LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

Hier findet Ihr "lokale" Links, Beiträge und Infos - Sexarbeit betreffend. Die Themen sind weitgehend nach Städten aufgeteilt.
Doris67
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Beitrag von Doris67 » 2018-02-09, 12:25

Das Ziel dieses Gesetzes: überwachen und verhindern: http://www.taz.de/!5480610/ (link bitte in euren Browser copy-pasten)

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floggy
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Petition sinnesart - Dresden

Beitrag von floggy » 2018-02-11, 17:59

Zitat taz: Berührungen sind erlaubt, nicht aber Geschlechtsverkehr.
floogy meint: Der Obrigkeitsstaat muß weg. Diese Bevormundung ist unerträglich.

Zitat taz: Alle Insider schätzen, dass Hobbyhuren und Nebenberufler nun untertauchen.
floggy meint: Die "bürgerlichen" Anbieter und Nachfrager hören auf. Die Anbieter aus dem Milieu machen weiter, wie bisher.

# Aber hoppala. Wieso hat noch niemand die Links präsentiert. Da kann das ja nichts werden mit der Petition:

http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Masss ... hutzgesetz
https://www.focus.de/regional/dresden/d ... ?drucken=1
https://www.sinnesart-seminarzentrum.de ... gsaktionen
https://www.openpetition.de/petition/on ... bestimmung

# Hyperlink vollständig, mit zusätzlichem Blank (Trick 17):

http://www.dnn.de/ Dresden/Lokales/Masssagestudios-starten-Petition-gegen-Prostituiertenschutzgesetz
https://www.focus.de/ regional/dresden/dresden-massage-komplett-prostitution-oder-nicht_id_8364525.html?drucken=1
https://www.sinnesart-seminarzentrum.de/ aktuelles/dresdner-massagestudios-vor-dem-aus-rettungsaktionen
https://www.openpetition.de/ petition/online/finger-weg-von-sinnlichen-massagen-fuer-den-erhalt-von-beruehrungsangeboten-und-selbstbestimmung
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Boris Büche
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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

Beitrag von Boris Büche » 2018-02-13, 11:23

Im ProstSchG können wir etwas beobachten, was alle neueren Gesetze, die Sexualität berühren/betreffen, kennzeichnet.

Es sind catch-all-laws - der Umfang strafbarer Handlungen ist so weit gefasst, die Beweisschwelle so gesenkt, dass zu
erwartende "Ausreden" der "TäterInnen" mit abgedeckt sind und wirkungslos bleiben müssen.
(bei uns: "sind doch nur Massagen, zu mehr kommt es nicht")

Vom Prinzip "Wir kriegen sie alle!" kann das Gericht nach Gusto abweichen, z.B. wegen nicht gegebener Erheblichkeit.
Bei erotischen Massagen könnte man es so sehen . . .

Die Intention ist menschlich verständlich, aber der Zweifel zu Gunsten des Angeklagten ist nahezu ausgeschlossen. Was eine
illiberal gesinnte Regierung mit so einem Rechtsbestand anfangen kann, möchte man sich gar nicht überlegen.

Das catch-all-Prinzip ist durchgängig umgesetzt im Bereich der politischen Justiz. Wenn auf "Terror" erkannt wird, ist heute
eine bekannt gewordene / gemeinsam ausgesponnene Mordphantasie schon für eine langjährige Verurteilung ausreichend
- deutlich unter dem, was sonst als Vorbereitung einer ("unpolitischen") Straftat zählen würde.

Catch-all-Gesetze können es unmöglich machen, einen Menschen nicht zu verurteilen, obwohl der Richter keine persönliche
Schuld beim "Täter" erkennen kann. Ein Beispiel aus der Prostitution:

http://www.rp-online.de/panorama/deutsc ... -1.3814204

Ich habe den Fall mal in ausführlicher Fassung gelesen. Alle aussagenden Jungen (etwa zehn) hatten sich bewusst und
freiwillig auf die Sache eingelassen, und äußerten, dass sie gegen eine Wiederholung auch nichts hätten. Überwiegend lernten sie
den Verurteilten am Karlsruher Hbf kennen. In den 80gern wohnte ich da, und die Strichjungenszene war schon damals dort.
Der Richter kam in der Urteilsbegründung auch ausführlich darauf zu sprechen, weil drei Jahre im gegebenen Fall die mildestmögliche
Strafe sind.
Für einen im moralischen Sinn Unschuldigen.

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Beitrag von floggy » 2018-02-17, 19:44

Der Grundgedanke des Posts von Boris Büche und die Strategie
des Gesetzgebers "Keine Schlupflöcher" trifft auf das ProstSchG
zu. Wo ich aber total aussteige, ist die Urteilsbegründung
zum gewählten Beispiel von Boris Büche:
"Es handelt sich um ein mildes Urteil"
"Er [der Richter] begründete es damit, dass die Jungen zwischen
14 und 18 Jahren aus freien Stücken mitgegangen seien und
keinen erkennbaren Schaden davon getragen hätten."
Ich denk' ich bin im falschen Film: 14-jährige und 15-jährige zum
Sex gegen Bezahlung überreden, ist eine heftige Sache. Ich glaube
nicht mal, dass die frühere Altersgrenze von 16 Jahren noch gilt
(nein tut sie nicht mehr). Okay, über das Strafmaß von drei Jahren
will ich nicht reden (drei Jahre ist eine Ewigkeit). Aber die
Begründung, die ist ja entsetzlich:
"freiwillig mitgegangen"
"keinen Schaden genommen"
Das ist doch völlig egal, verboten ist verboten.
Und noch ein Gedanke: sexworker.at ist akkreditiert bei der UNO.
Darum wollte ich das so nicht stehen lassen. Oder hab' ich was
falsch verstanden?
Wo Licht ist ist auch Schatten.

Boris Büche
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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

Beitrag von Boris Büche » 2018-02-18, 11:20

Lieber Floggy,
das Fallbeispiel ist schon bewusst gewählt. Wenn ein Jugendlicher an bekannter Stelle auf Kundschaft wartet, kann von Überredung nicht gesprochen werden.

Dass Jugendliche unter 16, bei aller sexueller Neugier, die sie möglicherweise haben, nicht mit Erwachsenen Sex haben dürfen, ist zutreffend (egal ob homosexuell
oder nicht). Als Richtlinie sehe ich das auch als gerechtfertigt an. Große Altersunterschiede zwischen Erwachsenen sehe ich übrigens erstmal genauso kritisch,
hinsichtlich Sex/Beziehungen. In vielen Fällen sind solche Verhältnisse manipulativ, und daher unmoralisch.

Dass Jugendliche unter 18 Jahren sich nicht prostituieren dürfen, ist ebenfalls korrekt. Meine persönliche Meinung: Wie oben.

Dass es Strichjungen GIBT, lässt sich aber nicht durch Hinweis auf ein Verbot aus der Welt schaffen.
Ihnen grundsätzlich abzusprechen, die (verbotene) Tätigkeit gewählt zu haben, ist Bevormundung.

Folgt man Deinem Motto "Das ist doch völlig egal, verboten ist verboten." ist jegliches Nachdenken über Gesetze, ihre Legitimität unmöglich.
Und Fortschritt in Richtung Freiheitlichkeit auch.

Den Verweis auf die UNO verstehe ich nicht.

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Jason
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Sachsen findet Kompromiss für Prostituiertenschutzgesetz

Beitrag von Jason » 2018-06-12, 09:07

Sachsen findet Kompromiss für Prostituiertenschutzgesetz
35 Euro sollen Prostituierte in Sachsen künftig für ihre Anmeldung zahlen, nichts aber für die Gesundheitsberatungen. Wer trägt die Kosten?

Von Tino Moritz
erschienen am 11.06.2018

Dresden. Bereits am 1. Juli 2017 trat das Prostituiertenschutzgesetz bundesweit in Kraft, das das legale Geschäft mit bezahltem Sex besser regeln und Zuhälterei und Zwangsprostitution erschweren soll. So wird nicht nur die Registrierung von Bordellbetrieben vorgeschrieben, sondern von Prostituierten auch verlangt, sich amtlich anzumelden und sich mindestens einmal im Jahr im Gesundheitsamt beraten zu lassen. In Sachsen fehlte bis jetzt das erforderliche Ausführungsgesetz.

Schon der Regierungsentwurf wurde viel zu spät fertig. Auch danach fiel den Abgeordneten von CDU und SPD die Kompromisssuche schwer. Dabei half selbst die einhellige Ablehnung durch Experten im Sozialausschuss nicht. Branchenverbände, Vereine und Kommunen hatten dort schon im Februar erhebliche Kritik geübt - sowohl an der unklaren Rechtslage als auch an den Plänen des von Barbara Klepsch (CDU) geführten Sozialministeriums. Vier Monate nach der Anhörung haben sich die regierungstragenden Fraktionen nach "Freie Presse"-Informationen endlich auf einen Kompromiss verständigt, damit das längst überfällige Gesetz doch noch vor der Sommerpause Ende Juni verabschiedet werden kann.

Demnach werden Sachsens Prostituierte - deren Arbeit nur in den sechs Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern erlaubt ist: Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau, Plauen und Görlitz - zwar tatsächlich Gebühren zahlen müssen. Dies jedoch nicht, wie besonders heftig kritisiert, für die neu vorgeschriebenen Gesundheitsberatungen, sondern nur für ihre Anmeldung: 35 Euro.

Im Bundesländervergleich ist das mit der höchste Betrag. In Koalitionskreisen wird dies damit begründet, dass man das Gewerbe zwar toleriere, doch seine Ausweitung nicht noch extra befördern wolle. Nicht reichen wird dies vermutlich den Linken und den Grünen in der Landtagsopposition, die durch Gebühren eine Verschärfung der finanziellen Zwangslage gerade für die jüngeren Prostituierten befürchten.

Für die Kommunen dürfte derweil entscheidend sein, dass der Freistaat ihnen die anfallenden Kosten ersetzen will - und damit selbst jährlich 1,9 Millionen Euro an Mehrausgaben veranschlagen muss. Gemeindetag und Landkreistag hatten einen solchen dauerhaften Mehrbelastungsausgleich gefordert, weil es sich bei der Umsetzung des Bundesgesetzes um eine neue Pflichtaufgabe für die Kommunen handele.

Schon nach der Anhörung hatte CDU-Sozialpolitiker Patrick Schreiber gewarnt, dass "Sexarbeiter in die Illegalität abdriften" und der Sinn des Prostituiertenschutzgesetzes "nicht konterkariert" werden dürfe. Bevor der Sozialausschuss am Montag über den CDU/SPD-Änderungsantrag abstimmt, zeigte sich Schreiber erfreut über die Lösung. "Wir werden damit den Forderungen aus der Anhörung weitestgehend gerecht", sagte er der "Freien Presse".

Quelle: https://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/ ... 230381.php
> ich lernte Frauen zu lieben und zu hassen, aber nie sie zu verstehen <

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