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 toffee
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Ich bin...: ohne Angabe
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BeitragVerfasst: 2011-11-11, 22:50  Beitrag #1/19     Titel:  Was der Familie erzählen  Nach untenNach oben

Hallo,
ich bin noch ganz neu hier und mich beschäftigen einige Fragen, ganz besonders was die geheimhaltung meiner gaplannten arbeit als Escort angeht.
Ich bin seit einiger Zeit getrennt und habe 2 Kleinkinder da es einige gibt die sehr negativ darauf reagieren würden vor allem in meiner und meiner Ex Familie überlege ich mir was ich sagen könnte warum ich zu bestimmten Zeiten einen Babysitter brauche.
Ich würde gerne jemand aus der Familie fragen bin da aber echt ratlos wie ich das erklären soll?
Habt ihr da ideen oder es vielleicht sogar ähnlich gemacht?
Liebe Grüße
toffee


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Verfasst: 2011-11-11, 22:50  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2011-11-11, 23:20  Beitrag #2/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo toffee,

diese Frage hatte ich häufig, wenn alleinerziehende Frauen neu bei mir anfingen, wo es die Familie nicht erfahren sollte.

Viel haben erzählt, das sie eine Tätigkeit in Promotion haben, da ist die Gefahr, das man einen auf die Arbeitsstelle besuchen will, abgewendet, weil es ständig andere Einsatzorte gibt.

Wenn man kellnern, oder sonstige Arbeitsstellen mit festen Adresse erzählt, besteht hier immer die Gefahr: "Ich komme Dich auf die Arbeit besuchen."

Eine andere Möglichkeit ist auch das man bei eine Reinigungsfirma tätig ist, weil sie auch spät abends und nachts arbeiten und ständig andere Einsatzorte hat.

Vielleicht hilft Dir diese Ideen weiter.

Liebe Grüsse, Fraences


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 Adultus-IT
Fachmoderator





Ich bin...: BetreiberIn
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BeitragVerfasst: 2011-11-12, 00:54  Beitrag #3/19     Titel:  RE: Was der Familie erzählen  Nach untenNach oben

Na dann will ich mal ein wenig Oel ins Feuer kippen.

Wie waere es denn damit... den engsten Vertrauten die Wahrheit zu sagen ?...man muss ja nicht gleich mit der Tuer ins Haus fallen aber etwas selber zu erzaehlen ist immer besser... als wenn die "Vertrauten" es durch Dritte erfahren oder man sein Leben auf Luegen aufbaut.
Die Begeisterung wird sich in Grenzen halten aber auch hier...oder gerade in dieser Situation...kann man erkennen ob der Gegenueber wirklich zu einem steht .

Wenn man sein Leben auf Luegen baut...dann muss man sich nicht wundern...wenn man am Ende alleine dasteht... weil die Entaeschung... die durch die Luegen hervorgerufen worden ...einfach staerker ist....als der Fakt selber.

Ausserdem geht es auch um die Annerkennung der Taetigkeit im allgemeinen und wenn ich selber nicht dazu stehe...dann kann ich das von anderen auch nicht verlangen.

Wie schon geschrieben...ich meine enge Vertraute in der Familie oder im Freundeskreis...denen ich sogar mein Kind anvertraue.


Gruss Adultus - IT Micha


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Admina
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2011-11-12, 01:21  Beitrag #4/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo Adultus,

ich finde deiner Ansicht richtig, aber bedenke, das grad für eine Neueinsteigerin dies eine enormer Überwindung ist.
1. Weil ich glaube nicht das man in der Anfangszeit als SW voll zu seiner Tätigkeit stehen kann, da ist die von der Erziehung eingeprägte Bild, man ist ja jetzt" eine Hure."Da ist die Stigmatisierung noch viel zu groß in unserer Gesellschaft vorhanden, kommt dann auch noch die Vorwürfe von Freunden und Familie, ist es dann doppelt so schwer.

Erst wenn man etwas länger im Sexbusiness ist, und für sich selbst Sicherheit gewonnen hat und das nötige Selbstbewusstsein, dann halte ich diesen Schritt für empfehlenswert. Aber das braucht seiner Zeit.

Desweiteren Frauen die Kinder haben, ist die Angst vorhanden, das es deshalb Probleme mit dem Jugendamt geben kann.
Was nicht stimmt, solange während der Tätigkeit, die Kinder gut betreut sind und keine engen Berührung mit dem Job haben.

Dennoch und weil ich mir dies grad neulich durch eine Sexworkerin wieder bewusst geworden ist, sie war anfänglich sehr belastet durch die eigene Vorstellungen von Prostitution (die üblichen Klischeebilder der Medien und Gesellschaft) und dank den Austausch in Foren und ihre eigene Erlebnisse mit ihren Gästen, sehr in ihren Selbstbewusstsein gereift und gestärkt.

Darum ist es sehr wichtig für Neueinsteigerin, das wenn sie keinen erfahrenen Kolleginnen haben in ihre Einarbeitungsphase oder einen Betreiberin, die sich intensiv betreut, sondern erstmal auf sich selbst gestellt sind, durch Austausch und sei es virtuell, das Gefühl haben, sie können ihren Eindrücke und Erlebnisse mit anderen teilen und müssen nicht alles alleine mit sich ausmachen.

Dann erst hat man den Mut und die Kraft es in seinen näheren Umfeld mitzuteilen.Und es selbstbestimmt zu behaupten.

Liebe Grüße, Fraences


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 toffee
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Ich bin...: ohne Angabe
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BeitragVerfasst: 2011-11-12, 04:40  Beitrag #5/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo,
danke für eure Antworten.
@ Fraences ich denke das mit der Reinigungsfirma ist eine gute Idee wobei ich auch die Angst habe das näher gefragt wird, welche Firma ist das ect. wie gehen die Frauen damit in der Regel um?
Vor dem Jugendamt habe ich jetzt nicht so große Angst aber auch mein Ex Mann und meine Familie können mir Probleme bereiten auf die ich im moment verzichten möchte. Zum einen weil ich genug davon hatte in den letzten Monaten und weil ich auch bei meiner anderen arbeit auf betreuung des kleinen zu gewissen Zeiten angewiesen bin und das vermutlich noch bis August.

@ Adultus
Auch wenn ich keine bedenken haben meine Kinder bei ihnen betreuen zu lassen vor allem in einer Zeit in der sie die meiste Zeit schlafen sind es keine engen vertrauten.
Vor allem sind sie auch keine Menschen die etwas für sich behalten können und es würde große Kreise ziehen da ich hier sehr ländlich lebe.
Aber das entscheidenste ist das sie meine Kinder dann vermutlich nicht betreuen würden.
Wenn es raus kommt habe ich wohl pech gehabt und bis dahin hoffentlich eine alternative möglichkeit.
Gerade mein Ex Mann und seine Familie sind sehr intolerant und auch mein Leben war bis vor kurzem noch ganz anders als heute und ich hätte mir nie vorstellen können so etwas zu tuen.
Um das näher zu erklären ist es mir hier aber noch zu öffentlich.
Aber natürlich habe ich auch Angst das meine Kinder einen Nachteil davon haben im Kindergarten und später in der Schule.
Liebe Grüße
toffee


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 Adultus-IT
Fachmoderator





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BeitragVerfasst: 2011-11-12, 13:57  Beitrag #6/19     Titel:  RE: Was der Familie erzählen  Nach untenNach oben

@ Fraences - Okay...das mit dem Jugendamt ist natuerlich ein Argument....obwohl ich mir nicht vorstellen kann .... dass die Menschen im engsten Kreis soweit gehen .... aber man sollte ja nichts ausschliessen.

@Toffee
Wen es sich um Menschen handelt...die eh nichts fuer sich behalten koennen...dannn wuerde ich denen nicht mal den Sittich anvertrauen und in meinem privaten Leben haetten die eh keinen Platz....nicht mal wenn " Not am Mann" waere.
Ex Mann ... auch ein Argument und gerade verlassene Partner koennen sehr gemein sein.

Es ist halt eine Wanderung auf schmalen Pfaden.
Trotzdem ist man mit der ehrlichen Masche immer auf dem besseren Weg und Menschen denen man nicht vertrauen kann und will laesst man in seinen Lebensbereich keinen Einblick haben und schon einfache Fragen nach privaten Dingen...muessen mit Bestimmtheit abgewehrt werden.

FreundIN ist eben nicht gleich FreundIN....gerade im Zeitalter des Internet muss man diese genauer sortieren.
Gruss Adultus - IT Micha


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 toffee
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Ich bin...: ohne Angabe
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BeitragVerfasst: 2011-11-12, 15:48  Beitrag #7/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo Adultus,
mit der Familie ist das nicht so einfach sie sind schon sehr lieb zu meinen Kindern und nur weil sie gerne reden den Kontakt abbrechen möchte ich nicht. Aber sie reden halt auch mit weniger netten Familienmitgliedern und das sie mich beim Jugendamt anzeigen würden wäre nicht so unwahrscheinlich. Aber schaden würden sie vor allem meinen Kindern wenn sie hören müssen wie ich beleidigt werde und das möchte ich vermeiden.
Wenn ich es mache werde ich dazu stehen falls es raus kommt aber meine Kinder sollen nicht darunter leiden und umziehen mag ich erst wenn sie ein wenig größer sind.
Freunde sind da nicht das Problem da die wenigen Freundschaften die ich hatte aus anderen Gründen sehr brüchig geworden bin.
Schade ist natürlich niemanden zu haben der mir vertraut ist und mit dem ich darüber reden kann, aber ich musste die letzten Monate mit so vielen Dingen alleine fertig werden das ich das auch noch schaffe.
Und um so mehr freue ich mich das ich euch schreiben kann.
Ach so verlassen wurde ich aber vielleicht kommt er mit seinen Schuldgefühlen nicht klar oder was auch immer vielleicht habe ich auch nur nicht einsehen wollen was für ein Idiot er schon immer war aber wenn er zu dem entschluss kommt mir ärger machen zu müssen wird es nicht mehr sehr lustig hier zu sein.
Mein zwiespalt ist im moment ich möchte es gerne machen habe aber angst das meine Kinder darunter leiden müssen.
Ich werde mir wohl noch einige gedanken machen müssen.
Vielen Dank fürs lesen und beantworten.
Liebe Grüße
toffee


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 annainga annainga setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
PlatinStern
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BeitragVerfasst: 2011-11-13, 19:21  Beitrag #8/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo @toffee, ich finde es sehr gut, wenn du deinem bauchgefühl und verstand vertraust und deinen beruf deinen kindern zuliebe verheimlichst. das hat nichts mit wahrheit oder ehrlichkeit zu tun (wie @adultus meint). es gibt ein recht zur "notlüge" - gerade wenn es wie in deinem fall zum wohl deiner kinder ist. lass dich nicht durcheinander bringen, das machst du richtig!

lieben gruß, annainga


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 toffee
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BeitragVerfasst: 2011-11-13, 21:38  Beitrag #9/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo annainga,
danke für deine liebe Antwort.
Ich habe heute mit meiner Schwester darüber gesprochen und das wird auch erst mal die einzige sein. Sie hat mir wie du zugestimmt das es bei den anderen nicht sinnvoll ist.
Sie war sehr überrascht da wir uns in letzter zeit wenig gesehen haben und sie mich doch eher anders kennt, aber sie fände es ok und ich bin sehr froh das ich sie zum reden haben werde.
Liebe Grüße
toffee


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 fraences fraences setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
Admina
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2011-11-13, 21:47  Beitrag #10/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo toffee,

das ist ja toll.Dann hast Du ein Person deines Vertrauens mit dem Du reden kannst. Denn sicherlich am Anfang hat man Erlebnisse, die durch reden viel besser verarbeitet werden können.

Wünsche Dir einen guten Anfang und ganz viele nette Dates.

Liebe Grüsse, Fraences


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 Giulia1
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BeitragVerfasst: 2011-11-13, 23:23  Beitrag #11/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo Toffee,

meinem Umfeld habe ich auch erzählt, dass ich Promotion mache bzw. als Messehostess arbeite. Wohne in einer Großstadt, in der es tatsächlich viele Messen und auch sonstige Events gibt, von daher wurde da nicht groß nachgefragt.

Schön, dass du dich deiner Schwester anvertrauen konntest, so hast du schon mal eine "Verbündete" mit der du dich absprechen kannst, falls genauere Nachfragen kommen. Und nicht zuletzt wie Fraences sagte, ist es wichtig jemanden zu haben, mit dem du über dein Erlebtes reden kannst.

LG
Giulia


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 toffee
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Ich bin...: ohne Angabe
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BeitragVerfasst: 2011-11-16, 20:28  Beitrag #12/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo,
danke für eure Antworten.
Ich bin sehr froh das ich meine Schwester habe da sie nicht nur viel offener als der rest meiner Familie ist sondern auch zu mir stehen würde wenn sie nicht meiner Meinung ist.
Liebe Grüße
toffee


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 Pyjamahai
aufstrebend
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2014-02-15, 09:44  Beitrag #13/19     Titel:  RE: Was der Familie erzählen  Nach untenNach oben

Ich muss sagen, da hab ich richtig Glück.. das heisst.. mit Glück allein hat das ja eigentlich garnicht soo viel zu tun. Aber mal ganz langsam von Beginn an..

Ich bin noch nicht soo lange im Geschäft drei Jahre ungefähr.
Als ich damals anfing, nahm ich erstmal eine 50minütige Autofahrt in kauf weil ich mir dachte, da sehen mich keine bis wenige Bekannte und ich hab, falls mir der Job garnicht liegt und ich nach zwei Wochen wieder aufhöre, nicht mein Leben lang die Nachrede... Leider fing ich damals in einem Saunaclub an, in dem ich einiges mieses erlebt und mitbekommen habe. Als kompletter Neuling ging mir das ganz schön auf die Nieren. Mein Glück war, dass ich zumindest seit Jahren keinen Alkohol trinke..sonst hätt ich sicher auch bald so gesoffen wie die anderen Mädels.
Der Job an und für sich, war aber für mich in Ordnung und ich entschloss mich zum Outing. Da hatte ich erstmal riesen Probleme. Ich war mitten in einer Scheidung, die im Großen und Ganzen problemlos verlief, wäre da nicht die Schwiegermutter gewesen. Als meine Exfamilie von meiner beruflichen Tätigkeit erfuhr, klagten sie sofort das Sorgerecht für meine jüngere Tochter ein (die Ältere ist von einem anderen Mann). Viele Lügen über mich und meinen jetzigen Mann, mit dem ich damals schon zusammen war, etc. Das Jugendamt war aber glücklicherweise auf unserer Seite. Nicht zuletzt darum, weil wir als wir zusammenzogen freiwillig um Erziehungshilfe gebeten hatten. Mein jetziger Mann hatte nämlich noch nie viel mit Kindern zu tun und durch Umzüge und Scheidung war alles etwas viel für mich und die Kids, deshalb wollten wir alle so richtig wie möglich machen. bla bla,...alles war kompliziert, der Sorgerechtsstreit hat sich in die länge gezogen ende nie.. aber obwohl ich im Gegensatz zu meinem Ex keinen Anwalt hatte, haben wir gewonnen. Und von da an, lief alles Prima.
Mittlerweile übersiedelte ich meine Arbeit in einen Nachtclub nicht weit weg von mir zu Hause. Dort traf ich auf Nachbarn, alte Lehrer, Freunde, Bekannte. Und es dauerte nicht lange, bis so viele Leute wussten was ich beruflich so treibe, dass ich aufhörte Geschichten zu erfinden.
Seither stehe ich zu meinem Beruf. Und es wird..oh Wunder.. relativ gut aufgenommen. Und das am Lande. Egal ob Familie, Friseur oder Lehrer meiner Kinder. Jeder weis was ichmache. Trotzdem werde ich nicht nur toleriert, sondern (großteils zumindes) akzeptiert. Bin sogar im Elternvorstand der Schule. Habe zu den meisten anderen Eltern ein gutes Verhältnis. Klar..ein paar engstirnige gibt es immer. Aber auch welche die versuchen zumindest neutral zu sein und auch wenn sie sich sichtlich schwer damit tun, ist das ok für mich. Denn es ist letztendlich egal welcher Arbeit ich nachgehe.. es wird immer Menschen geben denen ich nicht sonderlich zu Gesicht stehe und umgekehrt.

Also ihr müsst ja nicht unbedingt eure Großeltern gleich schocken..aber es sollte immer Ansprechpartner geben, zumindest im engsten Freundes- oder Familienkreis.
Man muss sich nur trauen zu sich zu stehen und den Menschen etwas Zeit geben, diese neuen Informationen zu verdauen.
Dann kommt eine Phase der Neugierde...und je mehr ihr informiert, umso gelassener wird man damit umgehen, das ihr seid was ihr seid..und wie ihr seid.

Und je mehr von uns zu unserem Tätigkeitsfeld stehen, desto leichter wird es auch gewisse Ansprüche durchzusetzen..

so zumindest meine Meinung und Erfahrung.

Pyjamahai


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 Lucy Lucy setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
PlatinStern
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BeitragVerfasst: 2014-02-15, 13:26  Beitrag #14/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

pyjamahai, finde ich toll, wie du das gemeistert hast. dazu braucht es viel mut.

lg lucy


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 Pyjamahai
aufstrebend
aufstrebend





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BeitragVerfasst: 2014-02-15, 17:07  Beitrag #15/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

aber es lohnt sich allemal :)


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 Dilana
engagiert
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BeitragVerfasst: 2014-02-15, 19:23  Beitrag #16/19     Titel:  Re: RE: Was der Familie erzählen  Nach untenNach oben

Pyjamahai, ehrlich, das bewundere ich total!

Ich lebe seit fast drei Jahren ein Doppelleben, tagsüber seriöse Azubine, abends Sexarbeit.

Meine Familie weiß nichts darüber und ich weiß leider auch, dass sich das nicht ändern darf, weil sie das niemals akzeptieren würden. Zum Glück leben wir nicht im gleichen Ort, das macht es einfacher.

Dazu kommt noch, dass ich mit meiner Ausbildung Probleme bekäme und ziemlich wahrscheinlich gekündigt würde.

Umso schöner finde ich es aber, wenn ich solche positiven Sachen wie von Dir lese. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute!


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 missmolli81
aufstrebend
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2014-05-01, 01:08  Beitrag #17/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Ich habe meiner Family auch erzählt,daß ich bei einer Werbeagentur arbeite und da auch für Events und Co. zuständig sei,was dann auch gut die abendlichen oder nächtlichen Arbeitszeiten erklärt.Mein Bruder ahnt was,spricht mich darauf aber nicht an und der Rest meiner Family würde einen Herzinfarkt bekommen.Ich würde mich auch gerne outen und das Doppelleben sein lassen,aber dafür brauche ich noch Zeit,da ich es auch wichtig finde,mit sich selbst im Reinen zu sein und zu 100% dazu zu stehen.Ich stehe dazu,aber ich mache das auch noch nicht lange genug und ich fand es schon stressig,dies dem Jobcenter klar zu machen und da nicht direkt abgestempelt zu werden.Ich habe aber eine coole Sachbearbeiterin,die mir sogar noch Tipps gibt was ich alles beim JC absetzen kann,sodaß mir mehr bleibt.


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 MaryAthens
aufstrebend
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BeitragVerfasst: 2017-03-06, 19:30  Beitrag #18/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Habe eure Beiträge gelesen. Und ich habe großen Respekt vor dem Mut derjenigen, die in ihrem Umfeld zu ihrem Job stehen!
Ich war und bin zu feige!

Habe es zwar hin und wieder überlegt, es bisher aber noch nichtmal geschafft, meinen engsten Freunden, die ich aus der Schulzeit kenne, und denen ich vertraue, reinen Wein einzuschenken. Familie ganz zu schweigen!
Der erste, der es bei mir erfahren hat, war mein jetziger Ehemann. Ich stand damals vor der Entscheidung: Entweder diesem Mann offen erzählen, was ich beruflich mache, oder mich nicht auf weitere Dates mit ihm einlassen und Schluss machen. - Puh! Ich weiß noch wie schwer das war! Ich habe ja noch weiterhin als Callgirl gearbeitet und meinen Job nicht seinetwegen an den Nagel gehangen...

Ansonsten wissen mittlerweile genau vier unserer gemeinsamen Freunde, was ich früher beruflich gemacht habe. Das war jedesmal eine gemeinsame Entscheidung von meinem Mann und mir und sehr wohlüberlegt.

Da ich keine Kinder hatte, habe ich meiner Familie und Freunden immer erzählt, ich würde abends Babysitten...
Und um den ständigen Lügen über meinem Job schließlich weitestgehend zu entkommen bin ich aus meiner Heimat fortgezogen. Ins Ausland.
Für mich war das letztendlich die Lösung.
Dann habe ich erzählt, ich würde in Gaststätten arbeiten. Fertig. Ich habe achtgegeben, dass niemand das nachprüfen konnte. Habe aber auch Fotos von Pubs gemacht, in denen ich hinter der Theke gestanden habe. Habe regelrechte Geschichten erfunden und die konnte ich auswendig wie mein richtiges Leben. Heute noch. Das Doppelleben ist trotzdem manchmal noch sehr belastend. Aber es ist mein Leben.
Ich träume nur immer wieder davon, eines Tages allen einfach mal die Wahrheit über mich zu erzählen. Träumen darf ich ja.

Jedenfalls finde ich Babysitten, für den Fall dass man selber keine Kinder hat, ein gutes Alibi!. Bei mir war es eine Unternehmerfamilie in der nächsten Stadt.

Ich drück dir ganz dolle die Daumen, missmolli, dass alles bei dir glatt läuft und du eine dauerhafte Möglichkeit findest, mit deinen Kindern und deinem Job glücklich zu werden!


 Geschlecht*:Weiblich  Offline Website dieses Benutzers besuchen
 MaryAthens
aufstrebend
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Ich bin...: ehemalige SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2017-03-06, 19:34  Beitrag #19/19     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Sorry Toffee, habe dich mit Missmolli verwechselt, wegen dem Profilbild...no photo - Ich werd wohl alt ;-)
Aber die Daumen drück ich allen!


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