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 certik certik setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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BeitragVerfasst: 2007-02-28, 15:34  Beitrag #1/161     Titel:  FreierForschung - Freier das unsichtbare Wesen?  Nach untenNach oben

Kurzadresse zu folgenden Seiten:
www.sexworker.at/freierforschung


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In der neuesten Ausgabe der Kölner Stadtrevue steht der Artikel "Die Freier" als Titelstory. Nicht sonderlich tiefgehend, trotzdem ganz interessant.





StadtRevue Ausgabe 03/07 - Titel

Die Freier

Wer sie sind und was sie wollen


Auch wenn sie es unbedingt vermeiden wollen, erkannt zu werden – Männer, denen das Zahlen für Sex zur Gewohnheit geworden ist, wollen sich an die Öffentlichkeit wenden. Sie seien weder Frauenunterdrücker noch gehemmte Mauer­blümchen, das wollen sie klarstellen. Deshalb konnte Ulli Schauen diese Titelgeschichte überhaupt recherchieren. Wichtig war ihm dabei immer die Frage nach der Motivation: Was macht gekauften Sex für Männer so attraktiv?


Das Reden der Männer

Fünf Freier im Porträt


Heiner

Es werden wohl tausend verschiedene Frauen gewesen sein, mit denen er es im Laufe seines Lebens getrieben hat. Das hat der 50-Jährige mal überschlagen. Seit über 25 Jahren sucht er Prostituierte auf. Beim ersten Mal zog er in einer Gruppe Wehrpflichtiger los, wie viele Männer seiner Altersgruppe. Inzwischen meldet er, der Chef, sich etwa zweimal pro Woche bei seiner Sekretärin für einen Auswärtstermin ab und erkundet die Wohnungsbordelle und »Clubs« in Köln und Umgebung. Durch die Stadt zu tingeln, an mehreren Türen anzuklingeln und die Neuzugänge zu erkunden, gehört zu seiner Aufheizphase und steigert die Vorfreude. Heiner ist das, was seine Mit-Freier einen »Optik-Ficker« nennen: immer auf der Suche nach dem in edler Umgebung arbeitenden Playmate des Jahres. Kann sein, dass seine Ehefrau etwas ahnt von seinen Eskapaden, aber sie fragt lieber nicht nach: leben und leben lassen, meint er. Rein sexuell ist sie für ihn abgeschrieben. Männer seien eben anders als Frauen, sagt Heiner, er gebe halt seinen Trieben nach. Platzhirsche besprängen ja auch mehrere Kühe nacheinander, während die immer geduldig warten, bis der kommt. Heiner hält die 10.000 bis 15.000 Euro, die er jährlich für sein »Hobby Paysex« ausgibt, für gut ausgegebenes Geld: »Golf spielen wäre teurer und würde mehr Zeit beanspruchen.«


Fritz

Er ist Mitte vierzig und tickt ein bisschen anders. Sein Bedürfnis nach Paysex leitet er zwar auch aus einer archaischen Vorstellung ab, dem Jagdtrieb des Mannes. Aber anders als Heiner ist für ihn auch bezahlter Sex etwas für`s Gemüt. »Die Chemie muss stimmen.« So richtig gut wird es für ihn erst, wenn er mehrfach bei der selben Prostitutierten ist, sagt er. Aber er will seine Beziehung und seine Familie nicht gefährden, also muss das Ganze »am Hals enden« (von unten gesehen) – nicht zu viele Gefühle, meint Fritz.
Ein Spiel mit dem Feuer, ein Balance­akt, der nicht immer klappt. Es geht auf und ab. Mal ist alles im Lot, mal nennt er sich selbst ein »verrohtes Schwein«, das beim Sex mit Prostituierten absolut nichts mehr empfinde. Dann macht er eine Pause – in der er zu merken meint, dass es mit seiner Frau besser läuft. Doch kurz darauf ist er wieder als Freier unterwegs, lebt in »treuer Bigamie« mit zwei Frauen: seiner Ehefrau und einer jungen Prostituierten, die er tagsüber besucht. Aber mit der schläft er nicht mehr – es endet immer noch am Hals (von oben gesehen).


Alf

Nur noch selten geht er ins Bordell. Denn dort haben die Frauen das Sagen, es ist ihr Zimmer, in das sie ihn einlassen und aus dem sie ihn wieder weg schicken. »Geil, eine Offenbarung« war es deshalb für ihn, als er den Straßenstrich entdeckt hat, sagt Alf. Das Auto ist seine Burg. Was da alles möglich ist! Vom Freiluft-Akt mit »dem Mädel« auf der Picknick­decke bis zu allen möglichen und unmöglichen Stellungen, bei offener oder geschlossener Autotür. Der Straßenstrich ist Alfs Revier geworden: zweites Zuhause, Freizeitbeschäftigung, Sucht, Manie – wie man es nimmt.
Immer wieder fährt er die drei oder vier Kilometer über das Straßen-Dreieck im Bonner Norden hin und her, fast jeden Abend. Nach dreißig, vierzig Runden kommen da über hundert Kilometer zusammen. Er kennt die Frauen alle, hält an, plaudert mit ihnen, erkundet Service und Preise zu unterschiedlichen Tageszeiten, probiert sie alle aus. Mit Kumpels trifft er sich auf dem Parkplatz, wo sie dann über die letzten Nachrichten auf dem Strich reden. Manchmal entscheiden sie, benzinsparend gemeinsam den Straßenstrich zu erkunden, ob nun in Bonn, in Dortmund oder in Essen.
Nie und nimmer aber würde Alf seinen Wagen in eine »Verrichtungsbox« lenken, wie sie die Stadt Köln in Longerich errichtet hat, mit blockierter Fahrertür, Notknopf für die Frauen und Sozialarbeiterinnen in der Nähe. Der ganze Kick wäre für ihn dahin. Angeblich macht Alf es nicht mit Frauen, die unter dem Druck eines »Freundes« stehen.
Alf – Mitte dreißig und keineswegs unattraktiv – hält sich selbst für eher schüchtern in Sachen Sex. »Was ich mit den Frauen hier mache, würde ich mit meiner Freundin nie machen, ich hätte Sorge sie zu verletzen, da bin ich eher vorsichtig.« Auf dem Strich läuft es umgekehrt wie »im richtigen Leben«, sagt er: »Man vögelt drei, vier mal miteinander, und dann freundet man sich vielleicht an.« Ganz glücklich ist Alf mit der Situation nicht, dass er Freundesbeziehung und Sex so sehr von einander trennt: »Es sollte anderes herum sein.«


Martin

Er ist Mitte dreißig, spastisch gelähmt, Rollstuhlfahrer. Sarkastisch nennt er sich wegen seines Aussehen selbst »Quasimodo on Hot Wheels«. Das trifft es ziemlich gut. Eine Freundin hat er gehabt, aber sie kam bei einem Autounfall ums Leben – das war vor 15 Jahren. Martin ist ein Fighter, zäh hat er sich sein Abitur, seine Lehrstelle, seinen behindertengerechten Arbeitsplatz erkämpft – und er kämpft für sein Recht auf Sexualität, auf Nähe und Zärtlichkeit.
Solange das nicht auf normalem Wege zu bekommen ist, kauft er es sich. Nicht die distanzierten Dienste, die manche älteren Prostituierten speziell für Behinderte bei Hausbesuchen anbieten. Mit Hilfe seines Witzes und seiner frechen Schreibe hat er über das Internet Freunde gefunden, die mit ihm zu Unternehmungen aufbrechen, auch zu gemeinsamen Besuchen in edleren Bordellen und FKK-Clubs. Da entscheidet Martin dann nach Sympathie und Blickkontakt, mit welcher Frau er sich von seinem Freund ins Bett legen lässt. »Ich weiß, dass das Ganze nur ein Methadon-Programm ist, ein Ersatz«, sagt Martin.


Bernd

Der Witwer ist Mitte vierzig und hat zwei Kinder. Nachdem seine Frau gestorben war, hat er eine neue Partnerin gesucht. Anrufe und Dates, Unternehmungen, Abendessen, Sex – und dann wurde nichts draus. »Diese Vorwürfe, warum rufst Du nicht an?, das ist mir alles zu kompliziert geworden.« Jetzt sucht er nicht mehr, er geht in sein neues Stammlokal – einen FKK-Club. Da gibt es eine Zehnerkarte für 360 Euro – der Lohn der Frauen geht extra. »Man unterhält sich nett mit den anderen Männern und verschwindet mal ab und zu auf das Zimmer mit einer Frau.«



Das Schweigen der Männer

Warum kaufen sich Männer Sex?

Wer die Freier fragt »Warum nur?«, erntet immer häufiger ein forsches »Warum nicht?« Fast vierzig Jahre nach dem, was in Westdeutschland gemeinhin die »sexuelle Revolution« oder »sexuelle Befreiung« genannt wird, wandert eine große Schar Männer weiterhin ins Bordell und kauft sich dort die Gelegenheit zum Seitensprung. Häufige Begründung: Das sei unkomplizierter, als stundenlang in der Disco nach dem One-Night-Stand zu baggern, mit offenem Ergebnis. Und es sei Sex ohne Reue – Untreue sei Prostitution ja nicht. Kein fades Gefühl beim Verlassen des Lotterbettes, kein Risiko plötzlich aufkeimender gegenseitiger Zuneigung beim Akt, ein Gefühl, das womöglich die eigenen Partnerschaft in Frage stellt. Sexuelle Dienstleistung gegen Geld, ein klares Tauschverhältnis.

Ein Grund dafür könnte auch die Langeweile am Sex sein, die der Hamburger Sexualforscher Gunter Schmidt festgestellt hat. Es ist eine andere Art der Langeweile als vor der sexuellen Revolution, als Beate Uhse noch »Ehehygiene« verkaufte. Heute ist es die Langeweile der Überfütterten und Überforderten. Ob Frauenzeitschrift oder das Männerorgan Men`s Health – mindestens jede zweite Ausgabe der Zeitschriften bringt Tipps für ein befriedigendes und abwechslungsreiches Sexualleben. Die Fantasien liegen auf der Straße.

Aber die Männer nutzen Prostitution weniger dazu, Fantasien auszuleben, als sie überhaupt erst einmal zu finden. Der Geschäftsführer eines Bordells in Berlin-Kreuzberg bedient dieses Bedürfnis, er beschreibt auf seiner Website Sex-Rollenspiele. Männer können vor ihrem Besuch eine Mail schicken und eigene Wünsche äußern, was eine Prostitutierte mit ihnen spielen soll. Ernüchterndes Ergebnis: Bisher kam noch kein Mann mit einem selbst ausgedachten Wunsch. Sie haben alles aus seinem Katalog von Fantasien ausgewählt. Die Männer suchen nicht die die Befriedigung ihrer Lust, sie suchen die Lust selbst.

Der Verkehr selbst ist auch meistens »nichts Besonderes« wie viele Freier sagen. Sie stehen in der Überzahl auf »Girlfriend-Sex« – also auf den Anklang einer zärtlichen Freundschaft, allerdings einer solchen, bei der die Wünsche der Partnerin durch Geldzahlung zur Seite geschoben werden. Sie machen`s wie der Hund, der Missionar, die Reiterin – aber immer mit einer starken Betonung ausgiebigen Oralverkehrs, etwas, das sie zu Hause vermissen.

Die sexuelle Befreiung der Männer – steht sie noch aus? Im Rating von Men`s Health stehen die deutschen Männer weltweit auf Platz neun, denn 43 Prozent von ihnen erzählen, sie brächten ihre Partnerin »jedesmal zum Höhepunkt«. Sein Höhepunkt und seine Befriedigung steht außer Frage, der Mann kommt ja sowieso immer, das ist der Beweis für seine Befriedigung, sein Hauptproblem ist der vorzeitige Erguss. Die Kollegen von Men`s Health raten: »Machen sie Pausen. Bringen Sie es zu Ende, mit der Hand oder mit dem Mund!« Wer mit den Freiern spricht und ihre Äußerungen liest, erfährt von weiter gehenden Bedürfnissen: Beim Sex passiv sein dürfen, Abwechslung haben – und, wie bereits erwähnt: ausgiebigen Oralverkehr.

Darüber mit ihren Partnerinnen zu sprechen, dazu sind sie allerdings – allen guten Ratschlägen aus Zeitschriften zum Trotz – nicht Manns genug. Talk about Sex, das könnte die Partnerin verletzen oder das Schweigebündnis des Paares außer Kraft setzen. Der Ausweg in bezahlten Sex schont die Partnerin, mit der Mann weiter treu und monogam leben will, während er den mehr oder weniger unpersönlichen Sex davon abtrennt. Und über seine Sexualität schweigt. Aber nicht gegenüber den anderen Freiern, denen schreibt er im Internetforum: »Sobald der Whirlpool wieder geht, steht für mich ein Nachtest an. Nächste Woche sollen wohl noch ein paar Mädels kommen.«


Mehr Texte und Bilder zum Thema stehen in der aktuellen Print-Ausgabe der StadtRevue, die ab dem 23.2. im Handel oder hier zu kaufen ist!

Ulli Schauen

http://www.stadtrevue.de/index_artikel.php3?c=1


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Verfasst: 2007-02-28, 15:34  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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BeitragVerfasst: 2007-02-28, 17:38  Beitrag #2/161     Titel:  Wo ist die Lust?  Nach untenNach oben

Die Männer suchen nicht die die Befriedigung ihrer Lust, sie suchen die Lust selbst.


Das war ein Schlüsselsatz im Artikel für mich.
Er ermutigt mich noch mehr meine eigene Sexualität bei meinem Job zu leben und nicht nur in der devot-geschäftlichen Liebesdienstleisterposition zu agieren.

Die Frage eines Freiers: "Was macht Dir denn am meisten Spaß?" oder gar der als Befehl geäußerte Wunsch eines Freiers: "Mach mit mir was Du willst!" jedoch bringt unsereins psychologisch schnell an Grenzen (siehe hier). Je nachdem wie die zwischenmenschliche Balance gerade austariert ist, gefährdet es die professionelle Abgrenzung.

Deswegen ist es wichtig sich vorher auf solche "Jobanforderungen" vorbereitet haben zu können. Oder Nachbearbeitung professionell Nutzen zu können (Supervision), um nicht kalt erwischt werden zu müssen. Deswegen ist Ausbildung sinnvoll und notwendig auch für Prostituierte. Sex hat/kann zwar jeder, aber als Dienstleistung ist es eine hohe Kunst.

Ein Vorenthalten von Ausbildung für Prostituierte kommt einer stillschweigenden Duldung von Ausbeutung nahe.

Ausbildungsbeispiel: Escort Academy.
Mein Flug ist schon gebucht.




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BeitragVerfasst: 2007-04-07, 12:21  Beitrag #3/161     Titel:  FreierForschung - Freier das unsichtbare Wesen?  Nach untenNach oben

Freierforschung





Die Ungleichheit zwischen Freier und Hure ist marktbedingt: Die Anbieter müssen sichtbarer sein, wenn sie wirtschaftlichen Erfolg wollen.

Hure wird eine Frau, die es einmal macht/gemacht hat. Man sagt sie IST eine Hure. Eine Frau ist entweder Heilige oder Hure. Das Stigma versucht klare Gruppenverhältnisse zu schaffen.

Die patriachale Kulturvorherrschaft gewährt dem Mann das Fischen in beiden Teichen. Er ist Freier nur solange er sich im Hurenzimmer/Bordell aufhält. Sonst ist er Single/Ehemann/Liebhaber...

Wegen dieser marktmöglichen Unsichtbarkeit können sich die Freier vor dem Freierstigma (= Konkurrenzregel unter Männern) schützen und die Huren tragen die ganze Last des Prostitutionsstigmas (= gesellschaftsstabilisierende Fruchtbarkeits- und Sexualitätskontrolle).





Der erste große Meilenstein der Freierforschung war das Buch:

"Freier - Das heimliche Treiben der Männer"
Hydra e.V. 1991





Dann kam die Frankfurter Freier Fachtagung:

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"Prostitutionskunden - Sich austauschen um Standpunkte zu verstehen"

Fachtagung in Frankfurt 5./6. Nov 2003.
Context e.V. - Centrum für Prostitutionsstudien





Steffan, E. (2004): Der Freier, das unbekannte Wesen. In: SPI Forschung (Hrsg.): Sexuell übertragbare Krankheiten. Ein Lesebuch für die Beratungspraxis. Heidelberg und Kröning, S. 365-374.

Freierstudie im Auftrag des Bundesfamilienministerium 2004.





Aktuelle Freierforschung ist z.B.:

"(Un)heimliche Lust - Über den Konsum sexueller Dienstleistungen"
Dissertation von Sabine Grenz, Humbold Universität Berlin, 2006
"Die Konstruktion männlicher Heterosexualität in der Prostitution - eine empirische und kulturgeschichtliche Studie"

Das perfekte sexuelle Erlebnis. Freier auf der Suche
(PDF 13 Seiten)
Vortrag von Sabine Grenz
13. Werkstatt-Gespräch der Heinrich Böll Stiftung/Grüne Akademie zum Thema: "Zwangsprostitution, Menschenhandel und der Freier"
Freitag, 26. Januar 2007, 14–18 Uhr





Zukünftige Publikationen z.B.:

Dr. Teela Sanders (Senior Lecturer in Sociology of Crime and Deviance, University of Leeds):
"Paying for Pleasure: Men who Buy Sex" (Cullompton, Willan 2008)

Uwe Gerheim: "..."





Bitte Eure Freiertheorien und Medienberichterstattungen hier anhängen.





Freier-Ausbildung und Aufklärung

siehe: Freier-Forschung, John Schools, Coming-out der Freier, Freier-Foren etc.
Positivbeispiel von Carol Leigh aka Scarlet Harlot (baySwan.org):
www.schoolForJohns.com





Siehe auch diese Themenstränge:

Der Freier als Kunde:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1523

Zwangs-Freier-Kriminalisierung
(Schwedisches 'Modell' oder Regiment)
Fragwürdig Forschung von Prostitutionsgegner Melissa Farley
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=985


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BeitragVerfasst: 2007-04-16, 09:12  Beitrag #4/161     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Sehr interessant ist auch:

Prostitutionskunden
Eine Untersuchung über soziale und psychologische Charakteristika von Prostitutionskunden

Herausgegeben vom Bundesministerium für Gesundheit (heißt jetzt anders) 1994

Gute Ergebnisse einer Freierstudie


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BeitragVerfasst: 2007-04-16, 10:09  Beitrag #5/161     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Defstar54 hat folgendes geschrieben:
Sehr interessant ist auch:

Prostitutionskunden
Eine Untersuchung über soziale und psychologische Charakteristika von Prostitutionskunden

Herausgegeben vom Bundesministerium für Gesundheit (heißt jetzt anders) 1994


Gäbe es dazu einen Link? Ich habe versucht den Begriff zu googlen, bin aber gescheitert.

Liebe Grüße

Christian


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BeitragVerfasst: 2007-04-17, 11:03  Beitrag #6/161     Titel:  Literaturzitat  Nach untenNach oben

@ Christian
Leider habe ich auch nur das Buch entliehen, hier aber die vollständigen Daten:
Prostitutionskunden - Eine Untersuchung über soziale und psychologische Charakteristika von Besuchern weiblicher Prosttituierter in Zeiten von AIDS

Band 30 Schriftenreihe des Bundesministeriums für Gesundheit

Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden - 1994

ISBN 3-7890-3260-3

hoffe geholfen zu haben

alex


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BeitragVerfasst: 2007-08-08, 22:18  Beitrag #7/161     Titel:  Prostitutionskunden sind intelligenter als alle anderen  Nach untenNach oben

Half Sigma fand Beweise dafür, dass die intelligentesten Männer in der GSS (IQ > 120) eher eine Prostituierte aufsuchen würden als ihre durchschnittlichen Altersgenossen.

Dacht ich’s mir doch… 005.gif

Schon interessant, was Forscher so alles erforschen können, wenn sie erst mal anfangen zu forschen.

http://www.morgenpost.de/desk/1075231.html

Dazu noch diese Links zur Studie
http://www.gnxp.com/blog/2007/04/intercourse-and-intelligence.php

und zur Diskussion
http://www.halfsigma.com/2006/07/smartest_men_mo.html


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BeitragVerfasst: 2007-08-09, 00:03  Beitrag #8/161     Titel:  Versteckte Prostitutionsdebatte in der Wissenschaft?  Nach untenNach oben

Die Morgenpost argumentiert nur:
weil gelte:
Mehr Intelligenz = weniger Maskulinität
folge:
Mehr Intelligenz = weniger Sex (Trieb bzw. Häufigkeit)
also notwendigerweise:
Mehr Intelligenz = weniger privater Sex = mehr Prostitution.

  • Dahinter steckt die reduzierende unterschwellige Annahme und stigmatisierende Prostitutionsdefinition:
    Prostitution ist eine Ersatzbefriedigung und Notwendigkeit wenn der Mann unattraktiv ist.
    Ein Freier habe Prostitution quasi nötig, weil er nichts anderes bekomme.
    [Feindbild vom alten geilen und häßlichen Freier]

  • Eine 2. alternative Prostitutionsdefinition wird einfach unterschlagen:
    Prostitution als Luxus einer zusätzlichen unkomplizierten Lustbefriedigung.
    [Leitbild vom gepflegten solventen Geschäftsmann]

Mit so einer Definition würde aber die Korrelation
mehr Bildung = mehr Prostitution
unmittelbar verständlich.

Mehr Bildung = höheres Einkommen = mehr frei verfügbares Geld = mehr Konsum = mehr Prostitutionskonsum.





Diese zwei idealtypischen Konsumformen (aus Bedürftigkeit oder aus Luxuslust) prägen zwei unterschiedliche Prostitutionsbereiche: Massenprostitution im Bordell oder Straßenstrich bzw. Luxusprostitution von Agenturen oder Independants.





Diese zwei unterschiedlichen Prostitutionswelten stehen möglicherweise für unterschiedliche Umgangsformen, Freiheitsgerade etc. und sind mit ein Grund für die polarisierte Prostitutionsdebatte (Zwangsprostitution vs. Berufsbild). Wobei die einfacheren Prostitutionsformen sichtbarer und medienpräsenter und politisch verfolgter darstehen.





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BeitragVerfasst: 2007-08-24, 11:39  Beitrag #9/161     Titel:  Soziologie des Kunden  Nach untenNach oben

in einer TV-sendung erwähnt sabine grenz, dass ihrer meinung nach nicht nahezu alle männer prostituierte aufsuchen, sondern 20 %.

mich würde interessieren, wie sie auf diese zahl kommt. meine eigene erfahrung ist, dass es eine vielzahl von kunden gibt, die regelmäßig buchen, die auf eine gewisse art sexuell abhängig sind, aber auch männer, die sexarbeit in anspruch nehmen, weil sie mitreden wollen, aber ansonsten es ablehnen, diese dienstleistung in anspruch zu nehmen.

natürlich kenne ich auch männer in meinem bekannten - und freundeskreis, die diese art von arbeit vehement ablehnen.

aber wie kommt man auf die zahl 20 % ..... ?

liebe grüße von annainga


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BeitragVerfasst: 2007-08-24, 15:13  Beitrag #10/161     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Hallo annainga,
tja, wie kommt die Zahl 20 % zustande? Ich habe bei Google mal gesucht und

dieses hier habe ich gefunden:
http://www.asphalt-magazin.de/1maga..../05-2006-prostitution.htm


Zitatanfang
Die Käufer

Im Prinzip ist ein Freier der Herr Jedermann. Drei neue wissenschaftliche Studien der Universitäten Berlin, Bremen und Kopenhagen haben die Kundschaft von Prostituierten durchleuchtet. Ergebnis: Der Gang zur Prostituierten ist unabhängig von Alter, Schichtzugehörigkeit oder Weltanschauung. Unter den Befragten waren pensionierte Richter ebenso wie Lkw-Fahrer, Immobilienmakler, gar ein Pastor. Ihre Motive: "Notbehelf" für die fehlende Partnerin, die Partnerin "macht nicht alles mit", die Kaufbarkeit von Sex "macht an", die Begegnung ist nur kurz. Und immer wieder - quasi als Entschuldigung - führen Freier den männlichen Sextrieb an. Besserverdienende gehen öfter zur Prostituierten, weil ein Bordellbesuch nicht eben billig ist. Und weil die Verheimlichung des Besuchs für Betuchtere eher möglich ist als für Einkommensschwache. Denn je mehr ein Mann verdiene, desto weniger habe die Ehefrau Einblick in die Einkommensverhältnisse. In einkommensschwachen Ehen dagegen verwalte meist die Frau das knappe Geld.

Die Prozentangaben in den Studien variieren stark: Zwischen 14 und 69 Prozent aller Männer waren schon einmal bei einer Prostituierten. Gut zwei Drittel aller Freier leben in einer festen Partnerschaft.

Weitere Infos: Sabine Grenz: (Un)heimliche Lust Sabine Grenz, VS-Verlag; Emilija Mitrovic (Hrsg.) Prostitution und Frauenhandel, VSA-Verlag.
Zitatende


Ich glaube es ist sehr schwer überhaupt verlässliche Zahlen zu erhalten.
Annainga, gehe mal in deiner Stadt auf die Einkaufsstraße und zähle jeden 5. Mann ab, jeder fünfte Mann wäre ein Freier, da erscheint dir das wahrscheinlich sehr hoch.
Wenn überhaupt sind die Besuche von Prostituierten hochzurechnen. Da sind dann die Mehrfachbesucher (die dann auch, weil sie zu mehreren Damen gehen, wieder mehrmals gezählt werden) natürlich drin. Rechnet man diese Gesamtbesucherzahl dann auf die Männerbevölkerungszahl um, so bekommt man zwar einen Anteil der Männer im Verhältnis zur Gesamtbevölkerungszahl der Männer, aber durch die Mehrfachbesucher bekommt diese Zahl dann wieder ein schiefes Bild.
Also sind alle bekannten und in Studien erwähnten Zahlen nur Schätzungen. Wäre deshalb tatsächlich interessant zu wissen, wie man auf die geweils genannten Zahlen kommt.


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BeitragVerfasst: 2007-10-20, 14:19  Beitrag #11/161     Titel:  Kultur des Paysex  Nach untenNach oben

Mädchenfrage:

Jungs, wer von euch bezahlt eigentlich für die Liebe?





Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.





Jungs, wer von euch bezahlt eigentlich für Liebe?

Ich habe schon tausend Statistiken gelesen, die immer das gleiche Ergebnis haben: Jeder dritte deutsche Mann war schon einmal bei einer Prostituierten.

Das Prinzip Prostitution ist für uns Mädchen noch immer rätselhaft, denn beileibe hat nicht jede Dritte von uns –ganz im Gegensatz zu euch!- damit zu tun. Scheinbar gibt es in Sachen horizontales Gewerbe kaum Nachfrage von weiblicher Seite, denn die männliche Prostituierte gilt als Randerscheinung.

Ich als Mädchen verbinde mit Prostitution vor allem Elend, Schmutz und Ekel – deshalb kann ich mir nicht vorstellen, warum ganz normale Männer freiwillig mit so einer Angelegenheit zu tun haben.

Ich kann gar nicht anders, als in Warteschlangen, Hörsälen und öffentlichen Verkehrsmitteln jeden Dritten auszuzählen und mich über ihn zu wundern. Nicht jeder dritte Mann sieht so aus, wie die Freier im Boulevardfernsehen mit dem schwarzen Balken über der Augenpartie: Alt, dicklich und mit Bart. Und von den Menschen, die ich kenne, sieht auch keiner so aus.

Die Auszähl-Methode ist nicht sehr wissenschaftlich, deshalb bin ich in Forschungsstufe Zwei zu repräsentativen Umfragen im Freundes- und Familienkreis übergegangen. Ich fragte meinen Freund, die Freunde meiner Freundinnen, in einem bizarren Moment sogar meinen Vater. Jeder behauptete, noch nie bei einer Hure gewesen zu sein. Und das Dumme war: Ich glaubte ihnen allen. Vielleicht ist meine Umfrage verkehrt gelaufen, weil ich keine Prostituierten-Zielgruppen im Freundes- und Bekanntenkreis habe. Meine Freundin Ilona hat mir erzählt, dass sie jemanden kennt, der bei einem großen deutschen Unternehmen im Vertrieb angestellt ist. Er berichtete, dass ein erfolgreicher Geschäftsabschluss meist mit einem Bordellbesuch gekrönt wird. Amerikaner seien manchmal ein bisschen zu verklemmt, aber Kontinentaleuropäer legen großen Wert auf die Postprofit-Prostitution. Getränke und Stripshows laufen über die Firmenkreditkarte, für Geschlechtsverkehr muss jeder selbst aufkommen.

Als Ergebnis meiner Prostitutionsforschung habe ich nun also zwei Freiergruppen: die Ekeltypen und die Geschäftsmänner. Aber ganz offensichtlich machen diese zwei Gruppen nicht ein Drittel der männlichen Bevölkerung aus.
Aber wer sind dann die Bordellbesucher? Etwa ganz normale Jungs wie ihr?

Eine Sache wäre damit ja schon mal geklärt: Die Mädchen, die mich in Warteschlangen, Hörsälen und der U-Bahn manchmal so eindringlich ansehen, die finden mich also gar nicht interessant oder attraktiv oder sonst wie ansprechend – die wollen nur wissen, ob ich der Schuft bin, der in den Puff geht.

Das ist gut zu wissen. Dann lächle ich das nächste Mal nicht zurück. Dann rufe ich das nächste Mal: Der dritte Mann, das bin nicht ich! Mir macht das ein wenig Angst, wenn ich mir vorstelle, dass ihr uns – und sei es auch nur manchmal – mustert und dabei murmelt „Ene-mene-muu, ins Puff gehst du“. Ich würde sogar sagen: Das haben wir nicht verdient.

Klar, Bordelle und Huren und alles, was dort passiert, das ist schon ein Thema unter Jungs. Nach vier Bier zum Beispiel, wenn das Ich krawallig wird. Oder, viel öfter noch, wenn man ein Buch liest oder einen Film sieht oder ein Lied hört, in dem Prostitution eine Rolle spielt, davon gibt es nämlich ganz schön viele, und dann ins Denken kommt – wobei: Träumen wäre der bessere Begriff.

Denn Prostitution existiert für uns gewissermaßen in zwei Ausprägungen: Zuerst einmal in der edlen, von fremden Erinnerungen bestimmten Variante, die sich aus Büchern, Liedern, Filmen speist – und nein, es geht dabei nicht um Julia Roberts und „Pretty Woman“. Es geht um Gabriel Garcia Marquez oder Charles Bukowski oder Ernest Hemingway, die einen mit ihren Werken glauben machen, gute Literatur sei ohne Hurerei gar nicht möglich. Es geht um die Lieder, ob sie nun vom Skandal im Sperrbezirk singen, von bitches oder von Hurenliebe. Es geht um Filme, die „Taxi Driver“ heißen oder „Leaving Las Vegas“ oder „Apocalypse Now“. Alle diese Dinge sorgen dafür, dass Jungs Prostitution ein bisschen so sehen wie Gewalt in den Action-Filmen: Sieht ja super aus, geile Sache, irgendwie schon. So wenig, wie Jungs allerdings zu gewalttätigen Verbrechern werden, nur weil das in „The Departed“ so toll aussah, so wenig laufen Jungs in den Puff, nur weil sie wissen wollen, ob alle Huren so nett mit Jungfrauen umspringen wie im Lied „Lola“.

Denn es gibt noch die andere Ausprägung der Prostitution – die eklige Variante, die jeder Junge kennt, wenn er einmal nach viel mehr als nur vier Bier mit großen Sprüchen auf den Lippen und kleinen Zweifeln im Herz zum Straßenstrich gefahren ist und kurze Zeit später zurück, ohne Sex, weil Huren in der wahren Welt nur wenig mit dem Bild zu tun haben, das man sich als Junge zusammenträumen kann.

Ich kenne sehr viele Jungen, die diese ernüchternde Erfahrung schon mal gemacht haben. Vielleicht gehört sie sogar dazu, vielleicht muss man das mal gemacht haben als Junge: zu Huren gehen und merken, dass dort nichts romantisch ist, nichts geil, sondern alles Geschäft.

Vielleicht gehört es auch dazu, mal zu sehen, wer denn zu Huren geht. Das sind nämlich Männer aller Arten, große, kleine, hässliche, schöne, dicke, aber auch dünne, mit Schnurrbart oder auch ohne, und ich bin mir sicher, würde man nach politischen Vorlieben fragen, es gäbe Erzkonservative ebenso wie Linksliberale oder Grüne. Es sind aber fast ausschließlich – Männer.

Nicht, dass wir keine Männer wären, aber im Gegensatz zu diesen Männern sind wir Jungen: Die Typen, die den Straßenstrich auf und ab fahren, das sind Männer, so ab 30, aber eher um die 50. Kann ich nicht beweisen, schon gar nicht mit Statistiken, war nur meine Beobachtung. Und das war für mich der größere Schock als die irgendwie schon erwartete Erfahrung, dass Huren in der wahren Welt anders sind als in der Phantasie: Diejenigen, die zu Huren gehen, sind stinknormale Männer, alle mindestens zehn Jahre älter als ich – aber sonst hätten das auch Menschen sein können, die ich kenne und Freunde nenne.

Dann stelle ich mir dieselben Fragen wie ihr: Was wollen die da? Ist es Beziehungsunfähigkeit, ist es Vergnügen, ist es Verzweiflung? Oder, noch schlimmere Vorstellung, ist das Endzeit-Erotik: Mit 50 müssen es dann Nutten sein?
Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur eines: Ich hoffe ganz fest, dass ich mit 50 immer noch zu den zwei Dritteln gehöre, die nicht zu Prostituierten gehen.

durs-wacker

Quelle:
jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/402890





Anmerkungen:
Das Verbot der Förderung von Prostitution gemeinsam mit dem Prostitutionsstigma sind ursächlich für die misen Zustände, die immer gerne der Prostitution vorgeworfen werden.

Prostitution ist höchst ausdifferenziert und daher gilt: Freiersein will gelernt sein. Es bedarf eines Coming-out's, da ja die Tabuschwelle des Prostitutionsstigmas überschritten werden muß.

Zu unterscheiden ist ein inneres Coming-out: Jetzt bezahle ich für Sex von einem äußeren Coming-out: Jetzt spreche ich über meinen bezahlten Sexkonsum.





Was muß den Mädchen noch als Antwort mitgegeben werden?





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BeitragVerfasst: 2007-10-25, 16:57  Beitrag #12/161     Titel:  Literaturhinweis  Nach untenNach oben

Udo Gerheim (Universität Bremen) „Freier. Ein sich windender
Forschungsgegenstand“


in: Emilija Mitrovic (Hg.): Arbeitsplatz Prostitution. Ein Beruf wieder jeder andere?
Hamburg 2007. Herausgegeben von der Stabstelle Gleichstellung der Hochschule für
angewandte Wissenschaften Hamburg.


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BeitragVerfasst: 2007-10-27, 14:07  Beitrag #13/161     Titel:  Informierte Politiker?  Nach untenNach oben

Grüne Anti-Freier-Politik?



Hiltrud Breyer, Politikwissenschaftlerin, Mitglied des
EU-Parlaments für Bündnis 90/Die Grünen:

"Als Verpflichtung nehme ich mit, und da können Sie mich beim Wort nehmen, dass wir auf
jeden Fall versuchen noch via Brüssel eine Art Nachbesserung der deutschen
Opferschutzgesetzgebung zu bekommen, weil sie im Grunde genommen gegen den Geist
verstößt, den diese Richtlinie eigentlich hatte. Das haben wir jetzt vereinbart, u.a. mit einer
Anfrage an die Kommission auch Druck zu machen. Man kann überlegen, mit den
betroffenen NGOs nochmals ein Gespräch mit der Kommission zu organisieren. Nächste
Woche tritt der Rat zum europäischen Vertragsverfassungsentwurf zusammen – und in
dieser Grundrechtscharta war Menschenhandel ein ganz zentraler Punkt. Prävention. Da
kämpfen wir über alle Fraktionsgrenzen hinweg, um jeden Cent, den wir gewinnen können.
Auf eine Zahl möchte ich hinweisen: Wir wissen, dass es Freier gibt, die gezielt zu
Zwangsprostituierten gehen; die Angaben schwanken zwischen 10 – 15%
."



Christiane Howe, Diplom-Soziologin, im Bundesvorstand von pro familia, arbeitet am
nationalen Report zum Thema Freier, der im Rahmen eines EU-Projekts Teil eines
transnationalen Berichts sein wird:

"Ich finde, dass man bei den Zahlen bezüglich Freier sehr, sehr vorsichtig sein muss, weil wir
dann definieren müssen, von was für einer Art von Zwangsprostitution oder Menschenhandel
wir sprechen. Was ist überhaupt das Feld und der Fokus? Geht es jetzt um bestimmte
sexuelle Vorlieben oder Dienstleistungen oder SM-Praktiken oder sonstiges, was darunter
gefasst wird? Ich bin seit fast vier Jahren in dem Bereich als Forscherin tätig und wir haben
vielfach Freier interviewt, Studien verglichen, aber diese Zahl ist uns nicht untergekommen.
Männer selbst diskutieren das Thema und haben ein Interesse daran, u.U. irgendwelche
Hinweise an die Hand zu bekommen, woran sie z.B. gehandelte Frauen erkennen können,
aber alle wissen, dass das sehr schwierig ist."




Quelle:

Bewegung in Europa und in Deutschland:
Gegen Menschenhandel und für Betroffene –
Chancen der deutschen Ratspräsidentschaft
Veranstaltung am 13. Juni 2007 im Deutschen Bundestag
S.42

http://forum-menschenrechte.de/cms/....Menschenhandel_130607.pdf
(Tagungsdokumentation, 50 Seiten)





Abgeordneten-Homepage:
www.hiltrud-breyer.de

Hiltrud Breyer MdEP
Europäisches Parlament
Fraktion Grüne / EFA
Rue Wiertz, 8 G 265
B-1047 Bruxelles
Tel.: 0032-2-284 52 87
Fax: 0032-2-284 92 87
E-Mail: hiltrud.breyer@europarl.europa.eu

Schreibt Briefe an Eure Politiker!





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BeitragVerfasst: 2007-12-17, 20:18  Beitrag #14/161     Titel:  Freier-Forscherin_im_Radiointerview  Nach untenNach oben

Freiererforschung im Bordell
Interviews statt Sex




Über die Kunden von Prostituierten gibt es viele Phantasien. Häufig werden sie in ein schlechtes Licht gerückt.



Die Frankfurter Sozialwissenschaftlerin Christiane Howe hat die Gäste von Sexdienstleisterinnen zu ihren Motiven und Sehnsüchten befragt. Dazu hat sie sich auch im Bordell einquartiert, nur eben mit Gesprächen statt Sex im Angebot.

www.art-dangereux.de
Art dangereux, das Magazin zu Beziehungen, Erotik und Sexualität, hat Christiane Howe interviewt.



Dienstag um 23.00 Uhr auf TIDE, dem Hamburger Bürgerkanal, Radio UKW 96,0, auch per Lifestream im Internet unter www.tidenet.de.







I n h a l t l i c h e M e l d u n g :



Interviews statt Sex



Über die Kunden von Prostituierten gibt es viele Phantasien. Häufig werden sie in ein schlechtes Licht gerückt.



Die Frankfurter Sozialwissenschaftlerin Christiane Howe hat die Gäste von Sexdienstleisterinnen zu ihren Motiven und Sehnsüchten befragt. Dazu hat sie sich auch im Bordell einquartiert, nur eben mit Gesprächen statt Sex im Angebot.



Ein Ergebnis: Der Prostitutionsbesuch ist eine Unterberechung des Alltags. Der Freier taucht in eine andere Welt ein und aus dieser nach einer knappen Stunde wieder auf. Das Bedeutsame ist die Illusion einer voraussetzungslosen körperlichen Nähe. Die Männer werden mit ihren Bedürfnissen so angenommen, wie sie sind. Sie werden aber auch in ihrer psychischen Situation stehengelassen. Es findet keine Weiterentwicklung in der Begegnung statt.

Das Voraussetzungslose ist es, was die Prostitution trägt. Im Prinzip ist alles – gegen Geld – verhandelbar. Für den Kunden bleibt unklar, was Realität und was inszenierte Phantasie ist. Sein Gegenüber öffnet sich ja nicht mit ihrer vollen Persönlichkeit.



Deutlich wurde der Soziologin Christiane Howe, wie wichtig es für die Gäste der Prostituierten ist, Sex mit einer lebendigen Frau zu haben. Selbst Hand anlegen oder eine Gummipuppe seinen eben doch nur zweite Wahl. Der Besuch bei einer Sexarbeiterin ist dabei für die Kunden häufig doch mit viel Aufregung verbunden. Auch wenn ein Unterschied zu einer Affäre oder einer Geliebten gemacht wird: viele Männer stecken die Begegnung im Bordell nicht einfach locker weg.



Der Umstand, dass es für ihr Gegenüber Arbeit und nicht Lust ist, verliert sich nach dem Bezahlen. Eine wesentliche Qualifikation der Prostituierten sei es, mit Einfühlungsvermögen eine Atmosphäre zu schaffen, bei der der Rahmen „Sex gegen Geld“ in den Hintergrund tritt. Nur dann könne sich der Gast in die Illusionen fallen lassen.



Frauen wird in der Gesellschaft ein liebevoller Umgang mit dem eigenen Körper zugebilligt. Männer müssen funktionieren. Nähern sie sich ebenso wie die Frauen ihrem Körper, ertasten ihn, pflegen ihn, dann werde dies als weiblich oder homosexuell bewertet. Die Prostituierte diene den Kunden, so die Frankfurter Soziologin, auch als Spiegel für die eigenen Körperlichkeit.



Art dangereux, das Magazin zu Beziehungen, Erotik und Sexualität, hat Christiane Howe interviewt.



Dienstag um 23.00 Uhr auf TIDE, dem Hamburger Bürgerkanal, Radio UKW 96,0, auch per Lifestream im Internet unter www.tidenet.de.





Web-Radio:
http://www.art-dangereux.de/index.php?id=35





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BeitragVerfasst: 2007-12-18, 23:58  Beitrag #15/161     Titel:  Internet-Radio-live  Nach untenNach oben

^^ jetzt ^^


Als MP3-Stream mit 40 Kbit. Geeignet für Windows-Mediaplayer, WinAmp oder I-Tunes.
MP3-Stream z.B. für Windows Media Player:
http://streaming.tidenet.de:8000/tide-40.mp3.m3u

oder andere:
Als OGG-Stream mit 128 KBit für DSL. Geeignet für WinAmp.
OGG-Stream für DSL

Als OGG-Stream mit 32 KBit für ISDN/Modem. Geeignet für WinAmp.
OGG-Stram für Modem/ISDN

homepage livestreams:
http://www.tidenet.de/index.php?mod....ay&ptid=9&aid=771





Hier jetzt eine Radiosendung
Freierforschung mit Christiane Howe und der Aktion freiERsein.de:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2868 (members-only)





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BeitragVerfasst: 2008-01-17, 12:53  Beitrag #16/161     Titel:  Typologie  Nach untenNach oben

Tabelle der Fünf-Freier-Typen (TFFT)



siehe auch Konsumforschung:
"Jeder Kunde hat seinen Preis"
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2272

Und hier die gesammte Arbeit in der die Tabelle zitiert ist:
Länderberichte Schweden:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=29628#29628


Fünf Freier Typologien in Don Kulick.pdf
 Beschreibung:
Tabelle Freiertypologie. PDF - 1 Seite englisch

Download
 Dateiname:  Fünf Freier Typologien in Don Kulick.pdf
 Dateigröße:  15.03 KB
 Heruntergeladen:  2624 mal


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BeitragVerfasst: 2008-02-04, 14:10  Beitrag #17/161     Titel:  Fachbuch Freiererforschung  Nach untenNach oben

Neue Bucherscheinung
von der engagierten Autorin zur PROstitution:

"Paying for Pleasure
Men Who Buy Sex"

Teela Sanders

(University of Leeds)


Drawing on original empirical data with men who buy sex, this book takes a fresh look at the relationships clients have with female sex workers. The core questions that form the backbone of the research are not only the expected inquiry into ‘why men buy sex’, but also into the sociological and psychological processes that men encounter in order to enter an assumed ‘deviant’ sexual behaviour as part of their everyday lives.

These sociological processes of finding, negotiating and buying sexual services are complicated by the stigma directed towards men who buy sex. Exactly how do men behave with sex workers; what are their relationships like; what emotions are involved and can intimacy be bought?

Recent online virtual relationships that have established a sex work community, identifies a growing group of men who communicate and create networks through the sex industry. Their experiences of entering a semi-legal activity are influenced by the increasing criminalisation of the ‘kerb-crawler’ and a message from government that buying sex is morally deplorable [beklagenswert]. Questioning the dichotomy made between commercial and non-commercial relationships, the data suggests that intimacy and commerce are compatible. Managing secrecy, stigma and the consumption of intimacy takes this book into some of the more challenging theoretical areas of masculinity and emotional consumption in contemporary society.

Finally, drawing some parallels from the author’s earlier book Sex Work: A Risky Business, the book offers insights into why engagement in commercial sex is prolific [fruchbar] as sexual culture is transformed in late modernity.





Inhaltsverzeichnis

Contents


Preface

1 The genesis of the study
The politics of researching 'punters'
The traditional absence of the male client
Why include men in research on the sex industries?

2 Researching men who buy sex
Locating the population
The empirical study
Recruitment: the procedure
Recruitment: me, men and motivation
Turning a secret story into a public testimony
Emotional labour and the therapeutic interview
The data sources
The participants

3 Client conduct: motivations, markets and morality
Evidence from surveys
Motivations
Trajectories of being a client
Markets, exploitation and morality
Rules, etiquette and benchmarking

4 Buying sex online: virtual regulation
Technology meets the sex markets
Accessibility and intimacy in the virtual arena
Learning to be a 'punter'
Community, identity and friendship
Theorizing Internet usage by male clients

5 Buying intimacy: pleasure, commerce and the self
Intimacy meets the sex markets
Becoming a 'regular' client
Vulnerability and emotional attachment
The contradictions of marriage
Commerce and the 'transformation of intimacy'

6 Against respectability: stigma, secrecy and the self
Human difference and the origin of stigma
Guilt and 'crossing the line'
Managing stigma
The normal deviant

7 Criminalizing the customer: moral messages
Re-emphasis on who is the problem
The policy and political agenda
Kerb-crawler 'rehabilitation' programmes
Male sexuality, 'respectability' and New Labour

8 Moral panic: the 'punter' as danger
Applying the concept of moral panic
Male sexuality as danger
Men who act violently towards sex workers
Consequences of the social reaction
'Risky' male sexuality as a system of social control

9 Shifting sexual cultures, moving masculinities
A changing sexual morality?
The push factors
The pull factors
Take what's on offer, but be damned if you do

Appendix: list of interviewees
Bibliography
Index


Image

www.willanpublishing.co.uk


Bin gespannt auf die erste Rezension von einem Forumuser, der es gelesen hat...





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BeitragVerfasst: 2008-03-15, 12:42  Beitrag #18/161     Titel:  In die Tiefe der Psychologie der Prostitution  Nach untenNach oben

Why Men Do Stupid Things:

The Psychological Appeal of Prostitutes



By Michael Bader, AlterNet
Posted on March 14, 2008, Printed on March 14, 2008
http://www.alternet.org/story/79635/



There will no doubt be a lot written about Eliot
Spitzer's ethics, his hypocrisy and the damage done to
his family, as well as discussions of the degradation
that most prostitutes experience. He will be tarred
and feathered for seeing a prostitute. And perhaps he
should be, having broken vows to his wife, supporters
and the citizens of New York State. As Spitzer takes
his place with other politicians who have been busted
for seeing a hooker, questions invariably arise: What
is up with politicians screwing up their careers by
visiting prostitutes? How can smart men do such
incredibly dumb things? Does the attraction have
something to do with power? Escape? Self-sabotage? For
the moment, I want to put on my psychotherapist hat
and try to explain what goes on in the deeper recesses
of the minds of men like Spitzer.

The appeal of prostitutes to politicians is, in fact,
identical to their appeal to "ordinary" men. On a
psychological level, it doesn't matter if the women
come from the Emperor's Club or a sleazy strip joint.
It doesn't matter if they cost $2,500 an hour or $40.
The appeal of hookers lies in the temporary psychic
relief they supply to men struggling with conflicts
about guilt and responsibility.

Having studied the dynamics of sexual arousal for
almost 15 years, and having treated dozens of men who
find prostitutes irresistible, I have found that for
the overwhelming majority of them, the appeal lies in
the fact that, after payment is made, the woman is
experienced as completely devoted to the man -- to his
pleasure, his satisfaction, his care, his happiness.

The man doesn't have to please a prostitute, doesn't
have to make her happy, doesn't have to worry about
her emotional needs or demands. He can give or take
without the burden of reciprocity. He can be entirely
selfish. He can be especially aggressive or especially
passive, and not only is the woman not upset, she acts
aroused. He is not responsible for her in any way. She
is entirely focused on him. He is the center of the
world. Now, of course, these interactions are
scripted. The prostitute is acting.
But it doesn't
matter. For men who like to go to go to prostitutes,
the illusion of authenticity is enough.

If a man is compelled to use a prostitute because it
makes him feel free of guilt, responsibility, and
worry
, then those feelings must be a special burden to
him. Such men feel psychically weighed down by the
belief that they're supposed to take care of women,
that they have an obligation to make women happy, to
please them. Such beliefs are often exaggerated and
based on a belief and perception that women are
high-maintenance, helpless, or disposed to be unhappy
and dissatisfied
. These beliefs are formed in
childhood and are reinforced by our culture. They are
often false, but they can inhibit such men in their
sexual relationships
. In real relationships, they feel
that there is always a hidden quid pro quo, that they
can't get much unless they give a lot, that they have
to pay a high price for getting what they need. Of
course, intimate relationships then suffer.

For these men, a prostitute is sought as a
relationship in which the man can "let go" and freely
express his most selfish desires without feeling
guilty and worried about the effect of these desires
on his partner.

For male politicians, these issues are likely
heightened. It is argued that they're accustomed to
wielding power, using others and expecting others to
serve their narcissistic needs. But in the quid pro
quo
world
in which politicians live, no one gives
anything without expecting something back. Everybody
wants a piece of them. In the healthiest cases, they
can be themselves at home with their families, feel
loved without conditions. But too often their
marriages and family lives have taken a backseat to
their careers and no longer function as havens of
reciprocity, connection, and love.

With a prostitute, the arrangement is also
instrumental, but during the time that he is with her,
the politician can enjoy the fantasy that he doesn't
need to do anything for anyone.
Spitzer paid for his
time in advance. When he entered the door of that
hotel room, he and "Kristen" enacted a fantasy in
which, whatever its sexual specifics, his immediate
pleasure was her sole aim, an aim that she appeared to
pursue happily and with abandon.

Many of us will weigh in on the social, political and
psychological meanings of this sordid but common
story. We can condemn Spitzer's hypocrisy, criticize
his stupidity, and decry the cultural pathology and
victimization surrounding male-female sexual
relationships and prostitution. But it's important
also to peek into the anxiety, conflict and longings
that actually motivate individual men to do the things
that we call stupid and that are destructive to
themselves and others.
Explaining behavior like
Spitzer's does not mean condoning it. But it can
deepen our understanding of each other without
mitigating either our moral or political passions.





Michael Bader is a psychologist and psychoanalyst in
San Francisco. He is the author of "Arousal: The
Secret Logic of Sexual Fantasies
" and the forthcoming
book "Male Sexuality: Why Women Don't Understand It --
and Men Don't Either." He has written extensively
about psychology and politics.

© 2008 Independent Media Institute. All rights
reserved.
View this story online at:
http://www.alternet.org/story/79635/

Zum Fall Eliot Spitzer:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=33665#33665





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PlatinStern
PlatinStern





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BeitragVerfasst: 2008-03-16, 04:52  Beitrag #19/161     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Wer mehr über den Fall Spitzer erfahren möchte, findet viel auf Bound, not Gagged
http://deepthroated.wordpress.com/category/spitzer/

Random Thoughts on the Spitzer Scandal
http://deepthroated.wordpress.com/2....ughts-on-spitzer-scandal/

The Most Rapidly Remixed Prostitution Scandal Ever
http://deepthroated.wordpress.com/2....rostitution-scandal-ever/

$1 Million to Kristen to Pose in Hustler (If she accepts)
http://deepthroated.wordpress.com/2....-hustler-if-she-accespts/

Dänemark hat auch seine Saubermänner.

Dansk Kvindesamfund, Die Dänische Frauengesellschaft, hat eine Kampagne, in der sie Männer dazu auffordert, zu Prostitution Stellung zu nehmen.
http://www.tagstillingmand.dk/
Das absurde dabei ist, dass nur Prostitutionsgegner zu Wort kommen. Befürworter einer vollen Legalisierung werden wegzensiert.
Bis jetzt haben 1740 Männer sich gegen Prostitution ausgesprochen. Wenn man die "Argumente" liest, geht es um Vorurteile, Klischees und Moral.
Noch absurder wird es, wenn unter der Hand gemunkelt wird (bekannt ist), dass einige der Saubermänner Kunden sind. Um ihr Geschäft nicht zu ruinieren, halten die Sexarbeiterinnen natürlich ihren Mund.

Ich hoffe, dass Kristen den Spitzer-Skandal zu ihrem Vorteil ausnuten kann.
hier ihr Song "WHAT WE WANT" auf YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=rVettSNOSb8

und ein wenig pathetischer und politisch korrekter Kundenunsinn von New Yorks Gouverneur Spitzer
http://www.youtube.com/watch?v=Y7GcoLqfhHg&feature=related


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BeitragVerfasst: 2008-03-21, 16:09  Beitrag #20/161     Titel:  Und noch ne Akademie  Nach untenNach oben

Freier-Aufklärung in der John-Schule?

Watch Inside a Brooklyn "John School"
Arrested for Soliciting Sex, First-Time Offenders Can
Clean Up Their Records in Just Four Hours


By KRISTIN PISARCIK
March 20, 2007—


It's a Tuesday evening in Brooklyn and "John School"
is in session. Every couple of months, more than 100
men representing every race, background and social
status gather to learn about the dangers of
prostitution to which some have had first-hand
exposure.

Sitting in banquet-style chairs in a windowless
lecture hall, they wear everything from sweats to
designer suits. There are Yankees hats and yarmulkes.
Briefcases, sneakers and loafers line the aisles.

But they do share one thing in common: every
participant was arrested after offering undercover
cops money for sex.


Watch "Prostitution in America: Working Girls Speak"
Friday on a special two-hour "20/20" at 9 p.m. ET.

"John School" is offered in at least six major cities:
Washington, New York, San Francisco, Pittsburgh, West
Palm Beach, Fla., and Buffalo, N.Y. These classes for
first-time offenders are subsidized with federal
funds.
Almost like traffic school, attendees are
served bagels and coffee as they sit through a
four-hour lecture. Classes can be as long as seven
hours depending on the city.

Each class member pays a $250 fee and hears from
prosecutors, police, community advocates and an
ex-prostitute. Also included in the lecture is a
graphic slideshow about sexually transmitted diseases
presented by a Health and Human Services
representative. After attending, the arrest is dropped
from each John's record as long as he isn't caught
soliciting a prostitute again within six months. If
the men opt against John School, they face trial on a
Class B misdemeanor and a possible sentence of 90 days
in jail. Defendants with violent criminal records
cannot participate.




'These Young Girls, They Are Really Just Kids'

"The program was initiated largely due to the rising
number of women, especially teens, involved in
prostitution," said Kings County Assistant District
Attorney Christopher Laline during one of the classes.
"It was initiated by our Brooklyn District Attorney
Charles J. Hynes.

"He decided that one way to address the problem of
prostitution was to focus on the demand. The demand
was the Johns. And gentlemen, that is everybody here,"
he told the class. "We call this program the Brooklyn
John's School, also known as 'Project Respect.'" In
this session there were Russian, Chinese, German and
even Creole translators for the Johns. The room next
door was filled with a room of Spanish-speaking Johns.

More than one-third were married, and a show of hands
made it apparent that most of their wives and
girlfriends didn't know where they were. It's easy to
say they are attending traffic school or have another
commitment.



Empathy and Health Risks

Experts want these men to think of the prostitutes as
victims, and speakers often try and teach empathy for
the women.


The average age that a girl enters the world of
prostitution is just 13
.

"You have to be more aware of the fact that most
prostitutes are under the age of 17. It happens, it
happens all the time," said Laline. "Violence against
these girls continues to go up and their ages continue
to go down & These kids being raped are having serious
assaults on their bodies: swollen eyes, busted jaws. I
see it everyday in my office, these terrible, violent
crimes."

"They are being taken advantage of, and are put
through serious danger. These girls are children. They
are at an age that if it happened to be one of your
daughters and someone was to solicit them for sex I am
sure each and every one of you would be absolutely
enraged." Former prostitute Rosette Menifee tells the
Johns about the dangers and health risks.

"When I was in the street, I don't ever remember being
treated from an STD," she said. "When I was in the
street I never went to the doctor, unless I was jailed
and they forced me to go through a screening."

"If you choose to still be part of the problem I still
have prayer and hope for you, but then whatever the
consequence is, it's for you. Don't blame the
prostitute," Menifee concluded.

Later, when the Human and Health Services
representative speaks, outbursts of disgust resonate
in the room as she displays photos of severe STD
cases. Several participants said they learned a lot
from the class. "It's opened up my eyes, gave me a lot
of information about the girls, the community
problems, and really graphic pictures which make
people really not want to have sex," said George,
another John.



Lonely and Unsatisfied?

But why do Johns, who are frequently married, turn to
prostitutes for sex? "Some guys are lonely for the
most part, for some guys their mate isn't satisfying
them. For the most part, yes, guys want to experience
different positions, so to speak, and their mate might
not want to do it. What better way to try or do what
you want?" Deric, a bouncer and the father of a
7-year-old girl said. "Other times, in religious
aspects, I won't say what religion but some religions,
you can only have sex with your wife when you are
trying to reproduce
. If you're not trying to
reproduce, you can't do it. "Some people are not
married, some want to avoid all the talk and all the
dating," George added. "Some guys say if I pay she
better give it up. They can just go get who they pick
and instead of going through the whole dating service
they just provide the money and get a service." The
recidivism rate is ranked low for John Schools around
the country. In Brooklyn, only nine out of more than
2,000 attendees have been arrested a second time for
soliciting prostitution.


A newly enlightened George offered a last piece of
advice to other potential Johns: "Just don't do it. Go
out with people, spend money go on dates so you don't
have to go through the rough times."

Copyright © 2008 ABC News Internet Ventures
http://abcnews.go.com/2020/story?id=4488623&page=1





Schule geführt von Sexarbeitern

www.schoolforjohns.com





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