Männer und ihre Zukunft haben - das klingt banal, ist aber erfrischend
inmitten all der stereotypen Zugänge zu diesem Thema.
 
Ein Beispiel für letztere ist das Buch «Ware Frau - Auf den Spuren
moderner Sklaverei von Afrika nach Europa» der österreichischen
Journalistinnen Mary Kreutzer und Corinna Milborn. Sie behaupten, die
meisten afrikanischen Prostituierten in Europa kämen aus der Stadt Benin
City in Nigeria, wo sie mit Hilfe von Voodoo-Flüchen gefügig gemacht
würden. Nun, ich kenne die Verhältnisse in Wien nicht, aber in Zürich
kommen die meisten afrikanischen Prostituierten aus Kamerun, und Voodoo
kennen sie höchstens aus Hollywood-Filmen. Woher stammen denn all die
herzzerreissenden Schilderungen, die in diesem Buch zitiert werden? Ganz
einfach: Die meisten immigrierten sex workers leben illegal oder halblegal
hier. Für die Fremdenpolizei haben sie sich eine halbwegs plausible
Geschichte zusammengezimmert, so wie das auch Asylsuchende tun. Im Falle
der Prostitution hat die «Opfer»-Version den Vorteil, auch psychisch
entlastend zu wirken: Und warum sollten die Frauen den Vertreterinnen von
NGOs oder Journalistinnen eine andere, weniger spektakuläre Geschichte
erzählen, wenn diese doch so gut ankommt? Immerhin sind Prostituierte auch
professionelle Schauspielerinnen.
 
Die Dissertation «Frauenhandel in der Schweiz - Business as usual?» der
Soziologin Rahel Zschokke untersucht die Situation in der Schweiz. Sie
kommt zum Schluss, Frauenhandel (Verschleppung und systematische
Gewaltanwendung) spiele auf dem westeuropäischen Prostitutionsmarkt kaum
eine Rolle. Es ist der Wunsch, den schlechten wirtschaftlichen und
lebensweltlichen Perspektiven zu entkommen, der die Frauen die Option
«Sexmigration» ergreifen lässt. In den Worten Agustíns: «Sie wollen den
kleinstädtischen Vorurteilen, Sackgassen-Jobs, gefährlichen Strassen und
erdrückenden Familienverhältnissen entfliehen. Und: Einige der armen
Migrantinnen lieben die Idee, dass man sie andernorts schön, exotisch,
begehrenswert oder erregend findet.»
 
Laura María Agustín: Sex at the Margins. Migration, Labour Markets and the
Rescue Industry. Zed Books 224 S., Fr. 40.50
 
Mary Kreutzer, Corinna Milborn: Ware Frau -Auf den Spuren moderner
Sklaverei von Afrikanach Europa. Ecowin. 234 S., Fr. 35.90
 
Rahel Zschokke: Frauenhandel in der Schweiz - Business as usual? Orlux.
339 S., Fr. 60.-
© Die Weltwoche; 26.06.2008; Ausgabe-Nr. 26; Seite 28
www.dieweltwoche.ch


_________________


siehe auch die Studie für die Prostitutionsreformkommission in Südafrika:
Um die Menschenhandelsproblematik aufzuklären wurde die gesamte Branche studiert.
Selling Sex in Cape Town
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39298#39298


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Marc of Frankfurt:
Update zu Illegalen MigrantInnen im häuslichen Bereich (s.o. Seite 1):
MigrantInnen in der Pflege.
Östereich hat MigrantInnen erfolgreich legalisiert.
Deutschland hat das Problem im Reförmchen der Pflege immer noch nicht angepackt.
Wie doch der gesetzliche Fortschritt bei Sexarbeit und Pflege zwischen den Nachbarländern mal so und mal andersrum verteilt sein kann.
FAKT vom 30.06.2008
Österreich zeigt wie es geht: Die illegalen Pflegearbeitsplätze wurden legalisiert. Das verschafft sowohl den Gepflegten als auch dem Pflegepersonal Sicherheit.
D: Ein deutscher Pflegedienst für eine Rundum-Betreuung zu Hause kann 7.000 bis 10.000 Euro im Monat kosten. Höchstens 1.470 Euro davon übernimmt die Pflegeversicherung. Das können sich die wenigsten leisten. Deshalb arbeiten ca. 100.000 osteuropäische Pflegekräfte illegal in Deutschland [Menschenhandel? Schwarzarbeit!].
Ö: Für die Pflegefamilien wird es zwar durch die Sozialabgaben teurer. Doch bis zu 80 Prozent der Mehrkosten übernimmt der Staat durch besondere Förderungen. &quot;Die legale Variante kostet uns effektiv 125 Euro mehr im Monat!&quot;


Ländervergleich:
Ausländische Pflegekräfte in Österreich
http://www.mdr.de/fakt/5626563.html
Illegale Pflegekräfte in Deutschland
http://www.mdr.de/fakt/5626591.html


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Marc of Frankfurt:
„Roma-Kinder werden verleast“
„Roma sind für Menschenhändler ein gefundenes Fressen“ erklärt Ceipek
[Bild]
„Ich war anfangs selbst relativ erstaunt, dass mein Modell funktioniert“
Norbert Ceipek über „verleaste Kinder“ und seinen erfolgreichen Kampf gegen die Menschenhändler
Welt – 15.07.2008


Kinder aus Osteuropa, viele davon Roma-Kinder, werden zum Betteln und Stehlen in europäische Metropolen gekarrt: Ein Albtraum – und für viele durchaus traurige Realität. 
Norbert Ceipek, Leiter des Wiener Krisenzentrums „Drehscheibe“ spricht über ausgebeutete Kinder, erklärt, warum ihm das auch nach Jahren noch ans Herz geht und erzählt von der zwölfjährigen Ilona, die in einem VW-Bus nach Wien kam und dank der „Drehscheibe“ nun wieder in ihrem bulgarischen Dorf zur Schule gehen kann, statt in der Wiener U-Bahn Brieftaschen zu ziehen.
CHiLLi: Ist die Volksgruppe der Roma besonders betroffen wenn es um den Handel mit Kindern geht?
Norbert Ceipek: Natürlich sind die Roma eine betroffene Gruppe. Roma sind in ihren Herkunftsländern meist die ärmste Volksgruppe. Sie werden vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt, aber auch vom Bildungssystem, dadurch haben sie keine Zukunftsperspektive. Für Menschenhändler ist diese Gruppe ein gefundenes Fressen. Von den 1.300 Kindern, die in den letzten Jahren in der „Drehscheibe“ gelandet sind, waren etwa 85 bis neunzig Prozent Roma aus Rumänien und Bulgarien, aber auch aus der Slowakei, Bosnien-Herzegowina oder aus Serbien.
CHiLLi: Wie sind Sie auf die Problematik des Kinderhandels in Wien aufmerksam geworden?
Norbert Ceipek: Vor ein paar Jahren sind plötzlich wahnsinnig viele Kinder aufgetaucht mit notariell beglaubigten Zertifikaten, die besagen, dass Vater XY die Einverständniserklärung gibt, dass das Kind mit der Person YZ nach Österreich fahren darf, um dort seine Tante zu besuchen.
Dann bringt die Polizei die Kinder her, weil es beim Taschendiebstahl erwischt wurde und es hat bloß irgend so eine zusammengeknüllte Beglaubigung in der Tasche. Ich setze mich mit der Botschaft in Verbindung und sage, was ist denn das? Ich habe hier ein Kind, wo sind die Eltern? Wir haben dann erfahren, dass die Eltern im Heimatland sind und dreitausend Euro bekommen haben, damit das Kind drei Monate mit jemandem mitfährt und in Österreich stehlen geht.
CHiLLi: Das Kind wird also im wahrsten Sinn des Wortes verkauft?
Norbert Ceipek: Ich würde eher sagen, das Kind wird „verleast“.
CHiLLi: Was passiert mit diesen Kindern, wenn sie einmal in Österreich angekommen sind?
Norbert Ceipek: Sie werden hauptsächlich zum Stehlen und Betteln eingesetzt Es kommt aber auch zu Fällen von Prostitution. In der ersten Phase muss ein Kind betteln. Das sind die Kinder, die mit einem unheimlich traurigen Blick in den U-Bahn-Stationen sitzen. Dann kommt Taschendiebstahl, meist gemeinsam mit anderen Kindern. Ladendiebstahl ist mehr ein Metier für die Burschen. Prostitution gibt es dann vor allem im Zusammenhang mit nicht erbrachter Leistung.
CHiLLi: Was meinen Sie genau damit?
Norbert Ceipek: Die Kinder haben meist eine Summe von dreihundert bis 350 Euro pro Tag und Nase vorgegeben. Wenn sie zu wenig gestohlen haben, dann werden sie mit Essensentzug und Hieben bestraft. Oder die dreizehn-, vierzehnjährigen Mädchen müssen am Wochenende mit Prostitution das fehlende Geld verdienen. Es ist schrecklich, was da passiert! Auch nach Jahren geht mir das immer noch nahe.
CHiLLi: Was kann die „Drehscheibe“ dagegen unternehmen?
Norbert Ceipek: Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, die Zahl dieser Kinder so weit als möglich zu verringern. Für Österreich war es bis vor kurzem völlig untypisch, dass plötzlich Kinder aus dem Osten zum Betteln gezwungen werden. Hier kann man jedoch nur die Symptome bekämpfen, doch das Problem gehört an der Wurzel gepackt. Also muss man in die Länder fahren, wo das Problem herkommt und bei Politikern Vorort vorstellig werden. Man muss sie dafür sensibilisieren, was mit den Kindern passiert.
CHiLLi: Sie sind also nach Rumänien und Bulgarien gefahren?
Norbert Ceipek: Genau. Ich bin dort hingefahren und habe gesagt, so geht das nicht. Ich habe in Österreich ein paar hundert Kinder, die eure Staatsbürger sind. Ihr lasst sie außer Landes fahren und in Österreich werden diese Kinder missbraucht, ich kann das nicht zulassen. Gemeinsam mit den dortigen Behörden haben wir ein Modell entwickelt, das die sofortige Rückführung der Kinder ins Herkunftsland ermöglicht. Damit entziehen wir dem Schlepper die finanzielle Grundlage.
CHiLLi: Was bedeutet das?
Norbert Ceipek: Dem Schlepper kostet das Kind dreitausend Euro: Reisepass, die Reise nach Wien, die Unterkunft. Wird das Kind allerdings am zweiten Tag von der Polizei aufgegriffen, zu uns gebracht und ist am vierten Tag unter der Aufsicht sozialer Behörden wieder ins Heimatland gebracht, ist das für den Schlepper ein finanzielles Desaster. So haben wir erreicht, dass die Opferzahlen in Wien stark gesunken sind. 2005 habe ich mich um 701 Kinder aus Rumänien und Bulgarien gekümmert. Im Jahr 2008 hatten wir vielleicht zehn hier.
CHiLLi: Was macht die „Drehscheibe“ vor Ort?
Norbert Ceipek: Wir haben vorgeschlagen, vor Ort Krisenzentren nach österreichischem Muster einzurichten. Wir gehen zu den Familien und versuchen sie darauf zu sensibilisieren, dass Kinder nicht auf die Straße gehören, sondern in die Schule. Das ist ein völlig neuer Zugang für die Familie. Weil bisher was das Bild so: Ein Kind, das in die Schule geht, kostet Geld und bringt zumindest kurzfristig kein Geld. Dieses Verständnis haben wir versucht zu drehen. In Rumänien ist mir das sehr gut gelungen, dort gibt es landesweit sechzehn solcher Krisenzentren, in Bulgarien gibt es bisher vier.
CHiLLi: Und das Modell funktioniert?
Norbert Ceipek: Ja. Ich war anfangs sogar selbst relativ erstaunt, dass es funktioniert.
CHiLLi: Können Sie sich an einen konkreten Fall erinnern?
Norbert Ceipek: Ja, da gab es einen besonderen Fall. Die zwölfjährige Ilona ist vor eineinhalb Jahren nach Wien gekommen. In einem VW-Bus, mit vier weiteren Mädels und einem Mann. Auf Besuch zur Tante; die natürlich nicht existierte. Ilona ist einmal von der Drehscheibe weggelaufen und wurde wegen eines Taschendiebstahls ein zweites Mal von der Polizei gefasst. Wir haben ihr Ersatzreisedokumente besorgt, sofort einen Rückflug nach Sofia organisiert und sie dort den Sozialbehörden übergeben. Das letzte Mal, als ich in Bulgarien war, wollte ich mir einmal selbst anschauen, ob das klappt. Im Krisenzentrum haben sie mir gesagt, das Kind wurde zur Oma gebracht. Die würde darauf aufpassen und garantieren, dass es in die Schule geht. Nach vierstündiger Fahrt bin ich in dem Dorf gelandet, wo sie hingebracht wurde – ein Kuhdorf, irgendwo in der Pampa. Zuallererst suchten wir die Großmutter auf, das Kind war nicht da. Das Kind sei in der Schule, hat sie behauptet. Im ersten Moment habe ich das natürlich nicht so recht geglaubt. Dann ist der Dorfpolizist gekommen und hat die Kleine aus der Schule geholt. Und die hat mir ganz stolz gesagt, sie hat erst eine Stunde gefehlt.
CHiLLi: Gibt es das Modell „Drehscheibe“ auch in anderen Ländern?
Norbert Ceipek: Noch nicht. Ich habe aber im Februar vor den Vereinten Nationen einen Vortrag über mein Projekt gehalten. Die haben mir zurückgeschrieben, sie möchten es gerne kopieren und für andere Regionen auf der Welt adaptieren.
Quelle:
http://www.chilli.cc/index.php?id=83-1-28


In Italien ist derzeit der Rassismus entfacht.
Aufgrund der prekären Lebensweisen werden Roma jetzt zu nationalistischen Sündenböcken gemacht und der rechtskonservative Bürgermeister von Rom will alle Romakinder erkennungsdienstlich Zwangsbehandeln lassen, d.h. Fingerabdrücke nehmen. Nur weil es das sog. Geschäft mit &quot;Klaukindern&quot; gibt, werden alle Romas im wahrsten Sinne des Wortes stigmatisiert und der Mob konnte sogar ihre Wohnheime anzünden ... Wehret den Anfängen.
Siehe auch weiter oben der Fall in England:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=31141#31141
Kinderarmut und Prostitution aber genauso ein Problem in den U.S.A.:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39944#39944


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Marc of Frankfurt:
Gesamtlage nicht grundsätzlich geändert.
Aber Presseüberschrift verlangt nach Steigerung:
Reuters: &quot;BKA - 2007 deutlich mehr Ermittlungen wegen Menschenhandel&quot;
Dienstag, 15. Juli 2008, 15:43 Uhr
 
Berlin (Reuters) - Die Polizei hat im vergangenen Jahr deutlich häufiger wegen Menschenhandels zur Prostitution ermittelt.
Wie das Bundeskriminalamt am Dienstag mitteilte, wurden 2007 454 solcher Verfahren abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft übergeben, 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg beruht nach Angaben der Behörde vor allem auf zwei großen Fällen,während sich die Gesamtlage nicht grundsätzlich änderte. Die Zahl der registrierten Opfer ging um elf Prozent auf 689 zurück.
Von den 714 Verdächtigen in den Verfahren waren knapp die Hälfte (344) Deutsche; davon waren 20 Prozent eingebürgerte Ausländer. Danach folgen mit weitem Abstand die Türkei (49 Verdächtige) und Bulgarien (42). 
Mehr als drei Viertel aller Verdächtigen sind Männer.
95 Prozent der Opfer sind Frauen. Von den 689 Opfern stammte mit 184 die größte Zahl aus Deutschland, vor Bulgarien (77) und Rumänien (66). Aus Asien kamen 18 Opfer, vor allem aus Thailand, aus Afrika 29 Opfer, vor allem aus Nigeria.
http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEKRO54936520080715


BKA: Bundeslagebild Menschenhandel 2007
Bundeskriminalamt veröffentlicht aktuelle Zahlen für Deutschland
Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 454 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. Dies bedeutet einen Anstieg um 29% gegenüber dem Vorjahr (2006: 353). Die Anzahl der registrierten Opfer war mit 689 um 11% niedriger als im Jahr 2006 (775).
Entsprechend der Entwicklung in den vergangenen Jahren stammte auch 2007 der Großteil der Opfer mit 89% (614 von 689) aus dem europäischen Raum. Bei den ausländischen Opfern wurde eine auffällige Steigerung bei bulgarischen, ungarischen und nigerianischen Staatsangehörigen festgestellt.
Die Zahl der wegen Verdachts des Menschenhandels registrierten Tatverdächtigen stieg 2007 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls an. Mit 714 Tatverdächtigen wurden 8% mehr als 2006 festgestellt.
Bei den Tatverdächtigen dominierten 2007 mit einem Anteil von 48% weiterhin deutsche Staatsangehörige (344 von 714 Tatverdächtigen). Den größten Anteil bei den ausländischen Tatverdächtigen bildeten türkische und bulgarische Staatsangehörige.
BKA-Präsident Jörg Ziercke zu den Lageentwicklungen:
„Menschenhandel ist ein Kriminalitätsphänomen, bei dem sich die Täter in menschenverachtender Weise bereichern. Gezielt nutzen sie die Hoffnungslosigkeit ihrer Opfer - meist junger mittelloser Frauen ausländischer Herkunft - aus, indem sie die Frauen über die Prostitution bzw. die Umstände der Prostitutionsausübung täuschen. Durch physische und psychische Gewalt werden die Opfer gefügig gemacht. Die Bekämpfung von Menschenhandel ist daher ein priorisierter Bereich im BKA.“
Gegen Angehörige einer deutsch-nigerianischen Tätergruppierung hat das BKA im Jahr 2007 auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des schweren Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geführt (siehe Pressemitteilung des BKA vom 17.12.2007). Der Prozess gegen die Beschuldigten vor dem Landgericht Frankfurt beginnt im August dieses Jahres.
Zum Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft, der erst seit 2005 Straftatbestand ist, ist eine abschließende Bewertung in Anbetracht der wenigen in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fälle nur bedingt möglich. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 92 Fälle registriert (2006: 78). Dies entspricht einer Steigerung der Fallzahlen um 18%.
Nach wie vor ist die (illegale) Arbeitsaufnahme in Deutschland ein wesentlicher Antrieb für die Migration. Es zeigt sich, dass die Delikte schwerpunktmäßig im Gaststättengewerbe und privaten Haushalten zum Nachteil von Ausländern verübt werden, die sich illegal in der Bundesrepublik aufhalten.
Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Homepage des BKA unter „www.bka.de“ unter Berichte und Statistiken / Kriminalitätslage.
http://bka.de/pressemitteilungen/2008/pm080715.html
Bundeslagebericht 2007
http://bka.de/lageberichte/mh/2007/bundeslagebild_mh_2007.pdf
(pressefreie Kurzfassung - 12 Seiten)


Einige Anmerkungen 
zur politischen Bewertung durch Sexarbeiter

Zu Berücksichtigen ist:
- Eine Öffentlichkeitskampagne im Wert von etlichen Millionen Euro hat ein verschärftes Suchbewustsein geschaffen.
- Es ist deshalb Arbeitsschwerpunkt der Polizeibehörden geworden.
- Der Menschenhandelsstraftatbestand wurde erweitert und verschärft.
- Zu Unterscheiden ist zwischen den hier behandelten abgeschlossenen Ermittlungen (Verdachtsfälle) und abgeschlossene Verfahren (Verurteilungen), denn es gilt in der freien Welt der fundamentale Rechtsgrundsatz: &quot;Im Zweifel für den Angeklagten&quot;.
- Schwerpunkt der gesellschaftlichen Wahrnehmung liegt unverändert auf Sexualität und Ausländer. 

Auffallend ist:
- Täter sind mehrheitlich Einheimische/Inländer.
- Opfer sind EU-Bürger.
- Täterzahlen (Verdacht) sind gestiegen und/aber die Opferzahlen sind gefallen.

Müsste dieser Satz nicht aufgeteilt werden in zwei Sätze?:
&quot;Nach wie vor ist die (illegale) Arbeitsaufnahme in Deutschland ein wesentlicher Antrieb für die Migration.&quot;
In:
1. Nach wie vor ist die Arbeitsaufnahme in Deutschland ein wesentlicher Antrieb für die Migration.
2. Die Illegalität der verbleibenden, möglichen Arbeitsverhältnisse ist wesentlicher Grund für die Kriminalität.

Normatives Problem:
- Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung (§ 232 StGB)
wird von den obersten Polizeibehörden (Landeskriminalämtern) ausgewertet.
- Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft (§ 233 StGB)
wird von der normalen Polizei ausgewertet (Polizeiliche Kriminalstatistik PKS).
Unsere Definition von Prostitution = Sexwork (volljährig, consensual, freiwillig) wird hier evt. juridisch gar nicht akzeptiert bzw. regelrecht ausgehebelt.
Sobald Sex ein Tatbestandmerkmal bei Ermitlungen ist, fällt es höchstwahrscheinlich unter § 232. 
Eine Ausbeutung der Arbeitskraft sexuelle Dienstleistung wäre m.E. aber genauso unter § 233 zu fassen, d.h. so wie Ausbeutung pflegerischer Dienstleistung. 

&quot;Eine der Ursachen für den deutlichen Anstieg der Anzahl der abgeschlossenen Verfahren um 29 % sind die gestiegenen Fallzahlen in Berlin und Niedersachsen, was insbesondere auf die stringente Anwendung des § 232 I Satz 2 StGB2 zurückzuführen sein dürfte.&quot; [Seite 6] &quot;12 % der 689 festgestellten Opfer des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung waren minderjährig; knapp die Hälfte davon waren Deutsche. Sieben Opfer waren zum Tatzeitpunkt unter 14 Jahre alt, darunter vier mit deutscher und je eine mit polnischer, albanischer und türkischer Staatsangehörigkeit. Der Schwerpunkt lag mit 392 Opfern (57 %) im Alterssegment der unter 21-Jährigen&quot; [Seite 9]
D.h. im Klartext: viele Opfer sind zwar über 18 Jahre alt und volljährig aber in dem Satz 2 des Menschenhandelsparagraphen steht eine besondere Schutzaltersgrenze von 21 Jahren, die die Täter nicht kennen und womit Sexarbeit kriminalisiert wird und hohe Statisitken entstehen, die die Kriminalisierung rechtfertigen etc...
&quot;Ursächlich für den signifikanten Anteil der unter 21-jährigen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Umstand, dass diese Altersgruppe aufgrund der Strafnormierung des § 232 I Satz 2 StGB deutlich einfacher als Opfer von Menschenhandel identifiziert werden kann.&quot;
Oder mit anderen Worten: zu Opfern von Menschenhandel gemacht/definiert werden.
&quot;Die Zahl der deutschen Opfer, die mit 27 % erneut den größten Anteil bildeten, stieg leicht an.&quot; [Seite 9]
D.h. im Klartext: Menschenhandel ist auch ein rein innerdeutsches Problem, denn die meisten Täter und Opfer sind Deutsche! Der Menschenhandelsparagraph hat damit die Rolle des im ProstG modernisierten Zuhälterparagraphen übernommen.
&quot;Nach der Abzahlung ihrer „Schuldbeträge“ übernehmen sie [die Frauen aus Nigeria] nicht selten selbst eine Zuhälterrolle.&quot; [Seite 9]
D.h. im Klartext: Es gibt keine funktionierenden Ausstiegshilfen zur beruflichen Neuorientierung (Inklusion) von Ex-SexarbeiterInnen. Das Buch &quot;Wahre Frau&quot; (s.o.) ist die zugehörige Medienkampagne auch was den Glauben der Deutschen Institutionen an die Voodoo-Gläubigkeit betrifft. Dabei haben wir mit Sündenkatechismus und Lehre vom Fegefeuer die selben Instrumente in unserer Kultur.


Zu den Positionen der Polizeigewerkschaft GDP:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=41800#41800
Zahlen und Anal-yse der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 6'09:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=59603#59603
BKA-Zahlen der Verdachtsfälle stehen im Vergleich zu den Zahlen der wirklichen Verurteilungen laut Strafverfolgungsstatistik des statistischen Bundesamtes im Verhältnis von 5:1
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=61262#61262


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Marc of Frankfurt:
Genetisch unsere Abstammung bestimmt:
Wir stammen von den Cro-Magnon-Menschen, Migranten aus Afrika vor 40.000 Jahren.
Diese haben z.B. in der Höhle von Lascaux Unterschlupf gefunden und dort Stierköpfe an die Wände gemalt, woraus sich ganz viel später der Buchstabe A entwickelte.
Die Einheimischen aus Neandertal (bei Düsseldorf) wurden ausgerottet durch die Migranten. Eine Vermischung, also Assimilation gilt als unwahrscheinlich. Wie und warum ist noch unbekannt. Auch ist unbekannt wieweit dieses Urtrauma bei der heutigen Menschenhandelsdiskussion noch nachwirkt.
Dennoch streiten sich die Menschenforscher um so elementare Fragen, ob die Menschenarten es nicht doch miteinander getrieben hätten, denn wer kann schon sexuellen Kontakt völlig ausschließen. Es gebe sogar einen Beleg, ein Kinderschädel aus Portugal. Doch das Kind ist inzwischen 24.500 Jahre alt, aber unsere Ureinwohner aus Düsseldorf waren vermutlich schon mehrere Jahrtausende davor ausgestorben...
Mehr:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/792/186204/


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Marc of Frankfurt:
Innere Sicherheit
Behörden aktiv gegen den Menschenhandel
 
Ermittler ziehen Bilanz - Politik fordert eine Visa-Warndatei
 
von Markus Decker, 15.07.08, 21:34h, aktualisiert 15.07.08, 22:04h
 
[Foto]
Razzia im Rotlichtviertel
Mit Razzien in Rotlichtvierteln versucht die Polizei, gegen den Menschenhandel vorzugehen. (Foto: ddp)
Berlin/MZ. Im Jahr 2007 sind in Deutschland 454 Ermittlungsverfahren wegen &quot;Menschenhandels zum Zwecke der Prostitution&quot; abgeschlossen worden - und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Die Anzahl der registrierten Opfer war mit 689 jedoch um elf Prozent niedriger als 2006. Sie stammten zu 89 Prozent aus dem europäischen Raum. Dabei wurde eine auffällige Steigerung bei bulgarischen, ungarischen und nigerianischen Staatsangehörigen festgestellt. Es gab mit 714 mehr Tatverdächtige als Opfer und hier einen Anstieg um acht Prozent. 48 Prozent der Tatverdächtigen waren Deutsche. Den größten Anteil unter den ausländischen Tatverdächtigen bildeten Türken und Bulgaren.
BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte: &quot;Menschenhandel ist ein Kriminalitätsphänomen, bei dem sich die Täter in menschenverachtender Weise bereichern. Gezielt nutzen sie die Hoffnungslosigkeit ihrer Opfer - meist junger mittelloser Frauen ausländischer Herkunft - aus, indem sie die Frauen über die Prostitution oder die Umstände der Prostitution täuschen. Durch physische und psychische Gewalt werden die Opfer gefügig gemacht.&quot;
Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach betonte gegenüber der MZ: &quot;Das wirksamste Mittel neben der Erhöhung des Fahndungsdrucks ist, dass wir möglichst rasch die Visa-Warndatei bekommen. Wir haben es hier mit mafiösen Strukturen zu tun, die oft nach dem gleichen Schema verfahren. Das ist organisierte Kriminalität. Deshalb ist es wichtig, schon bei der Erteilung eines Visums Obacht zu geben, dass wir dieser Kriminalität nicht Vorschub leisten. Die Warndatei könnte dabei helfen.&quot; Man sei an dem Punkt &quot;ein ganzes Stück voran gekommen. Aber die SPD tut sich noch schwer mit dem Zugriff von Sicherheitsbehörden. Nur: Ohne Zugriffsmöglichkeit der Sicherheitsbehörden ist die Datei nur die Hälfte wert.&quot; 
SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte, die Visa-Warndatei sei &quot;ein wichtiger Baustein. Ich bin mir sicher, dass wir zu Lösungen kommen werden. Wir wollen, dass das Ganze Ende des Jahres im Gesetzblatt steht&quot;.
In der Datei sollen Visa-Antragsteller und Einlader aufgeführt werden, die bereits wegen Visa-Missbrauchs aufgefallen sind. Die Forderung resultiert aus dem Visa-Untersuchungsausschuss des Bundestages und dem massiven Visa-Missbrauch unter Rot-Grün.
http://www.mz-web.de/servlet/Conten....kel&amp;aid=1213961241082


Inwieweit eine ausgeweitete Visavergabe einzelner Botschafter in Verbindung mit Ministererlassen zur gelockerten Visa-Vergabe zum innenpolitischen Machtkampf mißbraucht wurde und zur Visa-Affäre sich auswuchs wurde sichtbar im erten TV-übertragenen Untersuchungsausschusses des Bundestages:
http://de.wikipedia.org/wiki/Visa-Aff%C3%A4re
http://www.tagesschau.de/inland/meldung174674.html
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=27447#27447


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Marc of Frankfurt:
Erweiterung und Verwässerung der Menschenhandeldsdefinition auf Prostitution ohne Zwang ist in den U.S.A. geplant. 
Doch das schafft eher Opfer, als dass es angeblich den Opfern hilft.
Unter dem Vorwand der Menschenhandelsbekämpfung, die gar nicht genau bekannt und nachgewiesen wurde,
wird ein moralischer Kampf gegen Sexarbeit geführt.

Legal Momentum Applauds Senators Biden and Brownback on the Trafficking Victims Protection Reauthorization Act
NEW YORK, July 21, 2008 /PRNewswire via COMTEX/ -- 

As the oldest legal advocacy organization dedicated to advancing and defending the rights of women and girls, Legal Momentum stands with our allies who work every day with trafficking victims to support the Senate version of the William Wilberforce Trafficking Victims Protection Reauthorization Act co-sponsored by Senators Joe Biden and Sam Brownback.
&quot;The United States Congress enacted historic legislation eight years ago, the Trafficking Victims Protection Act, to combat the scourge of human trafficking,&quot; said Legal Momentum's President Irasema Garza, &quot;and this legislation has helped thousands of victims escape slavery and receive protection, while their traffickers are prosecuted.&quot;

But these gains are in jeopardy because of a House-passed bill that would distort the definition of human trafficking by expanding it to include adult prostitution.
Victims' advocates and survivors oppose equating adult prostitution with human trafficking. Under current law, human trafficking is defined as labor or commercial sex performed under force, fraud or coercion or any commercial sex performed by minors. The House legislation proposes a major change in this definition. It removes the force, fraud or coercion requirement from adult commercial sex cases. By doing so, it places under federal jurisdiction cases, which are traditionally the province of state and local authorities.
Changing the definition will not make trafficking cases easier to prosecute. In fact, by requiring federal authorities to expend resources investigating adult prostitution cases which are traditionally under the jurisdiction of state and local authorities, it will spread thin the resources dedicated to policing trafficking. It will harm the most vulnerable victims of human trafficking -- children -- by reducing the resources dedicated to finding and prosecuting predators who go after children.

The Senate bill improves victim protections and strengthens the ability to prosecute human trafficking. It builds on the House-passed bill and expands protections for minors who are trafficked, and eliminates many of the obstacles trafficking victims have faced in accessing protection. This bill goes far beyond any of the prior reauthorizations and reaffirms the United States' commitment and leadership towards eliminating modern-day slavery.
While trafficking cases are difficult to prove, federalizing prostitution will not make trafficking cases any easier to prosecute. The Department of Justice stands in solidarity with the Fraternal Order of Police, the National Association of Attorneys General, and the National District Attorneys Association, all of which agree with victim's rights, women's rights and human rights organizations and the Senate bill on the need to preserve the current definition of human trafficking.
Any change in the legal definition of human trafficking attacks the fundamental integrity of the Trafficking Victims Protection Act (TVPA) and will severely undermine our government's ability to battle what is now an international trade in children and women. Senators Biden and Brownback have taken a courageous stance to protect women from modern-day slavery. Their bill expands our country's commitment to protect vulnerable women and girls beyond the historic efforts to which our government dedicated itself with adoption of TVPA eight years ago.
FOR MORE INFORMATION OR TO SCHEDULE AN INTERVIEW WITH THE PRESIDENT OF LEGAL MOMENTUM, CONTACT: Altagracia Levat, Legal Momentum, 347.739.7664, alevat@legalmomentum.org.

SOURCE Legal Momentum
http://www.legalmomentum.org

Copyright (C) 2008 PR Newswire.
http://www.marketwatch.com/news/sto....rs-biden/story.aspx?guid={91110891-A45E-4BF8-AF9E-1818786F1D0F}&amp;dist=hppr


.

Marc of Frankfurt:
Urteil in Holland:
Sprach- und Landestests vor der Einreise für MigrantInnen aus nicht westlichen Ländern sind gegen die Menschenrechte.

Netherlands: Court Rules Pre-Entry Integration Exam Unlawful 
Government Should Suspend Discriminatory Test Targeting non-Western Migrants
 
(The Hague, July 17, 2008) – The Dutch government should suspend its
discriminatory “integration test abroad” – an exam on Dutch language and
society – that is required for family migrants from some non-Western
countries following a July 15 court ruling that the test is unlawful,
Human Rights Watch said today.
 
Although the court’s decision was based on a technicality and did not
actually address the applicant’s argument that the test is discriminatory,
Human Rights Watch urged the Dutch government to suspend the test
immediately rather than wait for the results of an official review it is
conducting.
 
“The integration test was ill-conceived from the start, and it should be
suspended right away,” said Haleh Chahrokh, researcher on Western Europe
at Human Rights Watch. “Now that the court has ruled, the Dutch government
should not wait for the end of its policy review to stop administering
this discriminatory test.&quot;
 
The test requires migrants from certain countries, including Turkey and
Morocco, who wish to join relatives in the Netherlands to first pass a
test in their home country, to demonstrate a basic knowledge of the Dutch
language and Dutch society. Migrants from other, mostly “western”
countries are exempt.
 
Amsterdam’s district court ruled on July 15 that it was unlawful to
require an illiterate Moroccan woman wishing to join relatives in the
Netherlands to pass the integration test before being allowed in to the
country.
 
A recent Human Rights Watch briefing paper, “Discrimination in the Name of
Integration: Migrants’ Rights Under the Integration Abroad Act,” concluded
that the test and related financial measures violate the Netherlands’
international human rights obligations, because it discriminates by
nationality and national origin, restricts family reunification, and
undermines the right to family life and the duty to enable residents to
marry and start a family.


 
Human Rights Watch found that the test is discriminatory because it
explicitly applies only to relatives from predominantly “non-western”
countries. The combination of the test and the high costs of applications,
coupled with strict financial requirements for migrants generally,
disproportionately impact two of the largest migrant communities in the
Netherlands—Moroccans and Turks—who wish to bring family members to the
Netherlands.
 
The Dutch government is currently conducting a review of the legislation,
which is due to report its findings in early 2009. The issues Human Rights
Watch believes should be fully addressed by the ongoing review are set out
in an open letter sent on July 16 to Dutch Integration Minister Ella
Vogelaar, Human Rights Watch’s research has prompted questions to the
government about the test from Dutch parliamentarians. The government’s
response to those questions is also addressed in the letter.
 
“The ongoing review will be useful to examine and remedy many of the
concerns we identified in our report,” said Chahrokh. “But a court has
already determined that the test is unlawful so there is no need to wait
for the review to suspend the test.”
 
Human Rights Watch said bringing Dutch integration policy into line with
human rights law should be an urgent priority, especially because the
Netherlands serves a model for other EU states in this area. The United
Kingdom, Germany, Denmark and France have all adopted or are contemplating
the adoption of similar restrictive measures. Human Rights Watch called on
all EU member states to ensure their integration policies are in full
compliance with international human rights


.

Hanna:
Als Rassismus würde ich das nicht bezeichnen.
Klar ist, es muß für Einwanderung klare Regeln geben und sie müssen für alle Einwanderer gelten, solange nicht EU-Recht tangiert wird.

JayR:
Ein Gedankenexperiment…
Was würden wir Westeuropäer dazu sagen, wenn wir erst die Landessprache erlernen müssten bevor wir nach Thailand, Japan oder Kenia auswandern? Oder sehen wir es als selbstverständlich an, dass man uns mit unseren Englischkenntnissen dort akzeptiert?
In Dänemark gibt es auch einen Sprach- und Kulturtest, den Eingeborene in der Regel nicht bestehen würden.
LG JayR

Hanna:
Hallo JayR
die Einwanderungsquote von Japan ist gleich null, es ist das Land mit der geringsten Ausländerquote überhaupt. Und das fällt ihnen in Form von Vergreisung nochmal auf die Füße!
und was bitte will ich in Kenia außer als Touristin?
wir in Westeuropa haben was zu bieten, vergiß das nicht!
und dafür sollten wir einen Preis verlangen.
wie die Australier, die Kanadier, USA und alle anderen Länder mit vergleichsweise hohen Standards
lg, Hanna

Marc of Frankfurt:
TV Reportagen
Dokumentarfilm 'Die Deutschlandfalle' 
Mittwoch, 30.07., 22.45 Uhr, ARD

Wenn Sexbomben nur Frösche küssen
Der Dokumentarfilm 'Die Deutschlandfalle' 
porträtiert brasilianische 'Heiratsmigrantinnen'

Für die Mehrheit steht nicht das Geld im Vordergrund. 
Adriana, Nilda und Carla sind auf der Suche nach einer glücklichen Beziehung. © SWR / Daniel Targownik

Von Frank Rauscher
25. Jul 2008, 07:59
Wenn Brasilianerinnen träumen ... Dann kommt ihnen dabei - man mag's erstaunlich finden oder nicht - besonders häufig der deutsche Mann in den Sinn. Filmemacher Daniel Targownik weiß: 'Es ist der Traum vom Märchenprinzen, der sie heiratet und in eine bessere Welt mitnimmt, in eine Welt ohne Gewalt und Armut - nach Deutschland.' Für viele von ihnen erweise sich der Traum jedoch als Albtraum. Gemeinsam mit seiner Frau Paula, einer Brasilianerin, porträtierte Targownik junge Brasilianerinnen auf der Suche nach dem Glück.
'Die enorme Lebensfreude ist kein Klischee, sie unterscheidet die Brasilianerinnen von den Deutschen': Adriana, Nilda und Carla, drei Brasilianerinnen, die ihr Glück in Deutschland suchen. © SWR / Daniel Targownik
Der SWR-Dokumentarfilm 'Die Deutschlandfalle' (Mittwoch, 30. Juli, 22.45 Uhr, ARD) erzählt vom Scheitern, aber auch vom unbedingten Willen der 'Heiratsmigrantinnen', sich trotzdem in der deutschen Gesellschaft zu behaupten.
teleschau: Herr Targownik, Sie sind mit einer Brasilianerin verheiratet, Sie drehten diesen Film gemeinsam. Wie wurden Sie auf die weniger glimpflich verlaufenden deutsch-brasilianischen Beziehungen aufmerksam?
Daniel Targownik: Es begann mit Geschichten aus dem Bekanntenkreis. Mit Familien, die sich eine Brasilianerin nach Deutschland einluden, um sie als Haushaltshilfe zu beschäftigen.
Adriana, Nilda und Carla (von links) geben den Traum vom Märchenprinzen nicht auf. © SWR / Daniel Targownik
Die Frauen erhielten von ihnen das Geld für den Flug, das sie in Deutschland abarbeiten sollten - eine sparsame, zunächst für alle Beteiligten akzeptable Lösung. Sie müssen wissen: Deutschland ist für Frauen aus Brasilien eine Riesenchance, das Gehalt in Deutschland beträgt ein Vielfaches dessen, was sie in Brasilien verdienen können. Das Problem: Nach wenigen Wochen waren diese Frauen weg. Ein Phänomen, dem wir nachgingen.
teleschau: Wohin verschwanden die Frauen?
Targownik: Einer unserer Bekannten fand heraus, dass seine Haushaltshilfe nun irgendwo im Ruhrgebiet lebt und geheiratet hat - nach drei Wochen in Deutschland.
Marta (mit ihren Söhnen) ist seit 17 Jahren zurück in Brasilien und träumt noch immer von einem glücklichen Familienleben, obwohl ihr Mann die Tochter vor 14 Jahren entführt hat. © SWR / Daniel Targownik
Bei der Recherche wurde klar, dass so etwas oft passiert. Wir trafen auch bald auf Brasilianerinnen, die uns offen erzählten, dass sie anderen Frauen aus Brasilien beim Finden von deutschen Ehepartnern behilflich sind.
teleschau: Sie sprechen von Frauenhandel?
Targownik: Nein. Das mag in einigen Fällen eine Rolle spielen, und wir wissen, dass auch Brasilianerinnen zur Prostitution rekrutiert werden. Aber dies war nicht unser Thema. Wir erzählen die Geschichte von Frauen, die von einem besseren Leben träumen und ganz legal nach Deutschland kommen.
teleschau: Traumziel Deutschland? Im Land der Fernweh-Dokus wird man's kaum glauben ...
Paula Zimerman-Targownik und Daniel Targownik drehten den Dokumentarfilm Die Deutschlandfalle. Sie porträtieren Brasilianerinnen, die ihr Glück in Deutschland suchen. © SWR / Daniel Targownik
Targownik: Aber so ist es nun mal. Europa ist für Brasilianer exotisch, eine bessere Welt - genauso wie für uns Deutsche, sofern wir noch nicht in Brasilien waren, alles Brasilianische attraktiv wirkt, so bunt und farbenfroh. Klischees und größtenteils völlig falsche Vorstellungen gibt es auf beiden Seiten.
teleschau: Wie sieht der Traum konkret aus?
Targownik: Für die Mehrheit steht nicht das Geld im Vordergrund. Vielen Frauen geht es um das bessere Leben an sich: In Brasilien gibt es viele Machos, viele Frauen sind daheim und auf der Straße häufig mit Gewalt konfrontiert.
Die junge Michelle (mit ihren Töchtern) träumt von einem besseren Leben in Deutschland. © SWR / Daniel Targownik
Es gibt dort ungemein viele verlassene, alleinstehende, vom Leben enttäuschte Frauen, und die glauben, dass in einem Land wie Deutschland alles besser ist, und warten oft Jahre auf eine Gelegenheit, um nach Europa zu kommen. Die erste Arbeit als Haushaltshilfe ist oftmals nur ein Vorwand. Die Frauen brauchen schlicht das Ticket.
teleschau: Und dann?
Targownik: Kommen sie nach Deutschland und denken erst mal: 'Dieser Mann ist ja super.' - Meistens leider ein riesiges Missverständnis. Sie kennen doch Gerhard Polt und seinen Sketch mit Mai Ling ... An genau dieses Klischee denken viele zuerst.
Slum in Recife, Brasilien: Die Favelas sind geprägt von Armut und Gewalt - für viele Frauen ein Grund auszuwandern, um ein besseres Leben zu haben. Auch hier drehten Paula Zimerman-Targownik und Daniel Targownik. © SWR / Daniel Targownik
Deshalb war es schwer, die Redakteure im Sender zu überzeugen, dass wir hier etwas Neues haben. Klar, wir erzählen Geschichten, wie sie im Prinzip auch Thailänderinnen, Philipinas oder Ukrainerinnen erleben. Aber aus einer neuen, der brasilianischen Perspektive. Und aus der Perspektive der Frauen.
teleschau: Also erzählen Sie bitte!
Targownik: Eine unserer Protagonistinnen lernte ihren ersten Mann, einen Deutschen, über eine Agentur kennen - mit 25. Sie glaubte sich da schon viel zu alt, um in Brasilien noch einen anständigen Mann zu finden. Nach drei Monaten stellte sich heraus: Auch der deutsche Mann kann trinken und schlagen.
Auch Carlas Geschichte wird im Film Die Deutschlandfalle erzählt. © SWR / Daniel Targownik
Das Bemerkenswerte: Obwohl sich dieser erste 'Traummann' und die meisten nach ihm als Albtraum erwiesen, blieb sie hier.
teleschau: Aus finanziellen Gründen?
Targownik: Nein. Es ist etwas anderes: Brasilianer vermeiden Konflikte - ein Zurück wäre emotional der härtere Weg gewesen, sie hätte sich als Versagerin gefühlt. Die Allerwenigsten gehen zurück. Das heißt natürlich, dass die Frauen, die in Brasilien von deutschen Männern träumen, kaum etwas mitbekommen von den Schwierigkeiten, die in Europa auf sie zukommen können. In manchen brasilianischen Städten gibt es deshalb erste Erziehungsprogramme, in denen offen gewarnt wird: Passt auf, es ist nicht alles Gold, was in Europa glänzt, es gibt auch dort Frauenhandel und Prostitution.
teleschau: Wie kommt die typisch deutsch-brasilianische Beziehung zustande?
Targownik: Am häufigsten bahnt sich das tatsächlich am Strand an. Wir drehten in Recife im Nordosten Brasiliens, ein richtiger Hot Spot, wo viele Touristen sind. Was sich dort abspielt, ist im Graubereich zur Prostitution: Es gibt unheimlich viele Frauen, die gezielt deutsche Männer ansprechen. Sie sehen sich zwar nicht als Prostituierte, aber natürlich verdienen sie sich da am Wochenende etwas hinzu - mit der großen Hoffnung, dass es mal einen gibt, der sagt: 'Hey, hast du nicht Lust, mit mir mitzukommen?' In manchen Fällen geht es sogar gut. Wir zeigen auch so ein positives Beispiel.
teleschau: Wann hält eine solche Liebe?
Targownik: Es ist wie bei jeder Beziehung: Die Basis muss stimmen. Wenn die Frau nur von ihrem blonden, blauäugigen Märchenprinzen träumt - und diese Formulierung benutzen Brasilianerinnen wirklich häufig -, ist das nicht genug. Ich kenne jedenfalls nicht viele Märchenprinzen ... Sie?
teleschau: Nein. Schon gar keinen deutschen. Was findet die Brasilianerin denn am deutschen Mann?
Targownik: Er ist ihr absoluter Traum: sesshaft, familiär, reich - weil er am Strand halt 'ne Cola zahlen kann, ohne mit der Wimper zu zucken ...
teleschau: Deutsche Männer träumen auch von brasilianischen Frauen, oder?
Targownik: Absolut. Die Brasilianerin wirkt auf viele Männer total erotisch, mit ihrem dunklem Teint, den tollen Haaren, der Art, wie sie spricht und sich bewegt. Aber - wir reden hier nicht über One-Night-Stands - welcher Mann möchte eine Frau heiraten, mit der er nicht mal reden kann? Wer ist bereit, auf dieser Basis eine Beziehung einzugehen? Das ist Harakiri.
teleschau: Im Grunde dieselben Muster, wie man sie aus Südostasien kennt ...
Targownik: Genau. Der Mann trifft eine Sexbombe, die Frau einen Märchenprinzen - und dann geht alles schief.
teleschau: Die Moral von der Geschicht'?
Targownik: Es sind halt alles nur normale Menschen. Und wenn die nicht richtig miteinander reden können, funktioniert nichts. In der Regel geht es den Frauen schlecht - übrigens auch den deutschen Männern, die an einer solchen Beziehung ja auch zerbrechen können. Es ist eben diese typische Situation: Jeder glaubt zunächst, er profitiert vom anderen, dann kommt sehr schnell Enttäuschung auf, die in mehr oder weniger großes Leid mündet, weil auf beiden Seiten die Erwartungen wenig mit der Realität zu tun haben.
teleschau: Was geschieht mit einer solchen Sexbombe, wenn ihr Traum wie eine Seifenblase zerplatzt?
Targownik: Eine Protagonistin nahm Tabletten - ein Selbstmordversuch. Aber die Geschichte geht weiter. Inzwischen ist sie geschieden und fand - wieder über eine Agentur - einen neuen Mann, einen älteren Herrn aus München in Lederhosen. Sie sagt, er habe fürchterlich gestunken, aber sie ist trotzdem eine Nacht geblieben. Dann lernte sie ihren zweiten Ehemann kennen - nach drei Wochen war sie schwanger, nach sechs Monaten verheiratet, dann hat sie diesen Mann beim Online-Sex erwischt. Es kam bald zu ehelicher Gewalt, unter der auch das Kind litt. Inzwischen ist sie auch von ihm wieder getrennt und sucht einen neuen Partner. 'Ich träume nach wie vor von einem blauäugigen, blonden Prinzen, aber ich küsse immer nur die Frösche', sagt sie.
teleschau: Klingt sehr bitter.
Targownik: Das Schöne ist, die Frau ist nicht deprimiert, sondern steckt voller Energie. Die enorme Lebensfreude ist kein Klischee, sie unterscheidet die Brasilianerinnen von den Deutschen. Auch die Emotionalität: Sie wechseln von einer Minute auf die andere von Lachen auf Weinen - was unseren Film sehr prägt.
teleschau: An sich ist Brasilien bei uns ohnehin sehr positiv belegt. Samba, Fußball ...
Targownik: Klar. Wenn meine Frau sagt, sie ist Brasilianerin, kriegt sie erst mal ein Lächeln. Das wissen die Frauen, und dieses Kapital nutzen sie sehr gekonnt. Sie sind zudem sehr kommunikativ und haben keine Probleme, Bekanntschaften zu schließen.
teleschau: Ist Ihr Film also eine Mahnung an beide Seiten, brasilianische Frauen und interessierte deutsche Männer?
Targownik: In gewisser Weise kann man das so sagen. Eigentlich geht es aber nur darum, verschiedene Menschen zu porträtieren, deren Schicksale eines zeigen sollen: Auf Schubladendenken lässt sich keine Liebe aufbauen.
© 2008 teleschau - der mediendienst 
http://www.monstersandcritics.de/ar....-Fr%C3%B6sche-k%C3%BCssen


.

Marc of Frankfurt:
Was hat es mit dem Voodoo-Zauber in der Medienberichterstattung auf sich:

Human Trafficking from Nigeria and Voodoo.
Any Connections ?


by Victoria Nwogu 
She is a Programme Specialist with UNIFEM in Nigeria where she works on Gender Equality in Governance and Migration in West Africa.

The human trafficking phenomenon has been globally accepted to affect all countries of the world to varying degrees [1]. The differences lie in the mode of operations of traffickers, the sectors into which people are trafficked, the natures of exploitation and the manner in which traffickers exert control over their victims. In Nigeria, the use of spiritual ritual oaths to secure compliance from victims to the terms of a migration arrangement is unique. This involvement of the supernatural never ceases to elicit awe from European service providers, media and government agents alike [2]. Practitioners on the Nigerian end are short of solutions for the supernatural control over victims by their traffickers.
A clear understanding of the supernatural control will never come easy because spiritual beliefs play an important role in the lives of Africans [3]. But it is equally important to understand what kinds of supernatural forces come into play in enslaving victims of trafficking, the effectiveness of such forces in ensuring enslavement and whether anything at all can be done to mitigate the snare of these forces on victims of human trafficking. This kind of discourse is important to prevent the trend of portraying whole religious beliefs as being responsible for trafficking, and that of denying trafficked victims who are under such forces the empathy they deserve.
Ritual oaths as part of the human trafficking process became popular when it was discovered as an integral tool of coercion in Nigeria’s Edo and Delta states to increase pressure on young female migrants leaving the country to follow orders (often to earn money in the sex industry) once they arrived in the country of destination. It is important to distinguish between ‘voodoo’ and ‘ritual oaths’. Voodoo is a religion (which includes ritual oaths in its practices) while a ritual oath is a seal placed on an agreement through rituals binding both parties to the terms of the agreement on pain of supernatural retaliation. Oaths as part of traditional religious beliefs are often administered in a ritual ceremony and their potency relies on securing an item of clothing or body part from the person on whom the oath is being administered and placing them in a concoction of other ‘magical’ items such as the blood of animals, kola nuts, water, palm oil, earth taken from a graveyard, alcohol and herbs. Some favoured body parts include hair, blood, nails and teeth; to make the ritual more ominous, items could be taken from intimate parts of the body.
European media often use the term ‘voodoo’ to refer to situations where a ritual oath has been used to exert control over a victim of trafficking, with sensationalist headlines such as “Voodoo Child Prostitution Ring Busted …” [4]. The suggestion of such headlines is that victims are transported abroad under spells (creating a picture of trance-like zombies being herded like cattle without willpower to protest). But practitioners and care providers cannot reconcile the fact that many victims of trafficking, even though they have taken an oath, are not in fact voodoo worshippers [5]. In some cases, migration pacts are sealed with prayer rituals in Pentecostal Churches. In other instances, the ritual oath is also designed to protect the victim from harm as well as make her more desirable to customers. Reports have even found that, whether a ritual oath is involved or not, many victims are willing to follow their traffickers to an unknown destination on the expectation of easy wealth or a better life. This shows an initial willingness on both sides to engage in the migratory transaction. Whatever pact is made, in the long run it is meant to ensure that the ‘protégé’ does not outsmart their ‘benefactor’ upon reaching the foreign land [6].
The misuse of the term voodoo by the European media to describe the practice of the ritual oaths that traffickers put their victims through suggests that voodoo in itself is evidence of deviance or crime and ignores the underlying causes of the trafficking problem. This attitude could have the effect of hampering real efforts to find a lasting solution to human trafficking. The issues at stake are the prevalence of poverty and desperation, limited opportunities for legitimate migration and the fact that governments are not doing enough to address the underlying reasons that impose the need to migrate on the most vulnerable. Perhaps the label ‘voodoo’ is used because it is more sensationalist and likely to generate more news attention, but the fact remains that its misuse causes more harm to the trafficked persons than good.
In North Western Burkina Faso, rituals for supernatural protection are an essential part of the routine for children migrating away from home. Mike Dottridge [7] proposes, and I fully agree, that in view of the poor protection that European governments afford to African immigrants, one might indeed suggest that people should seek supernatural protection before embarking for Europe.
[1] Amnesty International USA, Stop Violence Against Women Campaign, http://www.amnestyusa.org/violence-....nd-human-trafficking/page
[2] Jørgen Carling, 2005, Trafficking in Women from Nigeria to Europe, Migration Information Source, http://www.migrationinformation.org/Feature/display.cfm
[3] Mike Dottridge, 2005, Preliminary Classification of the types of Forced Labour Occurring in Africa, published in Cahiers d’études africaines, XLV (3-4), 179-180, 2005, pp 689-712 (edited by Roger Botte).
[4] http://scaredmonkeys.com/2007/10/25....therlands-ny-and-europe/, news item on the discovery of Nigerian victims of trafficking.
[5] ECPAT UK, 2001, What the Professionals Know; Trafficking of Children into and Through the UK for Sexual Purposes. Although this report attempts in an early footnote to clarify the fact that the use of the word ‘voodoo’ as a generic term to describe ritual ceremonies may not embody what experts in traditional religion mean when they refer to ‘voodoo’, its continued usage of the term throughout the report suggests an endorsement for this manner of usage.
[6] Jørgen Carling, 2005, ibid.
[7] Former Director Anti-Slavery International and expert on child trafficking and the rights of migrant children, email conversation on 10 June 2008.

Newsletter 
Issue 9
www.laStradaInternational.org


Wikipedia: Mythen und Mißverständnisse aus Hollywood und James Bond:
http://en.wikipedia.org/wiki/Haitia....#Myths_and_misconceptions
Voodoo-Feindbild in den Medien z.B. hier:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=34401#34401 (s.o. Buch Ware Frau)
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=68016#68016 (derWesten.de)
David Signer über die Rettungsindustrie:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39167#39167
Voodoo &amp; Football:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=82091#82091
BKA glaubt an Voodoo - Presseerklärung:
http://www.donacarmen.de/?p=306
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=81150#81150
Fall der getöteten Hagener Sexarbeiterin Eunice O. aus Irrua, Nigeria:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=74207#74207


.

Marc of Frankfurt:
Migration ohne Grenzen

Das Recht ein Land zu verlassen
wird garantiert im 
Artikel 13 (2) der universellen Deklaration der Menschenrechte.
Doch es gibt kein zugehöriges Recht ein Land zu betreten!

Ein UNESCO Projekt kümmert sich um diesen Widerspruch:
http://portal.unesco.org/shs/en/ev.....&amp;URL_SECTION=201.html


.

Hanna:
wir brauchen endlich eine Weltregierung, die soDinge wie Zuwanderung, Arbeitserlaubnis etc universell regelt.
die Nationalstaaten wären hier nur noch &quot;Länder&quot; wie die Länder der BRD. die EU ist vielleicht der erste Versuch in dieser Richtung.
Aber es ist ja nichts neues daß die schwerfällige Politik der Wirtschaft hinterherhechelt!

Marc of Frankfurt:
HIV-positive dürfen wieder in die U.S.A. einreisen
U.S. Senate Repeals Ban on HIV-Positive Foreigners

July 21, 2008
www.hrc.org Human Rights Campaign
www.OneWorld.net note: Human rights advocates praised the U.S. Senate for reauthorizing the president's international HIV/AIDS relief bill yesterday, which included a provision to repeal a decades-old nationwide ban on HIV-positive visitors and immigrants.
Russian youth living with HIV/AIDS: Previously, these women would only have been allowed to visit the United States with a special waiver that only permitted short-term travel.

The President's Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR), introduced in 2003 by President Bush, has been criticized in the past for &quot;imposing their [U.S. conservatives'] views [on prostitution and family planning] on other nations by means of their financial and political power.&quot;
http://www.avert.org/pepfar.htm
In addition to repealing the travel ban, the latest version of PEPFAR committed $48 billion to AIDS relief for the next five years and calls for the training of 140,000 healthcare workers dedicated to the AIDS epidemic.
http://voanews.com/english/Africa/2008-07-17-voa26.cfm
HIV/AIDS workers and patients across Africa have praised President Bush for PEPFAR funding and initiatives such as the Prevention of Mother to Child Transmission Program. Sixty-two percent of patients receiving treatment in PEPFAR's focus countries are women and girls, while 86,000 are children under age 14.
http://allafrica.com/stories/200804040007.html


U.S. Senate Approves Repeal of Discriminatory HIV Travel and Immigration Ban
From: Human Rights Campaign
Washington – The Human Rights Campaign, the nation’s largest gay, lesbian, bisexual and transgender civil rights organization, praised the U.S. Senate today for approving the repeal of our nation’s discriminatory law barring HIV-positive visitors and immigrants. Senators John Kerry (D-MA) and Gordon Smith (R-OR) secured a provision to repeal this ban in the Senate’s legislation to reauthorize PEPFAR, the President’s Emergency Plan for AIDS Relief. The PEPFAR bill passed the Senate today with the Kerry-Smith provision by a vote of 80 to 16 and now moves to conference committee before being sent to the President.
Senator Jeff Sessions (R-AL) had introduced an amendment to strike the Kerry-Smith provision from the PEFPAR bill. However, the efforts of Senators Kerry and Smith in addition to robust advocacy from HRC and our coalition partners secured enough opposition to the Sessions amendment that the Senator agreed not to bring it forward for a vote.
&quot;We applaud the Senate for rejecting this unjust and sweeping policy that deems HIV-positive individuals inadmissible to the United States,&quot; said Human Rights Campaign President Joe Solmonese. &quot;We call on the leaders of the House and Senate to retain the Kerry-Smith provision in conference and ensure it is included in the final legislation sent to the President’s desk.&quot;
&quot;The HIV ban is ineffective, unnecessary, and simply bad public health policy,&quot; said Rachel B. Tiven, executive director of Immigration Equality. &quot;It is especially harmful to gay and lesbian families, who do not benefit from the waiver available to opposite-sex couples. The Senate’s change is welcome, and long overdue.&quot;
HRC has been a lead organization lobbying on Capitol Hill for the repeal. The Human Rights Campaign has worked closely with the offices of Sens. John Kerry and Gordon Smith, as well as Rep. Barbara Lee (D-CA), the sponsor of an effort to repeal the ban in the House of Representatives. Both Sen. Kerry and Rep. Lee participated in a national media conference call held by HRC in March. In addition to action alerts urging members to contact their Senators, HRC and Immigration Equality drafted a coalition letter on behalf of more than 165 organizations in support of the Kerry-Smith provision in the PEPFAR bill, and has directly lobbied numerous Senate offices on the repeal measure.
In December of 2007, Senators Kerry and Smith introduced legislation, the HIV Non-Discrimination in Travel and Immigration Act (S. 2486), to repeal the ban. In the House, U.S. Rep. Barbara Lee (D-CA) introduced similar the legislation, H.R. 3337, in August 2007. The travel and immigration ban prohibits HIV-positive foreign nationals from entering the U.S. unless they obtain Current policy also prevents the vast majority of foreign nationals with HIV from obtaining legal permanent residency in the United States.
The ban originated in 1987, and explicitly codified by Congress in 1993, despite efforts in the public health community to remove the ban when Congress reformed U.S. immigration law in the early 1990s. While immigration law currently excludes foreigners with any &quot;communicable disease of public health significance&quot; from entering the U.S., only HIV is explicitly named in the statute. For all other illnesses, the Secretary of Health and Human Services retains the ability, with the medical expertise of his department, to determine which illnesses truly pose a risk to public health.
To learn more about HIV/AIDS legislation and civil rights from the Human Rights Campaign, click here:
http://www.hrc.org/10832.htm

Human Rights Campaign
www.hrc.org
Aufklärungsfilm:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=12925#12925


.

CK:
Hanna hat folgendes geschrieben:Aber es ist ja nichts neues daß die schwerfällige Politik der Wirtschaft hinterherhechelt!
@Hanna: Du hast völlig recht. Das Wichtigste wäre allerdings mal eine radikale Entbürokratisierung, damit Politiker, Ministerien, Verwaltungen usw. mal schneller und effizienter reagieren können.

Marc of Frankfurt:
Danke für den TV-Hinweis an Lupus.

Film: &quot;Sex Slaves&quot; von 2005
Lief wieder in ARD am 06. August 2008
Sex-Sklavinnen - Frauenhandel in Europa
aus der TV Serie Frontline seit 1983 (Staffel 24, Episode 2)
30 Minuten
http://www.imdb.com/title/tt0811064/
http://en.wikipedia.org/wiki/Sex_Slaves_(documentary)
Filmographie 
Ric Esther Bienstock, Regiseurin Kanada
http://www.imdb.com/name/nm0081516/

Sehr umfangreiche Sendungshomepage:
http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/slaves/

http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/slaves/making/
http://www.pbs.org/wgbh/pages/front....ves/making/bienstock.html
Public Broadcasting Service (PBS) is a non-profit public broadcasting television service with 354 member TV stations in the United States
http://en.wikipedia.org/wiki/Pbs.org
http://en.wikipedia.org/wiki/Frontline_(TV_series)


Der preisgekrönte Film von Autorin Ric Esther Bienstock (Edward R. Murrow Award, British Broadcast Award Best Documentary, Royal Television Society Award, Nominierung für British Academy Award) erzählt, wie Frauen aus Osteuropa in die Sexsklaverei verkauft werden. Die Autorin macht sich mit Viorel aus Odessa auf die Suche nach seiner Ehefrau Katia, die von einem skrupellosen Bekannten in der Türkei an Zuhälter verkauft wurde.
Dem Frauenhandel auf der Spur
Die Filmemacherin verfolgt mit dem Ehemann die Spur der verschwundenen Ehefrau und konfrontiert zum Teil mit versteckter Kamera die Menschenhändler. Es gelingt schließlich, Katia zu finden und sie zu befreien. Der Film gewährt tiefe Einblicke in das Netzwerk der illegalen Frauenhändler, die jedes Jahr unzählige Frauen aus Osteuropa in Bordelle bringen. Es gelingt den Filmemachern, Menschenhändler und Zuhälter vor die Kamera zu bekommen - der Mann, der Katia verkauft hat, hilft dem Ehemann Viorel, seine Frau wiederzufinden.
http://daserste.ndr.de/reportageund....iv/repsexsklavinnen2.html

ARD-exclusiv: Sex-Sklavinnen: &quot;Ich habe Deine Frau verkauft&quot;
1/08/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
(tsch) Katia aus Moldau ist verheiratet mit Viorel, sie hat einen fünfjährigen Sohn und ist wieder schwanger. Eines Tages fährt sie mit dem Schiff von Odessa in die Türkei, um für den Marktstand ihrer Mutter einzukaufen. Ein Bekannter ihres Ehemannes begleitet sie. Zurück kommt er alleine und teilt Viorel am Telefon mit: &quot;Ich habe Deine Frau verkauft.&quot; - Ein ähnliches Schicksal erleiden etwa 500.000 Frauen im Jahr in Europa, so die Schätzung. [Dem stehen gegenüber die amtlichen Zahlen für Deutschland 2007 vom BKA: 689 Opfer. Anm.] Die kanadische Filmemacherin Ric Esther Bienstock zeigt in ihrer erschütternden Dokumentation, wie die Menschenhändler arbeiten. Doch nicht nur das: Sie begleitete auch Viorel bei seinem Kampf um Katia. Das Erste sendet mit &quot;Sex-Sklavinnen - Frauenhandel in Europa&quot; eine verkürzte Fassung in der Reihe &quot;ARD-exclusiv&quot;.
So läuft das in der Regel. Das erste Glied in einer Kette von Menschenverächtern, die andere für Geld in die Hölle schicken, ist meist ein Bekannter des Opfers und seiner Familie. So wie Vlad, ein Kumpel von Viorel. Ein Menschenhändler. Das Gewissen plagte ihn dann doch, und er half Viorel, die Spur seiner Frau aufzunehmen. Ric Esther Bienstock gelang es, auch ihn vor der Kamera zum Reden zu bringen. Andere Schlepper (auch weibliche!) machen vor versteckter Kamera unfassbare Aussagen darüber, wie man die Frauen und Mädchen austrickst, wie man sich selbst nicht erwischen lässt.
Die Frauen denken, in der Fremde warte eine Arbeit auf sie wie zum Beispiel Kellnern. &quot;Ausland&quot;, weiß der Schlepper, sei wie &quot;ein Zauberwort&quot; für viele, die etwa in Moldau in bitterer Armut leben. [In den U.S.A. vergleichbar dem Wort &quot;Hollywood&quot;, da ließen sich viele Frauen 'kaufen'. So z.B. manches Mannequin als Darstellerin in Andy Warhols Faktoryfilmen, die später in seinen Drogenparties abstürzten, wofür nicht zu letzt er später von einer Feministin angeschossen wurde. Anm.] In Wahrheit werden sie an brutale Zuhälter verscherbelt als &quot;Sex-Sklavinnen&quot;. Katia wehrte sich. Katia wurde geschlagen. Katia wurde unter Drogen gesetzt.
In der ukrainischen Hafenstadt Odessa (&quot;Europas größter Umschlagplatz für den Frauenhandel&quot;, wie es im Film heißt) steigen so viele Frauen und Mädchen auf ein Schiff, das ihr Schicksal besiegelt, dass es dort ein eigenes Büro gibt, das sich um die Fälle, die Opfer und die Angehörigen kümmert. Es ist die zweite Anlaufstelle für Viorel, dessen erster Versuch, Katia auf eigene Faust in der Türkei zu befreien, gescheitert war. Er ist bereit, das Film-Team an seiner fieberhaften Suche teilnehmen zu lassen.
Doch selbst, wenn es manchen Frauen gelingt, zurückzukommen: Der Albtraum ist damit nicht vorbei. Nicht für die seelisch wie körperlich Versehrten und nicht für jene, die täglich wieder in die Falle tappen. Letztendlich ist nicht zu vergessen, dass kein Geschäft ohne Nachfrage funktionieren kann. Wie es der kanadische Journalist Viktor Malarek formuliert: &quot;Überall, wo ein geiler Mann ist, gibt es verkaufte Frauen.&quot; [Es gibt neben der Nachfrage nach Sex, die Nachfrage nach Geld und Arbeit, die sich im Paysexmarkt/Sexwork treffen. Inwieweit es der Sex oder die 'geilen Männer' bzw. bedürftigen Männer sind, oder die gesellschaftliche Doppelmoral, die keine geregelten Arbeitsschutzmechanismen für SexarbeiterInnen dultet und Kriminalität anlockt, muß erst noch sine ira et studio nachgewiesen werden. Anm.]
Für ihre mutigen Recherchen und ihren schockierenden, doch aufschlussreichen Film wurde Ric Esther Bienstock vielfach ausgezeichnet. 


Der Täter wird in der Ukraine nur zu 5 Jahren auf Bewährung verurteilt.
Aber diese misogyne Tendenz scheint ja leider in Urteilen in unserem Rechtssystem nicht ganz unähnlich zu sein :-((


Film im Telekolleg-Archiv (members only)
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=41221#41221


.

Marc of Frankfurt:
Dank an Lupus für den Hinweis

Sex Traffic
Britisch-kanadische TV-Koproduktion
Oktober 2004
Unter der Regie des Harry-Potter-Filme-Regisseurs David Yates.
http://en.wikipedia.org/wiki/Sex_Traffic
TV-DokuFilm-Homepage:
http://www.channel4.com/entertainme....microsites/S/sex_traffic/


Teil 1
Der Traum vom besseren Leben im Westen wird für die Schwestern Elena und Vara aus Moldawien zum Albtraum: Durch halb Europa verschleppt, geraten sie in die Mühlen des Milliardengeschäfts Zwangsprostitution und kämpfen bald ums nackte Überleben.
Die Schwestern Elena und Vara sehen in dem moldawischen Dorf Cupcini überglücklich ihrer Abreise nach England entgegen, dem Aufbruch in eine bessere Welt. Doch statt eines Flugzeuges nach London erwartet sie eine albtraumartige Odyssee durch Europa: Varas Verlobter Alex übergibt sie in der Hauptstadt Chisinau an den vermeintlichen Freund Petre, doch da sind sie tatsächlich schon in den Fängen eines Mädchenhändlerrings. Misshandelt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen, werden sie über Moravita in Rumänien in einen Belgrader Nachtclub verschleppt. Als Elena heimlich ihre Mutter benachrichtigt, werden sie weiter nach Sarajewo gebracht, um die Spuren zu verwischen. In dem Bordell &quot;Blue Bar&quot; trifft Elena Daniel Appleton, einen jungen Menschenrechtsaktivisten, der sich als Freier ausgibt. Plötzlich stürmen Blauhelmsoldaten die Bar.
Daniel wird festgenommen und ausgewiesen, während die Zuhälter davonkommen. Wird Daniel den Mädchen helfen können? Wieder werden die Schwestern weiterverkauft, diesmal nach Tirana. Die albanische Mafia plant, sie nach London zu bringen, Endstation ihrer Irrfahrten. Ihnen steht die Überfahrt nach Italien bevor, eine tödliche Gefahr: Nähert sich die Polizei, um eine Razzia durchzuführen, werfen die Menschenhändler ihre &quot;Ware&quot; einfach über Bord.
Spannend wie ein Thriller, realistisch wie eine Dokumentarfilm [aber eben doch eine erfundene Geschichte (fiction), die als Realität politisch vermarktet wird, was selbstentschiedene Sexarbeiter nicht unberührt läßt :-( Anm.]: &quot;Sex Traffic&quot; ist ein Film über den modernen Sklavenhandel zwischen Ost- und Westeuropa. In schonungslosen Bildern enthüllen die Episoden jeweils aus einem neuen Blickwinkel, wie Zuhälter, Polizei und korrupte Wohltätigkeitsorganisationen zwischen Belgrad, Brindisi und Boston gleichermaßen in das korrupte Milliardengeschäft Zwangsprostitution verwickelt sind.
&quot;Sex Traffic&quot; wurde von der Kritik gefeiert und mit Preisen überhäuft. Er erhielt den BAFTA 2005 in acht Kategorien, unter anderem in den Sparten bester Mehrteiler und beste Darstellerin, den Prix Italia und weitere Auszeichnungen beim Fernsehtreffen in Reims sowie den RTS Programme Award 2005.
http://www.arte.tv/de/film/Fernsehf....E/Interviews/1133740.html


Teil 2
Endstation Zwangsprostitution: Nach ihren Irrfahrten durch Serbien, Bosnien und Albanien werden die Schwestern Elena und Vara nach London verkauft. Verzweifelt kämpfen sie um ihr Leben und ihre Freiheit.
Die Schwestern Elena und Vara sind von Rumänien über Serbien nach Bosnien verschleppt worden, um in dem Bordell &quot;Blue Bar&quot; als Prostituierte zu arbeiten. Nur unter äußerster Vorsicht konnte der Menschenrechtsaktivist Daniel Kontakt zu ihnen aufnehmen. Doch bevor er ihnen helfen konnte, sind die Mädchen weiterverkauft worden, diesmal in Richtung London.
Bei der Überfahrt nach Italien nähert sich ein Boot der Polizei. Doch die Schlepper fackeln nicht lange und werfen Elena kurzerhand über Bord. Sie wird gerettet und kann sich in der Obhut der Organisation gegen Menschenhandel &quot;WFAFM&quot; in Lecce sicher fühlen.
Dort ist auch Madeleine Harlsburgh angekommen, die Stiftungsdirektorin des amerikanischen Sicherheitsunternehmens Kernwell [Phantasiename, Anm.], an dem in letzter Zeit immer wieder Kritik laut wurde. Elena soll in einem Prozess als Zeugin aussagen. Doch sie will um jeden Preis ihre Schwester wieder finden. Sie weiß keinen anderen Weg, als sich geradewegs wieder in die Hände albanischer Zuhälter zu begeben. Daniel, heimgekehrt von seinen Recherchen in Bosnien, deckt einen Skandal auf: Das amerikanische Sicherheitsunternehmen &quot;Kernwell&quot; ist selbst an den Entführungen beteiligt. Als er die Stiftungschefin Madeleine Harlsburgh, wieder zurück im fernen Bosten, informiert, weiß er noch nicht, dass nicht nur die Mitarbeiter ihres Hauptsponsors, sondern auch ihr eigener Mann in den Menschenhandel tief verstrickt sind. [Ein Plott wie in manchen Verschwörungstheorien... Doch super spannend; war glaube ich einer der ersten Filme, den ich zum Thema gesehen habe. Anm.]

David Yates, geboren 1963, gehört zu den erfolgreichsten jungen Regisseuren Großbritanniens. Seine Filme &quot;The Sins&quot; (2000), &quot;The Way We Live Now&quot; (2001), und &quot;State of Play&quot; (2003) erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Demnächst wird er den fünften Harry-Potter-Film &quot;Harry Potter und der Orden des Phönix&quot; verfilmen.
Abi Morgan, 33, ist bereits eine bekannte und erfahrene Drehbuchautorin, die für Theater, Film und Fernsehen gleichermaßen schreibt. Ihre Stücke, darunter &quot;Tender&quot;, das für den Laurence Olivier Nachwuchspreis 2002 nominiert war, werden in den größten Theatern Londons gespielt. Weitere Filme von Abi Morgan sind &quot;My Fragile Heart&quot; (2000), &quot;Murder&quot; (2004) und &quot;Life Isn't All Ha Ha Hee Hee&quot; (2005).
Anamaria Marince stand zum ersten Mal vor einer Kamera, als sie &quot;Sex Traffic&quot; drehte. Für ihre ergreifende Darstellung der Elena wurde sie auf dem Monte Carlo Television Festival 2005, bei den RTS Programme Awards 2005 und mit dem BAFTA 2005 ausgezeichnet.
http://www.arte.tv/de/film/Fernsehf..../2141750,CmC=2139988.html


Die Polizeibehörden haben die hohen Zahlen von Menschenhändlern und Zwangsprostitutionsopfern bisher trotz allergrößter gesellschaftlicher Kampagnen, Sensibilität und Ressourcen bisher nicht dingfest machen können. Der Mißbrauch findet statt, liegt aber im Bereich von wenigen Prozenten gemessen an Sexarbeit/Paysexbiz.
Jetzt sollen wohl mit aufgewärmten Dokudramen die Wachsamkeit aufgefrischt werden. Wenn es dazu beiträgt, weitere Opfer zu befreien und zukünftige zu verhindern ist das sehr zu begrüßen.
Wenn es mißbraucht wird, um Prostitution insgesamt in einem schlechten Licht darzustellen und Prostitutionsbekämpfung zu rechtfertigen, wäre das ein Akt unreifer aber demagogischer Doppelmoral.
Hier befasst sich Channel 4 mit der Suche nach idealen SexarbeiterInnen-Arbeitsbedingungen und der Entkriminalisierung von Bordellen in UK:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=41051#41051


.

Marc of Frankfurt:
Menschenhandels-Statistiken Großbritannien:
Erste Veröffentlichungen der Ergebnisse von Pentameter 2 - Der zweiten nationalen Jagd nach Menschenhandelsopfern und -tätern in Großbritannien durch Home Secretary Jacqui Smith


Pentameter 2
Die Zahlen geben 167 gerettete Opfer an und 528 Festnahmen. Diese werden derzeit als Menschenhandelsopfer und Menschenhändlerfestnahmen deklariert, doch man behandle die Zahlen mit Vorsicht.
Die Arrest-Zahlen nach der Großaktion Pentameter 1 beinhalteten eine Vielzahl von Delikten und die Hälfte der geretteten Personen von Pentameter 1 waren keine Opfer von Menschenhandel. Darüberhinaus wurden die meisten Festgenommenen bei Pentameter 1 ohne Strafen entlassen.
Die Zahlen scheinen jedoch anzudeuten, das die geschätzten 4.000 Personen die jedes jahr angeblich nach UK gehandelt werden massiv zu groß ist.


Pentameter 1
188 gerettete Opfer (davon 88 gehandelt) (1 Oper je 3,65tem Betrieb), 134 Personen verurteilt. 515 Betriebe durchsucht.
[Quelle: Google Pentameter]
167 identifizierte Opfer (anzahl der gehandelten bis jetzt unbekannt) (1 Person je 5 durchsuchter Betriebe). 822 Betriebe durchsucht.
[Quelle: Reuters Artikel unten]


Schätzungen aller gehandelten Personen von Menschenhandel in UK:
Alte Home Office Schätzung:4.000
Neue Home Office Schätzung: 18.000


Die zusammenaddierte Opferzahl von beiden landesweiten Pentameter Einsätzen (wenn wir von 167 Opfer bei P2 ausgehen also P1 + P2 = weniger als 300) entsprechen weniger als ein Prozent der vom Home Office [Innenministerium] geschätzten 80.000 Personen in England involviert in Prostitution, laut Studie &quot;Paying the Price&quot; von 2004.
Das dahinterliegende reale Problem scheint nicht Menschenhandel zu sein, sondern andere Faktoren einschließlich das was unter den Sammelbegriff Ausbeutung fällt.
[Zusammenstellung von S.P. friendsofIUSW]
Die Zahlen in England scheinen ganz ähnlich wie die in Deutschland vom BKA s.o. zu zeigen wie stark das Thema doch gesellschaftlich übertrieben aufgekocht wird.
Deshalb ist es so wichtig Arbeitsbedingunen im Sexwork zu definieren indem ersteinmal Arbeitsrechte gewährt werden wie in jedem anderen Gewerbe auch.
Deshalb heißt es für uns Sexarbeit und nicht Prostitution, an der das Menschenhandelsvorurteil scheinbar unablösbar klebt.


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Reuters:
More than 500 arrested in sex traffic crackdown
Wed Jul 2, 2008 2:26pm BST
 
LONDON (Reuters) - Thirteen children were among 167 victims of human trafficking recovered by police, the Home Office said on Wednesday, in a six-month crackdown which led to 528 arrests.
The investigation involved 55 police forces who searched over 800 premises including residential apartments, massage parlours and nail bars and rescued 167 women forced into prostitution or servitude.
The victims were mostly from China, southeast Asia and eastern Europe.
&quot;We still have an insidious problem in the heart of our society,&quot; Dr Tim Brain, of the Association of Chief Police Officers told reporters.
Brain added that of those arrested, 88 had been charged with offences including the trafficking of humans, brothel management and money laundering.
&quot;We have some way to go before human trafficking investigation is core business for every single police force,&quot; Brain said.
Many of the premises investigated were in &quot;ordinary&quot; suburban areas, Brain said, used as fronts for brothels with neighbours largely unaware of illegal activity taking place.
Home Office Minister Vernon Coaker said one of the main problems facing police was encouraging victims to speak out against traffickers and accept help from the police and non-governmental organisations (NGOs).
&quot;Our biggest challenge is to work with NGOs to really get to grips with how we can encourage victims to come forward and work with us,&quot; Coaker said, adding that many victims, particularly children, resist help and refuse to speak out.
&quot;It has to be said that although we had support and protection measures in place ... the actual number of victims that accepted support is low,&quot; Coaker told reporters at a briefing.
The investigation, named Operation Pentameter 2, also found that children born in, or residents of, Britain were also being &quot;internally trafficked&quot; for purposes of sexual exploitation.
(Reporting by Golnar Motevalli)
© Thomson Reuters 2008 All rights reserved.
http://uk.reuters.com/article/topNe....randChannel=0&amp;sp=true


Police crackdown on human trafficking

A 15-YEAR-old boy and a woman were rescued by police in the region as part of a nationwide crackdown on human trafficking.
Northumbria Police was one of several forces taking part in Operation Pentameter 2.
The six-month initiative was aimed at tackling the gangs behind trafficking for sexual exploitation across the UK.
In North East England, 49 suspected brothels were visited by police, and two men and two women, aged between 20 and 40, were arrested.
A 15-year-old boy, from Vietnam, and a 36-year-old Chinese woman were rescued by officers and are now in the care of local authorities.
Detective Chief Inspector Dave Harris, of Northumbria Police's Force Information and Intelligence Department, said: &quot;Human trafficking is a national problem and we in the Northumbria Police force area are not exempt.
&quot;As a force we have been fully engaged with Operation Pentameter, and as a result have recovered a number of victims in our area.
&quot;Despite the conclusion of this operation, we continue to encourage the public to come to us if they have any suspicions about human trafficking in their community.&quot;
Operation Pentameter 2 is the largest ever police crackdown in the UK to date on human trafficking, which can see victims being sold as commodities for the purposes of sexual exploitation, domestic servitude or forced labour.
Across the country, officers recovered 167 victims – including 13 children, one as young as 14 – and arrested 528 people on suspicion [Verdacht] of being involved in trafficking.
A total of 822 premises were visited which ranged from massage parlours, saunas and residential properties.
[mit anderen Worten: Razzia in 822 Betrieben.]
The majority of victims recovered originated from China, South East Asia and Eastern Europe.
Home Secretary Jacqui Smith said: &quot;Human trafficking is a despicable crime, perpetrated by organised criminals whose business is to make money from human misery.&quot;

Last Updated: 15 July 2008 10:49 AM 
http://www.shieldsgazette.com/news/....an-trafficking.4288699.jp


.

Marc of Frankfurt:
Dr. Petra Boynton
zu den neusten englischen Menschenhandelszahlen

www.drpetra.co.uk

How latest UK trafficking statistics don’t quite add up

News out today has drawn attention to reported high levels of women and children trafficked into prostitution in the UK.
Trafficking is always an emotive issue, as to question any aspect of it means you are automatically branded as someone who denies any abuse within the sex industry, or who does not care about anyone harmed within prostitution. Tragic stories from ex-sex workers, along with celebrity endorsement of well publicised anti-trafficking campaigns can often hide the fact that (1.) the data supporting the prevalence of trafficking is not always clear, and (2.) the agendas driving the anti trafficking campaigns may not always be agreed upon as beneficial to sex workers.
Unfortunately it is rare that the media ever questions stories about trafficking. Why would the press do so? It allows for salacious reporting, public revulsion, blaming of foreigners and shady gangland activity. No point in questioning anything that gives you such dramatic story angles.
Which is why it’s depressing but not surprising that with today’s excited headlines about thousands of trafficked children and women, no journalist appeared to ask questions that might have shown a different story.
It isn’t difficult; all you need to do is look at the data presented in the story and ask yourself if it makes any sense.
Media reports state between 6.000-18.000 trafficked girls and women are forced to work as prostitutes in the UK. Operation Pentameter Two – a six month nationwide police campaign against trafficking gangs resulted in 528 arrests of suspected traffickers and 167 victims of trafficking identified (154 women and 13 children - some as young as 13). Data suggests 822 premises were visited during the operationwhich led to 24 convictions.
Now it’s not clear whether it’s 6.000, 18.000 or an average of the two. It is not clear whether this is a six month figure (meaning that annually 12.000-36.000 women and girls are trafficked), or whether it spans some other time period. We have no idea whether it means there are anywhere between 6.000-18.000 victims of trafficking in the UK at any one time, or whether this is a figure that has increased or decreased.
It’s also confusing because at the close of 2007 politicians claimed there were 25.000 sex slaves in the UK. So does this mean there has been a reduction of (a minimum of 7.000) victims of trafficking?
The data is also sketchy around the total number of sex workers identified within this operation. Did all 167 victims identified come from the 822 brothels and homes visited or were there some homes/brothels where there was more than one victim, or did victims work in more than one location? Who else was working in the other 822 premises? What were their stories/experiences – were they charged or questioned?
How does the headline of 6.000 to 18.000 women and children trafficked into the UK for the sex trade translate into only 167 victims identified? It either means there are fewer women and children trafficked, or that around 5.833 to 17.833 victims remain unaccounted for.
The records indicated that 528 suspected traffickers were identified and 167 victims. Which means there is a huge disparity between victims and traffickers – roughly three traffickers per victim. This figure surely does no justice to those women and children, who are genuine victims as it must make us wonder if trafficking is such a lucrative trade with so many active traffickers, based on this data why aren’t there more victims? Did the operation simply not uncover them?
Of the traffickers arrested it seems only 4% were convicted – which means either there weren’t that many people involved in trafficking as first seems, or the prosecution of this operation was way off beam.
Perhaps the answer is simple. In any legal case there will always be more arrests made than prosecutions. Sometimes this is because people are innocent and will be let go, sometimes it’s because there’s not enough evidence to convict them. We have no idea with this data whether the low conviction rate is down to most people arrested being innocent, or a lack of evidence to prosecute all 528 suspects. It would also be helpful to have some comparison with an average legal case, since it’s not obvious whether the 24 convictions following 528 arrests equals a better than average prosecution rate or not.
Most of the headlines have focused on two key pieces of data. That 6.000-18.000 women and children are working in UK brothels, and that many are as young as 13 years old. This gives the impression that many of the victims of trafficking are children, whereas this data indicates that it’s around 8% of victims identified who were children. Now that’s clearly 8% too many children being abused, but press coverage has suggested that child trafficking is the norm, not the exception.
We are told that 24 of the 528 traffickers were charged, but we are told nothing about the fate of the women and children concerned in this case, apart from them being ‘freed’. But set free how? 85% of the women and children identified within this case were from outside the UK. So were they allowed to remain in the UK? Were they given leave to remain along with psychological support and access to healthcare services? Were they imprisoned here before being repatriated? Or were they deported?
What happened to the 167 women and children? Are they okay? Why did nobody check?
Critics of the current focus on trafficking argue that it is really a means of immigration control. Although the focus appears to be on the wellbeing of victims, their fate may well be being deported or imprisoned.
There are also concerns this approach is part of the current government’s problematic approach to prostitution, which is often to accept misleading or unintelligible data while ignoring the evidence base on this area and favouring passionate rhetorical campaigns that allows them to push for legal changes around sex laws that may end up harming, not helping, prostitutes.
So what was the story here? Was it really that thousands of women and children are being abused? Looking at the data it seems that while it’s suspected many women are trafficked, the numbers identified are very small in reality. Suspected traffickers outweigh suspected victims, and less than 5% of arrested traffickers are convicted. Nobody has been told what happened to the women and children identified through Operation Pentameter Two.
The data simply doesn’t match the headlines. It’s all very well the media making out they are concerned about victims of trafficking, but you can tell nobody really cares about the wellbeing of prostitutes because nobody asked questions about this data. If they had done they may have realised the scourge of trafficking we’re constantly being warned against is not as dramatic as we may think – but tragically there are still missing victims here.

July 3, 2008 
Aus ihrem lesenswerten Blog:
http://www.drpetra.co.uk/blog/?p=658
(mit vielen Links)


.

Marc of Frankfurt:
Abomey:
Das afrikanische Königreich organisierte den Sklavenhandel


Der heutige machtlose König mit seinen Frauen und Nebenfrauen ist buchbar ebenso wie Voodoo-Zeremonien für Touristen. Er tägt einen Silberfilter unter der Nase, um nicht die gleiche Luft wie sein Volk zu atmen.

Abomey ist Hauptstadt mit Königspalast von Dahomé dem Land der Fon. Ein über 260 Jahre mächtiges Königreich (12 Könige seit 1625 bis zur französischen Kolonialisierung). Seit 1975 umbenannt in/ein Teil von Benin, dem westlichen Nachbarland von Nigeria, wo heutzutage die sog. gehandelten SexarbeiterInnen herkommen.
Die Herrschaft Abomey basierte auf Menschenopfern und Skavenhandel, dem profitabelsten Wirtschaftsgut Afrikas.
Die Unesco hat 1985 den gruseligen Lehm-Palast als Weltkulturerbe eingestuft und sichergestellt.
http://whc.unesco.org/en/list/323


Sklaven gab es in Afrika schon lange. Als die ersten Weißen den schwarzen Kontinent betraten, entwickelte sich jener gigantische Handel mit Millionen von Menschen, die meist von der afrikanischen Westküste, der Sklavenküste, nach Nord-, Mittel- und Südamerika verschleppt wurden. Ein glänzendes Geschäft nicht nur für portugiesische, holländische und englische Händler, sondern auch für die afrikanischen &quot;Exporteure&quot;, darunter die Könige von Abomey. 
Jahrhundertelang schöpften sie viel Reichtum und Macht aus diesem Handel, bis er Ende des 19. Jahrhunderts weltweit verboten wurde. Die Kolonialisierung durch Frankreich beendete schließlich die Herrschaft der Dynastie. Heute zeugen nur noch die Ruinen der Paläste aus Lehm vom einstigen Prunk jener Könige - und von ihrer großen Grausamkeit beim Umgang mit den Sklaven. 
So hatte zum Beispiel der Thron des Königs Ghézo (1818 - 1856) auf vier abgeschlagenen Köpfen zu stehen. Recht freundlich geht es dagegen beim heute amtierenden König von Abomey zu, derfür Geld gern mit seinem Hofstaat vor Touristen posiert. An das Thema &quot;Sklaverei&quot; möchte in Abomey weder der König noch sonst jemand erinnert werden.
Ein Film über das Königreich der Sklavenhändler und ihre grausame Herrschaft von Albrecht Heise:
Abomey, Benin
Königreich der Sklavenhändler
(Erstsendung 23.12.2001) 
http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=198
http://pressetreff.3sat.de/pd/Sendu....ID=%27C20AB33ADC00FA61%27
http://land.heim.at/toskana/210137/Denkmaeler/BeninAbomey.htm (Filmskript)
Der Film
http://www.schaetze-der-welt.de/bil....php?id=198&amp;quality=45
(Realplayer erforderlich)


Nach dem Guide vom Musée Historique d’Abomey galt folgende Preisrelationen: eine Kanone = 21 weibliche = 15 männliche Sklaven. 
Gemäss Historikern wurden während des gesamten Jahrhunderts rund 10.000 Sklaven pro Jahr eingetauscht und nach Brasilien und in die Karibik (v.a. Haiti) verschifft.


Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dahomey_(K%C3%B6nigreich)
http://de.wikipedia.org/wiki/Abomey (Die Hauptstadt)


.

Marc of Frankfurt:
RA Wolfgang Vogel 
hat 34.000 Menschen in den Westen gehandelt.

Anstelle eines Nachrufs:
http://www.welt.de/politik/arti2361....stdeutschen_handelte.html


.

Marc of Frankfurt:
Studentenzeitschrift über Menschenhandels-Politik

The Politics of Human Trafficking

&quot;States instrumentally use the discourse of human trafficking 
as part of a Foucauldian extension of their biopower&quot;


STAIR
Volume 4, Number 1, April 2008

The Politics of Human Trafficking
Trafficked Men as Unwilling Victims
Victim Protection Policy in Italy: Between 'Emancipation' and 'Redemption'
Crime Control and Victim-Centred Approaches to Human Trafficking: A Response to Testai
Human Trafficking: Policy Needs and Political Responses
The European Union and the Fight against Human Trafficking: Comprehensive or Contradicting?
'Control in the Name of Protection': A Critical Analysis of the Discourse of International Human Trafficking as a Form of Forced Migration
Human Trafficking from Russia: Political Responses and Public Opinion
Book Reviews


STAIR
St Antony's International Review
www.sant.ox.ac.uk/ext/stair
St Antony College, University of Oxford


.

Marc of Frankfurt:


International Symposium 22. &amp; 23. October in Vienna

Work – Migration - Rights | Strategies against women trafficking

International symposium for further development of competences and forms of actions

http://www.lefoe.at/design/content.....p;lang=en&amp;content=000


_________________



[WAC Mexico 08]

Marc of Frankfurt:
Menschenhandel d.h. Prostitutionsbekämpfung und -eindämmung sollen evaluiert werden

U.S. Department of Justice Awards Abt Associates Grant for Human Trafficking Study
Company Will Complete National Assessment of Sex Trafficking Demand Reduction Efforts
Last update: 11:38 a.m. EDT Sept. 17, 2008
CAMBRIDGE, Mass., Sept 17, 2008 /PRNewswire via COMTEX/

The U.S. Department of Justice has awarded Abt Associates a $358,000 grant [250.000 €] to complete an assessment of the current sex trafficking demand reduction strategies in place in the United States. The results of the study will inform local law enforcement and community service organizations that are operating, planning or considering implementation of such initiatives.
The Department of State estimates that each year between 600,000-800,000 men, women and children are trafficked across borders for purposes of exploitation. Trafficking in persons -- also known as &quot;human trafficking&quot; -- is a form of modern-day slavery. Traffickers often prey on individuals who are poor, frequently unemployed or underemployed, and who may lack access to social safety nets, predominantly women and children in certain countries. Victims are often lured with false promises of good jobs and better lives, and then forced to work under brutal and inhuman conditions. It is a high priority of the Department of Justice to pursue and prosecute human traffickers. Human trafficking frequently involves the trafficking of women and children for sexual exploitation. Trafficking also often involves exploitation of agricultural and sweatshop workers, as well as individuals working as domestic servants.
To combat prostitution and human trafficking for the purpose of sexual exploitation, criminal justice strategies and collaborative programs have emerged over the past 20 years that focus on reducing demand for commercial sex. 
Abt Associates recently completed a two-year evaluation of a model demand reduction program in San Francisco, the First Offender Prostitution Program (FOPP), designed to reduce the demand for commercial sex and human trafficking in San Francisco by educating &quot;johns&quot; arrested for soliciting prostitutes about the negative consequences of prostitution. The program is a partnership of the San Francisco District Attorney's Office, the San Francisco Police Department, and a local nonprofit organization, Standing Against Global Exploitation. Abt Associates assessed the transferability of the program model and its potential for reducing the demand for commercial sex. In the process the company found little descriptive information available about the vast majority of demand reduction strategies in place, and that few evaluations or case studies had been conducted.
&quot;Since the FOPP started in San Francisco in 1995, more than 40 communities in the U.S. have implemented 'john' schools, and another 40 communities are considering or planning to do so,&quot; said Michael Shively, Project Director at Abt Associates. &quot;None of the replicat