Männliche Prostitution in der deutschpr. Literatur seit 1900

für Links und Hinweise zur Austellungen, Filmen, Büchern - Alles was für männliche Sexarbeiter interessant sein könnte
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Männliche Prostitution in der deutschpr. Literatur seit 1900

#1

Beitrag von Marco_Do » 2008-07-25, 15:06

Interessanter Querschnitt der literarischen Welt zum Thema männliche Prostitution.


Die Broschüre ist als Printversio recht happig, aber das Lesen macht Spass!

Hier der Link zum Verlag:

Marcel Weitschat: Männliche Prostitution in der deutschsprachigen Literatur seit 1900
Zuletzt geändert von Marco_Do am 2008-07-25, 23:20, insgesamt 5-mal geändert.

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Deine Quellenangabe ist zu kurz

#2

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2008-07-25, 19:28

meinst du dies?



Autor: Marcel Weitschat

Fachbereich: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Kategorie: Bachelor Thesis
Seitenzahl: 48
Institution: Universität Bielefeld
Jahr: 2007



wo zu haben? sei nicht so sparsam und mach demnächst einen link.

hast du es digital?

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#3

Beitrag von Marco_Do » 2008-07-25, 19:58

Habe das Buch und die anderen Bücher, welche von mir hier gepostet werden als Printversionen.

Bevor ich es hier poste, lese ich die Bücher erstmal.

Mon passion, c'est la littérature, biensur.

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Skepsis

#4

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2008-07-25, 21:17

Wenn die Einleitung schon so einen groben Fehler enthält:

"...homosexuellen Prostitution, da diese sich im Gegensatz zur Liebe zwischen zwei Männern nicht vergeistigen lässt, sondern körperliche Handlungen bzw. deren Feilbieten per definitionem voraussetzt."

...bin ich sehr skeptisch. Ich wittere schon das traditionelle unhinterfragte kulturelle Vorurteil welches grundsätzlich Prostitution abwertet und Liebe aufwertet.


Wie lebt aber doch die Literatur nicht zuletzt durch erotische bis sexuelle Szenen und sie werden allsamt nur geistig erfahrbar. Und wieviele Schundromane über fiktive Callboy-Erlebnisse gibt es. Und im Hetero-Sektor Fanny Hill bis Blog Bell de Jour und Co. ...

Alles "Phantasien armer Wixer" könnte man sagen, denn statt sich den Sexprofi zu leisten, haben sie sich literarisch autoerotisch vergnügt. So lassen sich Sparsamkeit und Geiz auch sublimieren.





p.s.
woher hast du den Druck?





.

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#5

Beitrag von Marco_Do » 2008-07-25, 23:11

Die Broschüre ist im Internet erhältlich.

Ich finde den Satz in Bezug auf die Literatur angemessen, der Autor setzt sich nicht mit der mann-männlichen Prostitution in Allgemeinen auseinander, aber versucht analytisch kurz, die deutschsprachigen Werke aufzulisten, die sich mit dem Thema männliche Prostitution seit 1900 auseinandergesetzt haben.

Zitat:

"...homosexuellen Prostitution, da diese sich im Gegensatz zur Liebe zwischen zwei Männern nicht vergeistigen lässt, sondern körperliche Handlungen bzw. deren Feilbieten per definitionem voraussetzt."


Ich meine der Autor wollte damit folgendes Sagen/ ich hab es so verstanden, also aus der literarischen Sicht:

Die Prostitution spielt sich vor einem materiellen Hintergrund ab, im Gegenteil zur wahren! Liebe (geistig), bzw. kostenlosen Liebe (Romeo und Julia, Tristan und Isolda, Tarzan und Jane...) Der Autor meinte das genau diese Themen gern gelesen werden "wahre Liebe zwischen Mann und Frau" und die männliche Prostitution auch wie in der realen Welt eher in die untere Schublade gehört, und sich damit literarisch kein Kapital machen lässt. Wenn wir von qualitativ anspruchsvollen Literatur sprechen - wer liest schon heuzutage gerne das ein Mann den anderen anal befriedigt hat? Kein Bedarf. Schwule Fußballer gibt es auch nicht. Noch nicht.

Falls das eine Bachelor Arbeit ist, wird das irgendein 23J. Student geschrieben haben, der sein Wissen nur wiederum aus Büchern hat... und wahrscheinlich einen Prostituirten noch nie live gesehen hat. Es handelt sich aber um Literatur und so ist diese literarisch-imaginäre Welt halt.

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#6

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2008-07-26, 01:42

Ob er weis, dass Platon seinen Lieblingsknaben im Bordell hat kennen und lieben lernen?





Soweit man aus dem kostenfreien kurzen Exzerpt überhaupt etwas folgern darf:

"Schwieriger noch [im Sinne von literarischer Qualität und ökonomischem Erfolg]
verhält es sich mit der homosexuellen [mann-mänlichen] Prostitution,
da diese sich im Gegensatz zur Liebe zwischen zwei Männern nicht vergeistigen lässt,
sondern körperliche Handlungen bzw. deren Feilbieten per definitionem voraussetzt."

"Literaische Qualität und Ökonomischer Erfolg" sind oftmals geradezu entgegengesetzt und damit wird die Aussage geradezu beliebig richtig und falsch.

Vor allem fragwürdig ist der Satz wegen dem unzulässigen Schluß von einer prostitutionsstigmageprägten Alltagserfahrung (Randständigkeit von mann-mänlicher Prostitution) auf die in der Literatur ohne den inneren Zusammenhang zu durchschauen oder zu hinterfragen.

Er thematisiert Stigmatisierung nicht ansatzweise mit einem Wort, die nämlich das Herausdrängen von Prostitution aus Alltag, Kultur und Hochkultur bedeutet.

Sondern umgekehrt scheint er ein selteneres Vorkommen von Prostitution in der Literatur mit einem Qualitätsurteil der Minderwertigkeit von Prostitution zu verknüpfen, die er aus gängigen Definitionen über Prostituierte ableitet.
(Defizit sich nicht vergeistigen zu lassen wie wahre Liebe).

Er beschreibt quasi eine Rangfolge:
- Hohe Literatur und mit ökonomischem Erfolg
- Schwule Literatur
- Mann-männliche Prostitutionsliteratur

Damit reproduziert er nur das herrschende Prostitutionsstigma
(Prositution als Bodensatz der Gesellschaft - In der Prostitution gebe es keine Liebe - Prostituierte haben ein gebrochenes Herz - Prostitution ist nur materiell und ohne Geist etc.).

Also was bringt uns das an Erkenntnis außer einer Liste von literarischen Werken zur Prostitution, die er evt. nur zitiert und nichtmal gelesen hat?

http://www.amazon.de/dp/3638913430/
28 Euro
sind dafür zu viel, falls man nicht ein eingeschworener Literaturfreak ist.




Aber ich will dich nicht abhalten in Ruhe alles zu studieren und uns von den Highlights der mann-mänlichen Prostitutions Literatur in D nach 1900 zu berichten.

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#7

Beitrag von Marco_Do » 2008-07-27, 15:33

Nun, ich meine, mann sollte zuerst das Gesamte lesen und nicht nur von der ersten Seite ausgehen.

Falls du dich entscheidest das komplette Buch zu lesen dann werde ich mich gerne mit dir austauschen.

Danke.

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Beitrag von Marc of Frankfurt » 2008-07-27, 16:08

Ich warte erstmal Deinen Bericht ab.
Danke.

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Beitrag von Marco_Do » 2008-07-27, 20:41

Habe nicht vor davon ein Bericht zu schreiben, sorry.

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Beitrag von Marc of Frankfurt » 2008-07-27, 23:25

must du ja nicht.

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