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Lupus 
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Marc of Frankfurt 
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Sexuelle Aktivität - Hormonstatus - Gesundheit - Alter:
Kein Zusammenhang zwischen Alter und Testosteron-Level.
No link between age and testosterone levels
A new study from Uni Sydney, Australia adds weight to earlier European research that found no correlation between men's ages and their testosterone levels.
Instead poor health is the most likely contributor to reduced libido and fatigue in older men.
Lead researcher David Handelsman: "The modest decline in blood testosterone among older men, usually coupled with nonspecific symptoms, such as easy fatigue and low sexual desire, may be due to symptomatic disorders that accumulate during aging, including obesity and heart disease. It does not appear to be a hormone deficiency state".
The message for patients and their doctors is: "older men with low testosterone levels do not need testosterone therapy unless they have diseases of their pituitary or testes".
www.scienceagogo.com/news/20110508004338data_trunc_sys.shtml
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


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Marc of Frankfurt 
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Vorläufige Studienergebnisse Freierforschung Kanada:
www.johnsVoice.ca
- 3/4 hetrosexuell
- 1/2 verheiratet
- 1/4 hatte nur Sex mit Sexworkern im letzten Jahr
- 1/3 Uniabschluß
- 60.000$ Jahresgehalt im Durchschnitt
- 100 Paysexkontakte hatten die meisten
- 3,3% bevorzugen Straßenstrich
- 30-120 Minuten dauert ein typischer Paysexbesuch
- 2/3 der leierten Männer benutzen in privaten, außerehelichen Dates kein Kondom.
- A small percentage of men in the sample indicated that they engaged in unprotected vaginal or anal sex with their commercial partners.
- High level of vicimization experienced by sex buyers in the underground economy.
- 3,4% revealed that they have committed violent offences against sex sellers (robbery, physical and sexual assoult).
861 Teilnehmer per Fragebogen, 24 per Interview.
Bisher größte Kanadische Studie.
Sample is not random, and can therefore not be generalized.
Gefördert von CIHR (Canadian Institute for Health Research), BCMSF and SSHRC.
Report of the Preliminary Findings of John's Voice:
A Study of Adult Canadian Sex Buyers
Chris Atchison
Jan 2010
450 KB, 41 pages:
http://24.85.225.7/johnsvoice/docs/....VE_SUMMARY_FINAL_DIST.pdf
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fraences 
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ZÜRICH - Jeder fünfte Schweizer war schon einmal im Puff. Im Europavergleich bezahlen nur die Spanier öfter für Sex – trotz drohender Staatspleite.
Jeder fünfte Schweizer hat schon für Sex bezahlt.
In Spanien boomt nur noch ein Geschäft: Die Prostitution. 39 Prozent der Männer gehen ins Puff. Schätzungsweise eine halbe Million Frauen verkaufen ihren Körper für Geld. Gesetzlich geregelt ist das Geschäft nicht.
Deshalb schaute die spanische Organisation zum Schutz von prostituierten Frauen «Apramp» genau hin und veröffentlicht eine neue Studie: Diese untersucht, wie viele Männer tatsächlich die sexuellen Dienste von Prostituierten beziehen.
Geile Schweizer
An zweiter Stelle im europäischen Vergleich der häufigsten Bordell-Besucher steht die Schweiz. 19 Prozent der Männer in der Schweiz waren schon einmal im Puff.
Während in Spanien offen über bezahlten Sex gesprochen wird, weiss in der Schweiz kaum jemand, wer für Sex bezahlt. Doch die Studie von Apramp zeigt, dass die grösste Kundengruppe Männer ist zwischen 35 und 55 Jahren.
Thailand führt trotz Verbot
Nach der Schweiz folgen in Europa die Österreicher. 15 Prozent der Männer besuchen dort ein Bordell. Dann folgen die Niederlande mit 14 Prozent und Schweden mit 13 Prozent.
Weltweit führend im Puff-Besuch-Ranking sind die Thailänder. Obwohl dort Prostitution offiziell verboten ist, waren 73 Prozent der Männer schon einmal bei einer Prostituierten. Auch in Puerto Rico ist es mehr als jeder zweite Mann, der weiss, wie bezahlter Sex ist.
http://www.blick.ch/news/schweiz/nu....panier-sind-geiler-186484
Zusatz:
«Sex ist eine Belohnung»
«Dass so viele Schweizer Männer ins Puff gehen, ist ein Zeichen für die hohe Lebensqualität der Schweiz», sagt Bruno H. (50), Besitzer des Zürcher Clubs Saphir. «Sex ist eine Belohnung für die langen Arbeitszeiten», sagt der Club-Besitzer. «Den Freier» gebe es nicht, Männer aller Schichten und Altersgruppen würden zu Prostituierten gehen. «Aber er bezahlt gerne 200 Franken für guten Sex.» Andere würden ihr Geld ja für teure Kleider, Wein oder Delikatessen ausgeben. Ein Tabu sei ein Puff-Besuch nicht mehr. Aber rumtrompeten würde es doch niemand.
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Obige Zahlen nochmal als Tabelle:
Prozentsatz der Männer die Paysex konsumieren nach Ländern:
73% Thailand
51% Puerto Rico
39% Spanien
20% Schweiz
15% Österreich
14% Niederlande
13% Schweden
??% Deutschland
www.apramp.org
Madrid
Eine "Freier-Studie" kann ich auf der Website der Anti-Menschenhandels-NGO jedoch nicht finden.
Die machen ganz gruselige Kampagnen, wo die Mehrheit der Sexworker als Sklaven portraitiert werden, was jeder evidenzbasierten Grundlage entbehrt.
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Bezahltes Fremdgehen:
Die Kinsey-Matrix
Freier sind Fremdgänger die dafür bezahlen. Mit denen, die fürs Fremdgehen nicht bezahlen und denen die fürs Fremdgehen bezahlt werden ... sind das 20% der Männer.
Die Kinsey-Matrix erklärt wie Männer sich aufteilen in die Gruppen Fremdgänger, serielle Monogamisten und Monogamisten.
Quelle: Promo-Video zum Buch:
www.keinundaber.ch/buecher_und_reco...._drei_strichen/index.html
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Dissertation jetzt als Buch:
Udo Gerheim
Die Produktion des Freiers
Macht im Feld der Prostitution. Eine soziologische Studie
Warum kaufen Männer Sex? Dieser Frage nähert sich Udo Gerheim in einer gelungenen Synthese aus kritischer Wissenschaft und einer konsequent empirischen Analyse.
In Anlehnung an Bourdieu zeichnet er die (Macht-)Strukturen des Prostitutionsfeldes nach und analysiert die soziale Praxis und die habituellen Muster der Freier.
Auf der Grundlage von 20 Interviews mit Freiern liegt erstmals eine bestechende soziologische Studie zu einem zentralen – aber bislang kaum beachteten – Aspekt der Produktion heterosexueller männlicher Normalität und des Begehrens im Kontext von käuflicher Sexualität vor.
Udo Gerheim (Dr. rer. pol.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät I Bildungs- und Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Geschlechterforschung, Sexualwissenschaft, kritische Bildungswissenschaft, Gesellschaftstheorie sowie Methoden qualitativer Sozialforschung.
Mit Leseprobe PDF:
www.transcript-verlag.de/ts1758/ts1758.php
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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In den 90er Jahren hat das B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut [zweitgrößter Tabak-Konzern, London] mal Zahlen aus der alten BRD veröffentlicht:
47 % der Männer gehen einmal monatlich ins Bordell und
88 % waren schon mal bei einer Sexarbeiterin.
http://cherrie.piranho.de/Maenner/Statistik.html
gefunden von Lupus. Danke. So hohe Zahlen kannte ich noch nicht. Meistens ließt man:
20-33% oder 1/5 - 1/3 gehen regelmäßig mal häufiger, mal seltener oft,
66-75% oder 2/3 - 3/4 haben Prostitution mindestens ausprobiert.
(dieses Sammelthema hat die Merkadresse www.sexworker.at/freierforschung )
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fraences 
ModeratorIn


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Study: Men Paying For Sex From Prostitutes Looking For True Love
Studie aus der U.S.A: Männer die Prostituierte bezahlen sind auf der Suche nach wahre Liebe.
LAS VEGAS – A new analysis of men who pay for sexual activities suggests that their true goal is finding something a bit more complicated – true love – even if it’s from the sex worker.
In this new study, Christine Milrod and co-author Ronald Weitzer analyzed 2,442 postings on an online discussion board from a sex provider review site where more than a million clients of sex workers read and post about their experiences. Approximately one-third included a discussion about emotional intimacy between sex workers and their clients, many of whom expressed a desire to grow their relationships beyond the physical level in the form of sharing private feelings and mutual love.
“In recent years, we have come to see a gradual normalization of independent escort prostitution, where sexual encounters have come to resemble quasi-dating relationships,” stated study author Christine Milrod. “Our study shows that regular clients of a particular sex provider often come to experience feelings of deep affection, which can progress into an authentic love story.”
In one survey, 32 percent of customers arrested for soliciting a prostitute said they bought sex because they ‘‘didn’t have time’’ for a conventional relationship, 28 percent did not want ‘‘the responsibilities’’ inherent in such a relationship, and 18 percent said they would ‘‘rather have sex with a prostitute than have a conventional relationship with a woman.’’
The study uncovered feelings ranging from “counterfeit intimacy” to “authentic emotional bonds” between many prostitutes and their respective customers. Motives for initial payment for sex ranged from difficulty finding a partner for simple conversation to fantasy role-playing and abuse targeting.
However, many of the customers interviewed in the study expressed emotional elements lacking in a pre-existing relationship. Many of the female sex workers interviewed said they catered to the men’s emotional needs and described many of them as, “highly respectful” and sometimes “more caring than the other men in their ‘true’ personal lives.”
One-third of them in the study said they wanted something more than the physical release of “the hobby” as it is called by many sex customers.
A Boston man cautioned, “Men in this hobby who think they are only after sex are deceiving themselves. Sex always involves emotion, with the possibility for eventual affection, closeness, and emotional connection always lurking there. People can fall in love when they least expect it. And that love can last, even while one or both parties are married … and even when one is a provider.”
http://lasvegas.cbslocal.com/2012/0....te-looking-for-true-love/
Doris67 hat mich gebeten,diese interessante Studie aus der U.S.A.hier ins Forum zu stellen.Leider nur in English, wenn ich am WE ,die Zeit finde, übersetze ich es, da es bestimmt ein gute Diskussionsgrundlage ist, welche Erfahrungen wir dazu haben, ob sich die Einstellungen und Absichten der Bucher sich gewandelt haben und wenn, welche gesellschaftliche oder andere Ursachen hier eine Rolle mitspielen.
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Lupus 
ModeratorIn


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Heute in "Kontext:", der Wochenendbeilage der taz:
"So was wie Liebe"
von Annette Ohme-Reinicke
Wieso gehen Männer in den Puff? Über abstruse Begründungen und was ein Berliner Taxifahrer mit dem Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk gemeinsam hat.
Es ist nicht die Frage, warum Männer ins Bordell gehen, die hier interessiert, sondern wie sie es begründen. Wie rechtfertigt es jemand, einen anderen, der in so großer Not ist, dass er sich selbst mit Haut und Haaren verkauft, zu benutzen, ohne sich dabei schlecht zu fühlen? Die Sache lässt sich freilich als Akt der Selbstbestimmung darstellen: Jeder hat das Recht, mit seinem Körper zu tun was er oder sie will. Reeperbahn-Romantiker halten außerdem entgegen, dass "das Milieu" das kapitalistische Verwertungsgetriebe aushebelt, andere Regeln aufstellt und so eine eigene Subkultur produziert.
Bei aller Geborgenheit und allem Charme, den dies für manche darstellt, bleibt doch die nackte Tatsache, dass derlei Subkulturen immer aus der Not geboren, Akte des Überlebens und höchst repressiv sind. Es bleibt die Frage, wie es jemand rechtfertigt, die Not eines anderen für sich auszunutzen?
Einen Hinweis darauf fand sich bei einem Besuch in Havanna in den 90er-Jahren, zu einer Zeit, als dort die Armut beständig zunahm. Viele Frauen verkauften sich an europäische Touristen. Ein Berliner Busfahrer hielt tagelang eine schöne Kubanerin aus. Warum er die Frau bezahle und damit die Prostitution unterstütze? Manchmal dienen naive Fragen der Wahrheitsfindung. Seine Antwort eröffnete einen tiefen Einblick nicht nur in das Selbstverständnis von Freiern, sondern auch in die Abgründe der Arbeitgebermentalität. Auch konservative Ideologen, so stellte sich später heraus, haben sie offenbar entdeckt.
"Wenn ich die Prostituieren nicht zahle, haben sie gar nichts"
Zunächst stellte der Freier die Unterschiede zwischen Berliner Bordellen und den Praktiken kubanischer Prostituierter heraus. In Berlin sei nichts mehr wie es einmal war, die Milieus kaputt, alles nur noch aufs schnelle Geld machen ausgerichtet. Bei den Kubanerinnen dagegen wäre "noch sowas wie Liebe dabei", diese Frauen seien etwas ganz besonderes. Aber etwas besonderes, originäres müsse man doch bewahren, sagte ich, warum der Mann den Kubanerinnen denn nicht einfach das Geld gebe, ohne sie zu benutzen? Da wäre schon etwas dran, so die Antwort. Und deshalb würde er etwa den Putzfrauen tatsächlich oft, einfach so, etwas Geld geben, viel Trinkgeld auch in Bars lassen. Es folgte eine lange Gedankenpause. "Aber wenn ich die Prostituierten nicht bezahlen würde", so die finale Erklärung, "dann hätten diese armen Frauen doch gar nichts."
Es mag dieses Denken sein, mit dem Männer auch den Extremfall, nämlich den Missbrauch von Kindern in Thailand oder Säuglingen in Tschechien, legitimieren: Sie sehen sich als Geber, zuweilen als Arbeitgeber. So offenbart die Aussage des Berliner Busfahrers einen zutiefst sinnstiftenden, die Gesellschaft strukturierenden Gehalt. Auch Arbeitnehmer haben ihn offenbar verinnerlicht. So wies kürzlich ein bei Amazon Angestellter darauf hin, man müsse berücksichtigen, "dass Amazon Menschen zu akzeptablen Löhnen eine Perspektive biete, die zuvor zum Teil jahrelang arbeitslos waren." Arbeitgeber und Arbeitnehmer deuten Abhängigkeitsverhältnisse um, um sie zu rechtfertigen.
Man muss freilich nicht in Bordelle oder zu Leiharbeitsfirmen gehen, um auf diese Struktur zu stoßen. Überall dort, wo sich Menschen auf Kosten anderer bereichern und deren Not benutzen oder verwerten, wird dies gerechtfertigt mit der Aussage: Wenn ich die arme Frau, den armen Arbeitslosen nicht wenigstens schlecht bezahle, dann hat sie oder er gar nichts und muss noch größere Not leiden. Arbeitgeber, ob als Freier, Leiharbeitsvermittler oder Topmanager, sehen sich immer als Gönner. Die vermeintliche Entschuldigung ihres Tuns – man kann es auch Ausbeutung nennen – geht damit einher, dass sich der Bezahlende als Arbeitgeber über den Arbeitnehmer erhebt, indem er den oder die andere als minderwertig bedürftigen abqualifiziert, entwürdigt und damit die Ausbeutungsstruktur perpetuiert.
Der Arbeitende ist der Bittsteller, der Bezahlende der Gönner
Die Sache fängt bereits im Kopf an. Schon die Begriffe "Arbeitgeber" und "Arbeitnehmer" sind Euphemismen und beinhalteten eine Ideologie. Denn Arbeit ist ein Tun, das zunächst verrichtet werden muss, bevor man Geld gibt. Der Arbeitende gibt seine Arbeit, der Bezahlende nimmt sie und gibt dafür Lohn. In Wirklichkeit ist also der Arbeitgeber der Arbeitnehmer und umgekehrt. Die sprachliche Verdrehung dient der falschen Suggestion von Abhängigkeiten. Der Arbeitende soll nämlich verinnerlichen, er würde etwas bekommen, sei quasi empfangender Bittsteller, der Bezahlende dagegen sei der gebende Gönner.
Auf die Spitze getrieben findet sich dieses Selbstverständnis in Quentin Tarantinos "Django unchained": Ein Sklave verweigert verzweifelt die Arbeit, woraufhin sein Besitzer wütend mit ihm schimpft. Er habe so viel in ihn investiert, auf Sklavenmärkten so viel Zeit verbraucht, gerade ihn auszusuchen, und nun würde der Sklave seinen Arbeitgeber mit schlechter Arbeit enttäuschen. Schuldbeladen und verzweifelt nickend stimmt der Arbeitende mit seinem Peiniger überein, bevor dieser die Hunde auf den Sklaven hetzt, die ihn zerfleischen. Ein Dilemma des Sklaven: Er war für einen Ringkampf vorgesehen, in dem er seinen Gegner, ebenfalls ein Sklave, entweder töten müsste oder von ihm getötet würde. So oder so wird er in dieser Struktur zugrunde gehen.
Diese Szene stellt das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis eindringlich dar. Der Herr hat die Vorstellung, über den Sklaven nach Belieben zu verfügen, schließlich hat er investiert, während der Sklave die Probleme des Herrn verinnerlichte, da er keine lebenswerte Alternative sieht. Hätte sich ein solches Selbstbewusstsein, das unsere gesellschaftlichen Verhältnisse maßgeblich prägt, nicht erhalten, würden sich gegenwärtig nicht Arbeitsverhältnisse ausbreiten, die an frühkapitalistische Zeiten erinnern.
Frauen sind von der Umverteilung von oben nach unten besonders betroffen
Miserable Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern und Leiharbeiterinnen etwa bei Paketzustellern oder Versandhändlern wie Amazon machen Schlagzeilen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen überall zu. Sie sind eine Folge der Umverteilung von unten nach oben, und Frauen sind davon besonders betroffen, nicht nur als Prostituierte. In Deutschland verdienen Frauen für dieselbe Arbeit im Durchschnitt 25 Prozent weniger als Männer, zwei Drittel aller im Niedriglohnsektor Arbeitenden sind Frauen.
Auch im Prostitutionsgewerbe klaffen – entsprechend der neoliberalen Dynamik – zunehmend Extreme auseinander: billige, schnelle Fließbandprostitution und zunehmender Frauenhandel auf der einen Seite und andererseits Bordelle wie das "Paradise" in der Nähe des Stuttgarter Flughafens, wo es sogar eine Frauenbeauftragte gibt – möglicherweise eine Errungenschaft der Frauenbewegung. Doch gerade derlei Modernitäten passen ins System. Denn sie bedienen die Ideologie der Selbstbestimmung, nämlich die des selbst bestimmten Mittuns.
Der identitätstiftende Gehalt jener Gönnermentalität, die bereits der Berliner Busfahrer vortrug, scheint überaus ansprechend. Gegenwärtig mühen sich verschiedene Schriftsteller mit erheblicher Anhängerschaft, sie zu einer vermeintlich neuen konservativen Ideologie auszubauen. Denn der Neoliberalismus scheint auch bei einstigen Anhängern in die Kritik geraten. Diese Kritiker, die sich als Sprecher einer "neuen Mitte" verstehen, stellen nun eine Geberkultur ins Zentrum sinnstiftender Versuche.
So sieht etwa Peter Sloterdijk die gönnenden Geber als Kern einer neuen politischen Weltanschauung und fordert eine "psychopolitisch klug gesteuerte Geberkultur auf (...) freiheitlicher Grundlage". Doch es geht ums Ganze, nämlich um die Vorstellung der Gesellschaft von sich selbst: "Das Gemeinwesenbewusstsein kann sich auf breiter Front nur regenerieren, wenn es gelingt, ein von Grund auf verändertes soziales Klima zu erzeugen, das es erlaubt, die effektiv gebenden Instanzen unserer Tage ins Zentrum zu rücken", schreibt er 2010.
Diese seien heute nicht mehr die Proletarier, die Arbeitslosen, die Marginalen und Prekären: "Es sind jetzt die effektiven Geber auf allen Stufen des Gemeinwesens, die in letzter Instanz das ganze Gewicht der geldvernetzten, wissensvernetzten und empathievernetzten sozialen Konstrukte trage, es sind die kleinen, mittleren und großen Zahler direkter und indirekter Steuern, die Spender, die Sponsoren, die Stifter, die freiwilligen Helfer, ... die mit ihren Zahlungen, Impulsen und Ideen das Gemeinwesen bereichern."
Wo sich Philosoph und Busfahrer treffen
Triumphierend verkündete der Karlsruher Philosoph, was der Berliner Busfahrer und seine Freunde längst praktizieren: "Die neue Idee ist ausgesprochen: Es ist an der Zeit, den sozialen Zusammenhang von der Gabe her zu denken." Ob dieser vermeintlich neue Gedanke bei einem Bordellbesuch entstanden ist, lässt sich freilich nicht ermitteln.
Obgleich die neue rechte Ideologie darauf abzielt, einen gesellschaftlichen Dualismus zwischen "parasitären Armen" (Sloterdijk) und gebenden Reichen ideologisch zu untermauern, stellt sie für Frauen eine besondere Provokation dar. Denn seit Jahrzehnten wehrt sich die Frauenbewegung etwa gegen christliche Glaubenslehren, durch die sich Frauen als empfangend, ausschließlich passiv imaginieren sollen. Ob vor dem Hintergrund wachsender Verarmung ein konservatives Roll-Back gelingt, hängt auch davon ab, derlei Anschauungen von den gönnenden Besitzenden und den unvermögend Armen als Ideologie zu dechiffrieren.
http://www.kontextwochenzeitung.de/....2013/03/so-was-wie-liebe/
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Verschoben: 2013-03-10, 23:18 Uhr von Lupus Von Unterhaltung nach Sexarbeit in den Medien |
friederike
PlatinStern


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O weh, o weh! Da haben wir ja wieder einmal ein schönes Übungsbeispiel für den Unterricht in "Logik und Argumentation". Zu befürchten ist, dass die Autorin sogar das Abitur hat - einfach peinlich. Oder, bösartig gelesen: eine Ideologin trägt ihre Demagogie vor. Letzteres glaube ich aber nicht, dazu ist der Aufbau zu plump.
Was der Sloterdijk nun eigentlich gesagt hat und was das bedeutet, ist wahrscheinlich auch der Autorin nicht klar. Tauschgeschäfte sind offenbar schwer zu verstehen und einzuordnen, nun gut, das ist schon dem alten Karl Marx missglückt. Aber hier kann man zwei Grundmuster der argumentativen Taschenspielerei schulmässig herausarbeiten:
Setze das, was Du eigentlich beweisen musst - nämlich hier, dass Prostitution stets gleich Zwangsprostitution ist -, gleich zu Anfang als Tatsache vor, und baue darauf dann einen Wust von Schlussfolgerungen auf. Die Leser vergessen, dass Du Deine eigentliche Behauptung gar nicht begründet hast.
Und dann: verallgemeinere jede Beobachtung und dehne sie auf alles aus, wo es in Deine Vorstellungen passt. Hier: da hast Du einen Film gesehen über Sklaverei, in dem Sklaven schlecht behandelt werden. Klar: "Diese Szene stellt das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis eindringlich dar." Echt.
Eigentlich müsste man an die taz-Redaktion schreiben. Die sind doch auch Arbeitgeber. Geht es da wirklich zu wie im Django-Film?
O weh, o weh.
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


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New study finds clients want real love from sex workers
While it is commonly believed that men who pay for sex are attempting to avoid emotional commitment, a new study finds that men who become regular clients of sex workers often develop feelings of romance and love.
"In recent years, we have come to see a gradual normalization of independent escort prostitution, where sexual encounters have come to resemble quasi-dating relationships," stated study author Christine Milrod [ www.sexandLifeCoaching.com Los Angeles]. "Our study shows that regular clients of a particular sex provider often come to experience feelings of deep affection, which can progress into an authentic love story."
In this new study, Milrod and co-author Ronald Weitzer [Prof. at Washington University] analyzed 2,442 postings on an online discussion board from a sex provider review site where more than a million clients of sex workers read and post about their experiences.
Approximately one-third [1/3 = 33%] included a discussion about emotional intimacy between sex workers and their clients, many of whom expressed a desire to grow their relationships beyond the physical level in the form of sharing private feelings and mutual love.
"These relationships follow a conventionally romantic script that normalizes the liaison and destigmatizes both provider and client," stated Milrod. "The study shows that this kind of normalization may manifest itself in a merger of finances, families and finally monogamous partnerships – the provider is no longer just a supplier of the girlfriend experience [GFE], but a real-life romantic partner."
http://www.uk.sagepub.com/aboutus/press/2012/aug/8_aug.htm
"The Intimacy Prism: Emotion Management among the Clients of Escorts"
Christine Milrod and Ronald Weitzer
in: Men and Masculinities
July 24, 2012
http://jmm.sagepub.com/content/earl....84X12452148.full.pdf+html
Und so berichtet ein christliches, prostitutionsfeindliches Medium über dieselbe Forschung
http://www.livescience.com/28169-men-who-use-prostitutes.html
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lust4fun
interessiert


Ich bin...: Kunde

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Wenn ich recht sehe, wurde hier folgende wissenschaftliche Publikation zum Thema noch nicht genannt:
Udo Gernheim
Motive der männlichen Nachfrage nach käuflichem Sex
Aus Politik und Zeitgeschichte 9/2013
Online:
http://www.bpb.de/apuz/155375/motiv....ach-kaeuflichem-sex?p=all
Dieses Themenheft zur Prostitution versammelt einige Beiträge unterschiedlicher Qualität. Überragend gut finde ich den Beitrag von Susanne Dodillet über den rechtsphilosophischen Ländervergleich Deutschland - Schweden.
Das Heft wird vermutlich als Standardquelle in politischen Kreisen zur Kenntnis genommen und verdient m. E. auch eine gründliche Beachtung und Diskussion.
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Ich habe mich hier im Forum nicht extra vorgestellt. Einigen Aktiven hier werde ich aus anderen Foren bekannt sein. Als Kunde im P6 suche und lebe ich Lebensfreude, Begegnung, Lust und Achtsamkeit. Gut, dass das Nachdenken darüber in solidarischer Form hier und anderswo in Foren möglich ist.
Liebe Grüße an alle,
lust4fun
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


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Willkommen im Forum und danke für den Link
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Ordinary or Peculiar Men?
Comparing the Customers of Prostitutes With a Nationally Representative Sample of Men
Martin A. Monto and Christine Milrod:
- "Privileged men, such as our wealthier sample of review website clients, are generally NOT marginalized or threatened due to their sexual behavior."
- "In contrast, customers associated with street prostitution are likely to have fewer financial and social resources."
Int J Offender Ther Comp Criminol XX(X) 1–19
published online 22 March 2013
with free PDF:
http://ijo.sagepub.com/content/earl....24X13480487.full.pdf+html
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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| Berühmter Kunde Jack Nickolson war gewalttätig nachdem er nicht zahlen wollte
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| Jack Nickolson beating sex worker, refusing to pay.jpg |
| Beschreibung: |
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| Angeschaut: |
12 mal |

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