Was als Warnung daherkommt ist zugleich Anti-Trafficking/Migration-Propaganda und Moral-Panic-Schock-Therapie:
Dramatic TV ads sell anti-human-trafficking message: 'Don't Be Fooled'
... Migrants may think they are dealing with human smugglers who are "transportation-based," but end up victims of human traffickers, who are "exploitation- based," said U.S. Immigration and Customs Enforcement Deputy Director Kumar C. Kibble.
promoting a phone number -- 1-888-3737-888 -- people can call to report suspicious activity.
"Since we've started doing the hotline in 2007, we've taken over 34,000 calls and believe we've learned (of) ... over 4,000 potential victims of trafficking [1.000 pro Jahr]," said Bradley Myles, executive director of the project. The hotline serves as a crisis line for victims, a tip line, and a reference line for information. ...
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Ultimately, the battle over the purported link between legalised prostitution and sex trafficking is likely to persist. This battle will continue to be characterised by a dispute over the legitimacy of prostitution, perpetuating a belief that prostitution is distinct to other forms of labour, and that systems of legalised prostitution are fuelling trafficking in young women and girls.
It seems absurd that while the demand for sexual services is maligned and cast as the primary factor fuelling the trafficking in women, the demand for cheap clothes or fruit is rarely viewed as the cause of trafficking in the garment and agricultural industries. Over time, this perspective may change to a point where it is the exploitation of labour, rather than the labour itself, which is condemned in all industries where trafficking occurs. In the short term, we should at least be allowed to expect that policy be informed by reliable evidence, not just ideology.
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Fragwürdige Studie von Melissa Farley auch in Neuseeland.
Kritische Parlamentsdebatte über ihre Forschungsmethodik.
Prostitution Reform Bill — In Parliament Committee, 11 June 2003.
BERLIN –
Vom Elfmeterpunkt zum Straßenstrich? Fußballerinnen aus Kamerum waren nach einem Turnier in Berlin plötzlich verschwunden (Der Kurier berichtete). Jetzt befürchtet ihr Trainer: Sie arbeiten mittlerweile als Huren.
Anfang Juli sollte es von Tegel aus zurück in die Heimat gehen. Doch die Hotelzimmer waren kurz vor Mitternacht leer. Wo sind die Mädchen seitdem untergetaucht? In Flipflops und umgehängten Fleecedecken liefen die bettelarmen Fußballerinnen vom Willy-Kressmann-Stadion jeweils immer zur U-Bahn. Trainer Tambe Dickson Ashu im „Tagesspiegel“: „Ich sehe es vor mir, dass die Mädchen sexuell ausgebeutet werden.“
Vom Senat kommt nur ein Achselzucken, was den jetzigen Aufenthaltsort der Kameruner Spielerinnen betrifft. Berlins Fußball-Präsident Bernd Schultz zum KURIER: „Wir haben nichts mehr von ihnen gehört.“ Die Berliner Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz eingeleitet. Wenn sie geschnappt werden, droht ihnen in Kamerun eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren, weil sie den „Ruf des Landes beschmutzt haben“, so Trainer Tambe Dickson Ashu.
hier eine interessante Seite - und auch wenn sie grundsätzlich English ist denke ich dass alle damit "spielen" können - die Ländernamen sind ja doch recht ähnlich
Vielleicht einzig notwendige Erklärung für nicht englischsprachige: Der linke senkrechte (unterteilte) Balken stellt die Auswanderungsländer der, der rechte die Einwanderungsländer.
Die Landesbezeichnung erscheint beim mouse over des ensprechenden Segments der Balken, beim klicken darauf wird der entsprechende Migrationsstrom angezeigt.
Berlin/Nürnberg - Die Problematik des Menschenhandels ist immer wieder allgegenwärtig. Gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration in Deutschland (IOM) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) startet UNHCR deshalb ein neues Projekt zur Identifizierung und zum Schutz von Betroffenen des Menschenhandels im Asylsystem.
In dem zunächst auf ein Jahr befristeten Projekt sollen Asylentscheider für das Thema sensibilisiert und Empfehlungen ausgegeben werden. Das Projekt wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziell unterstützt und aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert, ebenso ist das Amt zuständig für die Bearbeitung von in Deutschland gestellten Asylanträgen und für die Steuerung und Qualitätssicherung des Asylverfahrens. Die Berücksichtigung des Aspektes des Menschenhandels von Seiten einer Asylbehörde ist in dieser Art auf EU-Ebene ein Novum.
Zu Beginn planen die Organisationen, die Zusammenhänge zwischen Asylverfahren und Menschenhandel zu erarbeiten, hauptsächlich durch die Auswertung bisheriger Entscheidungen des Bundesamtes. Die Ergebnisse sollen in einem Workshop vorgestellt werden, um sie dann mit Fachleuten aus Politik und Beratungsstellen zu diskutieren.
Im Anschluss werden spezielle Weiterbildungen für Asylentscheider des Bundesamtes erarbeitet werden, um ihnen die Zusammenhänge zwischen ihrer Arbeit und Menschenhandel vor Augen zu führen und konkrete Handlungsmöglichkeiten an die Hand zu geben.
Bei jeder dieser Fortbildungen sollen dann auch Experten von lokalen Fachberatungsstellen für Menschenhandelsbetroffene über ihre Arbeit und praktische Einblicke in das Menschenhandelsphänomen referieren.
Neben dem spezifischen Fachwissen halten die Asylentscheider auch Vorschläge, um Betroffene von Menschenhandel individuell helfen zu können und können diese Kenntnisse an Kollegen weitergeben.
oder wie die Latinas via Spanien in die EU gelangen
Schleuser, 58 Jahre, aus Dominikanischen Republik, gemeldet in Madrid.
Er begleitet und reist mit Einzelpersonen (m/w) oder Paaren im Alter von 15-40 Jahren aus der Karibik über europäische Flughäfen (Frankfurt, London, Istanbul...) nach Spanien und sie geben sich als Touristen aus.
Seine Begleiter reisen mit gefälschten Pässen und zahlen ihm ca. 5.000 Euro pro Person und Reise für die illeale Schleusungsdienstleistung.
Die Zeitung schreibt unkritisch die Ermittler wüßten dass im Zielland Spanien die Frauen in der Prostitution und die Männer auf dem Bau arbeiten müssten. Aber evt. ist es auch ein wollen, was in den Preis und Kreditfinanzierungskosten für die Migration in ein besseres Leben rational und risikobewußt mit einkalkuliert wird [eine ökonomische Wette auf die Zukunft].
Die Behörden haben den an mehreren Flughäfen aufgefallenen Schleuser lange beobachtet, konnten ihm selbst oft nichts nachweisen, weil seine Papiere ok waren. Jetzt wurde er aufgrund gesammelter Zeugenaussagen seiner geschleusten Landsleute in Athen festgenommen und aufgrund EU-Haftbefehl nach Frankfurt ausgeliefert und wartet auf den Prozess.
2010 hat die deutsche Bundespolizei 28 Schleuser festgenommen, denen sie 848 Schleusungen nachweisen konnte
[30 Schleusungen oder 150.000 Euro Umsatz pro Schleuser.
848 illegale, informelle Einwanderungen pro Jahr oder 10ppm pro Bundesbürger in Deutschland].
Der kanadische Dokumentarfilm zeigt den Zusammenhang und die geschichtliche Entwicklung von der kolonialen Sklaverei auf karibischen Plantagen einiger weniger Zuckerbarone und die heutige Abhängigkeit diabetisch-übergewichtiger Kinder und Konsumenten von industrieller Nahrungsmittelproduktion und Zuckerindustrie.
Wurden früher Afrikaner gewaltsam versklavt, um auf den Pantagen in der Karibik zu arbeiten (Westindische Inseln), so ist heute der Kunde und Konsument durch Marketing und falsche Ernährung Sklave einer industriell erzeugten Süßstoffsucht.
Zwei Sendungen in je 5 Teilen
von Brian McKenna, CBC 2005:
Bürger und mitfliegende Flugpassagiere verhindern die Deportation und Abschiebung eines gefesselten undokumentierten Migranten von Paris zurück nach Mali
Die Karte und Datenbank soll illegale Migration erfassen
(unterscheide dazu die sog. "informelle" Migraton, "undokumentiert", "san papiers"... z.B. manche Sexworker-Migranten).
Die Datenerfassung wird betrieben vom International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) seit 2007.
Auf Grundlage von ICMPD-Mitgliedstaaten sowie von Europol, Frontex und Interpol erarbeitet.
Zugang zur Karte nur für Mitarbeiter der nationalen Verwaltungen.
International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) ist eine zwischenstaatliche Organisation (der Exekutive, d.h. nicht demokratisch gewählt) mit Sitz in Wien und wurde 1993 auf Initiative von Österreich und der Schweiz gegründet. Derzeit hat das Zentrum 11 Mitgliedstaaten.
www.icmpd.org
Federführend in Wien ist z.B. Oberst Gerald Tatzgern, Abteilungsleiter im Bundeskriminalamt bmi.gv.at der auch Ansprechpartner in Sachen Auswirkungen des neuen Wiener Prostitutionsgesetz und Vertreibung der Sexworker von angestammten Straßenstrichgebieten ist.
Dadurch dass für Sexworker-Migrant_innen das Bundeskriminalamt zuständig ist, ist eine Kriminalisierung bereits vorgezeichnet. Dagegen wendet sich die Forderung vieler Migrantenorganisationen "kein Mensch ist illegal".
Sexworker in Australien reagieren und organisieren eine öffentliche Gegenveranstaltung...
...auf einen einseitigen Medienbericht zu Menschenhandel (Sex Slavery)
This is the address by Elena Jeffreys and responds to some of the issues raised in the Four Corners program "Sex Slavery" presented by Kerry O'Brien and broadcast by the Australian Broadcasting Corporation (ABC) on 6th. October 2011.
On 2nd November 2011 Elena Jeffreys from the Scarlet Alliance addressed a meeting of the Australian Sex Party - NSW in Glebe (Sydney, New South Wales, Australia) 2nd November 2001, 6.30pm - 9.00pm.
( Toxeth Hotel Fireplace Room, Ground floor 345 Glebe point Road, Glebe, NSW )
ZDF-Samstagabend-Krimi in der Tradition der über 100jährigen Moral Panik Mädchenhandel, sog. Zwangsprostitution und White Slavery:
ZDF: Rosa Rot - Bin ich tot?
Iris Berben (61) als Kommissarin Rosa Rot
Regisseur Carlo Rola
Drehbuchvorlage Daniel Douglas Wissmann
Produzent ihr Sohn Oliver Berben
2011
Es werden die schlimmsten Assoziationen klischeehaft in Szene gesetzt:
Menschenhändler-Netzwerk
gehandelte junge Mädchen aus Moldavien
zwei gefangene Mädchen mit GHB (K.O.-Tropfen s.u.) betäubt in den Händen der Bande
gefangen im Keller, gefesselt mit Kabelbindern, in Unterwäsche auf nakten Stahlbetten
im leeren halbdunklen Kellerraum, in einer entlegenen verlassenen gekachelten Fabrikanlage
bewacht von einer in der Hierarchie aufgestiegenen, älteren Ex-Prostituierten aus Moldavien und einem deutschen Gehilfen der, so wird suggeriert, mit den Gefangenen Sex hat
Deutsche Männer in Juppie-Wohnung, der/die das Geschäft hier organisieren
Ständig werden Handies und SIM-Karten gewechselt
Ein Anwalt organisiert den Rechtsschutz der Ganoven und boxt den Kopf der lokalen Bande aus der Untersuchungshaft
Ein Sittenpolizist der sich als korrumpt erweist und wegschaut
Ein Kollege von Rosa Rot in der Mordkommission, der seit vielen Jahren seine Tochter vermißt und privat auf Porno-, und Prostitutions-Seiten ermittelt
Als die Bande schrittweise enttarnt wird, sollen die gefangenen Mädchen auf einem Schrottplatz in einer Autoblechpresse im Kofferraum eines Schrottfahrzeugs beerdigt und entsorgt werden, was mißlinkt als es zum Showdown kommt.
Zuvor wurde ein Mädchen teilweise unter Drogen stehend auf der Flucht erschossen und auf Bahngleisen abgelegt zurückgelassen.
Duch Zufall gerät ein gleichaltriges Mädchen aus gutem deutschen Hause, welches erstmals mit ihrem Freund in den Urlaub nach Venedig fährt, als Zeugin in die Flucht- und Mordszene und wird kurzerhand als das getötete Mädchen eingetauscht, entführt und in den Folter-Keller verschleppt, nachdem ihr Freund erschossen zurückgelassen wurde.
Die dramatisierte Psychokrise der Eltern und jüngeren Schwester (Suizidversuch) verlängern das Leidens-Drama in die bürgerliche Mittelschicht.
In Moldavien sollen pro Jahr 20.000 Mädchen vermißt werden, so jedenfalls wird dem Zuschauer nebenbei per Polizeigespräch mitgeteilt.
Ob das alles Sexsklaven sind wage ich zu bezweifeln, nachdem von den 40.000 vermuteten Zwangsprostituierten zur deutschen Fußball WM 2006 nur 5 offizielle Fälle übrig geblieben sind. Die Arbeits- und Perspektivlosigkeit im Armenhaus Europa führt zu einem riesigen brain-drain in den Westen. Mit solchen Zahlen wird mal wieder Verbrechen und informelle Migration großzügig vermischt bzw. gleichgesetzt (scare mongering, Schock Doktrin). Wie auch in der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung sind die Frauen oftmals mobiler und migrieren. Vermutlich eine Partiarchatsfolge, weil ihnen nicht das Privateigentum und Bodenrecht zukommt, nichteinmal im Sozialismus. Nach Palermo-Protokol von 2000 werden Frauen als Opfer von Menschenhandel definiert, wo erst in jüngster Zeit zwischen Prostitution und Arbeitsausbeutung differenziert wird (Aber: Sexwork is Work!) und Männer werden geschlechtsspezifisch anders gesehen als geschleuste bzw. Schleuser/Menschenhändler.
Die Zahl aus dem Krimi:
20.000 Opfer, das wären 0,6% oder 6 Promille der Bevölkerung
Zahlen aus dem Internet:
3,5-4,5 Mio Einwohner hat Moldavien
600.000-700.000 Migranten, 17% der Bevölkerung
13.000 Migranten im Alter von 14-24 (die Zahl ist schonmal kleiner als die der 20.000 Opfer)
90% of young people aged 18-29 would like to leave Moldova
36 persons (men and women) returned to Moldova via official channels in 2000
400 trafficked persons assisted by Save the Children Moldova in 2000
50% only of the women want to or can go back to their families
33 cases against traffickers pending in 2001
15 cases prosecuted before September 2001 ended in amnesties and therefore no one has served any prison sentence.
[p.25-28 www.iom.md/materials/1_traff_human_beings_se.pdf ]
1.300 $ pro Jahr durchschnittlich Heimüberweisungen (Remittance)
1.200 Mio $ insgesamt d.h. remittance 20% vom BIP (Bruttoinlandsprodukt, Umsatz der Volkswirtschaft)
IOM zählt 79 Re-Trafficking-Fälle in den letzten 10 Jahren (99-09) [7,9 pro Jahr] und davon 35 aus Moldavien [3,5 pro Jahr]. Die meisten in den Balkan. Darunter 14 Minderjährige [1,4 pro Jahr]:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=96055#96055
- Doku-Fiction "Lilya 4-Ever" von Lukas Moodysson, Schweden 2002. Sie hat das Genre Mädchenhandel/Sexsklavinnen neu belebt nach Öffnung des eisernen Vorhangs und viele medialen und politischen Aktivismus angestachelt. Dennoch beschreibt er nur ein isoliertes schreckliches Einzelschicksaal (Migration, Zwangsprostitution, geglückte Flucht, Selbstmord):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=101664#101664
Diese Filme sind das Rückrad und Propaganda-Material mit dem quasi die Prostitutionsgegner eingeschworen werden auf eine Politikdoktrin, die im wesentliche aus USA und Vatikan kommt.
Der ZDF Krimi steht also ganz in dieser fragwürdigen Tradition der Doku-Fiction, die sich extreme Schicksale und Verbrechen herauspicken, um eine Stimmung zum Thema Menschenhandel, Migration und Prostitution zu lancieren. So als würde man die Themen Partnerschaft, Ehe und Kindererziehung mit den Fällen Fritzel und Kampusch in Szene setzen.
Früher galten auch alle Homosexuellen als Kinderschänder. Aber eine starke Schwulenbewegung hat dieses falsche Feindbild langsam dekonstruieren können. Wir die Sexworker Bewegung stehen immer noch ziemlich am Anfang wie mir scheint.
Ist Euch auch schon aufgefallen, dass in vielen Kriminalfilmen die Polizei ihre Kompetenzen ungestraft überschreitet? Dient ja alles einem guten Zweck wenn der Polizeihacker dadurch ein Verbechen aufklärt.
In diesem Filom waren auch zwei "schöne" Beispiele.
Wie böse sind Schlepper wirklich? Eine Recherche mit überraschenden Ergebnissen
Sie bringen Ausländer illegal über die Grenze und gehen
angeblich dabei über Leichen. Aber wie böse sind Menschenschmuggler wirklich? Eine Recherche mit überraschenden Ergebnissen.
Ein IMHO äußerst lesenswerter Artikel, der wieder einmal mehr die Fragwürdigkeit menschliche Handlungsweisen nach geschriebenem "Recht" abzuurteilen aufzeigt.
Liebe Grüße, Aoife (und vielen Dank an Christian, der den Artikel gefunden hat)
Meine Essenz aus diesem roman-haften und unübersichtlichen Profil-Artikel, der letztlich wohl nur ein verkappter Prozessbericht ist und es schafft, grundsätzliche Wahrheiten zur gescheiterten Anti-Migrationspolitik gut vor den Lesern_innen in einer Bleiwüste zu verstecken:
Fallzahlen (in Österreich aufgegriffen):
13.424 ... 17.178 +28%
Illegale im Jahr 2011 bis 25. Oktober
276 ... 240 -13%
Schlepper
48 ... 71 Illeale je Schlepper
8,4 Mio Einwohner in Österreich
114.398 Zuzüge aus dem Ausland 2010
-86.703 Wegzüge in das Ausland 2010
_______
=27.695 Personen Wanderungssaldo
17.178 (geschleppte) aufgeflogene Illegale in .at 2010
= 15% bezogen auf alle Zugezogenen, d.h. 15% von 3 Promille
Entdeckte Illegale pro Jahr = 0,45 Promille bezogen auf die Bevölkerung.
Gesetze:
- § 114 Fremdengesetz (Schlepperei)
- Schengen-Bestimmungen: Beamten dürfen nahe der Grenze eine Schwerpunktkontrolle nicht länger als etwa 1 Stunde durchführen.
- Dublin-Verordnung: jeder Asylwerber muß in dem Staat der Europäischen Union einen Antrag stellen, in den er als Erstes eingereist ist.
Das treibe „den Schleppern die Leute in die Arme“.
Schlepperei ist nicht gleich Menschenhandel!
Schlepper
Sie bringen Menschen gegen Bezahlung illegal über die Grenze.
Vorkasse-Prinzip = Barzahlungs-Prinzp wie im Supermarkt oder bei Sexdienstleistung, für Leute mit Guthaben.
Menschenhändler
"Sie hingegen tun dies gratis, um die Opfer danach auszubeuten." -so ist die Aussage teilweise falsch!-
Kosten-Abarbeiten-Prinzip = Kredit-Prinzip z.B. auch bei Bordellzimmermiete, wenn Sexarbeiterin kein Geld mitbringen kann, dann braucht sie das Zimmer erst am Ende des Tages zu bezahlen, nachdem sie (ab-)gearbeitet d.h. Geld verdient hat, falls ihr der Vermieter das zutraut und vertrauen d.h. Kredit schenkt. So auch bei der Eigenheim-Baukredit-Hypothek, wo man 30 Jahre abarbeiten muß und daher gezwungen ist sich systemkonform zu verhalten um nicht Job und damit Haus d.h. seine gesamte Existenz zu verlieren... In der Definition im Profil-Artikel fehlt also ganz entscheidend das Kriterium der freiwillig abgeschlossenenen (mündlichen) vertraglichen Vereinbarung. Das wird beim Thema Migration und Sexarbeit regelmäßig übersehen bzw. unterschlagen, weil das ganze Setting, die ganze Branche kriminalisiert werden soll.
Prostitution und Zeitungsberichte über "bulgarische Schlepperbande": Wenn die Opfer zum Grenzübertritt gar kein Visum bräuchten, sei es keine Schlepperei, obwohl die Medien es so genannt hätten. Soll dass heißen, bei Prostitution handelt es sich (automatisch) um Menschenhandel? Gelten Frauen per se als Menschenhandelsopfer und Männer als geschleppte (Genderthema)? Dabei ist Migrationsorganisation und Arbeitsorganisationshilfe gerade auch in der Prostitution notwendig oder sinnvoll für sprachunkundige Ausländer, weil die Branche in Österreich in der Sittenwidrigkeit gefangen ist und daher nicht wirklich offen aufgeklärt und informiert werden kann über Arbeitsformen und Arbeitssicherheit.
Diese Mißverständnisse über die informelle Ökonomie hängen eng zusammen mit den ideologischen Mißverständnissen und Ungereimtheiten in Ökonomie und Geldsystem im Allgemeinen (tabuisierte systemische Fehler):
Es gibt zwei traditionelle Formen des Geldes (Münze li. und Schein re.). Ihnen entsprechen die fundamental unterschiedlichen Prinzipen Tauschen und Wirtschaften. Wirtschaften = Vorfinanzieren per Kredit. Erst beim Wirtschaften wird der Faktor "Zeit ist Geld" mit berücksichtigt (Zinseszins).
Historisches Selbstwertgeld (Edelmetall-Münze links im Bild: 2500 Jahre alt von König Krösus, Lydien heutige Türkei) verleitet bei Tauschwirtschaft zur Geldhortung und damit Zahlungsverkehrs-Verknappungs-Krise während
Schuldvertragsgeld (Fiat-Money, Zertifikat, Geldschein rechts im Bild: 4000 Jahre alt Ostraka Tonscherbe Getreidelagerquittung Griechenland, Ägypten) zu Finanzkrisen durch Wirtschaftsblasen und Spekulation führen kann (Crash, Bankenrun) so wie 2008 und 2011 (double dip Krise, WWII).
Geldscheine sind Fiat-Money der Zentralbank (EZB), Giralgeld (Buchgeld, Kontoguthaben, Kreditkarten) sind Fiat-Money der privaten Geschäftsbanken und machen heute über 95% der gesamten Geldmenge aus (diese seit 400 Jahren privatisierte Geldschöpfung steht in engem Zusammenhang mit der öffentlichen Staatsverschuldung. Die Golddeckung des Dollars wurde 1972 von Präsident Nixon einseitig aufgekündigt als nach dem teuren Vietnamkrieg Frankreich Gold für seine US-Schuldverschreibungen haben wollte. Das ist das eigentliche Bankgeheimnis;-).
- erfordert viel Know-how und das Zusammenspiel zahlreicher Komplizen (allein wg. der vielen Grenzregime:)
- in der legalen Branche heißt das "Expat-Consultancy" oder schlicht Reisebüro *lol*
- flache Hierarchien
- Bekanntschafts- und Familiennetzwerke
- "in der Diktion des Strafgesetzbuchs nennt man das eine „kriminelle Organisation“ (mehr als 3 Leute)"
Ist aber kriminal-wissenschaftlich kontrovers diskutiert, ob das tatsächlich als OK, Mafia oder terroristische Vereinigung bezeichnet werden kann, womit diese die Bürgerrechte stark einschränkenden Gesetze ursprünglich gerechtfertigt und eingeführt wurden.
- Mitarbeiter sind zu gleichen Teilen finanziell beteiligt (egalitär, Prinzp Partnergesellschaft)
- machen sich keine Konkurrenz (Prinzip Gebietsschutz, Selbstorganisation, räumliche Diversifizierung)
- einzelne Komplizen in der Kette sind leicht zu ersetzen (Prinzip Hydra, Massenbewegung)
- diskret ohne Namen (Prinzip Schwarzmarkt, Geheimdienst, konspirative Subkultur)
- machen gute Geschäfte wenn Schleppung erfolgreich ist (Prinzip Mundpropaganda, Gonzo Marketing)
- "werden von Österreichischen Öffentlichkeit wie Kinderschänder und Sklaventreiber gesehen" (gelenkte Konzernmedien, versagende Asylpolitik und eine moderne Form von nationalistischer Ausländerfeindlichkeit (Xenophobie, Syndrom gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit, Prinzip Nationalismus)
- werden von Migranten selbst wie Dienstleister gesehen (Prinzip Kooperation, Geschäftspartner)
- sind selbst extrem arm, prekär lebend und sozial global benachteiligt (mißglückte, entartete Globalisierungsfolgen, failed State, Kriegsflüchtlinge).
Das Geschäftsmodell entsteht erst aufgrund der Kriminalisierung von Freizügigkeit, Reisefreiheit und Mobilität, basierend auf dem Konzept von abgeriegelten Nationalstaaten innerhalb der Festung Europa (Schengenraum, "das Boot ist voll"-Ideologie).
In Verbindung mit einer hegemonialen Globalisierungspolitik (Freihandel für Exporte aber Protektionismus für Migration), die die Entwicklungsländer systematisch verarmt (Imperialismus: früher Kolonialismus, heute Außenhandelsbilanz-Ungleichgewichte, Corporatocracy und Migrationskontrolle. Reisefreiheit nur noch für zahlungskräftige Touristen, Manager, gesuchte Fachkräfte (Informatiker), Investoren und digitales Spekulations-Kapital auf den Finanzmärkten des Kasinokapitalismus...).
Fälle/Personen Schlepper und Geschleppte:
Prozess Landesgericht Eisenstadt, 19. Oktober 2011
30 geschleppte Afghanen (u.a. in engen Luken im LKW versteckt),
25 Schlepper,
Schlepperei in 249 Fällen,
Strafen 9...24 Monate zum Teil bedingt (werden mit Untersuchungshaft verrechnet)
- Geschleppter Hamid 29 (Name geändert), junger Afghane, will Anfang 2011 Heimat verlassen Richtung EU. Zahlt 500$ für Schleppung in den Iran. 1300$ per Überweisung vom Vater für Schleppung in die Türkei gemeinsam mit 11 anderen. Dann über den Grenz-Fluß nach Griechenland. Festnahme am 29. August auf der Fahrt nach Wien gemeinsam mit 29 Afghanen und 25 als Touristen getarnte Schlepper aus der griechischen Stadt Thessaloniki, gebürtig in Georgien oder Armenien, armenisch-aserbaidschanische Kriegsflüchtige.
- Geschleppter Adil (Name geändert), ein Afghane wollte nach Wien. Geschlagen weil er Angst hatte ins Boot zu steigen. Überfahrt 8 Stunden nach Griecheland.
- Schlepper, Familienvater 34 Jahre verdient 100 Euro je Busfahrt nach Wien. Familieneinkommen 313 Euro/Monat.
- Schlepper Slobodan (Name geändert), ein 30 Jahre alter Serbe, fuhr mit seinem Auto von Serbien über Ungarn nach Österreich und lies an einer Raststädt bei Budapest 3 Männer einsteigen.
- Schlepper wurde geworben in der serbischer Stadt Subotica, Schlepperhochburg
- Schlepper Tatjana (Name geändert) moldauische Staatsbürgerin, aufgrund internationalen Haftbefehls festgenommen beim Flug von München in die USA. Hat 100-200 Euro von den Geschleppten kassiert, die durchschnittlich 2.000 Euro zahlen müssen (also 10%).
- Schlepper Ladislav (Name geändert) wurde gezwungen, als Schlepper zu arbeiten. Mai 2011, 10 Leute über Slovakisch-Österreichiche Grenze gebracht.
Fälle/Personen Polizeikontrolle und Staatsschutz:
- Innenministerin Johanna Mikl-Leitner
- Oberst Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und Menschenhandel des österreichischen Bundeskriminalamts (BKA)
- Polizeikooperationszentrum im burgenländischen Nickelsdorf mit 55 Streifen im Einsatz. Revierinspektor Harald Hauptmann und Fähnrich Zoltan Toth. Kontrolle mit 300 Polizisten am Rastplatz Leobersdorf an der A2, der Südautobahn. 13 Pers. mit Aufenthaltsverbot vorl. festgenommen.
- Grenzkontrolle mit Hubschrauber mit Forward-Looking-Infrared-Kamera (FLIR)
- Judith Ruderstaller, Leiterin der Rechtsabteilung des Vereins „Asyl in Not“
Profil hat folgendes geschrieben:
Beruf: Schlepper
Wie böse sind Schlepper wirklich?
Eine Recherche mit überraschenden Ergebnissen
Sie bringen Ausländer illegal über die Grenze und gehen angeblich dabei über Leichen.
Von Robert Treichler
Ganz am Ende einer sehr langen Reise ist es Gewissheit: Die Männer und Frauen, die am 19. Oktober im Saal 1 des Landesgerichts Eisenstadt auf der Anklagebank sitzen, sind schuldig. Sie haben sich der Schlepperei strafbar gemacht, schlimmer noch: Sie sind mitverantwortlich für die Qualen, die den Opfern dabei zugefügt wurden. 30 Afghanen haben sie zum Teil in unfassbar enge Hohlräume unter dem Boden eines Autobusses gepfercht, zum Teil waren die Kammern nur 25 Zentimeter hoch.
Viele Stunden dauerte die Reise, es gab kaum Luft zum Atmen. Die Eingesperrten hatten fast nichts zu essen und zu trinken. Die Schlepper hingegen bereicherten sich gewerbsmäßig an ihren Opfern.
Der Schuldspruch des Landesgerichts bestätigt, was man über Schlepper längst weiß. Sie rauben armen Teufeln die Menschenwürde, sie knöpfen ihnen das letzte Geld ab und überlassen sie schließlich ihrem Schicksal. Sie nützen die Notlage von Flüchtlingen aus. Sie sind Leute, denen man auf keinen Fall vertrauen sollte.
Schleppern kann man vertrauen.
Hamid (Name geändert), ein junger Afghane, beschließt Anfang des Jahres 2011, seine Heimat zu verlassen. Er will in den Westen, in die Europäische Union, und wendet sich an einen Freund, von dem er vermutet, dass er gute Kontakte hat. Der Freund nennt ihm einen Schlepper. In seiner Aussage bei der Polizei in Österreich gibt Hamid an, was er über diesen Mann weiß: „Männlich, Afghane, 165–175 cm groß, ca. 85 kg, 35–40 Jahre alt, dunkle Haare.“
Der Schlepper verspricht, Hamid und 29 weitere Männer in einem Bus in den Iran zu bringen. Dafür verlangt er 500 US-Dollar. Am Grenzübergang steigt der Schlepper aus und spricht mit den iranischen Beamten. Dann steigt er wieder ein, der Bus fährt los, keiner der Männer im Bus wird kontrolliert. Drüben im Iran sagt der Schlepper schließlich zu den Männern, dass sie aussteigen und ihrer Wege gehen sollen. Er hat seinen Vertrag erfüllt.
Hamid verbringt zwei Monate in der nordiranischen Region um den Berg Damawand, ehe er dort einen weiteren Schlepper kennen lernt. Dieser macht ihm ein Angebot: für 1300 US-Dollar in die Türkei. Das Geld solle Hamid überweisen, wenn er dort eintrifft. Diesmal ist es ein Deal mit einem gänzlich Unbekannten – 200 cm groß, dunkle Haut, dunkles Haar, sehr schlank, 45–50 Jahre alt.
So werden die meisten einschlägigen Verträge geschlossen: mündlich, ohne Bekanntgabe der Identität des Schleppers und des Kunden. Der Markt wird weitgehend durch die Nachfrage bestimmt. Dass Schlepper ihren Klienten paradiesische Zustände im Westen vorgaukeln, ist ein Märchen. Erstens würde niemand wegen der Erzählungen eines Unbekannten seine Heimat für immer verlassen, und zweitens brauchen Flüchtlinge unterwegs nicht dazu motiviert zu werden weiterzufahren. Hamid hat Afghanistan nicht den Rücken gekehrt, um im Iran zu bleiben.
Der Schlepper bestellt Hamid zu einem Treffpunkt. Dort wartet er mit einem schwarzen Datsun Pick-up. Der junge Afghane legt sich mit elf weiteren auf die Ladefläche. Sie richten sich auf eine längere Fahrt ein. Irgendwann hält der Schlepper an und sagt, sie seien nahe der türkischen Grenze. Sie warten bis zum Abend, fahren dann noch ein Stück in Richtung Türkei und marschieren schließlich acht Stunden durch „ausgetrocknetes Gebiet“, erinnert sich Hamid. Schließlich gelangen sie zu einem alten Haus, wo sie übernachten. Sie seien jetzt ganz sicher in der Türkei, sagt der Schlepper. Hamid, der nie einen Reisepass besessen hat und nie zuvor im Ausland gewesen ist, glaubt ihm. Und tatsächlich, sie sind auf türkischem Staatsgebiet, und tags darauf geht es weiter nach Istanbul.
Da Schlepperei ein Delikt ist und das Image der Schlepper in unseren Breitengraden jenem von Kinderschändern gleichkommt, ist es schwer nachvollziehbar, dass diese Leute für Flüchtlinge Vertrauenspersonen darstellen. Aber auch Schlepper haben in der Szene einen Ruf zu verlieren. Arbeiten sie gut und erfolgreich, werden sie auf informellem Weg weiterempfohlen. So bleiben sie im Geschäft.
Hamid und seine Mitreisenden werden mit einem weißen Bus nach Antalya gebracht, dort steigen sie in einen Linienbus nach Istanbul. Hamid ruft zu Hause an und bittet seinen Vater, 1300 US-Dollar an den Schlepper zu überweisen.
Schlepperbanden werden selten von mächtigen Paten befehligt.
Nicht jeder Schlepper bietet nur einen einzigen illegalen Grenzübertritt an und verschwindet danach. Bei manchen können Flüchtlinge Komplettreisen von der Heimat bis ins Zielland buchen. Das erfordert viel Know-how und das Zusammenspiel zahlreicher Komplizen. In der Diktion des Strafgesetzbuchs nennt man dergleichen eine „kriminelle Organisation“. Ihren Kopf dingfest zu machen ist der Traum der Exekutive.
Im Fall von Tatjana (Name geändert) ist das gelungen. Die moldauische Staatsbürgerin wurde aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen, als sie von München in die USA fliegen wollte. Jetzt steht sie in Eisenstadt vor Gericht, angeklagt der Schlepperei in 249 Fällen. Die junge Frau trägt enge Jeans, schwarze Stiefel mit sehr hohen Absätzen und einen schwarzen Rollkragenpullover. Ihre blondierten Haare hat sie zu einem kurzen Pferdeschwanz geknotet. Sie weint.
Die österreichischen Ermittler haben herausgefunden, dass Tatjana nicht nur Ausreisewilligen Plätze verschafft hat, sondern auch für die Auszahlung der Gelder an die Schlepper verantwortlich war, die von den Geschleppten hinterlegt wurden. In abgehörten Telefongesprächen erkundigte sie sich, ob bestimmte Personen im Zielland – Österreich, Italien, Frankreich – angekommen seien: für das Gericht ein Beweis, dass Tatjana der Kopf einer großen Organisation sei.
Die Angeklagte hingegen sagt, sie sei lediglich eine einfache Vermittlerin gewesen. Sie habe in der Hauptstadt Chisinau gewohnt, und viele Menschen aus ihrer Heimat am Land hätten sie gefragt, ob sie ihnen bei der Ausreise helfen könne. Sie habe alle an einen gewissen „Tudor“ weitergeleitet. Dieser habe sich um den Transport gekümmert.
Die Richterin bohrt nach, will wissen, auf welcher Hierarchieebene Tatjana gestanden habe. Tatjana: „Es gab sehr viele Vermittler wie mich. Da können sie halb Moldawien verhaften.“
Als Belastungszeugin tritt eine bereits verurteilte moldauische Schlepperin auf. Sie hat gestanden, Chefin eines Schlepperrings gewesen zu sein. Doch auf die Frage, wie viele bei den Schleppungen von Moldau bis Österreich involviert gewesen seien, sagt sie zum Erstaunen des Gerichts: „Drei, vier Personen.“ Sie selbst habe niemandem Aufträge erteilt. „Jeder hat seinen Teil gemacht. Der Transport der Leute betraf eine eigene Organisation.“ Sowohl die Angeklagte wie auch die Belastungszeugin geben an, von jedem Geschleppten 100 bis 200 Euro kassiert zu haben. Ein Geschleppter musste jedoch über 2000 Euro zahlen, die angeblichen Chefs hätten also gerade einmal zehn Prozent davon verdient.
Das passt alles nicht ins Bild des großen Bosses einer kriminellen Organisation. Tatsächlich scheint es einen solchen in vielen Fällen ganz einfach nicht zu geben. Oberst Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität des österreichischen Bundeskriminalamts (BKA), beschreibt die Struktur von Schlepperringen so: „Sie haben meist flache Hierarchien, die Mitarbeiter sind zu gleichen Teilen finanziell beteiligt, sie machen einander keine Konkurrenz.“ Das bedeutet auch, dass einzelne Komplizen in der Kette leicht zu ersetzen sind.
Tatjana, für die bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung gilt, erwartet in Österreich möglicherweise eine mehrjährige Haftstrafe. Dass die Organisation, für die sie gearbeitet hat, deshalb lahmgelegt sei, nimmt kein Ermittler ernsthaft an. Meldungen, wonach eine Schlepperorganisation durch die Verhaftung einiger Mitglieder „zerschlagen“ worden sei, entspringen meist frommem Wunschdenken.
Schlepper sorgen sich um das Leben ihrer Opfer.
Es müssen miese Typen sein, die andere in winzige Kisten sperren, sie in Laderäumen mit knapper Luftzufuhr extremer Hitze aussetzen; die mit Flüchtlingen in hoffnungslos überladenen Booten gefährliche Überfahrten riskieren. All das passt in das Bild des menschenverachtenden Schleppers, der es gewohnt ist, über Leichen zu gehen.
Und dennoch: Es ist eine der wesentlichen Aufgaben eines Schleppers, das Risiko so zu kalkulieren, dass bei der Reise niemand ums Leben kommt und der illegale Grenzübertritt trotzdem gelingt.
Hamid hatte Glück. Er musste auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland nur einen Fluss überqueren. Es war Nacht, und er und zwei Dutzend anderer Flüchtlinge wurden angewiesen, in zwei Schlauchboote zu steigen. Der Fluss war an die 100 Meter breit, in einem der Boote saß der Schlepper. Alle erreichten das Ufer.
Adil (Name geändert), ein Afghane, der es bis nach Wien geschafft hat, berichtet, in der Türkei von Schleppern geschlagen worden zu sein, weil er nicht in ein Boot steigen wollte. Er hatte nicht gewusst, wie klein das Boot war, mit dem sie zum griechischen Festland übersetzen mussten, und bekam Angst. Die Fahrt dauerte fast acht Stunden, das Salzwasser verätzte Adil am Auge, weshalb er sich in Wien einer Operation unterziehen musste.
Bei Transporten mit Lkws bekommen die Geschleppten so gut wie immer ein Mobiltelefon, mit dem sie um mehr Luft bitten können. Bei Autobussen oder kleineren Fahrzeugen werden Klopfzeichen vereinbart. Die Ver-
sorgung ist knapp, Wasser und Kekse sind üblich.
Oberst Tatzgern sagt, Schlepper würden über die ihnen anvertrauten Menschen sprechen, als hätten sie es mit einer x-beliebigen Ware zu tun. Aber auch Tatzgern räumt ein, dass ein Todesfall bei einer Schleppung nicht eingeplant sei. Ein Toter bedeutet weniger Geld. Allein deshalb ist den Schleppern daran gelegen, alle Reisenden unversehrt ans Ziel zu bringen. Berichte über Morde und Vergewaltigungen bei Schleppungen widerlegen dieses Faktum nicht. Verbrechen werden in einem kriminellen Umfeld in höherem Maße verübt, sie stehen aber deshalb nicht in ursächlichem Zusammenhang mit der Schlepperei.
Lebensgefahr besteht naturgemäß oft auch für Schlepper selbst. Wenn ein Flüchtlingsboot kentert und die Passagiere ertrinken, wird jedoch selten darauf hingewiesen, dass unter den Flüchtlingen auch Schlepper waren.
Gewalt und Machtmissbrauch herrschen auch unter den Schleppern. Im Mai kam ein Slowake zur Polizei in Neusiedl am See, um sich zu stellen. Er sagte, er sei Schlepper und solle zehn Leute illegal über die slowakisch-österreichische Grenze bringen. Man glaubte ihm nicht und wies ihn an, tags darauf wiederzukommen. Das tat er auch, allerdings erst nachdem er tatsächlich zehn Personen nach Österreich befördert hatte.
Es stellte sich heraus, dass Ladislav (Name geändert) gezwungen wurde, als Schlepper zu arbeiten. Er war bereits einschlägig vorbestraft und hatte eine Strafe in Österreich abgesessen, als ihn ein Mann in Bratislava mit vorgehaltenem Messer aufforderte, wieder Fahrten durchzuführen.
Namen konnte er keine nennen. Seine Komplizen trugen Fantasie-Pseudonyme wie „Messi“ oder „Peter“. Neun Fuhren hatte Ladislav nach eigenen Angaben gemacht. Er wurde erneut verurteilt und sitzt derzeit in Österreich in Haft.
Die Zahl der Schlepper ist nicht besorgniserregend.
Der nächtliche Himmel ist am Abend des 14. Oktober nur eine vage Idee. Der Nebel über dem Flughafen in Wien-Schwechat hängt so tief, dass er das Gebäude der Flugeinsatzstelle verschluckt. Pilot Klaus Jäger öffnet das Tor zu einem kleinen Hangar, in dem sein Dienstfahrzeug auf einem Anhänger geparkt ist: ein Polizeihubschrauber, ausgerüstet mit einer Forward-Looking-Infrared-Kamera (FLIR) und einem Suchscheinwerfer. Jäger und sein Kollege Richard Wagner, der FLIR-Operator, sollen in dieser Nacht einen Großeinsatz der Sonderkommission Ost aus der Luft unterstützen. Die Wärmebildkamera kann Illegale in der Dunkelheit auch im unwegsamen Gelände ausfindig machen. Doch wegen des starken Nebels ist an einen Hubschrauberstart nicht zu denken.
Eine gute Nacht für Schlepper also.
Doch die Exekutive hat noch viel mehr Gerätschaften und Personal bereitgestellt, um die Kriminellen dingfest zu machen. Vom Polizeikooperationszentrum im burgenländischen Nickelsdorf aus sind 55 Streifen im Einsatz, viele davon in „gemischter Besetzung“, also mit je einem österreichischen und ungarischen oder slowakischen Kollegen. Dadurch werden aktuelle Informationen aus den drei Ländern ohne Verzögerung weitergegeben. Revierinspektor Harald Hauptmann und Fähnrich Zoltan Toth etwa verständigen sich ganz ausgezeichnet auf Ungarisch. Toth kann anhand der ungarischen Kennzeichen ablesen, ob ein Fahrzeug zum Beispiel aus Südungarn nahe der serbischen Grenze stammt, wo Schlepper bevorzugt agieren.
An einer Shell-Tankstelle an der A4 haben sich mehrere Einheiten postiert. Zivilstreifen fischen verdächtige Fahrzeuge aus dem Fließverkehr. Ein rumänischer Mercedes-Transporter mit zwei Männern und einer US-Flagge im Fond: leer. Ein serbischer Reisebus mit etwa 20 Passagieren. Die Beamten öffnen jedes Türchen, klopfen jede Verkleidung im Kofferraum ab – nichts. Ein Fahrzeug nach dem anderen wird gestoppt, durchsucht. Kein Aufgriff. Einmal hebt sich ein Kopf unter der Decke im Laderaum eines Peugeot. Doch es ist nur die Mutter des Fahrers, die es sich – unerlaubt – hinten bequem machen wollte.
Wegen der Schengen-Bestimmungen dürfen die Beamten nahe der Grenze eine Schwerpunktkontrolle nicht länger als etwa eine Stunde durchführen. Dann verlagern sie die Kräfte.
Auf dem Parkplatz einer Raststätte ist ein Mercedes-Transporter geparkt, ausgerüstet mit hochmodernem Equipment zur Identifikation gefälschter Papiere. Jeder Ausweis, jeder Geldschein, jeder Pass kann sofort als Falsifikat erkannt werden. Zwei Beamte scannen und vergrößern und beleuchten und stellen scharf. Noch immer nichts.
Am Rastplatz Leobersdorf an der A2, der Südautobahn, werden in dieser Nacht alle Fahrzeuge abgeleitet und kontrolliert. Der Shop hat nur wegen des Soko-Ost-Einsatzes geöffnet, hin und wieder kommen Beamte und wärmen sich ein wenig auf.
Trotz der Beteiligung von insgesamt 300 Polizisten, trotz grenzübergreifender Zusammenarbeit und modernster Technologien bleibt die Fahndung nach Schleppern eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Irgendwo da draußen sind sie unterwegs, mit halb beladenen Gemüsetransportern, Kühlfahrzeugen mit doppelten Böden oder mit ganz normalen Pkws und harmlos aussehenden Beifahrern. In dieser Nacht werden 13 Personen vorübergehend festgenommen, weil sie in Österreich mit Aufenthaltsverbot belegt sind. Ein Verwaltungsdelikt. Kein großer Fang. Zumeist wird ihnen die freiwillige Ausreise gestattet.
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nennt das Ansteigen der Illegalen im Land „besorgniserregend“. Tatsächlich stieg die Zahl der in Österreich aufgegriffenen Illegalen im Jahr 2011 (bis 25. Oktober) um 28 Prozent (von 13.424 auf 17.178), während die Zahl der erwischten Schlepper um 13 Prozent sank (von 276 auf 240). Das bedeutet, dass entweder weniger Schlepper mehr Personen ins Land gebracht haben oder ganz einfach weniger Schlepper gefangen wurden.
Wenn man bedenkt, dass so gut wie jeder Flüchtling, der nach Österreich gekommen ist, dazu einen Schlepper benötigt hat, ist das Ausmaß, das dieses Gewerbe angenommen hat, nicht weiter er-
staunlich. Judith Ruderstaller, Leiterin der Rechtsabteilung des Vereins „Asyl in Not“, sagt, die Dublin-Verordnung, wonach jeder Asylwerber in dem Staat der Europäischen Union einen Antrag stellen muss, in den er als Erstes eingereist ist, treibe „den Schleppern die Leute in die Arme“. Will nämlich ein Flüchtling nach Österreich, Deutschland oder Frankreich, so muss er dies tun, ohne in einem der EU-Staaten, durch die er reist, Behördenkontakt zu haben – und das schafft man üblicherweise nur mithilfe von Schleppern.
Die Zahl von 240 Schleppern ist somit weniger besorgniserregend als vielmehr erwartbar.
Schlepperei ist nicht gleich Menschenhandel.
Ein Schlepper bringt Menschen gegen Bezahlung illegal über die Grenze. Ein Menschenhändler hingegen tut dies gratis, um seine Opfer danach auszubeuten. Die Zentralstelle des BKA, die Gerald Tatzgern leitet, ist für beide Delikte zuständig. Doch selbst er kennt keinen Fall, in dem Geschleppte in Österreich unter Zwang schuften mussten. Große Ausnahme ist die Prostitution. Diese wird, wenn die Frauen aus dem Ausland kommen, oft mit der Schlepperei in Zusammenhang gebracht, was jedoch nicht immer der Fall ist. Als vor drei Wochen Bulgaren verhaftet wurden, weil sie Frauen zur Prostitution gezwungen haben sollen, wurden sie in den Medien als „bulgarische Schlepperbande“ bezeichnet. Mit Schlepperei hat das nichts zu tun, denn zur Einreise benötigten die bulgarischen Opfer nicht einmal ein Visum.
Schlepper sind meist selbst arme Teufel.
Als die Reise von Hamid und 29 weiteren Afghanen auf der allerletzten Etappe von Griechenland nach Wien am 29. August dieses Jahres von der Polizei beendet wird, gehen der Exekutive nicht weniger als 25 Schlepper ins Netz – zwei Fahrer, ein Begleiter und 22 als Touristen getarnte Komplizen. Diese 22 sitzen am 19. Oktober im Saal 1 des Landesgerichts Eisenstadt, und wüsste man nicht, dass sie die Angeklagten sind, würde man sie wohl für Opfer halten.
Fast alle stammen aus einem Einwandererbezirk der griechischen Stadt Thessaloniki. Geboren wurden sie in Georgien oder Armenien. Einer von ihnen, ein 34 Jahre alter Familienvater, ist zum Beispiel als Jugendlicher mit seiner Mutter vor dem armenisch-aserbaidschanischen Krieg geflüchtet. Seit Mai hat er keine Arbeit.
Ein Bekannter sagte ihm, es gebe da ein Reisebüro, bei dem man mit Busfahrten nach Wien 100 Euro verdienen könne. Er solle zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer „grünen Tankstelle in Thessaloniki“ kommen und mitfahren.
Dass es sich dabei um Schlepperei handelte, blieb unerwähnt. Dass irgendetwas Kriminelles im Spiel war, musste jeder der Mitreisenden annehmen, und spätestens als sie die Flüchtlinge bei Rastpausen aus den Verstecken kriechen sahen, wurde den Mitreisenden klar, worum es ging.
Manche nahmen bis zu neunmal an den Schlepperfahrten teil. Für Familien, die gemeinsam mit einer einzigen Pension von 313 Euro pro Monat auskommen müssen, sind 100 Euro Belohnung für eine zweitägige Fahrt nach Wien ein verlockendes Angebot. Die jüngste Angeklagte wollte damit ab diesem Herbst ihr Studium finanzieren, ein anderer hat ein behindertes Kind zu Hause. Fast alle sind beschäftigungslos. Bei manchen Familien fahren Vater, Mutter und ein Kind mit, um das Nebeneinkommen zu verdreifachen. Die Staatsanwältin leitet daraus den Vorwurf der Gewerbsmäßigkeit ab.
Die Strafen, die das Gericht in dem großen Schlepperprozess ausspricht, reichen von neun bis 24 Monaten, allesamt zum Teil bedingt.
Die meisten der wegen Schlepperei verurteilten Kriminellen sind kleine Fische. Slobodan (Name geändert), ein 30 Jahre alter Serbe, fuhr mit seinem Auto von Serbien über Ungarn nach Österreich. An einer Raststätte nahe Budapest ließ der unbescholtene Automechaniker drei Männer einsteigen und nahm sie mit nach Österreich. Ob die drei wie Europäer oder Araber ausgesehen hätten, fragt die Staatsanwältin. „Ganz normal“, sagt Slobodan, der einen billigen, dunkelblauen Trainingsanzug trägt: „Wie Türken.“ Er habe nicht gewusst, dass er Afghanen die illegale Einreise ermöglichte, als er die Autostopper mitnahm.
Die Afghanen hatten jedoch ausgesagt, sie seien wortlos in Slobodans Auto eingestiegen, und er sei losgefahren. Das Urteil: acht Monate, davon zwei bedingt.
In einem anderen Fall wird ein serbischer Student verurteilt. Er war in einem Kaffeehaus in der serbischen Stadt Subotica angeworben worden, einer Schlepperhochburg, zehn Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt. Mit dem Geld, das er dabei verdiente, wollte er eine Geldstrafe wegen Schnellfahrens bezahlen, von der seine Eltern nichts erfahren sollten. 21 Monate, davon 14 bedingt.
Schlepperprozesse in Österreich bieten selten Geschichten von unermesslicher Bereicherung und dämonischer Bösartigkeit. Der Verstoß gegen den Paragrafen 114 des Fremdengesetzes (Schlepperei) rechtfertigt nicht die Abscheu, die Schleppern medial entgegengebracht wird. Seltsam ist, dass etwa österreichische Staatsbürger Schlepper weitaus negativer beurteilen, als dies die Opfer der Schlepperei selbst tun. Afghanen, Tschetschenen, Armenier, die mehrere tausend Kilometer und viele Wochen mit Menschenschmugglern unterwegs waren, beurteilen die Verbrecher auffallend milde.
Hamid und die anderen 29 Afghanen, die schließlich in Wien-Simmering nahe dem Alberner Hafen von der Polizei entdeckt wurden, haben es dank ihrer Schlepper ans Ziel geschafft. Adil, der in der Türkei ins Boot geprügelt wurde und dessen Bruder noch unterwegs ist, sagt, er sei „dankbar, dass ich ohne Probleme nach Österreich gekommen bin“. Abdullah (Name geändert), ein Afghane, der in der Türkei von Schleppern zwei Wochen in einem Keller festgehalten wurde, weil seine Verwandten das Honorar nicht gleich überwiesen hatten, erinnert sich an die Fahrt im Lkw, wo Kübel und Flaschen als Klo dienten, aber: „Ich habe alles in Kauf genommen.“ Und Ari (Name geändert), der aus Armenien gekommen ist, erzählt anerkennend, wie die Schlepper die slowakischen Polizisten bestochen haben: „Es war perfekt organisiert.“
Da wo wir Menschenhandel und Schlepperei nicht sehen:
In unseren Konsum-Waren
Bsp. weihnachtliche Nußnugat-Leckereien von Ferrero S.p.A. Frankfurt
Kurdische Familien mit Kleinkindern migrieren nach Ordu an die nördliche Schwarzmeerküste der Türkei, um dort auf Haselnußfarmen als Erntehelfer zu arbeiten. Täglich müssen die Wanderarbeiter auf dem lokalen Arbeitsstrich um Tagelohn-Jobs betteln wo ca. 15 Euro pro Tag und Person verdient werden kann. Sie kampieren in Zelten auf ihnen zugewiesenen schlecht gesicherten Plätzen im Flußtal und werden bei Regenfluten völlig weggespült und obdachlos.
Die geernteten Nüsse werden von türkischen Firmen von den Farmern abgekauft und nach Europa z.B. zu Ferrero geliefert, für leckeres Naschwerk aus Nußnugat-Creme...
Ca. 20.000 Kinder arbeiten in Mali, Westafrika in selbstangelegten, bäuerlich-mittelalterlichen Erdminen bis zu 7 Stockwerke tief unter der Erde. Bezahlt werden sie am Ende des Tages mit einem Sack Abraum, den sie statt abzuliefern, selbst nach Goldfunden durchsuchen, zermahlen und auswaschen dürfen. Das Gold befreien sie vom Eisen-Begleiterz mit flüssigem Quecksilber, welches sie mit ungeschützten Händen kneten. Die Reste werden über der offenen Flamme verdampft, wobei hoch toxische Hg-Dämpfe eingeatmet werden. Die Zwischenhändler zahlen nur einen Bruchteil des derzeit angestiegenen Weltmarktpreis von ca. 41 $/g (1 Unze = 31g). Von ihren kärglichen Verdienst von 4 $/Tag und Familie oder 4 $/Woche und Kind sparen die Kinder-Migranten dann noch Geldüberweisungen (Remittance) für ihre Familie in der Heimat.
Das so gewonnene Gold von 4 Tonnen/Jahr aus Mali macht ca. 12% im Weltmarkt aus und gelangt am Ende der Wertschöpfungskette in den westlichen Schmuckmarkt um daraus Eheringe oder Schmuck für die Angebetete herzustellen...
Approaching 2 million hits.
Analogentwicklung zu 'Carbon Footprint'.
Gegründet 2003 von Rockmusiker Justin Dillon, San Francisco.
Nach einer Auslandsreise, wo er die Sehnsüchte i.V.m. Naivität/Verletzlichkeit von Migrant_innen erfahren hatte.
$200,000 grant from the State Department (Ambassador-at-Large Luis CdeBaca
www.state.gov/r/pa/ei/biog/124083.htm - www.state.gov/g/tip).
$11.5 million grant from Google's philanthropy arm goes to a network of anti-slave labor groups.
They act on the basis of [highly questionable] estimated 27 million modern-day slaves around the world.
Weitere Projekte von Dillon:
Documentary "Call+Response" 2008
http://en.wikipedia.org/wiki/Call_%2B_Response www.chainstorereAction.com
California Transparency in Supply Chains Act 2010/12 (anti-slavery retail law)
http://info.sen.ca.gov/pub/09-10/bi....l_20100930_chaptered.html
Stuttgart - Wer eine illegale osteuropäische Haushaltshilfe sucht, hat leichtes Spiel. Im Internet finden sich zahlreiche Agenturen, die die Vermittlung übernehmen. Bezahlt wird bar auf die Hand, einen Arbeitsvertrag gibt es nicht, eine Steuernummer schon gar nicht. Wer sich ein bisschen umhört, weiß auch, dass viele Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen auf die polnische oder rumänische Arbeitskraft zurückgreifen, obwohl sie wissen, dass sie sich damit in die Illegalität begeben. Was aber in diesem Fall kein wirkliches Problem ist, denn Betroffene können sich darauf verlassen, dass die Schwarzarbeit in der häuslichen Pflege stillschweigend geduldet wird – von der Politik, von den kontrollierenden Behörden, von den Nachbarn, von der Gesellschaft.
Für die Pflegedienste aber stellen die unangemeldeten Helferinnen aus dem Osten sehr wohl ein Problem dar. Oftmals sind auch sie in den Familien drin, sehen, was schiefgehen kann und können doch nicht eingreifen, weil sie auf ihre Auftraggeber angewiesen sind. Und die Schwarzarbeiterinnen sind auch eine Konkurrenz, weil sie natürlich auch pflegerische Dienste übernehmen.
Im Wettbewerb mitmischen
Deshalb verwundert es nicht, dass kirchliche Verbände nach legalen Alternativen gesucht haben. Sie wollen im Wettbewerb mitmischen und zugleich auf einen grundlegenden Missstand hinweisen: auf die Tatsache, dass der Staat in einem so sensiblen Bereich Schwarzarbeit duldet.
Mit ihren legalen Alternativen aber haben die kirchlichen Verbände von vornherein nur wenig Chancen, sich durchzusetzen. Denn natürlich sind ihre legalen Angebote deutlich teurer. Und natürlich sind ihre Arbeitszeitregelungen sehr viel weniger „kundenfreundlich“ als die immer zur Verfügung stehende illegale Helferin. Die Versuche der kirchlichen Träger sind ehrenwert, letztlich zum Ziel aber kann nur eines führen: der Wille des Gesetzgebers, gegen die Schwarzarbeit in der häuslichen Pflege vorzugehen. Andere Länder wie Österreich zeigen, dass dies möglich ist.
Google kämpft mit Millionen gegen moderne Sklaverei"Zerstört Leben"
Der US- Internetriese Google will den Kampf gegen moderne Sklaverei und Menschenhandel mit 40 Millionen Dollar (30,8 Millionen Euro) unterstützen. "Die moderne Sklaverei ist eine Milliardenindustrie, die das Leben von 27 Millionen Menschen zerstört", erklärte dazu Shona Brown, Vizechefin der Google- Tochter Google.org. Das Geld solle an verschiedene Organisationen fließen, die sich mit dem Thema Sklaverei befassen, so Brown am Mittwoch im Google.org- Blog .
Auch andere Gebiete werden von Google finanziell unterstützt, so wurden im laufenden Jahr etwa 115 Millionen Dollar zur Ausbildung von Frauen in Entwicklungsländern ausgegeben. Zudem fördere das Unternehmen mehr als drei Millionen Informatik- und Mathematikstudenten vornehmlich in Großbritannien und in den USA, wie auf der zugehörigen Website "Google Gives Back 2011" erklärt wird.
Google finanziert Kampf gegen moderne Sklaverei
Der Suchmaschinenkonzern Google hat eine finanzielle Unterstützung von Organisationen angekündigt, die gegen moderne Formen der Sklaverei kämpfen. 11,5 Millionen Dollar will das Unternehmen spenden. Die Aktion sorgt zusätzlich dafür, das Thema in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.
Bei der Spende Googles handelt es sich wohl um die bisher größte Geldmenge, die ein Unternehmen bisher in diesen Bereich steckte. Die Summe soll eingesetzt werden um Betroffenen juristische Hilfe zu gewähren, aber auch direkte Interventionsmaßnahmen zu unterstützen, durch die Menschen aus Situationen gerettet werden, in denen sie zu Arbeit oder Prostitution gezwungen werden.
"Viele Leute dürften überrascht sein, zu erfahren, dass sich heute mehr Menschen in Sklaverei befinden, als zu jeder anderen Zeit in der Geschichte", sagte Jacquelline Fuller, die die wohltätigen Aktivitäten Googles leitet. "Die gute Nachricht: Es gibt Lösungsformen."
Die genauen Zahlen schwanken je nach Definition. Allerdings liegen alle deutlich im zweistelligen Millionenbereich. Als moderne Formen der Sklaverei gelten beispielsweise Zwangsprostitution, Zwangsarbeit aber auch die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen für Bürgerkriegsarmeen in Afrika. Rund die Hälfte der Betroffenen sind Kinder oder Jugendliche.
Mit seiner Spende will Google Organisationen unterstützen, die in dem Arbeitsbereich bereits verbriefte Erfolge vorweisen können. Als zentraler Knoten soll die weltweit tätige International Justice Mission dienen, die ihren Sitz in Washington, D.C., hat. Über diese sollen die Gelder an Organisationen wie Polaris Project, Slavery Footprint und eine Reihe kleinerer lokaler Projekte verteilt werden, hieß es.
Die finanzielle Unterstützung soll diesen auch helfen, ihre Infrastrukturen vor Ort zu stärken. Dazu gehört auch, bessere Verbindungen zu weiteren potenziellen Förderern aufbauen zu können um eine längerfristige Finanzierung sicherzustellen. Der überwiegende Teil der Google-Spende wird dabei voraussichtlich nach Indien fließen.
"In jedem Jahr fokussieren wir einen Teil unserer Spendentätigkeit darauf, direkte humanitäre Hilfe zu unterstützen", erklärte Fuller. "Google entschied sich, in diesem Jahr das Thema Sklaverei zu beleuchten, weil es nichts fundamentaleres als die Freiheit gibt."
Eigene Studie des KOK:
Deutsche Betroffene von Menschenhandel
(RA Susanne Müller-Güldemeister)
darin:
- Wertungswidersprüche zum Prostitutionsgesetz (S. 11-13)
- Loverboys
- Hells Angels / Rockerbanden
- Bundeslagebild Kriminalität
- Bedürfnisse der Frauen
- Finanzierung Lebensunterhalt
www.kok-buero.de/data/Medien/Studie....troffene_MH05_12_2011.pdf
[Anm. Donacarmen.de kommt vor, aber sexworker.at das Fachportal der Sexworker Vernetzung und Interessenvertretung in A - CH - D kommt nicht vor. D.h. unsere Vernetzung mit der NGO KOK und unsere Öffentlichkeitsarbeit sind also weiterhin verbesserungsfähig.]
Polizei glaubt nicht an die Fakten, dass nur wenige einzelne Täter pro Opfer und Verfahren gefunden werden. Dr. Robert Oberloher, Hochschule der Polizei HH sagt im Hearing: "relativ niedrige Durchschnittszahl an Tatverdächtigen pro Ermittlungsverfahren (2010 weniger als 2 im Schnitt pro Verfahren)."
Dies sei ein Indiz dafür, dass die Ermittlungen nicht größere OK-Netzwerke oder Täterorganisationen erfassten bzw. im Ausland ggf. bestehende Täterstrukturen nicht ermittelt werden konnten. Allgemein wird in Expertenkreisen jedoch von einer signifikanten Rolle organisierter Täternetzwerke im Bereich des Menschenhandels ausgegangen, was aufgrund der zu Grunde liegenden transnationalen Dimensionen und der hierbei erforderlichen komplexen Logistik und Kooperationsverflechtungen auch naheliegend ist."
Polizei glaubt also weiterhin an OK-Mythos und Mafia-Kriminalität, obwohl wir glauben, dass Menschenhandel ein Mißbrauch und eine Entartung im Prozess der informellen heimlichen Migration ist. Nur weil heute EU-Ausländer legal einreisen dürfen heißt dass nicht, dass sie nicht ausbeutungsgefährdet sind in einer nicht vollständig entkriminalisierten Branche. Aber der Kriminalist wertet das genau andersherum. Er sagt weil legal eingereist müße es Menschenhandel sein, wenn man ein Opfer findet.
Er stellt fest, dass die sog. Opfer eine hohe Toleranz bezüglich ihrer Ausbeutung haben, weil es ihnen in der Heimat noch schlechter ergeht. Damit wird die ganze Fragwürdigkeit der Maßstäbe deutlich, die eine bisher noch gut saturierte deutsche Mittelschicht bzw. unser Rechtssystem den Migranten in solchen Verfahren aufzwingt. Und der Kriminalist gibt zu: "Als Folge der in mehrlei Hinsicht schwierigen Handhabbarkeit des § 233 StGB [Menschenhandel Arbeitsausbeutung] wird häufig auf andere, leichter nachweisbare Vorschriften ausgewichen, wobei die entsprechenden Verfahren dann keine Anklage wegen Menschenhandels beinhalten".
Gedanken, wie Opfer leichter und ohne Furcht vor den Behörden selbst verfolgt oder deportiert zu werden, eine Anzeige erstatten können hat er sich hingegen nicht gemacht (Bleiberecht, Betreuung und Opferschutz, Zeugnisverweigerungsrecht, Rechte der Frauen stärken...).
www.bundestag.de/bundestag/ausschue....schenhandel/Oberloher.pdf
Wir lernen die Verfolgungsorgane und Gesetze werden benutzt, um ein politisches Ziel zu erreichen, gestützt auf eine Ideologie die sich gegen informelle Migration und Prostitution richtet. Will man z.B. die Prostitution und ihre Legalisierung zurückdrängen wie insbesondere in Bayern, sucht man so lange, bis man die Prostituierten als Scheinselbständige ihrer Vermieter definieren kann, um dann mit bisher nie benutzten Gesetzen und Regeln z.B. auf Zahlung von Sozialabgaben anzuklagen...
Siehe unsere Schaubilder zum Ausmaß der Kriminalität:
Die Einleitung beim Menschenhandels-Hearing im Deutschen Bundestag vom Abgeordneten der Grünen, Tom Koenigs ist wirklich der Hammer (siehe Link zum Video oben):
Menschenhandel US-Armee
Trafficked into US army
More than 70.000 indentured servitude workers trafficked by subcontractors like DynCorp, Halliburton, Fluor and KBR from the world’s poorest countries (“third-country nationals,” or T.C.N.s.) and made to service U.S. military logistics contracts in Somalia, Balkan, Iraq and Afghanistan ...
... get deceived, betrayed, under-payed, enslaved, and possibly raped or killed in military or terrorist fire attack ...
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