SEXWORKER - Forum für professionelle Sexarbeit

Arbeitsplatz der SexarbeiterInnen - Ökonomie der Sexarbeit

Marc of Frankfurt - 2007-07-13, 01:17
Titel: Ökonomie der Sexarbeit
Aus Perspektive der SexarbeiterInnen hat Prostitution primär mit Ökonomie zu tun.

Damit wird mögliche Ausbeutung bei Kapitalismus und nicht Sexualität verortet.



Die jüngste Ermordung von fünf Frauen in Suffolk, Britannien, unterstreicht die Verletzbarkeit von Sexarbeiterinnen. Helen Ward argumentiert, dass jene, die in der Prostitution nur Gewalt gegen Frauen sehen, grundlegende Aspekte der Frauenunterdrückung im Kapitalismus missverstehen.
linkeZeitung.de, 12.07.2007


Marxismus versus Moralismus


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von Dr. Helen Ward
Imperial College, London


„Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters".(1) Dieses Zitat von Marx könnte suggerieren, dass Prostitution für SozialistInnen eine recht klare Sache ist. Stattdessen hat sie sich als wahre Herausforderung erwiesen - und die Positionen Linker erstrecken sich von der Befürwortung von Repression und Abschaffung auf der einen Seite zur Entkriminalisierung und gewerkschaftlichen Organisierung auf der anderen Seite.

In der gegenwärtigen Debatte dreht sich viel um die Frage, ob Prostitution wirklich als Arbeit verstanden werden kann, oder ob sie als Form der Gewalt gegen Frauen am besten erfasst wird.(2) Diese beiden Positionen führen zu diametral entgegengesetzten Strategien. Wird Prostitution als Arbeit verstanden, dann ist der Kampf um Selbstorganisation und Rechte zentraler Bestandteil der sozialistischen Antwort. Ist aber andererseits Prostitution mit Gewalt und Sklaverei gleichzusetzen, dann sind die Beteiligten Opfer, die es zu retten gilt.

Kathleen Barry, Organisatorin einer internationalen feministischen Konferenz über Frauenhandel 1983, verlieh letzterer Meinung Ausdruck, als sie sich weigerte mit der Sexarbeiterin und Aktivistin Margo St. James zu diskutieren, und argumentierte, „dass die Konferenz feministisch sei und die Institution Prostitution nicht unterstütze ... (es wäre) ... unangebracht, die sexuelle Sklaverei mit Prostituierten zu diskutieren."(3) Die Schriftstellerin Julie Bindell schlug in eine ähnliche Kerbe, als sie zur Entscheidung der Gewerkschaft GMB, eine Sektion für Sexarbeiterinnen zu gründen, feststellte: „Wie kann eine Gewerkschaft einerseits eine Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen durchführen und gleichzeitig die Gewalt gewerkschaftlich organisieren. Anstatt wie die Gesellschaft vorzugeben, dass es eine Berufswahl ist, muss die Prostitution als das enttarnt werden, was sie ist - Gewalt gegen Frauen. Gewerkschaftliche Organisierung kann Frauen in dieser abscheulichen Industrie nicht schützen". (4) Erst kürzlich ist die Scottish Socialist Party (SSP) in den Ring getreten und hat erklärt, dass Prostitution Gewalt gegen Frauen sei.





Eine marxistische Position zur Prostitution

Prostitution ist der Austausch von Sex gegen Geld. Da es jedoch auch andere Situationen solchen Austauschs gibt - bei manchen Formen der Ehe etwa - gehen die meisten Definitionen in Nachschlagwerken weiter. Im Oxford English Dictionary ist eine Prostituierte „eine Frau, die ihren Körper zu wahllosen sexuellen Akten insbesondere zur Vermietung anbietet".

Eine umfassendere Definition liefert die Encyclopaedia Britannica, wo Prostitution als „Praktizieren sexueller Aktivitäten mit Individuen, die nicht Ehepartner oder Freund sind, im Austausch für unmittelbare Bezahlung oder andere Güter". Diese Definitionen fügen „wahllos" oder „nicht Ehepartner" hinzu, um herauszufiltern, was wir alle an sich verstehen - Prostitution ist Sex außerhalb jener Verhältnisse, in denen Sex üblicherweise erlaubt ist.

Der Begriff Prostitution scheint im Lauf der Zeit viele verschiedenen Personen und Verhältnisse zusammenzufassen. Die Hetären im antiken Griechenland, die japanischen Geishas, die europäischen Kurtisanen, den Straßenstrich in Soho und die Bordellarbeiterinnen in Mumbai, sie alle teilen sich die Bezeichnung Prostituierte. Diese Erscheinung einer zeitlosen Beschäftigung, die im Klischee des „ältesten Gewerbes" ihren Ausdruck findet, verbirgt verschiedenste gesellschaftliche Verhältnisse. Was diese Frauen verbindet, ist die Ausübung von Sex außerhalb der familiären Privatsphäre, wo Sex in Verbindung mit Reproduktion und Erhaltung des Haushalts steht.

Dies ist von Bedeutung, denn es stoßt auf den Kern der Sache - Prostitution kann nur im Verhältnis zur monogamen Ehe verstanden werden. Wie Engels es ausdrückte, „Monogamie und Prostitution sind zwar Gegensätze, aber untrennbare Gegensätze, Pole desselben Gesellschaftszustandes". (5) Als Bebel in den 1880ern über Frauen und Sozialismus schrieb, erklärte er: „Prostitution wird also zur notwendigen sozialen Institution der bürgerlichen Gesellschaft wie die Polizei, das stehende Heer, die Kirche und die Kapitalistenklasse". (6)

Um diese Dialektik, diese „Durchdringung von Gegensätzen" zu verstehen, müssen wir zuerst das Wesen der Prostitution im Kapitalismus ansehen und betrachten, wie sie sich mit der Produktionsweise verändert, und dann zurückkehren, um das Verhältnis zwischen privatem und öffentlichem Sex und der Frauenunterdrückung zu untersuchen.





Prostitution: eine Ware

Wie die meisten kommerziellen Transaktionen im Kapitalismus baut die Prostitution auf Verkauf und Kauf einer Ware. In Alltagssprache übersetzt, eine Prostituierte „verkauft ihren Körper". Doch das ist eine Fehlbezeichnung, denn am Ende der Transaktion „besitzt" der Klient nicht den Körper der Prostituierten. Der Klient kauft hingegen eine sexuelle Dienstleistung. Manche FeministInnen und SozialistInnen lehnen den Gedanken ab, dass die Frau eine Dienstleistung statt ihres Körpers verkauft, anerkennen aber den vorübergehenden Charakter und beschreiben es als Verkauf des Körpers zur sexuellen Befriedigung.

Doch selbst das ist irreführend. An jedem Ort der Prostitution, egal ob auf der Straße, im Bordell oder durch eine Agentur, gibt es einen Tarif. Üblicherweise wird er aufgrund der rechtlichen Beschränkungen nicht schriftlich festgehalten, aber klar ist: Es gibt einen Preis für Masturbation und üblicherweise höhere Preise für oralen, vaginalen oder analen Sex. Manche Hostessen verlangen eine stundenweise Bezahlung, stellen aber klar, welche sexuellen Leistungen inkludiert sind und welche nicht. Die Ware ist Sex - oder vielmehr eine bestimmte sexuelle Dienstleistung.

Die Verwandlung von Sex in eine Ware wird von vielen Menschen als fundamentale „Sünde" der Prostitution betrachtet. Mhairi McAlpine von der SSP schreibt, „Prostitution ist die Verwertung sexueller Beziehungen, indem sie sie aus der Sphäre gegenseitigen Genusses in die Domäne des Marktes bringt." (7) Ich habe über die Jahre ähnliche Diskussionen mit vielen GenossInnen gehabt -sicher soll ein so intimes Verhalten doch nicht eine veräußerbare Sache verwandelt werden, das gekauft und verkauft wird? Diese eher romantische Sicht von Sex als gegenseitiger Genuss ist selbst schon eine Abstraktion von den gesellschaftlichen Verhältnissen. Wie auch unter früheren Klassengesellschaften ist Sex im Kapitalismus höchst geregelt und verfügt über eine wirtschaftliche Dimension. Diese Regelung ist gegründet auf die Notwendigkeit, das Privateigentum durch Vererbung zu schützen.

Im Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates skizziert Engels, wie die Monogamie (für die Frau) zusammen mit dem Privateigentum entstand. Die monogame Familie „entsteht aus der Paarungsfamilie ... Sie ist gegründet auf die Herrschaft des Mannes, mit dem ausdrücklichen Zweck der Erzeugung von Kindern unbestrittener Vaterschaft, und diese Vaterschaft wird erfordert, weil diese Kinder dereinst als Leibeserben in das väterliche Vermögen eintreten sollen." (8)

Die genaue Gestalt der Familie hat sich mit den verschiedenen Formen der Klassengesellschaft verändert, die Zentralität der weiblichen Monogamie jedoch nicht, wodurch auch erklärt wäre, warum es durchgängig umfassende Gesetze, Religionen und Bräuche zu ihrem Schutz gab und gibt. Es war nicht die Prostitution, die Sex „aus der Sphäre gegenseitigen Genusses" gebracht hat, sondern die Monogamie, die zur Verteidigung des Privateigentums erforderlich ist. Töchter wurden zu Eigentum, das für seine Fähigkeit zur Produktion von Nachkommen gekauft und verkauft wurde, im Tausch gegen Land, Vieh oder Geld.

Die Prostitution entstand aus dem gleichen Prozess, weil keine Gesellschaft in der Lage war, dem Mann die Monogamie ebenso aufzuzwingen wie der Frau. Demosthenes, ein griechischer Redner, fasste die Haltung zur Frau in der Sklavengesellschaft Athens zusammen: „Wir gehen zu Kurtisanen für unseren Genuss, halten uns Konkubinen für unsere täglichen Bedürfnisse und heiraten Frauen, damit sie uns legitime Kinder geben und treue Hüterinnen unseres Herzens sind". (10)

Aber ist diese Sicht nicht veraltet? Sicher gilt doch im 21. Jahrhundert Sex vorwiegend dem gegenseitigen Genuss und nicht der Produktion von Nachkommen oder dem Geldtransfer? In den letzten 40 Jahren hat eine beachtliche sexuelle Liberalisierung stattgefunden durch die Veränderung der gesellschaftlichen Position der Frau und die Entwicklung effektiver Verhütungsmethoden, und Prostitution ist nunmehr nicht die einzige Form von außerehelichem Sex. Doch die gesellschaftlichen Strukturen bevorzugen in Eigentumsbelangen immer noch monogame heterosexuelle Beziehungen, und weltweit werden Frauen, die offen nicht monogamen Sex suchen, als Huren oder Schlampen beschimpft.





Die Klassenstruktur der Prostitution

Augenscheinlich scheint Prostitution nicht in die üblichen ökonomischen Kategorien zu passen. Ein Historiker schreibt:

„...die Prostituierte verhält sich nicht wie irgendeine andere Ware; sie nimmt einen einzigartigen Platz ein, im Kern eines außergewöhnlichen und ruchlosen ökonomischen Systems. Sie ist in der Lage, alle Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu verkörpern: sie ist menschliche Arbeit, Tauschobjekt und Verkäufer zugleich. Sie steht für Arbeiter, Ware und Kapitalist und verschleiert die Kategorien der bürgerlichen Wirtschaft gleichermaßen wie die Grenzen bürgerlicher Moral testet ... Als Ware beinhaltet und entstellt die Prostituierte alle klassischen Merkmale bürgerlicher Ökonomie." (11)

Während es falsch ist, dass eine einzige Prostituierte alle Elemente der kapitalistischen Produktion verkörpern kann, führt es uns zu den verschiedenen Rollen, die Prostituierte ausüben können. Sie können in der Tat als Arbeiterin, Ware, Verkäuferin und sogar als Kapitalistin auftreten, doch dies liegt darin begründet, dass verschiedene Prostituierte verschiedene Verhältnisse haben können zur Ware, die sie verkaufen.

Waren haben sowohl einen Gebrauchswert als auch einen Tauschwert. Der Gebrauchswert von Prostitution ist die Befriedigung der Sehnsüchte des Klienten, die Bereitstellung sexuellen Genusses. Der Tauschwert ist die in der Ware enthaltene, gesellschaftliche Arbeit, also die physische und mentale Arbeit, die in der Bereitstellung der sexuellen Dienstleistung enthalten ist. Sie entspricht dem, was eine Sexarbeiterin braucht, um sich zu reproduzieren unter den gesellschaftlich durchschnittlichen Bedingungen für diese Industrie.

Wie viele Dienstleistungen und manche produktive Industrien im Kapitalismus findet Prostitution in verschiedensten Formen statt und die Prostituierte hat jeweils ein anderes Verhältnis zu den Produktionsmitteln und zum Käufer. Viele Prostituierte sind Lohnarbeiterinnen: Sie werden von einem Individuum oder Unternehmen beschäftigt und müssen bestimmte Stunden arbeiten. Dies trifft auf Millionen Frauen zu, die in Bordellen, Saunas oder Bars auf der ganzen Welt arbeiten. Sie erhalten einen Lohn aufgrund der gearbeiteten Stunden oder der Zahl der Klienten, die sie gehabt haben.

Hierbei verkaufen sie ihre sexuellen Leistungen nicht direkt an den Klienten - sie verkaufen ihre Arbeitskraft an den Boss. Dieser Boss (Zuhälter, Puffmutter, Bordell- oder Barbesitzer) nimmt das Geld des Klienten entgegen und gibt einen Teil davon der Sexarbeiterin weiter (oder verlangt die Ablieferung eines Anteils am Honorar für die Sexarbeit). In diesem Sinn kann man bei Sexarbeiterinnen - wie bei allen anderen LohnarbeiterInnen - insofern am ehesten vom „Verkauf ihrer Körper" sprechen, als sie ihre Arbeitsfähigkeit verkaufen. Wie jedoch Marx im ersten Band des Kapitals erklärt, ist das nicht gleichbedeutend mit einem Verkauf von sich selbst:

„Dass der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware." (12)

Tatsächlich gibt es Sexarbeiterinnen, die unter Bedingungen der Sklaverei leben - wo sie selbst als Waren verkauft und gekauft und von den Sklaveneignern zur Arbeit eingesetzt werden. Dieses erneute Aufkeimen moderner Sklaverei, über das zumeist in Verbindung mit Menschenhandel berichtet wird, beschränkt sich nicht auf die Prostitution, sondern findet sich auch bei Dienstmädchen oder anderen Formen von dienender Tätigkeit. Dass in Teilen der Sexindustrie Sklaverei existiert, darf uns nicht darüber hinweg täuschen, dass ein viel größerer Teil der Prostitution in Gestalt der üblicheren Lohnsklaverei stattfindet.

Die meisten Sexarbeiterinnen sind jedoch weder Sklavinnen noch Lohnarbeiterinnen - hauptsächlich, weil gesetzliche Einschränkungen der Prostitution die Ausbreitung einer „rechtmäßigen" Industrie behindert und sie auf den Graubereich des Schwarzmarktes und der kriminellen Wirtschaft beschränkt haben. Viele Sexarbeiterinnen sind Direktverkäuferinnen; sie arbeiten nicht für andere, sondern treiben direkten Handel mit dem Klienten. Auch sie verkaufen eine Ware, doch es ist nicht ihre Arbeitskraft, sondern eine Ware, in der ihre Arbeit enthalten ist, also die sexuelle Dienstleistung, und sie verkaufen sie direkt an den Käufer. Sie sind also Selbständige, auch wenn sie in den meisten Ländern nicht legal als solche erfasst werden können. Manche verfügen über Ressourcen und besitzen oder mieten ihre Produktionsmittel - die Räumlichkeiten, Telefone und andere Werkzeuge ihres Gewerks. Sie sind klassische Kleinbürgerinnen.

Viele Frauen in dieser Situation sind jedoch weit vom Bild einer selbständigen Unternehmerin der Mittelklasse entfernt. Die meisten sind arm und mit geringen Ressourcen, und für sie hat ihr Geschäft mehr Ähnlichkeit mit der primitiven Form des Tauschhandels. Zum Beispiel, wenn sexuelle Dienste direkt gegen Subsistenz wie Essen und Unterkunft oder gegen Drogen gehandelt werden. Diese Personen sind nur am Rand in die kapitalistische Wirtschaft eingebunden - sie sind Teil dessen, was Marx das Lumpenproletariat genannt hätte.

Und dann gibt es Prostituierte, die andere beschäftigen, damit sie für sie arbeiten. Einige Sexarbeiterinnen führen ihr eigenes Geschäft, als Madames und Bordellbesitzerinnen. Als Chefinnen eignen sie ihre eigenen Produktionsmittel und beuten die Arbeit anderer aus, während sie zeitweise auch selber Sex verkaufen. Deshalb sind einige Prostituierte Arbeiterinnen, einige Sklavinnen, die meisten Kleinbürgerinnen und einige wenige Kapitalistinnen.(13)





Ausbeutung oder Unterdrückung?

Marx hat auf einer recht hohen Ebene der Abstraktion - Ware, Gebrauchs- und Tauschwert - das Wesen der Ausbeutung festgestellt. ArbeiterInnen werden von KapitalistInnen nicht durch Betrug oder Tricks ausgebeutet, sondern durch das Wesen der Lohnarbeit selbst: ArbeiterInnen tauschen eine Ware gegen Lohn. Die Ware ist nicht Produkt ihrer Arbeit sondern ihre Arbeitsfähigkeit, ihre Arbeitskraft.

Die Ausbeutung entsteht aus dem Unterschied zwischen dem Wert der Arbeitskraft und dem Wert der Waren, die sie in der Zeit der Verwendung der Arbeitskraft durch den Kapitalisten produzieren. Ausbeutung ergibt sich aus der Tatsache, dass der Arbeiter nicht das Produkt seiner Arbeit sondern lediglich die Arbeitsfähigkeit sein eigen nennt. Selbst wenn dem Arbeiter der Lohn in der vollen Höhe des Wertes der Arbeitskraft gezahlt wird - also bei einem fairen Tausch in kapitalistischen Begriffen - wird der Arbeiter ausgebeutet.

Roberta Perkins schreibt über die Sexindustrie in Australien und liefert eine wertvolle Beschreibung, wie dies in der Sexindustrie funktioniert:

„Bordelle oder Salons (kleine Bordelle, Bäder, Saunas, Harems) sind in ihrer Struktur wie eine kleinere oder mittlere Fabrik, ein Hotel oder ein anderes Gebäude, das ausschließlich als Arbeitsplatz verwendet wird, mit großer Kapitalauslage, hohen Gemeinkosten und einem großen regelmäßigen Profit. Der ‚Eigentümer der Produktionsmittel' kann ein Individuum, eine Partnerschaft oder eine Aktiengesellschaft sein, der zusätzliches bezahltes Personal beschäftigt wie Manager, RezeptionistInnen, BarkeeperInnen, oder Reinigungspersonal und auf Kommission Beschäftigte, oder Prostituierte. Die Prostituierten arbeiten hier in proletarischer Tradition, bei der ihre Arbeit erworben und gegen Geld getauscht wird. Der Tauschwert der Prostituierten ist üblicherweise halb so hoch wie der Tauschwert der Güter (Sex), die vom Klienten (Kunden oder Konsumenten) erworben werden. Das ist ihre Kommission [oder ihr Lohn - HW] vom gemeinsamen Arrangement mit dem Besitzer, dessen Anteil ein Mehrwert ist, von dem Löhne für Hilfskräfte, Miete, Strom, Telefon, Werbung und andere Gemeinkosten sowie das Kapital für die Neuinvestition in das Unternehmen (zum Beispiel für Renovierung oder Expansion) abgezogen werden müssen. Was von diesem Mehrwert überbleibt, ist der Profit oder der Gewinn des Eigners." (14)

Wie bei anderen LohnarbeiterInnen entstehen Ausbeutung und Profit aus der Spanne zwischen den Beschäftigungskosten der Sexarbeiterin und dem Einkommen, das sie durch die von ihr gelieferte Ware erzeugt. Für die Kleinbürgerin gibt es keine Ausbeutung in diesem Sinn, und der Profit entsteht durch die Anhebung des Preises über die Unternehmenskosten.

Diese Analyse wird von Feministinnen zurückgewiesen, die argumentieren, dass der Klient auch direkt die Sexarbeiterin ausbeutet. Klarerweise ist im Verhältnis Prostituierte-Klient der Klient fast immer in einer privilegierten wirtschaftlichen Position, doch beutet er die Prostituierte nicht aus. Seine Rolle in diesem Verhältnis ist die eines Konsumenten. Es gibt viele andere, die sie ausbeuten - ob das der Unternehmer, der Zuhälter, Puffmutter oder eine Firma sein mag - aber in ökonomischen Begriffen ist es nicht der Klient.(15)

Hier ist Engels Analogie über Prostitution und Monogamie relevant. In der Familie hat der Ehemann viele Vorteile gegenüber der Frau hinsichtlich der Macht im Haushalt, des verfügbaren Einkommens und der Freiheit von vielen weltlichen Aufgaben. Doch dies hat er im Allgemeinen nicht durch die ökonomische Ausbeutung seiner Frau erreicht - er hat dies „ererbt" von der allgemeinen Position von Mann und Frau im Kapitalismus.(16)

Wenn wir hier sagen, dass Prostituierte nicht von den Klienten ausgebeutet werden, ist das nicht gleichbedeutend damit, dass sie von ihnen nicht unterdrückt werden. Viele Sexarbeiterinnen werden brutal von Klienten unterdrückt, die auf herabwürdigende und oft gewalttätige Weise behandeln. Auch der Staat behandelt Sexarbeiterinnen so, indem er ihnen oft grundlegende Menschen- und andere Rechte verwehrt. So wurde zum Beispiel in Britannien bis vor Kurzem eine Frau, die frühere Verurteilungen wegen Anschaffens hatte als „gemeine Prostituierte" geführt. War sie einmal erfasst, so hatte sie weniger Rechte als alle anderen. Erneute Verfahren benötigten nicht einmal zwei Zeugenaussagen, sondern konnten allein aufgrund der Aussage eines Polizisten zur Verurteilung führen, wobei auch die bisherigen Verfahren eine Rolle im Gericht spielten.

In vielen Ländern bestehen für Frauen mit Verurteilungen wegen Prostitution Einschränkungen im Reiserecht, ihnen wird oft das Sorgerecht für die Kinder verwehrt und in England werden auf den Straßenstrich gehende Frauen mit Verweisen wegen asozialen Verhaltens belegt, die zu einem effektiven Ausgehverbot für eine Aktivität führen, die eigentlich kein Verbrechen ist. Extremere Beispiele der Unterdrückung von Prostituierten schließen die hohe Mordrate und die Häufigkeit von physischen Angriffen ein, und die Verteufelung, die sie durch die Presse erfahren. Frauen, die als Prostituierte geoutet werden, werden oft von Familie und Freunden verstoßen, können ihre Kinder verlieren und nie wieder in „normale" Jobs wechseln. Sie werden zu Geächteten.

Diese rechtlichen und sozialen Sanktionen betreffen nicht nur Frauen, die auf der Straße arbeiten; erstrecken sich auf jede Frau, die als „Hure" erfasst wird. Klarerweise sind es Frauen in verwundbaren Positionen - ohne Geld, mit geringer Bildung und geringem sozialem Support - die am meisten leiden. Sie werden von allen Seiten geschmäht. Es überrascht wenig, dass sich bei vielen eine Drogen- oder Alkoholsucht oder ein mentales Gesundheitsproblem entwickelt. Doch das populäre Stereotyp von Frauen, die als Kind missbraucht und in die Prostitution getrieben werden, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, ist nicht der häufigste Werdegang.

Meist ist es eine Kombination von Faktoren, die zum Beginn der Sexarbeit führen, und der gemeinsame Nenner ist nicht Drogensucht oder Missbrauch, auch wenn dies Faktoren sind, sondern finanzielle Nöte. Dieser Geldmangel kann absolut oder relativ sein - viele Frauen halten die Sexindustrie für eine bessere Option als einen schlecht bezahlten Job mit hoher Ausbeutung im formellen Sektor.

Die Situation ist auch in anderen Ländern nicht anders. In Indien veröffentlichten 1997 Sexarbeiterinnen ein Manifest, das folgende Feststellung enthält, warum Frauen Sexarbeit beginnen:

„Frauen beginnen mit Prostitution aus den gleichen Gründen, aus denen sie andere Optionen der Lebenserhaltung ergreifen, die ihnen zugänglich sind. Unsere Geschichten unterschiedet sich nicht wesentlich von jenen der Arbeiterinnen aus Bihar, die eine Rikscha in Kalkutta ziehen, oder von Arbeiterinnen aus Kalkutta, die Teilzeit in einer Fabrik in Bombay arbeiten. Manche von uns werden an die Industrie verkauft. Nachdem wir an die Puffmutter für einige Jahre gebunden sind, erreichen wir einen Grad von Unabhängigkeit innerhalb der Sexindustrie. [Wir] landen im Sexgewerbe, nachdem wir viele Erfahrungen im Leben gemacht haben, oft gegen unseren Willen und ohne die Implikationen einer Existenz als Prostituierte voll zu verstehen. Aber wann haben die meisten von uns Frauen innerhalb oder außerhalb der Familie schon die Wahl? Werden wir freiwillig zu Dienstmädchen in prekären Verhältnissen? Haben wir denn die Wahl, wen wir heiraten und wann? Diese ‚Wahlmöglichkeit' existiert kaum für uns Frauen, insbesondere für arme Frauen." (17)





Öffentlich und privat

Diese marxistische Analyse zeigt, dass Prostitution als Kehrseite der Medaille der Monogamie entstand, die zur Verteidigung des Privateigentums existiert, und dass sexuelle Verhältnisse nicht gänzlich von den wirtschaftlichen Verhältnissen in der Klassengesellschaft losgelöst werden können. Die Frauenunterdrückung gründet sich auf der Trennung von privater Hausarbeit und Reproduktion von gesellschaftlicher Produktion und gesellschaftlichem Leben.

Die Prostitution stellt eine Bedrohung für die Gesellschaft dar, weil sie diese scharfe Trennung verwischt - Sex aus den eigenen vier Wänden und auf den Markt holt. Weiters gehören Prostituierte im Kapitalismus nicht einer einzigen Klasse an. Unser Programm zur Prostitution soll dieses Verständnis reflektieren und sich weder auf unsere eigenen romantischen Ideen über Sex, noch auf unsere Abscheu gegen die extremste Ausbeutung der Sexarbeiterinnen stützen.





Sexarbeiterinnen organisieren sich

In den letzten Jahren gab es einen massiven Anstieg in der Organisation von Sexarbeiterinnen. In Nordamerika und Europa entwickelten sich viele dieser Organisationen aus Frauengruppen und anderen sozialen Bewegungen, mussten aber mit den feministischen Positionen zur Sexarbeit brechen, um eine Kampagne für ihre eignen Rechte führen zu können. Viele Feministinnen wollen die Abschaffung der Prostitution und sehen sie lediglich als Gewalt gegen Frauen. Sie vertreten, dass sie durch Sanktionen gegen Manager und Klienten sowie Rettungsmissionen für die Prostituierten eliminiert werden muss. Viele sprechen nicht einmal von Prostituierten oder gar Sexarbeiterinnen, sondern verwenden den Begriff „prostituierte Frauen". Diese besonders bevormundende Sprache enthüllt ihre Einstellung - sie halten Sexarbeiterinnen für leichtgläubig und gestehen ihnen keine Rolle in ihrer Befreiung von der Unterdrückung oder Ausbeutung zu.

Der Streit zwischen feministischen Retterinnen und Aktivistinnen für Prostituiertenrechte ist so groß, dass sie sich kaum eine Plattform teilen. Die Women's Library organisierte kürzlich in London eine Ausstellung zur Prostitution, ließ jedoch keine Vertreterinnen der Organisationen der Sexarbeiterinnen zu, was draußen zu Protesten der International Union of Sex Workers (IUSW - www.iusw.org ) führte.(18) Die extremste Position wird von der Schriftstellerin Julie Burchell eingenommen, die schreibt, „Prostitution ist der höchste Triumph des Kapitalismus. Ist der Sexkrieg gewonnen, sollten Prostituierte als Kollaborateurinnen erschossen werden für ihren Verrat an allen Frauen, für das moralische Teeren und Federn von einheimischen Frauen, die das Pech haben, in ihrem Revier zu leben." (19)

Die Organisationen von Sexarbeiterinnen wurde dafür kritisiert, die Prostitution zu romantisieren und nur die „Professionellen" der Mittelklassen zu repräsentieren. In Indien jedoch existiert eine Massenorganisation von Sexarbeiterinnen und vertritt genau die gleichen Positionen. Das Durbar Mahila Samanwaya Komitee (oder „Durbar" - www.durbar.org - was auf Bengali so viel bedeutet wie unaufhaltsam oder unzähmbar) hat seine Basis in West Bengal, Indien, und entstand aus der Sonagachi AIDS Präventionsinitiative. Durbar hat 65.000 Mitglieder und arbeitet in einigen der ärmsten Gebiete des Landes:

„Durbar steht explizit zu seinem politischen Ziel des Kampfes für die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit und von Sexarbeiterinnen als Arbeiterinnen und für eine gesicherte soziale Existenz der Sexarbeiterinnen und ihrer Kinder. Durbar fordert die Entkriminalisierung erwachsener Sexarbeiterinnen und versucht Gesetze zu reformieren, die Menschenrechte von Sexarbeiterinnen einschränken, und dazu tendieren, sie zu kriminalisieren und ihre Beteiligung als volle Bürgerinnen zu beschränken." (20)

Ihr bereits oben zitiertes Manifest von 1997 enthält ein Verständnis von sexueller Unterdrückung, das viele SozialistInnen beschämt:

„Der Besitz von Privateigentum und die Erhaltung des Patriarchats erfordern die Kontrolle über die Reproduktion der Frau. Da die Eigentumslinien durch legitime Erben erhalten werden und der Geschlechtsverkehr von Mann und Frau das Potential der Zeugung birgt, billigt das kapitalistische Patriarchat nur solche Paarungen. Sex wird vor allem und fast ausschließlich als Instrument der Reproduktion gesehen und alle innewohnenden Aspekte des Genusses und der Sehnsucht negiert ... Der junge Mann auf der Suche nach sexueller Einführung, der verheiratete Mann, der die Gesellschaft ‚anderer' Frauen aufsucht, der Wanderarbeiter, der fern von seiner Familie die Wärme und Zuwendung im Rotlichtbezirk sucht, sie alle können nicht als schlecht und pervers abgetan werden. Dies zu tun, würde eine ganze Geschichte menschlicher Suche nach Sehnsucht, Intimität und Bedürfnis verleugnen."

Organisationen der Sexarbeiterinnen sind zentral im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Angesichts der Klassenspaltung innerhalb der Prostitution müssen diese Organisationen von jenen Sexarbeiterinnen geführt werden, die angestellt sind oder für sich selbst arbeiten, und dürfen nicht jenen, die andere beschäftigen und ausbeuten wollen, als Rekrutierungsfelder überlassen werden.

Die Gewerkschaften und lokalen Organisationen von Sexarbeiterinnen brauchen starke Verbindungen zu anderen Organisationen der ArbeiterInnen - als Teil einer vereinten und starken ArbeiterInnenbewegung werden sie besser in der Lage sein, weit verbreitete Vorurteile zu bekämpfen.

Im letzten Jahrzehnt haben viele Gewerkschaften beschlossen, Sexarbeiterinnen zu organisieren und zu vertreten. In Britannien überzeugte die International Union of Sex Workers (IUSW) die allgemeine Gewerkschaft GMB, eine Sektion für die Sexindustrie in Soho zu gründen, und diese hat erfolgreich ein Bordell organisiert und Anerkennungsvereinbarungen mit Striplokalen getroffen. Sexarbeiterinnen werden auch in die allgemeinen Gewerkschaften in Deutschland (Verdi) und in Holland (FNV) aufgenommen. (21)





Prostitution und Sozialismus

Das Leben von Sexarbeiterinnen ist oft hart und gefährlich, und nicht zuletzt deshalb, weil es kriminalisiert und der Repression ausgesetzt ist und damit Sexarbeiterinnen dem Missbrauch durch Zuhälter und Klienten ausliefert. Viele Sexarbeiterinnen sind mit ihrer Arbeit unglücklich und würden sie verlassen, gäbe es wirkliche Alternativen. Dennoch ist es eine Form entfremdeter Arbeit wie die anderen im Kapitalismus.

Prostitution würde in dieser Form in einer sozialistischen Gesellschaft nicht existieren, genauso wenig wie die Familie oder die Arbeit in ihrer gegenwärtigen Form. Es mag sehr wohl spezialisierte sexuelle UnterhalterInnen oder ExpertInnen geben. Jedoch befreit von der Verbindung zum Privateigentum und der staatlich sanktionierten oder durchgesetzten Monogamie werden sich sexuelle Verhältnisse in Richtungen entwickeln, über die wir heute nur spekulieren können. Der zentrale Punkt ist, dass die Unterscheidung zwischen öffentlich und privat, im Sinne des öffentlichen gesellschaftlichen Lebens und der privaten Reproduktion sich auflösen muss, und in diesem Prozess werden Frauen wirklich befreit.





Strategien zur Sexarbeit

Die Prostitution muss entkriminalisiert und jene, die Sex verkaufen oder kaufen, müssen von Verfolgung befreit werden. Streichung aller spezifischen Gesetze zur Sexarbeit! Das ist nicht gleichbedeutend mit der Legalisierung von Prostitution, die dazu führt, dass Toleranzzonen oder eine Liste registrierter Arbeiterinnen geschaffen werden. Solche Regelungen sind nicht zum Schutz der Arbeiterinnen, sondern um die „höfliche Gesellschaft" von solchen Arbeiterinnen zu schützen. Wir lehnen solche spezifischen Regelungen für „Sexarbeiterinnen" ab, weil sie lediglich dem Staat mehr Kontrolle über die Sexarbeiterinnen ermöglichen, etwa sie zu regelmäßigen Gesundheitskontrollen zu zwingen, wie es in keiner anderen Industrie möglich wäre. In Ländern mit staatlicher Kontrolle der Sexarbeit, wie in Österreich oder in Griechenland, wo registrierte Arbeiterinnen regelmäßige Untersuchungen und Bestätigungen brauchen, wird durch diese Legalisierung nur die versteckte Sexarbeit und die staatliche Repression aufrechterhalten. Regelungen, die wirklich dem Schutz der Sexarbeiterinnen vor Kriminellen, Gewalt usw. dienen sollen, müssen - wie in anderen Industrien auch - von den gewerkschaftlichen Vertretungen der Sexarbeiterinnen entwickelt werden, sobald ihre Arbeit entkriminalisiert ist.

Gegenüber Ausbeutern und Belästigern kann es nur eine Nulltoleranz geben. Gewerkschaften der Sexarbeiterinnen sowie gleiche Rechte wie andere ArbeiterInnen erlauben Sexarbeiterinnen ihren Ausbeutern entgegenzutreten. Solange sie am Rande der Legalität leben oder tatsächlich kriminalisiert werden, können sie nicht auf Gesetze zurückgreifen.

Für freies Bewegungsrecht der Arbeitskräfte über die Grenzen hinweg! Weg mit allen Einwanderungskontrollen! Nur so kann die Macht der Menschenhändler in der Sexindustrie untergraben werden. Keine erzwungene Sexarbeit; unter entkriminalisierten Rahmenbedingungen können Sexarbeiterinnen selbst sicherstellen, dass Minderjährige und verletzbare Jugendliche nicht ausgebeutet werden.

Wir brauchen Kampagnen gegen die Heuchelei rund um die Sexarbeit - durch die Integration von Sexarbeiterinnen in allgemeine Gewerkschaften wird das in der ArbeiterInnenklasse einfacher, doch wir müssen der bösartigen Position der Presse und des Staates entgegentreten.

Wir lehnen das zwangsweise Testen von Sexarbeiterinnen auf HIV und andere sexuell übertragene Krankheiten ab, ebenso wie die Verwahrung von Sexarbeiterinnen, denen eine Infektion nachgewiesen wurde. Für Frauen, Männer und Kinder, die als SexarbeiterInnen arbeiten, sind HIV und andere Infektionen Berufskrankheiten, für die sie nicht bestraft werden sollten. Eine Aufklärungskampagne unter Sexarbeiterinnen und Klienten soll die Verwendung des Kondoms sowie die Praxis von Safer Sex fördern.

Freizeitdrogen sollen legalisiert werden und ihre Verbreitung reguliert und auf ein sicheres Niveau gebracht werden. Die Verwendung harter Drogen einschließlich der Abhängigkeit von diesen soll als medizinisches/soziales Problem behandelt werden. Die untergräbt die Drogenkriminalität, die mit einem Großteil der Gewalt rund um Prostitution verbunden ist.

Wir müssen der Doppelmoral entgegentreten, die Frauen das Recht auf freie Sexualität zu verwehren sucht, während sie sie bei jungen Männern fördert. Das ist Teil des Kampfes gegen Sexismus.

Jede Kampagne für Sexarbeiterinnen soll in Verbindung mit der Verbesserung der Bildung und Ausbildung junger Frauen und mit der Forderung nach anständigen Jobs und Löhnen geführt werden.





Über den Artikel

Der Artikel "Marxism versus Moralism" erschien im Journal "Permanent Revolution" Nr. 3 (Winter 2006), von der gleichnamigen Gruppe aus England
http://www.permanentrevolution.net
Die deutsche Übersetzung stammt aus der Zeitung "Sozialistische Perspektive" von der "Gruppe für revolutionär-marxistische ArbeiterInnenpolitik" aus Österreich
www.arbeiterinnenpolitik.net

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English original, Originalarbeit:
PDF - 7 pages, Seiten



Über die Autorin

Helen Ward, eine Unterstützerin der Gruppe Permanent Revolution, ist eine im öffentlichen Gesundheitswesen angestellte Ärztin und Forscherin, die seit über 20 Jahren mit Sexarbeiterinnen in London und Europa arbeitet. Gemeinsam mit der Anthropologin Sophie Day hat sie Forschungen über HIV und andere Gesundheitsrisiken, Beschäftigungsmobilität und Lebenszyklen in der Sexarbeit durchgeführt und eines der größten Projekte für Sexarbeiterinnen in Britannien aufgebaut. Sie ist eine Unterstützerin der International Union of Sex Workers.





Endnoten

(1) K. Marx, Ökonomische und philosophische Manuskripte, 1844.

(2) In diesem Artikel verwende ich die Begriffe Prostitution und Sexarbeit. Es gab eine ausführliche Debatte darüber, welcher zu bevorzugen wäre und im Allgemeinen wird Sexarbeit von den Aktivistinnen bevorzugt und bezieht sich auf eine größere Gruppe von Menschen in der Sexindustrie. Historische und gegenwärtige Diskussionen über die Rolle von kommerziellem Sex in der Gesellschaft tendieren dazu, von Prostitution zu sprechen (Austausch von Sex statt von Bildern mit sexuellem Inhalt zum Beispiel) und daher halte ich es für wichtig, den Begriff weiterhin zu verwenden. Ich beziehe mich auch ausschließlich auf Sexarbeiterinnen und männliche Klienten in der Diskussion der allgemeinen Aspekte der Prostitution. Dies deshalb, weil es die vorherrschende Form ist und am engsten mit der allgemeinen sexuellen Unterdrückung verbunden ist. Dies soll jedoch nicht leugnen, dass es eine große Anzahl von Männern gibt, die Sex verkaufen. Die britische Regierung schätzt, dass es derzeit 70.000 SexarbeiterInnen in Britannien gibt.

(3) RS Rajan, The prostitution question(s). (Female) Agency, sexuality and work, in Trafficking, sex work, prostitution, Reproduction 2, 1999

(4) J. Bindell, The Guardian, 7 Juli 2003

(5) F. Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates, Kapitel II, Die Familie

(6) A. Bebel, Woman under socialism, Schocken Books, 1971
www.mlwerke.de/beb/beaa/beaa_207.htm

(7) Scottish Socialist Party Women´s Network, Prostitution: a contribution to the debate, 2006, auf
www.scottishsocialistparty.org/pages/prostitution.html

(8) F. Engels, Ursprung..., Kapitel II, Die Familie; 4. Die monogame Familie, 1. Absatz

(9) Movement for a Revolutionary Communist International 1986, The origin and changing nature of women's oppression, auf
www.permanentrevolution.net/?view=entry&entry=375

(10) JA Symonds, A problem in Greek Ethics, 1901, auf
www.sacred-texts.com/lgbt/pge/pge00.html

(11) S. Bell S., Reading, writing and rewriting the prostitute body, Indiana University Press, 1994

(12) Kapital, Band 1, 2. Abschnitt/4.Kapitel, 3. Kauf und Verkauf der Arbeitskraft, eigene Hervorhebung

(13) Diese Klassenheterogenität ist nicht einzigartig in der Prostitution. Man kann hier eine Analogie zur Bauernschaft sehen, die von ans Land gebundenen Untertanen über kleine Bauer, die nur Produkte ihrer eigenen Arbeit (und der ihrer Familie) verkaufen, bis hin zu reichen Farmern, die andere anstellen.

(14) R. Perkins, Working girls: prostitutes, their life and social controll, Australian Institute of Criminology, 1991

(15) Natürlich können Klienten Prostituierte prellen und tun dies auch, indem sie sich weigern, für die Dienstleistung zu bezahlen. Doch dies ist Diebstahl und nicht Ausbeutung.

(16) Eine Ausnahme davon ist, wo Familie eine produktive Einheit darstellt, was am häufigsten in bäuerlichen oder frühen industriellen Gesellschaften vorkommt, wo der Ehemann sowohl Haushaltsvorstand ist als auch der Chef des Unternehmens ist und die Arbeit seiner Frau und Kinder ausbeutet.

(17) Sonagachy Project, Sex worker´s manifesto, Calcutta, 1977, auf
www.bayswan.org/manifest.html

(18) Details dieser Ausstellung, die bis Ende März 2006 lief, sind zu sehen auf
www.londonmet.ac.uk/thewomenslibrary/whats-on/prostitution.cfm

(19) http://en.wikiquote.org/wiki/Julie_Burchill

(20) Durbar Mahila Samanwaya Commitee, auf
www.durbar.org

(21) G.Gall, Sex Worker Union Organising, Palgrave Macmillan, 2006








Mehr Theorie ...

SEXWORKER.AT interne Querverweise:

Marktgesetze von Prostitution und sog. Menschenhandel

Feminismus und Antisemitismus und Kapitalismus

Menschenhandel ein polito-soziales Konstrukt





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Zwerg - 2008-01-08, 12:07
Titel: Der Lohn der Prostitution - Ökonomisch erforscht
Ökonomisch erforscht

Der Lohn der Prostitution
Von Olaf Storbeck

Der renommierte Ökonom Steve Levitt hat den Straßenstrich in seiner Heimatstadt Chicago erforscht und dafür mehrere Monate lang 160 Prostituierte interviewt. Die Studie liefert viele beklemmende Einblicke in das älteste Gewerbe der Welt – und in die Abgründe der amerikanischen Gesellschaft.

NEW ORLEANS. Steve Levitt hatte es geahnt. „Die Organisatoren wollten uns keinen größeren Raum geben“, entschuldigte sich der Ökonom aus Chicago. Dabei bot der „Grand Salon“ des Hilton-Hotels in New Orleans mehr als 200 Zuhörern Platz und gehörte damit zu den größeren Veranstaltungssälen auf der Jahrestagung der American Economic Association. Trotzdem mussten etliche Besucher stehen, als der Autor des Bestsellers „Freakonomics“ dort seinen Vortrag hielt.

Levitts Thema war sexy – im wahrsten Sinne des Wortes. Der renommierte Forscher präsentierte eine empirische Analyse des Straßenstrichs in seiner Heimatstadt Chicago. Mehrere Monate lang hatte Levitt zusammen mit dem Soziologen Sudhir Venkatesh von der Columbia University in New York in mehreren Rotlichtbezirken der Metropole 160 Prostituierte befragt.

Levitt stieß bei seinen Untersuchungen dabei auf teils erschütternde Fakten. So stellten die Forscher fest: Zwar ist käuflicher Sex in Chicago offiziell verboten. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine Prostituierte von einem Polizisten verhaftet wird, ist viel geringer, als dass sie mit ihm Sex hat – kostenlos, versteht sich. In fünf Prozent aller Fälle würden die Frauen unentgeltlich arbeiten, sowohl für Polizisten wie auch für die Mitglieder der örtlichen Gangs.

Alarmierend ist, dass der Gebrauch von Kondomen wohl eher die Ausnahme ist: Nur bei jedem vierten Geschlechtsakt kommen sie zum Einsatz. Der Aufpreis, den Prostituierte für ungeschützten Geschlechtsverkehr nehmen können, ist gering – er liegt bei zwei Dollar beziehungsweise zehn Prozent des Preises. Im Schnitt einmal im Monat werden die Frauen Opfer von Gewalt.

Eine Prostituierte auf dem Chicagoer Straßenstrich kann pro Stunde zwischen 25 und 35 Dollar verdienen – das ist vier- bis fünfmal mehr als der Mindestlohn in der legalen Wirtschaft. „Angesichts der Arbeitsbedingungen und der Risiken, die die Frauen eingehen, erscheint mir das kein besonders hoher Aufschlag zu sein“, sagte Levitt.

Zu den erstaunlichen Ergebnissen der Studie gehört, dass sich Zuhälter offenbar für Prostituierte auszahlen. „Wenn es einen Zuhälter gibt, kommen die Prostituierten auf einen höheren Stundenlohn und haben weniger Ärger mit der Polizei“, so Levitt. „Als die Frauen, die wir interviewten, mitbekamen, dass wir durch die Untersuchung auch Zuhälter kennengelernt haben, fragten viele, ob wir ihnen nicht einen vermitteln können.“ Allerdings erscheint fraglich, inwieweit sich dieser Befund auf Länder übertragen lässt, in denen käuflicher Sex legal ist. Levitt: „In einem vollkommen unregulierten Markt wie dem von Chicago scheinen Zuhälter wichtig, um das Geschäft zu organisieren.“

link handelsblatt.com
Marc of Frankfurt - 2008-01-08, 12:47
Titel: Ökonomie der Prostitution
Wir sollten ein Ökonomie-Ecke einrichten.

hier eine etwas andere

Englische Version


Odd Numbers

The Market for Street Prostitutes in Chicago


by Zubin Jelveh
Jan 7 2008 10:30AM EST



One of the most intriguing papers in New Orleans this weekend was preliminary work by celebrity economist Steve Levitt of the University of Chicago and sociologist Sudhir Venkatesh of Columbia University.

Venkatesh, who is no stranger to investigations of underground economies, hired former street prostitutes in the south side of Chicago to act as pollsters. The women stood on corners in three neighborhoods (Roseland, Pullman and Washington Park) and collected data from over 100 prostitutes on 2,000 transactions.

The numbers confirm the view that the life of a street prostitute is far from easy. The women were beaten up by their clients once a month on average and the sex acts requested by these clients were often "mind boggling," Levitt said.

"The availability of premarital sex has largely crowded out standard garden variety prostitution," Levitt told the packed room. "What's left is a lot of stuff that the market of wives and girlfriends won't easily provide."

How things have changed. In the 1930-40's, some 50 percent of men lost their virginity to prostitutes, but to have a first sexual experience with a prostitute these days is a rarity.

Using data from the Chicago police department, the researchers showed that prostitution arrests -- mostly the men seeking out sex -- happen in just 0.3 percent of all city blocks, meaning that the market for street prostitution is highly concentrated compared with other types of crime in the city. (The police department in Chicago posts mug shots of those arrested here http://www.chicagopolice.org/ps/list.aspx )

But we also learn that the police aren't much interested in arresting prostitutes.

"If you're a prostitute in our data, you're more likely to have sex with an off-duty police officer than to be arrested by an [on?]off-duty police officer," Levitt said.

In the neighborhood of Pullman, there was only one arrest made during the time Levitt and Venka collected data nearby Roseland had many more. What was the difference between the two neighborhoods? Pullman prostitutes tended to have pimps while Roseland prostitutes flew solo.



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Pimps, it turns out, did a good job of directing customers to prostitutes and paid the women better wages. In fact, women in the survey who found out that the researchers had pimp connections asked to be put in touch with the pimps.

Prostitutes in the study worked 11 to 12 hours a week and made between $25- to $35-an-hour compared with an average of $7-an-hour for other types income opportunities. (In contrast, Levitt said a female friend stopped working as a computer scientist and is now a high-priced call girl making well over $100,000 per year.)

Safe sex wasn't on the minds of prostitutes in this "bottom of the barrel" market, Levitt said, as condoms were used in only five percent of all transactions. And about 5 percent of all tricks were freebies given to police officers or gang members.



The supply of prostitutes was also quite fluid.

During warm weather holidays, Washington Park attracts a number of family reunions which had the curious side effect of driving up demand for prostitutes. Still, Levitt and Venkatesh found that the price of tricks didn't rise in response. [Sic!]

As might be expected, prostitutes from other neighborhoods flowed into the area to soak up demand. But more surprisingly, women who didn't typically turn tricks also found the holidays a good time to make some extra money -- it seems that the stigma attached with prostitution is less pronounced in these areas.

The prostitutes in the study also practiced some ethnic price discrimination. If the customer was black (as were all the prostitutes in the study), the women would make the first price quote. But white customers where asked to name the first price in the hopes that the amount would be much higher than the typical transaction. Repeat customers who were black also paid a lot less than average, but that wasn't the case for whites.


Levitt and Venkatesh's full results will be featured in the upcoming sequel to Freakonomics.

Original mit Links:
http://www.portfolio.com/views/blog....et-prostitutes-in-chicago



Image

Prof. Steven Levitt, Uni Chicago

Levitt, Steven D., and Stephen J. Dubner (2005)
Freakonomics: A Rogue Economist Explores the
Hidden Side of Everything. New York: William
Morrow.

http://en.wikipedia.org/wiki/Steven_Levitt

Sudhir Alladi Venkatesh (2006)
Off the Books - The Underground Economy of the Urban Poor

Sudhir Alladi Venkatesh is Professor of Sociology and Director of Research at the Institute for Research in African-American Studies at Columbia University

http://www.hup.harvard.edu/journalists/interviews/venkatesh.html





Querverweise etc.:

Fundamentale ökonomische Analyse des SexBiz':
Marxismus vs. Moralismus:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19404#19404

ArbeitskräfteunternehmerIn ihrer Selbst:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=31948#31948

Wieviel verdient eine Prostituierte?:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1588 (SW-only)

Preisdumper:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=8890#8890

Huren-Lohn-Kalkulator (HuLoKa):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2050

Risikoabschätzung ungeschützter Service:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1844 (SW-only)

Edlund, Profs. Lena and Prof. Evelyn Korn: "A Theory of Prostitution":
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=30951#30951

Dr. Richard Reichel und Karin Topper:
Prostitution: der verkannte Wirtschaftsfaktor
http://www.gkpn.de/reichel_topper.pdf

Länderberichte U.S.A.:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1363





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oberelfe - 2008-01-08, 13:17
Titel:
Das ist natürlich nicht nur in Chicago ein Problem, dass die Exekutive die Illegalität benutzt und Sexarbeiter/innen auf diese Weise mit ihrer Macht ausbeutet.
Bei meinen vielen Reisen habe ich das schon mit meinen Augen in vielen Ländern der Welt gesehen, wo Sexarbeit nicht legal ist.
Es ist sogar gang und gäbe, dass die Polizei unentgeltlich Sex hat, als Deal sozusagen, damit Sexworker ihre Ruhe haben und nicht festgenommen werden und somit ihrer "Arbeit" nachgehen können.
Erschreckend ist dabei auch, dass Kondome fast nicht gebraucht werden - obwohl ich der Meinung bin, dass für kein Geld der Welt meine Gesundheit in Relevanz steht - ist schockierend wie minimal manche Sexworker für dieses Risiko entlohnt werden.
Wenn, so wie oben beschrieben, gerade mal ein paar Dollar mehr verlangt wird für den Verkehr ohne Schutz - wie weit ist dieses Risiko dann überhaupt tragbar oder rentabel? ( wie gesagt, Gesundheit kann man sowieso nicht kaufen, somit ist es auch nicht wirklich zu berechnen - aber für 2-3 Dollar würde ich persönlich nie so ein hohes Risiko eingehen!!!)
In der Illegailtät der Sexarbeit wundert es mich dann auch nicht weiter, wenn dann Zuhälter zum Eigenschutz gefragt sind...ist irgendwie einleuchtend für mich...fragwürdig ist dieses Konzept dennoch, denn in dieser Art und Weise kann man als Sexarbeiter/in wohl kaum selbstbestimmt arbeiten.
annainga - 2008-01-08, 13:24
Titel:
das sind dieselben gedanken, die mir auch durch den kopf gegangen sind. wie kann man von "wirtschaftlich lohnend" sprechen, wenn man 1 mal im monat opfer von gewalt wird, kostenlos mit der polizei die dienstleistung machen muss, kein schutz benutzt wird .....

erschreckend, unglaublich, leider realität.
Marc of Frankfurt - 2008-01-11, 16:42
Titel: Bezahlte SW, unfertige Studie - Kritik der Hilfsprojekte
Sexworker-Forschung

Economist examines the city's sex trade

Best-selling author's early findings about street-level prostitution draw criticism from local social workers


By Steve Schmadeke | Tribune staff reporter
11:19 PM CST, January 10, 2008


A two-year study of the economics of prostitution in Chicago found the women were forced to service police officers, worked more during holidays like July 4th and varied pricing based on their customer's race, according to a preliminary paper presented by the researchers.

University of Chicago professor and "Freakonomics" author Steven D. Levitt and sociology professor Sudhir Venkatesh of Columbia University organized a two-year study of street-level prostitution in the Roseland and Pullman neighborhoods. The study, which ended in May, also included Washington Park for about 8 months after police began a crackdown and the regular prostitutes moved their activity 6 miles north.

Although it has yet to be formally published, the study has been read by Chicago aid workers, some of whom dispute its findings on the city's sex trade.

The researchers hired trackers, typically former prostitutes themselves, to follow a sample of about 160 female sex workers and record details of each sex act they performed. Working prostitutes were paid $150 a week to participate in the two-year study.

Street prostitutes reported that about 3 percent of the sex acts they performed were "freebies" given to Chicago police officers to avoid arrest, according to a draft report of the study, which was presented to a packed session last weekend at an annual national economics conference in New Orleans.

According to the paper, full-time prostitutes made on average less than $20,000 a year. If they had a pimp, the women made a little more, even after giving up a 25 percent cut of their earnings. The women reported being beaten about once a month on average.

Fridays were the sex trade's busiest days; Mondays the slowest.



Differences in price

White and Hispanic men were charged more, the study found, while [b]blacks and repeat customers paid less. Seasonal spikes in demand drove up prices [im obigen Artikel stand das wurde gerade nicht festgestellt]—the study found prices increased 30 percent in Washington Park over the July 4 week—and brought more women into the market.

Markets in Roseland and Pullman operated differently, the study found. In Pullman, prostitutes worked with one of four pimps, while in Roseland prostitutes worked the streets on their own, according to the study.

Levitt, whose best-selling book "Freakonomics" made him a nationally known economist, declined through a university spokesman to comment and did not want the results published because the paper was still preliminary and incomplete. Venkatesh replied to a Tribune e-mail and also asked that the results not be published.

But details of the research and the preliminary findings have been circulated to aid groups in the city and presented elsewhere, and mentioned on Levitt's Freakonomics blog. The full draft of the paper is on the University of Chicago's Web site, marked "extremely preliminary and incomplete."

Chicago groups working to help women escape the sex trade said they felt the draft paper overall failed to adequately address prostitutes' suffering, seemed inaccurate in spots, and could be misread.

Samir Goswami, associate director of policy at the Chicago Homeless Coalition, said that although the data collected by the researchers was impressive, the study seemed to hold little potential in addressing the problem. He noted that street prostitution is a small fraction of the sex trade. "It's a classic example of an economist trying to tackle a very complicated problem just by looking at numbers," said Goswami, who has read the paper. "It's flawed because the numbers do not explain the social situation these women are in. It's not just a business transaction."

Advocates also said prostitutes are beaten more frequently than reported in the study, and some questioned the findings on pimps, maintaining that the men take a larger cut than 25 percent and that there are in fact pimps in Roseland.

"It just makes me really wonder if they have a full understanding of how pimps work," said Olivia Howard, a former prostitute who is now assistant director of recovery support services for the Haymarket Center, a substance-abuse treatment organization. ". . . The girls may not call them pimps. It might be their boyfriend, manager or business partner. They're still being exploited."

"I think it's a real dangerous thing to say there's no pimps in Roseland," said Rachel Durchslag of the Chicago Alliance Against Sexual Exploitation, who read the draft study. "It paints a really warped picture."

Police spokeswoman Monique Bond did not respond to requests for comment on the study's finding that some police officers demand sex from prostitutes.



New training for responders

The city is working on new training for first responders who deal with prostitutes, starting with paramedics, said an official in the Mayor's Office on Domestic Violence. Chicago aid groups said that in this regard, the study's results are unsurprising and perhaps even understated.

"When they drive up on you, it's such a fear factor—you don't have a choice," said Brenda Myers-Powell, a former prostitute who now works with the Chicago Homeless Coalition and mentors women leaving the sex trade. "Chicago's finest takes its privileges wherever it can. I'm not talking secondhand; I'm talking about what I've experienced."

The study also had disturbing findings about health issues and gave insights into the effectiveness of law enforcement.

The study found that condoms were used in just 25 percent or fewer acts— unprotected sex seemed to be the starting point for negotiations—and there was a small price increase for unprotected sex.

Levitt and Venkatesh found that prostitution arrests were concentrated in certain parts of the city—half were made in just eight of the city's 77 community areas. Neighborhoods near train stations or a major road saw more arrests, as did areas with more families on public assistance.

But arrest records paint an incomplete picture, the draft paper says, not only because police activity ebbs and flows, but because prostitutes in their study were only officially arrested once for every 450 sex acts. Johns were arrested even less frequently. The extra paperwork and concern in neighborhoods about appearing to have an active sex market led to fewer reported arrests, conversations with police suggested, according to the paper.

Only one in 10 arrests—there are about 3,500 arrests in Chicago each year—leads to a prison sentence, leading the authors to conclude that "the criminal justice system has a relatively minor impact on prostitution activities."

Goswami and Durchslag said they were trying to arrange a meeting with Levitt. A University of Chicago spokesman said a final version of the paper is expected to be released in April.

sschmadeke@tribune.com
http://www.chicagotribune.com/news/....ory?coll=chi_tab01_layout
Marc of Frankfurt - 2008-01-14, 17:56
Titel: U.S.A.
Sex Without Romance: The Political Economy of Prostitution

ASHLIE C. WARNICK
Yale Law School
LAW WITHOUT ROMANCE, Edward Lopez,(ed.), 2008


Abstract:
Virtually every jurisdiction in the United States outlaws prostitution or the sex-for-money exchange. Assuming that women decide to become prostitutes because that is their best-available employment option, why is that decision punished and what are the implications of outlawing prostitution? Given the general complaints about prostitution activity, is there a better legal regime to minimize the negative impact on prostitutes but still address any negative externalities created by the activity? This paper begins with an analysis of anti-prostitution regimes, ranging from absolute prohibition with strict enforcement, to technical prohibition but little enforcement, to regulated prostitution under Nevada's legal brothel system. An in-depth look at the legal brothel regime reveals that while the system is preferable, it is stunted by unequal bargaining power between the prostitutes and brothel owners owing to collusive arrangements with local sheriffs. But since a regulated brothel system, with all its faults, provides a safer environment for prostitutes and their customers than prohibition while maintaining a sufficient barrier between the prostitution activity and the community to ameliorate citizen complaints, I ask why this system is not in use in other jurisdictions, specifically Las Vegas, Nevada. Using public-choice analysis, the paper concludes that lower employment costs for casino and hotel owners due to kick backs received by hotel employees from prostitutes and their customers, the interests of rural governments to maximize revenues from tourism generated by brothels, and the interest of Las Vegas legislators to portray the town as family-friendly maintains the status quo of illegality.

Die Familienfreundlichkeit fördert die Illegalität der Sexarbeiter. Hört, hört. Das ist der Kern des Prostitutionsstigmas...





Downloadseite für die Originalarbeit (36 Seiten):

http://papers.ssrn.com/sol3/papers....._id=1081624#PaperDownload





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Marc of Frankfurt - 2008-01-17, 16:00
Titel: Am Gelde hängt, zum Gelde drängt...
Sexarbeits-Forschung
von Sexarbeitern und Sexarbeitsinteressenvertretern: "Research for Sex Work"

Ausgabe zum Thema: "Sex Work and Money"


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Research for Sex Work 9 (June 2006)


http://www.researchforsexwork.org/editions/r4sw09.html





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JayR - 2008-01-18, 22:07
Titel:
Selling sex

Economists let some light in on the shady market for paid sex

IT IS all too easy to become a lost soul in New Orleans. The annual meeting of the American Economic Association this month was part of a huge gathering of social scientists sprawled across the city. Each venue itself was a warren of meeting rooms. Take a wrong turning and a delegate seeking an earnest symposium on minimum wages might innocently end up in the conference session devoted to the market for paid sex.

The star attraction there was Steven Levitt, an economics professor at the University of Chicago and co-author of “Freakonomics”, a best-selling book. Mr Levitt presented preliminary findings* from a study conducted with Sudhir Venkatesh, a sociologist at Columbia University. Their research on the economics of street prostitution combines official arrest records with data on 2,200 “tricks” (transactions), collected by Mr Venkatesh in co-operation with sex workers in three Chicago districts.

The results are fascinating. Almost half of the city's arrests for prostitution take place in just 0.3% of its street corners. The industry is concentrated in so few locations because prostitutes and their clients need to be able to find each other. Earnings are high compared with other jobs. Sex workers receive $25-30 per hour, roughly four times what they could expect outside prostitution. Yet this wage premium seems paltry considering the stigma and inherent risks. Sex without a condom is the norm, so the possibility of contracting a sexually transmitted infection (STI) is high. Mr Levitt reckons that sex workers can expect to be violently assaulted once a month. The risk of legal action is low. Prostitutes are more likely to have sex with a police officer than to be arrested by one.

Pricing strategies are much like any other business. Fees vary with the service provided and prostitutes maximise returns by segmenting the market.Clients are charged according to their perceived ability to pay, with white customers paying more than black ones. When negotiating prices, prostitutes will usually make an offer to black clients, but will solicit a bid from a white client. There are some anomalies. Although prices increase with the riskiness of an act, the premium charged for forgoing a condom is much smaller than found in other studies. And attractive prostitutes were unable to command higher fees.

By chance, the authors were able to study the effects of a demand shock. As people gathered for the July 4th festivities around Washington Park (one of the neighbourhoods studied), business picked up by around 60%, though prices rose by just 30%. The market was able to absorb this rise in demand partly because of flexible supply. Regular prostitutes worked more hours and those from other locations were drawn in. So were other recruits—women who were not regular prostitutes but were prepared to work for the higher wages temporarily on offer.

One controversial finding is that prostitutes do better with pimps—they work fewer hours and are less likely to be arrested by the police or preyed on by gang members. The paper's discussant at the conference, Evelyn Korn of Germany's University of Marburg, said that her favourite result from the study was that pimps pay “efficiency wages”. In other words, pimps pay above the minimum rate required by sex workers in order to attract, retain and motivate the best staff. Mr Levitt said that a few prostitutes asked the researchers to introduce them to pimps.

A separate paper** on sex workers in Ecuador echoed some of these findings. As in Chicago, the paid-sex market in Ecuador is tiered, with licensed brothel workers earning more per hour than unlicensed street prostitutes. These gradations might reflect different tastes: brothel workers tend to be younger, more attractive and better educated. They are also slightly less likely to have an STI. Condom use is the norm: 61% of street prostitutes surveyed used a condom in the previous three transactions. In Chicago, condoms were used in only a quarter of tricks.
What about the johns?

These studies contribute to our understanding of the suppliers of paid sex, but tell us little about their customers. The session's organiser, Taggert Brooks of the University of Wisconsin, attempted to fill this gap in knowledge. He shed light on the sex industry's demand side in his analysis† of men who attend strip clubs. He argued that habitués of strip clubs featuring nude or semi-nude dancers are in search of “near-sex”—an experience of intimacy rather than sexual release. They are aware that paid sex is on offer elsewhere, should they desire it.

Strip-club patrons are more likely to be college-educated (cue some uneasy seat shifting from conference delegates), to have had an STI, and to have altered their sexual behaviour because of AIDS, than non-patrons are. They are typically unmarried, relatively young (against the stereotype of old married men) and are characterised as “high-sensation seekers”.

Although all speakers at the session were careful not to draw very strong conclusions from preliminary findings, a few broad themes nevertheless emerged. In many respects, the paid-sex industry is much like any other business. Pricing strategies are familiar from other settings. Despite evidence of a myopic attitude towards risk, there have been plenty of recent examples of that in the finance industry too. Illegality and lack of regulation are likely to heighten public-health risks. The Ecuador study concluded that rigorous policing of street prostitution might limit the spread of STIs by directing sex workers into the safer environs of licensed brothels. For an audience facing an evening away from home in the Big Easy, there was much to ponder.


The Economist
http://www.economist.com/finance/di....ory.cfm?story_id=10533877

An Empirical Analysis of Street-Level Prostitution
Steven D. Levitt and Sudhir Alladi Venkatesh
http://economics.uchicago.edu/pdf/Prostitution%205.pdf

In Da Club: An Econometric Analysis of Strip Club Patrons
Taggert J. Brooks
http://www.uwlax.edu/faculty/brooks/prof/working/indaclub.htm
Marc of Frankfurt - 2008-02-02, 18:57
Titel: Hoher Hurenlohn wg. fehlender Heiratsgewinnchance !!!
Der Klassiker der Prostitutionsökonomie



Forbes: Money

The Economics Of Prostitution


Michael Noer, 02.14.06, 12:00 PM ET




Wife or whore?

The choice is that simple. At least according to economists Lena Edlund and Evelyn Korn, it is.

The two well-respected economists created a minor stir in academic circles a few years back when they published "A Theory of Prostitution" in the Journal of Political Economy. The paper was remarkable not only for being accepted by a major journal but also because it considered wives and whores as economic "goods" that can be substituted for each other. Men buy, women sell.

Economists have been equating money and marriage ever since Nobel Prize-winning economist Gary Becker published his seminal paper "A Theory of Marriage" in two parts in 1973 and 1974--also, not coincidentally, in the Journal of Political Economy.

Becker used market analysis to tackle the questions of whom, when and why we marry. His conclusions? Mate selection is a market, and marriages occur only if they are profitable for both parties involved.

Becker allowed nonmonetary elements, like romantic love and companionship, to be entered into courtship's profit and loss statement. And children, in particular, were important. "Sexual gratification, cleaning, feeding and other services can be purchased, but not children: Both the man and the woman are required to produce their own children and perhaps to raise them," he wrote.

But back to whores: Edlund and Korn admit that spouses and streetwalkers aren't exactly alike. Wives, in truth, are superior to whores in the economist's sense of being a good whose consumption increases as income rises--like fine wine. This may explain why prostitution is less common in wealthier countries. But the implication remains that wives and whores are--if not exactly like Coke and Pepsi--something akin to champagne and beer. The same sort of thing.

As with Becker, a key differentiator in Edlund and Korn's model is reproductive sex. Wives can offer it, whores can not.

To be fair, Edlund and Korn were merely building an admittedly grossly simplified model of human behavior in an attempt to answer a nagging question: Why do hookers make so much money? Prostitution is, seemingly, a low-skill but high-pay profession with few upfront costs, micro-miniskirts and stiletto heels aside.

Yet according to data assembled from a wide variety of times and places, ranging from mid-15th-century France to Malaysia of the late 1990s, prostitutes make more money--in some cases, a lot more money--than do working girls who, well, work for a living. This held true even for places where prostitution is legal and relatively safe. In short, streetwalkers aren't necessarily being paid more for their increased risk of going to jail or the hospital.

Notwithstanding Jerry Hall's quip when she was married to Mick Jagger, about being "a maid in the living room and a whore in the bedroom," one normally cannot be both a wife and a whore. "Combine this with the fact that marriage can be an important source of income for women, and it follows that prostitution must pay better than other jobs to compensate for the opportunity cost of forgone-marriage market earnings," Edlund and Korn conclude.



Ouch.

Another zinger: "This begs the question of why married men go to prostitutes (rather than buying from their wives, who presumably will be low-cost providers, considering that they can sell nonreproductive sex without compromising their marriage)." Guys, nothing says "Happy Valentine's Day" more than "low-cost provider."

Of course, it's easy to pour cold water on some of the assumptions made in Edlund and Korn's mathematical model. But these so-called "stylized facts" are supposed to predict human behavior; they don't necessarily pretend to mirror it.

In particular, the assumption that there is no "third way" between wife and whore is problematic, if not outright offensive: "The third alternative, working in a regular job but not marrying, can be ruled out, since we assume that the only downside of marriage for a woman is the forgone opportunity for prostitution."

Be sure to let all your married friends know what they're missing.

Also, the emphasis on the utility of children is puzzling. In most Western democracies, fertility rates have plummeted as wealth has increased. Empirically, men not only buy fewer whores as they get richer, but they have fewer children.

Still, the economic analysis of marriage explains one age-old phenomenon: gold digging.

"In particular, does our analysis justify the popular belief that more beautiful, charming and talented women tend to marry wealthier and more successful men?" wrote Becker. His answer: "A positive sorting of nonmarket traits with nonhuman wealth always, and with earnings power, usually, maximizes commodity output over all marriages."

In other words, yes, supermodels do prefer aging billionaires. And Gary Becker proved it mathematically decades before The Donald married Melania.

http://www.forbes.com/2006/02/11/ec....html%3Fpartner%3Dnetscape





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Die wissenschaftliche Originalarbeit:
Edlund, Prof. Lena and Prof. Evelyn Korn (Uni Marburg): "A Theory of Prostitution":


http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=66737#66737





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Marc of Frankfurt - 2008-02-16, 04:55
Titel: Zukunft der Arbeit: mehr Prostitution und Sexarbeit?
Der Sexarbeiter als Prototypus des neuen Berufstätigen im entgrenzten kapitalistischen Neoliberalismus.


Eine neue Chance zur Emanzipation von SexarbeiterInnen im Zuge der globalisierungsbedingten "Gleichstellung" beim Arbeitnehmer-Sozialstatusabbau?



3 Typen von SexarbeiterInnen lassen sich auf einer imaginären Professionalisierungs-Skala der Hierarchie bezüglich Integration und Partizipation innerhalb der Mehrheitsgesellschaft soziologisch unterscheiden (siehe Bilddatei).



Vorgetragen von Agnieszka Zimowska, Uni Göttingen, auf der Fachtagung Würzburg 2007:
"Der gesellschaftliche Umgang mit Prostitution und Sexdienstleistungen im vereinten Europa"
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19972#19972


Nach oben und in Richtung unternehmerischem Aufstieg sind diverse Schwellen zu überwinden.

Z.B. gesetzlich-gesellschaftliche Hürden der Legalisierung und Entkriminalisierung,
moralische der Stigmatisierung und Ausgrenzung und
gesetzlich-persönliche der amtlichen Registrierung und sexuell-geschäftsmäßigen Geschäftstätigkeit.




Interessant ist die Untersuchung unserer Gesellschaftsverfaßtheit und Ökonomie nach diesen teilweise unsichtbaren Schwellen und Mechanismen, die Teilhabe kontrollieren oder beschränken und evt. sogar einer Präkarisierung Vorschub leisten, wie dies Ökonomen für die allgemeinen Arbeitnehmerverhältnisse schon lange vorhergesehen haben (Vgl. Sennet: "Der flexible Mensch").

Unter „Prekarisierung“ wird in der Soziologie die deutliche Zunahme prekärer Arbeitsbeziehungen (niedriger Lohn, befristete Arbeitsverträge, rechtloser Status etc.) verstanden, die alle Gruppen von Arbeitnehmern in spätmodernen Gesellschaften ergreift und nicht nur ökonomische, sondern auch erhebliche soziale und psychische Effekte hervorruft.

So stammt das Modell "Unternehmer seiner Selbst" von Prof. G. Günther Voss, TU Chemnitz u.a.. Er spricht nicht mehr von Arbeitnehmer sondern Arbeitskraftunternehmer.

http://www.tu-chemnitz.de/phil/sozi....oss/aufsaetze/aku_fbg.pdf 1998
http://www.zwe.uni-bremen.de/data/43-voss.pdf 2001
http://www.inag-online.de/papers/AKU-Supervision-download.pdf 2004


Allerdings kann gerade bei personenbezogenen Dienstleistungen beobachtet werden, wie sich die traditionelle Unterbewertung von weiblicher Reproduktionsarbeit fortsetzt. Dies zeigt sich z.B. an der geringen Bezahlung, der mangelnden Professionalisierung und den fehlenden Karrieremöglichkeiten im Rahmen des Pflegedienstleistungssektors. Es gilt ein ungebroches gegendertes ökonomisch-materielles Primat, welches soziales Engagement (Sorgetätigkeiten) und diverse Humanqualitäten weitgehend ignoriert (patriachal-sexistisch-kapitalistische Matrix).

Der Markt dringt in immer mehr Bereiche von Arbeit und Leben und damit normalisiert sich teilweise das herrschende Tabu gegenüber der Sexarbeit.
Wirtschaftliche Ursachen: Allgemeines, wenn auch ungleichverteiltes, Wohlstandswachstum bei globalisiert-gesteigertem Wettbewerbsdruck.
Politische Folgen: Liberalisierung von Sexarbeit?





Vergleiche auch diese Studie
Sex Work Stigma: Opportunist Migrants in London:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28200#28200





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Marc of Frankfurt - 2008-02-28, 13:58
Titel: "Und Action..."
Sexbiz Budgedplan: Bsp. Pornoproduktion

Kein Geld zum Essen - Magermodels?



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Während Pornoproduktionen -obwohl meist leider nur low cost- auch 5stellig sein können, verbleibt kaum etwas fürs Catering
[Quelle theSword.com].

Erstmals, daß ich so eine Business-Torte fürs SexBiz sehe.
[P.S. womit ist die Torte gebacken? Mein Excel machts nicht so lecker.]

Wer hat mehr Links zu Zahlen, Studien, Businesspläne, Gewerbekennziffern... ?




Mehr zu Pornoindustrie und Safer Sex:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=30169#30169

Warum Porno keine Prostitution sei:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=32623#32623
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=55514#55514





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Marc of Frankfurt - 2008-03-26, 03:22
Titel: Auf eigenen Beinen stehen geht mit vielen Berufstätigkeiten
Leitmotiv der Frauen: Unabhängigkeit

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Im Berufsstreben von Männern unterschätzt, in der Familienspähre überbewertet.

Sexarbeit sichert Unabhänigkeit in finanzieller und sexueller/partnerschaftlicher Hinsicht. Nur mit Kindern und Familie leider nicht kompatibel(?).


http://www.welt.de/politik/article1....___was_Frauen_wollen.html





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Marc of Frankfurt - 2008-04-08, 06:40
Titel: Reproduktions-Effizienz / Geldwerter Sexappeal
Mit Mathematik die Ökonomie der Sexualität entschlüsselt:

Weibliches Versteckspiel führte zur Einehe



Frauen schätzen an der Partnerschaft die Sicherheit, Männer den Sex. Genau das sei die treibende Kraft bei der Entwicklung zur Einehe gewesen, berichtet das britische Fachmagazin "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 2288, S. 4) unter Berufung auf mathematische Studien. Indem die Weibchen jeden Tag sexuelle Bereitschaft signalisieren können, verschleiern sie, wann sie tatsächlich fruchtbar sind [verdeckter Östrus, verdeckte Ovulation]. Damit zwingen sie die Männchen, immer an ihrer Seite zu sein, wenn diese sich erfolgreich fortpflanzen wollen.

Bei den meisten Tierarten haben die Weibchen nur Sex, wenn sie auch empfängnisbereit sind. Denn Sex ist anstrengend und kostet Energie. Die Strategie der Männchen dieser Arten sei es dagegen, "nur solange bei ihrer Partnerin zu bleiben wie sie fruchtbar ist und dann zu verschwinden", sagte Zoologe Magnus Enquist von der Universität Stockholm dem Magazin.

Bei einigen Arten aber, darunter Vögel, Stachelschweine und Menschen, haben die Weibchen ihre visuellen und chemischen Signale reduziert und täuschen so ständige Empfängnisbereitschaft vor. "Das Männchen erhält keinen Hinweis. Alles, was es sehen kann, ist das Verhalten seiner Partnerin", so Enquist. Also bleibe es bei seinem Weibchen. Denn auch die Suche nach einer neuen Partnerin koste Energie. Bislang war jedoch nicht bekannt, warum der Trick funktioniert.

Enquist entwickelte mit seinem Kollegen Miguel Girones vom Netherlands Institute of Ecology ein mathematisches Modell und fand heraus, dass unter bestimmten Bedingungen tatsächlich Monogamie (Einehe) entsteht. Sogar in Populationen, in denen die Männchen normalerweise viele Partnerinnen hatten, bildeten sich im Modell monogame Langzeit-Beziehungen, sobald das Weibchen anfing, seine Fruchtbarkeit zu verheimlichen.

Der britische Verhaltensexperte Mike Siva-Jothy von der Universität Sheffield fügt hinzu, dass Monogamie-Bestreben jedoch nicht der einzige Grund ist, warum Weibchen ununterbrochen für Männchen attraktiv sein können: Wenn sie sich mit mehreren Männchen paaren können, steigen ihre Chancen, überlebensfähigen Nachwuchs zu bekommen. Gen-Analysen von Vogeljungen in einem Nest haben beispielsweise ergeben, dass diese meist nicht von demselben Vater stammen. Doch solange die Männchen an die Treue ihrer Partnerinnen glauben, werde die Strategie der versteckten Fruchtbarkeit funktionieren.

Nach Auskunft der "Ärzte Zeitung" (Neu Isenburg) vom Mittwoch kommen jedes Jahr in Deutschland - konservativ geschätzt - 7000 Kuckucks-Kinder auf die Welt, die einen anderen Vater haben als vermutet.


26.04.2001 nano online / dpa
3sat.de/nano/news/18342/index.html




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Zyklische sexuelle Attraktivität zahlt sich im Sexbiz aus.

Eisprung erhöht Sex-Appeal


Wenn Striptease-Tänzerinnen ihre fruchtbaren Tage haben, wirken sie besonders anziehend: Männer geben ihnen in dieser Zeit mehr Trinkgeld.


Während der fruchtbaren Tage ist Striptease besonders lukrativ

70 statt 35 US-Dollar pro Stunde – so viel mehr [doppelt so viel] verdienen Striptease-Tänzerinnen, wenn sie während ihres Eisprungs auf die Bühne steigen, als wenn sie während ihrer Monatsblutung tanzen. Das haben Forscher um Geoffrey Miller von der University of New Mexico in Albuquerque herausgefunden. Der Evolutionspsychologe und sein Team beobachteten über 60 Tage hinweg 18 Stripperinnen während 5300 Tänzen. Sie hielten fest, wie viel Trinkgeld sie erhielten und wann die Studienteilnehmerinnen ihre Monatsblutung hatten.

Sieben Tänzerinnen nahmen die Antibabypille, hatten also keinen Eisprung. Sie verdienten über den gesamten Beobachtungszeitrum ungefähr gleich viel Geld. Bei den übrigen elf Tänzerinnen schwankte das Trinkgeld mit ihrem monatlichen Zyklus: Am wenigsten Trinkgeld erhielten sie während ihrer Monatsblutung. In dieser Zeit steckten die Zuschauer den leicht bekleideten Damen gerade mal 35 US-Dollar pro Stunde zu. Kurz vor und nach dem Eisprung, also in der fruchtbaren Phase, zeigten sich die Zuschauer besonders spendabel und gaben im Durchschnitt 70 US-Dollar pro Stunde. Während übrigen Zeit waren es durchschnittlich 50 US-Dollar.


Wie geheim ist der Eisprung?

Seit Jahrzehnten streiten sich Wissenschaftler darüber, ob Männer den Eisprung von Frauen auf irgendeine Weise wahrnehmen. Anders als viele Säugetiere zeigt der Mensch äußerlich keine Zeichen der Fruchtbarkeit. Manche Forscher vermuten jedoch, dass es verdeckte biologische Signale gibt, die Frauen während ihrer fruchtbaren Tage unwiderstehlich machen.

So vermutet beispielsweise der Wiener Evolutionspychologe Karl Grammer, dass die erhöhten Östrogenwerte während des Eisprungs dazu führen, dass sich Frauen anders bewegen. „Ich halte es für wahrscheinlicher, dass eine veränderte Körpersprache den Eisprung signalisiert und nicht Sexuallockstoffe.“


Kleidung und Duft als Hinweise

Forscher hatten bereits in den vergangenen Jahren vermutet, dass Frauen während ihres Eisprungs verstärkt auf ihr Äußeres achten. Außerdem kamen finnische Wissenschaftler von der Universität Jyväskylä zu dem Schluss, dass Männer den weiblichen Körpergeruch am Eisprungtag besonders attraktiv finden.

bid/Evolution and Human Behavior/ScienceNow
focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/attraktivitaet_aid_135389.html





Lap Dances and Cheap Drugs

Two odd pieces of economic research have been highlighted in the Ig Nobel Prizes,
http://improbable.com/ig/winners/#ig2008
awarded each year by the magazine the Annals of Improbable Research.
http://improbable.com/

The first study examined tips given to lap dancers. Unfamiliar with lap-dancing, Geoffrey Miller and colleagues read up on the relevant sociological and feminist literature before getting eighteen dancers to record their earnings for two months. They found that earnings were greater when the dancers were ovulating: the male patrons expressed a preference for dancers who were currently fertile, even if not consciously aware of the difference.

The other study was by behavioural economist Dan Ariely and colleagues, who found that the placebo effect of a pill was weakened when the pills were discounted in price. In other words, some medicines are more powerful in virtue of being more expensive.

The full references are:
- Geoffrey Miller, Joshua M. Tybur, Brent D. Jordan (2007) “Ovulatory Cycle Effects on Tip Earnings by Lap Dancers: Economic Evidence for Human Estrus?” Evolution and Human Behavior, vol. 28, 2007, pp. 375-81;
http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S1090513807000694

- Rebecca L. Waber, Baba Shiv, Ziv Carmon, Dan Ariely (2008) “Commercial Features of Placebo and Therapeutic Efficacy” Journal of the American Medical Association, March 5, 2008; 299: 1016-1017.
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/full/299/9/1016

http://whystudyeconomics.ac.uk/blog....p-dances-and-cheap-drugs/





vgl. auch:
Spermienkonkurrenz
http://de.wikipedia.org/wiki/Spermienkonkurrenz

Sexuelle Selektion
http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Selektion

Verhütungswissen
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=8815#8815
Eisprungrechner
http://www.focus.de/gesundheit/baby....ng-rechner_aid_26939.html

Die sexuelle Motivation als evolviertes Merkmal
http://zpm.uke.uni-hamburg.de/WebPdf/Pr5SexualMot05.pdf
(11 Seiten)

Versteigerung der Jungfräulichkeit - ein lohnendes Geschäft
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=49717#49717





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Marc of Frankfurt - 2008-04-14, 10:46
Titel: Prostitution als Antwort auf Kosten
Ehe und Prostitution sind Konnexinstitute




Russland
Ehe-Roulette


Von Kerstin Holm

13. April 2008 Der Beruf der Nur-Ehefrau erfordert in Russland hohe Qualifikation, wird dafür gut bezahlt, verlangt aber auch Risikobereitschaft. Das verriet soeben Karrieregattin Hella in einer Frauendebattierrunde der Zeitung „Gazeta“, wo ein Beitrag mit dem Titel „Ich komme mit dem Geld aus, das ich meinem Mann aus der Tasche ziehe“ Hella und ihre Kolleginnen der Unselbständigkeit, Dummheit, ja der Prostitution bezichtigte und ihnen den Untergang in einer neuen Säuberungsaktion gegen die Privilegierten voraussagte.

Ihrer Anklägerin von der Partei der für sich selbst sorgenden Büroangestellten entgegnet Hella, die Hochschulabsolventin, tatsächlich habe sie Pflichten gegenüber ihrem zahlenden Ehemann. Doch sie könne ausschlafen, vergeude ihre Zeit nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, müsse keine Saftpressenverkaufspläne entwerfen, sich an keinen Chef anbiedern. Vielleicht sei es „blöd“, dass sie nicht auf Betriebsversammlungen mit englischen Phrasen glänze, räumt Hella voll Sarkasmus ein. Dafür brauche sie sich nicht zu profilieren und habe Zeit für ihr Kind und ihre Freunde.



Alle prostituieren sich

Für ihre Dienste verlange sie einen nicht geringen Preis, bekennt Hella, stolz, dass ihre Geschirrspülmaschine von einer Hausangestellten bedient wird. Mit einem Armen würde sich die gutaussehende Anfangvierzigerin nicht verbinden, einen Mann aushalten schon gar nicht. Doch ein Büroangestellter verkauft seine Arbeit auch für Geld, findet Hella. Viele Machthaber seien käuflich, ebenso wie jene Wähler, die ihre Stimme einem Kandidaten geben, weil der verspricht, ihre Lohnrückstände zu begleichen. Keine Hure würde sich auf so unsolide Geschäfte einlassen. Doch da alles etwas kostet, philosophiert Hella, kann man auch überall Prostitution entdecken.

Als Kennerin des gesellschaftlichen Roulettespiels teilt Hella die Ahnungen ihrer Debattengegnerin, die Verfolgungs- und Expropriationswellen auf Russlands Besitzende zurollen sieht. Darunter würden aber vor allem einfache Leute leiden, pariert sie und erinnert an die stalinistischen Säuberungen, die sich propagandistisch auch auf Sozialneid stützten. Das Putin-Regime verkauft sie heute als Repression, die vor allem die Elite traf. Tatsächlich litt aber vor allem das Volk. Ja, ich habe Angst, sagt Hella. Doch solange für einen maßvollen Tribut der Kiewer Flughafen erreichbar bleibt, schläft sie noch relativ ruhig. Sollte dieser Ausweg eines Tages versperrt sein, empfiehlt die russische Alphafrau die Azoren. Das Klima sei dort besser als in Moskau - auch für kleine Angestellte.



Text: F.A.Z.
http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA....Tpl~Ecommon~Scontent.html
Mandy - 2008-05-06, 17:47
Titel: Happy Couple
Indian husband demands dowry for sex tape
Last Updated: 5:35PM BST 01/05/2008
An Indian woman has reportedly accused her husband of secretly filming her in bed and threatening to release the video unless her family paid a larger dowry.

The woman, who has not been named, was told that footage of the couple in bed together would be posted onto a internet pornography site if more money was not forthcoming, the Mail Today newspaper reported.

The newspaper said the husband had filmed the tape using a hidden camera, although Indian police could not confirm the incident in time for the report.

The bride's family had already given the groom's family some 400,000 rupees (US$10,000) worth of jewelry.
Marc of Frankfurt - 2008-05-06, 18:32
Titel: Re: Happy Couple(?) wohl eher: erpresste ehel. Mitgift
Ist für mich eher ein Beleg für die strukturelle Ähnlichkeit von Ehe und Prostitution.

Find ich überhaupt nicht witzig und habe mir deshalb erlaubt es zu verschieben.
Marc of Frankfurt - 2008-05-17, 12:55
Titel: Natural-Liquidation
Zahlungsmittel in der Sexarbeit

Prostitution
Trucker bezahlen Sex mit Soja-Bohnen


Steigende Preise für Soja machen das „grüne Gold“ in Argentinien zunehmend zum beliebten Zahlungsmittel – auch für Sex.

Der Bürgermeister des Dorfs General Roca in der wohlhabenden Provinz Córdoba prangerte das Übel jetzt öffentlich an. „Wir wissen alle, dass außerhalb des Dorfes die Laster anhalten und die Trucker die Prostituierten mit Sojaladungen bezahlen“, sagte Norberto Bergami, Vorsteher der 420 Kilometer nördlich von Buenos Aires gelegenen Gemeinde.

Zuhälter und Bordellwirte horten die Sojasäcke seinen Angaben zufolge und verhökern sie gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt. Für einen Lastwagenfahrer, der 30 Tonnen Soja geladen hat, gelte bei der Lieferung eine Fehlermarge von bis zu drei Prozent, so dass er bis zu 900 Kilogramm nebenher entladen könne.

flf/AFP
http://www.focus.de/panorama/welt/p....-mit-soja_aid_301916.html





Siehe auch dieses Thema:
Barter-Trade im Sexbiz - Direkttausch:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1981

Weitere Trix, wie Kunden sich ein Paysex-Budged erarbeiten:
Radiointerview FreiERsein mit Christiane Howe u.a.:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2868





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Marc of Frankfurt - 2008-06-10, 00:22
Titel: sexistische Gehaltsstruktur
Frauen verdienen 22 % weniger als Männer

(Deutschland im statistischen Durchschnitt bei gleicher Tätigkeit 2008)


Umgekehrt ist es in der Sexarbeit! *neidisch guck*
Weltweite Preisliste für weibliche und männliche Sexdienstleistungen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=38073#38073 (SW-only)





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Lupus - 2008-06-12, 13:59
Titel: Re: Zukunft der Arbeit: mehr Prostitution und Sexarbeit?
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
So stammt das Modell "Unternehmer seiner Selbst" von Prof. G. Günther Voss, TU Chemnitz u.a.. Er spricht nicht mehr von Arbeitnehmer sondern Arbeitskraftunternehmer.

http://www.tu-chemnitz.de/phil/sozi....oss/aufsaetze/aku_fbg.pdf 1998


Link hat sich geändert:

http://www.tu-chemnitz.de/phil/sozi....ews_zum_download-258.html (Übersicht, G.G. Voß / H.J. Pongratz: Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der Ware Arbeitskraft?)

oder direkt

http://www.tu-chemnitz.de/phil/sozi....4Eh4RDR0OABECHxJFBRcH.pdf
Marc of Frankfurt - 2008-06-13, 13:08
Titel: Gestellte BILD-Reportage = Schleichwerbung?
Zulieferindustrie Sexwork



BILD:
Christian Strauß (29) beliefert 300 Sex-Appartements
Wenn er kommt, gibt’s Gummi!


Von MAIK BRODERSEN

Dieser Mann hat Hamburgs heißesten Job: Christian Strauß (29) ist Deutschlands einziger Ero-Butler!

Was das ist? Ganz einfach: Strauß beliefert Huren in Modellwohnungen auf Abruf mit all den Dingen, die in der Hitze der Nacht so gebraucht werden: Kondome, Dildos, Feuchttücher, Gleitcreme, etc., etc.

Hamburgs Ero-Butler Christian liefert alles
Christian zeigt Jana (20) eine Auswahl an sexy Dessous

Deutschlands
einziger
Ero-Butler

Sein Arbeitsplatz ist ein grüner Opel Astra – ein mobiler Erotik-Shop auf vier Rädern. Wenn Christian den Kofferraum öffnet, sieht man das Lager: Tausende von Kondomen, viele Pornokassetten, Dessous, Lackstiefel, etc. „Wenn den Damen etwas fehlt, rufen die mich an, und ich komme“, sagt Christian.

Seit Oktober 2007 ist der Erotik-Butler bei www.Modelle-Hamburg.de angestellt. Mehr als 600 Prostituierte bewerben dort ihre Dienste, die sie in ca. 300 Appartements anbieten. Und Christian Strauß bedient wiederum die Mädchen. Sein Angebot an die Liebesdamen: „Bleib im Appartement, ich besorge dir alles. Denn nichts ist schlimmer fürs Geschäft, als wenn ein Freier vor verschlossenen Türen stehen muss, weil das Mädchen einkaufen ist...“

Christians Handy klingelt, Eve (27) ist dran. „Sie braucht 100 Kondome“, sagt er. Christian springt ins Auto, fährt zum Bramfelder Dorfplatz. Dort arbeitet die Sex-Dame in einem Appartement. Über ihrem Bett klebt ein großes Werbeplakat für Bier – mit ihr als Reklame-Mädchen. Zweideutiger Titel: „Da wurde doch was gemacht!“ Eve (Oberweite 80 G): „Ja, das bin ich. Manche Freier sind ganz schön erstaunt...“ Sie freut sich, dass der Ero-Butler so schnell zur Stelle ist: „Mir sind die Gummis ausgegangen, gut, dass du da bist.“ Für 100 Kondome blättert sie 16 Euro hin.

Wieder klingelt Christians Handy. „Notfall bei Daisy“, grinst der Ero-Butler, „ich muss schnell in die Kollaustraße.“ Daisy (33) öffnet die Haustür, sie ist verzweifelt: „Ich hab bei einem Hausbesuch gestern meinen Dildo liegengelassen, und jetzt kommt gleich ein Kunde...“ Christian beruhigt die Blondine, für 15 Euro bekommt sie handlichen Ersatz.

Jetzt muss der Erotik-Butler schnell nach Borgfelde. Im „Haus La Rouge“ warten Mädels auf eine neue Dessous-Kollektion. Jana (20) aus Litauen ist begeistert: „Ohhh, das rote Höschen und dieser rote BH, die sind ja süüß.“

Frage an Christian: Mal ganz ehrlich, bei so vielen Mädchen, wird man(n) da nicht mal schwach? „Nein, niemals, Sex mit Kundinnen geht gar nicht! Außerdem habe ich eine Freundin, die mir 100 Prozent vertrauen kann.“

Sein lustigstes Erlebnis? Christian: „Ich bin kürzlich in eine Polizeikontrolle geraten. Zwei junge Polizistinnen forderten mich auf, den Kofferraum zu öffnen. Als die sahen, was da alles drin war, bekamen die einen knallroten Kopf, guckten sich an und sagten nur drei Worte: Schnell zumachen, tschüs.“

Original natürlich nicht ohne BILD:
www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/20....ts-gummi,geo=4814548.html

www.sexpoint-charlie.com





Solch ein Kondom-Dealer Geschäftsmodell, versuchen bisweilen auch Ex-Sexworker und Co. nach ihrer aktiven Zeit.
Insbesondere ist es ein zusätzlicher Arbsatzmarkt für Dienstleistungen im Sinne von KundInnenbindung von den den Sexmarkt kontrollierenden Marketing-Agenturen.

Das was früher ein potenter Vermittler oder ein geduldets gut eingelaufenes Bordell im Rotlichtviertel waren, sind im Informationszeitalter die Medienagenturen.
Und dieser BILD-Zeitungs-Artikel scheint dafür ein hervorragendes Schleichwerbebeispiel.

Vgl. dieses Beispiel:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=38536#38536





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Marc of Frankfurt - 2008-06-23, 15:07
Titel: Meditation zum Wirtschaftszyklus
Aktuelle Wirtschaftslage
hier dargestellt als Uhr

(Denn alles Leben sind Zyklen und Perioden...)


Talfahrt voraus !
Kommen jetzt die 7 mageren Jahre ?




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Kein Bild?
Einfach im Link XX durch richtige Monatszahl ersetzen:
http://www.cesifo-group.de/link/KT_XX_08_clock.gif


IFO-Geschäftsklimaindex

(Ungewohnt aber gut lesbar, weil recht ähnlich den typischen BWL-Diagrammen der Boston Consulting Group)

(Wird sicher noch was dauern, bis die Sexdienstleister so organisiert und akzeptiert sind, dass es einen eigenen Index für uns gibt :-)



Hier die bekannte übliche Darstellung des Index der Uni München als Zeitreihe oder Kurs-Chart:
http://www.cesifo-group.de/link/KT_08_08_climate_dtl.gif
http://www.cesifo-group.de/link/KT_XX_08_climate_dtl.gif
XX im Link durch die korrekte Monatszahl ersetzen

(Quelle).

Interessante Zeitreihe des Aktienvermögens (DAX-Langzeit-Chart):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=29451#29451 (SW-only)



Was bedeutet Rezession:
Schrumpfen statt Wachsen
Konsolidieren statt Expandieren
Marktbereinigen statt neue Märkte schaffen
Aufs wesentliche Konzentrieren statt Neues ausprobieren
Ausatmen statt Einatmen
Winter statt Sommer
...

Eine Wirtschaft, die nur auf Wachstum aus ist, ist krank.
Erst die Verbindung von up and down erzeugt Form und Qualität.

In diesem Sinne - positiv denken.





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Marc of Frankfurt - 2008-06-24, 22:10
Titel: Pol. Orientierungswissen
Eine Wirtschaftsanalyse die die globalen Umwälzungen im Blick hat.


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Buch von Loretta Napoleoni:
"Die Zuhälter der Globalisierung"







Die ital. Wirtschaftswissenschaftlerin, Autorin und auch Feministin untersucht in ihrem aktuellen Buch den ökonomisch-politischen Wandel seit Fall des eisernen Vorhangs (Globalisierung).

Am Anfang sieht sie Migrantinnen/gehandelte Frauen in die Sexarbeit z.B. in Berlin. "Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es eine regelrechte Flut von Prostituierten aus den ehemaligen kommunistischen Staaten", so die Journalistin. "Daneben gab es auch eine Unzahl von Sexsklaven. Die Mehrheit von ihnen wurde regelrecht gehandelt, und zwar im ehemaligen Westberlin. Von dort wurden sie überall hin verkauft und vermarktet. Das brachte mich auf die Spur. Ich wollte wissen, wie es möglich war, dass der Fall des Kommunismus und der Sieg der Demokratie solch katastrophale Zustände produzierten." [Quelle 3sat]

Doch sie sieht mehr:

Die politischen Umwälzungen haben Unsicherheit erzeugt. Aber auch ungewohnte Chancen. Dann hat die Gier sich bei den Krisengewinnern breit gemacht. Sie untersucht die Machenschaften und Allianzen von Korruption, Mafia.

Das nach dem Fall der Mauer entstandene Machtvakuum habe in einer Vetternwirtschaft interkontinentalen Ausmaßes eine Schurkenwirtschaft entstehen lassen. Als Geldwäscheexpertin hat sie das Ausmaß dieser Schattenökonomie berechnet. Diese kontaminiert die restliche Wirtschaft und das Gemeinwesen. Und davor gibt es kaum Schutz, denn die moderne deregulierte Wirtschaftswelt hat keine Regeln mehr (Neoliberalismus). Die Gier ebenso wie das Diktat des Geldes sind entfesselt.

Sie befürchtet das jetzige Weltwirtschaftssystem halte nur noch 10 Jahre. Wir erleben derzeit eine Krise wie beim Zerfall des römischen Imperiums, der industriellen Revolution oder der Weltwirtschaftskrise 1929.





Es gibt keine Regeln mehr und wir können auch unsere Produkte gar nicht mehr richtig kennen und beurteilen. Und das sind nicht nur über Berlin verschobene/migrierte Frauen aus Osteuropa, das sind die Goldwaren in den Luxuseinkaufsmeilen genauso wie der Fisch in unseren Supermärkten.

Statistisch gesehen kommt viel Gold z.B. aus Ost-Kongo aus Kinderarbeit und wird von Warlords über Uganda auf den Weltmarkt geworfen.

70 % des Fischs in England kommen aus illegalen Fängen der Russen, wo die Mafia die ehemalige Fischfangflotte übernommen hat.

... An vielen Produkten und Dienstleistungen klebe das Blut der Globalisierung und wir können es nicht einmal mehr feststellen.





Ein Gegenmodell sei das islamische Geldsystem. Die Scharia sichere letztlich eine ethischere Wirtschaftsweise. So sei die arabische Ökonomie völlig unbeeinflusst von der amerikanischen Immobilien Krise, weil es unethisch sei in reine zinsbasierte Finanzderivate zu investieren, wo Geld aus Geld aus Geld gemacht wird.





Für uns kleine Menschen hat sie erstaunliche Rezepte des Umdenkens. Nicht das nach Wohlstandstreben unserer Eltern sei zielführend, sonder ein Besinnen auf Qualität der Arbeit, der Produkte und des Lebens. Wir müssten uns damit abfinden, daß wir die Proletarier der neuen Weltzeit sein werden. Der Westen wird seine Führungsposition abgeben. Wer billig will, macht sich zum Hehler der Globalisierung. Verantwortliches Handeln kommt jeden einzelnen sehr viel teurer. Small is beautifull wird zur erneuten Maxime.





Homepage
http://www.lorettanapoleoni.org

Das Buch bei amazon:
http://www.amazon.de/dp/357050090X/

Ihr vorletztes Buch:
http://www.amazon.de/dp/3888973546/

Illegale Ökonomien:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=32655#32655





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Hanna - 2008-06-25, 18:03
Titel:
lieber Marc,

das ist m.E. schon sehr überzeichnet. aber das alles mit den gegenargumenten zu versehen würde mich wieder mind. einen Tag arbeit kosten und die zeit hab ichim moment nicht.

was mich immer wieder interessieren würde: was meinst eigentlich DU?

lg, Hanna
Marc of Frankfurt - 2008-06-25, 23:00
Titel: zur Diskursform
Meine Meinung geht aus meinen Postings indirekt hervor und das ist gut so.





Sehr erfrischend finde ich die 'Wandlung' von Loretta Napoleoni bzw. ihrer Gedankenführung von der Feministin zur Globalisierungskritikerin, die fundiert Neoliberalismus und Wirtschaftsordnung anal-ysiert:





Siehe auch diesen Kommentar zu ihrem Buch:
http://oe1.orf.at/highlights/125280.html





In diesem einzigartigen Portal von und für Sexworker haben wir fast so viel Leser wie the erotic review in den U.S.A. da sei es mir erlaubt auf dieser Bühne von Sexwork & Paysexkonsum, die subjektive Meinung etwas hinten an zu stellen.
Hanna - 2008-06-26, 16:11
Titel: Re: zur Diskursform
sorry Marc aber

Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
Sehr erfrischend finde ich die 'Wandlung' von Loretta Napoleoni bzw. ihrer Gedankenführung von der Feministin zur Globalisierungskritikerin, die fundiert Neoliberalismus und Wirtschaftsordnung anal-ysiert:
    "Politicians are the great illusionists. ... the reason why they are illusionists is because politics has lost control of the economy. Politics should be a battle of ideas, it is not any more a battle of ideas. There is no left, there is no right. Politicians, what they do is, they create a basic economic condition for the individual and a corporation in order to grow economically, to become rich. But to hide this kind of transformation to hide the true nature of the state which has now become a market-state -- they project illusions. This is the key problem, that we, the people, are on the receiving-end of these illusions and often we don't know what is real and what is not.”

    — Loretta





ich finde die Meinungen dieser Frau leider überhaupt nicht erfrischend. Denn der Grund unserer heutigen Misere ist eben nicht, daß die Politik Kontrolle über die Wirtschaft verloren hat, sondern daß sie mindestens seit Beginn des vergangen Jahrhunderts hier ideologisch beladen immer massiver in die Wirtschaft hineinregiert hat. Und wenn man fundiert Neoliberalismus kritisieren will, sollte man sich erst mal um eine Begriffsklärung kümmern

z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus

für meine Sprachgebrauch gilt die erste Variante der Röpkes Erhards usw. Wer den Begriff in der zweiten Variante als sozialisischer Kampfbegriff a la Lafontaine verwendet, muß es sich gefallen lassen mit ihm in einen Topf geworfen und einer ernsthaften wirtschaftspolitischen Diskussion als unwürdig empfunden zu werden.

Bezüglich der schmerzhafte Folgen der Globalisierung verweise ich in Kürze auf folgendes:

- Grund ist eine assymetrische Entwicklung in dem Sinn, daß Wirtschaft sich schneller globalisiert als Politik (Schlafmützenhaufen, sieht man ja schon in der EU)

- man muß die historischen Wurzeln sehen. die Globalisierung versucht die wirtschaftlichen fehlentwicklungen auszugleichen die vorher durch ideologisch geprägt Politik erzeugt wurden.
z. B.
-Aberrationen in die Planwirtschaft (Rußland, China und Konsorten)
- Pseudofreiheit der westlichen Welt (EWG)die z.B. nicht in der Lage war z.Zt. des eisernen Vorhangs afrikanische Länder am Weltmarkt für Landwirtschaft teilhaben zu lassen.
- Abkehr der westlichen Welt von marktwirtschaftlichen Prinzipien seit Ludwig Erhard (1966ff) als Folge der Auswüchse einer Gefälligkeitsdemokratie des Wiedergewähltwerdenwollens immer mittelmäßiger werdender Berufspolitiker (m.E. aller Parteien).

die unreflektierte Verwendung dieses Kampfbegriffs "Neoliberalismus" und noch so eine paar andere Phrasen aus derselben Ecke ist für mich in diesem Forum ein Ärgernis. , dem konsequenter entgegenzutreten ich mir für die Zukunft vorgenommen habe!

Hanna
Marc of Frankfurt - 2008-06-27, 22:17
Titel: Zusammenhänge und Parallelen
Fallstricke in
Geldwirtschaft und Kapitalismus



Wer nicht achtsam wirtschaftet, ist selbst schuld?
Wer nicht mit Geld richtig umgeht, macht Schulden?



Schulden beschneiden die Freiheit und erzeugen Zwang.



Und wenn es hart kommt, d.h. Profiteure das System ausnutzen:

Business ist nicht gleich Business. Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere sagen Gesetz und Gesetzgeber und setzen diskriminierende Rahmenbedingungen. Der moralische Blick auf Opferfrauen und Betreibertäter, der teilweise durch geneigte Studien legitimiert wird, begründet diese Rechtslage. Alle Menschen sind gleich, und manche gleicher?





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Hanna - 2008-06-28, 01:07
Titel: Re: Zusammenhänge und Parallelen
hi Marc,
damit du nicht immer mit dir allein diskutieren mußt, gestatte mir ein paar Anmerkungen:

1. unser westliches System würde ich nicht als Kapitalismus bezeichnen, schon weil dieser Begriff ideologisch aufgeladen ist, es ist eine Mischform aus marktwirtschaftlichen ("kapitalistischen") und planwirtschaftlichen Elementen

2. bezüglich deiner Anmerkung:

Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:

Wer nicht achtsam wirtschaftet, ist selbst schuld?
Wer nicht mit Geld richtig umgeht, macht Schulden?


hier ist IMHO kein Fragezeichen angebracht, sondern eher ein Ausrufezeichen oder ein Punkt

3.
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:

Und wenn es hart kommt, d.h. Profiteure das System ausnutzen:
Aus Hypothekenschulden kann folgen: Zwangsversteigerung


ich würde hier noch nicht von "Profiteuren" sprechen. Wer Schulden macht hat, halt die Verpflichtung sie zu bedienen. Willst du die Vertragsfreiheit aushebeln?
ich kann mir denken worauf sich deine Kritik bezieht - aber es steht nicht da und was dasteht ist mir zu pauschal

lg, Hanna
Marc of Frankfurt - 2008-07-02, 18:42
Titel: Lohndumping verstehen
Sehr guter Aufsatz:


Ökonomie Basiswissen für

Lohn-, Preis- und Einkommensdebatten


Dr. Stefan Welzk: Kombi- kontra Mindestlohn:


Menschenwürde in der Arbeitswelt heißt:
Jeder muß von seiner Arbeit leben können.

Früher galt sogar die Norm, jemand müsse von einem Vollzeitjob eine Familie ernähren können. Aber die Frauenemanzipation hat manches verändert, nichtzuletzt auch zugunsten der Arbeitgeber.

Heute wollen Arbeitgeber und deren pseudo-liberale Wirtschaftstheoretiker, daß andere Familienmitglieder mitarbeiten/-bezahlen bzw. der Sozialstaat soll Kombilöhne subventionieren.

Gerechte, sichere und selbsterarbeitete (Mindest-)löhne sind ein Kriterium für gesellschaftlich-wirtschaftliche Integration und damit stabile Demokratie. Keiner will vom Amt abhängig sein sondern wird evt. lieber Sexarbeiter.

Mindestlöhne schaffen, sagen die Gegner, keine Arbeitsplätze, wollen sie aber auch gar nicht. Sie sichern nur, daß Einkommen auf fairem überlebenssicherndem Niveau bleiben und dies in den Preisen marktwitschaftlich sichtbar bleibt.

Kombilohn ist nur auf den ersten Blick für alle Beteiligten sinnvoll. Doch Drehtüreffekt verdrängt unsubventionierte Arbeit zusätzlich. Es ist ein sozialistisches Instrument und sollte auf Ausnahmen beschränkt sein.

Marktwirtschaft und Liberalismus fordern clevere Steuerungslösungen, die keine Kosten produzieren im Kampf gegen systemzerstörerische Effekte und keine sozialistischen die Marktintelligenz aushebelnde Subventionslösungen für Risiken, die die Industrie scheinheilig abwälzen und sozialisieren will.





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Lohndepression - Working Poor - Ruinnöser Lohnwettbewerb

Das ist so ein selbstzerstörerischer zusammengesetzter Effekt aus:

1. Kaufkraftzusammenhang
d.h. Bei sinkendem Lohn sinkt Nachfrage sinkt Arbeitsbedarf.

2. Kompensationseffekt
wg. geringe Einkommenelastizität bei geringem Einkommen. Menschen brauchen eine Mindestgeldmenge und versuchen dann trotz sinkender Einnahmen (Löhne, Umsätze) mehr zu arbeiten.

Kombination von 1. + 2. erzeugt einen Lemmingeffekt freier ruinöser Lohnkonkurrenz ins Lohnpdumping (Lohn unter Existenzminimum), wenn kein Mindestlohn/Existenzminimum als Kostenuntergrenze und gesellschaftliche Schwelle eingebaut wird. Der Kunde (Arbeitgeber) kauft hier schlicht das billigste und deshalb versagt der Markt. Bei Marktversagen sind Freihandelslehre und Liberalismus nicht zu gebrauchen.

Historisches Vorbild Industrialisierung:
Technischer Fortschritt schuf selbstverstärkende Massenarbeitslosigkeit. Prostitutionsangebot steigt. Sogar Kinderarbeit entstand ("Kinderlöhne erzeugen Kinderarbeit").





Aber Löhne sind nicht nur Marktpreise für Produktivität der Arebeit im globalen Wettbewerb, sondern auch tradierte, regionale und erkämpfte Festsetzungen von Klassen und Standesorganisationen. Es gibt bei Freien Berufen (vgl. Zünfte) bereits zahlreiche Mindestlohnregelungen wo Marktkonkurrenz ausgeschaltet ist. Privileg nur für Besserverdienende?

Ferner stehen lokale Hungerlohnbranchen (Hotel-Zimmermädchen, Friseure) nicht notwendigerweise im Globalisierungswettbewerb. Ausnahme Sexwork?





Ganzer Aufsatz (länglich) auch hier:
http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2786
Dort auch: „Soweit die Näherinnen einen unsittlichen Lebenswandel führen, dürften sie hierzu vornehmlich durch ihren geringen Verdienst veranlassst werden.”
Studie Bund deutscher Länder 1884
[leider ohne genaueres Zitat].

Hat auch dieses Geldbuch geschrieben:
http://www.amazon.de/dp/3871343471/
Es warnt vor den Fallen beim falschen Umgang mit Geld,
wofür es keinen Beipackzettel mit Warnung vor Nebenwirkungen gibt.

Diskussion über Preisdumping
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=781





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Hanna - 2008-07-04, 01:11
Titel: Re: Wirtschaftzusammenhänge
Hallo Marc,
hab dich mal kursiv gedruckt und meinen Senf dazugetan

Menschenwürde in der Arbeitswelt heißt:
Jeder muß von seiner Arbeit leben können.

kann man in D. Wenn bei uns jemand verhungert, dann nur wg. Betreuungsmangel (z.B. Kleinkinder, Pflegebedürftige!)


Früher galt sogar die Norm, jemand müsse von einem Vollzeitjob eine Familie ernähren können. Aber die Frauenemanzipation hat manches verändert, nicht zuletzt auch zugunsten der Arbeitgeber.
aber die Emanzipation der Frau wurde von uns selbst angestrebt, nicht von den Arbeitgebern! Die haben z. Zt. mit bürokratischem Scheiß wie Gleichstellungsgesetz zu kämpfen

Heute wollen Arbeitgeber und deren pseudo-liberale Wirtschaftstheoretiker, daß andere Familienmitglieder mitarbeiten/-bezahlen bzw. der Sozialstaat soll Kombilöhne subventionieren.
das ist doch alles nicht von den Arbeitgebern angestoßen worden! s.o. Wen du mit "pseudoliberal" meinst weiß ich nicht
Kombilöhne sind nur eine Hilfskrücke um die Verwerfungen durch den Fall des eisernen Vorhangs abzufedern. ist ne unbefriedigende Krücke, geb ich zu. aber auch argumentativ aus der Not heraus entstanden, um sich gegen die Forderung nach Mindestlöhnen zu wehren

Gerechte, sichere und selbsterarbeitete (Mindest-)löhne sind ein Kriterium für gesellschaftlich-wirtschaftliche Integration und damit stabile Demokratie. Keiner will vom Amt abhängig sein sondern wird evt. lieber Sexarbeiter.
was ein gerechter Lohn ist weiß ich nicht, aber man sollte es den Tarifparteien überlassen. Mindestlöhne sind ein ordnungspolitischer Sündenfall und nie sicher.
Bezüglich Mindestlöhne für DEUTSCHLAND muß man zwei Dinge sehen: Deutschland liegt an der Nahtstelle zu den Billiglohnländern des Ostens und ist daher mehr unter Druck als andere europäische Länder,die sich einen Mindestlohn (der außerdem zumeist niedriger angesetzt ist und wo ich das Gefühl habe das ist ein bißchen Kosmetik) leisten können. Speziell der Osten Ds ist durch Industrie- und Kapitalschwäche gekennzeichnet, da halte ich das für nicht machbar.
Was mich ferner stört ist die Höhe des postulierten Mindestlohns. 9,80 Euro für Briefträger halte ich für zu hoch, wenn z.B. der Anfangslohn in der Zeitabeit bei 7-7,5 Euro liegt. Bezüglich der Friseure bitte Trinkgelder nicht vergessen!

Mindestlöhne schaffen, sagen die Gegner, keine Arbeitsplätze, wollen sie aber auch gar nicht. Sie sichern nur, daß Einkommen auf fairem überlebenssicherndem Niveau bleiben und dies in den Preisen marktwirtschaftlich sichtbar bleibt.
ein Mindestlohn ist ein planwirtschaftliches Element . Marktwirtschaft bez. Löhne s.o.


Kombilohn ist nur auf den ersten Blick für alle Beteiligten sinnvoll. Doch Drehtüreffekt verdrängt unsubventionierte Arbeit zusätzlich. Es ist ein sozialistisches Instrument und sollte auf Ausnahmen beschränkt sein.
einverstanden,s.o.

Marktwirtschaft und Liberalismus fordern clevere Steuerungslösungen, die keine Kosten produzieren im Kampf gegen systemzerstörerische Effekte und keine sozialistischen die Marktintelligenz aushebelnde Subventionslösungen für Risiken, die die Industrie scheinheilig abwälzen und sozialisieren will.
ich ahne was du meinst, aber kannste dich mal etwas verständlicher und mit weniger substantivischen Zusammenballungen ausdrücken! Es ist jetzt 0.45h. bißchen Service für den Leser! *grummelbrummel*

Lohndepression - Working Poor - Runinöser Lohnwettbewerb

Das ist so ein selbstzerstörerischer zusammengesetzter Effekt aus:

1. Kaufkraftzusammenhang
d.h. Bei sinkendem Lohn sinkt Nachfrage sinkt Arbeitsbedarf.

2. Kompensationseffekt
wg. geringe Einkommenelastizität bei geringem Einkommen. Menschen brauchen eine Mindestgeldmenge und versuchen dann trotz sinkender Einnahmen (Löhne, Umsätze) mehr zu arbeiten.

Kombination von 1. + 2. erzeugt einen Lemmingeffekt freier ruinöser Lohnkonkurrenz ins Lohnpdumping (Lohn unter Existenzminimum), wenn kein Mindestlohn/Existenzminimum als Kostengrenze und gesellschaftliche Schwelle eingebaut wird. Der Kunde Kauft das billigste und der Markt versagt hier.

Historisches Vorbild Industrialisierung:
Technischer Fortschritt schuf selbstverstärkende Massenarbeitslosigkeit. Prostitutionsangebot steigt. Sogar Kinderarbeit entstand ("Kinderlöhne erzeugen Kinderarbeit").


werte das jetzt mal als historschen Exkurs, das fand so in D in den 90er Jahren nicht statt, sondern wir sind bez. Kaufkraft in den letzten 10 Jahren so 10-20% runtergekommen, aber wir waren vorher wirklich Weltspitzenreiter! Jetzt stehen wir bei der Lohnhöhe immer noch besser da als in der Pisastudie bei der Schulbildung.


Aber Löhne sind nicht nur Marktpreise für Produktivität der Arebeit im globalen Wettbewerb, sondern auch tradierte, regionale und erkämpfte Festsetzungen von Klassen und Standesorganisationen. Es gibt bei Freien Berufen (vgl. Zünfte) bereits zahlreiche Mindestlohnregelungen wo Marktkonkurrenz ausgeschaltet ist.

bei den Schornsteinfegern sind sie schon am Abschaffen.
und z.B: Rechtsanwälte: glaubst du im Ernst das geht immer nach Gebührenordnung??
Bei den Ärzten geb ich dir recht, das Gesundheitswesen in D ist aber im Wesentlichen ein planwirtschaftliches System
im übrigen empfehle ich dazu die Lektüre der Vorrede die Lektüre von Shaws (ein bekennender Sozialist!!) , "der Arzt am Scheidewege", wo er über den 6 Pence-, den 5 Schilling- und den 5 Pfund-Arzt schreibt


Ferner stehen lokale Hungerlohnbranchen (Hotel-Zimmermädchen, Friseure) nicht notwendigerweise im Globalisierungswettbewerb. Ausnahme Sexwork?
s.o., manche dieser Jobs muß man auch als Einstiegsjobs sehen.
Du fängst halt im Grandhotel als Page an...


lg und gut Nacht, Hanna

PS: Gestatte mir mal eine persönliche Frage:hast du eigentlich mal irgendwo in der freien Wirtschaft gearbeitet?
Marc of Frankfurt - 2008-07-08, 13:55
Titel: Kirche verdient mit Erotik und Hurenbüchern?
Weltbild und die Bischöfe

"Geld verdienen mit Sex und Porno"



Der Weltbild-Verlag ist ein katholisches Unternehmen und wächst rasant. Zu rasant? Nun erwägen die Bischöfe den Verkauf des Konzerns. Hat der Vertrieb von erotischer Literatur damit zu tun?


Zu den besten Geschäftemachern im deutschen Medienmarkt gehört seit einigen Jahren die katholische Kirche. 14 Diözesen besitzen die Weltbild-Gruppe in Augsburg, die rasant zulegt - und doch denken die katholischen Bischöfe in Deutschland nun über den Verkauf des Konzerns nach.

Weltbild ist als Buchverlag, Buchhändler und Versender aktiv. Die 14 Bistümer und die Soldatenseelsorge Berlin, denen die Augsburger Gruppe gehört, seien nun "in einer sorgfältigen Prüfung der Frage, welche Gesellschafterstrukturen für ein weiteres langfristiges und kontinuierliches Wachstum des Unternehmens sinnvoll sind" ... Im Klartext: Die Kirche stellt Weltbild zum Verkauf.



Eine Frage der Größe

Größe allein hat die Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte eher selten Schwindelprobleme bereitet - möglich ist aber, dass die Kirche im Fall Weltbild ein Problem der pikanten Art quält: Ein Verlag dieser Größenordnung kann sich der Vielfalt von Themen nicht erwehren. Wer auf buecher.de, einem Ableger der Gruppe, den Suchbegriff "Erotik" eingibt, findet inzwischen 4364 Treffer. Zuoberst: "Die Lehre der Lust. Kleine Hure." Darunter: "Die Unterwerfung der Hure Zarah". Und darunter der Titel: "Geld verdienen mit Sex, Erotik und Porno".

Natürlich werden unter "Top-Themen" auf der Website von Weltbild der Bestseller "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche oder die DVDs der Serie "Sex and the City" offeriert. ...

Es geht eben sehr weltlich zu bei diesem Unternehmen der Kirche. Es handelt sich insgesamt um einen großen Verbund, bei dem sich Schlüpfriges geradezu sachnotwendig einschleicht. Weltbild ist zum Beispiel am größten deutschen Buchhändler Hugendubel beteiligt; gemeinsam betreiben sie auch Buchhandlungen in den Karstadt-Kaufhäusern.

Die Onlineshops, darunter buecher.de, haben den Umsatz 2007/08 um 37 Prozent auf 451 Millionen Euro gesteigert und stehen inzwischen für 23 Prozent des Umsatzes im Konzern. Zu den 520 Buchhandlungen - darunter 330 unter der Marke Weltbild - sollen noch weitere hinzukommen.

Das vergangene Geschäftsjahr schloss Weltbild mit einem Umsatzsprung um 21 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro ab. Die Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben 7.400 Mitarbeiter. ...


Über die Gründe, den Augsburger Verlag zu verkaufen, kann nur spekuliert werden: Ist der Konzern einigen Gesellschaftern zu schnell gewachsen? Leidet darunter wirklich das christliche Weltbild des Unternehmens? Wie sehr ist den Katholiken der Vertrieb von erotischer Literatur ein Dorn im Auge?

Der Vorsitzende der Weltbild-Geschäftsführung, Carel Halff, räumte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen ein, die Wachstumsperspektiven seien "über die ursprünglichen Kernvorstellungen der Bischöfe" hinausgegangen.

Das kann nur heißen: Die katholische Kirche ist vom eigenen Erfolg überrollt worden.



(sueddeutsche.de/rtr/rus)
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/65/184487/
Marc of Frankfurt - 2008-07-13, 18:28
Titel: Bordell-Preistafel
Rassismus im Paysex


Ökonomie-Grundgesetz von Angebot und Nachfrage




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100 HKD = 8 EUR (Hong Kong)
100 TWD = 2 EUR (Taiwan)
100 CNY = 9 EUR (China)

Welt-Preisvergleich Paysexpreise:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=38073#38073 (SW-only)





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CK - 2008-07-13, 19:03
Titel: Re: Bordell-Preistafel
Jetzt entdecke ich erst diese Diskussion hier. Interessant ! Den Ausführungen Hannas kann ich aber egtl. nur zustimmen als Liberaler und unterschreibe sie daher einfach mal 003.gif

@Marc: Nichts für ungut, aber ich weiss nicht ob man da von Rassismus sprechen kann. Ich denke Preise bilden sich stets nach Angebot und Nachfrage auf einem Markt, wieso sollte das bei Paysex anders sein ? Wenn die malaysischen Frauen weniger gefragt sind, muss das nicht daran liegen, dass die Kunden Rassisten sind (auszuschliessen ist es natürlich nicht, dass auch solche darunter sind, aber hey, Vertragsfreiheit gilt auch für Rassisten), vlt. finden sie diese bloss nicht so hübsch. Wieso auch immer...

Ausserdem stehen Freier oft auf exotische Frauen. Im asiatischen Raum sind Frauen aus dem Osten Europas halt etwas Besonderes und vermutlich Seltenes. Knapperes Angebot und/oder höhere Nachfrage => höherer Preis.

In Deutschland sind wiederum Asiatinnen sehr gefragt. Nicht zu unrecht, denn es sind gute DienstleisterInnen. Auf St.Pauli habe ich im März eine noch recht junge Thai besucht, absolut empfehlenswert und liebenswürdig ... solche Erlebnisse prägen und vlt. besucht man dann beim nächsten Mal wieder ne Thai und treibt so die Thai-Preise in die Höhe ...

Die Marktwirtschaft ist nicht rassistisch, die Menschen sind es höchstens. Die Marktwirtschaft ist jedoch meritokratisch und diskriminiert somit nach "Leistung", so mancher Linke schreit daher "Sozialdarwinismus", das hat aber mit Rassismus nichts zu tun.
Marc of Frankfurt - 2008-08-20, 15:17
Titel: Über den Zwang ökonomisch kalkulieren zu müssen
Finanzielle Aspekte

der interkontinentalen Pendlermigration
in der Sexarbeit



Eine Reise in die Sexarbeit aus Lateinamerika nach Deutschland bedurfte einer Vorfinanzierung für Flugkosten, Showmoney, Kaution an hiesige Vermieter/Betreiber, erste Zimmermiete und Lebenshaltungskosten in der ersten Zeit hier.

Die Einstiegs-Investititons-Summe in die interkontinentale Pendlermigration Sexarbeit betrug Mitte der 90er Jahre maximal 5.400 DM (2.700 Euro).

Das war das 54-fache dessen, was 1988 eine Stenotypistin in Kolumbien monatlich verdiente (3,75 Jahresverdienste).

Bei den hohen Inflationsraten in lateinamerikanischen Ländern, hatte niemand 50 Monatsgehälter auf der hohen Kante;
die Mehrheit der Frauen mussten also Schulden machen.

16 % der Frauen bezahlten die Kosten aus eigener Tasche,
84 % lieh sich das Geld.

Wer waren die Kreditgeber?
67 % Kolleginnen aus Frankfurt
11 % Familienangehörige
15 % private Geldverleiher
7 % unklar

Zum Zeitpunkt der Befragung hatten
16 % keine Schulden, weil sie kein Geld geliehen hatten
48 % keine Schulden mehr, weil die Schulden bereits abbezahlt waren
34 % hatten noch Schulden (waren erst 2,5 Monate hier)

Nach 3 Monaten waren die Frauen in der Regel schuldenfrei,
was sich angesichts der Verdienstmöglichkeiten in der Frankfurter Bordellprostitution leicht erklärt.





Fazit:

Vom Schuldenkreislauf (Schuldknechtschaft, Zinswucher-Fallen etc.) konnte keine Rede sein.
Es handelte sich im wesentlichen um eine selbst organisierte Prostitutionsmigration, nicht aber um eine Form des "sogenannten Menschenhandels".





Quelle und Links:

Juanita Henning: "Kolumbianische Prostituierte in Frankfurt - Ein Beitrag zur Kritik gängiger Ansichten über Frauenhandel und Prostitution", Lambertus-Verlag 1997.

Fortbildung für Lehrer vom Verein
www.donaCarmen.de

Migration vs. Menschenhandel:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1064

Genauere Kalkulationen u.a. in diesem Fachbuch:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35622#35622

und im Thema "Sexarbeit und Geld" (sw-only):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1588





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Marc of Frankfurt - 2008-08-20, 18:17
Titel: Rechnen mit Kugeln auf der Stange
Im ältesten Gewerbe muß man/frau ganz gut rechnen können (s.o. ;-)

Hier ein Anleitungsvideo für die älteste Rechenmaschine :-)



Video zu allen Grundrechenarten auf der "Kinderrechenmaschine", Abacus, die es schon seit über 3.000 Jahren gibt. Klick auf "Link":


Link


Heinz Molter vom Deutschen Museum, München zeigt, wie schnell es geht bei komplizierteren Rechnungen.



Mehr:
http://de.wikipedia.org/wiki/Abakus_(Rechentafel)





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Kostenloses Fachbuch downloaden






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Marc of Frankfurt - 2008-09-01, 12:32
Titel: Demographie und Paysex-Nachfrage
Stadt vs. Land
Zur Sexbiz Standortplanung:



Gender imbalance could drive tours of booty


By Sean Plambeck

September 01, 2008 12:00am
Article from: NEWS.com.au


A STUDY showing where men outnumber women could be used by travelling prostitutes as a guide for what towns to visit, an academic says.
Dr John Scott, an expert on rural prostitution from the University of New England in northern New South Wales [Australien], says the advent of mobile phone and internet technologies has made it possible for prostitutes to go on tours of booty through country areas.

[Strukturwandel getrieben durch technischen Fortschritt findet auch im SexBiz statt. Anm.]

"They can now go from town to town, almost like a musician, by putting a message on a website saying 'This is when I'll be here so call me to make a booking,'" Dr Scott said.

[Sexarbeiter = Wanderarbeiter (vgl. China). Anm.]

"It wasn't possible before mobile phones because if a woman put her number in the local paper she'd get a call from the cops but it can be very lucrative now."

And he says demographer Bernard Salt's new book Man Drought and Other Social Issues, which identifies areas with a gender imbalance, could point the way for enterprising prostitutes to head.

The book says there is a man drought in the cities, the gender mismatch is often the opposite in the bush, particularly in remote areas.

[Großstadt: Männermangel und Frauenüberschuß]
Umland: Männerüberschuß
(Sind wg. des Patriachats Männer sesshafter oder weil sie traditionell fürs 'Nestbauen' zuständig sind?) Anm.]

"We've found that a lot of the women working in rural areas have been in the industry longer than in the cities," Dr Scott said.

[Nachhaltigeres Arbeiten ist auf dem Lande möglich!]

"They've moved from working in the city, to the suburbs and then to the country as they get older.

[Arbeitsplatz für ältere Sexworker auf dem Lande!]

"They are savvy women and they're aspirational so they could be reading this report and the enterprising ones will see the opportunities it contains."

Dr Scott says a town with a population of 25,000 people would generally have a profitable brothel operating in it and in his research he had interviewed women as old as 70 who were supporting themselves by selling sex.

Original mit Links
http://www.news.com.au/story/0,23599,24261423-5017865,00.html

Fachbuch:
Scott, J. 2005
How Modern Governments Made Prostitution a Social Problem: Creating a Responsible Prostitute Population.
Edwin Mellen Press, New York.





Aber beachten:
Sperrbezirksregeln und Ausübung der verbotenen Prostitution:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=3270

Weiteres zur Standortplanung:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19863#19863 (sw-only)





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Marc of Frankfurt - 2008-09-02, 11:16
Titel: Paysex = sticky consumption
Wirtschaftsanalyse in der Rezession
Sexbiz Australien:


With all the busts [Pleiten] the sex industry booms


By Sean Plambeck
September 01, 2008 12:00am
Article from: NEWS.com.au


AUSTRALIANS spent $1.13 billion on prostitutes and strippers last year, business analysts say.

And despite concerns of rising fuel prices and a slowing economy the sex industry would grow at 8.1 per cent to $1.22 billion this financial year.

Neil Gilmore, owner of Gold Coast brothel Pentagon Grand, said he was confident there would always be demand for the world's oldest profession.

“In economic terms, the sex industry does enjoy so-called sticky consumption in that, like tobacco and alcohol, consumption levels remain relatively strong compared with other products during economic downturns,’’ Mr Gilmore said.


IBISWorld says prostitutes in brothels generate the biggest share of revenue, with street walkers accounting for about 15 per cent of revenue.

The next largest "product segments" are strippers at 12 per cent and escorts at 8 per cent.

And it seems an economic bust may produce a boom for the sex industry.

Mr Gilmore said compared to a night out trying to woo a woman the brothel's services - starting at $150 for 30 minutes - could be cost effective.

"If you're going out to a pub you're buying drinks to get yourself and the girl in the mood, then there's dinner and a cab," he said.

"If you go to a brothel it is guaranteed. You might have to wait in line but you are going to get laid."

And at least one brothel, The Site in the Sydney suburb of Parramatta, offers 20 cent per litre fuel discount vouchers to promote its business.

Fiona Patten the chief executive of the Eros Association, which represents adult retail and entertainment companies, said these related industries would also feel the pinch of an economic downturn but not too badly.

"We are somewhat shielded as in hard economic times people spend more time at home. Our products offer an inexpensive past time so we're seeing that DVD sales have not been hit as hard," she said.

"Sex is a pretty basic part of life. It is like eating – if we don't do it we're not going to be around for very long.

"And, to extend that analogy, not everyone can afford to eat out at a restaurant but they'll still need to have a meal at home."

IBISWorld calculates the average industry wage at $29,745 but many sex workers and strippers work only part-time or do not declare their income to the tax office.

This wage is "still attractive to the mostly unskilled workers that enter this industry".

But while some may be turn to prostitution in harsh economic times Mr Gilmore believes there is another reason the supply is increasing.

"The Y generation guys aren’t a big market for us but that generation has provided us with more girls willing to work than I've seen before," he said.

"The Y generation girls do not have a problem rooting for money.

"They probably don't have the work ethic but they love money and want to keep their party lifestyles. And by working here they can make plenty of money and set their own hours."

Mr Gilmore said this "higher quality of women to choose from" would help his business grow but IBISWorld sees other factors at play.

They predict tourism growth, falling marriage rates, relaxation of legislation on the industry, more female customers and the availability of sexual material on the internet and other media would also bolster the sex industry.

http://www.news.com.au/story/0,23599,24261412-5017865,00.html





Grundsätzliches zum Strukturwandel:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=8890#8890





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Marc of Frankfurt - 2008-09-09, 00:40
Titel: Finanzprobleme Sexwork auf der Metaebene
Eine Analyse der Finanzierungsprobleme von Hilfsorganisationen für Sexworker
durch den Global Fund.


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www.theGlobalFund.org





Susana T. Fried and Shannon Kowalski-Morton:
"Sex and the Global Fund -
How Sex Workers,
Lesbians,
Gays,
Bisexuals,
Transgender People,
and Men who have Sex with Men
are Benefiting from the Global Fund, or Not",


Health and Human Rights: An International Journal 10, no. 1 (2008), Perspectives:
http://hhrjournal.org/blog/perspectives/sex-and-the-global-fund/

Druckversion (PDF):
http://hhrjournal.org/blog/wp-conte....s/2008/06/fried-final.pdf
(10 Seiten)





Wer kapiert hier, wieviel wohin an Sexworker-Hilfsvereine geflossen ist?





Hier eine Übersicht über andere Finanztöpfe:

Sex Worker Health and Rights: Where is the Funding?

Sexual Health and Rights Project (SHARP)
June 2006:

http://www.soros.org/initiatives/he..../where_20060719/where.pdf
(44 Seiten)





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Marc of Frankfurt - 2008-09-19, 16:09
Titel: Club-Regeln: Eintritt- plus Strafgebühren für SW
Warum die Selbstständigkeit von Sexarbeiterinnen
oft nur eine legalistische Scheinlösung ist,
die wirtschaftlich leicht und gerne ausgebeutet wird.

Beispiel von Geschäftsregeln aus der englischsprachigen Welt:
Wie Stripperinnen ihr Geld verdienen müssen:




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Studienarbeit Stripper




Stip Clubs in NYC:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=43489#43489

Studie 2010 - Stipper in England:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=86461#86461





FKK-Clubs hier bei uns funktionieren teilweise analog.

Aber mit der speziellen "Pole-tax" ['Stangen-Steuer' in Las Vegas, "Steuer auf Vergnügungen der besonderen Art" im deutschen Marburg] beteiligt sich auch Vater Staat an der Gewinnung von Überschüssen aus den von Sexworkern mit ihren Körpern ertanzten Umsätzen.





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Marc of Frankfurt - 2008-10-03, 10:52
Titel: Intl. Finanzkrise und Sexwork
When banks fail, do prostitutes win?


Sociologist Sudhir Venkatesh of Freakonomics [s.o.] and Gang Leader for a Day fame thinks so:



Tapped Out [black jack: Wettvertrag-Redewendung] - a condition experienced by players who are broke (busted). It is a common result of pressing.
To get tapped out - abgelenkt i.S.v. entleert werden .

Tue, 09/30/2008 - 2:00pm
http://blog.foreignpolicy.com/node/9921





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Marc of Frankfurt - 2008-10-10, 13:49
Titel: Die Ursache der Sexarbeits-Migration?
Kampagne mit Falschgeld soll migrationswillige Frauen vor Mißbrauchsgefahren und Fallen in der Prostitution warnen:


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Auf den "Banknoten" sind zusätzlich Warnungen gedruckt wie: "Das ist der wahre Preis dafür, dass du dich entschieden hast, illegal im Ausland zu arbeiten".


Deutsch:
http://german.china.org.cn/culture/....0/14/content_16610749.htm



Prostitutes 'hidden' on Euro banknotes as part of sex trade campaign

Altered Euro banknotes embellished with images of prostitutes are being used to discourage Ukrainian women from getting caught up in the sex trade.



By Matthew Moore
Last Updated: 4:18PM BST 09 Oct 2008

The images, which are otherwise almost indistinguishable from the genuine notes, have been produced as part of a campaign to prevent women from the former Soviet state from seeking to work illegally in the EU.

They show underdressed women – obviously prostitutes – leaning against the grand examples of European architecture that have been printed on the currency's bills since its launch in 2002.

Messages warning about the real price of seeking black market employment abroad are printed across the top of the “fake” notes.

Sex trafficking is a serious problem in the Ukraine. Last year the International Organization for Migration estimated that 117,000 Ukrainians had been forced into prostitution or indentured labour abroad since 1991, more than any other Eastern European country.

Women who are trafficked abroad illegally are particularly vulnerable to exploitation, with the criminal gangs who arrange their transport often refusing to return their passports.

Prostitution is widespread in the Ukraine, which is home to more than 12,000 sex workers. The rise of sex tourism, fuelled by wealthy visitors from the US and the EU, sparked demonstrations from students in the capital Kiev this summer.

http://www.telegraph.co.uk/news/wor....f-sex-trade-campaign.html





Kommentar der teuren Kampagne von Laura Agustin:http://www.nodo50.org/Laura_Agustin/anti-trafficking-images-on-banknotes





Falschgeld ist Falschgeld. Warum wird nur mit kleinen Scheinen gearbeitet? Warum wird nur abgeschreckt aber nicht aufgeklärt wie bei uns?:

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Marc of Frankfurt - 2008-10-14, 13:50
Titel: Spanien, England, USA: SW in der Krise?
Spanish prostitutes hit by recession


Associated Press
Monday, October 13, 2008, (Valencia)


The financial crisis sweeping the globe is making itself felt everywhere, apparently leaving no country, institution or profession untouched.

Even the so-called "oldest profession", prostitution, is feeling the pinch, at least that is the case in Spain where trade is reportedly down by between 30 and 40 per cent in many places.

Although official figures are hard to come by, it is estimated that 300,000 women work as prostitutes in Spain.

In a Spanish Parliament study it was suggested that 6,000 women worked the streets whilst another estimated 96,000 work in brothels that front as night clubs.

According to figures from Spain's National Association of Brothel Owners ANELA, Spaniards spend around 50 million euros a day on prostitutes.

But 2008, according to ANELA, has seen a reduction of 30 percent to 40 percent in the number of clients using their clubs.

The financial woes hitting the country, they believe, means men are visiting prostitutes less.

The Romani Club, 20 kilometres outside Valencia, is one of the region's biggest and most famous brothels, and one which has seen a fall in trade.

It has over 20 rooms, a bar, a nightclub and a shop, all done out in glitzy style.

The facilities also boast a gym, a hairdresser and a canteen for its women,
most of whom live at the club.

The cost per hour to hire one of Romani's luxurious suites is upwards of 200 euros (266 US dollars).

Like most brothels in Spain, the Romani hires out the rooms to the prostitute, who then charge their own fee to the client, but makes its money on entrance fees, food and drink.

For the services offered by the girls in its rooms the club does not get involved or take a cut.

Laura (not her real name) works at another Valencia brothel, Club Majestic, which is run by women.

She used to be a prostitute but now works at Majestic as a receptionist.

Laura takes issue with ANELA's findings, and has not noticed a downturn in trade at Club Majestic.

"Hey, men are men!" she said. "Men are different and, you know, when they feel like it? Also, I don't know why but people always have money for this. As I always say, when it comes to vice, we always find the money!"

One change she has noticed though is that straitened economic circumstances in Spain has meant that more native Spanish women are turning to prostitution to top up their incomes, reversing the trend for mainly foreign women from poorer countries to be involved in the trade.

With increased prosperity, many Spanish women were leaving the profession, their places taken by women from eastern Europe and elsewhere.

"Spanish women are starting to show up again," Laura said.

"Spanish women on the game had practically stopped and now they seem to be going back to it, especially those who had left and now they want to go back to it because, of course, mortgages and other expenses are still the same. If incomes are not the same that's when women who already know this choose to get into it again."

Jose Luis Roberto works as a lawyer for ANELA, Spain's National Association of Brothel Owners, who reported the decrease in trade in 2008 at the brothels of its members.

He was concerned about the effect that was having on the women's incomes.

"When a brothel whose earnings come from room rentals and drinks has a 30 percent or 40 percent decrease in income, it means that the number of customers has also decreased 30 percent or 40 percent," Roberto said.

"That means that demand for the services that the girls offer has also decreased by a similar proportion. So we can say that the women are being affected by the crisis to the tune of 30 percent or 40 percent of their incomes."

Like Laura, Roberto has seen a rise in the number of women turning to prostitution because it offers them a good income.

"Prostitution is not a nice job to do, but women are in most cases free to decide if they want to do it, and they do it because it gives them a good level of income," he said.

"So since the crisis begun, many women who were not prostitutes before are now working as prostitutes."

http://www.ndtv.com/convergence/ndt....10/13/2008%202:37:00%20PM





England:

The City crisis and the sex industry



By Emma Jacobs
Published: October 9 2008 19:45 | Last updated: October 9 2008 19:45


Whatever next? As today turns into the most unprecedented day since yesterday and pillars of business fall like ancient trees in the 1987 freak storm, what will be the next financial certainty to crumble?

Could the oldest profession collapse in the wake of market meltdown? Jacqui Smith hopes so. In contrast to her government peers who are bailing out failing businesses, the home secretary wants to hasten the demise of one industry: sex. At the Labour conference, Ms Smith announced her proposals to crack down on prostitution and give local authorities greater powers over lap-dancing clubs. (In contrast to the Conservatives who offered a £10 reduction on entry to Birmingham’s Rocket Club in their conference pack.) The deadline for comments on the home secretary’s proposals ended this week.

[Banx Caroon]

As people cut down on spending, could the recession do the home secretary’s job for her by putting sex workers out of business? Not quite yet, according to Bob, an IT consultant who is “between jobs in financial services” and currently doing website design for male escorts. “Regulars – and most people who use escorts are repeat customers – are more likely to buy discount bacon at a supermarket rather than cut back on their use of prostitutes in the current climate.” Chris Student, branch secretary of the International Union of Sex Workers www.iusw.org, says the strippers, phone line workers and escorts who are members of his union have reported business is steady so far. They hope that “while some turn to God in times of crisis, others might turn to sex”. But he says: “Ultimately no one knows for sure what will happen in stripping or escorting. Just as no one seems to know what will happen in housing or banking.”

Bob is not confident of the longer-term future. “Once the recession starts to be felt by people beyond the City then it is bound to hurt the sex trade.” Solitaire, a journalist-turned-stripper, described a recent event at a club in Shoreditch, east London, which has in the past profited from its proximity to the City but is now deathly. Last week, a City boy arrived causing a frenzy of excitement as he foisted wads of cash on the dancers. The next day, he told one stripper, was make-or-break: if all went well he was returning to celebrate. He has not been back since.



Keeping faith

Tabloid reports this week that the Rev Peter Mullen was chaplain of the London Stock Exchange came as news to the LSE. As share prices plunged, the stock exchange was unsurprisingly keen to distance itself from the rants of the vicar who has a parish in the City of London but no formal links to the LSE.

And who can blame them? Would traders in meltdown want their spiritual matters overseen by a man who opines online that homosexuals should have their backsides tattooed with the slogan “sodomy can seriously damage your health” and their chins with “fellatio kills”. Albeit one who has since issued an apology explaining that some of “his dear friends” are “of that persuasion”.

In fact very few City institutions have a chaplain any more. One that does is Canary Wharf, whose employees are served by Fiona Stewart-Darling. Unlike Pope Benedict XVI, who earlier this week said the global financial crisis showed the futility of money and ambition, she takes a kinder view of financiers. The reverend finds a number of chief executives are Christians and “feel this is where God has called them to live out their faith”.
...

http://www.ft.com/cms/s/0/9a0764d6-....dd-9dce-000077b07658.html







U.S.A.

Prostitution Still a Safe Bet in New Depression



Like the drug trade, booze, and motion pictures, prostitution can muster through any economy. Although New York City's ladies of the evening say that the $1000-an-hour sex workers that Eliot Spitzer favors are having a hard time of it, for the middle-range pros business is pretty much as good as ever.

"The market is down, business is down, but we feel it less," said Dylan, 24, a promotional model-turned-Manhattan prostitute. "We're still busy. If men are horny, they're going to come in here."

Dylan works for a madam who runs a pair of brothels just north of Wall Street, where the going rate is $260 an hour, $160 for half. The madam says that that's all the market will bear right now: "The $1,000-an-hour girls are just not making it."

While the woman say their clients are still showing up, they're spending less time and money. "He used to spend at least an hour or two," Sienna says of a banker who's a regular. "Lately he's down to a half-hour, and he's no longer a big tipper."

Just when the story couldn't get any drearier, two of the madam's newest recruits turned to selling sex after the shit economy drove them out of more mainstream work.

"Shana, 42, lost her $45,000-a-year job as a secretary last year. Sienna [who's working on her graduate degree in English Lit] was laid off in July from her job as an executive assistant with a travel agency. Shana, who worked briefly as a waitress before hooking up with her current gig, is putting her son through college. 'He's trying to get an engineering degree,' she explained. 'With the economy the way it is, how is my son going to get a loan? And he's going to finish college.'" [NYDN]

http://gawker.com/5062375/prostitut....afe-bet-in-new-depression





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Marc of Frankfurt - 2008-10-24, 11:23
Titel: Marktüberblick und Messerundgang
Erotik: Nackte Zahlen

Im Geschäft mit der Lust werden jedes Jahr Milliarden umgesetzt - nur wie viel genau, kann niemand sagen


Bei der Messe "Venus" wird von den Fotografen nicht nur auf das Lächeln der Stars und Sternchen der Erotik-Branche scharfgestellt.


BERLIN - Die Masse staunt und schweigt. Hämmernde Bässe und Lichtkegel, die das Dunkel der Messehalle zerschneiden, untermalen den Auftritt der jungen Frau im schwarzen Lack-Mini und Lack-Korsett, die von einem aufgekratzten Moderator mit einem schrillen „Hier für euch aus Peking, die Isa" angekündigt wird. Sie schwingt eine Peitsche, leckt mit einer Geste, die verführerisch wirken soll, über das Leder. Während sie sich zu den wummernden Takten der Musik Stück für Stück ihrer ohnehin spärlichen Kleidung entledigt, stehen die fast ausnahmslos männlichen Zuschauer starr vor der Bühne, Kameras und Foto-Handys im Anschlag.

Für die 25 Euro, die eine Eintrittskarte zur Erotik-Messe „Venus" www.venus-berlin.com am vergangenen Wochenende in Berlin kostet, will man schließlich auch ein Souvenir mit nach Hause nehmen. Neben viel nackter weiblicher Haut, die sich an den Ständen präsentiert und um die sich immer rasch Trauben von Besuchern bilden, zeigt die Branche alles, womit sich sonst die Lust stimulieren lässt. Dildos aus Holz zum Beispiel vom „Holzlümmel" oder aber aus Glas gefertigt, ganz nach den persönlichen Vorlieben. Gummipuppen in allen erdenklichen Größen, Vibratoren jeder Preisklasse und Parfüm der Duftrichtung „Vulva". „Sex sells" - Sex verkauft sich immer, heißt es. Und wenn man dem Andrang in den Messehallen glaubt, verkauft er sich gut. Wie gut, ist allerdings ein Geheimnis.





„Ich traue mich nicht, Zahlen zu kommunizieren", sagt Uwe Kaltenberg, Geschäftsführer des Bundesverbands Erotik Handel (BEH www.beh-ev.de ). „Ich weiß nicht, wo verlässliche Angaben herkommen sollten." Als kleiner Verband sei man nicht in der Lage, Daten zu erheben. Und die Statistikämter würden nicht zwischen Erotikhandel und gewöhnlichem Handel - etwa mit Filmen - unterscheiden.

Beim Statistischen Bundesamt www.destatis.de heißt es so auf entsprechende Fragen lapidar, diese könnten „nicht aus dem Informationsangebot der amtlichen Statistik beantwortet werden". Das Bundswirtschaftsministerium weigert sich gleich ganz, ein Statement abzugeben. Und selbst die großen Wirtschaftsforschungsinstitute winken leicht pikiert ab, damit habe man sich „nicht auseinandergesetzt". Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung heißt es trocken, die Branche sei „makroökonomisch eher unbedeutend".

Glaubt man den kursierenden Schätzungen, ist das möglicherweise ein Irrtum. Weltweit könnte die Erotik-Industrie jährlich 50 Milliarden Dollar (37 Milliarden Euro) erlösen, davon rund zehn bis 15 Milliarden Euro in den USA. Der „Economist" geht davon aus, dass die Umsätze über denen der Filmindustrie in Hollywood liegen. Und Deutschland, als zweitgrößter Markt, kommt anderen Schätzungen zufolge immerhin auf einen Umsatz von einer Milliarde Euro - dabei ist die Prostitution jeweils nicht mit eingerechnet (s. u.).





Verlässliche Zahlen gibt es in Deutschland nur von einem Anbieter. Die Beate Uhse AG www.beate-uhse.ag muss als börsennotiertes Unternehmen ihren Aktionären Rechenschaft geben. Und so lässt sich nachlesen, dass 2007 der Umsatz 268 Millionen Euro betrug, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber 2006. Davon wurden rund zwei Drittel im Ausland erzielt. Aber einen Überblick über den Gesamtmarkt hat auch die Nummer eins aus Flensburg nicht. Vor einigen Jahren habe man mal eine Marktforschungsstudie in Auftrag gegeben, sagt Sprecherin Assia Tschernookoff, „aber das hat sich als schwierig herauskristallisiert". Es gebe zu viele kleine Anbieter.

Für die Zukunft ist sie aber optimistisch: „Der Markt ändert sich total rasant, am Ende bleiben nur die Großen." Es herrsche ein großer Konkurrenzdruck, weil Erotik und Sex inzwischen alltäglich geworden seien. Nur bei etwas, das anrüchig oder verboten sei, „schaut man nicht auf den Preis", so Tschernookoff.





Diese Zeiten seien wirklich 20 Jahre vorbei, bestätigt Sabine Meyer. Heute kann man an der Bushaltestelle eine Frau in Lackhose sehen, ohne dass es jemanden kümmert. Und im Fernsehen „wird man mit SM-Geschichten zugemüllt", sagt die Chefin des „Avalon" www.avalon-berlin.de , nach eigenen Angaben das größte Sado-Maso-Studio in Berlin. Im Spandauer Gewerbegebiet erfüllt sie zusammen mit ihrer Partnerin und rund 15 Frauen, die freiberuflich die Räume nutzen, „bizarre Träume", wie sie sagt. Und obwohl es dabei um Rollenspiele mit Ketten und Käfigen geht, um sadistische Krankenschwestern oder strenge Lehrerinnen, klingt sie im Gespräch wie jede andere Unternehmerin.

Die Stundenpreise seien mit rund 200 Euro seit der Euro-Einführung unverändert und „Preiserhöhungen praktisch nicht durchzusetzen", klagt sie, da würden die Kunden sofort wegbleiben. Dabei steigen die Kosten ständig. „400 Quadratmeter muss man zum Beispiel ja erst mal warm bekommen", erzählt sie. Und die Einrichtung eines solchen Studios kostet leicht 150.000 Euro. Geld, das einem keine Bank leiht, sondern das von Freunden kommt. Und dann erscheint auch nicht jede Stunde ein Gast. Sechs am Tag, das ist schon nicht schlecht.

Das Bild vom schnell verdienten Geld - ein Klischee. „Das ist ein Beruf, den man richtig lernen muss", sagt Meyer. Man müsse viel über den menschlichen Körper wissen, man müsse psychologisches Einfühlungsvermögen haben, um sich in „manchmal ja wirklich recht abstruse Phantasien" hineinversetzen zu können - und man sollte auch eine begnadete Schauspielerin sein, um die Szene zum Leben zu erwecken. Trotzdem habe sie in den 20 Jahren in dem Job noch keine Frau getroffen, die davon reich geworden ist. „Trinkgeld gibt es selten, die Leute schauen alle aufs Geld", sagt die Domina.





Auch auf der „Venus" in Berlin wird ganz offensichtlich aufs Geld geschaut. Da wirbt der „All inclusive Pussyclub", ein anderer Anbieter preist seine „Amateure live erleben" unter der vielsagenden Internetadresse www.geiz-cams.com an und Filme werden im Sammelpack verhökert: „30 Euro für zehn DVDs" wird an einem Wühltisch geworden. Die ersten Vorboten der Rezession nach der Finanzkrise?

Ann-Kathrin Döbbeke sieht das gelassen. „Eine Wirtschaftskrise ist für uns eher von Vorteil", sagt die Sprecherin des Erotik-Anbieters Orion www.orion.de , nach Beate Uhse die Nummer zwei in Deutschland. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Leute, wenn es ihnen finanziell schlechter geht, eher auf größere Anschaffungen wie ein neues Auto verzichten. „Aber sie gönnen sich den kleinen Luxus und bestellen bei Orion." Zum Beispiel die Messeneuheit „Waver". Sieht aus wie ein Vibrator, darin steckt aber „Wellenmassage-Technologie", erzählt Döbbeke stolz. Eigentlich hatte ein Diplom-Ingenieur mit seiner Erfindung Fahrzeuge antreiben wollen, jetzt treibt die Technik bald in Schlafzimmern zur Ekstase.

„Der Markt mit Sex-Spielzeug läuft immer", erwartet auch Ilona Offermann von Fun Factory www.funFactory.de . Der Stand hat nichts von einem Sex-Shop, er wirkt eher aufgeräumt wie ein Drogeriemarkt. „Trendsetter", wolle man sein, sagt Offermann, und preist den „Smartvibe"-Vibrator an: Ein „komplett neues Bedienteil", „absolut wasserdicht" und dazu „leichtgängige Tippschalter" und eine „weltweit einmalige Turbo-Boost-Taste, die den Motor sofort auf volle Leistung bringt". 75 Leute kümmern sich am Firmensitz in Bremen um alles, „von der Idee über die Entwicklung bis zur Produktion", so die Sprecherin. Zahlen gibt es aber von der Spaßfabrik ebenfalls keine. Nur soviel: „Wir haben noch gute Zuwachsraten."

Selbst die ganz Kleinen in der Branche sind bereits verschwiegen. Sara Horwarth aus Falkensee (Havelland) hatte zum ersten Mal einen Stand auf der Messe. Seit sieben Jahren malt die 31-Jährige erotische Frauenbilder. Gleich am ersten Messetag hat sie mehrere Originale nach Barcelona verkauft. „Damit habe ich meine Kosten schon wieder drin", freut sie sich - doch was der Stand kostet, will sie nicht verraten.

Im Potsdamer Wirtschaftsministerium sollte man da genau hinhören, heißt es dort doch bislang, es seien keine märkischen „Unternehmen bekannt, die sich auf die Herstellung von Erotikartikeln spezialisiert haben". Die Erotikindustrie habe wohl „nicht das Zeug zur Schwerpunktbranche", sagt Sprecherin Claudia Lippert.





Mit und ohne Prostitution

* Was zur Erotik-Branche gezählt wird, variiert von Untersuchung zu Untersuchung. Auf jeden Fall gehören der Handel mit Sex-Spielzeugen („Toys") wie Dildos und Vibratoren sowie der Vertrieb von Dessous dazu, ebenso der Verkauf und Verleih von Erotik-Filmen oder harten Pornos. Magazine wie „Playboy" werden dazu gezählt, inzwischen auch entsprechende Angebote im Internet. SM-Studios, in denen in der Regel kein Geschlechtsverkehr stattfindet und die sich nicht zur Prostitution zählen, werden darüber hinaus meist einbezogen.

* Prostitution wird dagegen in manchen Untersuchungen der Erotik-Branche zugeschlagen, andere lassen sie außen vor - nicht zuletzt deshalb, weil es dort noch schwieriger ist, verlässliche Zahlen zu erhalten.

* Schätzungen für Deutschland rund um das Geschäft mit der Prostitution fallen sehr unterschiedlich aus. Während der Bundesrechnungshof in einer älteren Untersuchung von einem Umsatz von 6 Milliarden Euro ausgeht, kommen andere Quellen auf 14,5 Milliarden Euro. Zugleich wird immer wieder eine Zahl von 1,2 Millionen Männern genannt, die täglich entsprechende Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Und wieder andere Angaben gehen von 400 000 Prostituierten im Land aus.

* Jede Zahl für sich mag plausibel erscheinen, setzt man sie jedoch zueinander in Verbindung, ergibt sich ein Betrag von 33 Euro, den jeder Freier bezahlen würde. In der Realität variieren die Preise jedoch zwischen 25 und 750 Euro.

ast (Andreas Streim)
http://www.maerkischeallgemeine.de/....st_werden_jedes_Jahr.html





Abgrenzung unter den Ausgegrenzten:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=32624#32624





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Marc of Frankfurt - 2008-10-24, 18:50
Titel: Generationswechsel im Geschäftsmodell Cabaret:
Interlaken | 23. Oktober 2008

Fritz Suter zieht sich zurück

Cabaret Elegance wird neu von Pächterin geführt


Fritz Suter zieht sich als Betreiber des Cabarets Elegance aus dem Geschäft zurück. Er wird zwar weiterhin Besitzer der Liegenschaft sein, aber sich nicht mehr aktiv im Tagesgeschäft engagieren.

[Foto]
Blumen für die Pächterin: Fritz Suter, der sich aus dem Cabaret-Geschäft zurückziehen will, überreicht der neuen Pächterin des Cabaret Elegance, Jana Trieb, einen Strauss Rosen.

Am Freitag, 17. Oktober, übergab Fritz Suter das Cabaret offiziell der neuen Pächterin Jana Trieb. «Die Belastung war zu gross», erklärt er gegenüber dieser Zeitung. Die Arbeit sei sehr nervenaufreibend. «Die Leute haben eine falsche Vorstellung vom Cabaret-Betrieb», ist er überzeugt. Dieser Betrieb grenze sich ganz klar von einer Kontaktbar oder einem Saunaclub ab. Im Gegensatz zu den anderen Betriebsformen sind die Tänzerinnen im Cabaret angestellt und erhalten Lohn ausbezahlt. Der bisherige Betreiber spricht von einer jährlichen Lohnsumme von gegen einer halben Million Franken. Pro Tänzerin habe er 2.300 Franken ausbezahlt [1.570 Euro].

Das werde vom beco Berner Wirtschaft geprüft. Das töne zwar nach wenig – er rechnet aber vor, dass Quellensteuer, Versicherungsbeträge und Wohnkosten zusätzlich auch vom Betrieb getragen werden. Mit dem ausbezahlten Geld müssten nur noch Kleidung und Nahrung finanziert werden.

Natürlich gebe es auch im Cabaret Prostitution, macht Suter klar. Was im Zimmer passiere, sei nicht seine Sache. «An der Prostitution habe ich kein Interesse», erklärt Suter. So hat er seinen Tänzerinnen in der Hausordnung verbieten wollen, während der Arbeitszeit Telefonnummern mit den Gästen auszutauschen. Die Tänzerinnen seien angestellt, um den Umsatz beim Getränkeverkauf anzukurbeln [So funktionieren auch die SW-Arbeitsverträge im Dortmunder Modell]. Er müsse schliesslich mit diesem Geld die Lohnkosten und auch die Kosten für die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen decken, womit er auch die hohen Preise für die Getränke begründet.

Die Umtriebe hätten ihn nervlich stark belastet, weshalb er sich nun aus dem Geschäft zurückziehen will. «Im Notfall werde ich der Pächterin aber auf jeden Fall zu Seite stehen», so Suter, der weiterhin Besitzer der Liegenschaft ist.

Original mit Foto:
http://www.jungfrau-zeitung.ch/artikel/?cq_*9e73deec=ivxPU=87987wc5





So machen es auch die meisten etablierten Bordelle. Der Gründungseigentümer zieht sich aus der politischen Schußlinie des Alltaggeschäftes zurück und bestellt einen handfesten Wirtschafter.

Nur Sexarbeiter können schwerlich eine Stellvertreterlösung umsetzen, um sich vorm Burn-out zu bewahren.





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Marc of Frankfurt - 2008-10-28, 19:07
Titel: Shopping Kids
Ich kaufe - also bin ich

Das Prostitutive ist unserer Kultur immanent
Ich verkaufe - also kann ich leben



«Viele 16-Jährige sind heute keine Kinder mehr»


von Alexandra Roder

Blowjob fürs Kino-Ticket, Sex fürs Designer-Täschli? Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl im Gespräch über Labelsex.

Allan Guggenbühl, Kinder- und Jugendpsychotherapeut.
(Bild: Keystone)

Ist der Druck für junge Frauen, Markenkleider zu tragen, tatsächlich so gross, dass sie sich für Geld prostituieren?

Allan Guggenbühl: Wer konsumiert, wird heute als erwachsene Person wahrgenommen. Kaufen können ist also sehr wichtig für Jugendliche. Wenn sich ein Mädchen prostituiert, sind die Ursachen jedoch komplexer. Neben der materiellen Entschädigung und Milieuproblemen geht es um Experimentierfreudigkeit und um Beachtung.


Welche Rolle spielt bei dieser Entwicklung die ständige Verfügbarkeit von Pornografie?

Allan Guggenbühl: Jugendliche werden heute über die Pornografie in die Sexualität eingeführt. Ihre ersten Fantasien drehen sich nicht mehr um Zungenküsse, sondern um Oral- und Gruppensex. Die Pornografie hat die Sexualität enttabuisiert.


Welches Bild haben Jugendliche von Prostitu­tion?

Allan Guggenbühl: Prostitution findet auch unter Gleichaltrigen statt. Kürzlich ging ein 14-jähriges Mädchen mit dem 14-jährigen Kollegen ihres Freundes ins Kino. Sie hatte kein Geld. Also bot er ihr an, das Ticket zu bezahlen: gegen einen Blowjob. Sie fands o. k. Nachher gabs Ärger mit dem Freund.


Der Kinderschutz Schweiz fordert, Prostitu­tion dürfe erst ab 18 statt ab 16 legal sein.

Allan Guggenbühl: Das ist realitätsfremd. Viele 16-Jährige sind heute keine Kinder mehr, sondern viel erwachsener und als weibliche Wesen sehr präsent.

http://www.20min.ch/news/zuerich/story/11913464



Abstimmung zur Altersgrenze in CH:
http://www.blick.ch/blickamabend/community/sex-mit-16-103749

Schutzaltersgrenze und Strafgesetzreform in D:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28738#28738





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Marc of Frankfurt - 2008-11-08, 12:14
Titel: Kritik an Männern/Freiern/Verhältnissen
Aus der Schrift "Die Prostitution des Mannes. Auch eine Bergpredigt - Auch eine Frauenlektüre"

1896

von Frauen- und Homosexuellenrechtlerin Johanna Elberskirchen



"Da sitzen sie die Haupthelden der Farce, die Hauptsünder, die Hauptthäter, in den Parlamenten, den Richtersälen, den Betsälen, den Beichtstühlen u.s.w. u.s.w. und richten, verdammen, verwerfen, verurteilen das Weib für ihre Sünden, für die Bestialitäten, die sie selbst begingen, und spucken ins Antlitz dem Weibe und schlagen ans Kreuz das Weib, das ihnen vielleicht noch letzte Nacht gehört - dann gehen sie hin, waschen ihre Hände in Unschuld und parfümiertem Wasser, streichen wohlgefällig sich den wohlgepflegten Bart, recken hoch auf sich im behaglichen Bewusstsein ihrer unantastbaren und schönen Polizei-Moralität und - gehen dorthin wieder, woher sie schon oft kamen: zum verdammten verworfenen, gekreuzigten, zum prostituierten Weibe, sie die Reinen, die Moralischen, die Starken [...]. Hörte ich recht: die Prostitution wäre eine Notwendigkeit? Die Knute her, dass ich sie schwinge über Euch, dass sie niedersause auf Euch, dass sie Euch zeichne blutig und mit blutigen Zeichen und unvergesslich ihr Elenden - das ist notwendig, das! [...] Gebt den Prostituierten, was den Prostituierten ist: Achtung, Respekt, Ehre. [...] Wohl, Die Prostitution ist eine ökonomische Notwendigkeit. Nur aber Notwendigkeit für das Weib - nicht Notwendigkeit für Euch - nur Notwendigkeit durch Euch."


Quelle:
Christiane Leidinger: Keine Tochter aus gutem Hause. Johanna Elberskirchen (1864-1943).
UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz 2008.
480 Seiten, 24,90 EUR.
ISBN-13: 9783867640640
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12440





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Marc of Frankfurt - 2008-11-08, 22:31
Titel: Die Wallstreet-Krise erreicht die Bordelle in Nevada
Über die Rezession in den Bordellen in Nevada


Vancouver Sun
Saturday, November 8, 2008

ASHLEY POWERS
Los Angeles Times

p. B12.



In this economy, even sex is a tough sell

The economic crisis has reached Nevada's legal brothels, where
business is slumping as usual customers are drained of 'play money'



WELLS, Nev. -- The women at Donna's Ranch are crowded around the
kitchen table griping about depleted bank accounts. At this
northeastern Nevada bordello, they woo grizzled truckers and weary
travellers for a single reason: money.

Lately, the women don't go home with much.
Amy, 58, once bought a $32,000 Toyota Tacoma in cash. Now her $1,200
mortgage saps her dwindling pay.

Marisol's daughters think she works at a resort; she struggles to keep
up the ruse. It now takes months, not weeks, to bring $ 5,000 back to
Southern California.

"Marisol," one of her regulars tells her, "it costs me in gas what it
takes for me to spend a halfhour with you."

Signs of the economic free fall have cropped up in many of Nevada's 25
or so legal brothels
.
The Mustang Ranch, for example, has a steady stream of customers, but
the number of women vying for work has soared.

This summer, the Shady Lady gave $50 gas cards to those who spent $300.

The Moonlite Bunny Ranch offered extras to customers paying with their
economic stimulus checks.

Donna's Ranch, 300 km west of Salt Lake City, has seen its business
plummet nearly 20 per cent
. More than three-quarters of its customers
are long-haul truckers, and high fuel and food prices have drained
them of "play money," says Donna's owner Geoff Arnold.

That cuts into pay for his 10-member staff and the "working girls."

The brothel's woes start with the barflies, who are hoarding what
little money they've saved. Tonight, two of them slouch in their
stools and bemoan the economic slump. The bartender, Gayle Salinas, is
pinching pennies, too. She used to take home $ 50 in tips. Now she
might pocket $ 12. Her pay is linked to how much the prostitutes make —
and customers aren't choosing their most expensive offerings.

The women negotiate the price of "parties" and their duration, which
the bartender tracks using kitchen timers. Ten to 15 minutes costs at
least $ 100.
Customers once regularly paid thousands of dollars for
extras listed on a hotpink "menu" — but these days, few men desire the
hot tub or mirrored fantasy room.

Earlier that night, Marisol had guided a trucker from Utah into the
fantasy room. This was his first brothel trip in a year; he used to
stop every few months.

"See how comfortable you can get?" Marisol coos.

He passes on buying an expensive party. Marisol isn't surprised.

About a dozen years ago, Arnold plunked down more than $ 1
million for Donna's Ranch.
He owns another in Battle Mountain, Nev.

"They're easy to run," says Arnold, president of the state brothel
association." If you keep the girls happy, you're done. If the girls
are happy, then the guys are happy. I can't think of any other
business as good as a brothel
, except for a doctor's office — they're
equally profitable."

Billed as the West's oldest continuously operating bordello, Donna's
Ranch greets drivers with a sign that depicts a cowboyhatted brunette
atop a truck bed.

From 2006 to 2007, the brothel's revenue climbed 7.6 per cent, to
about $ 1 million. In 2008, Arnold expects to make about $ 200,000
less. Closing that gap is tricky: Brothel advertising is legal, but
billboards and bus ads risk upsetting neighbours.


Arnold's staff clips coupons to slash the $ 3,300 monthly grocery
bill. He brainstorms other costcutting measures. He owns 33 acres in
Wells — enough room, by his calculation, for five to 10 cows that
could feed his workers.

"That's what we've come to," he says, chuckling at the idea. " Donna's
Ranch could be a real ranch."

In the kitchen, Amy smooths her rhinestone- trimmed minidress and
reddened hair that falls to her waist. She appears about a decade
younger than she is, with a trim figure, high cheekbones and a
tendency to giggle.

She waits for the CB radio to crackle. During even-numbered hours,
the women take turns sweet-talking truckers. The tactic, which lures
more than onethird of Donna's customers, is more vital now that
business is slumping.


At last, a trucker grunts through the airwaves: "Where you girls at?"

Amy leans toward a microphone and urges him to pull off at Exit 352.

Amy has worked in brothels, on and off, for eight years. She typically
does three-week stints but starts wanting to go home to Utah after
two.

She used to pocket $ 6,000 each time — even after splitting money with
the house and covering room and board, condoms, licences and legally
required medical tests. But what she wistfully terms "the good old
days" — when she could meet up to 13 men a day and afford to turn down
customers
— are gone.

Tonight, the bartender counts four brothel customers. Maybe, Salinas
says, things will pick up. Some car buffs are in Wells for a show.

The other women — who likewise use pseudonyms and hide their jobs from
their children and friends — are discouraged too.

Tori, a blond veteran, commutes from Reno with an array of wigs and
sequined get-ups. In the early '90s, she was laid off from a Southern
California real estate office; she eventually turned to the brothel
circuit: winters in Southern Nevada, summers up north.

Danielle periodically flies from South Carolina and tries to return
with at least $2,000. But most customers have been trying to bargain
down their prices. Some are paying with credit cards — an indication
they don't have cash.


Talking to the trucker, Amy curled up at a folding table just big
enough for a radio and mike, and a dry erase board listing the Ranch's
selling points: Free beer. Free chili. Free shower. Souvenirs.
"
Silence. Thanks, the trucker says. Not tonight.





Siehe auch Länderberichte U.S.A.:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=21104#21104





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Marc of Frankfurt - 2008-11-12, 02:10
Titel: Finanzinnovationen: Sprüche und Taten
Sprüche: Die neue PROstitutions-Kampagne

der Deutschen Postbank:



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Eine Kreation von BBDO, Düsseldorf für die Postbank mit ihren 14 Mio KundInnen. Werbeetat 2007: 64,1 Millionen Euro.

Filmclip:
http://www.postbank.de/postbank/pr_....AC22FBB551EEA0F850F486A95

Unsere Projektgruppe PROstitutionskampagne fand den Spruch der Deutschen Bank besonders anmachend:
In gewandelter Form für Sexarbeit: "Leidenschaft aus Leistung".





Taten: Im Rahmen der Finanzkrise umso aktueller:

Mikrokredite



Dazu wurden sogar schon Nobelpreise vergeben: Mikrokredite an Frauen, weil diese rückzahlungszuverlässiger sind und ganze Familie stützen. Leider fällt eine solche bahnbrechende wirtschaftliche Innovation für die globalisierte Welt bisher lediglich in das Ressort Friendensnobelpreis und der ging 2006 an

Muhammad Yunus

Begründer der Grameen-Bank (wörtl. Dorf-Bank), Bangladesh, Bank für die Armen der Welt.

Mikrofinanz läßt wirtschaftliche Unabhängigkeit entstehen als Ausgleich zu herrschenden Geschlechterungleichgewichten, denen sonst Frauen überlassen bleiben z.B. in verbindung mit tradierten Bildungsdefiziten und einem hohen Risko für HIV-Infektionen insbesondere in ärmeren Ländern. Innovative soziale Finanzinstrumente sind also Antworten auf die Gefahr möglichen Abgleitens in prekäre Prostitutionskarrieren:
http://www.unicef.de/3936.html
http://www.grameenfoundation.org/pu....llagePhoneEmpowerment.pdf
(Privatfinanzhilfsprojekt in Verbindung mit Telekommunikationsempowerment)
(Alles ganz analog den manigfaltigen Hilfs-Projekten von sexworker.at: Rat - Hilfe - Kredit - Wohnraum - Hurenuni)


Auch die Callboy Connection Berlin: Querstrich.de hat eine solche Vergabe von Mikrokrediten als praktizierte emanzipatorische Selbsthilfemethode erkannt und angewendet.

AV für Callboys:
http://querstrich.de/neu/index.php?seite=anzeige


Gameya, denn arabische Frauen machen es eh immer schon so:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=43656#43656
Kreditsitation in der interkontinentalen Pendel-Migrantion in die Sexarbeit:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39273#39273
(Beide Links in: 'Hure und Geld' - SW-only)

Erstes deutsches Privat2Privat Kredit-Portal aus Berlin:
www.smava.de

Lexikon:
http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Credit
http://de.wikipedia.org/wiki/Mikrokredit
http://de.wikipedia.org/wiki/Peer-to-Peer-Kredit
http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Yunus





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Marc of Frankfurt - 2008-11-21, 02:55
Titel: Kalte Akquise mit heißen Gefühlen
Mit Sexarbeit soll Geld verdient werden - logo.
Doch das gelingt bekanntlich nicht allen und manche geraten oder verschärfen eine Problemlage bei ihren Anstrengungen sich im gesellschaftlich unerwünschten und deshalb ungezähmten Markt Sexarbeit ökonomisch zu verbessern.

Hilfsprojekte für Sexworker gibt es einige, aber zu wenige und erstrecht keine für Einstiegsberatung oder berufsbegleitende Sexworker-Erwachsenen-Fortbildungen. Maximal gibt es Hilfe für Ex-Sexworker und Opfer. Aber vor allem, alle Projekte wollen erstmal auch selbst finanziert werden (vgl. oben Posting #38) und nicht alle haben einen philantrophischen Gönner im Hintergrund.

Jetzt gibt es im Rahmen der neuen Sozialen-Communities im Web2.0 ganz neue Finanzierungsideen.





Spendensammeln per on-line Forum:

www.betterPlace.org



Auch die nicht unumstrittene Hilfsorganisation KARO e.V. aus Plauen nutzt diese Platform von Till Behnke und Moritz Eckerd im Kampf gegen sog. Zwangsprostitution im Deutsch-Tschechischen Grenzgebiet. Sie hat ihr Projekt für Streetwork, Lobbying, Hilfen für Prostitutierte, Errichtung eines Kinderschutzhauses mit integrierter Babyklappe und gegen Zwangsprostitution, sexuelle Ausbeutung, Handel von Frauen und Kindern dort im letzten Jahr vorgestellt und für eine Spendensumme von 50.000 Euro gebettelt. Jetzt kann man den Erfolg nachlesen, das Projekt wurde mit nur 11 Unterstützern, 2 Besuchern, 6 Fürsprechern und 38 Bewertungen (3,5 von 5 Sternen) zu 100 % finanziert. Alle Achtung:
http://de.betterplace.org/projects/95
http://betterplacede.wordpress.com/2007/12/18/

Profitiert die Spendenaktion von den zahlreichen gesponsorten medialen Anti-Menschenhandels-Kampagnen anläßlich der Fußball WM oder allein schon wegen der allgemein konditionierten öffentlichen Wahrnehmung 'Prostituierte = Opfer'? Macht sich so die Medien-Hype bezahlt, die die selbstbestimmten SW so gefährdet?

Seit Oktober soll mit einer stark reduzierten Spendensammlung von 500 Euro ein neuer Therapiebereich für das Kinder- und Frauenschutzhauses angegangen werden:
http://de.betterplace.org/projects/537

Für Streetwork-Verbrauchsmaterial (500 Kondome, Gleitmittel und 100 Spritzen) sollen dank des innovative Portals sogar Sachspenden über das Datennetz gegeben werden können :-)
http://de.betterplace.org/projects/480





Oder das Geld doch lieber mit Liebe machen eintreiben?
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=45749#45749





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Marc of Frankfurt - 2008-11-22, 12:01
Titel: lebensnah oder abgehoben?
Spruch
marlena - 2008-11-25, 10:19
Titel:
Wer ist schon einmal auf den Dingern gelaufen???

Je höher desto tiefer der Fall...
Marc of Frankfurt - 2008-11-26, 18:10
Titel: Hetärengespräche in Zeiten der Rezession
Image
Marc of Frankfurt - 2008-12-03, 00:24
Titel: Armut, Hunger und riskanter Sex
Frauen, die nicht genug zu essen haben in Afrika,

wagen größere sexuelle Risiken.



In Botswana und Swaziland wurden je ca. 1000 Männer und Frauen zwischen 18 und 48 Jahren 2004-05 befragt.
Studie vom Okt 2007:


Frauen mit ungesicherter Ernährungslage hatten im untersuchten Jahr um
80 % häufiger Sex gegen Geld
(transactional sex),
70 % häufiger Sex ohne Kondom mit Nicht-Bezeihungs-Partner (unprotected sex with non-primary partner),
50 % häufiger Sex mit generationsfremden Partner älter oder jünger mehr als 10 Jahre (intergenerations Sex).

Alles 'Sexpraktiken', die als ein höheres HIV-Risiko gelten.





HIV und Hunger sind die größten Krankheits- und Todesursachen in der Subsahararegion.

Frauen sind mehr von Hunger bedroht als Männer, aufgrund ihrer weniger mächtigen Rolle in der Gesellschaft.

Im untersuchten Jahr hatten
5 % der Frauen Sex verkauft,
10 % der Männer Sex gekauft.


32 % Frauen
22 % Männer litten Hunger.

8 % Frauen
11 % Männer hatten unsafer Sex.

17 % Frauen
15 % Männer hatten intergenerations Sex

5 % Frauen wurden vergewaltigt.

26 % Frauen wurden zum/beim Sex genötigt.

Stark Alkohol trinkende Frauen hatten
15 x häufiger Sex gegen Geld
,
7 x häufiger unsafer sex.

Höheres Alter, bessere Bildung, mehr HIV/AIDS-Wissen sind Faktoren gegen unsafer Sex.

Geschlechter- und ökonomische Ungleichheiten sind die Hauptursachen für unsafer Sex.





Zusammenfassung der Studie

Weiser SD et al. Food insufficiency is associated with high-risk sexual behavior among women in Botswana and Swazliland.
PLos Medicine 4 (10) 260e, 2007.

http://www.aidsmap.com/en/news/BE52....459-BE6D-1B2F14B982A8.asp





Steigende Nahrungsmittelpreise und Knappheit, wegen Tiermastfleischproduktion, Gensaatpatenten und Biotreibstoffproduktion, lassen die kommenden Hungerkrisen und Kriege schon jetzt voraussagen.





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Marc of Frankfurt - 2008-12-07, 03:28
Titel: Geld lindert Armut. Aber schafft es Wohlstand?
Die Geldflüsse der MigrantInnen:


arte TV: "les dessous des cartes - mit offenen Karten"



10 Min

Link



Film zum Mythos Migration
Die angeblichen Gefahren der Einwanderung:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=27265#27265

Verdienste der interkontinentalen SW Pendelmigrantinnen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39273#39273 (SW-only)




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Marc of Frankfurt - 2008-12-15, 16:31
Titel: Geld und Glaube
Was ist eine schariakonforme Geldanlage?


Keine Investition in Prostitution!




Und Muscharaka-Prinzip gegen Zinsknechtschaft...




Mehr:
http://www.reiseziel-dubai.de/dubai-news/dubainews-436.html





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JayR - 2008-12-16, 00:30
Titel: RE: Ökonomie der Sexarbeit
Dafür wird offensichtlich eine Menge in das Gesundheitswesen investiert, wie man aus diesen vielen Annoncen für Therapie ersehen kann.
http://www.expatriates.com/classifieds/uae/th/
Marc of Frankfurt - 2008-12-19, 03:50
Titel: Haben SW eine andere Beziehung zum Geld?
Gekaufte Liebe? Geld als Handlungsorientierung am Beispiel Prostitution

Buch
Paul Kellermann
"Geld und Gesellschaft - Interdisziplinäre Perspektiven"



Edition 2. Auflage (1. Aufl.: 05)
€ 22,50

Der Sammelband analysiert das Verhältnis von Geld und Gesellschaft und präsentiert Beiträge aus den Fachgebieten Soziologie, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Recht, Mathematik, Informatik, Politologie, Psychologie, Philosophie und Kulturwissenschaften.

http://www.amazon.de/dp/3531344862/
http://www.springerlink.com/content/v1431p143mq30470/





Beitrag im Buch von Gerda E. Moser


Gekaufte Liebe?

Geld als Handlungsorientierung am Beispiel Prostitution


(Seiten 171-178)



In der Prostitution werden spezifische sexuelle Handlungen und Illusionen verkauft,
und das macht es schwer, das Geschäft als solches zu erkennen. Schlecht
ergeht es dabei den Moralist/inn/en und Idealist/inn/en. Sie generalisieren und
projizieren; sie gehen (wie die meisten Kund/inn/en) den Mythologisierungen
des „Milieus“ auf den Leim. Für sie sind männliche und weibliche Prostituierte
„Gefallene“ oder „Sexbesessene“, die „sich selbst“, „ihren Körper“ oder „die
Liebe verkaufen“ (vgl. Müller: 151f.). Über die Kund/inn/en schweigen sie.
Ebenso über gesellschaftlich-kulturelle und ökonomische Zusammenhänge.
Aus kulturtheoretischer und kultursoziologischer Sicht wäre Letzteres der
Punkt, an dem anzusetzen wäre. Wiewohl Prostitution auch ihre eigenen Gesetze
(moralische wie ökonomische) hat, ist sie ein Markt, in dem die gängigen
Marktmechanismen funktionieren. An ihrem Beispiel läßt sich zeigen, dass und
inwiefern Geld eine leitende Handlungsorientierung unserer Gesellschaft (Österreich,
westliche Welt) ist.


Gleichfalls kann deutlich werden, dass mit der steigenden
Orientierung an Geld, Orientierungen außerhalb des Geldes nicht verschwunden
sind.
Es scheint, als wüchsen sie prozentuell mit. Profit und Non-
Profit, so widersprüchlich sie auf den ersten Blick auch erscheinen, erweisen
sich als miteinander verzahnt oder verbändelt
. Im Leben von Prostituierten ist
das Geschäft nicht alles, und ihr Geschäft funktioniert, weil es in einem Umfeld
agiert, das sich dem Gang auf den Markt teils anschließt, teils verweigert.


http://www.springerlink.com/content/v1431p143mq30470/fulltext.pdf

Mehr:
http://books.google.de/books?id=jAg....4&ct=result#PPA161,M1





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Marc of Frankfurt - 2009-01-07, 21:01
Titel: Mythos, Kulturgeschichte und Ökonomie
Wo die schwarze Madonna mit der ägyptischen -Fruchtbarkeitsgöttin Isis verwandt ist.

Wo das Mittelalter nicht dunkel sondern eine Gotik-Hochkultur war.

Wo das Tabu Geld, Sex und Tod mit der Frauenunderdrückung zusammengehen:



Ein neues Buch vom belgischen Zentralbank-Banker, €-Mitbegründer, Regio-Geld-Experten und Mythenforscher:



Image

Bernard A. Lietaer: Wahre Bedeutung und Alchemie Geld




Mehr:
http://www.amazon.de/dp/3570500098/



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Marc of Frankfurt - 2009-01-10, 15:50
Titel: Geld stinkt nicht?
Penthouse-IPO

Was hat die Wall Street gegen Porno?


IPO := Initial Public Offering, Börsengang



von Jeff Segal und Rob Cox, breakingviews.com

Hier kommt ein Schocker: Wall Street wird offenbar von Porno nicht angeregt. Wie soll man sonst interpretieren, dass keine der großen US-amerikanischen oder europäischen Banken den geplanten 460 Millionen US-Dollar schweren Börsengang der Muttergesellschaft des Nacktmagazins Penthouse übernehmen wollte? Nach einem Jahr extremer Flaute im traditionell lukrativen Geschäft mit Börsengängen klingt das seltsam. Allerdings nur solange, bis man die Details der Transaktion untersucht.

Penthouse, seit Jahrzehnten die ärmere, aber schärfere kleine Schwester von Hugh Hefners Playboy, ging vor einigen Jahren pleite. Die neuen Eigentümer erweiterten die Marke in den Bereich sozialer Netzwerke, Höhepunkt war der Kauf des Betreibers von Internetseiten wie www.Adultfriendfinder.com oder der christlich orientierten Big Church für 500 Millionen US-Dollar im letzten Jahr. In den ersten neun Monaten des Jahres 2008 verbuchte Networks, so lautet der Name der neuen Gruppe, Umsätze von 244 Millionen US-Dollar.

Nun bändelt man mit den eher frigiden Börsen an und nimmt dabei ein Angebot ins Visier, das weniger als das Doppelte des Umsatzes bringen soll. Es ist noch nicht klar, wie viele Anteile des Unternehmens platziert werden sollen, doch es erscheint nicht allzu verrückt. Facebook, das Glanzstück unter den sozialen Netzwerken, wird zwar nicht börsengehandelt, doch beim privaten Handel mit den Aktien des Unternehmens unter Angestellten und Investoren ergab sich eine Bewertung, die dem zehnfachen des erwarteten Umsatzes entspricht.

Zudem entfällt Comscore zufolge auf die Friendfinder-Seite mehr als 2,5 Prozent des täglichen Internetverkehrs. Und anders als zugeknöpftere Rivalen wie Facebook, MySpace und ihresgleichen kann Friendfinder sogar durch Mitgliedschaften echte Umsätze erzielen, das durchschnittliche Mitglied bezahlt monatlich 19 US-Dollar Gebühren. Zu einer Zeit, in der Werbeausgaben sinken, bietet dieses Modell das Potenzial, die Gewinne stabiler zu machen.

Man könnte also meinen, die Wall Street verschmäht den ersten größeren Börsengang in den USA seit Monaten. Die einzige den Börsengang betreuende Bank ist bislang die in Zypern ansässige Wertpapiersparte der russischen Investmentbank Renaissance Capital. Das Unternehmen hofft, noch andere ins Boot holen zu können. Dies könnte allerdings ein schweres Unterfangen werden.

Auch wenn Investmentbanken nichts mehr mögen als Geld, so sind sie nach einem Jahr öffentlicher Schelte wegen des Auslösens der Kreditkrise verständlicherweise darauf bedacht, nicht noch mehr negative Aufmerksamkeit zu erregen. Berichte brachten aber Vorwürfe ans Tageslicht, dass viele der Gelegenheitssex-Einträge bei Adultfriendfinder.com tatsächlich auf Prostitution beruhen. Eine neue US-Regierung, die es allen recht machen will, könnte schnell Internetseiten an den Kragen gehen, die, wenn auch nur indirekt, Online-Prostitution fördern.

Die Angst vor gesetzlichen Beschränkungen hielt US-Banken auch von Börsengängen europäischer Internetspiele-Firmen wie Partygaming vor ein paar Jahren ab. Sie schreckten vor den Geschäften zurück, weil sie Repressalien der US-Regulatoren befürchteten. Diese Vorahnung wurde zum Volltreffer, als ein Jahr später der Kongress das Internet-Wettgeschäft praktisch untersagte. So verlockend ein Penthouse-Börsengang auch sein mag, es sieht so aus, als ob die Wall Street eine Gebührenorgie diesmal vernünftigerweise auslässt.

http://www.handelsblatt.com/finanze....treet-gegen-porno;2121221





Sexbiz will unter den staatlichen Finanzkrisenrettungsschirm:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=3864

Virtuelle Sexarbeit und Internet-Prostitution:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=780





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Marc of Frankfurt - 2009-01-14, 12:25
Titel: Zum Gelde drängt, am Gelde hängt doch alle, ach wir armen.
Das Fundament allen Wirtschaftens: Das Geld

Eine Bedrohung für das Leben?



Wer sich mehr mit den Hintergründen beschäftigt, kommt aus dem Staunen kaum raus...

Sexwork basiert auf der erotischen Urenergie des Lebens, der Kraft des Lebendigen und wird traditionellerweise im Hier-und-Jetzt verrechnet d.h. CASH bezahlt. CASH ist so anonym, wie es der promiskuitive Sex sein will. Beide Formen der Anonymität ermöglichen den Menschen Freiheit.





Auch die Prokreativität der Frau gehört zu den natürlichsten und damit realwirtschaftlichsten Grundtatsachen. Nicht nur Sexvergnügen, sondern auch Fortpflanzung sind ökonomische Grundtatbestände. Doch der Gebärneid (vgl. Hypothese vom Penisneid) hat Männer(?) das schöpferische, anschwellende Geld erfinden lassen.

Denn anders als die lebende Realwirtschaft i.w.S., birgt das Fundament all unseren Wirtschaftens, das Geld einige explosive Risiken (Zinstabu). Doch diese Basis, der genaue Mechanismus und das Funktionieren unseres Geldes ist hinter zahlreichen Nebelbänken der Politik und VWL, wie z.B. dem Tabu Geld versteckt.


Ein Einstieg als Anregung:
(5 Min)

Link






Zur Vertiefung:

VWL-Professor und Autor Bernd Senf aus Berlin, der sich mit Biodynamik, Selbsterfahrung und Liebes-Lebens-Energie gut auskennt und versucht die Schleier vor dem Geld wegzureißen.

Leicht verständliche Vorlesung in 3 Teilen:
http://www.dailymotion.com/relevanc....-tiefere-ursachen-de_news
(2 h)

www.berndSenf.de





Tagesaktuell
Staatsverschuldungs-Blase:
http://www.faz.net/s/Rub09A305833E1....Tpl~Ecommon~Sspezial.html

Bernd Senf:
http://www.tagesspiegel.de/wirtscha....Bernd-Senf;art130,2727660





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Marc of Frankfurt - 2009-01-19, 13:19
Titel: Sexuelle Selektion - natürliche Prostitution?
Je reicher der Mann, desto häufiger sollen die Frauen Orgasmen haben

Britische Psychologen sehen die Verbindung zwischen männlichem Reichtum und weiblichen Orgasmen in ihrer Studie als evolutionäres Erbe der sexuellen Selektion.


Männer, die wohlhabend sind und/oder einen hohen gesellschaftlichen Status haben, sind für Frauen attraktiver. Ihre Erfolge, Beziehungs- oder Ehepartner zu finden, sind höher, als es bei den Habenichtsen und Underdogs der Fall ist.

Das ist bekannt und relativ gut belegt. Eine Studie der britischen Psychologen Daniel Nettle und Thomas Pollet, die von der Times vorgestellt wurde, geht noch einen Schritt weiter in den Folgen der sexuellen Selektion und dürfte Aufsehen erregen. Nach ihr würde es einen Zusammenhang zwischen dem Reichtum eines Mannes und der Zahl der Orgasmen geben, die eine Frau erlebt:

"Women’s orgasm frequency increases with the income of their partner”, erklärt Pollet. Reichere Männer sind, sollte die Studie zutreffen, wohl nicht besser im Sex, aber der Sex mit ihnen wird von Frauen womöglich als besser erlebt, weil sie sich damit einen Zugang zu Reichtum und Macht verschaffen und diesen erhalten wollen. Frau tauscht Orgasmen gegen Reichtum, was umgekehrt hieße, dass arme Männer das Geschenk kaum oder nicht erhalten, weil sie eher froh sein müssten, überhaupt eine Partnerin zu finden. Klingt alles nach einer sehr einfachen Hypothese.

Die Evolutionspsychologen von der Newcastle University glauben, dass es sich bei der weiblichen Partnerwahl um eine evolutionäre Anpassung handelt, die also tief sitzt und das Verhalten prägt. So würden also Frauen von Männern angezogen, die reich sind oder zumindest den Anschien erwecken, der sich zumindest bei analytisch weniger gründlichen Frauen mit allerhand Gockeln und Zurschaustellung von teuren Produkten erzielen lassen könnte. Das evolutionär für die Reproduktion "bessere" Männchen müsste heutzutage nicht mehr über den fitteren oder schöneren Körper oder ein entsprechendes Verhalten verfügen. Das alles ersetzt das Geld, dessen Menge gleichzeitig ein Hinweis auf die soziale Stufenleiter ist, schließlich ist Geld = Macht.

Wie verlässlich und aussagekräftig die Studie sowie die damit begründete Interpretation ist, ist freilich eine Frage. Die beiden Psychologen haben eine Erhebung unter 5000 Chinesen ausgewertet, die über ihr Leben, darunter auch über Sex und Einkommen, befragt wurden. Von den 1.534 Frauen, die einen Geschlechtspartner hatten, hatten 121 immer einen Orgasmus beim Sex, 408 oft, 762 gelegentlich und 243 kaum oder niemals. Nach der Auswertung würde die Zahl der Orgasmen mit zunehmenden Einkommen der Partner erhöhen. Kaum vorstellbar ist freilich, dass die Formel steigendes Einkommen des Mannes und steigende Zahl der Orgasmen bei der Frau, sofern sie überhaupt belegbar zutreffen sollte, über Jahre hinweg und nicht für die Partnerwahl stimmt.

In einer anderen Studie hatte Nettle herausgefunden, dass bei britischen Männern mit dem Reichtum auch der Reproduktionserfolg steigt. Allerdings gibt es hier einen negativen Zusammenhang zwischen höherer Ausbildung und Reproduktionserfolg, was den Zusammenhang zwischen Einkommen und Reproduktionserfolg schwächt. Bei den Frauen ist es hingegen so, dass mit zunehmender Bildung und zunehmenden Einkommen die Zahl der Kinder sinkt.

Florian Rötzer18.01.2009
Telepolis
http://www.heise.de/tp/blogs/3/121897


Natural Selection on Male Wealth in Humans
Daniel Nettle and Thomas V. Pollet
vol. 172, no. 5 the american naturalist november 2008
http://www.staff.ncl.ac.uk/daniel.nettle/amnat.pdf


Wealthy men give women more orgasms:
http://www.timesonline.co.uk/tol/ne....cience/article5537017.ece


Sexuelle Selektion für Sexworker (s.o. #14):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=34912#34912





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Marc of Frankfurt - 2009-01-19, 16:46
Titel: Prostitution als Argument gebraucht
Berlin/Brandenburg
19.01.2009

Entweder Prostitution – oder Geld weg

Berliner Kampagne gegen Hartz IV prangert mit einer Broschüre staatliche Sanktionspraxis an



Von Sarah Liebigt

Verena Storm ist Mutter eines neunjährigen Sohnes und erhält Arbeitslosengeld II. Ihr wurde eine Kürzung um 30 Prozent angedroht, als sie sich weigerte, eine Vereinbarung zu unterschreiben, die sie zur Prostitution als Nebenerwerb verpflichtete. Einen Monat zuvor hatte sie ihrer Betreuerin mitgeteilt, die Prostitution aus psychischen Gründen beendet zu haben. Frau Storm ist eine von zehn Personen, die in der Studie »Wer nicht spurt, kriegt kein Geld« zu Wort kommen. Die Namen wurden von den Autoren vollständig anonymisiert.

Die Arbeitsgruppe (AG) Sanktionen der Berliner Kampagne gegen Hartz IV will mit der Broschüre die Schicksale hinter den anonymen Arbeitsmarktzahlen an die Öffentlichkeit bringen und die Politik auf die Missstände in den Job Centern aufmerksam machen. »Die Folgen der Sanktionspraxis, wie die Hartz IV-Gesetzgebung sie vorschreibt, sind gravierend für alle Betroffenen und letztlich für die ganze Gesellschaft«, sagt Claudia Daseking von der AG Sanktionen. Die Forderung der AG ist daher eine Aussetzung des Sanktionsparagrafen (§ 31 SGB II). Dies soll Zeit schaffen für eine öffentliche Debatte über den Sinn des Bestrafens von Erwerbslosen und eine andere Arbeitsmarktpolitik.

Zwischen Oktober 2007 und August 2008 suchte die AG Sanktionen vor sechs Job Centern mittels Fragebogen nach ALG II-Empfängern, die bereits sanktioniert wurden oder denen eine Sanktion drohte.

Die Erfahrungen mit Sanktionen in Form von Porträts öffentlich zu machen, war von Anfang an ein Hauptanliegen der Studie. Jedes Porträt beschreibt die Situation eines Betroffenen. Außerdem werden die Vorgänge geschildert, die zur Sanktion führten, soweit diese rekonstruiert werden konnten. Darüber hinaus wurden 28 Beratungsstellen zu ihren Erfahrungen befragt.

Die Sanktionsbedingungen sind im Sozialgesetzbuch II festgehalten. Kürzungen werden demnach bei so genannten Pflichtverletzungen verhängt. Dazu gehört zum Beispiel die Weigerung, eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben oder die dort festgehaltenen Pflichten zu erfüllen.

...

»Die meisten Menschen, die nicht von Hartz IV betroffen sind, wissen nicht, was eine Sanktion für den Alltag bedeutet«, so Daseking. Man müsse sich täglich entscheiden, entweder die umfangreichen Hausaufgaben für das Job-Center zu erledigen, um die Auflagen zu erfüllen, oder sich im eigenen Interesse um »richtige Jobs« zu bemühen.

In der Auswertung der Fragebögen wurde ebenfalls klar, dass Betroffene oft den eigenen Fall nicht verstehen oder richtig einschätzen können. Dies liegt vor allem daran, dass Gesetze, Ausführungsrichtlinien oder Sparvorgaben, an denen sich die Mitarbeiter der Jobcenter orientieren müssen, nicht bekannt sind.

Hartz IV in Zahlen

* 218 190 Arbeitslose in Berlin im Dezember 2008
* 80 Prozent beziehen Arbeitslosengeld II., 180 000 Kinder leben in Hartz IV-Familien
* 37 500 absolvieren 1-Euro-Jobs
* Im September 2007 wurden bundesweit 173 796 Sanktionen verhängt.


Die Broschüre kann auf der Website der Berliner Kampagne herunter geladen oder bestellt werden: www.hartzkampagne.de

Quelle:
http://www.neues-deutschland.de/art....tution-oder-geld-weg.html





Prostitution wird auch hier benutzt,
um öffentlich auszuhandeln,
was moralisch vertretbar ist:


Aus der Broschüre gegen Hartz IV/§ 31 SGB II-Sanktionen:



Der Fall Verena Storm, 42

Sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin und alleinerziehende
Mutter eines 9jährigen Sohnes. Sie wurde unter Androhung
einer 30%igen Sanktion genötigt, eine sittenwidrige
Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben.


...

Nebentätigkeit Prostitution

Ein Zuverdienst als Prostituierte schien Frau
Storm in dieser Situation als Strohhalm, um sich
und ihren Sohn über Wasser zu halten, obwohl es
sie einige Überwindung kostete. Immerhin hatte
dieser "Nebenjob" aus ihrer Sicht den Vorteil,
daß das JobCenter ihr keinen Ein-Euro-"Job"
oder ähnliche Tätigkeiten aufzwingen würde, die
sie als Zwangsarbeit empfindet. Verena Storm ist
bereit, viel zu tun, um sich eine eigene Existenz
aufzubauen, aber, so sagt sie, "ich laß mich nicht
in eine Idiotenmaßnahme drängen, ich bin nicht
blöd, ich habe studiert".

Wieso ist ein Ein-Euro-"Job" für Frau Storm
schlimmer als Prostitution?
„Ich sag mal so,
beim Ein-Euro-Fuffzig-Job mach ich Arbeit, die
nicht meinen Ansprüchen gerecht wird, wie Garten-
und Landschaftsbau. Gut, diese 'Erotikmassage'
wird auch meinen Ansprüchen nicht gerecht,
aber ich verdiene wenigstens was! Beim
Ein-Euro-Fuffzig-Job bin ich sechs Stunden vor
Ort, fahre womöglich anderthalb Stunden hin
und anderthalb Stunden wieder zurück, für nichts
und wieder nichts. Ich werde zu was gezwungen,
das ist Ausbeutung des Menschen durch den
Menschen.

...

Eingliederungsvereinbarung91: Nebentätigkeit
ist fortzusetzen

Nach über zwei Jahren Prostitution war Verena
Storm psychisch am Ende. Hinzu kam die Anstrengung,
diesen "Zuverdienst" vor ihrem Sohn
geheim zu halten.
Also suchte sie nach einer Lösung,
um der verhaßten Nebentätigkeit zu entkommen.

...

Für ihre Arbeitsvermittlerin Frau Werner war
dieser Vorschlag ein Anlaß, zum ersten Mal eine
Eingliederungsvereinbarung mit Frau Storm abzuschließen.
Zu den Pflichten von Frau Storm
heißt es in der "Vereinbarung" wörtlich: "weiterhin
Ausüben der Nebentätigkeit". Worum es dabei
ging, mochte sie anscheinend nicht hinschreiben,
denn Verena Storm hatte ihr klipp und
klar gesagt, daß sie sich prostituiert. Verena
Storm traute ihren Augen nicht, hatte sie doch
derselben Mitarbeiterin zuvor mitgeteilt, daß sie
die Nebentätigkeit seit einem Monat nicht ausüben
konnte, weil sie psychisch dazu nicht mehr
in der Lage gewesen war. Sie weigerte sich, diese
Verpflichtung zu unterschrieben und ließ ihren
Protest deutlich erkennen. Daraufhin drohte
Frau Werner ihr eine 30%ige Sanktion an und sie
bekam eine Woche Bedenkzeit. Verena Storm
bedachte ihre Lage und ging nach einigen Tagen
wieder zum JobCenter, fest entschlossen, nichts
zu unterschreiben. Nachdem sie dort ein zweites
Mal unter Druck gesetzt worden war, sah sie jedoch
keinen anderen Ausweg.[*]

Das JobCenter nahm nun an, daß Frau Storm
wie festgelegt ihre Nebentätigkeit fortsetzen
würde. Dazu fühlte Frau Storm sich aber weiterhin
nicht in der Lage. Folglich erhielt das Job-
Center keinen Verdienstnachweis von ihr. Dennoch
wurde ihr im folgenden Monat wie zuvor
üblich ein Zuverdienst aus der Prostitution vom
Hartz-IV-Geld abgezogen.


...

Eine gerichtliche
Auseinandersetzung scheute sie ebenfalls, denn
sie wollte nicht, daß ihr Name im Zusammenhang
mit der Prostitution öffentlich genannt
wurde.
Davon sollten weder Bekannte noch
Nachbarn etwas erfahren und am allerwenigsten
ihr Sohn. Allerdings konnte Verena Storm von
dem um den „Zuverdienst" reduzierten Alg II
weder ihren Sohn noch sich durchbringen. Noch
im Dezember sah sie sich gezwungen, ihre
"Nebentätigkeit" wieder aufzunehmen.

...

„Ohne die Prostitution hätte ich das
nicht geschafft", meint Frau Storm.


[*] Spätestens seit Februar 2008 steht der Zwang zur Prosti-
tution per Eingliederungsvereinbarung
im Widerspruch
zu einer Durchführungsanordnung der Bundesagentur
für Arbeit vom 30.1.2008. Darin heißt es zu den "wichtigen
Gründen", bei denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB II nicht zugemutet
werden kann: "Als wichtiger persönlicher Grund anzuerkennen
sind z.B.: (...) die fehlende Bereitschaft, Prostitution
auszuüben, auch wenn sie früher einmal ausgeübt
wurde"

(Kap. 11.5, S. 6; www.harald-thome.de/media/files/
SGB%20II%20DA/DA_10_-_30_01_2008.pdf).


Quelle:
Wer nicht spurt, kriegt kein Geld
Sanktionen gegen Hartz-IV-Beziehende
Erfahrungen, Analysen, Schlußfolgerungen
Berliner Kampagne gegen Hartz IV
Seite 45 f.

http://www.hartzkampagne.de/pdfs/br....sanktionen_2008_11_24.pdf
(98 Seiten)





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Marc of Frankfurt - 2009-01-25, 14:20
Titel: Prof. Arbeitsvermittlung könnte Arbeitssicherheit schaffen
Das Moral-Problem Arbeitsvermittlung und Erotikjobs/Sexarbeit haben auch unsere Nachbarn:

Sie nehmen es 'very British'



In ihren JobCentrePlus Arbeits-Agenturen würden laut Regierungsangaben von den 2.26 Millionen inserierten Stellen im letzten Jahr 351 also verschwindende 0.015% Jobs dem Sexbiz im weiteren Sinne zuzurechnen sein.

Das finden manche Moralapostel unerträglich, so wie es auch in Deutschland insbesondere via Boulevardzeitung damals viel Wirbel, ungenaue Berichterstattung und somit möglicherweise gewollte Mißverständnisse gab [vgl. auch voriges posting]. Das hatte dann letzlich zu einer einseitigen Selbstverpflichtung der Bundesagentur für Arbeit geführt, keine Stellen im Sexbiz zu vermitteln. Diese ängstliche Zurückhaltung wurde auch vom Sozialgericht Speyer in einer einschlägigen Entscheidung gegen behördliche Vermittlungstätigkeit bestätigt.

Anders in Great Britain: Zugunsten vom britischen Erotik-Shop-Konzern Anna Summers www.annSummers.com habe eine Entscheidung des obersten Gerichts in 2003 diese branchentypische Diskriminierung aufgehoben.


Eine genauere Analyse der britischen Erotik-Job-Statistiken findet sich im Blog von Dr. Laura Agustin:

UK unemployment offices carry adverts for jobs in the sex industry: Wrong or Right?


Angestellte, Mitarbeiter und Arbeiter sollten überall im Beruf vor sexuellen Übergriffen geschützt sein. Übergriffe finden bekanntlich in allen Bereichen und Arbeitsplätzen statt.

Es scheint mir eine typische symbolische Ersatzhandlung zu sein, hier eine ganze Branche auszugrenzen und sonderzubehandeln, weil man glaubt ein universelles zwischenmenschliches und wirtschaftliches Problem von Abhängigkeit und Sexualität formal lösen zu können.




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Nachtrag:

Positionspapier zur UK-Jobvermittlung im Sexbiz

vom Department for Work and Pensions:


Accepting and advertising employer vacancies from within the adult entertainment industry by Jobcentre Plus (206KB)

http://www.dwp.gov.uk/consultations....ent-jobs-consultation.pdf
(22 pages)





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Marc of Frankfurt - 2009-01-27, 13:30
Titel: Polizeibericht Saarland
Wirtschaftskrise erreicht jetzt auch Prostituierte

Umsätze gehen zurück. Sexpreise sinken. In Bordellen und auf der Straße kriegen Huren die Wirtschaftskrise zu spüren. Das sagt Lothar Braun, Leiter des Komissariats 5 der Saar-Kripo.



Was veränderte sich 2008 im Rotlicht-Milieu?

Sowohl die Zahl der Prostituierten als auch die Zahl einschlägiger Etablissements hat zugenommen. Dies gilt sowohl für die Prostitution in Privatwohnungen als auch für Bordelle mit gewerblicher Zimmervermietung.



Woran liegt das?

Nach wie vor kommen Frauen aus Osteuropa und verstärkt auch aus Südamerika ins Saarland und gehen hier der Prostitution nach. Zugleich gehen die Umsätze zurück.



Wieso gehen Umsätze trotz mehr Prostituierte zurück?

Weil die Nachfrage und die Preise zurückgehen.



Die Folgen für Huren?

Prostituierte, die in Bordellen mit gewerblicher Zimmervermietung arbeiten, zahlen eine Miete pro Tag zwischen 80 und 100 Euro. Angesichts der vielerorts vorhandenen Dumpingpreise pro Geschlechtsakt decken die Einnahmen oft nicht die Ausgaben. Außerdem wird die Nachfrage nach Sex ohne Schutz und ohne Tabus immer größer. Daher steigt die Gefahr von Geschlechtskrankheiten.



Wie können Behörden helfen?

Man sollte regelmäßige Pflichtuntersuchungen von Prostituierten durch das Gesundheitsamt wieder einführen. Außerdem könnte man bei einer Neufassung des Prostitutionsgesetzes diese hohen Mieten verbieten.



Wie hoch ist der Anteil der Zwangsprostitution?

Nach wie vor gibt es neben der selbstbestimmten Tätigkeit mit angemessenen Arbeitsbedingungen in großem Umfang Zwangs- und Ausbeutungsverhältnisse. [Warum die Antwort so ungenau? Anm.]



Wie intensiv sind Kontrollen?

Die Kripo hat voriges Jahr 147 Kontrollen – gegenüber 148 im Jahr 2007 – in Bordellen, Bars, Swinger- und Saunaclubs, Hostessenwohnungen sowie auf dem Straßenstrich durchgeführt. Wir haben 563 Personen – gegenüber 483 im Jahr 2007 – überprüft. Allein auf Grund der Kontrolltätigkeit der Kripo wurden von 2005 bis 2007 fünf Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels im Saarland initiiert. Dennoch gibt es rückläufige Verfahrenszahlen im Deliktsfeld Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung.


Die Fragen stellte Norbert Freund.

http://www.sol.de/news/Saarland-Wir....ar-Braun;art26205,2855618





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Marc of Frankfurt - 2009-01-29, 11:26
Titel: U.S.A.

Football: Polizei jagt Prostituierte beim Endspiel



28. Januar 2009, 03:32 Uhr
Tampa -

Die schwierige wirtschaftliche Situation in den USA macht auch vor dem liebsten Sport der Amerikaner nicht halt: Football. Nur noch rund 150 Millionen Dollar Gewinn sollen für die Stadt Tampa und die dort angesiedelten Unternehmen im Rahmen des Super Bowl herausspringen - mindestens 20 Prozent weniger als in den vergangenen Jahren beim Finale der Profiliga NFL. Vip-Veranstaltungen wurden wegen des Mangels an Sponsoren abgesagt, darunter auch die traditionelle "Playboy"-Party. Ein Geschäftszweig allerdings blüht auf: In den Nachtklubs rund ums Raymond-James-Stadion herrscht Hochkonjunktur.

Genau 43 Stripteaselokale sind im Stadtgebiet von Tampa angesiedelt, wo sich am kommenden Sonntag die Pittsburgh Steelers und die Arizona Cardinals zum 43. Super Bowl treffen. Und während die NFL erstmals in ihrer Geschichte die Preise für Play-off- und Finaltickets gesenkt hat und die meisten Teams bereits über bis zu zehn Prozent vergünstigte Eintrittspreise für die kommende Saison nachdenken, haben die Etablissements Nackttänzerinnen gesucht und sind nunmehr rund um die Uhr geöffnet.

Bis zu 2000 Dollar täglich verdienen die Stripperinnen, die aus dem gesamten Land angereist sind, im Vorfeld des Super Bowl. Dabei müssen sich vor allem die aus Las Vegas eingeflogenen Gastarbeiterinnen umstellen: 2001 wurde im Vorfeld des 35. Super Bowl in Tampa ein Gesetz eingeführt, nach der die Showgirls mindestens 1,90 Meter Abstand zu ihren Kunden einhalten müssen, wollen sie sich nicht der Prostitution verdächtig machen.

Auch dieser Geschäftszweig floriert. "So verlässlich wie die Sonne im Osten aufgeht, so verlässlich strömen rund um den Super Bowl Prostituierte in die Stadt", lamentiert Polizeichef Bret Bartlett. Im prüden Amerika, in dem bereits Grundschüler als Sittlichkeitsverbrecher im Gefängnis landeten, weil sie Gleichaltrigen beim Urinieren zugesehen haben, ist das Geschäft mit dem Sex ein Tabu, und so nimmt die Polizei von Tampa in der Woche vor dem Finale täglich Razzien vor. Bereits am Montag wurden stolz 13 Festnahmen wegen Prostitution vermeldet. Auch ein Polizeichef hat eben Ehrgeiz. Bartlett: "Wir werden keine Ruhe geben, ehe der letzte Tourist den Heimflug angetreten hat."

sboe
http://www.welt.de/welt_print/artic....uierte-beim-Endspiel.html





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Lupus - 2009-01-29, 19:30
Titel: Re: Polizeibericht Saarland
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
Wirtschaftskrise erreicht jetzt auch Prostituierte...
Wie hoch ist der Anteil der Zwangsprostitution?

Nach wie vor gibt es neben der selbstbestimmten Tätigkeit mit angemessenen Arbeitsbedingungen in großem Umfang Zwangs- und Ausbeutungsverhältnisse. [Warum die Antwort so ungenau? Anm.].... Allein auf Grund der Kontrolltätigkeit der Kripo wurden von 2005 bis 2007 [b]fünf Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels im Saarland initiiert
. Dennoch gibt es rückläufige Verfahrenszahlen im Deliktsfeld Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung.


Die Wortwahl ist schon interessant: Rückläufige Verfahrenszahlen zu bedauern bringt nur ein Polizist fertig...
Marc of Frankfurt - 2009-01-31, 17:22
Titel: Geldnot - Finanzknappheit - Kreditklemme
(Manche Polizisten denken halt auch betriebswirtschaftlich arbeitsplatzsichernd ;-)



Was ist eigentlich Geld?

Nach meiner Definition gilt: Prostitution = Schnittmenge aus Ökonomie & Sexualität. Wir als Sexperten kennen uns natürlich gut mit Sex aus und dieses spannende Thema wird auch primär in diesem Forum besprochen. Aber was ist mit dem Thema Geld?

Hier eine kleine Ergänzung zum Posting #60 zur aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die sich hoffentlich nicht noch zur Sexualitätskrise ausweitet:


Sehr gut gefiel mir diese Art einer Artikel-/Linksammlung der Zeitschrift 'Die Zeit'
in Form von Wirtschafts-Charts:
http://www.zeit.de/themen/wirtschaf....ulenzen/chronik_der_krise

Die beginnen leider erst 2004.
Dabei war der beste weil fundamentalste Artikel bereits 2003:

GELD SPEZIAL
Kapitalismus: alles nur ein Kettenbrief (verbotener Strukturvertrieb)?
Von Robert von Heusinger | © DIE ZEIT 30.10.2003 Nr.45:

http://www.zeit.de/2003/45/GS-Heusinger#top





Er spricht Grundprobleme an, die aber scheinbar selbst in der Krise bisher noch tabu sind bzw. noch längst nicht von ausreichend vielen Bürgern verstanden werden. Hier ein paar Schlagwörter:

Was ist eigentlich Geld?




Wie muß man sich erklären, daß die deutsche Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel sich um 100 Mrd. € (= 100.000.000.000 € in Worten: einhundert Milliarden Euro) verrechnet hat beim Thema Kredit und Staatsverschuldung (aus Zeiten der Wiedervereinigung Ostdeutschlands), bevor die immense Neuverschuldung für ein Konjunkturpaket verabschiedet wurde?
http://de.youtube.com/watch?v=scPY2LrTY8Y (ZDF 14.1.09)

(Bei Sexarbeit ist Verschuldung=Kredit z.B. für Reisekosten ein Menschenhandelstraftatbestand.)





Doch es gibt mittlerweile geldkritische Dokumentarfilme, die ich sehenswert finde:

Geist des Geldes
www.geistdesgeldes.com
www.youtube.com/watch%3Fv%3DYBp9CzdY8ZI (5 x 10 Min)
www.amazon.de/dp/B00118Q9EG/

Lets make money
www.letsmakemoney.at
www.letsmakemoney.de
www.youtube.com/watch%3Fv%3D7FosAsoioM0
...





Letztlich ist es das Finanzielle, i.e. das fehlende Geld,
was Leute auch zur Sexarbeit treibt/motiviert.

Am Gelde hängt,
zum Gelde drängt
doch alles
ach wir armen.






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Marc of Frankfurt - 2009-02-01, 13:45
Titel: Hunger - Brotpreis - Brot der Weisheit - Hostie
Muß man/frau die Ökonomie eigendlich verteufeln,
weil sie nach Marx & Engels regelmäßig in die kapitalistische Krise führt aufgrund von Überakkumulation (Fourier zur ersten Krise 1825: crise pléthorique)?





Wo sich Theologie und Ökonomie begegnen

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Ein Zitat von Sexarbeiterin und Kurtesane
Veronica Monet:





A-sozial
Das was die Gemeinschaft trennt.

Dia-bolisch
Das Trennende ist das teuflische.





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Marc of Frankfurt - 2009-02-03, 13:15
Titel: BILDung?
Nebenjob Prostitution

Leichtes Geld? Letzte Chance? Lust auf Luxus? Warum ganz normale Frauen ihren Körper an Männer verkaufen



Von MARKUS PIECHOTTA

In Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt zehn Bordelle und mehr als 80 bordellähnliche Betriebe. In rund 450 Wohnungen im Land schaffen Frauen an.

Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen, hohe Lebenshaltungskosten, dadurch oft steigende Schulden, sorgen dafür, dass immer mehr Frauen in wirtschaftliche Not geraten. Einziger Ausweg für viele: PROSTITUTION.

„In dem Gewerbe kann man in kurzer Zeit viel Geld machen,“ sagt Ines Rose (50), langjährige Leiterin der Dienststelle für Gewalt gegen Frauen und Kinder. Nach Expertenmeinung geht der Trend weg von den Klubs und Bordellen, hin zu sogenannten Terminwohnungen. Ein Grund dafür sind „Hobby-Huren“: Frauen die im Nebenjob anschaffen gehen, um mehr Geld auf der hohen Kante zu haben.

Leichte Kontaktmöglichkeiten bietet das Internet: Portale wie www.kontakt.24.de bieten mehr als 4000 Inserate vom Luxusbordell bis zur Hobby-Hure.

Doch die Anonymität im weltweiten Netz birgt auch Gefahren: „Gerade Hausfrauen wollen oft inkognito bleiben. Bei sogenannten blind-dates, die im Internet verabredet werden, wissen die Frauen aber oft nicht, an wen sie geraten,“ warnt Ines Rose.


Trotzdem gehen Frauen das Risiko ein!

BILD stellt in einer Serie Hausfrauen, allein erziehende Mütter, Arbeiterinnen und Verkäuferinnen vor, die im Nebenjob als Prostituierte Geld dazu verdienen, um jeden Monat über die Runden zu kommen.

Dienstag lesen Sie den ersten Teil: Hausfrau Susanne (35) verkauft ihren Körper, um die Haushaltskasse aufzubessern...

http://www.bild.de/BILD/news/vermis....hance-lust-auf-luxus.html





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Marc of Frankfurt - 2009-02-03, 13:19
Titel: UK
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Marc of Frankfurt - 2009-02-05, 02:37
Titel: Über unser Banken- und das US-Geldreserve-System
Modernes Geldwissen als Zeichentrickfilm



Film 'Money as Debt'

englisch 1 von 5

Link




'Geld heißt Schulden'

deutsche Fassung komplet (45 min)
http://video.google.de/videoplay?docid=6433985877267580603

Homepage:
http://moneyasdebt.net/ Film
http://www.paulGrignon.com/ Regisseur





Wer hats gewußt?





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Marc of Frankfurt - 2009-02-13, 03:08
Titel: Psychologie des ökonomischen Status
Körpersprache und Sozialer Status
Umgangsformen und Klasse


Abhängigere Menschen sind höflicher und interessierter



Mit Statussymbolen inszenieren sich Menschen, aber auch an ihrem 'nackten' Verhalten wird ihr Status erkannt. Mit Aufmerksamkeitsbekundungen und Subordinationsgesten wird die soziale Hierarchie bestätigt und Rivalitätskämpfe befriedet.

Wir alle können das mehr oder weniger intuitiv und für Sexworker ist es geradezu eine Berufskompetenz.

Menschen in prekären Verhältnissen (Migranten, informelle Arbeitsverhältnisse) sind darauf angewiesen und eine teilweise schlechtbezahlte, weibliche Serviceindustrie lebt davon. Die Interaktionstechniken der Höflichkeit sichern das soziale Überleben bzw. den ökonomischen Erfolg.

Wie man es auch dreht, das eine (der Umgang) speigelt das andere (den Status). Wie das Materielle und Ökonomische unser Handeln und Bewußtsein (unbewußt) bestimmt:





Mehr in Zeitungsberichten:
PSYCHOLOGIE-EXPERIMENT Je reicher, desto unverbindlicher


Nicht nur Autos und teure Kleidung verraten den sozialen Status eines Menschen. Auch die Körpersprache spricht Bände, wie sich in einem Experiment herausgestellt hat. Das überraschende Ergebnis: Gute Manieren kommen eher aus armen Elternhäusern:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,605771,00.html
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300227.html





Die Originalarbeit:
Signs of Socioeconomic Status: A Thin-Slicing Approach


Kraus, Michael; Keltner, Dacher
Psychologen der University of California in Berkeley (USA)

Psychological Science, Volume 20, Number 1, January 2009 , pp. 99-106(8)


http://www.ingentaconnect.com/conte....0000020/00000001/art00016
($35.04 plus tax)

http://sites.google.com/site/mwkrau....ltner2009psychscience.pdf
(gratis - 8 pages)





Interne Links:

Verhaltens-Typen beim Sex und beim Paysex:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=49814#49814 (SW-only)

Anpassungswillige Sexwork-Migranten:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28200#28200

Freier-Forschung:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1191





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Lycisca - 2009-02-13, 12:56
Titel: Re: Psychologie des ökonomischen Status
          
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
Auch die Körpersprache spricht Bände, wie sich in einem Experiment herausgestellt hat. Das überraschende Ergebnis: Gute Manieren kommen eher aus armen Elternhäusern


Dieses Ergebnis ist zwar in einem guten Journal erschienen, leidet jedoch unter einem systematischen Fehler: Die Arbeit weist durch die Wahl des Samples lediglich nach, dass US Universitäten arme Studenten nur fördern, wenn sie höflich sind.

Die Versuchspersonen waren nämlich alle Undergraduates einer US-Universität, wo Studiengebühren eingehoben werden. Arme Studenten können nur studieren, wenn sie Unterstützung bekommen ... selbstverständlich werden in so einem Auswahlverfahren die besser angepassten Studenten als erfolgversprechender angesehen und eher aufgenommen. Bei den Studenten aus reichen Familien entfällt diese Vorselektion ... und vermutlich hatten die Eltern kaum Zeit zur Erziehung ihrer Kinder. Mit dem Wissen um diese Vorselektion der Studenten fällt es auch leicht, den sozialen Status aus dem Verhalten zu erraten.
Marc of Frankfurt - 2009-02-13, 13:35
Titel: Finanzkrise und frisches Geld
Danke für den Hinweis.
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Freies Geld / Freigeld / Komplementärwährung / Umlaufgesichertes Geld

Ein zukünftiges Zahlungsmittel auch für Paysex?


ORF 2 sendet Film über die Währung "Chiemgauer"



Fernsehen. ORF 2 strahlt die vom Bayerischen Rundfunk kürzlich in Trostberg gedrehte Reportage (Eigenbericht folgt) am Samstag, 14. Februar, um 15.05 Uhr aus. Der Film dauert eine halbe Stunde und wird am Donnerstag, 18. Februar zu nächtlicher Stunde um 2.40 Uhr wiederholt.

Seit über fünf Jahren kann man im bayerischen Chiemgau mit einer eigenen Regionalwährung einkaufen gehen: mit dem Chiemgauer. Auch in anderen Regionen Deutschlands gibt es schon solche Regionalwährungen. Der Chiemgauer ist aber am erfolgreichsten. Im vergangenen Jahr wurden eine Million Euro in Chiemgauer umgetauscht. Der Wert eines Chiemgauer entspricht einem Euro.

Bezahlen kann man mit dem Chiemgauer nur in Geschäften und Gaststätten in der Region. Zweck der Regionalwährung ist es, die Konsumenten zu veranlassen, ihr Geld für einheimische Produkte auszugeben und so die regionale Wirtschaft zu stärken. 2008 wurde im Chiemgau mit der Regionalwährung ein Umsatz im Wert von über dreieinhalb Millionen Euro erreicht.

chiemgauer.info/239.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=661&tx_ttnews[backPid]=197&cHash=1570b026d9

www.chiemgauer.info





Karte aller Regionalwährungen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=48711#48711 (SW-only)





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Marc of Frankfurt - 2009-02-16, 04:53
Titel: War Jung und brauchte das Geld
Zwangs-StudentInnen-Prostitution wegen Finanzkrise?

UBS verzockte sich mit Auction Rate Securites der Studies.




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Kreative Demo gegen Studiengebühren (Wer hat das Zeug zum echten Sexworker?).



Die UBS sitzt auf über 8 Milliarden geplatzter Studentenkredit-Derivaten.
Die lukrativen Geschäfte kamen in den USA 2008 abrupt zu Ende:
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultu....tenkredite_1.2003560.html



Der Weltmarkt der Auction Rate Securities (ARS) von 330 Mrd. $ mit Laufzeiten von über 20 Jahren wurde zu einem Viertel als Kredite an StudentInnen verkauft. Die schweizer UBS hatte ca. 4 % Anteil am globalen Geschäft mit den Zukunftshoffnungen von jungen aber unbemittelten Studierwilligen in den U.S.A. (Leistungsmotivation von StudentInnen durch Zinsknechtschaft?). Dieser ARS-Markt ist jetzt vollkommen tot wie so manch andere Sub-Prime-Blase.



ARS := Gebündelte Anleihen Zertifikate, deren Zinssatz regelmäßig in Versteigerungen festgesetz wird (Attac fordert: Das Kasino schließen):
http://de.wikipedia.org/wiki/Auction_Rate_Securities



Wie das Bündeln von Krediten zu Derivaten zur Finanzkrise führte: Abwasser-Modell
(wurde vom Kirchenlehrer Augustinus bereits auf die Prostitution angewendet;-):
http://www.portfolio.com/interactive-features/2007/12/cdo



Warum solche modernen Finanzinstrumente (Derivate) eine Folge des Systemfehlers Geldsystem sind, welches gleichsam wie in einem Pyramidenspiel/Kettenbrief auf immer stärkere Kreditausweitung hin zu immer finanzschwächeren Bevölkerungsschichten drängt (selbst zukünftige Arbeitssklaven wie StudentInnen werden vom System angegraben), siehe die obigen Filmclips und Links zu Geld- und VWL-Vorlesungen.



Dokumentierte Medien-Blase StudentInnen-Sexwork:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2371 bewegt JournalistInnen noch immer:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4059





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Marc of Frankfurt - 2009-03-11, 10:40
Titel: Benefiz
Sexworker-Gewerkschaft finanziert sich selbst:

Solitaire's striptease for International Union of Sex Workers fundraiser.



IUSW / GMB www.iusw.org Branch President Solitaire www.SolitaireLondon.co.uk does a police strip-tease as the Government gets ready to criminalise those who buy sex in the name of protecting those who are trafficked. Solitaire dances to Kalachakra, London.


Link



Andere Finanzierungen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=45749#45749 (bunny ranch for ron paul)
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=15389#15389 (weitere Politiker)
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=45752#45752 (Betterplace)
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=42520#42520 (Global Fund, Soros)
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=50526#50526 (Ausstiegsprogramme Familienministerium)





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Marc of Frankfurt - 2009-03-12, 01:39
Titel: Sexworker-Karriere durchkalkulieren auf Lebenszeit
Die Kritik an der Niedrigpreispolitik von Molly-Luft, Berlin ...

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Molly Luft hatte vergeblich versucht als Kneipenwirtin
aus der Sexarbeit auszusteigen.


...halte ich für teilweise unberechtigt und gefährlich zumal dann, wenn sie auf diese eigenwillige Sexarbeiterin und Betreiberin als schriller, alternder Person persönlich umgelenkt wird. Ihren damaligen Laden habe ich mir zwar persönlich von ihr zeigen lassen, kenne Sie allerdings verständlicherweise nicht aus der Perspektive Mitarbeiterin-Chefin.







Als Alternative zu stigmatisierenden Verboten wie der Hurenfeindlichkeit (Putophobie), schlage ich vor:






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Marc of Frankfurt - 2009-03-13, 20:13
Titel: U.S.A.
Sex Workers Getting F*cked by Limp Economy



David Henry Sterry

Posted March 11, 2009
The Huffington Post


There is a wicked myth that has resurfaced with this impotent economy. The sex industry, I heard a blowhard exclaim, is bulletproof, no matter how hard times are, there's always men who are harder. Everyone laughed. Everyone except me. Because I know differently. Sex workers have been hit below the belt, and they've been hit hard. High-end and low-end, all of my ho, hooker, callgirl and rentboy friends are suffering. And since they work in an industry that's stuck in the era of Prohibition, they are not entitled to any of the protection normal citizens take for granted, like unemployment benefits, severance payments when they lose their jobs, and health care. But I believe we can learn a great deal from them, because most of them are resourceful, hard working survivors, and they have not given up on the American dream. They're trading services and bartering, slashing expenses, evolving themselves and their businesses to suit these desperate times. And they're working the most important bone any sex worker has access to: the funny bone.


Mochaluv (not her real name) works out of Oakland, California, or Oaktown as she calls it. She looks like Venus Williams, if Venus Williams were wearing six inch hump-me pumps, a plunging halter top and a blingy micro mini. I first met mochaluv at one of those hideous little GitnGo-StopnShop-FoodnFuel gas station/convenience stores that have sprouted like fungus all over America. She was purchasing two large packs of condoms. Trojans. Unlubricated. With some Diet Pepsi and Cheetos. We struck up an instant friendship. I spoke with her recently about the violent downward turn of the world economy. She told me that customers are demanding more and more bang for their buck.


"One mu-f*cker," said mochaluv, "he calls me up offa my Craig's list ad, ax me how much for five minutes. Five minutes! Before all this economy bullsh*t, I never done incall for less than 200 an hour. But what the hell, I need the caish. So I tells him $25. Sho' 'nuff, mu-f*cker gave me his sad little 25 roses, and he got the whole thing done in five minutes."

Mochaluv confessed to being a angry about the way President Obama's bailout is being distributed. "Where's my unemployment benefits?" she asked, "Where's my health insurance? Where's my economic stimulus package? Fa' real, I believe if I could get Obama alone in a room for an hour, I could get me some of that $800 billion. Stimulate this, baby!"


Ashley (not her real name) is on the other end of the economic bell curve. She estimates that her business is off by between 40-50%. She has the overhead of an expensive Upper West Side Manhattan apartment, where she entertains her affluent clients. "A year ago," said Ashley, "at least once a month I'd be taken to Europe, or Hong Kong, or Dubai. I'd make between $5,000 and $20,000. That high-end clientele has virtually dried up. And yes, lots of women who are getting fired from their straight jobs are reconsidering their employment options. Funny how that line in the sand we all draw moves the more desperate we become. And there's this fantasy that, in the high-end market, it's glamorous work where you make stacks of money getting adored by rich handsome men. Believe me, it's not like that. It's a high risk, high stress job, and sucks out a little piece of your soul every time you work, no pun intended."

Ashley has, along with so many Americans, been the victim of of unscrupulous investors who gambled recklessly with people's lives and lost. "One of my clients was an investment banker. He just disappeared one day. And he took a big chunk of my money with him. I am absolutely livid. So I'm going after him. One way or the other, that cockroach will pay me what he owes me."

She also said that is reassessing her career path, but sees few options. "I considered getting a straight job," Ashley said, "but businesses are firing, not hiring. I have a Masters degree in French literature. The thing I'm best qualified for, in terms of skill sets and compensation, is upscale sex work. So I decided to invest in my business. I bartered to get some new pictures taken, I traded with another client who's updating my website, I've been doing lots of networking, I'm downsizing, getting rid of the dead wood, getting lean and mean and hungry again."

Uptown and downtown, sex workers are suffering. So, even though many of you are feeling considerable pain, I urge you, the next time you run into a ho, hooker, callgirl or rentboy, being nice to them. Chances are, he or she will be doing a lot worse than you are.

http://www.huffingtonpost.com/david....tting-fcked_b_173730.html


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David Henry Sterry ist Autor zahlreicher SW Bücher
http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_w?....ry+Sterry&x=0&y=0





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Marc of Frankfurt - 2009-03-16, 15:41
Titel: Marktwirtschaft für Escorts
Die Signalfunktion Preis
oder
Die Zutaten der Luxusprostitution


The economics of prostitution pricing and prostitution bleg



bleg:
Kunstwort aus Blog und Beg (engl. für Bitten, also ein Blogeintrag mit der Bitte an die Leser Kommentare oder Informationen zu hinterlassen.
blog:
Kunstwort aus Web und Log(buch) also Webtagebuch.



“I only charged $300 when I lived in San Francisco,” Andrea says.

Unlike most industries, escorts can charge higher prices when they are in greater supply. This is because price is one of the few metrics sex suppliers can use to convey quality. (In this way it is not unlike the hedge-fund industry.)

There are only about 30 VIPs in San Francisco, but nearly 100 in New York, so Andrea can charge more here. The customer demographic is also wealthier, and a higher price deters customers from bargaining, which is considered poor taste.

Alas, I cannot vouch for its accuracy. But in April I am participating in a NYC debate over the morality of prostitution, later to be broadcast on NPR. Notwithstanding my praise for Ross Douthat, I will be defending prostitution (with the Mayflower Madam on my side), against Catherine MacKinnon and others.

My bleg is this: other than Bernard Mandeville "Zur Befürwortung öffentlicher Bordelle (1724)", what should I read to prepare?

Frage von Allison Schrager:
www.allisonSchrager.com

Antworten:
http://www.marginalrevolution.com/m....itution-pricing-bleg.html





THE ECONOMICS OF HIGH-END PROSTITUTES

What skills can earn a woman $5,500 an hour? Still reeling from Eliot Spitzer's surprise bouts of discretionary spending, Allison Schrager examines the supply and demand of high-end call girls...




Special to MORE INTELLIGENT LIFE

Among the many things we are left to consider in the wake of the Eliot Spitzer scandal, there is one I still can't quite get over: the staggering price of a high-end call girl. What service can anyone provide to justify up to $5,500 an hour?

Although sex is a unique commodity, it must still obey market principles of supply and demand. In a post last year on Free Exchange, The Economist's economics blog, I wrote about how the prostitution market is exceptionally sensitive to large fluctuations in wealth and expectations, and so it might be considered a lagging indicator. I mentioned that while most people consider it an extremely undesirable job, on the high end "it can be quite lucrative and requires few skills (though a fair helping of unequally distributed natural endowments)."

"Inferior skills?", commented someone under the name "spairme". "Obviously, you have not visited one...To be able to command premium pricing an [sic] any market, a service must be superior."

Both spairme and Spitzer left me curious to learn more about the economics of the world's oldest profession.



The demand side:

What explains the enormous income gap between high-end prostitutes and ordinary streetwalkers or even typical working women? I decided to conduct a rather unscientific survey of potential consumers in an airport executive lounge. In conversations with several men--a professional athlete and several business executives--I asked why it was more attractive to pay a premium than to solicit a woman on 11th Avenue, say. They all responded with groans and wincing. "That is just sick and sleazy," one man said, nearly shivering with disgust. "You could end up bringing home all sorts of diseases to your wife and it could be dangerous." Everyone hastened to clarify that these answers were based on hunches, not experience.

It seems purchasing sex is like buying shellfish: it should come from a reputable provider. Meeting a woman in a clean, well-kept environment signals higher quality and lowers the risk of an infection substantially.

Some argue that such no-strings transactions are ultimately less harmful to both career and marriage than taking a mistress. The men at the airport lounge also pointed out that the premium buys discretion. But at these prices, it is difficult to avoid a paper trail. Spitzer spent more than $80,000 on high-end prostitutes in one year. That's a lot of bank withdrawals.

On the website of the service Mr Spitzer patronised (which has since been disabled), escorts were ranked with twinkly diamond ratings; higher rankings demanded a higher price. Given that the women all looked equally beautiful and delivered similar promises, I couldn't help but wonder what gave them their value. A colleague with some experience arranging escorts for clients (when he worked at a rather nefarious-sounding private-equity firm) explained that a higher price often meant that a woman was either especially talented and versatile (ie, would provide a wider range of services), or simply more popular and experienced. I had been under the impression that this was a job in which seniority was undesirable. It depends on the woman, he said, just before emphatically denying ever using a call girl himself.

As with all things, a premium price signals quality. Men who seek out high-end prostitutes may question the value of a bargain. The industry feeds their narcissism (hence the name "Emperors club VIP"), and part of the fantasy is feeling special enough to purchase that multi-diamond woman.



The supply side:

The most obvious reason why high-end prostitutes can charge so much is that they are doing something illegal [in U.S.A.]. Being arrested for prostitution will certainly hinder future earnings prospects in other industries (unless one manages to write a juicy tell-all about the experience; still, how many such books can the market support?). A premium fee is justified by the risks involved in working in an illegal industry, as well as the related stigma of being paid for sex.

In the paper "A Theory of Prostitution" [s.o. posting #10] , published in 2006 in the Journal of Political Economy, economists Lena Edlund and Evelyn Korn suggest there is a marriage market explanation behind why prostitutes are so well-paid:

According to the Emperor's Club (defunct) website, the women they provide not only possess exceptional beauty, but also intelligence and sophistication. Some, the company went on to say, are successful professionals in other high-profile industries. Though this last claim seems dubious, the women must be exceptionally attractive and sufficiently intelligent to hold a customer's attention. Unlike their low-end counterparts, high-end call girls are expected to supply some level of companionship, and often accompany clients to dinners or parties. Because a beautiful and intelligent woman inevitably has other job (and marriage) options, a very high wage is necessary to encourage them to forgo other opportunities, and risk arrest, disease and shame.

While $5,500 and hour may sound high, not all of that goes to the woman. A substantial amount goes to the escort service itself. And escorts must spend a great deal maintaining their value without immediate compensation. Much time and money is spent on grooming: hair removal, expensive hair-cuts (one stylist I spoke to claims several of his clients are escorts, who spend at least $1,000 a month on extensions and colour) and regular exercise. Many women have had plastic surgery (particularly if they were once men) and maintain an expensive designer wardrobe. Frequent visits to the doctor are necessary to protect against sexually-transmitted diseases.

Ultimately, the decision to become a high-end prostitute is often not only an economic one, but is determined by a woman's attitude toward sex. For many women no amount of money would ever entice them into prostitution. You cannot deconstruct the economics of selling sex without acknowledging that, sadly, many women who enter the trade, even at the high end, have at some point in their lives been victims of abuse. Economic reasoning has little sway over how a woman values her body.

The market for sex ultimately determines a price like any other industry. Sex was one of the first goods ever traded. It commanded a price even before the days of shell companies, complex money-laundering schemes and diamond rankings. I look back on my post from a year ago and recognise my ignorance: high-end prostitutes do have a unique skill-set.

As spairme noted:

An unskilled and unenthusiastic provider (ie, acting skills) is not going to last long..... It's not just about being born beautiful and laying there like a beached starfish!


SUPPLY AND DEMAND | April 10th 2008
(Allison Schrager is an economist based in New York.)
mit Leserantworten:
http://www.moreintelligentlife.com/....s-of-high-end-prostitutes





Systematik der Sexworker-Kompetenzen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/rlin....pBB2/viewtopic.php?t=3608





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Marc of Frankfurt - 2009-03-16, 19:29
Titel: Sexueller und/oder ökonomischer Wettbewerb
Image
timoison hat folgendes geschrieben:
Und unten im Haus haben wir eine Nachbarin, die uns am laufenden Band Ärger bereitet, weil sie keinen "Puff" im Haus haben will, ... aber für 20.000 EUR würde sie uns in Ruhe lassen.




Auch die Ablehnung der Prostitution (Putophobie) hat oft einen ökonomischen Grund,
auch wenn das selten so klar benannt wird wir hier!!!

Deswegen ist Diskretion bekanntlich nicht nur im Sexbiz sehr gefragt.
("Über Geld spricht man nicht.")

Kaum einer ist scheuer als Freier und Investoren/Anleger...





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Jason - 2009-03-17, 10:14
Titel:
Wie lange halten denn die 20.000 € nach? 1/2 Jahr? 1 oder 5 Jahre?
Auf Lebenszeit braucht´s man nicht bezahlen wenn man eher aufhören will.
Sind die 20.000 vor oder nach Versteuerung der Nebeneinkünfte der Dame?

Da sind sie wieder, diejenigen die ja so moralisch und gegen Prostitution sind, wenn aber die Kohle passt kann man schon mal dran verdienen. Solange aber Gerichte dieses Gebahren noch unterstützen indem sie diesen Leuten ein "Druckmittel" in die Hand geben wird die Doppelmoral nie abgebaut, zumal sich ja damit was verdienen läßt.
Marc of Frankfurt - 2009-03-19, 02:50
Titel: Argumente im Verteilungskampf Inländer/Ausländer
Die Migranten untergraben nicht das Lohngefüge

LABOUR RESEARCH DEPARTMENT:
Migrant workers don’t undercut wages



The populist impression given by groups on the
right of the political spectrum (underlined by
newspapers, such as the DailyMail and DailyEx-
press, certain academics and the pressure group
Migration Watch) that migration is undercutting
the wages of workers already in the UK is wrong,
according to a recent study published by the left-
of-centre think-tank, the Institute for Public Policy
Research (IPPR).

Its analysis of migration, jobs and pay data in the
period between 2001 and 2007 found that a one
percentage point increase in the proportion of
migrants working in the UK would only “reduce
wages by around 0.3%”. Even the large-scale and
rapid migration from the east and central Euro-
pean countries that joined the European Union in
2004 “has had no impact on employment levels
and only a marginal effect on wages”, said the
institute's working paper.

The IPPR argued that raising the school leaving age
would have a much greater impact on wages than
increases in migration.
“The estimated effect of
leaving school aged between 17 and 19, compared
with leaving school at the minimum leaving age of
16, is to increase wages by around 10% — an effect
which is around 35 times larger than the effect of a
one percentage point increase in the migrant share
of the population,” said the institute.

Recent published official figures showed that the
number of east and central Europeans register-
ing to work in the UK had fallen to the lowest level
since the so-called A8 countries joined the EU five
years ago.

But the institute is concerned that “with the sharp
rise in unemployment as a result of the UK economy
going into recession, the claim that migrants ‘take’
jobs from local people or drive down wages may
take a stronger hold on the popular imagination”.
It said: “Recent protests at power stations under
the slogan ‘British jobs for British workers’ give a
flavour of how the public debate may become even
more heated and contentious in the future.”

Jim Finch, head of migration at the IPPR, said:
“As recession sets in we are likely to hear people
blaming workers from the EU or other countries for
unemployment or low wages, but the think-tank’s
study exposes these claims as untrue.

“It would be very sad and unfair if people started
blaming migrants for the recession. In fact, migrants
have made a huge contribution to our economy in
recent years. We will need them in these difficult
times, and they will also help us when the economy
eventually picks up.”


www.ippr.org.uk

Published weekly by LRD Publications Ltd
London





Trade Union Congress (TUC) Studie:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=18248#18248





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Marc of Frankfurt - 2009-04-05, 20:54
Titel: Geldgeber für SW:
Neue Perspektiven der Finanzierung für Sexworker Rechte und Gesundheit
Jetzt Anträge stellen! Jetzt für dieses Forschungsprojekt bewerben!

Deadline: 22 April 2009
OSI Seeks Consultant: donor collaboration on sw rights and health



Managed by: Open Society Institute/The Sexual Health and Rights Project (SHARP)
www.soros.org
www.soros.org/initiatives/health/focus/sharp





Background on Sex Worker Rights

Sex workers from around the world report a shocking range of human
rights violations, often stemming from the very laws, policies, and
practices of governments who are responsible for safeguarding their
rights. In most contexts, sex workers are a criminalized population
who has little access to legal redress when rights violations occur
.

Entrenched stigmatization and discrimination against sex workers and
their families present serious challenges both to ensuring equal
access to social and legal services, as well as to sex workers
demanding accountability for those who violate their rights.
Debates on prostitution and/or sex work have raged for hundreds of
years. Yet, there has been little dialogue and attention to protecting
and promoting the basic human rights of sex workers. For example,
legislation that criminalizes the purchase of sex, the so-called
Swedish model, has been increasingly adopted as a radical approach to
combating the global problem of trafficking in persons. Yet, there is
no credible data supporting claims that this model reduces trafficking

into the sex industry. On the other hand, sex workers continually
point out that this legal framework puts them at increased risk of
violence, and reduces their access to health care, among other rights
violations.

Sex workers report police violence and harassment as a primary
concern. Officials charged with enforcing anti-prostitution laws
routinely extort bribes, confessions, testimony, and sexual favors
from male, female and transgender sex workers. Police face little or
no accountability for their actions because of sex workers' relative
powerlessness and marginalized status. In 2007, members of the Sex
Worker Rights Advocacy Network of Central and Eastern Europe and
Central Asia (SWAN) interviewed 238 male, female and transgender sex
workers from 12 countries and found that in the previous year 41.7%
(86/206) had experienced physical violence, and 36.5% (77/211) sexual
violence, at the hands of police.1 A recent 3-country assessment in
Southern Africa reported that sex workers face routine violence from
police, including rape, physical assault and abuses such as the
spraying of their genitals with pepper-spray.2

Sex workers also face a wide range of abuses in health care settings
including pressure to terminate pregnancies, lack of confidentiality,
abusive care, and denial of basic services. Stigma and discrimination
against sex workers in health care has the effect of deterring sex
workers from engaging with the health-care system. In some situations
police have been given the authority to control or participate in
ill-advised public health interventions leading to rights abuses such
as mandatory HIV testing, the monitoring of health certificates that
must be carried by sex workers, and the confiscation of condoms for
use as evidence of prostitution
, frequently in areas hardest hit by
HIV/AIDS.

Attempts to forcibly "rescue trafficking victims" from the sex trade
can create or compound human rights abuses against sex workers. Sex
workers face eviction from homes and communities, repatriation to
unsafe environments
and detention in "rehabilitation centers" without
access to due process. These human rights violations not only pose an
affront to basic dignity, but also fuel HIV/AIDS and other health
risks among sex Workers and their families and communities.

Sex workers from across the globe have responded to these rights
violations by organizing and demanding that others understand their
reality and respect their rights. Many of these groups are nascent and
small, in countries where sex work is illegal and the voices of sex
workers largely unheard. In other countries, sex worker rights groups
have decades of experience in effective organizing and have achieved a
place in national policy making bodies. To date, there has been a
notable absence of many traditional human rights and women's rights
groups in any of these organizing efforts to call attention to the
egregious rights abuses faced by sex workers.

These positive advances in sex worker rights have been gained with
relatively little support from the international donor community. A
June 2006 report by the Open Society Institute highlighted the fact
that funding has not kept pace with the burgeoning number of effective
sex worker rights organizations
.3

The most funded issue for sex
workers is HIV/AIDS, while the next largest source of money is from
anti-trafficking efforts.4 While this funding is critical to reduce
sex workers' vulnerability to HIV/AIDS, sex worker rights activists
have identified numerous concerns about the impact on sex worker
rights and the ability of sex workers to self-organize. Most sex
worker-led groups and organizations are severely under-funded and rely
on one or two donors for survival.





Donor Collaboration

While donor collaboration has always been a funding ideal, the current
economic crisis makes it a necessity. Through the present initiative,
a core donor committee aims to establish a formal collaboration
mechanism that would be both operational on key advocacy issues
affecting sex worker rights where a donor voice could make a
difference, and a co-funding mechanism to support networks, groups and
organizations advancing sex worker rights and health. The
collaboration also aims to bring in new donors and increase the amount
of funding available for sex worker organizing.
The donor committee will work as a team to strategize on and finalize
the strategic plan.

Donor Committee
· AIDS Fonds
· Global Fund for Women
· HIVOS
· Mama Cash
· Oak Foundation
· Open Society Institute





Scope of the Consultancy

The consultant will be tasked with developing a strategic plan for a
donor collaboration aimed at advancing sex worker rights and health.
The plan will be based on desk research as well as interviews with key
stake-holders, including sex worker rights groups. The plan will
provide the framework for discussions at a donor meeting in Amsterdam
in November, 2009
. The plan should be no longer than 50 pages and
should address these components:

· Provide general background on the legal context and policy
environment for sex work (understanding that this will not be able to
thoroughly address regional and national specificities and contexts).

· Give general background on the human rights violations facing sex
workers, as well as the available mechanisms nationally, regionally
and internationally to address these violations (a global review of
national laws is not expected, but rather information on the range of
redress mechanisms that are available). Highlighting examples that
have been successful would be useful.

· Present an overview of the range and scope of organizations working
to address sex worker rights issues. This information should be based
on a survey of national and international sex worker groups.

· Identify the kind of interventions that effectively promote rights of
sex workers and/or access to legal, health and social services.

· Identify existing funding gaps and opportunities for a donor collaboration.

· Identify the critical and prioritized global and/or regional advocacy
issues on sex worker rights and venues where the voice of donors would
have an impact on policy formation and/or implementation.

· Recommend core principles to drive the funding collaboration.

· Recommend a process and structure for a feasible operational and
governance structure;

· Recommend specific objectives and activities for the donor collaboration.

All recommendations, particularly as regards effective interventions
and donors' role, should be based on the voices of sex work
communities and activists.

Deliverables and Time line of the Consultancy

The deliverables include:

· draft and finalized report outline and research methodology;
· draft strategic plan by the agreed-to dates;
· final strategic plan by the agreed-to dates, incorporating the
feed-back from the committee of donors;
· feed-back into the draft agenda for the November donor meeting;
· presentation on the strategic plan at the November meeting.





Time Line

April/May
· Participate in a conference call with the donor committee to review
the scope and goals of the consultancy.
· Develop a proposed report outline and draft research methodology to
submit to donor committee.

May/July
· Conduct the research

July/August
· Draft report and submit to Donor committee. Draft plan deadline:
August 31, 2009

September
· Donor committee to give feed-back on the plan by September 30, 2009

October
· Incorporate feed-back into final plan. Final plan deadline: October 20, 2009

November
· Presentation at Donor meeting in Amsterdam





Qualifications

· In-depth knowledge on human rights, particularly sexual and
health-related rights, and knowledge on the sex worker rights
movement.
· Extensive experience with funding mechanisms, principles and
strategies, particularly as relates to advancing human rights of
marginalized and/or criminalized populations.
· Extensive experience in strategic planning processes.
· Experience working with nascent civil society, community-based
groups, preferably related to sexual rights, women and human rights.
· Strong written and verbal communication skills (English).

The consultant will work from April to November 2009 and will be
supervised by Heather Doyle at OSI/SHARP.





To Apply

If interested, please send a CV, a letter outlining your relevant
experience, two references from organizations for which you have
provided strategic planning services, and daily rate to Heather Doyle
at hdoyle@sorosny.org by April 22nd, 2009. OSI does not pay overhead
expenses associated with any consultancy.





Siehe auch
Donor Meeting mamaCash.org Amsterdam:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=70139#70139





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Marc of Frankfurt - 2009-04-06, 01:18
Titel: Zitat des Tages





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Marc of Frankfurt - 2009-04-10, 19:44
Titel: Handarbeits-Meditation - Geld anders präsentieren
Zum Zusammenhang von Geld und Liebe



Link





Geld ist Lebensenergie.
Liebe ist die Essenz des Lebens.
Melanie - 2009-04-10, 22:24
Titel: Rezession auch im Sexbiz?
Bordelle in der Wirtschaftskrise - Flatrate-Kuscheln als Sonderangebot

Im sogenannten "Ältesten Gewerbe" macht sich auch die augenblickliche Krisenstimmung breit. Immer weniger Kunden suchen die Etablissements auf. Wer einst einmal die Woche kam, kommt jetzt pro Monat einmal, so Sabine Skutella in der Beratungsstelle für anschaffende Frauen in München.

Der PR-Spruch "Geiz ist geil" findet auch in diesem Metier mehr und mehr Anwendung. So gibt es in Nürnberg einen "Sexdiscounter", ein Amüsierbetrieb, bei dem einmal zahlen - "alle haben", ein erheblicher Mehrwert nutzbar wäre, vorausgesetzt - man(n) setzt dies auch um.

In einem Inserat lockt eine Prostituierte, die sich "lustvolle Mona" nennt, mit Preisnachlässen für Rentner, Hartz-IV-Empfänger und auch für Wehrdienstleistende. Ein Berliner Club wirbt mit einem Flatrate-Preis von 70 Euro und mit dem bekannten Motto: "All you can .....", so lange und oft du willst.

http://www.shortnews.de/start.cfm?id=756735
Marc of Frankfurt - 2009-04-11, 16:25
Titel: Wirtschaftskrisenrückblick und -ausblicke
Krisen-Anal-ysen:



Image

Die Unterhosen-Theorie des Alan Greenspan



Von Martin Kilian, Washington.

Der frühere Chef der amerikanischen Notenbank behauptete, am Absatz von Männerunterhosen könne man den Verlauf der Konjunktur ablesen. Jetzt zeigen neue Zahlen, dass er Recht hatte.

Zeigt laut Greenspan die Rezession an: Der flaue Absatz von Männer-Unterhosen.


Geben Sie es zu: Als Alan Greenspan, der Impresario der innigen Marktanbetung, inmitten wackelnder Banken und verdampfender Aktienwerte im Vorjahr vor einem Kongressausschuss den Offenbarungseid leisten musste - er habe sich «getäuscht» in seinem Glauben an die Selbstregulierungskraft des Marktes, so der Maestro damals – empfanden Sie Schadenfreude. Schliesslich sass der amerikanische Ex-Notenbanker kleinlaut auf seinem Stuhl und leistete Abbitte.

Selbst der konjunkturelle Absturz aber kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Greenspan genialische Züge anhaften. Denn wie ein Spürhund schnupperte der Zentralbanker stets nach ungewöhnlichen wirtschaftlichen Indikatoren, um den Puls der amerikanischen Wirtschaft zu fühlen. So glaubte Greenspan etwa, dass der Umsatz amerikanischer Reinigungsgeschäfte extreme Aussagekraft besass: Beim geringsten Anzeichen einer Konjunkturabschwächung trügen die Menschen weniger Hemden und Kleider zur Reinigung.


Das Letzte, was es zu kaufen gilt

Noch beeindruckender aber war Greenspans Glaube an die ökonomische Signalwirkung der männlichen Unterhose. Das jedenfalls offenbarte er dem amerikanischen Wissenschaftsjournalisten Robert Krulwich in einem Interview im September 2007. «Wenn man über alle Kleidungsstücke in einem Haushalt nachdenke, dann sei die männliche Unterhose das privateste», erinnerte sich Krulwich. «Deine Kinder brauchen Kleider, deine Frau braucht wechselnde Kleider, die Kinder wachsen, du brauchst etwas Neues zum Tragen – aber das allerletzte, was du kaufen musst, sind Unterhosen. Männer tragen ihre Unterhosen, bis sie auseinanderfallen», so Greenspan zu Krulwich.

Unterhosen waren mithin ein besonders zuverlässiges Wirtschaftsbarometer, weshalb der Notenbanker ihren Absatz akribisch verfolgte. Fiel der Verkauf, standen die Zeichen wahrhaft auf Sturm, schlussfolgerte Greenspan. Und denken Sie nur: Gestern vermeldete der Marktforschungsriese Mintel, der Verkauf männlicher Unterhosen werde dieses Jahr in den Vereinigten Staaten um geschätzte 2,3 Prozent sinken. Noch im November 2008 hatte Mintel für 2009 einen Absatzanstieg von 2,6 Prozent prognostiziert.

Zwischenzeitlich ist die Wirtschaft natürlich in einen tiefen Graben gefallen, was indes nicht bedeutet, dass amerikanische Männer einfach ohne Unterhosen leben. Nein, sie tragen die alte und bereits vergilbte Unterwäsche der Rezession wegen einfach länger - wie Alan Greenspan vermutete.

(bazonline.ch/Newsnetz)
http://bazonline.ch/wirtschaft/konj....-Greenspan/story/21646200





Krise nur durch Änderung des Geldsystems zu überwinden? Wie bitter muß es kommen, damit sowas passiert?
http://www.mmnews.de/index.php/2009....n-neues-Bankensystem.html

Analyse von 18 Finanzkrisen seit dem Zweiten Weltkrieg, ergibt Kennzeichen wie die tödlichen Folgen solcher Krisen weitergehen - Die tödlichen D’s (downturns):
http://blog.markt-daten.de/2009/04/10/die-todlichen-ds/

Vergleich der Krise von 1929 und 2008/9...
(X-Achsen in Monaten, 50 Monate = 4,2 Jahre Krisendauer!):
http://www.voxeu.org/index.php?q=node/3421 und auf Deutsch:
http://www.zeit.de/online/2009/16/bg-krise





Wie weit ist Paysex ein notwendiges Alltagsgut, welches Menschen zum würdigen Überleben unausweichlich brauchen und kaufen, oder in welchem Ausmaß es ein Luxusgut, welches eingespart werden kann?





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Melanie - 2009-04-11, 18:17
Titel:
Ich weiß nicht - immer, wenn ich lese : Ökonomie der Sexarbeit fällt mir sofort das Finanzamt ein !!!

Sie verdienen doch am meisten an der Sexarbeit.

LG Melly
Marc of Frankfurt - 2009-04-12, 13:12
Titel: SW Fortbildungs-Finanzierung
Kulturveranstaltung in Kiezkneipe - Einnahmen gehen zugungsten von Sexworker-Beratung.



Madonna e.V., Bochum:

http://www.madonna-ev.de/index.php?....on&id=1&Itemid=56





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Marc of Frankfurt - 2009-04-12, 15:01
Titel: Wirtschafts- und Hormon-Zyklen:
Hormone steigern weibliche Shoppinglust


In den zehn Tagen vor der Menstruation sind Frauen anfälliger für Shopping-Attacken. Das haben britische Wissenschaftler herausgefunden.

Kurz vor der Monatsblutung neigen Frauen stärker zu impulsiven Käufen und geben oft mehr Geld aus als sie sich vorgenommen haben. Diesen Zusammenhang stellte Karen Pine, Forscherin an der Universität von Hertfordshire, fest. Sie befragte mehr als 400 Frauen zwischen 18 und 50 Jahren zu ihrem Kaufverhalten.

Zwei Drittel der Kandidatinnen gaben an, dass sie in den letzten Tagen vor der Periode mehr Geld ausgegeben hatten als geplant. Die Hälfte der Frauen hatte ihr Budget um 25 Euro überschritten, einige sogar um 250 Euro.

Nach Pines Einschätzung kompensieren Frauen durch Einkaufen negative Gefühle, die durch Hormonschwankungen entstehen. Sie kaufen vor allem Juwelen, Schuhe mit hohen Absätzen und Make-up.

http://www.dnews.de/wissenschaft/13....ibliche-shoppinglust.html





Wie die Hormone des Zyklus dafür sorgen, dass Sexworker an manchen Tagen erfolgreicher im Geschäft sind:

http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=34912#34912 (s.o. posting #14)





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Marc of Frankfurt - 2009-04-12, 17:01
Titel: Geldschöpfung - Wieviel Geld gibt es?
"Die Phoenizier haben das Geld erfunden,
doch leider viel zu wenig"

Doch wieviel Geld gibt es auf der Welt inzwischen tatsächlich?



Hier eine Abschätzung aller Finanzblasen von Fiat-Money bis zu Schattenbankwesen:

Image

Angaben in US Trillionen entspricht deutschen Billionen.
(Billion, Bio. 10^12, Zahl mit 12 Nullen (Tera). Eine Billion Euro, bestehend aus 500-€-Scheinen, (flach) aufeinandergestapelt hätte eine Höhe von etwa 210 Kilometern! Im Jahre der Hyperinflation 1923 gab es deutsche Geldscheine mit Nennwert: 5 Billionen [Wikipedia].)

Quellen:
http://creditcontraction.com
http://mmnews.de/index.php/20090412....e-Kredit-Kontraktion.html

Geschichte vom Fiat-Money:
http://zeitwort.at/index.php?page=Thread&threadID=8452






Wer ist die reichste Frau? / Wem gehört die Welt?:

http://alles-schallundrauch.blogspo..../wem-gehort-die-welt.html

Wem gehört die EU?
Buch von Prof. H.J. Krysmanski, Power Structure Research:

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wemgehoertdieeu oder
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wemgehoertdieeu/eu-web.htm





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Marc of Frankfurt - 2009-04-14, 15:53
Titel: Zum Problem von Sex & Geld:
Manche Feministen definieren Prostitution := "Ein Mann kauft Befehlsgewalt über eine Frau".

Diese Definition teilen viele selbstbestimmt arbeitende Sexworker jedoch nicht.





Der wahre Kern dieser abolutionistischen, fundamental-feministischen Prostitutions-Definition jedoch liegt jedoch im Wesen des Geldes. Und dieser Machtaspekt dessen, der Geld hat, wird in seinen negativen Teilen auf die Prostitution projeziert um das Geldwesen reinzuwaschen (Sündenbockfunktion Prostitution).





Was sie über Geld wissen sollten oder “Alles wird gut - mit gutem Geld!”

...

Geld ist ein Anspruch auf spätere Leistung Dritter – also muss dem Geldbesitzer auch eine spätere Leistung durch Dritte geschuldet werden! Unser Geld ist also zwangsläufig anderer Leute Schulden [hoher Verschuldung entspricht hoher Reichtum bei anderen] – Geld was keine Leistung Dritter schuldet wäre völlig wertlos!

Geld (= Leistungsanspruch) ist durch das vollstreckbare Eigentum des Kreditnehmers abgesichert. Hier sieht man auch die Erfordernis des Staates für das Geld. Die Staatsmacht wird für die Vollstreckbarkeit von Schulden in das Eigentum des Schuldners gebraucht. Ohne die Vollstreckbarkeit müsste der Schuldner nicht leisten und das Geld wäre in Gefahr wertlos zu werden.

Ausnahme: Staatsschulden

...

Vollständiger Aufsatz:
http://www.global-change-2009.com/b....em-geld/2009/04/#more-182





Nachtrag:

"Staatschulden sind nicht vollstreckbare Schulden eines nichts leistenden Schuldners!" steht in dem Artikel (Bei Staatsbankrott folgt Währungsreform also Geldentwertung). Man kann es auch anders formulieren. Staatsschuldverschreibungen sind die sichersten Anlagepapiere, weil der Staat als letzter bankrott geht. Denn er kann immer zur Deckung seiner Liquidität und Schulden auf das Einkommen und sogar auf das Vermögen seiner Bürger zurückgreifen (Steuern, Enteignung). Deshalb wird der Staat auch als "Debitor of last Resort - Schuldner der letzten Hoffnung" bezeichnet. Die staatlichen Transaktionen zwischen Staat(en), halbstaatlich-privaten Zentralbank(en) und privaten Geschäftsbanken sind entscheidend für alle Geldmarktkrisen und deren Dauer (Geldschöpfung vs. quantitative easing).

Das mit der letzten Hoffnung ist ganz analog gültig bei der Prostitution. Sie ist für die Frau oder den jungen Mann die Geldverdienquelle der letzten Hoffnung (Wahlfreiheit oder ökonomischer Zwang). Also quasi das private Bail-out-Programm bei privat-monetärer Krise.


Noch eine erstaunliche Parallele gibt es zwischen privat und staatlich was Gewalt betrifft. Wird der Wert des Zahlungsmittels wie im Artikel dargelegt durch den Staat und die Staatsgewalt gesichert, so sind diejenigen, die aus der Gesellschaft und Wirtschaft per Tabu und Kriminalisierung ausgeschlossen sind, gezwungen sich ihre eigenen Vertrags- und Wertsicherungsmechanismen zu geben. Die sind dann erfahrungsgemäß meist auch recht archaisch d.h. gewaltförmig (>> Zuhälterunwesen und die gerne zitierten Voodoo-Rituale etc.).

Diese Argumentation verdeutlicht, wie sich die Gesellschaft/Staat durch Prostitutionsverbote seine eigenen Gegner/Opfer schafft, die dann polizeilich zu bekämpfen sind.





Anekdote:
Wie Churchill Preisverhandlung führt:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=54432#54432

Ist Geld das Mittel, mit dem sich Männer der Verführungsmacht der Frauen zu erwehren vermögen?


Zitat:
Aristoteles Onassis:

"Ohne Frauen wäre all das Geld der Welt bedeutungslos."





.
Marc of Frankfurt - 2009-04-18, 12:31
Titel: Wirtschaftslage horizontal
Die Not im Rotlichtviertel

Eine Finanzkrise der besonderen Art: Auch in Hamburg bleiben die Freier aus, obwohl die Preise fallen


www.süddeutsche.de
Von Christiane Langrock-Kögel


Hamburg - Frische Hähnchenschenkel sind bei Lidl auf der Hamburger Reeperbahn im Sonderangebot, 13 Prozent billiger als sonst. Im ungeputzten Fenster eines Irish Pub hängt die schlichte Verlockung: "Ampelsaufen für drei Euro", vermutlich auch das ein Schnäppchen. Im eigentlichen Kerngeschäft der Reeperbahn sucht man länger nach Sonderpreisen. Die Schaufenster von Laufhäusern, Bordellen und Strip-Bars werben mit klimatisierten Zimmern und prallen Dekolletees. Erst am östlichen Ende der Rotlichtmeile lockt ein Sexshop mit Preisnachlass: "Geile Zeiten! 50 Prozent mehr Laufzeit auf alle Münzen und Scheine!"

Die Wirtschaftskrise ist in der Rotlichtbranche angekommen. Und das nicht nur in Hamburg. In Frankfurt musste eines der ältesten Bordelle der Stadt schließen. In Amsterdam geht es gleich um mehrere Häuser, denen "die Rezession den Todesstoß" zu verpassen droht, wie die dortigen Vereinigten Entspannungsbetriebe befürchten. Der Kölner Porno-Produzent Bernd Schütt spricht für die ganze Sex-Branche von "einer beschissenen Marktlage".

Im Puff herrscht anscheinend Ausverkauf. Viele Betreiber versuchen, dem Umsatzeinbruch mit Specials zu begegnen. "Das ist nicht neu, nimmt aber zu", sagt Stephanie Klee vom Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen in Berlin www.busd.de , selbst Prostituierte. Eine Flatrate im Bordell bedeutet: einmal zahlen, mehrmals kommen. Bei "Zwei für eins" darf der Freier seine Frau mitbringen, Schnittchen inklusive. Ähnlich wie Banken und Autobauer haben auch Pornofilmer und Erotik-Händler um staatliche Unterstützung gebeten, und das war nicht nur scherzhaft gemeint. Hoffnung auf Hilfe hat die Branche nicht: Für die Kanzlerin mache sich im Wahljahr ein Engagement bei Opel sicher besser.


"Der Markt ist sowieso tot"

Mit der Krise der Weltwirtschaft haben die Probleme im Rotlicht ohnehin nur begrenzt zu tun. Die Porno-Produzenten stöhnen seit Jahren über einen sich auflösenden Markt, aber das hat vor allem mit Raubkopien und der Verbreitung kostenloser Pornos übers Internet zu tun. Die Finanzkrise komme nur obendrauf, sagt Porno-Produzent Schütt: "Der Markt ist sowieso tot." Ähnliches gilt auch für die Prostitution: "Wenn eine Studentin heute für 20 Euro eine Nummer schiebt, volles Programm, ist das der absolute Preisverfall."

An diesem Punkt stand Anke Christiansen, 53 und selbst lange Prostituierte, schon vor Jahren. 2003 hat sie mit zwei Freundinnen, alle aus dem Gewerbe, in Hamburg das "Geizhaus" gegründet - eines der ersten Discount-Bordelle der Republik ("Geiz macht geil"). 38,50 Euro kostet die halbe Stunde mit einem der 35 Mädchen, die in dem weißen Häuschen im Bezirk Wandsbek arbeiten. Am Tisch in der Küche sitzt die blondgelockte Angie im roten Bademantel und mit dicken Socken an den Füßen. "Freier, die jeden Tag da waren, kommen jetzt wesentlich seltener", sagt sie. "Oder eher gar nicht."

Angie muss im Geizhaus kein Geld in die Hand nehmen. Am Empfang äußert der Mann seine Wünsche und kauft einen Geizhaus-Dollar. Will er mehr als das Grundprogramm, muss er den Einsatz auf 77 Euro verdoppeln. Aber das macht kaum einer. Angies Kollegin Jill weist oft Freier ab, die auf dem Zimmer versuchen, mit den Mädchen zu dealen: "Ich geb" dir noch "nen Zehner für. . .". Auch am Empfang des frauengeführten Hauses, wo Anke Christiansen in schwarzer Hose und cremefarbener Strickjacke steht, wird gefeilscht. "Bei uns gibt"s keinen Nachlass", sagt sie. Höchstens mal eine Werbeaktion, wie sie das nennt: An Halloween durfte jedermann umsonst ran, der sich im Kostüm händchenhaltend mit anderen Freiern anstellte. In drei Monaten zieht das Geizhaus um. Mehr Fläche, mehr Parkplätze. Das ist das, was Anke Christiansen der Krise entgegenhält.


Schickis verdrängen die Puffs

Lustlos bemüht sich dagegen der Chef eines großen Laufhauses an der Reeperbahn um Erklärungen zur Rotlichtkrise. "Die Touristen bleiben aus", sagt er. Vielleicht fehlen der Reeperbahn tatsächlich die zielgerichteten Sex-Besucher. Aber die Übernachtungszahlen in Hamburg steigen, verkündet der Tourismus-Beauftragte stolz. Von St. Pauli spricht er gern als Ausgehviertel für junge Gutverdiener. Zur Flaute des horizontalen Gewerbes trägt sicher auch bei, dass sich der Stadtteil gewollt und Stück um Stück vom großen Puff zum hippen Kult-Viertel wandelt.

Im Umbruch der Branche scheint es auch Gewinner zu geben. Der Flensburger Erotik-Großhandel Beate Uhse meldet als Ergebnis für 2008: 253 Millionen Euro Umsatz und einen Vorsteuergewinn von 3,1 Millionen. 2009 will der Konzern die Zahlen allen Ernstes verdoppeln. Uhse-Mitbewerber Orion, nach eigenen Angaben mit 151 Shops Marktführer, hat "zu kämpfen, sicher", sagt Marketingleiter Jens Seipp. Er betrachtet sein Geschäft aber als "klare Zukunftsbranche". Allerdings abseits der Rotlichtviertel: "Unsere Fachgeschäfte befinden sich in guten Lagen. Wir sind rausgegangen aus der verschwitzten und verschmierten Ecke." Es gebe keine Videokabinen, sagt Seipp, sondern "sex toys".

Wer sich Sex nicht mehr kaufen kann, holt ihn sich wieder zu Hause, mutmaßt der Porno-Produzent Bernd Schütt. In einer Hamburger Revue-Bar hängt im Schaufenster die E-Mail eines Besuchers: "Vielen Dank für die tollen Anregungen. Meine Frau und ich hatten anschließend viel Spaß im Hotelzimmer."

http://www.sueddeutsche.de/959382/6....t-im-Rotlichtviertel.html





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Melanie - 2009-04-20, 17:51
Titel:
Finanzkrise macht auch Prostituierte zu schaffen :

http://www.paradisi.de/Health_und_E....ostitution/News/11970.php
Marc of Frankfurt - 2009-04-20, 18:35
Titel: Wirtschafts- oder Rechtslage?
Dass selbst Bordelle im Luxussegment schließen wird hier erklärt:


Babylon Wien:
http://diegalerie.wordpress.com/200....sexbranche-macht-schlapp/ (Jan 09)

Hier gab es noch ein Werbeinterview des Inhabers Peter Bretterklieber:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=30989#30989 (Jan 08)





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Melanie - 2009-04-20, 20:19
Titel: Die Welt: 24. Mai 2007
Das Finanzministerium will die Sex-Branche stärker zur Kasse bitten. Prostituierte sollen im Voraus Steuern zahlen. Laut einer Experten-Schätzung sind Einnahmen in Milliardenhöhe möglich. Aber das Einkassieren dürfte schwierig werden.

Foto: DDP
In Bordellen vermuten die deutschen Finanzminister Steuer-Mehreinnahmen in Milliardenhöhe


Der Staat will stärker von den Milliardeneinnahmen im Rotlichtmilieu profitieren und dazu den Steuervollzug in Bordellen verbessern. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat sich bei den Ländern erkundigt, ob Prostituierte bundesweit einheitlich eine pauschale Steuervorauszahlung von bis zu 25 Euro pro Arbeitstag leisten sollen. Die Landesregierungen finden die Idee mehrheitlich gut. Bislang aber zahlen längst nicht alle Sex-Dienstleister Steuern. Wäre das der Fall, könnte der Staat jährlich bis zu 1,4 Milliarden Euro einnehmen, schätzt der Wirtschaftswissenschaftler Richard Reichel.

Umfrage
Nutzen Sie die Dienste einer Prostituierten?
Nein, noch nie Noch nicht, könnte ich mir aber vorstellen Ja, aber nur im Urlaub
Ja, aber nur 3- oder 4-mal im Jahr
Ja, 1-mal monatlich
Ja, 1-mal wöchentlich
abstimmen

Ergebnis
57% Nein, noch nie
13% Noch nicht, könnte ich mir aber vorstellen
4% Ja, aber nur im Urlaub
10% Ja, aber nur 3- oder 4-mal im Jahr
5% Ja, 1-mal monatlich
11% Ja, 1-mal wöchentlich
= 4777 abgegebene Stimmen

Die Höhe der Steuer ist nicht zuletzt eine Frage des Umsatzes. Den hat die Gewerkschaft Ver.di hat auf 14,5 Milliarden Euro pro Jahr hochgerechnet. Doch nach Abzug von Kosten und Vorleistungen der Sex-Arbeiterinnen zum Beispiel für Raummiete, Hygieneartikel und Getränke bleiben nur sieben Milliarden Euro als zu versteuernder Umsatz übrig, meint Reichel, der Dozent an der Universität Erlangen-Nürnberg ist und die Studie "Prostitution - der verkannte Wirtschaftsfaktor" verfasst hat.

Nur noch wenig zu holen

Der Einkommensteuersatz dürfte laut Reichel im Schnitt bei 20 Prozent liegen. Das ist relativ niedrig: Denn Reichel vermutet, dass bundesweit zwei Drittel der Prostituierten deutlich weniger als 2000 Euro Umsatz im Monat machen. In welchem Maß Prostituierte Steuern zahlen, lässt sich von außen nicht exakt ermitteln: Die Finanzämter lassen keine länderübergreifenden Analysen zu. Außerdem gibt es keinen Steuerschlüssel für Prostitution. Die Einnahmen daraus werden unter "sonstigen Einkünften" gebucht.

Grundsätzlich hält Richard Reichel auch pauschale Vorauszahlungen zur Einkommensteuer für Prostituierte für sinnvoll. "Ich habe jedoch Zweifel, ob man dabei deutlich mehr an Steuern rausquetschen kann", sagt Reichel. Denn der Umsatz von Prostituierten inbesondere auf dem Straßenstrich, in privaten Wohnungen oder in Wohnwagen lasse sich schwer überprüfen. Selbst wer steuerlich angemeldet ist, könne in den Unterlagen für das Finanzamt ja "irgendwas eintragen", sagt der Wissenschaftler.

Anders sei dies bei den Bordellen. Die Betreiber könnten herangezogen werden. Meistens sei deren Umsatz buchhalterisch dokumentiert. Reichel nimmt an, dass auch die Mehrheit der dort beschäftigten Prostituierten bereits Steuern zahlt. Insofern wäre für Steinbrück mit einer Prostituierten-Pauschale nicht wesentlich mehr zu holen: Höchstens die Hälfte aller Prostituierten arbeitet laut Reichel in festen Etablissements.

"Die wenigsten leben davon"

Weiterführende Links
Marburg erhebt Sex-Steuer in Bordellen und Kinos
Investmentbanker im Sumpf von Sex und Drogen
Die Geständnisse einer studierenden Teilzeithure
Hunderte von Bordellen angemeldet Die Gesamtzahl der Sex-Dienstleister schätzen staatliche Stellen auf 400.000, davon vielleicht 20.000 Männer. Unberücksichtigt bleibt bei solchen Schätzungen, dass die Prostitution für viele nur ein Nebenjob ist. "Die wenigsten leben davon", sagt Karolina Leppert, Vorsitzende des Bundesverbands sexuelle Dienstleistungen (BSD). Als Haupterwerb reiche Prostitution allenfalls für 25 bis 30 Prozent der Beschäftigten. In Berlin etwa verdienen nach Schätzungen des Verbands sogar nur zehn Prozent der Prostituierten 2000 Euro und mehr im Monat.

Vor die Steuerzahlung hat der Staat das Finanzamt gesetzt. Und das ist laut Leppert ein Problem für Prostituierte. Viele fürchten, dass mit dem Gang zum Finanzamt öffentlich wird, wie sie ihr Geld verdienen. In Berlin habe das etwa dazu geführt, dass Prostituierte "in den Untergrund" geflüchtet sind, nachdem Anfang 2007 eine Steuer-Vorabzahlung in Höhe von 30 Euro pro Arbeitstag eingeführt wurde.

http://www.welt.de/wirtschaft/artic....ieu_fuer_Steinbrueck.html

Ich sagte ja schon - bei dem Thema denke ich sofort an die Steuern !!!

LG Melly
marlena - 2009-04-21, 12:47
Titel:
Zitat:
"Die Finanzkrise ist auch entstanden, weil sie von Männern verursacht wurde.
Frauen wirtschaften anders. Die Frau ist der "safe investor".
Hier haben wir die Männer alleine gelassen."

Gertrud Höhler,
Autorin, Unternehmensberaterin


Diese Aussage könnte glatt von einer Matriarchin von den Mosuo stammen...daher sind sie so wie sie sind... macht wirklich sinn...
Melanie - 2009-04-21, 13:46
Titel: Geschäftsmodell: Jungfräulichkeit Versteigern
Auch eine Art der Ökonomie :

Bereits im September kündigte die 22-jährige Natalie Dylan ihr Vorhaben an: Sie will ihre Jungfräulichkeit versteigern. Über 10´000 Gebote flatterten rein: Das aktuelle Höchstgebot liegt derzeit bei 4,2 Millionen Franken! Dylan hat sich aber angeblich noch nicht entschieden, wem sie den Zuschlag gibt und wie lange die Auktion weiter läuft.

Was religiöse Gruppierungen auf die Palme treibt, ist den Behörden in den USA völlig egal. Denn: die hübsche Studentin verletzt damit kein Gesetz – lebt sie doch im Staat Nevada. Und dort ist Prostitution legal.

Im Interview mit der englischen «Sun» verteidigt sie nun ihr Vorhaben: «Ich habe erwartet, dass mich viele Menschen für meine Entscheidung verurteilen. Aber ich tue niemandem weg und ich breche keine Gesetze!»

Ist sie wirklich noch Jungfrau?

Der Zeitung verrät sie aber auch, dass sie schon mehrere Freunde hatte. «Natürlich kam es da zu sexuellen Handlungen – aber Verkehr hatte ich noch nie.» Das habe sie auch mit zwei Lügendetektoren-Tests bewiesen. Ausserdem soll ein Doktor ihre Jungfräulichkeit bescheinigt haben.

Sie suche mit dieser Auktion nicht ihren Traummann und gibt auch zu, dass es «ein anderes Gefühl sein wird, mein erstes Mal mit jemandem zu haben, den ich nicht liebe.» Aber dies sei ihr egal.

Zu der Idee angeregt wurde Natalie von ihrer Schwester. Die hat sich für drei Wochen als Prostituierte gearbeitet und konnte danach ihre Studiengebühren bezahlen. (num)

http://www.blick.ch/news/ausland/ju....igert-sich-na-und--110142

und legal !!!
Marc of Frankfurt - 2009-04-23, 21:54
Titel: Sind Sexworker Kreditwürdig?
Bankensterben + toxic Bad Banks vs. Grameen Bank = Bank der Armen:

Nobelpreisträger Muhammad Yunus vergibt Mikrokredite in New York



23.04.2009

Normalerweise vergibt Nobelpreisträger Muhammad Yunus Kleinstkredite in den ärmsten Staaten der Welt – doch im Zuge der Finanzkrise ändern sich auch die Vorzeichen. So kommen die Mikrokredite mittlerweile auch in New York zum Einsatz – und damit im Herzen des westlichen Kapitalismus, wie Reuters berichtet. Die Abwicklung läuft dabei über einen Ableger der Grameen Bank, die Yunus 1983 in Bangladesch gründete. „Viele Amerikaner sagen, wir hätten keine Armut in den USA", sagt die Vize-Präsidenten von Grameen America, Leslie Kane. „Aber wir haben sie. Wie jedes andere Land auf der Welt müssen wir uns auf Mikrokredite konzentrieren."


Erfolgreiches Geschäftsmodell

Das Geschäft läuft gut: „Während andere Banken zusammenbrechen, bleibt diese stark", sagte Yunus am Mittwoch auf einem Straßenmarkt, wo etwa 100 seiner Grameen-America-Kunden ihre Waren anboten. Mikrokredite seien ein Bereich, den die Krise nicht berührt habe.


Positives Aushängeschild

Zu denjenigen, die von Yunus Konzept profitieren, zählt unter anderem die New Yorkerin Zemia Shoffner, die im Januar einen Kredit über 2000 Dollar von Grameen America bekam und damit die Teilnahme an einem Back-Kurs finanzierte, um ihr Catering-Geschäft auszubauen. Die Teilnahme an dem Kurs sei sehr wichtig für die gewesen, wie Shoffner Reuters gegenüber sagte, da er ihren Marktwert und ergo den ihrer Firme, die seit drei Jahren betreibt, verbessert habe.


Jahresbilanz Grameen America

Im ersten Jahr ihres Bestehens hat Grameen America in New York rund 1,5 Millionen Dollar an fast 600 Frauen mit Kleinunternehmen verliehen. Zu den Auflagen für die Förderung gehört, dass die Empfängerinnen ein Konto eröffnen und jede Woche zwei Dollar einzahlen – was ihnen helfen soll, sich das Sparen anzugewöhnen. Die Idee hinter dem Mikrokredit-Konzept geht bisher gut auf: Die Kreditrückzahlungsquote liegt bei 98 Prozent.


Grameen Bank

Die Grameen Bank wurde 1983 von Yunus in Bangladesch gegründet, wo seither Millionen von Menschen insgesamt und acht Milliarden Dollar erhalten haben – in Summen von wenigen Dollar bis einigen Tausend. Das Gros der Kunden stellen Frauen. Im Jahr 2006 erhielt der Wirtschaftswissenschaftler für seine Bank den Friedensnobelpreis.

(ir)
http://www.fondsprofessionell.at/re....w&kat=&sid=478041





Erste Sexworker Bank der Welt in Indien arbeitet nach diesem Vorbild:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28812#28812





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Marc of Frankfurt - 2009-04-29, 03:28
Titel: Sexworker und Geldschein:
Dienstleisterin der käuflichen Liebe schmückt jede Schweizer 100 Franken-Banknote


Die Verehrung ihres Landesbürgers und Künstlers Alberto Giacometti (1901-1966) haben die Schweizer offensichtlich verführt, das Bildnis einer Pariser Sexarbeiterin auf ihren 100 Franken-Scheinen in alle Hände zu verbreiten.


Image

Sein Portrait und Abbild seiner Werke:
Die zwei Plastiken schreitender Mann und
"Le Sphinx", Giacomettis gesponserte Geliebte auf Zeit.

Korrektur: Es ist doch 4 x dieselbe Plastik "schreitender Mann".
Aber der Text "Le Sphinx" erscheint auch auf der Banknote.
Es war zugleich der Name des berühmten Bordells
in dem er gerne verkehrte ...


Mehr:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=55217#55217

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Franken





Nachtrag:
Plastik "der Schreitende" von Giacometti aus der Kunstsammlung der Dresdner Bank, Frankfurt am 27. Jan. 2010 bei Sotheby's für 74 Mio € von der Milliardärin Lily Safra, London ersteigert.
Sie hatte übrigens diese Villa geerbt.





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Marc of Frankfurt - 2009-05-05, 01:23
Titel: Technologie um den Überblick zu behalten
Nicht nur Sexworker sollten gut Haushalten können:

Hier eine tolle Darstellung, für besseren Überblick über Haushaltsgeld und Kostenstruktur.



Interaktiver Haushaltplan eines typischen US-Bürgers (Ausgaben in % seiner Gesamtausgaben), so wie ihn die FED (Zentralbank i.e. privates Bankenkartell) für ihre Inflationsberechnung mit der Warenkorbmethode benutzt (März 07-März 08).




Gesamtansicht

Flächen: Die Größe zeigen den Haushaltsposten (Miete, Hypothek), sortiert nach Ausgabengruppen.
Farben: Warm bedeutet Preisanstieg (Erdöl), kalt bedeutet billiger (Computer), (+ 40 % bis - 10 %).



Was zuerst ungewohnt und kompliziert aussehen mag und auch auf recht komplexer Mathe beruht, bedeutet jedoch einen komplexen Haushaltsplan klar wie Seifenschaumblasen darzustellen, daß man sofort seine Kostenstruktur überblickt (So eine Datenmenge würde man nie in ein lesbares Tortendiagramm packen können).





Mathematische Theorie der Darstellung: Veroni-Baumdiagramm:
http://de.wikipedia.org/wiki/Voronoi-Diagramm
http://graphics.uni-konstanz.de/pub....%20Voronoi%20Treemaps.pdf





Image

Eine Stufe einfacher ist die Blasendarstellung
hier vom Britischen Staatshaushalt 07/08:
http://image.guardian.co.uk/sys-fil....09.08.Public.spending.pdf
http://www.where-does-it-go.com/tax....uk-taxes-go-wallchart/109





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Marc of Frankfurt - 2009-05-05, 12:16
Titel: Lagebericht Stuttgart: Strukturwandel SW
Weniger Gäste, weniger Umsatz, neue Konkurrenz

Jetzt fängt auch im Rotlicht das große Zittern an



StN Rotlicht [Großansicht]
Foto: Piechowski

Stuttgart - Weil die Kundschaft den Gürtel enger schnallt, kämpfen viele Sex-Betriebe um ihre Existenz. Gewinner könnten Privatinvestoren sein, die mit neuen Geschäftsmodellen auf dem Markt eine Strukturkrise ausgelöst haben.

Im Goldenen Heinrich hängt ein Pappschild im Fenster: Dienstag zum Beispiel ist "Asbach Day", der Gespritzte für "1 Euro". Ein paar Schritte weiter auf der Leonhardstraße, im Etablissement Nixe, hängt auch ein Schild: Moet Chandon, die 0,7-Liter-Flasche, für 500 Euro.

Weinbrand oder Champagner, Dumping oder Nepp - irgendwo dazwischen bewegt sich auch das älteste Rotlichtviertel in Stuttgart. Auf Talfahrt ist man hier schon länger. Doch jetzt droht der Absturz: "Vor der Wirtschaftskrise hatten wir Arbeiter von Daimler, Mahle oder Bosch, die kamen zweimal die Woche", erzählt Bordell-Chef Jürgen (Name geändert). "Heute sind die alle auf Kurzarbeit - da sehe ich die höchstens noch einmal in 14 Tagen."

Jürgens Haus ist Mittelklasse, mit eher moderaten Preisen. Doch für die große Sause, mit Sekt und allem Pipapo, fehlt auch seinen Kunden inzwischen das Geld. Man trinkt ein Pils, kommt zur Sache und ist weg. Verdient ist daran wenig. "Das ist keine Goldgrube mehr", klagt Jürgen.

"Wer in unserem Business von Otto Normalverbraucher lebt, hat jetzt echte Probleme", sagt der Chef einer Table-Dance-Bar. "Jetzt fängt auch bei uns das große Zittern an." Die Krise spiele sich aber auch im Kopf des Kunden ab, wirft ein Sex-Club-Besitzer ein: "Ein Besuch im Nachtclub mitten in der Wirtschaftskrise, das hält der Deutsche womöglich für unangemessen."

Im Städtle sind die goldenen Zeiten ohnehin vorbei. Das Geschäft mit dem schnellen Sex wird längst von Frauen und ihren Aufpasser aus Bulgarien oder Rumänien beherrscht. Heimische Unternehmer beschränken sich mehr auf Immobiliengeschäfte im Hintergrund. Wo mit Sex nichts mehr geht, ziehen Szenekneipen und Gastronomen ein, für die das Rotlicht nur Folklore ist. Wie das Monopoly im Viertel ausgeht, ist offen.

"2002 steckt unserer Branche doch in der Dauerkrise", sagt eine Inhaberin der Firma Schiller, die in der Region sechs Nobelbrodelle und ein Laufhaus betreibt: "Zum einen erleben wir einen ruinösen Preisverfall bei sexuellen Dienstleistungen. Zum anderen drängen neue, solvente Privatinvestoren auf den Markt, weil seit 2002 die Förderung der Prostitution nicht mehr strafbar ist." Die Folge ist ein Kultur- und Strukturwandel im Rotlicht, bei dem nicht jeder aus der alten Garde mithalten kann. "Die aktuelle Finanzkrise ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem i", meint die Geschäftsfrau.

Wer solche Prognosen in harten Zahlen ausdrücken will, beißt freilich auf Granit. Transparenz ist in der Branche ein Fremdwort, in vielerlei Hinsicht. Auch die Frauen reden nicht gerne über Umsatz und Gewinn. In Stuttgart gibt es 3700 Prostituierte und rund 150 Betriebsstätten. Laut Steuerfahndung wurden im Vorjahr 1,12 Mio. Euro Steuern von denjenigen Frauen abgeführt, die sich mit 25 Euro pro Arbeitstag haben pauschal besteuern lassen. Mehr gibt die offizielle Statistik nicht her.

Zu den Betrieben, die etwas tiefer blicken lassen, gehört das Moulin Rouge. "Wir müssen seit Januar bei den Besucher- und Umsatzzahlen einen Rückgang von bis zu 60 Prozent verzeichnen", sagt der Geschäftsführer. Ein Konzern, der den Club jahrelang gebucht hat, habe den Unterhaltungsetat wegen der Automobilkrise um ein Drittel reduziert, erzählt der Club-Chef. "Viele Geschäftsessen des Konzerns enden jetzt im Hotel - nicht mehr im Moulin Rouge."

Auch wenn Spesenritter und Jungbanker ausblieben - noble Adressen wie das Moulin Rouge oder die Firma Schiller könnten die Krise eher überstehen, meinen Branchenkenner: "Kleine Läden mit Nepp und Low-Budget-Sex sind die ersten Verlierer." Die Gewinner der Krise dürften jedoch die großen FKK-Clubs und Laufhäuser an der städtischen Peripherie sein, die von Anfang an durchgängig auf Rentabilität getrimmt sind und außerdem Einzugsgebiete von 100 Kilometer Umkreis und mehr haben.

"Die Krise im Rotlicht ist da, doch sie erreicht uns nicht", bekräftigt Jürgen Rudloff. Sein riesiger FKK-Club Paradise in einer alten Fabrikhalle steht für das Zukunftsmodell im Rotlicht: Groß, sicher, sauber, seriös und alles unter einem Dach. Die Kunden kaufen ein Pauschalangebot mit Wellness und Verköstigung; erst der Sex kostet extra. Das Risiko, dass der Mann in Krisenzeiten mehr guckt als kauft, tragen die Prostituierten, die im Club als Selbstständige auftreten. Sechs Mio. Euro hat Rudloff nach eigenen Angaben in das Anfang 2008 eröffnete Objekt investiert; der Umsatz im ersten Jahr dürfte bei rund fünf Mio. Euro liegen.

Rudloff expandiert, mit Plänen für weitere "Lifestyle-Points" oder "Europas größtes Erotikhotel". Auch der Börsengang, ein alter Traum der Szene, soll wieder auf der Tagesordnung sein. "Über die Krise redet hier keiner, auch die Kunden nicht" meint Marketing-Mann Michael Beretin. "Den umsatzstärksten Tag im Vorjahr hatten wir am 17.September 2008: Das war zwei Tage nach der Pleite von Lehman Brothers."


Michael Isenberg
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2015568





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Marc of Frankfurt - 2009-05-11, 12:16
Titel: Cash unter der Matraze verzinst sich nicht
Gilt im Sexbiz und auch in der Krise?:

"Nur Bares ist Wahres"



Schweizer bunkern 1000er-Noten:
http://bazonline.ch/wirtschaft/konj....000erNoten/story/31277083





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Marc of Frankfurt - 2009-05-18, 22:57
Titel: gesellschaftliche Kosten
Die Kosten der Kriminalisiserung
In den USA wird die Sanierung der Finanzhaushalte durch Legalisierung von Drogen, Prostituton und Glückspiel diskutiert:


The costs of criminalisation

Paying With Our Sins



By NICK GILLESPIE
May 16, 2009


THE Obama administration’s drug czar made news last week by saying he wanted
to end all loose talk about a “war on drugs.” “We’re not at war with people
in this country,” said the czar, Gil Kerlikowske, who favors forcing people
into treatment programs rather than jail cells.

Here’s a better idea — and one that will help the federal and state
governments fill their coffers: Legalize drugs and then tax sales of them.
And while we’re at it, welcome all forms of gambling (rather than just the
few currently and arbitrarily allowed) and let prostitution go legit too.
All of these vices, involving billions of dollars and consenting adults,
already take place. They just take place beyond the taxman’s reach.

Legalizing the world’s oldest profession probably wasn’t what Rahm Emanuel,
the White House chief of staff, meant when he said that we should never
allow a crisis to go to waste. But turning America into a Sin City on a Hill
could help President Obama pay for his ambitious plans to overhaul health
care and invest in green energy. More taxed vices would certainly lead to
significant new revenue streams at every level. That’s one of the reasons 52
percent of voters in a recent Zogby poll said they support legalizing,
taxing and regulating the growth and sale of marijuana. Similar cases could
be made for prostitution and all forms of gambling.

In terms of economic stimulation and growth, legalization would end black
markets that generate huge amounts of what economists call “deadweight
losses
,” or activity that doesn’t contribute to increased productivity.

Rather than spending precious time and resources avoiding the law (or, same
thing, paying the law off), producers and consumers could more easily get on
with business and the huge benefits of working and playing in plain sight.


Consider prostitution. No reliable estimates exist on the number of
prostitutes in the United States or aggregate demand for their services.
However, Nevada, one of the two states that currently allows paid sex acts,
is considering a tax of $5 for each transaction. State Senator Bob Coffin
argues further that imposing state taxes on existing brothels could raise $2
million a year (at present, brothels are allowed only in rural counties,
which get all the tax revenue), and legalizing prostitution in cities like
Las Vegas could swell state coffers by $200 million annually.

A conservative extrapolation from Nevada to the rest of the country would
easily mean billions of dollars annually in new tax revenues. Rhode Island,
which has never explicitly banned prostitution, is on the verge of finally
doing so — but with the state facing a $661 million budget shortfall,
perhaps fully legalizing the vice (and then taking a cut) would be the
smarter play.

Every state except Hawaii and Utah already permits various types of
gambling, from state lotteries to racetracks to casinos. In 2007, such
activity generated more than $92 billion in receipts, much of which was
earmarked for the elderly and education. Representative Barney Frank,
Democrat of Massachusetts, has introduced legislation to repeal the federal
ban on online gambling; and a 2008 study by PriceWaterhouseCoopers estimates
that legalizing cyberspace betting alone could yield as much as $5 billion a
year in new tax revenues. Add to that expanded opportunities for less exotic
forms of wagering at, say, the local watering hole and the tax figure would
be vastly larger.

Based on estimates from the White House Office of National Drug Control
Policy, Americans spend at least $64 billion a year on illegal drugs. And
according to a 2006 study by the former president of the National
Organization for the Reform of Marijuana Laws, Jon Gettman, marijuana is
already the top cash crop in a dozen states and among the top five crops in
39 states, with a total annual value of $36 billion.

A 2005 cost-benefit analysis of marijuana prohibition by Jeffrey Miron, a
Harvard economist, calculated that ending marijuana prohibition would save
$7.7 billion in direct state and federal law enforcement costs while
generating more than $6 billion a year if it were taxed at the same rate as
alcohol and tobacco.
The drug czar’s office says that a gram of pure cocaine
costs between $100 and $150; a gram of heroin almost $400; and a bulk gram
of marijuana between $15 and $20. Those transactions are now occurring off
the books of business and government alike.

As the history of alcohol prohibition underscores, there are also many
non-economic reasons to favor legalization of vices: Prohibition rarely
achieves its desired goals and instead increases violence
(when was the last
time a tobacco kingpin was killed in a deal gone wrong?) and destructive
behavior
(it’s hard enough to get help if you’re a substance abuser and that
much harder if you’re a criminal too). And by policing vice, law enforcement
is too often distracted at best or corrupted at worst
, as familiar headlines
about cops pocketing bribes and seized drugs attest. There’s a lot to be
said for treating consenting adults like, well, adults.

But there is an economic argument as well, one that Franklin Roosevelt
understood when he promised to end Prohibition during the 1932
presidential
campaign. “Our tax burden would not be so heavy nor the forms that it takes
so objectionable,” thundered Roosevelt, “if some reasonable proportion of
the unaccountable millions now paid to those whose business had been reared
upon this stupendous blunder could be made available for the expense of
government.”

Roosevelt could also have talked about how legitimate fortunes can be made
out of goods and services associated with vice. Part of his family fortune
came from the opium trade
, after all, and he and other leaders during the
Depression oversaw a generally orderly re-legalization of the nation’s
breweries and distilleries.

There’s every reason to believe that today’s drug lords could go legit as
quickly and easily as, say, Ernest and Julio Gallo, the venerable winemakers
who once sold their product to Al Capone. Indeed, here’s a (I hope
soon-to-be-legal) bet worth making: If marijuana is legalized, look for the
scion of a marijuana plantation operation to be president within 50 years.

Legalizing vice will not balance government deficits by itself — that will
largely depend on spending cuts, which seem beyond the reach of all
politicians. But in a time when every penny counts and the economy needs
stimulation, allowing prostitution, gambling and drugs could give us all a
real lift.

http://www.nytimes.com/2009/05/17/o....ml?_r=1&th&emc=th





Drogen-Steuer New York: If you can't beat it, tax it:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=32178#32178

Im Sommer 2005 veröffentlichte Milton Friedman mit renomierten Wirtschaftswissenschaftlern aus Harvard eine Untersuchung über die hohen Kosten, die die Verbotspolitik allein am Beispiel von Marijuana zur Folge hat:

7,7 Mrd. USD/Jahr in den USA. Hinzu kommen zusätzlich die entgangenen Gewinne der Steuerereinnahmen, die eine Legalisierung des Handels erwirtschaften könnte: 6,2 Mrd. USD/Jahr. Und darin sind nicht einmal die sozialen Kosten enthalten wie, dass die Substanz nicht zur Schmerzheilung verwendet werden darf, oder was es für gesellschaftliche Konsequenzen hat, wenn viele Jugendliche Konsumenten per Legaldefinition zu Straftätern werden:
http://www.prohibitioncosts.org
(forbes.com/2005/06/02/cz_qh_0602pot.html?partner=rss)
(Eine Vergleichsrechnung für den Prostitutionsmarkt würde möglicherweise ergeben, das genügend Einsparungen erzielt werden können, um Sexdienstleistungen künftig per Krankenschein zu liquidieren:-)
[InfoMail PROstitution #019 vom 9.1.2007]





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Marc of Frankfurt - 2009-05-20, 00:14
Titel: Umgang mit Geld
Wirtschaftliche Not / Wirtschaftlicher Erfolg von Sexarbeitern:

Weibliche Nachhaltigkeit funktioniert besser als männliche Risikofreude.



Das belegt zumindest das Geschäftsmodell Mikrokredite sagt die Chefin der Women's World Bank Mary Iskenderian:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,623712,00.html

"Männer risikofreudiger sind - was in Boomzeiten gut ist. Frauen dagegen setzen auf nachhaltigen Profit. Hätten wir nicht nur Lehman Brothers, sondern auch Lehman Sisters gehabt, wäre uns die Krise mit dem jetzigen Ausmaß erspart geblieben. Doch dieser Ausgleich fehlte, obwohl inzwischen bekannt ist, dass Diversity - also ein vielfältiges Team - bessere Resultate bringt."

"Wir wissen, dass von jedem Dollar 20 Cent für Prostitution, Glücksspiel, Alkohol und Softdrinks ausgegeben werden - und das meist von Männern."




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Es gibt theoretisch zwei Klassen von Sexworkern siehe Posting #1:

- ArbeiterInnen

- UnternehmerInnen

ArbeiterInnen werden gestärkt durch das Gewerkschaftsprinzip ("Gemeinsam sind wir stark, einzeln werden wir aufgerieben" oder "Gemeinsam haben wir Verhandlungsmacht, einzeln müssen wir um Lohn und Preisbezahlung betteln")
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4508 (Thema Gewerkschaften)
Arbeiter stärken sich durch Solidarität.
Ihre Macht ist die Masse.

UnternehmerInnen erlangen Stärke durch Kapitalakkumulation durch intelligentes Wirtschaften, cleveres Investieren und selbstauferlegtes Sparen...
Ihre Macht ist das Geld, das Wissen (Geld zu produzieren). Ist das eine mehr weibliche oder männliche Eigenschaft?





Frauennetzwerke Geld / Geld der Erbengeneration die sozial investiert:

www.mamaCash.org (Förderer des Sexworker Kongress im EU Parlament Brüssel 2005)
www.marjanSax.nl (Gründungsmitglied Mama Cash)
www.donorAcademy.org (Ihr Projekt)

Philanthropy for social change (wie das Projekt sexworker.at)
Investing in Society

Devestment of government funding (failed state)
Private public partnerships (NGOs übernehmen Staatsaufgaben und mit ihnen wird auch Politik gemacht vgl. z.B. die Menschenhandelshilfsorganisationen wie Solwodi)





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Marc of Frankfurt - 2009-05-24, 12:32
Titel: Premium Marktsegment
Alles hat seinen Preis - Wer bezahlt letztlich den Preis?


Alina (18)
"Ich habe meine Jungfräulichkeit verkauft. Es war sehr schön"
9989 Euro für das erste Mal


Venedig - Die meisten Menschen würden es schlicht als Prostitution bezeichnen. Alina Percea (18) aber findet sich extrem geschäftstüchtig. Sie versteigerte ihren ersten Sex für knapp 10 000 Euro. Jetzt löste die Rumänin ihre Auktion ein. Und fand es sogar richtig schön.

Zwei medizinische Gutachten ließ Alina erstellen, bewies damit ihre Jungfräulichkeit. Dann annoncierte sie sich selbst in einem Portal für Sex-Angebote. Schnell wurde die 18-Jährige zu dem "Must-have"-Produkt der Seite. Wo sonst kommt Mann an eine so knackige Jungfrau heran, die sich nicht ums Aussehen oder Alter ihres Lovers schert?

Doch der italienische Geschäftsmann (45), der für 9.989,- Euro den Zuschlag bekam, hat es Alina sogar richtig angetan. "Er war charmant, wirkt jünger als 45. Und er hatte keinen Bierbauch", erinnert sie sich ans erste Treffen. Marcos hatte seine Jungfrau in ein Nobel-Hotel nach Venedig eingeladen, ihr Blumen, Pralinen und teuren Schmuck geschenkt. Das Mädchen schwärmt: "Er war sehr geduldig. Wir hatten viel Zeit, bis es zum Sex kam. Wir zogen uns gegenseitig aus. Und so ging es weiter, bis zur Entjungferung. Es war eine schöne Nacht."

Zwar hatte sich die Brünette eine höhere finanzielle "Entschädigung" erhofft – sie will mit dem Geld ihr Studium in Rumänien finanzieren. "Doch sollte es zu einer Wiederholung der Nacht kommen, dann nicht mehr gegen Geld, sondern ausschließlich zum Vergnügen", betont Alina.

DK
Berliner Kurier, 23.05.2009
http://www.berlinonline.de/berliner....t/nachrichten/264312.html



Fundierter Hintergrundartikel anläßlich des Falls Natalie Dylan
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=49717#49717 (on-line Marketing & virtuelle Prostitution)





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Marc of Frankfurt - 2009-05-24, 23:56
Titel: Gibt es einen Zwang zur nichtsexuellen Prostitution?
Gibt es ein Grundrecht auf Einkommen?
Gibt es ein Recht auf Einkommen durch Sexarbeit?
Ein Grundrecht sich zu prostituieren?


Film zum Bedinungslosen Grundeinkommen:

Einkommen ist wie Luft unter den Flügeln




Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt:

Trailer/1.Szene:

Link






Transfereinkommen bekommen heute schon 49 % aller Menschen in Deutschland.

'Bedinungslos' wäre die soziale Innovation.

Es handelt sich um eine wirtschaftliches Bürgerrecht.
Die den Menschen politische Teilhabe in der Demokratie erst ermöglicht.



Film Homepage:
http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

Sexarbeit und Menschenrechte:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=3754





Die Debatte gegen Prostitution als Mißbrauch verweist unmittelbar auf den Mißbrauch durch Arbeit solange es kein bedingungsloses Grundeinkommen gibt.

Prostitution muß dabei als Sündenbock und Schimpfwort herhalten für Defizite der herrschenden Wirtschaftsverfaßtheit.



Organisationsfalle Gewinnerzielungszwang im Kapitalismus:

O-Ton vom Soziologen Prof.em. Günter Dux, Freiburg
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=81599#81599

BGE und katholische Soziallehre:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=86986#86986





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Marc of Frankfurt - 2009-05-26, 04:40
Titel: Geld = Herzblut der Ökonomie
Nochmal ein Film zum Thema Geldsystem:

Global Change 2009



Geld, so grundlegend wie Sex
und Komponente von Sexarbeit.


Trickfilm einer Bürgerinitiative aus Leipzig:

4 x 10 Min

Link
oder in einem Stück schauen bei Google (33 min):
http://video.google.de/videoplay?docid=-8991295958005331297

Startbild: gelb die unsichtbare Hand des Marktes nach Adam Smith, grau die Hand der Monopole, die den Marktmechanismus der kollektiven Selbstregulation korrumpiert.

Homepage Hintergrundinformation
Was sie über Geld wissen sollten oder “Alles wird gut - mit gutem Geld!”:
http://www.global-change-2009.com/blog/category/markt/


www.global-change-2009.com





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Marc of Frankfurt - 2009-05-28, 23:14
Titel: Weltweiter Drogen Markt
Ein anderer ausgegrenzter/kriminalisierter Markt:

Studie - A report on Global Illicit Drugs Markets 1998-2007



The European Commission has launched a study report on global illicit drugs markets 1998-2007.

The document provides the key findings of a project assessing how the global market for drugs developed from 1998 to 2007 and describing drug policy around the globe during that period.

To the extent data allows, the project assessed how much policy measures, at the national and sub-national levels, have influenced drug problems. The analysis is focused on policy relevant matters but it does not attempt to make recommendations to governments.


Conclusion

"The enforcement of drug prohibitions has caused substantial harms"



Download PDF 72 pages:
http://ec.europa.eu/justice_home/do....ort_short_10_03_09_en.pdf


Report für die
EU Kommission
Directorate-General for Freedom, Justice and Security
http://ec.europa.eu

von
Niederl. Inst. für geistige Gesundheit und Sucht
www.trimbos.nl
http://nl.wikipedia.org/wiki/Trimbos_Instituut
und
Rand Corp.:
http://en.wikipedia.org/wiki/Rand_corporation
(Think Thank, gilt als militaristisch)





Sex 'n' Drugs:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1860 (SW-only)

Zu den Preisen:
"the sellers [in Frankfurt und Mailand] were essentially price takers rather than price setters." [Seite 29 (24)]
Parallele zum Sexbiz: Derzeit herrscht ein Nachfragermarkt.
Marc of Frankfurt - 2009-05-29, 18:37
Titel: Finanzsoftware zeigt die Orte der Verschuldungsfallen
Methode Verschuldungsfalle wird oft Zuhältern/Menschenhändlern vorgeworfen.

Doch Zinsknechtschaft ist ein Grundprinzip und -problem unserer Geldwirtschaft (s.o.) und wurde von den Buch-Religionen stets angeprangert (Reiskorn-Schachbrett-Gleichnis).

Die derzeitige und zukünftige Finanzkrisen sind die logische Folge dieses Systemfehlers.



Doch es zeigt sich, daß die Verursacher auch die derzeitige Rettung kontrollieren. Daß diejenigen, die die Schulden verursacht haben auch die überbordenen steuer-/staatsverschuldungsfinanzierten Hilfsgelder kassieren.

Inwieweit milliardenschweres Lobbying des mächtigen Bankensektors die Politik bei Wahlkämpfen sponsort steht hier:
"Warum hat niemand den Subprime-Wahn gestoppt? Ein Verdacht drängt sich auf: Weil US-Politik und Hausfinanzierer zu eng verwoben waren":
http://www.ftd.de/politik/internati....tons-Hypothek/509911.html


Zuwendungen aus der Finanz-Wirtschaft an Präsidentschaftskandidaten:

Image
Ganzer Artikel



Die Notwendigkeit immer mehr Schuldner suchen zu müssen, die das durch Zins und Zinseszins immer stärker, exponentiell, atombomben/krebsartig anwachsende Guthabenkapital auch ausleihen und die fälligen Zinsen erarbeiten, bedingt es irgendwann sogar eigentlich kreditunwürdige Menschen anzugraben und in die Verschuldungsfalle zu treiben. Das sind dann die sog. sub-prime Kredite für Menschen ohne Bonität (zu jung, alt, kein Einkommen, kein Vermögen - NINYA).





Image

"Wärmekarte" zeigt die Häufigkeitsverteilung der Risiko-Hypotheken (subprime lones). Ob in den Rotgebieten die Zahl der Prostituierten/Geheimprostituierten inzwischen stark angestiegen ist?


Landkarte berechnet mit Palantir Governance Software
(Palantir = magische ZauberKugel nach J. R. R. Tolkien).

Die Software verwaltet die gesammten Hypotheken-Vertragsdaten in den U.S.A., die im Rahmen einer Regierungsuntersuchung per Gesetz offengelegt werden mußten.

Video zeigt die phantastische Data-Mining Software (7 min):
http://www.palantirtech.com/government/videos/subprime-lending





Solche Auswertung- und Darstellungenmöglichkeiten wünsche ich mir auch für SW-Niederlassungsfreiheit vs. Sperrgebietsverordnungen :-)

Wir dürfen davon ausgehen, daß die Kriminal-anal-yse Software Nimbus von Polizei und Steuerfahndung ähnlich mächtige Funktionen besitzt.





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Marc of Frankfurt - 2009-05-30, 00:59
Titel: Wachstumszwang vs. Suffizienz
Sexworker verdienen ihr Geld mit der Erschaffung glücklicher Begegnungen und Momente.

Aber wie hängen Geld und Glück zusammen und was hat das alles mit Kapitalismus und Wachstum zu tun oder wird dadurch gar bedoht?



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Kapitalismus - Wir könnten auch anders

Von Wolfgang Uchatius | © DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22

Warum brauchen wir Wirtschaftswachstum? Weil sonst Firmen sterben. Weil dann Menschen arbeitslos werden, arm und unglücklich. Ist das unausweichlich? Eine Alternative muss her:

http://www.zeit.de/2009/22/DOS-Wachstum?page=all





Mehr Glücksforschung:

http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=27818#27818 (SW-only)





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Marc of Frankfurt - 2009-06-11, 12:38
Titel: Der Erfinder vom Freigeld
Aus einem ähnlichen Artikel mit vielen Quellenangaben:






Eine natürliche Wirtschaftsordnung als Antwort auf die Wirtschaftskrise?

Eine Wirtschaftsordnung ohne Zinsen – eine Antwort auf die gegenwärtige Weltfinanzkrise
Eine Weiterentwicklung der Gedanken Silvio Gesells

von Dr. Felix Fuders, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Erlangen-Nürnberg

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/....waertige-weltfinanzkrise/

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Gesell



Und Sexwork ist dann selbstverständlicher Teil dieser natürlichen Wirtschaftsordnung?!





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Ariane - 2009-06-12, 23:02
Titel:
Danke Marc!!!!! Für deine besonderen Beiträge, insbesondere die letzten beiden sind mal wieder spitze!! (hab dich in meinem absurden online-roman indirekt erwähnt, siehe mein zirkus-blog, nuttenrepublik, Kap: mein Leben als Politikerin)

Darf ich dich zitieren? "Sexworker verdienen ihr Geld mit der Erschaffung glücklicher Begegnungen und Momente"

lg Ariane
Marc of Frankfurt - 2009-06-13, 01:42
Titel:
Wär mir eine Ehre.


(Link "Die Kunst sexworker.at zu zitieren" gibt Tipps.)
marlena - 2009-06-13, 11:31
Titel:
@marc,

auch von mir ein herzliches Danke und dass mir an solchen Einträgen immer wieder klar werden darf, wie sehr ich diese Form des Austausches schätze und als persönliche Berreicherung erlebe...

Zitat:
"Sexworker verdienen ihr Geld mit der Erschaffung glücklicher Begegnungen und Momente"


So schauts aus...

Liebe Grüße

Marlena
Marc of Frankfurt - 2009-06-17, 23:56
Titel: Preis-Check
Auch der Mietpreis wird geregelt von Angebot und Nachfrage

zumindst solange bis die Finanzblase platzt



Mieten von 23,2 % vom Umsatz haben die superreichen Immobilienfond-Investoren und Vermeiter von den Karstadt-Kaufhäusern verlangt und damit die gesammte Kaufhausholding Arcandor in den Ruin getrieben.

Prostituierten wird bisweilen ein Durchschnittstagesumsatz von 300 Euro unterstellt und ein Laufhauszimmer kostet z.B. 80-150 Euro Tagesmiete (macht durchschnittlich 26-50 % Mietanteil).
Professorin Frommel sagt nicht zuletzt deshalb: "Sexarbeiter werden systematisch verarmt" und spricht von Wucher. Doch es handelt sich um spezialisierte Gewerbeflächen in 'gut eingelaufenen Adressen' oder systematisch verknappten Toleranzzonen aufgrund der Sperrbezirksregelungen (Ghettoisierung der Prostitution aufgrund von Jugendschutz etc.). Wer also gegen Wucher wettert, wird sich mit der marktmanipulierenden Macht der Zonierungspolitik auseinandersetzen müssen, die letztlich Monopolisten begünstigt und Arbeiter ausbeutbar macht.


"Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne, zitiert das Magazin Einzelhandelsexperten." Abgesehen, daß der Satz mehrere Fehler enthält (Umsatz zu Miete = 10 = 1/(10 %). Variable Kosten egal in welchem Prozentwert < 100 % kann man immer erwirtschaften, solange keine Fixkosten oder Mindesterlös wie z.B. Gehalt das zum Leben ausreicht dagegenstehen.) wissen wir was gemeint ist:

Mietkostenanteil bezogen auf Umsatz soll kleiner sein als 10 % für Kaufhäuser.


Vergleicht mal Eure Kalkulation damit...





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Arcandor
Superreiche kassierten horrende Karstadt-Mieten


14. Juni 2009, 17:29 Uhr

Nur eine handverlesene Gruppe des deutschen Geldadels hat von dem Immobilienfonds profitiert, der für die Vermietung der Karstadt-Häuser aufgelegt wurde. Die Mieten betrugen bis zu 23,2 Prozent des Umsatzes - zehn Prozent gilt in der Branche als Obergrenze. Darüber beginnt die "Todeszone".
Foto: DDP

Die Karstadt-Nobelfiliale Oberpollinger in München musste mehr als 20 Prozent des Umsatzes als Miete zahlen

Von den Fonds, die der Troisdorfer Projektentwickler Josef Esch mit der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim für die Vermietung von Immobilien an die Warenhauskette Karstadt aufgelegt hat, profitierte nach einem Bericht des „Spiegel“ nur eine handverlesene Gruppe von Angehörigen des deutschen Geldadels.

Mit dabei gewesen seien beim Start der Fonds - neben Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, seiner Frau Cornelie und anderen - die Kunstsammlerin Claudia Oetker, der Bofrost-Gründer Josef Boquoi und Maxdata-Gründer Holger Lampatz, der 2006 und 2007 im Aufsichtsrat von KarstadtQuelle saß.

Auch Münchner Sal. Oppenheim-Konkurrenten, die Privatbankiers Wilhelm von Finck Junior und Senior, hätten Anteile gezeichnet. Die Gewinne der Anteilseigner gingen dem Magazin zufolge zulasten des KarstadtQuelle-Konzerns, der heute Arcandor heißt und insolvent ist.

Sie führten den Konzern in den Abgrund
Madeleine Schickedanz soll mit ihrem Vermögen den Arcandor-Konzern mitretten Rettende Erbin

Arcandor und die Schickedanz-Dynastie

In München betrug die Garantiemiete laut „Spiegel“ 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6 Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5. Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne, zitiert das Magazin Einzelhandelsexperten.

Gegen den früheren Arcandor-Chef Middelhoff leitete die Essener Staatsanwaltschaft inzwischen ein förmliches Ermittlungsverfahren ein. Der Grund ist die Beteiligung Middelhoffs und seiner Frau an dem Immobilienfonds. Vertreten lässt sich der 56-Jährige laut „Financial Times Deutschland“ (FTD) von dem Düsseldorfer Anwalt im Mannesmann-Prozess, Sven Thomas. Eine Stellungnahme Middelhoffs sei angekündigt, liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen der umstrittenen Immobiliengeschäfte bereits Anfang der Woche Vorermittlungen gegen den Ex-Arcandor-Chef aufgenommen. Auslöser war ein Brief von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries an ihre nordrhein-westfälische Ressortkollegin Roswitha Müller-Piepenkötter. In dem Schreiben hatte sie darum gebeten, Klarheit über die Immobiliengeschäfte Middelhoffs zu schaffen. Das Düsseldorfer Justizministerium schaltete daraufhin die zuständige Staatsanwaltschaft in Essen ein.

Nach einer erneuten Prüfung gehe man nun davon aus, dass das Schreiben nicht nur als Anregung, sondern als Strafanzeige zu bewerten sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dies habe die Eröffnung eines förmlichen Ermittlungsverfahrens nötig gemacht. Neue Erkenntnisse bezüglich des Sachverhalts gebe es nicht. Middelhoff hatte sich schon vor seiner Berufung an die Spitze des inzwischen insolventen Essener Touristik- und Handelskonzerns an Immobilienfonds beteiligt. Um die erdrückende Schuldenlast Arcandors abzubauen, hatte Middelhoff die Immobilien des Unternehmens verkauft, einige auch an die Fonds.

Interessenkonflikte hatte Middelhoff stets bestritten und beteuert, im Zweifel habe immer Arcandor Vorrang. Die Vorermittlungen hatte Middelhoff begrüßt. Die Untersuchung würde „den jetzt aus der Anonymität heraus vorgetragenen Angriffen den Boden entziehen“, hatte er laut einem Bericht erklärt. Tatsächlich ist der Vorgang seit Jahren bekannt und beschäftigte wiederholt die Hauptversammlungen des Unternehmens. Der „FTD“ sagte er am Freitag, er habe seinen früheren Aussagen nichts hinzuzufügen.

Arcandor hatte am Dienstag Insolvenz anmelden müssen, nachdem die Bundesregierung Staatshilfen für den maroden Konzern abgelehnt hatte. Betroffen sind insgesamt 43.000 Arbeitsplätze beim Mutterkonzern, aber auch bei den Tochterunternehmen Karstadt und Quelle.


http://www.welt.de/wirtschaft/artic....ende-Karstadt-Mieten.html





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annainga - 2009-06-19, 08:36
Titel: Re: Preis-Check
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Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
Auf welchen Prozentwert kommst Du?


im ersten etablissement, in dem ich arbeitete auf 52 % :-((

inzwischen im eigenen abgezahlten haus lediglich nebenkosten, also ca 1% :-))
Aoife - 2009-06-19, 13:31
Titel: Re: Preis-Check
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
Mieten von 23,2 % vom Umsatz haben die superreichen Immobilienfond-Investoren und Vermeiter von den Karstadt-Kaufhäusern verlangt und damit die gesammte Kaufhausholding Arcandor in den Ruin getrieben.


Wobei ich zumindest zu bedenken geben möchte, dass diese Kaufhäuser sich auf solche Mietverträge eingelassen haben.
Vielleicht aus einem Gefühl der Stärke (in besseren Zeiten) diese Wuchermieten toleriert haben, um die Innenstädte für Konkurrenten uninteressant zu machen?

War nur so ein Gedanke ...

Liebe Grüße, Eva
Marc of Frankfurt - 2009-06-20, 12:23
Titel: Re: Preis-Check
annainga hat folgendes geschrieben:
Mietkostenanteil ca 1% :-))



Mmmh,
kann es sein, daß dieses finanzielle Argument für manch selbstständige Sexarbeiterin,

gleichzeitig das versteckte ökonomisch-machtpolitische Argument gegen selbstständige (Wohnungs- oder Straßen-)prostitution ist?

Die Einstiegskostenhürde ist verführerisch niedrig. Geradezu eine "Anstiftung" zur "Gewerbeunzucht" ... Eine "Förderung" des "Verfangenseins" in "sozialunwertem Tun" ...





Sexarbeit ist eben nicht nur Sex incl. Arbeit,
sondern abgesehen von dem auch gerne genommenen Vergnügen,
vor allem ein Business und Existenzsicherung für unangepaßte Frauen, Männer und Transsexuelle.





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Zwerg - 2009-06-20, 12:39
Titel: Re: Preis-Check
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Aoife hat folgendes geschrieben:
Wobei ich zumindest zu bedenken geben möchte, dass diese Kaufhäuser sich auf solche Mietverträge eingelassen haben.


Ein wenig OFF-Topic, aber vielleicht trotzdem interessant. Ich denke fast Jede(r) von Euch hat schon einmal die Stände von sogenannten Propagandisten (Martkschreiern) vor einem Kaufhaus gesehen. Die Leute bieten Teppichputzmittel, Gemüsehobel, Falttaschen oder Ähnliches auf kleinen Verkaufsplätzen an, welche von einem Kaufhaus angemietet werden.

Hier sind Mieten bis zu 40% vom Umsatz üblich. Auch Fixmieten bis zu 300 Euro täglich werden verlangt (für einen Platz auf der Straße vor dem Kaufhaus - vielleicht 2 mal 2 Meter groß) und auch bezahlt... Beachtet bitte: Der Mietpreis ist für einen Tag!

Es scheint hier auch eine der großen Seifenblasen, welche sich in den letztten 30 Jahren gebildet hat, zu platzen.

Liebe Grüße

Christian
Ariane - 2009-06-20, 23:27
Titel: Re: Preis-Check
          Image
Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
annainga hat folgendes geschrieben:
Mietkostenanteil ca 1% :-))



Mmmh,
kann es sein, daß dieses finanzielle Argument für manch selbstständige Sexarbeiterin,

gleichzeitig das versteckte ökonomisch-machtpolitische Argument gegen selbstständige (Wohnungs- oder Straßen-)prostitution ist?

Die Einstiegskostenhürde ist verführerisch niedrig. Geradezu eine "Anstiftung" zur "Gewerbeunzucht" ... Eine "Förderung" des "Verfangenseins" in "sozialunwertem Tun" ...

Sexarbeit ist eben nicht nur Sex incl. Arbeit,
sondern abgesehen von dem auch gerne genommenen Vergnügen,
vor allem ein Business und Existenzsicherung für unangepaßte Frauen, Männer und Transsexuelle.

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Ja du sagst es. Deshalb haben Independents auch keine Lobby 005.gif 005.gif 005.gif
Marc of Frankfurt - 2009-06-21, 01:16
Titel: Sexworker Sangini-Bank Bombay
Sexarbeiter Sangini-Bank Bombay gibt Sexworkern Würde

Schafft für die Frauen erst die Basis für ihre Rechte als Menschen und Bürger



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Vermögensbildung und Mikrokredite so wichtig wie Kondome!
Für Handlungsfreiheit und gegen Schuldknechtschaft als
Basis für selbstbestimmte Sexworker.


Länderberichte Indien:

http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=59913#59913 deutsch

http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=28812#28812 english





Sexwork in der bargeldlosen Zukunft
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=5201





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Marc of Frankfurt - 2009-06-25, 11:48
Titel: Pressewirksamer Milieubericht
Prostitution

Rotes Licht, trübe Zeiten

Kunden bleiben aus – oder wollen feilschen: Das Geschäft mit der Prostitution läuft schlecht in Deutschland. Die Wirtschaftskrise erreicht Bordelle, Huren und Zuhälter. Sie reagieren darauf. Mit Rabattschlachten



Straßenverkehr. Prostituierte in Berlin. Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Von Hannes Heine
25.6.2009


Es nieselt ein wenig an diesem Abend, ihre Frisur ist hin. Das ist aber immer noch besser, als die Mütze zu tragen, die sie dabei hat. Ihre langen Haare sollen gesehen werden. Von Männern.

Sie heißt Sandra, ist 31 Jahre alt, Prostituierte, sie schaut die Oranienburger Straße entlang, Schmollmund, volles Dekolleté, doch all das nützt ihr seit Monaten immer weniger. Die Nachfrage nach der Ware Sex schwankt. Wie die nach Autos.

Läuft die Konjunktur gut, geben Männer viel Geld dafür aus. Nach Schätzungen der Gewerkschaft Verdi, die auch Sexarbeiter vertritt, rund 14,5 Milliarden Euro im Jahr. Doppelt so viel, wie alle Elektriker Deutschlands umsetzen.

Läuft die Konjunktur schlecht, tobt unter Huren, wie sich viele Prostituierte selbst bezeichnen, der Preiskampf. Elektriker können von Konjunkturhilfen profitieren, Autobauer von der Abwrackprämie. Auf Sandra stolpert ein Mann zu, in der Hand einen Zehn-Euro-Schein und ein paar Münzen.

„Mehr hab’ ich nicht“, sagt er, er will feilschen, will wissen, was er dafür bekommt. Sandra klingt beleidigt. Sie sehe doch gut aus. Wenigstens stilecht: weiße Leggins, weiße Stiefel, ein weißes Kunstlederkorsett auf gebräunter Haut.

Zehn Euro. Hier in der Gegend, in Berlin-Mitte, bekommt man zwei, drei Bier dafür. Oder ein Eisbein.

Angefangen hat Sandra vor einem Jahr, wegen des scheinbar schnellen Geldes. Die Friseurin mochte ihren früheren Beruf nicht. „Zu wenig Geld!“ Etwa 800 Euro netto hat sie als Vollzeit-Haarschneiderin im Monat bekommen. Sex hingegen, sagt sie, hatte sie immer gern, dazu einen Hang zum Exhibitionismus.

Zunächst arbeitete Sandra in einem Bordell in Mitte. Dort aber habe es bald Streit gegeben. Kolleginnen, „zickige Mädchen“, hätten sie bei der Chefin, „man würde Puffmutter sagen“, angeschwärzt. Sie bediene die Kunden nicht ordentlich. „Und, dass ich stundenlang das Bad blockiere“, sagt Sandra. Ihr Bordellzimmer wurde vergeben. An eine Ungarin.

Dann eben die Straße. Doch hier – selbst hier –, auf dem stadtbekannten Oranienburger-Straßen-Strich, hat Sandra inzwischen kaum zwei Freier pro Nacht. „Nur noch Touristen.“ Macht zusammen 100 Euro, wenn sie die Standards anbietet: normaler Geschlechtsverkehr, vorher oral. Und das nach stundenlangem Warten. Seit Jahresanfang bleiben die sonst so verlässlichen, einheimischen Stammfreier weg. Mehr als „20 Prozent weniger Kunden“, sagt Sandra.

Aus dem Traum vom schnellen Geld wurde das Warten auf „ein paar Euro“.

Das ist merkwürdig, denn die Bereitschaft der Deutschen zum Geldausgeben wurde – nach einem Einbruch im vergangenen Sommer – seit Herbst langsam, aber stetig wieder größer. Zu diesem Befund kommt jedenfalls die Gesellschaft für Konsumforschung, Deutschlands größtes Marktforschungsinstitut.

Stimmen dessen Untersuchungen, dann hat der Umsatzeinbruch Sandra – und mit ihr die gesamte Prostitutionsindustrie – ein halbes Jahr später als andere Branchen erreicht. Und er hat sich festgesetzt.

„Männer gehen seltener zu Prostituierten“, sagt auch Richard Reichel, Ökonom an der Universität Erlangen-Nürnberg und Autor der Studie „Prostitution – der verkannte Wirtschaftsfaktor“.

Reichel geht von zehn Prozent weniger Umsatz als in Vorkrisenzeiten aus, einige Bordellbetreiber sprechen von 30 Prozent. Nur „hochpreisigere Damen“, die zum Beispiel für sogenannte Escortservices arbeiten, verdienen weiterhin gut.

Aber nicht nur die sinkende Nachfrage, zumindest zu den bisher üblichen Preisen, drückt die Löhne der Frauen. Seit langem gibt es auch immer mehr billigere Konkurrentinnen. Nachdem Rumänien und Bulgarien der Europäischen Union beigetreten waren, kamen tausende junge Frauen nach Deutschland – freiwillig und unfreiwillig. Zuvor drängten junge Ungarinnen auf den Sexmarkt.

Die meisten Neulinge drücken die Löhne jener Frauen, die ohnehin schon ganz unten, am Straßenrand, ihre Dienste anbieten.

Etwa auf der Kurfürstenstraße im Stadtteil Schöneberg, Berlins Drogenstrich. Auf 100 Metern stehen sie aufgereiht, junge Südosteuropäerinnen. Laut kreischend fassen sie vorbeikommende Männer an, lächeln, rollen mit den Augen, legen ihre Arme um deren Schultern. Sie verdrängen alteingesessene Huren, auch Polinnen und Tschechinnen.

„Die Ungarinnen sehen frischer aus“, sagt eine Deutsche. Nicht so blass. Viele der Mädchen kommen aus Roma-Familien, ihr Teint ist mediterran.

Doch Druck machen nicht nur Einwanderinnen. Seit der Krise gingen mehr deutsche Frauen zwischen 40 und 50 Jahren auf den Strich, berichtet Michaela Klose, Sozialarbeiterin im Frauentreff Olga: „Das ist Armutsprostitution.“

In der Kurfürstenstraße verteilen die Frauentreff-Mitarbeiterinnen Kondome. Nicht alle 200 Frauen, die sich hier regelmäßig anbieten, benutzen sie. Schon gar nicht, wenn der Freier für Sex ohne Gummi extra zahlt. Und die Frau dringend Drogengeld braucht.

Mittags, ein Wochentag, strahlender Sonnenschein. Ein kleiner, weißer Lieferwagen hält in der Kurfürstenstraße, am Steuer sitzt ein bärtiger Mittvierziger im Blaumann. Eine blasse Frau mit stark geschminkten Augen beugt sich zum Beifahrerfenster herunter. Das Gespräch dauert zehn Sekunden. Der Fahrer fragt, wie viel sie nimmt.

Auf der Kurfürstenstraße erzählt man sich, dass heroinsüchtige Frauen gegen Münzgeld Sex anbieten. Einige sprechen vom Hartgeldstrich.

„Welche Achtung habe ich vor meiner eigenen Arbeit, wenn ich solche Preise akzeptiere?“, fragt Stefanie Klee vom Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen. Wer sich gedemütigt fühle, bringe außerdem kaum „vernünftige Leistung“.

Bis zu 150 000 Vollzeithuren gebe es bundesweit, schätzt der Forscher Reichel. Nur ein Drittel davon verdiene relativ gut. Vermutlich haben rund 20 000 Frauen mehr als 2.000 Euro im Monat. Sandra bekommt derzeit noch zwischen 1300 und 1600 Euro zusammen.

Von dem Geld sind noch Steuern zu zahlen. Rund 4.000 Berliner Sexarbeiterinnen zahlen Abgaben, sagt die Senatsfinanzverwaltung. Mindestens weitere 2000 Frauen sollen in der Stadt mit Sex Geld verdienen.

Beamte glauben, dass mehr als die Hälfte der Frauen in Bordellen arbeite, 800 kleine und große, legale und illegale soll es in der Hauptstadt geben. Der Rest bietet sich per Annonce an. Oder auf der Straße.

Vor allem auf dem Straßenstrich geht es zuweilen brutal zu. Gerade an Ungarinnen gebe es häufiger „Spuren physischer Gewalt“, sagt Michaela Klose vom Frauentreff. Um den Frauen zu helfen, arbeitet sie mit Übersetzerinnen zusammen: Ungarisch, Rumänisch, Bulgarisch.

Viele Südosteuropäerinnen arbeiten mit einem Zuhälter, der über sie verfügt. Die Frauen müssen ihm einen Teil ihrer Einnahmen geben. Dafür holt er von zahlungsunwilligen Kunden das Geld und vertreibt Huren konkurrierender Zuhälter.

Auf den meisten Straßenstrichs sind die Stehplätze der Frauen, also die Zuhälterreviere, genau abgesteckt. Die Wirtschaftskrise führe zu einer „verstärkten Konkurrenzsituation“, sagt die Polizei.

Jessica, 29 Jahre alt, hat keinen Zuhälter. An einem Montag steht sie an der Kurfürstenstraße. Sie sieht mitgenommen aus, das Zahnfleisch hat sich zurückgezogen, der weiße Fingernagellack ist abgeblättert, ihre aschblonden Haare fallen immer wieder vor ihre hellen, müden Augen.

Gerade hat Jessica einen Mann angesprochen, läuft neben ihm her, verlangt 50 Euro. Der Brillenträger, Ende 30, sagt: „Ich überleg’s mir.“ Jessica lässt ihn ziehen, bleibt stehen und blickt teilnahmslos in die Autos, die im Schritttempo den Strich abfahren. In einem nahen Imbiss sagt sie später: „Montag ist ein schlechter Tag.“ Außerdem gebe es hier zu viele Frauen. „Im März habe ich einmal zwölf Stunden umsonst hier gestanden“, sagt Jessica. „Von mittags bis nachts um zwei Uhr, niemand hat angehalten.“

Wegen ihres Stiefvaters sei sie mit 14 Jahren von zu Hause abgehauen, landete erst im Heim, dann an Bahnhöfen. Ende der 90er überlebte sie eine Überdosis Heroin. Am Hals hat sie eine auffällige Narbe. „Luftröhrenschnitt“, sagt Jessica.

All die Jahre stand sie immer wieder auf dem Strich. Tausende Männer, „irgendwann habe ich aufgehört, zu zählen“. Jessicas jüngster Kunde war im Azubi-Alter, ihr ältester 90. Einige ließen sich vorne im Auto von ihr bedienen, während im Kindersitz auf der Rückbank das Baby des Freiers schlief.

Jeder zweite Mann soll, glaubt man Untersuchungen, mindestens einmal bei einer Prostituierten gewesen sein. Offizielle, also von der Branche selbst erhobene und belegte Zahlen gibt es nicht. „Wer soll Interesse daran haben, sie zu erforschen?“, fragt Forscher Reichel. Die Frauen wollen ihre Ruhe, Zuhälter und Freier sowieso.

Es klingelt, eine Freundin ruft Jessica auf dem Handy an. „Wir holen jetzt was zum Kiffen“, sagt sie. Danach braucht sie aber „noch einen“, einen Freier, ihr fehlen 30 Euro. Am nächsten Tag soll die Sonne scheinen, da will sie an den Wannsee. Tags drauf wird sie wieder auf den Strich gehen. Sie hat keine Fünf-Tage-Woche. Sie hat eine Sechs-sieben-Männer-Woche.

In bekannten Bordellen ist das anders. Im „Artemis“ zum Beispiel, Charlottenburg. Jede Dame kümmere sich um drei bis 15 Männer am Tag, sagt Jill Rahn, die Buchhalterin des Großetablissements. Bis zu 90 Frauen arbeiten hier. Der Einritt kostet 80 Euro, Essen, Trinken, Sauna inklusive. Die halbe Stunde Sex 60 Euro drauf. Verhandelt wird nicht, „wir wollen keine Unterbietungskonkurrenz“, sagt Rahn. Noch ernährt das Bordell mehr als 40 Angestellte: Sicherheitsleute, Köche, Bürokräfte. „Seit ’ner Weile merken auch wir die Krise“, sagt Rahn. Zehn Prozent Umsatzeinbußen, bis jetzt.

Etliche Bordelle locken zögernde Kunden mittlerweile mit Preissenkungen. Rabattschlachten im Rotlichtmilieu, Discounter des Geschlechtsverkehrs entstehen. Mit einer Flatrate etwa kämpft ein Klub im Südosten Berlins gegen die Kundenflaute: Sex, Essen und Trinken für 70 Euro – so viel man möchte. Ein winziges Pornokino im Zentrum der Stadt wirbt wie ein Stehimbiss um knauserige Kunden: „25 Euro für 30 Minuten Film – inklusive Kaffee und Blasen.“

Sie verlange immer erst mal 50 Euro, sagt Jessica, für oral und Verkehr. Legt der Freier zehn Euro drauf, lotst sie ihn in ein nahes Pensionszimmer statt auf einen Parkplatz. Wenig später erzählt sie dann aber doch, dass auch sie nun häufiger mit sich handeln lässt.

Kürzlich habe sie ein potenzieller Freier, Mitte 40, gefragt, ob für Oralverkehr zehn Euro ausreichen. „Doch unter 25 Euro geh’ ich nicht“, sagt Jessica. So viel kostet die Ware Sex. Noch.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 25.06.2009)
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/....haftskrise;art705,2831588





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Marc of Frankfurt - 2009-06-26, 01:16
Titel: Der Markt der Prostitutionsberichte
Hier der obige Artikel nochmal:

Und die zitierte Studie von Reichel bei sexworker.at:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4773








Die Krise erreicht die Bordelle


Von Hannes Heine | © ZEIT ONLINE, Tagesspiegel 25.6.2009

Kunden bleiben aus – oder wollen feilschen: Das Geschäft mit der Prostitution läuft schlecht. Die Wirtschaftskrise macht auch vor Huren und Zuhältern nicht Halt.

Foto
Eine ukrainische Prostituierte geht über den Flur eines Berliner Wohnungsbordells

© Axel Schmidt/ddp



Es nieselt ein wenig an diesem Abend, ihre Frisur ist hin. Das ist aber immer noch besser, als die Mütze zu tragen, die sie dabei hat. Ihre langen Haare sollen gesehen werden. Von Männern.

Sie heißt Sandra, ist 31 Jahre alt, Prostituierte, sie schaut die Oranienburger Straße entlang, Schmollmund, volles Dekolleté, doch all das nützt ihr seit Monaten immer weniger. Die Nachfrage nach der Ware Sex schwankt. Wie die nach Autos.

Läuft die Konjunktur gut, geben Männer viel Geld dafür aus. Nach Schätzungen der Gewerkschaft Verdi, die auch Sexarbeiter vertritt, rund 14,5 Milliarden Euro im Jahr. Doppelt so viel, wie alle Elektriker Deutschlands umsetzen.

Läuft die Konjunktur schlecht, tobt unter Huren, wie sich viele Prostituierte selbst bezeichnen, der Preiskampf. Elektriker können von Konjunkturhilfen profitieren, Autobauer von der Abwrackprämie. Auf Sandra stolpert ein Mann zu, in der Hand einen Zehn-Euro-Schein und ein paar Münzen.

"Mehr hab’ ich nicht", sagt er, er will feilschen, will wissen, was er dafür bekommt. Sandra klingt beleidigt. Sie sehe doch gut aus. Wenigstens stilecht: weiße Leggins, weiße Stiefel, ein weißes Kunstlederkorsett auf gebräunter Haut.

Zehn Euro. Hier in der Gegend, in Berlin-Mitte, bekommt man zwei, drei Bier dafür. Oder ein Eisbein.

Angefangen hat Sandra vor einem Jahr, wegen des scheinbar schnellen Geldes. Die Friseurin mochte ihren früheren Beruf nicht. „Zu wenig Geld!“ Etwa 800 Euro netto hat sie als Vollzeit-Haarschneiderin im Monat bekommen. Sex hingegen, sagt sie, hatte sie immer gern, dazu einen Hang zum Exhibitionismus.

Zunächst arbeitete Sandra in einem Bordell in Mitte. Dort aber habe es bald Streit gegeben. Kolleginnen, "zickige Mädchen", hätten sie bei der Chefin, "man würde Puffmutter sagen", angeschwärzt. Sie bediene die Kunden nicht ordentlich. "Und, dass ich stundenlang das Bad blockiere", sagt Sandra. Ihr Bordellzimmer wurde vergeben. An eine Ungarin.

Dann eben die Straße. Doch hier – selbst hier –, auf dem stadtbekannten Oranienburger-Straßen-Strich, hat Sandra inzwischen kaum zwei Freier pro Nacht. "Nur noch Touristen." Macht zusammen 100 Euro, wenn sie die Standards anbietet: normaler Geschlechtsverkehr, vorher oral. Und das nach stundenlangem Warten. Seit Jahresanfang bleiben die sonst so verlässlichen, einheimischen Stammfreier weg. Mehr als "20 Prozent weniger Kunden", sagt Sandra.

Aus dem Traum vom schnellen Geld wurde das Warten auf "ein paar Euro".

Das ist merkwürdig, denn die Bereitschaft der Deutschen zum Geldausgeben wurde – nach einem Einbruch im vergangenen Sommer – seit Herbst langsam, aber stetig wieder größer. Zu diesem Befund kommt jedenfalls die Gesellschaft für Konsumforschung, Deutschlands größtes Marktforschungsinstitut.

Stimmen dessen Untersuchungen, dann hat der Umsatzeinbruch Sandra – und mit ihr die gesamte Prostitutionsindustrie – ein halbes Jahr später als andere Branchen erreicht. Und er hat sich festgesetzt.

"Männer gehen seltener zu Prostituierten", sagt auch Richard Reichel, Ökonom an der Universität Erlangen-Nürnberg und Autor der Studie "Prostitution – der verkannte Wirtschaftsfaktor". Reichel geht von zehn Prozent weniger Umsatz als in Vorkrisenzeiten aus, einige Bordellbetreiber sprechen von 30 Prozent. Nur "hochpreisigere Damen", die zum Beispiel für sogenannte Escortservices arbeiten, verdienen weiterhin gut.

Aber nicht nur die sinkende Nachfrage, zumindest zu den bisher üblichen Preisen, drückt die Löhne der Frauen. Seit langem gibt es auch immer mehr billigere Konkurrentinnen. Nachdem Rumänien und Bulgarien der Europäischen Union beigetreten waren, kamen tausende junge Frauen nach Deutschland – freiwillig und unfreiwillig. Zuvor drängten junge Ungarinnen auf den Sexmarkt.

Die meisten Neulinge drücken die Löhne jener Frauen, die ohnehin schon ganz unten, am Straßenrand, ihre Dienste anbieten.

Etwa auf der Kurfürstenstraße im Stadtteil Schöneberg, Berlins Drogenstrich. Auf 100 Metern stehen sie aufgereiht, junge Südosteuropäerinnen. Laut kreischend fassen sie vorbeikommende Männer an, lächeln, rollen mit den Augen, legen ihre Arme um deren Schultern. Sie verdrängen alteingesessene Huren, auch Polinnen und Tschechinnen.

"Die Ungarinnen sehen frischer aus", sagt eine Deutsche. Nicht so blass. Viele der Mädchen kommen aus Roma-Familien, ihr Teint ist mediterran.

Doch Druck machen nicht nur Einwanderinnen. Seit der Krise gingen mehr deutsche Frauen zwischen 40 und 50 Jahren auf den Strich, berichtet Michaela Klose, Sozialarbeiterin im Frauentreff Olga: "Das ist Armutsprostitution."

In der Kurfürstenstraße verteilen die Frauentreff-Mitarbeiterinnen Kondome. Nicht alle 200 Frauen, die sich hier regelmäßig anbieten, benutzen sie. Schon gar nicht, wenn der Freier für Sex ohne Gummi extra zahlt. Und die Frau dringend Drogengeld braucht.

Mittags, ein Wochentag, strahlender Sonnenschein. Ein kleiner, weißer Lieferwagen hält in der Kurfürstenstraße, am Steuer sitzt ein bärtiger Mittvierziger im Blaumann. Eine blasse Frau mit stark geschminkten Augen beugt sich zum Beifahrerfenster herunter. Das Gespräch dauert zehn Sekunden. Der Fahrer fragt, wie viel sie nimmt.

Auf der Kurfürstenstraße erzählt man sich, dass heroinsüchtige Frauen gegen Münzgeld Sex anbieten. Einige sprechen vom Hartgeldstrich.

"Welche Achtung habe ich vor meiner eigenen Arbeit, wenn ich solche Preise akzeptiere?", fragt Stefanie Klee vom Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen. Wer sich gedemütigt fühle, bringe außerdem kaum "vernünftige Leistung".

Bis zu 150.000 Vollzeithuren gebe es bundesweit, schätzt der Forscher Reichel. Nur ein Drittel davon verdiene relativ gut. Vermutlich haben rund 20.000 Frauen mehr als 2000 Euro im Monat. Sandra bekommt derzeit noch zwischen 1300 und 1600 Euro zusammen.

Von dem Geld sind noch Steuern zu zahlen. Rund 4000 Berliner Sexarbeiterinnen zahlen Abgaben, sagt die Senatsfinanzverwaltung. Mindestens weitere 2000 Frauen sollen in der Stadt mit Sex Geld verdienen.

Beamte glauben, dass mehr als die Hälfte der Frauen in Bordellen arbeite, 800 kleine und große, legale und illegale soll es in der Hauptstadt geben. Der Rest bietet sich per Annonce an. Oder auf der Straße.

Vor allem auf dem Straßenstrich geht es zuweilen brutal zu. Gerade an Ungarinnen gebe es häufiger "Spuren physischer Gewalt", sagt Michaela Klose vom Frauentreff. Um den Frauen zu helfen, arbeitet sie mit Übersetzerinnen zusammen: Ungarisch, Rumänisch, Bulgarisch.

Viele Südosteuropäerinnen arbeiten mit einem Zuhälter, der über sie verfügt. Die Frauen müssen ihm einen Teil ihrer Einnahmen geben. Dafür holt er von zahlungsunwilligen Kunden das Geld und vertreibt Huren konkurrierender Zuhälter.

Auf den meisten Straßenstrichs sind die Stehplätze der Frauen, also die Zuhälterreviere, genau abgesteckt. Die Wirtschaftskrise führe zu einer "verstärkten Konkurrenzsituation", sagt die Polizei.

Jessica, 29 Jahre alt, hat keinen Zuhälter. An einem Montag steht sie an der Kurfürstenstraße. Sie sieht mitgenommen aus, das Zahnfleisch hat sich zurückgezogen, der weiße Fingernagellack ist abgeblättert, ihre aschblonden Haare fallen immer wieder vor ihre hellen, müden Augen.

Gerade hat Jessica einen Mann angesprochen, läuft neben ihm her, verlangt 50 Euro. Der Brillenträger, Ende 30, sagt: "Ich überleg’s mir." Jessica lässt ihn ziehen, bleibt stehen und blickt teilnahmslos in die Autos, die im Schritttempo den Strich abfahren. In einem nahen Imbiss sagt sie später: "Montag ist ein schlechter Tag." Außerdem gebe es hier zu viele Frauen. "Im März habe ich einmal zwölf Stunden umsonst hier gestanden", sagt Jessica. "Von mittags bis nachts um zwei Uhr, niemand hat angehalten."

Wegen ihres Stiefvaters sei sie mit 14 Jahren von zu Hause abgehauen, landete erst im Heim, dann an Bahnhöfen. Ende der 90er überlebte sie eine Überdosis Heroin. Am Hals hat sie eine auffällige Narbe. "Luftröhrenschnitt", sagt Jessica.

All die Jahre stand sie immer wieder auf dem Strich. Tausende Männer, "irgendwann habe ich aufgehört, zu zählen". Jessicas jüngster Kunde war im Azubi-Alter, ihr ältester 90. Einige ließen sich vorne im Auto von ihr bedienen, während im Kindersitz auf der Rückbank das Baby des Freiers schlief.

Jeder zweite Mann soll, glaubt man Untersuchungen, mindestens einmal bei einer Prostituierten gewesen sein. Offizielle, also von der Branche selbst erhobene und belegte Zahlen gibt es nicht. "Wer soll Interesse daran haben, sie zu erforschen?", fragt Forscher Reichel. Die Frauen wollen ihre Ruhe, Zuhälter und Freier sowieso.

Es klingelt, eine Freundin ruft Jessica auf dem Handy an. "Wir holen jetzt was zum Kiffen", sagt sie. Danach braucht sie aber "noch einen", einen Freier, ihr fehlen 30 Euro. Am nächsten Tag soll die Sonne scheinen, da will sie an den Wannsee. Tags drauf wird sie wieder auf den Strich gehen. Sie hat keine Fünf-Tage-Woche. Sie hat eine Sechs-sieben-Männer-Woche.

In bekannten Bordellen ist das anders. Im "Artemis" zum Beispiel, Charlottenburg. Jede Dame kümmere sich um drei bis 15 Männer am Tag, sagt Jill Rahn, die Buchhalterin des Großetablissements. Bis zu 90 Frauen arbeiten hier. Der Einritt kostet 80 Euro, Essen, Trinken, Sauna inklusive. Die halbe Stunde Sex 60 Euro drauf. Verhandelt wird nicht, "wir wollen keine Unterbietungskonkurrenz", sagt Rahn. Noch ernährt das Bordell mehr als 40 Angestellte: Sicherheitsleute, Köche, Bürokräfte. "Seit ’ner Weile merken auch wir die Krise", sagt Rahn. Zehn Prozent Umsatzeinbußen, bis jetzt.

Etliche Bordelle locken zögernde Kunden mittlerweile mit Preissenkungen. Rabattschlachten im Rotlichtmilieu, Discounter des Geschlechtsverkehrs entstehen. Mit einer Flatrate etwa kämpft ein Klub im Südosten Berlins gegen die Kundenflaute: Sex, Essen und Trinken für 70 Euro – so viel man möchte. Ein winziges Pornokino im Zentrum der Stadt wirbt wie ein Stehimbiss um knauserige Kunden: "25 Euro für 30 Minuten Film – inklusive Kaffee und Blasen."

Sie verlange immer erst mal 50 Euro, sagt Jessica, für oral und Verkehr. Legt der Freier zehn Euro drauf, lotst sie ihn in ein nahes Pensionszimmer statt auf einen Parkplatz. Wenig später erzählt sie dann aber doch, dass auch sie nun häufiger mit sich handeln lässt.

Kürzlich habe sie ein potenzieller Freier, Mitte 40, gefragt, ob für Oralverkehr zehn Euro ausreichen. "Doch unter 25 Euro geh’ ich nicht", sagt Jessica. So viel kostet die Ware Sex. Noch.

http://www.zeit.de/online/2009/26/rotes-licht-truebe-zeiten




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Sexworker kämpfen oft mit dem Markt und der Politik gleichermaßen.

Wirtschaftsethiker und Professor über Ethik, Politik und Markt:






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Marc of Frankfurt - 2009-06-28, 13:40
Titel: Diskriminierende Sondersteuer oder staatliche Subwention?
Der Staat subventioniert die Prostitution

„Rotes Licht, trübe Zeiten / Kunden bleiben aus - oder wollen feilschen: Das Geschäft mit der Prostitution läuft schlecht in Deutschland. Die Wirtschaftskrise erreicht Bordelle, Huren und Zuhälter“



von Hannes Heine vom 25. Juni

Die Fakten sehen anders aus. 14,5 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr werden eben nicht von 25 Euro-Huren erzielt. Das eigentliche Geschäft erfolgt längst nicht mehr auf der Straße oder in billigen Puffs, sondern in äußerst gepflegten, aufwendig eingerichteten Clubs und Studios. Die Stundensätze dieser „Damen“ liegen dort bei 200 bis 300 Euro, je nach Dienstleistung. In diesen höheren, aber zunehmend bedeutsam werdenden Segmenten verdienen die „Damen“ zwischen 10 000 und 20 000 Euro pro Monat. Kein Wunder, dass auch zunehmend Akademikerinnen diesen „Beruf“ attraktiv finden und in diese Branche wechseln. Gerade die derzeitige Wirtschaftskrise führt viele Anwältinnen, Sekretärinnen und auch Journalistinnen (ja, natürlich) in diese Branche, die seit einigen Jahren völlig legalisiert ist.

Dabei entfallen 40 Prozent der Umsätze auf den Clubbetreiber, 60 Prozent gehen an die „Damen“. Da es sich um Bargeschäfte handelt, ist es ein Leichtes, diese Beträge an der Steuer vorbeizuschleusen. Der Fiskus gibt sich mit einer Besteuerung nach dem „Düsseldorfer Modell“ zufrieden. Dabei werden je nach Bundesland zwischen zehn und 25 Euro Steuerpauschale pro Werktag fällig. Reicht die Prostituierte keine Steuererklärung mehr ein, ist damit die gesamte Steuer – Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuer – abgegolten. Damit subventioniert der Staat die Prostitution, denn derart niedrige Steuersätze gibt es nirgendwo sonst. Jeder ehrliche Gewerbetreibende, der ordentlich seine Bücher führt und Steuererklärungen einreicht, kann von derart niedrigen „Pauschalen“ nur träumen.

Die früheren Zuhälter sind Immobilieninvestoren geworden, die das Haus, die Villa, die Etage, in der der Club geführt wird, besitzen. Das an der Steuer vorbeigeschleuste Schwarzgeld wird mit diesen Immobilieninvestitionen „gewaschen“. Auch die eine oder andere „Dame“ kann sich nach einigen Jahren Arbeit eine Villa, zumindest aber eine Eigentumswohnung leisten und dadurch ihr Schwarzgeld legalisieren.

Ein Rückgang von zehn Prozent gegenüber anderen Branchen ist gar nichts bei den Margen, die dort verdient werden. Die Wahrheit ist: Die Prostitutionsbranche ist die einzige felsenfest stehende Bastion unserer Marktwirtschaft, faktisch steuerfrei und zunehmend attraktiv für junge, gebildete Frauen. Im Übrigen: Wenn Herr Nußbaum als Finanzsenator ernsthaft Geld einsammeln will, sollte er verstärkt bei den Clubs, Studios und Edelbordellen prüfen. Dort ist noch einiges zu holen.

Richard Kühnen, Berlin-Zehlendorf
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.06.2009)
http://www.tagesspiegel.de/meinung/....eserbriefe;art144,2834170





Mehr Fakten unter "Steuer und Steuerpolitik":
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=808





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Marc of Frankfurt - 2009-07-03, 14:41
Titel: Neue Geschäftsidee?
Es geht auch ohne Gewinnerzielungsabsicht

Image

U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof
von Caro
blogs.taz.de/streetart/2009/07/02/nonprofit_prostitution_/





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Marc of Frankfurt - 2009-07-14, 15:11
Titel:
Interview mit dem wohl berühmtesten US-Freier und intimen Kenner der Finanzkrise:

Elliot Spitzer



http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,635808,00.html





Zum damaligen Sexskandal viele Postings im Forum z.B.:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=33665#33665





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Marc of Frankfurt - 2009-07-19, 02:55
Titel: Umsatzrückgang überall
Krise auch in Indien:

Sonagachi Rotlichtviertel in Kalkutta



'Kastensystem' unter den Sexworkern wie überall auf der Welt:

Die 1.000 Kategorie A Sexworker (Bordell-Sexworker, in-door) verlangen Rs 1,500 bis Rs 8,000 pro Stunde (22 bis 117 €/h).
Sie müssen entweder 50 % an die Betreiber abgeben oder Mieten zahlen zwischen Rs 10,000 bis Rs 15,000 pro Monat (680 bis 1.020 €/Monat = 1 bis 1,5 Kundenumsätze/Tag).

Die 2.000 Kategorie B Sexworker (Straßenprostituierte, out-door) verlangen ab Rs 500 + 25 % die der Kunden direkt an den Betreiber/Zuhälter zu zahlen hat. Zusätzlich muß die Sexarbeiterin auch pro Kunde einen Fixbetrag an ihn/sie zahlen.


Früher bekam man 5 Kunden pro Tag, heute in der Krise ist es schwer 3 zu bekommen.

Früher begannen die Kategorie B Sexworker ihre Schicht um 16 Uhr, heute schon um 10 Uhr.

Viele müssen mit dem Umsatz ihrer Stammkundschaft auskommen.

Viele geben 20 % Preisnachlaß, um die Stammkunden zu halten.


Der ständige Zustrom neuer Sexarbeiter hat Raumnot erzeugt so daß die Vermieter die Preise festsetzen können. Sexarbeiter können nur akzeptieren oder aufhören hier zu arbeiten.

Das Kontrollsystem erlaubt bis zu 3 Sexarbeiter, die einen Raum nutzen. Erzielen die Vermieter nicht genübend Einnahmen versuchen sie es mit Zusatzgebühren wie Erlaubnis für TV Rs 700 oder Handy Rs 500.


Allein die Hoffnung der Sexworker stirbt zuletzt: Schließlich sind wir in einem der weltgrößten Rotlichviertel, in Sonagachi. Uns solange Männer in der Stadt sind, haben wir Kundschaft.


http://timesofindia.indiatimes.com/....y/articleshow/4760311.cms

http://www.nodo50.org/Laura_Agustin....olkata-red-light-district





Kalkulation der 1.000 (überwiegend migrantischen) Sexworker im Frankfurter Rotlichtviertel:

http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=41651#41651
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39273#39273 (SW-only)
oder noch genauer in diesem Fachbuch:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35622#35622




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Ist Flatrate im Sexbiz per se unmoralisch?

Brief an die deutsche Bundeskanzlerin:


http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4869





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Melanie - 2009-07-19, 20:08
Titel:
Ich glaube gerade wegen der Finanzkrise ( auch der Konkurenz ) sind die Terminwohnungen in OVP in der Miete völlig überteuert - ohne Übernachtung oder Bereitstellung von Materialien.

Die Kundenanfragen richten sich fast alle auf Oralverkehr ohne Schutz - evt. sogar mit Aufnahme.

Mich wundert immer wieder, das Oralverkehr in den Augen der Kunden kein Sex ist ! ?

LG Melly
Marc of Frankfurt - 2009-08-11, 21:14
Titel: Provinzposse Niedersachsen?
pecunia non olet - Geld stinkt nicht

Sagt das Finanzamt den SexarbeiterInnen.
Aber gilt das auch für das Sponsoring eines Fußballvereins durch einen Nachtclub?

Saunaclub Chateau sponsort RSV Göttingen 05



Audio:
http://www.radio-z.net//index.php?o....c_ID=36669&Itemid=77#

http://goettingen05.blogsport.de/2009/08/02/pressemitteilung-aum/

Bigotte Presse gegen ein Sponsoring aus dem "Rotlicht Milieu":
http://www.goettinger-tageblatt.de/....gehoert-zu-den-Investoren

http://www.jungewelt.de/2009/08-04/047.php

www.rsv05.de
www.chateau-goettingen.de





Eine lokale Sommerloch-Kontroverse am Rande der bundesweiten Anti-Flatrate-Debatte.

Brief der Sexworker an die Bundeskanzlerin
"Wir fordern eine sachliche Debatte um faire Sexwork-Arbeitsplätze":
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4869

Verfassungsklage gegen diskriminierende Sondersteuer für SexarbeiterInnen:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=61203#61203

Siehe auch der Verbindung von Rotlicht und Fußball z.B. FC St. Pauli oder die medial-aufputschte Menschenhandels-Hype zur WM06 etc.:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=388

Und nicht zu letzt auch die möglicherweise korrumpierend-hohen 'Kaufpreise' für Fußballer im sog. Transfermarkt:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=57899#57899





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Marc of Frankfurt - 2009-08-14, 00:40
Titel: SexBiz von Frauen für Frauen und...
NeoFeminismus in Zeiten des Liberalismus:
Frauen an die Macht: Als Kundinnen!


'Adults-Only' Businesses Find Growing Market Among Women

Sex Shops, Orgasmic Meditation Latest in Lineup of Female-Focused Eroticism



By DAVID WRIGHT and ALYSSA LITOFF
Aug. 12, 2009
http://abcnews.go.com/Business/Story?id=8311520



Feminism has hit a whole new level; one out of three consumers of online porn is a woman, according to the Internet Filter Review, a Web site that tracks porn consumption. A variety of sex products and erotic films are now made with a woman's touch.



The 7 a.m. session at the OneTaste Urban Retreat in San Francisco www.onetaste.us is not your average yoga class. At OneTaste, 15 minutes of yoga is just the warm up. Then there's 15 minutes of quiet meditation -- also a warm up, heightening all the senses for a most unusual finale.

When the final bell sounds, the class members pair off. Gloves go on the men, and pants come off the women. And, soon, the studio erupts in female ecstasy for another 15 minutes.

At OneTaste, they call this "the 3-fold practice": yoga, meditation and orgasmic meditation -- OM'ing for short. At OneTaste, they do this at least once every single day.

"It's focused on this stroke, this stroke, this stroke. In the same way, if you're doing sitting meditation, you focus on this breath, this breath, this breath," said OneTaste founder Nicole Daedone.

"There's a reason why we discovered that 15 minutes of OMing is good," Daedone said. "And that 15 minutes of OMing with yoga and meditation on either side is better. So it took a long time to discover that."

For an outsider, it is uncomfortable to watch. But the participants seem to enjoy sharing and afterward, they sit in a circle and talk about it.

"There was a feeling of a burst of citrus orange, bright, like all of the sunlight was in it," said one man.

"Oh, it's the best way to start a Monday," said another woman. "I'll be so much kinder and more present with my co-workers."

The growing popularity of OneTaste is just one of many examples of how women seem to be reaching new sexual heights, with products and services aimed primarily at them. Perhaps it's the cultural influence of Carrie Bradshaw and her posse. Perhaps the success of HBO's "Sex and the City" spoke to a deeper cultural change for women. But sex sells, and increasingly sex sells to women.

Sexually speaking, women seem to have come into their own. The sexual revolution may have started 40 years ago with women burning their bras, but feminism has hit a whole new level: one out of three consumers of online porn is a woman, according to the Internet Filter Review, a Web site that tracks porn consumption.





Old School Porn with a Softer Side

Triple-X movies are no longer dominated by the Y chromosome. Porn is now often made with a woman's touch.

"Women generally want to know why two people are having sex," said Nica Noelle, a top porn director. "They want to know what the relationship is between those two people. ... They want to feel that it's a relationship that matters to both of the characters. And that the sex is passionate and intimate. And none of those things were really being portrayed in the porn that was out there."

Old school porn tends to cut straight to the chase. In the stereotypical scenario, the "pizza guy" arrives on the scene, and the plot falls to the wayside. Former porn star Candida Royalle wasn't inclined to watch the kind of movies she starred in 25 years ago.

"There's no foreplay to speak of and there's just no buildup. There's no real communication, tenderness," she said. "It's just very direct. We're here for sex, and we're going to have sex, and it's really hardcore gymnastics, and mechanical."

Royalle not only wanted to create something different, but she was among the first to sense how videotape, and the Internet would change the porn industry. Seedy peep shows would become a thing of the past. Now it's safe, and sanitary, for women to watch at home.

To Royalle, that meant a profitable new market. "When I went to some of the top companies in Los Angeles, they were all kind of very patronizing," Royalle recalled. "'Nice idea, Candida but women just aren't into this type of thing.' And I knew they were wrong."





Porn Plotlines Get Makeover

History has proved her right. In the classic porno flick, "The Devil in Mr. Holmes," it takes exactly 26 seconds for the first sex scene to take place. The sex is over in less than a minute -- in 42 seconds flat.

But in Noelle's erotic film for women, "The Stepmother -- Sinful Seductions," the plot spans seven minutes and 32 seconds even before the first glimpse of nudity. When the sex finally happens, it lasts for 32 minutes.

"It takes time for them to get together," said Noelle. "There's usually some conflict, something from preventing them on just acting on their feelings immediately. And then once they do have sex, there's a lot of foreplay, there's a lot of kissing, there's a lot of looking into each other's eyes."

The actors are often partners in real life. There are fewer breast implants, more realistic body types, and softer camera angles. And the scenes don't always end with the so-called money shot [cum shot? Anm.].

"Sex does not end with the man's climax, that's not what it is about," said Royalle. "There's always after play. And you don't just see the guy falling asleep. You don't just cut to black, there's always, 'I love you's' and giggling, laughing."





Porn Shops Run By Women, for Women

Women aren't just transforming the style of porn flicks, but they're also changing the way it's sold.

In Old Town section of Alexandria, Va., a place known for quaint, cobblestoned streets and as a former getaway for George and Martha Washington, one of the town's most successful new shops is "Le Tache," opened earlier this year.

"We sell lingerie, lotions lubricants, personal lubricants. We sell erotic toys and we sell DVDs. And we have a few goodies," said Bo Kenney, owner of Le Tache. "I have said it before. I thought George Washington probably would have shopped here. You know he did fight for liberty."

Kenney says 60 percent of the customers are women and most of the locals seem take the store in stride.

Sex shops like Le Tache may turn some heads in Alexandria, but in other places across the country in San Francisco they're yesterday's news.

"Good Vibrations", www.goodVibes.com has sold a variety of ergonomic sex toys for 30 years. It's a store run by women, for women and over the last five years, they say business has grown at a steady rate of 20 percent year after year. Even during the recession, sales are up 11 percent.

"San Francisco might well be the capital city for this kind of sexual exploration, and certainly being open about it as we are and non-judgmental. Not every place does," said staff sexologist [and founder Dr.] Carol Queen, www.carolQueen.com.

No surprise, then, that San Francisco should be the home for OneTaste and its unusual yoga classes. Through the regular practice of orgasmic meditation, the folks at OneTaste strive to separate the pleasure of sex from the baggage of relationships and morality.

Most of the participants have day jobs, but many of them live at the center for months at a time, immersing themselves in sensuality. The residents call themselves as "urban monks." [Isoliert lebende Sexworker sind auch so etwas wie Mönche der sexuellen Seelsorge. Anm.] Some practice the three-fold meditation as couples, but many have a variety of different partners.





Sex as a Spinning Class?

When they started OneTaste two years ago, only men turned up. Since then, founder Nicole Daedone says she shifted the emphasis to female orgasm and the crowd started to balance out.

"During this time while the economy is crashing more and more people are flooding in than ever before," said Daedone. "I think a lot of people are discovering that a lot of the rules that they believed in aren't working."

Daedone insists she's just an enlightened woman, who has overcome her hangups about sex. "I as a woman was frozen ... but I didn't realize [men and women] were equally frozen. That it was an equally frozen dance we were in together," she said. [Theorie der Blockaden der Lebensenergie nach Wilhelm Reich bezüglich Sexualität und nach Prof. Bernhard Senf, Berlin bezüglich Ökonomie. s.o.. Anm.]

"This is just a way of saying, you know what, every single day just ... for 15 minutes of my life, I'm going to take time out for myself and my partner and we are going to take that time and make that the foundation of our lives, this connection," said Daedone. "And you get to feel the world around you in this unadulterated way, just raw sensations of life, I think that's pretty good in and of itself."

The participants at OneTaste -- men and women alike -- say the practice has made them more sensitive in their daily minds and that it frees their minds from the constant background chatter of sex. [Der selbe Grund, warum ein Besuch beim Sexworker so befreiend ist. Anm.] Though Daedone calls it "incredibly healthy," she knows the very idea of OneTaste is bound to be controversial.

We asked her: Are they turning sex into a spinning class? "No," she said. "It's not a replacement for love or romance or sexuality within a relationship. It's a way to begin to feel each other at this really essential level." Auch Prostitution kennt diese Ambivalenzen. Es kann Sexsucht, Frauenbenutzung bis hin zu Ausbeutung sein, es kann aber auch kultiviertes Vergnügen, sexuelle Entfaltung, Befiedigung, Befreiung und Liebesschule jenseits von Beziehungszwängen sein. Anm.]

If you're tempted to say, "Only in San Francisco," think again: OneTaste recently opened a second outpost in New York.









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Marc of Frankfurt - 2009-08-14, 03:20
Titel: Anarchistisches Gedankengut
"Freie Liebe? Als wenn Liebe irgendetwas wäre, was nicht selbstverständlicherweise frei wäre"

"Free Love? As if Love is anything but free!"

Emma Goldman

(1869 - 1940)


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Emma Goldman
New York, c. 1890

http://de.wikipedia.org/wiki/Emma_Goldman





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Marc of Frankfurt - 2009-08-15, 18:11
Titel: Rubrik: Sex and Crime
Ein Investigativer US-Journalist, spezialisiert auf White Collar Crime (Wirtschaftskriminalität) über


Die Mätresse vom 50 Mrd-Betrüger Bernie Madoff:


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Sheryl Weinstein, Jg 49.


http://www.thedailybeast.com/blogs-....-14/meet-madoffs-mistress





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Marc of Frankfurt - 2009-08-22, 00:30
Titel: US Sexworker berichten
Über den Zusammenhang von Sex und Geld:
-Eine Buchrezension-

Meet, Pay, Love



By TONI BENTLEY
Published: August 20, 2009



Money and sex. Sex and money. Sounds dirty already.

- Is it the money that makes the sex dirty?
- Or the sex that makes the money dirty?
- Or, rather, the puritan strain that says they’re both dirty?

How sexy! I mean, how inappropriate! And yet here we are again and again . . . and again. It’s former Gov. Eliot Spitzer of New York spending $80,000 on escorts, the parents (the parents!) of Senator John Ensign of Nevada distributing $96,000 to their son’s mistress and her family, Gov. Mark Sanford of South Carolina using taxpayer dollars to visit his South American “soul mate” and the $4 million rock on Kobe Bryant’s wife’s finger after his adulterous mishap. Money to get the sex, and money to make it go away.

If you are thinking this dynamic pairing is only for public figures, just contemplate your own divorce, past, present or future. And yet, still, it is taboo to regard sex and money as inextricably interwoven, to openly speak of them together.

Why is sex supposed to be free? It never is.

Ask anyone. Like Sebastian Horsley (his video guide on whoring), England’s low-rent Oscar Wilde.

“The difference between sex for money and sex for free,” Horesley writes, “is that sex for money always costs a lot less.”

Money is the elephant in every bedroom, making your parents’ constant presence look positively bourgeois.

But the connection is seeping into the mainstream. Witness Steven Soderbergh’s recent film, “The Girlfriend Experience,” which is about an expensive call girl and stars the real-life porn star Sasha Grey, and the new HBO series “Hung,” about a nice middle-aged dad who becomes a gigolo. The show, however, plays it safe, making him a financially strapped, reluctant gigolo and not, God forbid, a lusty one. Here, ironically, sex for money is more decent than sex for pleasure.

But if you want to know the real price of pleasure, ask the strippers, streetwalkers, Craigslist prostitutes, phone-sex operators, madams, pimps, drug addicts, porn stars and “performance artists” who offer themselves up in “Hos, Hookers, Call Girls, and Rent Boys,” a collection of essays, vignettes, rants and poems, edited by David Henry Sterry (who wrote the very good 2002 memoir “Chicken,” about his life as a young hustler) and R. J. Martin Jr., the director of development for the SAGE Project (Standing Against Global Exploitation) in San Francisco, which offers support of all kinds for sex workers. While good girls require dinner, trips, “commitment” or even an engagement ring for sex, here is a book by those who simply get the cash upfront.

From the unappealing title, you might think this is a truly trashy paperback. Far from it: it’s an eye-opening, occasionally astonishing, brutally honest and frequently funny collection from those who really have lived on the edge in a parallel universe. Their writing is, in most cases, unpolished, unpretentious and riveting — but don’t worry, their tales are also graphic, politically incorrect and mostly unquotable in this newspaper.

There are some well-known names here. Xaviera Hollander informs us that “it’s much harder to be a writer than a hooker,” and the ever-sprightly Annie Sprinkle gives “40 reasons why whores are my ­heroes” and then asks, “Do you have what it takes to be a whore?” Probably not. (Easier to be a writer, I think.) But the joyous glibness displayed by Hollander and Sprinkle is nowhere to be found in the best of the entries.

“Lele,” a piece by Jodi Sh. Doff, who “grew up in the suburbs as someone else entirely,” recalls Henry Miller’s in-your-face exposition. She tells of a night at Diamond Lil’s on Canal Street, where “Viva’s sitting onstage, legs spread wide.” While her customer is buried and busy, she holds a cigarette in one hand, a drink in the other, and chitchats with a girlfriend about another girlfriend. “Every two minutes or so Viva taps him on the head and he hands her a 20 from a stack of bills he’s holding, never looking up.” We see in this wonderful set piece the whole money/sex connection enacted with raw charm and an immediacy that reaches far beyond this strip club, as the man’s stack of 20s, one by one, becomes hers. Multitasking Viva holds them “folded lengthwise in her cigarette hand.”

Audacia Ray, who now teaches human sexuality at Rutgers University, certainly earned her degree out in the field, having at one point paired up with a woman named Lily as a massage team offering happy endings. “Money got us hot and bothered,” she writes, and one evening, after Lily cashed a disability check from the federal government for $10,000 (she had no bank account, of course), she poured the money — “mostly $20 bills” — onto the bed. They shut off their phones, bathed together, got “very, very high” and then rolled around “naked in the cash. . . . Even now, when I think of the hottest sex we had, I think about currency stuck to her flesh.” Now there’s an image to promote the beneficence of Uncle Sam.

One online dominatrix, Sadie Lune (vid), pooh-poohs all the knowing talk of the “natural power” of a domme making a “proud man” stoop — you know, the lawyer, doctor or judge who wants to clean toilets on a leash. “What we talk about, often off the Internet and out of leather, is the power of money. . . . More often than not the money tops the scene. . . . Money demands slow heavy bondage when all we feel like is smacking a grateful subject around. . . . The biggest trick is really coming to terms with the fact that money is the boss’s boss.” So which is more powerful, money or sex? I forgot.

There’s plenty of useful information in this book for those of you planning a little adultery or prostitution, or even just some old-fashioned phone sex. Lilycat describes the protocol of “Feed Me the Line”: “We couldn’t use any sexually explicit words or phrases till the caller used them first. . . . And strangely enough, getting a very horny man to talk dirty to you isn’t as easy as it seems.” The women were permitted to use medical names for body parts, but “Baby, I would like to do something pleasurable with your penis” was not — surprise, surprise — what the client wanted to hear (though it’s all you’ll get in this review). If the caller refused to talk dirty first, moaning was the fallback, and Lilycat reports the little-known fact that “if you moan for long enough you can become lightheaded and almost pass out” — “so baby, use your dirty, dirty words” and help the lady out.

The most devastating section of the book — its broken heart, its guts on the page — is found in a few horrifying stories that came out of a writing workshop Sterry gave for severely abused young women. For example, Jessica Bertucci writes about her “weekend visit with my dad”: “I begged my mom not to take me but she did anyways. Oh, by the way, my dad raped me when I was 2 years old.” After being blindfolded in a room with her father’s drinking, crack-smoking buddy, she heard her dad “whispering in my ear, ‘Don’t be scared, you’re helping Daddy pay the rent.’ Oh, by the way, I was 9 years old.”

Sterry, as editor, inserts himself considerably more than necessary, introducing many of the writers in such relentlessly lengthy and glowing terms as to patronize them. On the other hand, the actual bios for the contributors make for provocative reading and can leave one feeling like an unadventurous slacker.

Berta Avila, “a Chicana from El Segundo Barrio of El Paso,” is now a translator but has been an “exotic dancer, escort service worker, brothel worker, waitress, medical-legal assistant and instructional assistant for elementary-school children.”

Zoe Hansen “achieved stability through methadone maintenance and felt it was time to open her own brothel, Sterling Ladies, which was on Park Avenue and 21st Street. It was the first of five brothels she opened during the next three years.” (I’m starting to get a brothel-opening feeling myself.)

Carol Queen “got a Ph.D. in sexology so she could impart more realistic detail to her smut.” (Dr. Queen writes about her “oral clairsentience,” but I can’t explain here.) While many, perhaps most, of these writers use pseudonyms, they are everything but anonymous.

Kirk Read tells the magnificent story of Ray, a rich, hairy, middle-aged Texan, who hired Read to be his witness as he methodically enclosed his entire body in numerous “stretchable layers, one upon another.” With the final touches of “gold gloves that reached up past his biceps” and a black spandex hood, “he turned and faced me, holding his hands up into the air like a victorious Mexican wrestler. Humble. Brave.” Very brave, very moving. The scene, in its inherent perversity, has the feel of a crucible, a kind of spandex crucifixion bestowing grace on one who has the courage to go “to the underworld” and find “erotic freedom by any means necessary.” The two men shook hands, the only time they touched, and parted ways, an encounter with more tenderness and dignity than many a marital one.

This collection is a wonderful reminder that good writing is not about knowing words, grammar or Faulkner, but having that rare ability to tell the truth, an ability that education and sophistication often serve to conceal. While we are all, I suppose, in the business of surviving, some really are surviving more notably than others. The collective cry for identity found in this unsentimental compilation will resonate deeply — even, I suspect, with those among us who pretend not to pay for sex.



Toni Bentley danced with New York City Ballet for 10 years and is the author of five books, including “Winter Season: A Dancer’s Journal” and “Sisters of Salome.” She is working on a book about Balanchine’s ballet “Serenade.”

http://www.nytimes.com/2009/08/23/b...._r=1&8bu&emc=bua1


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Videodoku von der Buchpräsentation mit Sexworkern:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=63448#63448





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Marc of Frankfurt - 2009-08-26, 03:00
Titel: Vorsicht Kunst
Sexwork Installation

sex & money



Laurenn McCubbin's art installation about the extended economy around the sex industry in Las Vegas. Interesting rendering of text and data of the businesses and individuals that both support and thrive off of the sex industry and its related dollars:

http://www.flickr.com/photos/lauren....in/set-72157622018536459/





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Marc of Frankfurt - 2009-09-03, 03:06
Titel: Warnung
Sexwork-feindliche Werbung für eine Abzockmasche und on-line Schneeballsystem

Geldverdienen mit Twitter?



Neulich diese Werbung in einem Selbsthilfeforum von Transinterqueer e.V. Berlin - www.transInterQueer.org | http://triq.freeforums.org - gefunden:

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Der im TransInterQueer-Forum eingeblendete original Bildlink schaltet dann zu einer Seite, die wie ein seriöser Zeitungsbericht einer on-line Zeitung aussieht und ein angeblich, erfolgreiches Geschäftsmodell eines Schulversagers beschreibt:
http://d1.openx.org/ck.php?oaparams....t-fb/?keyword=FRF_300_A07 =
http://washington-reporter.com/college-dropout-shares-secret-fb

Ist aber eine einzige gefakte, look-alike Webseite incl. aller gefakter Leserkommentare!


Auch wenn die Links auf der Seite nicht mehr(?) ihr Ziel finden, hier gibt es eine ähnliche Site eines abzockenden Strukturvertriebs: Man soll sich registrieren, um ein Handbuch für die fragliche Verkaufsmasche zum Lockpreis zu bestellen und so werden einem dann Account-, Passwort- und Kreditkartendaten entlockt, wenn die Geldverdien-Gier (oder Not) zuvor den kritischen Verstand ausgeschaltet hatte:
http://www.tweetsforcash.com

Also m.E. ein perfides zweistufiges Phishing-Modell von Internetbetrug.
http://de.wikipedia.org/wiki/Phishing


Aber zum Glück gibt es dann auch wieder Foren, die man per Google leicht findet und die einen aufklären:
http://answers.yahoo.com/question/index?qid=20090724182445AA3w8pk

Und auch Zeitungen, die noch keine Fakes sind:
http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1919994,00.html





Nur schade, daß man diesen Link auf einem Beratungs-/Selbsthilfeforum von Transinterqueer e.V. Berlin - www.transInterQueer.org | http://triq.freeforums.org - finden muß. Wie schön, das unser www.sexwoker.at Bannerwerbefrei ist.

Und doppelt schade, daß bei der hier eingeblendeten Anzeige die Putophobie, die Abscheu vor einer Berufstätigkeit in der Sexarbeit, dazu mißbraucht wird, eine Falle für ein betrügerisches Verdienstmodell im Internet aufzustellen.

Hier ein kostenloses Handbuch wie man Twitter 'anständig' benutzt um was sinnvolles zu bewirken:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=54113#54113