Forum:	Sexarbeit in den Medien
Téma:	Tatort auf ARD
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JayR:
Heute | 19.06.2009
21.45 - 23.15 (90 min.)
Tatort: Der oide Depp
Zum Tode von Jörg Hube - Fernsehfilm Deutschland 2008
Mitte der 1960er-Jahre wurden in München die beiden Edel-Prostituierten Gertrude &quot;Gina&quot; Echsner und Johanna Wiesnet grausam getötet. Der oder die Täter konnten nie gefasst werden...
ARD
http://www.ard-digital.de/programmv....rste/Tatort-Der-oide-Depp
Tatort-Kritik
Der Hurenmord von München kehrt zurück
Hart geht es zu im Münchener Rotlichtmilieu. Wenn Animierdamen nicht spuren, werden sie verprügelt. Wenn Kunden nicht zahlen, werden sie es bereuen. Keine Reue über seine Vergangenheit zeigt in dem Tatort &quot;Der oide Depp&quot; ein Ex-Zuhälter, der in Verdacht gerät, in den 60er-Jahren zwei Nutten getötet zu haben.
Welt
http://www.welt.de/dossiers/tatortk....enchen_kehrt_zurueck.html

Marc of Frankfurt:
Tatort ARD-Sonntagskrimi:
&quot;Ihr Kinderlein kommet&quot;

Thema Babystrich - Prostitution Minderjähriger
mit 4 Kommissaren, 2 Fälle: 
Leipzig: Naja, Keppler (Martin Wuttke) und 
Köln: Ballauf (Klaus J. Behrendt), Schenk (Dietmar Bär) und Saalfeld (Simone Thomalla)
Regie: Thomas Jauch
Buch: Jürgen Werner

So werden fragwürdige Klischees über Prostitution in die Hirne de TV-süchtigen Bevölkerung implementiert:
7,68 Millionen Zuschauer und 22,9% Marktanteil, ARD Platz 1 des Tages

Bildsprache von BDSM-Fetisch-Play zum Thema Zwangsprostitutions-Vergewaltigungs-Opfer:
Die 15-jährige Leipzigerin Anna Römer (Lotte Flack)
&quot;Inmitten der Altmänner-Bräsigkeit behält die junge Schauspielerin Lotte Flack als Vergewaltigungsopfer erstaunlich gut ihre Würde.&quot;

&quot;Inszenatorisch äußerst schmuddelig mutet es an, wie die 14-Jährigen sich hier präsentieren müssen, ohne dass es dafür in der Geschichte eine Notwendigkeit gibt. Voyeurismus regiert.&quot; [Der Spiegel]
&quot;Kann man die Geschichte glauben? Nein. Man merkt es der &quot;Tatort&quot;-Doppelfolge an, wie die Macher sich mühen mussten, eine Geschichte zu konstruieren [...]&quot; [Der Spiegel]
&quot;Was ist der schlechteste Spruch? Nachdem Hauptkommissarin Saalfeld einem Punk-Mädchen drei Dosen Futter für ihren Hund geschenkt hat, mahnt sie jovial: &quot;Tust du mir einen Gefallen? Rufst du mal deine Mutter an?&quot; Klar, so leicht lassen sich die Probleme von Straßenkindern lösen.&quot;
&quot;Lohnt das Einschalten? Nein.&quot; 

www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,825538,00.html
www.daserste.de/unterhaltung/krimi/....kinderlein-kommet106.html
www.dasErste.de/tatort
http://de.wikipedia.org/wiki/Tatort_%28Fernsehreihe%29
Soweit zur Fiktion und Medienkunst. 


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Hier ein paar Links zur Realität und Fakten:
Sexarbeit Minderähriger:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=971
Kinderbordell Jasmin - Sachsensumpf 2007
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=63095#63095
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1412 (Leipzig)
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=55271#55271 2009
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=111440#111440 2012
Nachtrag:
Ähnliches Bildmotiv bei ARD &quot;Operation Zucker&quot; 16 Jan. 2013 
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=128241#128241

Femina:
Ich schaue mir heute den zweiten Teil mal an.
Hab leider gestern den ersten nicht gesehen.

malin:
ich habe es mir gestern angesehen, bin dann aber irgendwann eingeschlafen *g*
skurill fand ich nur die fernseh-gerechte inszenierung des kinder-strichs: da liefen 14 jährige mädels, aufgedonnert wie irre, vor einem winzigen stück mauer auf und ab, und warteten auf ihre freier.
so stellt sich also lieschen müller den baby strich vor.

Snickerman:
Und die Darstellerin ist natürlich über 18...
http://de.wikipedia.org/wiki/Lotte_Flack
Wahrscheinlich waren das die Statistinnen auch,
wie in Amerikanischen Teenie-Filmen, wo oft 16jährige von 24jährigen dargestellt werden und dann unschuldige Halbwüchsige mimen müssen...

Marc of Frankfurt:
&quot;Mein Revier&quot;
Deusch - Türkisch - Bulgarische Revierkämpfe
Heute lief ein neuer Tatort zur Roma-Sexworker-Problematik in Dortmund
Doku Sexworker Migrantinnen www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=108657#108657
Verschärfte Sperrgebietsverordnung www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=98231#98231
Tatort
Info: www.daserste.de/unterhaltung/krimi/....2012/mein-revier-100.html
Video: http://mediathek.daserste.de/sendun....revier-fsk-tgl-ab-20-uhr-
Zuhälter wird am Schreibtisch sitzend erschossen, während ihm seine Lieblings-Sexarbeiterin (Simona Theoharova als Roma-Migrantin Jelena Zvetkova) unterdem Tisch einen bläst...

Täterin ist die Sozialarbeiterin (Tanja Schleiff als Sonja Polland) des Hilfprojekts aus der Dortmunder Nordstadt, die auch mal Sexworker war !!!

Winzige Nebenhandlung: Die schöne Kommissarin (Anna Schudt als Martina Bönisch) leistet sich einen noch schöneren migrantischen Callboy (ab ca. Min 33), der aber auch der Partner/Zuhälter von Sexarbeiterin Jelena ist und den weniger lukrativen Ausstiegs-Putzjob in einer bürgerlichen Privatwohnung verhindern will, den ihr die Sozialarbeiterin besorgt hatte.
Die Kommissarin organisiert auch die Müllabfuhr für das vermüllte Wohnhaus der Roma.

Regie: Thomas Jauch
Buch: Jürgen Werner

Gut gemacht und diesmal nicht auf Kosten von Sexwork und Migration.
Wer hats auch gesehen?

fraences:
Tatort-Blitzkritik: Zu dick aufgetragen
Wer noch nie in Dortmund war, möchte nach diesem „Tatort“ auch nicht wirklich dahin. Das Bild, das der Film von der Stadt zeichnet, könnte düsterer kaum sein. 
Gewalt, Prostitution und üble Formen der Ausbeutung in der Nordstadt, türkische Drogenhändler nutzen arme Bulgaren aus. Dazwischen Streifenpolizisten, die ihr eigenes Süppchen kochen, und ein hochnervöses Ermittler-Team, das mehr mit sich selbst als mit dem Mordfall beschäftigt ist.
Erst drischt Kommissar Faber mit dem Baseball-Schläger ein Auto zu Klump, am Ende zerkloppt er seine Büroeinrichtung. Geht’s vielleicht auch eine Nummer kleiner? Wir wissen jetzt, was ihn bedrückt, ihn, der aus Lübeck nach Dortmund gekommen ist. Frau und Tochter sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, was wir über alte Lübecker Zeitungsausschnitte in seinem Schreibtisch erfahren. Eine tragische Geschichte.
Aber ist es jetzt Einstellungsvoraussetzung, dass jeder Tatort-Kommissar auf irgendeine furchtbare Erfahrung zurückblicken muss? Faber gibt den 150-prozentigen Kotzbrocken. In seinem braunen Parka, den er nicht mal zum Schlafen auszieht, erinnert er entfernt an den jungen, raubeinigen Horst Schimanski. Doch Schimanski war in seiner Art ein Sympathieträger, bei Faber sind wir schon froh, wenn er mal einen Kollegen guten Tag wünscht und nicht gleich anblafft. Alles etwas zu dick aufgetragen.
Der „Tatort“ ist auch ein Paradies für Kraftausdrücke. &quot;Leck mich am Arsch&quot;, schreit die etwas verbittert wirkende Kollegin Martina Bönisch (prima: Anna Schudt) Faber an. Sie wiederum hat Probleme mit ihrem Sohn und sucht Entspannung bei einem Callboy.
Ein Lichtblick im düsteren Gebrüte der Ermittler ist dagegen die Love-Story zwischen den jungen Nachwuchskräften Nora Dalay und Daniel Kossik (Aylin Tezel und Stefan Konarske spielen beide sehr gut).
Die Dortmunder Nordstadt ist auch im echten Leben ein sozialer Brennpunkt. Aber wie die Milieus gezeigt werden, driftet in gefährliche Klischees ab. Der gelackte Zuhälter auf der einen, die tristen, völlig vemüllten Elendsquartiere der Bulgaren auf der anderen Seite. Auch hier wäre weniger mehr gewesen, ein paar Schattierungen statt nur schwarz-weiß.
Und dennoch: Auch beim nächsten Dortmunder „Tatort“ sind wir dabei. Denn interessant war es trotz aller Kritik. Vielleicht, weil die Figur Faber abstoßend und anziehend zugleich ist. Die spannende Frage ist: Wie geht es mit ihm weiter?
http://www.ln-online.de/nachrichten....ritik-zu-dick-aufgetragen
Wut, Sex und Klischees im Dortmund-Tatort
Von Zuhältern und anderen Arschlöchern: Der zweite Dortmunder-Tatort ist zwar spannend, aber auch voller Klischees.
Zur Einstimmung zertrümmert Faber erst einmal ein Auto
Der neue Tatort aus Dortmund will anders sein. Das merkt der Zuschauer sofort. Auch der zweite Film mit neuem Ermittler-Team ist düster und hart. Er soll eine realistische Milieu-Studie einer rauen Stadt ihm Ruhrpott sein. Doch dabei stolpert er leider auch über so manches Klischee.
Kommissar Faber und sein Kollegen-Trio Bönisch, Dalay und Kossik müssen den Mord an Zuhälter Serkan Bürec aufklären. Der wurde erschossen, mit Koks in der Nase und offener Hose aufgefunden – offenbar hatte er zum Zeitpunkt seines Todes den Kopf einer Frau zwischen seinen Beinen.
Bei ihren ersten Ermittlungen stoßen die Dortmunder Kriminalisten auf den polizeibekannten türkischen Geschäftsmann Tarim Abakay. Trotz feinster Anzüge und feinster Manieren ist sofort klar, dass er sein Geld nicht auf ehrliche Weise verdient. Er scheint alle Fäden in der Hand zu halten. Aber drankriegen konnten ihn die Kollegen bisher nicht.
Die wichtigste Spur führt allerdings zu der jungen, bulgarischen Prostituierten Jelena Zvetkova. Ihr Speichel wurde am besten Stück des Mordopfers gefunden. Die Folgerung der Kommissare: Sie muss unmittelbare Mordzeugin gewesen sein. Erste Theorie: Ihr Freund Marek Bojanov war's – entweder aus Eifersucht oder auf Anweisung Jelenas, weil Zuhälter Bürec ihren Vater ermordet hat.
Doch bis die Kommissare dahinterkommen, wer der eigentliche Täter ist, muss noch so einiges verbal und physisch zertrümmert werden. Gleich zu Beginn des Tatorts schlägt Kommissar Faber wie ein Wahnsinniger mit einen Baseball-Schläger auf ein Auto ein. Die &quot;Tatwaffe&quot; schleppt er anschließend wie ein Maskottchen durch den ganzen Film. Am Ende darf Fabers Schreibtisch noch dran glauben.
Weitere Highlights, die von der rauen Coolness des neuen Dortmund-Tatorts zeugen sollen: Die Ermittler reden sich generell eher mit &quot;Arschloch&quot; als mit ihren Namen an. Kommissar Faber wühlt in Mülltonnen, testet zwischendurch, ob er womöglich bereit für den Freitod ist, indem er sich betrunken über ein Brückengeländer schwingt und mal schaut, auf welche Seite er fällt. Und die hübsche, blonde Kommissarin Bönisch bestellt sich nach Feierabend einen Callboy.
Am Ende ist natürlich weder der schleimige, türkische Geschäftsmann der Täter noch jemand aus der Bulgaren-Gemeinschaft, die so viel Müll in ihrem Hinterhof und ihren Wohnungen hat. Nein, es war die Frau des Streifenpolizisten Polland: Die ist ebenfalls (Ex-)Prostituierte und wollte Jelena vor ihrem Zuhälter schützen. Die Brechung eines Klischees wird zum Klischee.
http://www.bz-berlin.de/kultur/fern....atort-article1580814.html

fraences:
BILD TESTET DEN NORDSTADT-KRIMI
Wie realistisch ist der Dortmund-Tatort?
Wie realistisch ist der Dortmund-Tatort?
Dortmund – Gestern schauten Millionen den zweiten Dortmunder Tatort. Die Geschichte spielte im Problemviertel Nordstadt, ging um Drogen, Straßenstrich und vermüllte Häuser. Sieht es dort wirklich so aus, ermittelt die Polizei genau so?
BILD machte den Test: Wie realistisch ist der Dortmund-Tatort?
• DROGEN
Ein Zuhälter und Drogendealer wird erschossen, ein türkischer Pate steht unter Verdacht. Der (echte) Dortmunder Hauptkommissar Kim Ben Freigang (41): „Ja, das ist realistisch, in dem sogenannten Multiproblemviertel Nordstadt gibt es auch organisierte Kriminalität. Wir haben bereits mehrere Drogenringe ausgehoben.“
• TAGELÖHNER
Im Tatort wird der Arbeiterstrich der Bulgaren und Rumänen gezeigt, es gibt Streit zwischen Ladenbesitzern und den Zuwanderern. Realistisch! An vielen Ecken in der Nordstadt warten die Tagelöhner auf Jobs. Freigang: „Seit der Osterweiterung der EU entstand durch Bulgaren und Rumänen gerade in Dortmund ein großes Problemviertel.“
• PROSTITUTION
Auch Straßenhuren sind Thema. Zwar ist Dortmund Sperrgebiet, der Straßenstrich wurde geschlossen – die Frauen schaffen jetzt aber unter anderem in Häusern an. Freigang: „Die Zahl der Prostituierten aus Osteuropa explodierte damals auf über 700. Auch der Fall einer Hure, die vom Freier aus dem Fenster geworfen wurde, stimmt. Seit der Straßenstrich geschlossen wurde, sind aber viele Frauen abgewandert.“ Einigermaßen realistisch!
• RUMÄNEN AUS PLOVDIV
In dem Film wird die rumänische Stadt Plovdiv erwähnt – realistisch! Von hier kamen in Reisebussen unter anderem Frauen, die auf den Strich geschickt wurden. 2010 gab es zudem über 2000 tatverdächtige Bulgaren in NRW, die meisten lebten in Dortmund.
• VERMÜLLTE HÄUSER
Teils realistisch! Die Osteuropäer wohnen in zugemüllten Häusern. Freigang: „Es gab bis zu 60 Problemhäuser, ist mittlerweile aber deutlich besserer geworden. Auch durch die Zusammenarbeit der Behörden, auch wenn die im Tatort negativ dargestellt wird.“
• POLIZEIARBEIT
Hier leistet sich der Tatort Schnitzer, zum Beispiel wieder schwarz-gelbes Polizei-Absperrband. Freigang: „Albern, gibt es auch in der Meisterstadt nicht, das bleibt rot-weiß.“ Dienstvolvo? „Gibt es bei der Dortmunder Polizei nicht als Dienstwagen.“ Pistole im Schreibtisch: „Viel zu gefährlich, die könnte sich ein Verdächtiger beim Verhör schnappen.“
Fazit: Das Nordstadt-Milieu ist weitgehend richtig abgebildet – realistische Polizeiarbeit sieht aber anders aus. Und: Auch dieser Tatort kommt nicht ohne die überholte Industrie-Kulisse aus...
http://www.bild.de/regional/ruhrgeb....tatort-27147084.bild.html

bettyboop:
Der Callboy Szene war eher witzig, als das es inhaltlich Relevant war.
so als: ..und weil wir gerade in Rotlicht Milleu sind, schmeissen wir auch noch was für die Frauen mitrein ;-) *Lach*
..und man muss sich erst an Kommissar Faber gewohnen. Zwischendrin hervorragend, dann wieder etwas zu viel.
Sonst eine gute Tatort geschichte!

Marc of Frankfurt:

vergrößern

Und schon wieder ein Tatort zum Thema sog. Zwangs-Prostitution und Menschenhandel:
&quot;Wegwerfmädchen&quot;

Regie: Franziska Meletzky
Buch: Stefan Dähnert
Kommissarin Charlotte Lindholm: Maria Furtwängler verheiratet mit Verleger Hubert Burda (Focus, Bunte..Playboy)
Ihr Freund und Journalist Jan Liebermann: Benjamin Sadler
Erpressbarer Staatsanwalt von Braun: André Hennicke
Motorad-Rocker und Rotlicht-Boss Uwe Koschnik (IRL: Frank Hanebuth): Robert Gallinowski
Sein Gehilfe, Rocker-Anwärter und Täter Wolfram Littchen: Fred Gantenberg
Sexpartygastgeber und Immobilientycoon Hajo Kaiser: Bernhard Schir
Deren Anwalt Gregor Claussen (IRL: Götz von Fromberg): Michael Mendl
Im Müll tot aufgefundene Zwangsprostituierte Greta Kubina: N.N.
Überlebt habende Zwangsprostituierte und fliehende Opferzeugin Larissa Pantschuk: Emilia Schüle
und andere
Spielort/Drehort: Hannover
Als Polizeipräsidium fungiert das futuritische Gebäude der Norddeutschen Landesbank von Behnisch and Partner aus 2002.
Bordellstraße im Steintorviertel
(Teil 1 einer Doppelfolge. Teil 2 heißt &quot;Das goldene Band&quot;)


Dieser Tatort kombiniert die negativen prostitutionsfeindlichen Klischees aufs Extremste:
Modemodels wurden in die Prostituton gebracht - Menschenhandel - Minderjährige - arme uninformierte Osteuropäerinnen -Sexball für Herrenclique der Oberschicht - mit Armbändchen gekennzeichnete Prostituierte - Entjungferung - mehrfacher sexueller Mißbrauch bzw. sexuelle Verletzungen - Sexworker werden Drogen gespritzt - Tod/Mord - Sexworker-Leichen werden in Müllsäcken im Müllcontainer entsorgt - eine Frau erwacht wieder und flieht - eine Leiche wird in der Müllverbrennungsanlage gefunden - Rockerbande lieferte die Frauen - Rocker kontrollieren das Rotlichtmilieu - Videoüberwachte Tabledancebar und Hinterzimmer als Zentrale des organisierten Verbrechens - Staatsanwalt ist als Freier in der Hand vom Rocker-Boss - noch lebende Zeugin soll eleminiert werden - Adresse der Schutzwohnung wurde weitergegeben - sie wird angeschossen - später entkommt sie aus dem polizeibewachten Krankenhauszimmer - ... 
Zum Schluß wird der Fall nur teilweise aufgeklärt, aber viele Details und Handlungsstränge, die dem Zuschauer präsentiert worden waren (die 8 anderen Prostituierten, die Herren der exklusiven Sexparty, die Story des Enthüllungsjournalisten über den Finanzunternehmer) gelangen nicht zur Anklage, weil ein Rocker und Täter von mehreren Parteien zum Bauernopfer gemacht wird - die Prostituierten werden weiter verkauft/entsorgt/per Container verfrachtet - die Opferzeugin verschwindet und es kommt nicht zur weiteren Aussage oder gar Anklage - osteuropäische Familienmitglieder spielen dabei mit ...
Dass so vieles offenbleibt ist zwar der Tatsache geschuldet, dass dieser Tatort als Doppelfolge konzipiert ist, aber es ist gleichzeitig sehr realistisch, weil im Gegensatz zu Krimis in der Verbrechensrealität die Aufklärungsquote für Mord nicht sehr hoch zu sein scheint 60%(?) das zumindest sagte ein Strafverteidiger; inkl. Dunkelziffer! Nur die sog. &quot;polizeiliche Aufklärungsquote&quot; also bei den Fällen, die tatsächlich bekannt werden, ist hoch: Mord 88...97,6% http://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rungsquote und http://de.statista.com/statistik/da....quote-bei-mord-seit-1995/ .

Vorbild für den Drehbuchautor ist vmtl. einer wie dieser unsäglichen Artikel aus Die Welt (Springer Verlag) vom 28. November 2010 von den Autoren: Jörg Eigendorf, Marc Neller, Uwe Müller und Lucas Wiegelmann mit dem gleichen Titel trägt, wo das plakative Wort das erste mal auftauchte: Die Wegwerfmädchen
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=91190#91190
Ferner wurden Details eingearbeitet aus den zahlreichen Pressebericht um die Hells-Angels mit ihrem Boss Frank Hanebuth und Promi-Anwalt Götz von Fromberg... den Enthüllungen um den Finanz-Industriellen Carsten Maschmeyer, alle aus Hannover... die Berichterstattung über die Sexparties von ERGO-Direkt in Budapest... (zu allen gibt es Seiten mit weiteren Infos hier im Forum;) 
Z.B. www.google.de/search?q=maschmeyer+s....%2FphpBB2%2Fviewtopic.php


Also, wenn man diesen Krimi gesehen hat, wird man sofort zustimmen den Positionen von CDU/CSU gegen das Prostitutionsgesetz und von fundamentalen Feministen und Christen gegen Prostitution insgesamt und der von BKA und Sicherheitsorganen gegen Migration. *LOL*
Dabei ist der Film-Titel und die Anfangs-Szene nichts weiter als eine einseitige moralische Abwertung von Prostitution/Sexarbeit, indem ein krimineller Extremfall oder auch nur sadistische Phantasie oder Urangst in Szene gesetzt wurde. Prostitution und insbesondere die von/mit ausländischen Migrant_innen ist und bleibt zur bürgerlichen Welt der Einheimischen etwas relativ Fremdes und damit potentiell Unheimliches und mit Feindbildern besetzte Projektionsfläche. Dieser Krimi agiert letztlich einen fremdenfeindlichen, prostitutionsfeindlichen Urinstinkt aus, bzw. versteht es diesen beim Zuschauer bzw. Durchschnittsbürger auszunutzen. Die Täter/Opfer-Zuschreibungen sind dabei klar sexistisch vorgegeben.
Auch die Kriminalisierung bzw. moralische Ächtung der Prostitutionskunden ist im Film enthalten. Der Staatsanwalt und Freier hat einen emotional aufgeladenen Dialog zum Thema mit der Kommissarin, der die feministischen Argumente in den Mund gelegt wurden, während ihr Freund im Film den Typen von Mann repräsentiert, der zwar Prostitution mal als junger Erwachsener ausprobiert hat, aber sonst kein Kunde ist und daher als privater Beziehungspartner akzeptabel daherkommt.

mit Video:
www.daserste.de/unterhaltung/krimi/..../wegwerfmaedchen-100.html

Marc of Frankfurt:
Der Tatort &quot;Wegwerfmädchen&quot; hatte 10,67 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von 28,4%.

Übrigens erhängt sich der Freier und korrupte Staatsanwalt. Damit nimmt er die dramatische Rolle ein, die früher in Romanen und Filmen vielfach dem schwulen Protagonist zugeschrieben wurde, weil Darstellung von sozio-sexuellen Aussenseitern anders nicht veröffentlichungs- oder sendefähig sind. 

Die fiktionale Kunst und Medien als Spiegel der gesellschaftlichen Wahrnehmung, Werteordnung und auch Propaganda.
Mal schaun, wann sich das ändert. Die Schwulen haben es ja schließlich geschafft, aus dieser ausgegrenzten, stigmatisierten Rolle herauszutreten.

Rezensionen:
www.spiegel.de/kultur/tv/der-neue-t....chnellcheck-a-871084.html
www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-ueb....-maschmeyer-a-871078.html
&quot;[Dieser] Doppel-„Tatort“ [hat] eine erzählerische Unwucht, die einen sehr gut gemeinten von einem sehr guten Film unterscheidet.&quot;
So weichgewaschen formuliert die ehrwürdige, bürgerliche FAZ (hier durch Heike Hupertz) ihre Sendekritik, wo ersichtlich ist, wie extrem dick moralisierend (und damit Prostitution/Sexwork-feindlich) aufgetragen wurde.
www.faz.net/aktuell/feuilleton/medi....g-wie-muell-11984661.html

fraences:
Hat jetzt nicht mit der aktuelle Tatortsendungen zu tun.
Aber mein erste Gedanken Prostiuierte zu werden, hatte ich mit 13 Jahre und zwar nach eineTatortsendungen, ein Krimi über das Rotlichtmilieu sah. Angeregt über das &quot;verbotene und verruchte Welt, habe ich wahrscheinlich tief in mir, den Entschluß damals gefasst dieser Tätigkeit nach zu gehen. Es dauerte, zwar etliche Jahre bis dahin. Musste ja erst Mal volljährig werden. Aber diverse Bildsequenzen habe ich aus der Tatortsendung nie vergessen.
Es waren gemischte Gefühle :&quot;das Reiz mich-Abenteuer- Was verruchtes tun-Neugierde und natürlich Bedenken &quot;ins Milieu abzurutschen und die in den Medien vermittelte Theorie :&quot;ohne Zuhälter könnte man nicht arbeiten&quot;.
Später als ich einstieg, war ich verwundert,als ich feststellte, das alles was über Prostitution (besonders Tatort) nur Klischees waren, von denen ich nie im Rotlichtgewerbe erfahren habe. 
So gefährlich, so extrem abenteuerlich, so verrucht, so kriminell, so hart, war und ist es nicht.
Sind halt Welten zwischen beobachtende Aussehenstehenden und &quot;verdrehte&quot; Bilder aus den Medien und das was wirklich dann ist.
Musste das jetzt loswerden, weil Tatort für mich das Reizwort war: &quot;Mein Einstieg in die Prostitution,&quot;
Liebe Grüße, Fraences

Marc of Frankfurt:
Hier mein Kommentar als Poster fürs Internet

Dass dieser NDR-Tatort so ausgefallen ist, muß nicht verwundern, wenn man die verfälschende Panorama-Sendung bedenkt und die einseitigen Reportagen von Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich ...

Marc of Frankfurt:
&quot;Sex sells - Sexwork/Prostitution or Zwangsprostitution/Menschenhandel sells even more&quot; [M.o.F]

Die Vermarktung von emotionalen Opfergeschichten heißt Poverty-Porn.

&quot;Wegwerfmädchen&quot; bescherte dem NDR eine Rekordquote für den &quot;Tatort&quot; aus Hannover: Es war die meistgesehene Sendung des Wochenendes.

&quot;Jeder &quot;Tatort&quot; soll auch für sich selbst stehen können&quot;
sagt Christian Granderath, Leiter der Abteilung Film, Familie und Serie beim NDR zur nur unzureichend als Doppel-Folge gekennzeichnet Sendung.
www.morgenpost.de/kultur/article111....ueberrascht-die-Fans.html
www.bild.de/unterhaltung/tv/tatort/....lfolge-27530804.bild.html

Am Sonntag dann in der ARD der 2. Teil, wo in der &quot;Oberschicht&quot; ermittelt wird. Die Folge hat den Titel &quot;Das goldene Band&quot;, weil die Kennzeichnung von Sexworkern, Models oder Hostessen bei der ERGO-Direkt Versicherungsparty im Budapester Gellert-Bad mit farbigen Armbändchen als besonders verwerflich gesehen wird (in Verbindung mit dem Buchungssystem: Stempel für jeden erbrachten Kundenservice auf die Körperhaut der Sexarbeiterin). Diese Praxis gilt als der Beleg für Objektivierung, dass die Sexworker zur Ware gemacht worden seien. Dabei ist Personenkennzeichnung auf Parties und Messen und bei Servicepersonal normal. Ehrengäste oder Dauergäste oder mit Buffet bekommen andere Farbbändchen als normale Gäste... Sportler und Soldaten haben alle unterschiedliche Farbbänder. Bei Strandparties bekommen alle Teilnehmer ihre Kleiderpfandnummer oder Zugangsstempel auf den Körper geschrieben... 
Die Stimme der Sexworker wurde eh nicht gehört oder mitgeteilt (silencing). Dabei kann jede gestempelte Umsatzmarke von einer Sexarbeiterin durchaus auch so gewürdigt werden, wie etwa Soldat_innen ihre Uniform-Abzeichen für Leistungserfolge mit Stolz auf der Brut tragen... 
In Wien bekommen die Sexworker noch heute wöchentlich einen Stempel aufgedrückt und zwar von Amts wegen und zwar in den Kontrollprostituierten-Ausweis (Deckel, Gesundheitsausweis, grüne Karte...):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=125457#125457
Das Bild ist vmtl. noch in keinem Tatort/Krimi in Szene gesetzt worden?


Wie politisch prägend diese pervertierte Form der Informationsverarbeitung durch die Massen-Unerhaltungs-Medien ist, belegen politische Magazine mit Artikeln, die sich bei Prostitutionsberichterstattung dann auf solche fiktionalen &quot;Machwerke&quot; berufen und verlinken (Zitierkartell):
Birgit Kelle schreibt: &quot;Charlotte Lindholm wird sie zur Strecke bringen nächsten Sonntag. Zuhälter und Männer aus feinster Gesellschaft, die junge Mädchen zu Zwangsprostituierten gemacht haben, um sie anschließend auf den Müll zu werfen. Es wird leider nur ein „Tatort“-Etappensieg in einem Milieu, das auch mitten in Deutschland real existiert.&quot;
www.theEuropean.de/birgit-kelle/561....isierung-der-prostitution
So wird die &quot;Wirklichkeit&quot; der sog. Zwangsprostitution konstruiert und die Prostitutionsbekämpfung legitimiert und die Gefährdung von Sexworkern billigend in Kauf genommen (Haßtaten auf Sexworker gleichsam als Kollateralschaden = Opfern von Sexworkern, die ehedem als deviant gelten).


Nachtrag: ARD-Sendung &quot;Bericht aus Brüssel&quot; versteigt sich erstmals von 200.000 sog. Zwangsprostituierten in Deutschland zu sprechen:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=127423#127423

Marc of Frankfurt:
Der zweite Teil war wieder sehr spannend und gut gemacht. Es war diesmal keine generelle Verunglimpfung der Prostitution als Zwangsprostitution &amp; Menschenhandel, sondern diesmal wurde das Establishment verunglimpft im Sinne von &quot;Der Fisch stinkt vom Kopf&quot;, die machen sich die Gesetze passend für ihre Geschäfte, das Rentensystem und Sozialwohnungen werden privatisiert, damit wenige Finanzindustrielle hohe Gewinne bzw. notwendige Rendite erwirtschaften können.
Dagegen zu protestieren können wir also getrost anderen überlassen. :002 Bei den derzeit bei mir vor der Haustür stattgefundenen Großrazzien, nein diesmal nicht in den Laufhäusern, sondern bei der Deutschen Bank (beim ersten mal war die Razzia verraten und die Banker gewarnt worden), kann ich mich kaum dem Impuls verschließen, so zu denken wie sonst die Leute wohl auch über das Rotlicht denken mögen, wenn sie von Razzien erfahren. Dass da nämlich wohl was dran sein müsse und es mal gründlich aufgeräumt gehöre. Haben die Unterhaltungskünster und Tatortmacher also doch recht in ihrer Gesellschaftsdarstellung und Prostitutionsdarstellung?
Der Unterschied ist wohl, dass in Bordellen regelmäßig Kontrollen und Großrazzien stattfinden. Jürgen Rudloff, Inhaber seit 12 Jahren von den Großbordellen Paradise in Stuttgart, Frankfurt, Saarbrücken und Graz berichtet von 2-3 Großkontrollen (Razzias) im Jahr er bei der Sendung Günther Jauch. Bei den Banken war das bisher eher selten, trotz Finanzcrash 2008 und vieler Enthüllungen wie z.B. den Renten- und Immobilienfonds-Betügereien. Auch dass der Chef-Banker Fitschen dann beim Innenminister Bouffier anruft, kennen wir von Bordellwirten eher nicht.
www.ardmediathek.de/hr-fernsehen/he....h-bei?documentId=12817794
Und dennoch wurde der oberste Strippenzieher der Immobilientycoon und sein Anwalt im Tatort nicht überführt, weil sie so clever waren zwar die Sexparty für ihre Leute inkl. Finanzminister zu organisieren, aber sich nicht an ihr selbst zu beteiligen und somit der Menschenhandel und Prostitution mit minderjährigen Zwangsprostituierten nicht durch die Opferzeugin nachgewiesen werden konnte.


Gleich im Anschluß zum fiktionalen Machwerk Tatort gab es eine Talkshop mit Günther Jauch die sich unserer zentralen Frage gestellt hat: In wie weit repräsentiert die Kriminalfilm-Abendunterhaltung eine Beschreibung der deutschen Prostitutionsrealität und den vorkommenden Menschenhandelsverbrechen?
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=127445#127445

Marc of Frankfurt:
Zeitung &quot;Die Welt&quot; (Springer Konzern, Berlin) gibt zu den Tatort &quot;Wegwerfmädchen&quot; und damit auch die Sendung von Günther Jauch -wie bereits von mir vermutet- ausgelöst zu haben. Mit einer zweifelhaften Berichterstattung über Ausbeutung von Migrantinnen hatte die 'Bild-Zeitung fürs Bürgertum' den Begriff &quot;Wegwerfmädchen&quot; eingeführt:
&quot;Ein ARD-&quot;Tatort&quot; – angeregt von einer mehrseitigen Reportage in der &quot;Welt am Sonntag&quot; – hat das Thema an den vergangenen beiden Sonntagen wieder ins öffentliche Bewusstsein gespült. Nun bekommt die schwarz-gelbe Koalition Druck aus den eigenen Reihen – von ihren Fachleuten.&quot;
www.welt.de/politik/deutschland/art....Thema-Menschenhandel.html


Möglicherweise haben sie sogar Strippen gezogen? Die &quot;Kommissarin&quot; Maria Furtwängler ist im wirklichen Leben mit dem Verleger Hubert Burda verheiratet und vmtl. pers. gut bekannt mit Verlegerin und Milliardärin Friede Springer. Vergleichbarere Fälle aus der Geschichte an den mich das ganze erinnert:

William Thomas Stead 
Der berühmte und bestens vernetzte britische Verleger und Abolitionist hatte den &quot;Verkauf&quot; eines 13jährigen Mädchen 1885 sogar inszeniert und dann darüber ein Buch gegen Prostitution und Menschenhandel herausgegeben (The Maiden Tribute of Modern Babylon // „Der Beitrag der Jungfrauen zum modernen Babylon“). Daraufhin wurde das Volljährigkeitsalter gesetzlich angehoben auf 16 und vieles weitere kriminalisiert z.B. Homosexualität (&quot;Lex Stead&quot;).
Als der Betrug als Buchgrundlage herauskam wurde er nur zu 3 Monaten Arbeitsdienst verurteilt, obwohl er einen Menschenhandel einer Minderjährigen angestiftet und eingeleitet hatte.
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=9415#9415

Oder es erinnert an reiche politische, evangelikale Kreise der Prostitutionsgegner in den USA, die z.B. einer Öl-Dynastie enstspringen, Botschafter-Posten in Österreich innehatten...

Swanee Hunt
Milliardärin finanziert und koordiniert die Prostitutionsgegner in den USA.
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=88574#88574


Unsere Industrie hingegen und die weltweit agierenden Großkonzerne Nestle, Cargil, Mars etc. haben Menschenhandel, Sklaverei und Kinderarbeit ausgelagert (outgesourced) in die 3. Welt und versuchen mit Greenwashing-Kampagnen die Konsumenten zu täuschen.
Dokumentation &quot;Schmutzige Schokolade I &amp; II&quot; von Miki Mistrati (NDR 2010-12; über Kinderarbeit und Kinderhandel Elfenbeinküste)
I http://www.youtube.com/watch?v=h39tR9jJbxw
II http://programm.daserste.de/pages/p....535C1F2A76C017DEDFA105F58

Marc of Frankfurt:
Jetzt erkennt auch die linke TAZ, wie die Politik über die gedoppelte Tatortproduktion mit angehängter Jauch-Sendung angetrieben werden soll.

Aber die TAZ stellt ohne kritische Kommentierung folgende Zahlen nebeneinander:
- 400.000 Sexworker laut grober Schätzung (vmtl. erstmals von Hydra in der Freier-Studie 1994 Nachtexpress 1988)
- 47% Migrantinnenquote Sexwork laut TAMPEP-Statistik 2009
- 481 polizeiermittelte Menschenhandelsfälle (BKA für das Jahr 2011) 
Das ergäbe dann 188.000 oder gerundet 200.000, was erstmals beim vom NDR produzierten Bericht aus Brüssel so hinausposaunt wurde.

Link &quot;NDR/Bericht aus Brüssel&quot;
Dabei besteht die ideologische Tatsachenverdrehung der Abolitionisten darin, Migrant_innen per se als Opfer zu sehen. Zudem ist das ja auch in den internationalen Gesetzen bereits so vorgegeben ist (Palermo Protokoll von 2000; &quot;ausländerspezifische Unmündigkeit&quot;)

zum TAZ-Artikel:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=127537#127537
http://taz.de/Debatte-um-Prostitution/%21107759/
(! = %21)

Lupus:
Die taz kommentiert:
Wenn's brenzlig wird, ändern Zuhälter einfach ihre Identität
Razzien in Bordellen helfen wenig
Kommentar von Simone Schmollack 
Gibt es ein neues politisches Format, das Weihnachtsloch? Ähnlich dem Sommerloch mit seiner Themenarmut in der Ferienzeit?
 
So jedenfalls muten die Debatten zum Prostitutionsgesetz an, die mit dem jüngsten &quot;Tatort&quot; und der anschließenden Talkshow-Runde aufgeflammt sind. So wichtig eine Auseinandersetzung über das Rotlichtmilieu ist – Neues ist nicht zu hören.
Bordelle und Wohnungen sollen stärker kontrolliert werden dürfen, heißt es. Jede Döner-Bude müsse mehr Auflagen erfüllen als Einrichtungen im Sexgewerbe, so der Tenor. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) plant schon länger, das Sexgewerbe stärker zu reglementieren. Das entsprechende Gesetz befindet sich in einem offenbar längeren Umlauf zwischen den Ressorts.
 
 Mit einem verschärften Gesetz, so heißt es auch, sollen vor allem die Zwangsprostitution eingedämmt und minderjährige Mädchen geschützt werden, die von ihren Familien zur Prostitution gezwungen werden. Kann das Gesetz das wirklich leisten?
 
Wohl kaum. Prostitution und Zwangsprostitution sind zwei verschiedene Bereiche. Trotz der verbalen Ähnlichkeit gibt es massive Unterschiede: Erwachsene, die freiwillig Sexarbeit für Geld anbieten, können sich in der Regel selbstbewusst äußern und verteidigen. Aber nicht Frauen, Männer und Kinder, die von Menschenhändlern verkauft werden. Sie können sich kaum wehren, weil sie dann um ihr Leben fürchten müssen. Ihnen werden häufig die Pässe abgenommen, viele werden wie Gefangene gehalten. Solchen kriminellen Machenschaften kommt man mit strengeren Auflagen für Bordelle und Prostituierte sicher nicht bei.
Selbst unangekündigte Polizeirazzien in Bordellen werden wenig bringen. Das zeigen die Erfahrungen. Bevor es brenzlig wird, ändern Zuhälter und Schlepper ihre Identität oder verschwinden.
taz 19.12.12

holger:
@ marc
Die Zahl 400.000 Prostituierte und 1,2 Mio. Sexkontakte täglich wurde erstmalig von Hydra 1988 in &quot;HYDRA-Nachtexpress - Zeitung für Bar, Bordell und Bordstein&quot; veröffentlicht, und 1990 erstmalig im Gesetzentwurf der Grünen (Drs. 11/7140) verwendet.
Der Satz des WDR-Polit-Magazins Bericht aus Brüssel &quot;Über 200.000 Frauen wurden letztes Jahr in Deutschland zur Prostitution gezwungen.&quot; fußt aller Wahrscheinlichkeit auf den Satz eines Beitrages des ARD-Morgenmagazins vom 28.08., der ebenfalls vom WDR erstellt wurde: &quot;200.000 Frauen, vor allem aus Osteuropa, werden nach Schätzung der Vereinten Nationen in Deutschland zur Prostitution gezwungen.&quot;
Der UEGD hatte Anfang September um Quellennachweis gebeten und vom WDR die Antwort bekommen, dass es sich um eine Aussage der Brockhaus-Online-Enzyklopädie unter der Überschrift Sklaverei handelt.
Der Bertelsmann-Konzern, zu dem Brockhaus gehört bestätigte die Angabe. Der Satz in der Online-Ausgabe lautet: &quot;„Nach Schätzungen der UNO sind rd. 200 000 Zwangsprostituierte in deutschen Bordellen tätig und v. a. in Asien zwischen 15 und 20 Mio. Menschen in Schuldknechtschaft.“
Des Weiteren teilte uns Bertelsmann am 14.09. folgendes mit: &quot; ... bitte entschuldigen Sie die lange Wartezeit, unsere Redaktion hat sehr gründlich recherchiert und die von Ihnen gefundenen Angaben nicht eindeutig belegbar verifizieren können. Daher wurden diese Zahlen in der Online-Enzyklopädie entfernt.&quot;
Da das ARD-Morgenmagazin nicht auf unsere Bitte reagierte, ihre Angaben zu korregieren, ist ein Verfahren beim Dt. Presserat anhängig.
Mit bestem Gruß,
UEGD

annainga:
&quot;unsere Redaktion hat sehr gründlich recherchiert und die von Ihnen gefundenen Angaben nicht eindeutig belegbar verifizieren können. Daher wurden diese Zahlen in der Online-Enzyklopädie entfernt.&quot;
prima, dass deine mühe erfolgreich war.
dieses eingeständnis sollte man in diskussionen parat haben,
und andere zahlen hinterfragen.
lieben gruß, annainga

Marc of Frankfurt:
Der folgende Artikel im Focus Magazin des Hubert Burda, dem Gatten der Fernseh-Kommissarin Maria Furtwängler in &quot;Wegwerfmädchen&quot;, zeigt worum es Polizei und Innenministerien geht: Zurückdrängung von Rotlichtkontrolle und Rocker Kriminalität seitens Outlaw Motorcycle Gangs (OMCGs).
www.focus.de/politik/deutschland/ti....ockern-an_aid_885638.html


Beschlossen wurde das auf der IMK (Innenminister-Konferenz) in Hamburg 28.05.2010, einen Tag vor dem sog. &quot;Frieden der Rocker von Hannover&quot; bei RA von Fromberg.
www.polizei.rlp.de/internet/nav/20c....22-2222-2222-222222222222


Dabei kann die Politik die Rockerkriminalität recht einfach bekämpfen, indem sie ihr einfach die wirtschaftliche Grundlage entzieht und Sexarbeit konsequent entkriminalisiert.
Siehe Australien-NSW seit 1996 und Neuseeland seit 2003.
www.sexworker.at/international
www.sexworker.at/prostg

Snickerman:
Keine Chance auf Einsicht.
Die falschen Zahlen werden uns alle überleben.
Siehe diesen unsäglichen &quot;FOCUS&quot;-Kommentar (Es gibt viele Sybille Bergs...) :
http://www.focus.de/politik/deutsch....-muss-her_aid_886728.html
Wobei ich beim Lesen den Eindruck gewonnen habe, dass diese &quot;Chef-Korrespondentin&quot; sich selber widerspricht
und ihre Ahnungslosigkeit derart peinlich rüberbringt, dass es jeden halbwegs informierten graust...
Achja: Jetzt ist es &quot;schon mehr als die Hälfte&quot;, die angeblich zur Prostitution gezwungen werden.
Diese Lügen werden halt so lange wiederholt, bis sie zur Wahrheit werden- die Wurzeln rauszureißen (wie mit dem Online-Brockhaus), 
bringt nix mehr, überall wuchert dasselbe Gestrüpp und alle zitieren sich fröhlich gegenseitig.
Und dass sie auch noch Jesus missbraucht... der hatte nix gegen Prostituierte, was ihm die damalige Gesellschaft sehr übel genommen hat...

Marc of Frankfurt:
Indoktrination geht weiter:

Am 1. Weihnachts-Familienfeiertag lief im WDR-Fernsehen eine doppelte Tatortfolge über Kinderprostitution:

- &quot;Kinderland&quot; www.wdr.de/tv/tatort/sendungsbeitraege/2012/1225/index.jsp
- &quot;Ihr Kinderlein kommet&quot; (Wiederholung s.o. Posting #2) www.wdr.de/tv/tatort/sendungsbeitraege/2012/1225/index1.jsp
Regie: Thomas Jauch
Buch: Jürgen Werner
(Zeitgleich kam folgende Meldung über alle Nachrichten-Kanäle: Chinesische Polizei zerschlägt 9 Menschenhändlerringe - 89 Kinder gerettet - 355 Verdächtige festgenommen. Dabei ging es jedoch nicht um sexuellen Mißbrauch, Prostitution oder Arbeitsausbeutung, sondern um illegale Geschäfte mit Adoption im Kontext der Ein-Kind-Politik/Bevölkerungswachstumskontrolle in China (8.600 gerettete Kinder in China 2011).
www.welt.de/newsticker/news3/articl....enschenhaendlerringe.html
Zeitgleich beschließt die Duma in Rußland ein Adoptionsverbot russischer Kinder/Waisen für US-Bürger (ca. 3.000 Kinder/Jahr). Entweder um ihren Genpool im Land zu behalten... 
www.welt.de/politik/ausland/article....rbot-fuer-US-Buerger.html
...oder als mögliche Reaktion auf die Magnitski-Liste von Einreiseverboten und Vermögenssperren als Sanktion der USA auf den Tod eines russischen Anwalts des US-Investment-Fonds Hermitage Capital... 
So werden die Kinder-Rechte zum Spielball der globalen Finanzpolitik.)


Zur Problematik vermißter Kinder gibt es seit 2011 eine EU-weite einheitliche Hotline, wie die Tatort-Seiten erwähnen, um einen Rechtfertigungs-Bogen zur Realität herzustellen:
www.hotline116000.de
&quot;Etwa 50.000 Anzeigen über vermisste Kinder und Jugendliche gehen in Deutschland jährlich bei der Polizei ein&quot; oder &quot;jährlich allein in Deutschland bis zu 100.000 Kinder und Jugendliche vermisst werden&quot;
Je nach Webseite gibt es also große Unterschiede was Zahlenangaben betrifft. Ferner müssen das längst nicht alles Kapitalverbrechen oder Fälle von verbotener Prostitution Minderjähriger oder gar Zwangsprostitution sein wie im Tatort-Krimi, sondern oftmals sind es einfach nur Ausreißer oder verspätete Heimkehrer...
Und es fließt viel Geld: &quot;In 2012, the European Commission made €3.6 million funding available for the proper set-up and functioning of 116000 hotlines and child abduction alert mechanisms&quot; und &quot;Die EU-Kommission stellt insgesamt 1,9 Millionen Euro bereit, um den Service in den 10 Mitgliedstaaten zu verbessern&quot;.
Vgl. dazu die kritisch Aufarbeitung zur Situation von vermeintlicher Kriminalität und tatsächlicher Hilfe in den USA: 
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=106391#106391


Eine EU- oder deutschlandweite Hotline für Frauen oder Sexworker scheint es immer noch nicht zu geben ... Lediglich in England gibt es eine landesweite Datenbank für Täter, die sich als Freier ausgeben (Ugly Mugs) ... 
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=108270#108270
Kosten:
- Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ Deutschland 6 Millionen Euro (2013)
- ‘Ugly Mugs’ schemes England 130.000 Euro (2012)

Marc of Frankfurt:
Forts. Tatort &quot;Wegwerfmädchen&quot; und Propaganda gegen Sexwork:

TATORT Hannover: Faktencheck in COMPACT
Geschrieben von: Jürgen Elsässer Am 19. Dezember 2012 unter Aktuell, Politik Heft, Veröffentlichte Compactartikel
Warum Deutschland zum Eldorado der Sexsklaverei geworden ist.
Der TATORT-Zweiteiler mit Maria Furtwängler führte in den Hannoveraner Sumpf: Höchste Finanzkreise lassen sich von Rockerbanden Zwangsprostituierte besorgen. Eine Party endet für zwei Weißrussinnen tödlich… Was der spannende Krimi nicht erklärt: Warum ist Deutschland zum Eldorado der Sexsklaverei geworden? Welche Rolle spielen dabei die von Rot-Grün durchgesetzten laxen Gesetze gegenüber den Schlepperbanden aus Osteuropa?
Darüber informiert ein ausführlicher Artikel in der aktuellen Dezember-Ausgabe von COMPACT-Magazin. Der Autor, Manfred Paulus, zuletzt Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminalinspektion Ulm, hatte viele Jahre im kriminellen Rotlicht-Milieu ermittelt.
Hier aus Auszug aus COMPACT 12/2012:
Eldorado der Sexsklaverei
Deutschland ist aufgrund seiner laschen Gesetzgebung zum Zielland für brutale Zuhälterbanden aus Osteuropa geworden. Pro Jahr gibt es weniger als 500 Ermittlungsverfahren.

Von Manfred Paulus
(Ex-KHK Manfred Paulus, geboren 1943, war bis 2003 Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminalinspektion Ulm. Er ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg und an weiteren Aus- und Weiterbildungsstätten der Polizei des Bundes und der Länder. Mit seiner langjährigen Ermittlungserfahrung besonders im Bereich der Rotlichtkriminalität ist Paulus ein gefragter Experte [der Prostitutionsgegner] und trat mehrfach bei Talkshows wie Sandra Maischberger auf.
Buch &quot;Frauenhandel und Zwangsprostitution - Tatort Europa&quot; www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/pkpaulus )

Warum überhaupt gibt es diese so anziehende wie abstoßende Parallelgesellschaft,
die wir Rotlichtmilieu nennen? Was ist das für ein Milieu, das die Prostitution vereinnahmt und beherrscht? Wer sind seine Lenker, Macher, Profiteure?
Die Fragen nach dem politischen und gesellschaftlichen Umgang mit dem in weiten Teilen kriminellen Prostitutionsmilieu in unserem Land sind unter anderem deshalbvon Bedeutung, weil sich Deutschland dabei zum Teil sehr deutlich von anderen Staaten abhebt und– international gesehen –einer zunehmend kritischen Beobachtung ausgesetzt ist.
Wird Prostitution legalisiert oder toleriert, so wird in einer US-Studie festgestellt [das ist die Studie von Prof. Axel Dreher e.a. Göttingen/LSE aus der von uns heftig kritisierten NDR-Panorama Sendung], kommt es zu einem erhöhten Aufkommen an kommerzieller, sexueller Versklavung von Frauen und von Kindern.
Dass die Prostitution von Natur aus schädigend ist, wird mit Forschungsergebnissen belegt, die davon ausgehen, dass zwischen 60 und 75% der Prostituierten vergewaltigt werden, dass 70 - 95% tätlichen Angriffen ausgesetzt sind und dass 68% an posttraumatischen Störungen leiden, die mit denen von amerikanischen Kriegsveteranen und Folteropfern vergleichbar sind [das sind vmtl. Studien von der US-Prostitutionsgegnerin Dr. Melissa Farley &amp; Co.]. Diesen Forschungsergebnissen zufolge stoßen Vielfalt und Offenheit der kommerziellen, sexuellen Angebote in Deutschland in den Vereinigten Staaten auf größtes Unverständnis. Gelegentlich wird Deutschland deshalb als „Land des Bösen“ bezeichnet. [Das zeigt die religiösen Einstellungen hinter all dieser Propaganda. Der Prostitutionsgegner als holder Ritter in glänzender Rüstung, der den Drachen des Bösen besiegen will...]
Auch unsere französischen Nachbarn unterscheiden sich entgegen verbreiteter Klischeevorstellungen mit ihrer restriktiven Haltung gegenüber der Prostitution ganz erheblich von der deutschen Großzügigkeit und Toleranz und den damit verbundenen Verfahrensweisen. Während hierzulande wegen Zuhälterei aus verschiedenen Gründen (eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten, weniger Kontrollen, Einräumung eines Weisungsrechts für Bordellbetreiber undZuhälter im Prostitutions-Gesetz von 2002) kaum noch (angemessene) Urteile wegen zuhälterischer Betätigung ergehen, ahndet Frankreich die Zuhälterei sehr konsequent mit am härtesten von allen Staaten dieser Welt.
Davon sehr wohl wissend, haben sich zum Beispiel albanische Zuhälter in den besseren Hotels des beschaulichen, deutschen Städtchens Kehl am Rhein eingenistet, um ihre Opfer von dort aus bei Tag und Nacht über die Europabrücke ins französische Straßburg zu treiben, wo diese den Straßenstrich bereichern. [Dabei kann das auch als typische Folge eines Grenz-Regimes interpretiert werden, wo unterschiedliche Regelungen auf beiden Seiten zu entsprechend unterschiedlichen Preise oder Verhaltensweisen inkl. Phänomenen wie Grenz-Tourismus und (illegaler) Migration führen (Schmugel...).]
Deutschland räumt der Prostitution und dem Prostitutionsmilieu große Freiräume ein. Die Gesellschaft ignoriert, tabuisiert, duldet und fördertdas Geschehen. Die Ermittlungsbehörden kontrollieren dem entsprechend weniger oder weniger intensiv. Das ist keine Kritik an Polizei und Justiz, die ihr Bestes geben! Aber gesetzliche Vorgaben, vor allem die weitgehende Legalisierung im Zuge des Prostitutionsgesetzes von 2002, binden ihnen die Hände. So entsteht der trügerische Effekt: Keine Anzeigen – keine statistischen Zahlen – kein Handlungsbedarf!
Dabei führt eine zurückgefahrene oder ausbleibende Kontrolltätigkeit im Milieu auf dem Papier zwangsläufig auch noch zu einem spürbaren, aber eben nur scheinbaren„Rückgang der Delikte im Zusammenhang mit dem Nachtleben“ – was sich medial bestens „verkaufen“ lässt.
400.000Frauen bedienen in Deutschland die Nachfrage von Freiern, die sich aus allen gesellschaftlichen Schichten rekrutieren. Gut 50% der Sexarbeiterinnen, örtlich sind es über 80% und die Tendenz ist steigend, sind Ausländerinnen, die allermeisten aus Ost- und Südosteuropa. Und auch die in Erhebungen und Statistiken aufgeführten Prostituierten deutscher Nationalitäthaben nicht selten einen Migrationshintergrund. Sie sind, auf welche Weise auch immer, jedenfalls nicht selten auf Betreiben ihrer Ausbeuter in den Besitz eines deutschen Passes gelangt – denn damit können Aufenthalt und damit Ausbeutung langfristig gesichert werden.
Es kommt in Deutschland täglich zu weit mehr als 1 Million Kontakten zwischen Freiern und Prostituierten, die vorwiegend von Frauen aus Ost- und Südosteuropa wahrgenommen werden. Und weil all diese jungen Frauen ganz sicher nicht hierher gekommen sind, um im Stunden- oder gar 15-Minuten-Rhythmusfreiwillig mehr oder weniger appetitliche und mehr oder weniger perverse Freier zu bedienen, ohne letztlich außer einem anwachsenden Schuldenberg etwas davon zu haben, sollte grundsätzlich auch nicht davon ausgegangen werden,dass sie sich wirklich freiwillig prostituieren.Auch dann nicht, wenn ihre Ausbeuter und sie selbst das immer wieder versichern und beharrlich so vertreten (müssen).
Allein aus dem kleinen Rekrutierungsland Moldowa (Moldawien) sind während der vergangenen Jahre von4,3 Millionen Einwohnern gut 800.000 junge Menschen, vorwiegend Frauen, der bitteren Armut entflohen und westwärts gezogen oder westwärts gehandelt worden. Viele von ihnen kamen voller Hoffnung hierher, wollten die in Aussicht gestellte, gut bezahlte Stelle als Küchenhilfe, Bedienung, Altenpflegerin oder Putzfrau antreten oder die westlichen Bühnen als Künstlerinnen erobern. Nicht wenige wurden bitter enttäuscht. Sie wurden zermürbt und „zugeritten“, wie Zuhälter das zu nennen pflegen, der Sexsklaverei zugeführt, und sie werden so lange ausgebeutet bis sie nicht mehr ausbeutbar sind. Dann werden sie weggeworfen, entsorgt, durch neue ersetzt.
(…)
Ein- oder auch dreijährige Haftstrafen haben für Menschenhändler, Zuhälter und OK-Bosse in aller Regel keine abschreckende Wirkung. Sie werden angesichts der aus kriminellem Tun resultierender Profite als bedauerliche Betriebsunfälle abgetan und zumeist müde lächelnd in Kauf genommen.
Manchmal sind Haftstrafen sogar erwünscht und Voraussetzung dafür, um auf der zuhälterischen und kriminellen Karriereleiter weiter nach oben zu kommen. Nicht selten wird so ein Urteil gefeiert und der Schampus fließt in Strömen. Die Tränen der Menschenhandels-Opfer freilich auch. Die aber sieht man nicht. Die will man auch nicht sehen. Sie könnten das ungetrübte Bild von Rechtsstaatlichkeit empfindlich stören.
(Vollständig lesen in der Printausgabe COMPACT 12/2012)
www.compact-magazin.com/tatort-hannover-faktencheck-in-compact/


Deutschlandradio:
Kriminalexperte: Prostitution unter 21 Jahren verbieten
Kriminalhauptkommissar a.D. Manfred Paulus fordert mehr Gesetze und Kontrollen gegen Frauenhandel
Manfred Paulus im Gespräch mit Gabi Wuttke
18.12.2012
Die meisten Opfer des Frauenhandels in Deutschland seien jünger als 21 Jahre, sagte Kriminalhauptkomissar a.D. und Buchautor Manfred Paulus. Dieser Handel boome, und die Polizei könne mit dem derzeitigen Prostitutionsgesetz kriminelle Machenschaften kaum aufdecken.
Gabi Wuttke: Bis zu 90.000 Euro im Jahr dazuverdienen [mit der kommunalen Sex-Steuer], das will die Mehrheit im Stadtrat von Dietzenbach in Hessen. Sie wollen wissen wie? Ganz einfach, durch die Extrabesteuerung von sexuellen Dienstleistungen aller Art in den entsprechenden Etablissements. Ein bemerkenswerter Beschluss, nicht nur, weil Prostituierte vor 10 Jahren per Bundesgesetz zu Dienstleisterinnen wurden. Manfred Paulus beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Prostitution. Nachdem er als Ulmer Kriminalhauptkommissar in Pension gegangen ist, schrieb er das Buch &quot;Frauenhandel und Zwangsprostitution - Tatort Europa&quot;. Einen schönen guten Morgen, Herr Paulus!
Manfred Paulus: Guten Morgen, Frau Wuttke!
Wuttke: Wer wird in Dietzenbach oder womöglich außerhalb von Dietzenbach Ihrer Ansicht nach letztlich für so eine Steuer bezahlen?
Paulus: Auch für die Steuer bezahlen im Milieu sicher nicht die Ausbeuter, sondern eher die Ausgebeuteten, also die Frauen, die möglicherweise in der Prostitutionsfalle stecken.
Wuttke: Das heißt, die Kritiker des Dietzenbacher Beschlusses haben recht, wenn sie sagen, diese Steuer würde Prostituierte verstärkt in die Illegalität verdrängen?
Paulus: Ja, oder sie werden eben mehr ausgebeutet. Ich kenne die Verhältnisse in Dietzenbach natürlich nicht, aber ich kenne diese Milieus, und ich kenne die Vorgänge in diesen Milieus, und da ist es einfach so, dass der Schwächere dann solche Zechen zu bezahlen hat.
Wuttke: Wenn eine Stadt mit 33.000 Einwohnern sich so viel Mehreinnahmen in einem Jahr verspricht, kann man aber ganz generell sagen, Herr Paulus, das Geschäft der Prostitution blüht?[Sex-Steuer entspricht 2,70 Euro/Jahr und Einwohner]
Paulus: Das blüht mit Sicherheit. Wir gehen momentan davon aus, dass in der Bundesrepublik Tagesumsätze von weit über 1 Million erzielt werden, und diese Milieus haben mit Sicherheit auch mit die geringste Steuermoral, also ganz unberechtigt ist das, was hier erhoben wird, sicher nicht. Das ist aber auch nicht neu: Die Finanzbehörden und Oberfinanzbehörden, die winden sich seit vielen Jahren, und einmal soll auf diese, auf die andere Weise, will man an die Steuertöpfe herankommen. Auf der anderen Seite ist das ganze dann wieder zu schmutzig, die Gelder, und dieser Kampf, der geht ja schon seit vielen Jahren.
Wuttke: Vor 10 Jahren ist in Deutschland per Bundesgesetz das Prostituiertengesetz in Kraft getreten. Wie beurteilen Sie das jetzt im Jahre 2012, gibt es überhaupt Statistiken, wie viele Frauen ihre Rechte vertraglich mit Zuhältern regeln, und damit dann - das war ja das Ansinnen des Gesetzes - besser geschützt sind?
Paulus: Also nach meiner tiefen Überzeugung kam dieses Gesetz in den Milieus, in denen die Frauen arbeiten, nie an. Das war auch gar nicht anders zu erwarten, weil in diesen Milieus, da gelten nicht unsere Gesetze, die wir machen, die wir kennen, sondern da gelten nur die Milieugesetze, die man sich dort selber gibt. [Also fast wie bei Politikern oder Bankern *LOL*] Deshalb kam das nie an, ich kenne keine Frau, die sich inzwischen kranken- und sozialversichert hat, das Ganze hat also seine Zielrichtung total verfehlt, das war für mich aber nicht anders zu erwarten.
Wuttke: Wie lauten denn die Milieugesetze?
Paulus: Die Milieus haben eigene Gesetze, nicht nur eigene Gesetze, auch eigene Ermittler, eigene Richter, wenn Sie so wollen, eigene Henker. Das sind Subkulturen mit völlig eigenen Wertvorstellungen, die unsere Gesetze nur dann zur Kenntnis nehmen, wenn sie für das jeweilige Milieu nützlich sind, und die größte Verfehlung in diesen Milieus ist der Verrat - zum Beispiel zu sagen, ich gehe nicht freiwillig der Prostitution nach, das wäre Verrat.
Wuttke: Das heißt aber auf der anderen Seite auch, dass das Prostitutionsgesetz in Deutschland nicht der Grund ist, weshalb es so hohe Zahlen von Prostituierten vor allem aus Ost- und Südosteuropa gibt.
Paulus: Nein, die waren auch vorher schon da in weiten Teilen. Die nehmen zwar immer noch zu, das hat sicher Auswirkungen auch, die vom Prostitutionsgesetz herrühren, die Sache ist möglicherweise dadurch noch einfacher geworden, weil durch dieses Gesetz eben die Kontrollmöglichkeiten geringer wurden, weil soziale Kontrollen zurückgefahren werden mussten, und deshalb werden auch gewisse Viktimisierungs-Prozesse, gewisse Opfer, gewisse Straftaten, einfach nicht mehr so viel entdeckt. Wir haben heute nicht allzu viele Anzeigen mehr in der Republik wegen Zuhälterei. Da sehe ich schon Zusammenhänge, und dieser Frauenhandel, vor allem von Ost-, Südost- nach Westeuropa, der boomt, das ist für mich keine Frage.
Wuttke: Würden Sie so weit gehen zu sagen, dass das Prostituiertengesetz vor allem die Zuhälter und auch die Frauenhändler schützt?
Paulus: Ich habe dieses Gesetz schon als Zuhälterschutzgesetz bezeichnet, weil ich gewaltige Nachteile einfach sehe. Da wurde im Zusammenhang mit dieser Gesetzgebung zum Beispiel die Förderung der Prostitution aufgehoben, der Tatbestand, das war immer ein Ermittlungstatbestand, der uns die Türen geöffnet hat. Die Polizei hat mehr oder weniger inzwischen Schwierigkeiten, solche Kontrollen vorzunehmen, und das führt natürlich nicht zur Aufdeckung von Kriminalität. Im Übrigen ist die Szene natürlich auch immer geschickter geworden. Wir haben es heute mit Strukturen zu tun, die zum Teil in Richtung organisierte Kriminalität hingehen. Wir haben Gruppierungen inzwischen aus aller Welt, die sich im Milieu tummeln, und das alles macht es nicht einfach.
Wuttke: Was würden Sie denn also nicht nur den Dietzenbacher Politikern ins Stammbuch schreiben?
Paulus: Ich würde auf Bundesebene ganz bestimmte Dinge einmal vornehmen. Zum einen haben wir dieses Problem des Menschenhandels, und wir wissen auch - bei aller Skepsis gegenüber Statistiken, die auf diesem Feld gemacht werden -, wir wissen auch, die allermeisten Opfer des Frauenhandels ins Milieu, die sind unter 21 Jahre alt. Also warum verbieten wir nicht einfach die Prostitution unter 21 Jahren. Ich wäre für eine Wiedereinführung dieses Geschlechtskrankheitengesetzes im Zeitalter von Aids, auch deshalb, weil dadurch Kontrollen stattfinden können, soziale Kontakte zur Polizei, zur Allgemeinheit entstehen, wo dann Opferrollen erkannt werden können, Verbrechen aufgeklärt, aufgedeckt werden können. Das alles hat es erschwert. Ich würde auch eine polizeiliche Anmeldung vorschlagen, zum Schutz dieser Frauen vor Ausbeutung, vor Abgleiten in die Illegalität und in die Dunkelheit. Ich würde - und damit ließe sich auch die steuerliche Problematik klären - ich würde Prostitution nur als selbstständige, vollkommen selbstständige Tätigkeit erlauben, und damit gleich die Steuerfrage verbinden. Das alles wäre zum Schutz der Frauen, weil die Polizei hier Daten oder Ähnliches haben will.
Wuttke: Aber das, was Sie vorschlagen, ist ja das, was es bereits in der Bundesrepublik gab, aber natürlich noch zu Zeiten, die älter sind als die Republik, und ein moralisches Verständnis hatten, mit dem sich natürlich dann Prostituierte nicht nur verfolgt, sondern auch durchleuchtet und kontrolliert fühlten.
Paulus: Nein, das glaube ich sicher nicht. Wissen Sie, was hier so aus dem Munde von Prostituierten kommt, da höre ich immer im Hintergrund niemand anders als die Profiteure sprechen, und die Prostituierten sind häufig nur das Sprachrohr von Leuten, die eben mit ihnen Geld verdienen. Die Prostituierten - das dürfen Sie mir glauben - die wären in einer großen Masse, wären sie sehr, sehr froh. Sie hätten diese Kontakte, sie hätten hier Rettungsanker, wo sie wissen, ich habe da jemand, mit dem ich über Probleme sprechen kann, das ist genau das, was häufig fehlt.
...
www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1953256/
Letztes ähnliches Interview mit Deutscher-Welle 20.06.2011:
www.dw.de/interview-mit-buchautor-manfred-paulus/a-15174291

Vgl. Augsbuger &quot;Modell&quot; der polizeilichen Prostitutionskontrolle:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2678&amp;start=12

Lupus:
Paulus ist seit 2003 pensioniert, da war das Gesetz ein Jahr in Kraft, der Menschenhandelsparagraph noch nicht verabschiedet und Prostitution ab 16 legal. 
Die Einreise aus dem Osten war weitgehend legal nicht möglich. 
Bestrafung wegen Zuhälterei war einfach weil jeder Bordellbetreiber oder Ehemann einer SDL als Zuhälter galt. Merkwürdigerweise wurden viele Bordelle geduldet. Rechtdbrugung durch Staatsanwälte und Polzisten die wegschsuten?
Warum sollten Zuhälter ihre Opfer nach Strassburg 'treiben' wenn es denn in D. so paradiesisch ist?
Es gibt sicher die von ihm geschilderten Verbrechen. Die konnten aber auch nur aufgeklärt werden weil Opfer ihr Schweigen brachen.
In BaWü wird doch - teilweise ohne Rechtsgrundlage- das praktiziert was Paulus fordert. Damit dürfte es in diesem Bundesland keine unerkannten Menschenhandelsopfer geben. Und es müsste zu deutlich mehr Verfahren kommen als den 66 in 2011. Die Landesregierung sieht übrigens keinen zusätzlichen Hsnflungdbedarf bei der Bekämpfung des Menschenhsndels.
Lässt das Besmtenrecht es tatsächlich zu, dass Lehrbesuftragte und Pensionäre solche politischen Unwahrheiten verbreiten dürfen?

Fragender:
Die ganzen Aussagen von dem Paulus klingen für mich so nach &quot;Ich habe zwar keine Beweise für meine Behauptungen, aber geben tut es diese ganze Kriminalität trotzdem, weil ich es mir nicht anders vorstellen kann&quot;.

Marc of Frankfurt:
Es gibt halt beide Bereiche (freies Unternehmer_innentum und Kriminalität) in einem sozialen Feld, was sehr polarisiert bewertet wird, weil Sex und Geld im Spiel sind. 
Und es gibt wohl kaum Experten, die es psychisch aushalten können in beiden Bereichen, der selbstbestimmten Sexarbeit und der Kriminalitätsbekämpfung, lange zu überleben?!
Unsere Aufgabe als Emanzipationsbewegung und kritische Bürger ist es die Aufklärung und Versachlichung voranzutreiben, damit Prostitution nicht zum Opfer von Ausgrenzung und Fremdenhaß wird (Sündenbock).
Hier die neuesten Statistiken
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1064&amp;start=515

Marc of Frankfurt:
Nach gerade mal 2 Monaten wieder eine aufwendigst inszenierte und oft beworbene Tatort-Folge mit einer ganzen Schulklasse minderjähriger verschleppter ausländischer, zwangsprostituierter Mädchen in den Händen einer südländischen, brutalen, militärisch bewaffneten Mafia-Bande und ein übergelaufener, untergetauchter, korrupter Ex-Sonderermittler:
Tatort &quot;Willkommen in Hamburg&quot;

Einschaltquote 12,57 Milllionen, 33,5% Marktanteil
mit Til Scheiger (49) und seiner Tochter Luna (16, TV-Kinderarbeit, pimped by her own father) 
(Firmen: Mr. Brown Entertainment und barefoot films)
Buch: Christoph Darnstädt
Regie: Christian Alvart
Produktion: Constantin Television (Ex Leo Kirch)
Verantwortlich: NDR (Lutz Marmor, Intendant und derzeitige ARD-Vorsitzende), wo bisher die häßlichste, verfälschendste Propaganda gegen Prostitution herkam.
Und die Presse schreibt was es dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wert ist: Statt wie im Durchschnitt etwa 1,2-1,5 Millionen Euro pro Sendefolge, soll, so der NDR, diese Folge 400.000 Euro mehr gekostet haben. Ergibt Kosten von 0,15 EUR pro Zuschauer.

Info http://www.daserste.de/unterhaltung....ommen-in-hamburg-100.html
Video http://mediathek.daserste.de/sendun....990_willkommen-in-hamburg

Die junge Sexarbeiterin (das Opfer) wird als toughe junge Frau positiv dargestellt. Sie lügt strategisch, beschreibt ihre Sexarbeit positiv, bildet flexibel Allianzen und bietet dem Polizisten Sex an als Selbstschutz-Überlebensstrategie (das sind nun mal die Waffen einer Frau/Sexarbeiterin?!), klaut im Polizeipräsidium ein rumliegendes Handy, haut der Polizistin eine Pfanne über den Kopf und fesselt sie mit ihren eigenen Handschellen an einer Heizung, operiert sich selbst mit einem Küchenmesser den Funksender der Zuhälter aus dem Unterarm (in Wahrheit ist diese technische Krimi-Fiktion die hier als mediale Übertreibung entlarvt werden kann weil es ein sachlich-technisches Detail ist, nur ein passiver Sender, ein RFID-chip, radio frequency identification / ein Warenkennzeichnungssystem was heute den Barcode ersetzt), flieht vor Zuhältern und Polizei, was immer dann nötig ist, wenn deren korruptive Zusammenarbeit unüberschaubar ist ...
Mit diesem &quot;Drehbucheinfall&quot; der mittels RFID-Chip gekennzeichneten sog. Zwangsprostituierten und Sexsklavin werden Sexworker-Migrantinnen = Nutztiere / Haustiere dargestellt, ganz wie es die Prostitutionsgegner gerne hätten. Bei Tieren werden solche Chips inzwischen eingesetzt, aber ich bezweifle hier jetztmal öffentlich vermutend, dass es weltweit auch nur einen Fall Menschenhandel/Zuhälterei gibt, wo das vorkam ??? !!!Was hingegen ein Dauerbrenner-Thema der Medien ist, das ist die m.E. häufige Falschinterpretation von Tattoos bei Sexworkern (z.B. Pussy Club Razzia; Strich-Code-Bande Madrid; Kunstprojekt Strichcode Hannover), die als Sklaven-Marken oder Besitzer-Kennzeichen gedeutet werden (wörtliche Interpretation von &quot;Stigma&quot;, der tatsächlichen Stigmatisierung die auf der Objektifizierungs-Unterstellung aufbaut). Dabei können es auch selbstgewählte Zugehörigkeitsbezeugungen, Protestsymbole oder Liebesbeweise sein, die irgendwann einmal wirklich gewollt waren, so wie der Einstieg und die Arbeit in der Prostitution... (Sexwork ist unserer Einschätzung nach in der Mehrzahl der Fälle und Personen frei- und selbstgewählte inszenierte Selbstobjektifizierung als Dienstleistungskunst mit Gewinnerzielungsabsicht). Vgl. auch die m.E. fehlgeleiteten medial aufgeblasenen Diskurse und Voodoo-Gläubigkeit von BKA und Gerichten. Aber Sexworker-Einwilligungen werden grundsätzlich nicht rechtlich anerkannt (Grundlage Sittenwidrigkeitsverdikt im moralischen Sittengesetz). Siehe das letzte Skandal-Urteil in Bregenz. (Genau entgegengesetzt verhielten sich bisher Gerichte in westlichen Industrieländern, wenn nach einem Übergriff geurteilt werden sollte, ob eine Sexarbeiterin überhaupt vergewaltigt werden kann. Dabei ist dergleichen heutzutage als Haßtat-Verbrechen einzustufen. Vgl. Syndrom Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit GMF, Intersektionalität und sexual politics.)


Presse Rezensionen:
&quot;Lieber Til, wir gratulieren herzlich zur besten „Tatort“-Einschaltquote seit 20 Jahren und freuen uns, dass über zwölf Millionen ZuschauerInnen deinem Nick Tschiller bei der Bekämpfung des Frauenhandels auf dem Hamburger Kiez zugeschaut haben.&quot; 
www.emma.de/news-artikel-seiten/von....-eiern-und-harten-kerlen/

&quot;wäre da nicht das unpassende Thema: Zwangsprostitution minderjähriger Osteuropäerinnen.&quot; - ist Zwangsprostitution nicht mitlerweile ein Modethema oder Thema mit dem man sich der Zugehörigkeit zum Mainstream versichern kann?
&quot;Wer hat den Größten? Nach einem Geschlechtsteilvergleich am Urinal&quot; ... &quot;Selbstjustizelement ein Problem für den öffentlich-rechtlichen &quot;Tatort&quot; darstellt&quot; ... &quot;Der von jeglichen Kontrollinstanzen unbehelligte Polizei-Stenz sprengt, schießt und flucht, bis fast sämtliche Mädchenhändler beseitigt sind und ihre Opfer frei.&quot; 
Eine sexuelle Erklärung für das Retter- und Heldenmotiv. Ganz schön kritisch diese Rezension. Und so wie sich der Beamte über das Gesetz oder die Anweisungen der Vorgesetzen stellt hat er viele Gemeinsamkeiten mit denen die er bekämpft oder rettet.
&quot;Dieser &quot;Tatort&quot; will großes Kino sein - doch am Ende ist er nur eine Glamour-Ruine wie die Hamburger Elbphilharmonie&quot;
Christian Buß www.spiegel.de/kultur/tv/der-erste-....ostituierte-a-885523.html

Infos über die Produktionsfirmen
www.handelsblatt.com/panorama/kultu....on-schweiger/7899742.html

&quot;Just diesen bisher praktizierten „Kiezfrieden“ kündigt der Neue, kündigt Nick Tschiller auf - das Drehbuch von Christian Darnstädt überzeugt immer dann, wenn es die daraus resultierenden Kriegsfolgen im Hamburger Milieu einfach konsequenzlogisch entwickelt und aneinanderreiht.&quot;
Konsequenzlogisch im Sinne von medialer Wirksamkeit, von bürgerlichen Werturteilen über das Milieu oder wirksame Demagogie, wo erneut das &quot;Feindbild Prostitution&quot; in die Köpfe der TV-Konsumenten implementiert wird (nicht anders wie der RFIC-Chip)?
&quot;Dass wir es nach Dominik Grafs Zehnteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010) und dem erst im vergangenen Dezember ausgestrahlten Furtwängler-“Tatort“ über die „Wegwerfmädchen“ thematisch aufs Neue mit der Zwangsprostitution osteuropäischer Mädchen zu tun haben, ist etwas wohlfeil [billig!!!] und mittlerweile nicht mehr ganz über den Verdacht erhaben, unsere moralische Abscheu mit voyeuristischen Mitteln zu erkaufen.&quot;
Jochen Hieber www.faz.net/aktuell/feuilleton/medi....-kugelhagel-12105385.html


Stellungnahme Dona Carmen e.V. - Verein für die sozialen und politischen Rechte von Prostituierten
www.bit.ly/operationzucker

Aoife:
Ich frage mich ob wir das nicht zu einseitig sehen wenn wir die Anti-Prostitutions-Propaganda zu sehr in den Vordergrund stellen.
Sicher wird das gerne mitgenommen, aber ist es wirklich so viel wert dass so viel Geld dafür ausgegeben wird? Natürlich ist die Produktion aufwendig, viele wollen für ihre Leistungen entlohnt werden, wirklich reich wird daran wohl kaum jemand .... sehen wir es aber einmal von der anderen Perspektive, top down: Jemand hat entschieden diese Summe für das Machwerk auszugeben. Warum? Wirklich nur um Unwahrheiten über die Prostitution zu verbreiten?
Erfolgversprechender scheint mir dieser Ansatz:
          Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:Eine sexuelle Erklärung für das Retter- und Heldenmotiv. Ganz schön kritisch diese Rezension. Und so wie sich der Beamte über das Gesetz oder die Anweisungen der Vorgesetzen stellt hat er viele Gemeinsamkeiten mit denen die er bekämpft oder rettet.
Hier wird ein beamteter Robin-Hood-Archetypus dargestellt.
Wer hat Interesse daran, dass der &quot;fernsehschauende Normalbürger&quot; seinen Wunsch nach Gerechtigkeit per Identifikation vor dem Fernseher verpuffen lässt?
Wer möchte, dass das Robin-Hood-Idol unbewußt mit &quot;Beamter&quot; verkoppelt wird?
Ein Staat der Strafgesetze erläßt ist Sklavenhalter - denn &quot;bestrafen&quot; kann man nur jemanden den man besitzt.
Und um einen diesen Sklavenhalter vertretenden Beamten &quot;gut&quot; erscheinen zu lassen braucht es einen noch übleren Gegenentwurf - was liegt näher als dafür Sexsklaverei (auch noch von Minderjährigen!) zu erfinden? Nur so kann man den sogenannten Bürger bewegen sich mit seinem Unterdrücker zu identifizieren - ganz alltägliche Fernsehhypnose, dass im Prostitutionsbereich Tätige hierfür geopfert werden wundert zwar nicht, kann aber auch kaum das tiefere Ziel der Sendung sein, eher ein angenehmer Nebeneffekt.
Liebe Grüße, Aoife

Lupus:
Zu den RFIDs:
Bei Haustieren werden sie eingesetzt, um eine Identifizierung zu ermöglichen. 
Mit RFIDs kann keine Ortung durchgeführt werden, dazu ist die Sendeleistung zu gering! Schon gar nicht Ortung über Satellit etc.
Es gibt aktive RFIDs mit eingebauter Stromversorgung, die haben ein paar Kilometer Reichweite. Zur Lokalisation müsste aber ein Netz von Sendern installiert sein.
Was mir auffällt: in immer mehr Krimis halten sich Polizeibeamte nicht an Recht und Gesetze - wird aber immer so dargestellt, dass dieser Missbrauch im Sinne einer &quot;guten&quot; Sache ist. Das geht bis zu Psychoterror oder gar körperlicher Gewalt bei Verhören oder sonstigen Auseinandersetzungen.

malin:
ich bin ja eigentlich ein tatort fan (speziell der münsteraner), habe aber sofort abgeschaltet, als die riege der minderjährigen zwangs(sex)arbeiterinnen ins bild kam...diesen stuss kann ich mir aktuell einfach nicht geben.
aber so ganz allgemein, was lupus da anspricht ist mir auch zunehmend aufgefallen.
weiss gar nicht wie oft alleine varianten der klassische szene in diversen krimis zu bewundern sind, in der ein bis zwei beamte (die guten :-) ) irgendeinen verdächtigen mit wahlweise bauchschuss oder trümmerbruch am krankenbett heimsuchen, um ihm mit einem extra stoss auf die wunde diverse extra informations zu entlocken.
und während sich der bösewicht mit schmerzverzerrtem gesicht zur preisgabe seines insiderwissens verleiten lässt, ziehen die herren gesetzeshüter mir zufriedenem grinsen von dannen...nicht ohne ihm noch einmal beim verlassen des raumes einen extra hieb zu verpassen.
super, so solls sein:095

rainman:
Was allein schon seltsam ist: die meisten Krimi-Polizisten halten es nicht für angebracht, sich bei ihrer Arbeit auszuweisen (rühmliche Ausnahme: Stoever / Brockmöller) und kommen mit der Aussage &quot;wir sind von der Polizei&quot; anscheinend immer durch. Das wäre ja alles nicht so tragisch, wenn nicht dieses Fernsehverhalten bei Max Mustermann den Eindruck hinterlassen würde, das sei auch in der Realität gängige Praxis.
Liebe Grüße, rainman

Marc of Frankfurt:
Gestern waren die Rocker dran im Tatort als Verbrecher soziologisch analysiert und dargestellt zu werden.

Prostitution kam nur am Rande vor: drogenkonsumierende Sexarbeiterin im Bordell eines Rockers. Schwerpunktdelikt war organisierter Rauschgifthandel und unterstellter/befürchteter Bandenkrieg. 
Sogar Folter wie Waterboarding, die wir aus US-Militär-Handbüchern kennen www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=100620#100620 wurde der Rockerbande in ihr Repertoir inszeniert.
Der Mörder war dann aber eine transsexuelle Sexarbeits-Migrantin aus Thailand, aus Notwehr im persönlichen Beziehungsdrama mit Rocker-Partner, der als Polizeispitzel verständlicherweise Probleme mit dem gewaltätigen Bandenboss hatte...
Zentraler Handlungsaspekt war der Konflikt zwischen Staatsanwaltschaft/Staatsschutz (Ziel: OK- und Drogenhandelbekämpfung) und Mordkommission. Dabei wurde herausgearbeitet wie der Staat verdeckte Ermittler einschleust und damit das klappt auch Straftaten begehen bzw. zulassen muß d.h. Opfer erbringen (Sündenbockmechanismus, grad so wie auch die Prostitutionsgegner gerne die selbstbestimmten Sexworker &quot;opfern&quot; (leugnen, zum Schweigen bringen, aussperren...) in ihrem Kampf gegen sog. Zwangsprostitution und Menschenhandel). 
Ferner wurde die These illustriert, die bei der Neonazi-/NSU-Skandal-Aufarbeitung erhärtet wurde, dass der Polizeiapparat/Staatsschutz sich seine Zielgruppe teilweise selbst finanziert und aufbaut, weil beide Parteien dadurch ihre Existenz sichern.
Sammelthema Rockerkriminalität www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=6496

Diesmal hat sich der zweite Teil des sonntag-abendlichen Aufklärungs-Doppelpacks, d.h. die anschließende Talk-Runde bei Jauch, aber nicht der O.K. der Rocker gewidmet, sondern dem organisierten Verbrechen der etablierten Wirtschaftsunternehmen und Vermögenden per Steueroasen:
Offshore-Leaks www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=130581#130581

Eine interessante mediale Brechung und Erhellung von Unterwelt- und Oberwelt-Kriminalität, die in dieser abendlichen Programgestaltung erkennbar wurde. Dazu passt dann auch wieder die unkonventionelle Figur des Kommissars im Saarland gespielt vom renommierten Devid Striesow, was bei vielen aber wohl nicht so ankommt.

Rocker-Rudel Harley-Fahrer ausgebremst von Beamtem auf Vespa-Roller :005
Tatort &quot;Eine Handvoll Paradies&quot;
Regie: Hannu Salonen
Buch: Felice Götze
www.daserste.de/unterhaltung/krimi/....andvoll-paradies-100.html
8,35 Millionen Zuschauer (nur 3, 44 Millionen sahen sich die erste Folge des neuen ZDF-Krimi-Sechsteilers „Verbrechen“)
www.focus.de/kultur/kino_tv/tid-304....-striesow_aid_955502.html
www.fr-online.de/tatort-spezial/tat....en,20719658,22292532.html
...

Marc of Frankfurt:
Ein schöner Krimi über Selbständige Sexarbeiterinnen (auf dem Lande) ist die
 
Episode: Pikante Geheimnisse (Country Matters) in der
Serie: Inspector-Barnaby (Midsomer Murders)

Selbständige und Single-Frauen in einer Dorfschaft mit Sexwork-Nebenjob und gut getarnt als Küchenstudio, Reitunterricht, Event-Agentur ...
Der Mord hängt aber nicht mit ihnen noch mit ihrem Sex-Geschäft, sondern mit Immobilienkauf einer Industrieansiedlung zusammen.
Ausstrahlung D 13. Jan. 2013 (UK 19. Juni 2006)
von Richard Holthouse und Richard Holthouse

http://midsomermurders.org/countrymatters.htm
http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/pro....generateCanonicalUrl=true
http://de.wikipedia.org/wiki/Inspector_Barnaby

Ausschnitt
Link
