Chlamydien
Chlamydien werden auf sexuellem Weg übertragen und leben in den befallenen Zellen. Vor allem Harnröhre und Muttermundkanal sind von dieser bakteriellen Infektion betroffen, die meist unbemerkt abläuft.
Daher besteht auch die Gefahr, dass die Keime - ähnlich wie bei der
Gonorrhoe - in die Eileiter aufsteigen und infolge zu Entzündungen der Eileiter sowie der Gebärmutterschleimhaut führen. Mögliche Konsequenzen daraus sind Sterilität und Verwachsungen im Bauchraum.
Chlamydien gelten somit als häufigste Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit.
Die Genitalinfektion während der Schwangerschaft kann eine Lungenentzündung und - weit häufiger - eine Bindehautentzündung beim Neugeborenen nach sich ziehen. Sie wird auch für den "vorzeitigen Blasensprung" mitverantwortlich gemacht.
Der Erreger-Nachweis gestaltet sich schwierig und aufwändig.
Die Therapie besteht in der Gabe von Antibiotika über zehn Tage. Die Mitbehandlung des Partners wird in manchen Fällen angeraten.
Die Prophylaxe-Methode der Wahl ist auch hier das
Kondom.
* Bakterielle Vaginose (Haemophilus vaginalis, Gardnarella vaginalis)
Die bakterielle Vaginose ist die häufigste Störung der Scheidenflora und kann durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Die
Bakterien treten gemeinsam mit anderen
Bakterien, vor allem Darmkeimen, auf. An sich haben diese Erreger keinen hohen Krankheitswert, sie gelten aber als Wegbereiter für aufsteigende Infektionen, wie z. B.
Chlamydien-Infektionen.
Als Symptome treten vor allem ein nässender, weiß-grauer und blasiger
Ausfluss sowie ein unangenehmer "fischartiger" Geruch auf. Dieser kann bei der ärztlichen Untersuchung durch Zugabe von zehnprozentiger Kalilauge noch verstärkt werden und stellt somit für den Gynäkologen ein Indiz für diese Infektion dar. Unter dem Mikroskop sind Scheidenzellen erkennbar, die von
Bakterien übersät sind, so genannte Schlüsselzellen (Clue-Cells).
Die Therapie besteht entweder aus Antibiotika in Tablettenform oder Scheidenzäpfchen. Eine Partnerbehandlung erhöht die Erfolgsrate.
Auch in diesem Fall schützen Kondome vor der Übertragung.