Bordelle der Zukunft

Beiträge betreffend SW im Hinblick auf Gesellschaft bzw. politische Reaktionen
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Beitrag von Tilopa » 2013-06-01, 20:16

...dass in diesem Zusammenhang noch keiner den Trashfilm "Cherry 2000" von 1987 erwähnt hat...

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Beitrag von Tilopa » 2017-11-11, 15:36

Zeit Online: Computerliebe, Alexander Krex, 9. November 2017
Sexroboter könnten der Tech-Branche den nächsten großen Boom bescheren. Die Anthropologin Kathleen Richardson will das verhindern.

Ein lesenswerter Artikel über die Abgründe des totalitären Feminismus.

Eigentlich könnte man sich über die Protagonisten ja kaputtlachen, wenn ihre reaktionäre Agenda nicht durch Steuergelder finanziert würde (Richardson "lehrt" an einer öffentlichen Universität) und das versprühte Gift nicht mitunter Einzug in die reale Gesetzgebung fände:
http://www.zeit.de/2017/46/kathleen-ric ... ettansicht

Sehr schön gefällt mir der Absatz, der beschreibt, wie die Radikalfeministin in Gegnerschaft zu Humanismus und europäischer Aufklärung steht:
"Dann wird es grundsätzlich, Richardson präsentiert ihr argumentatives Fundament, eine Kritik an René Descartes und seinem berühmten "Ich denke, also bin ich". Das daraus folgende Menschenbild -- sie nennt es "egozentrisches Patriarchat" -- sei problematisch." ...um dann einem autoritären Kommunitarismus das Wort zu reden.

Dildos und Vibratoren sind ihr zufolge natürlich okay, weil sie "keine Frau repräsentieren".
Und als Krönung entblödet sie sich nicht, Sexarbeiter abwertend mit Sexrobotern auf eine Stufe zu stellen:
"Der Verkauf von Sexrobotern senke die Hemmschwelle, zu Prostituierten zu gehen, die man wiederum wie Roboter behandeln würde."

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Nachtrag: Völlig unabhängig von diesem Post hat mir ein Kollege das folgende Video geschickt. Irgendwie greift es das Themas des Artikels humorvoll auf, finde ich :-)

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Beitrag von hapebe » 2017-11-18, 22:44

5 Jahre, wo Fraences diese Diskussion gestartet hat.
Wo stehen wir heute: In Wien gibt es schon wissend (die damit werben) 2 Laufhäuer, die Sex Dolls anbieten.
Wird das wirklich Zukunft? Ich frage mich da auch, was die Männer suchen (was ich nicht nachvollziehen kann).
Was mir zu dem Thema eine SW erzählt hat ist meinerseits nicht nachvollziehbar (möchte ich hier nicht ausführen).
Schöne neue Welt :009
„Ein Atom ist leichter zu zertrümmern als ein Vorurteil“ (Albert Einstein)

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Beitrag von Tilopa » 2017-11-19, 10:30

Mich interessiert an der Debatte vor allem die moralische Hysterie und die technische Naivität, mit der sie geführt wird:
Die Schwierigkeit der Aufgabe, menschliche Sexualität tatsächlich durch Roboter zu ersetzen, wird meines Erachtens massiv unterschätzt. Was wir jetzt haben, sind bessere Gummipuppen und daran wird sich auch auf lange Sicht nicht grundlegend etwas ändern.

Das mag den einen oder anderen durchaus ansprechen (eher eine Minderheit), ist sicherlich gut für das Ausleben von Nischenfantasien und zur Steigerung der sexuellen Vielfalt (wenn man die Leute denn lässt) -- aber die Moralisten werden schon dafür sorgen, dass hier keine neuen Freiheiten entstehen.
Was ich nicht sehe: Dass zwischenmenschliche Sexualität dadurch verdrängt wird. Auch nicht in der Sexarbeit -- es sei denn, sie wird verboten und man zwingt einen Teil der Leute durch Kriminalisierung, sich schlechte Substitute zu suchen.

Der Hormonspiegel und der Grad der Befriedigung ist nach Sex mit einem Menschen ein völlig anderer, als nach Masturbation und somit kann das Zweite das Erste auch nicht ersetzen. Insofern sehe ich nicht, dass Roboter die "Bordelle der Zukunft" übernehmen werden. In meiner Lieblings-Science-Fiction-Serie "The Expanse" ist Prostitution jedenfalls weit verbreitet:
http://www.imdb.com/title/tt3982200/med ... 2355617792
(Gleichzeitig haben Frauen dort übrigens auch in Politik, Raumfahrt und Militär eine gleichberechtigte Rolle -- was sich Feministinnen bekanntlich ja nicht vorstellen können :003)

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