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 Zwerg Zwerg setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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BeitragVerfasst: 2012-01-17, 21:56  Beitrag #1/4     Titel: Warnung ! ::: Sicherheitsmaßnahmen BANKEN :::  Nach untenNach oben

Dieser Tipp hat eigentlich nichts mit Sexarbeit zu tun - wird jedoch sicherlich etliche SexarbeiterInnen (in Österreich) auch interessieren:

Glauben und im Glauben lassen

Von Werner Stanzl

Tausende Frauen werden von Banken, die ihren Ehemännern Kredite gegeben haben, rechtswidrig in den Konkurs gehetzt.

Die jüngsten Zahlen zu den Privatkonkursen besagen, dass rund 40.000 Österreicher vom Existenzminimum zehren müssen - darunter tausende Frauen unverschuldet. Gegen geltendes Gesetz werden sie von den Banken rigoros den Kuckucksklebern überantwortet. Natürlich wäre es Aufgabe aller hauptberuflichen Suffragetten der Parlamentsparteien, den Sozialminister und die Frauenministerin wegen Duldung dieses ständigen Rechtsbruchs verbal zu prügeln - doch Tiefschlaf. Um diesen zu stören, hier die wesentlichen Fakten:

Im archaisch organisierten Europa galt die Frau generell als bankunmündig. Doch mit dem aufkommenden Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit brauchte Mann Kredite. Denn plötzlich gab es für Geld Ware. Damit das Kerngeschäft der Banken brummen konnte, suchten sie nach Bonitätsverbesserung der Kreditwerber. Da erinnerte sich irgendein Blitzgneißer aus der Geldbranche der weiblichen Volkshälfte. Immerhin war die Frau mittlerweile als Mitverdienerin fast unbemerkt zum Wirtschaftsfaktor aufgestiegen.

Also wurde Gnädigste höflichst gebeten, Platz zu nehmen und nach Vorlage eines Gehaltsstreifens die Bürgschaftserklärung für die Kredite des Gemahls zu unterschreiben. Ein bis heute gehegter und gepflegter Brauch, damit Autos rollen, Kühlschränke frosten, Fernseher flimmern und Familienbetriebe zur Vollbeschäftigung beitragen können.

Doch die Welt von heute ist nicht mehr die Welt der Nachkriegszeit. Der Wohlstand entwertete erst die Ehe und kratzte dann an der Moral. Seine Frau sitzen und als Bürgin hängen zu lassen, gilt inzwischen als Kavaliersdelikt. Und mangels männlicher Adressaten stürzen sich Banken einfachheitshalber auf die Sitzengebliebenen als einzig Greifbare. Dabei schützt das Konsumentenschutzgesetz (§ 25 a bis d) vor Geltendmachung der Bürgschaft, wenn:

die Haftungsübernahme in keiner Relation zu den Vermögensverhältnissen der Bürgin steht; die Bürgin bei Unterschriftsleistung die wahren Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers nicht kannte; die Bürgin über Wesen und Risiko der Bürgschaft vom Kreditgeber nicht unterrichtet wurde; oder gar Nötigung im Spiel war.

Die Banken würden bei Anfechtung vor Gericht also nicht selten leer ausgehen. Und das wissen sie. Wies doch Universitätsprofessor Raimund Bollenberger schon 2007 in der Schriftenreihe der Bankwissenschaftlichen Gesellschaft (www.bwg.at) anhand zahlreicher Fallbeispiele auf die Gesetzeslage hin. Eine Pflichtlektüre für Banker also, aber nicht unbedingt Alltagslektüre für Hausfrauen und Mütter. Und so zahlen und zahlen und zahlen sie, fest im Glauben und verschwörerisch in dem Glauben gelassen, den Daumenschrauben der Banken ausgeliefert zu sein. Und wie immer, wenn es um die Geldinstitute geht, zahlt der Steuerzahler mit - diesmal über Sozialleistungen, auf die die Übervorteilten bei Fair Play nicht angewiesen wären.

Natürlich schützt das Gesetz die Männer im umgekehrten Fall genauso, jedoch handelt es sich hier eher um Einzelfälle.

http://www.wienerzeitung.at/meinung....nd-im-Glauben-lassen.html

Wir danken unserem User Robby für diesen Hinweis!


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Verfasst: 2012-01-17, 21:56  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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BeitragVerfasst: 2012-01-17, 22:38  Beitrag #2/4     Titel:  RE: ::: Sicherheitsmaßnahmen BANKEN :::  Nach untenNach oben

Christian, dies läuft nicht nur in Österreich so, sondern auch in Deutschland. z. B. bei einer Baufinanzierung

Gruß Jupiter


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BeitragVerfasst: 2012-01-17, 22:58  Beitrag #3/4     Titel:  Eigentumsrecht und Bankenmacht  Nach untenNach oben

Einen männlichen (Geschäfts-)Partner einer Sexarbeiterin würde man bei so einem Geschäftsgebaren mit Falschinformation wegen Zuhälterei verurteilen.


Banken- und Geldsystemkritik

Prof. Hörmann, Wirtschaftsuni Wien


Rede bei Occupy am 15. Jan. auf dem Stephansplatz:

www.ichmachpolitik.at/questions/1416





Mehr von Hörmann:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=105190#105190


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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2012-01-24, 14:57  Beitrag #4/4     Titel:  Was "Bankberater" einem nicht sagen  Nach untenNach oben

Das klassische Kerngeschäft der privaten Banken ist der Kredit, die Verleihe oder Vermietung von Geld, die Versorgung der Wirtschaft und Privatleute gegen Gebühr mit Liquidität und Zahlunsmitteln (Geschäftsmodell mit Geld Geld verdienen).



Image

Ein Kredit besteht immer aus "3 Pfeilspitzen":
  • Die Gegenleistung oder Sicherheit z.B. als Pfand (vgl. Leihaus), Einkommenerklärung/Lohnpfändung oder im Grundbuch eingetragene Grundschuld eines Hauses (Hypothek, mortgage).
  • Kreditsumme oder Nennwert (principal). Das Geld was man ausleihen will und später zurückzahlen muß z.B. durch Tilgung in Ratenzahlung.
  • Die Kreditkosten oder jährliche Geldleihgebür ausgedrückt als Prozentwert d.h. Zins (interest rate).

(Entwicklung der Kredit-Typen: Beim "Endfälligen Darlehen" zahlt man in der Laufzeit nur Zinsen und tilgt am Ende mit einem Schlag. Beim "Tilgungsdarlehen" zahlt man konstante Tilgungsrate plus mit geringerer Verschuldung geringer werdende Zinsraten. Beim "Annuitätendarlehen" zahlt man eine immer gleich große Annuität (= Tilgung + Zins) wobei sich der Zinsanteil verringert und der Tilgungsanteil vergrößert. Und beim "Präsidentenkredit" bekommt man Geld quasi geschenkt, wenn man Wulf heißt;)


1. Das Geld was die Bank als Kredit auszahlt ist nicht das Geld was sie vorher von anderen Sparen eingenommen hat wie man uns immer versucht hat vorzuspielen (Weltspartag). Sondern es ist geschöpftes, überwiegend neu produziertes Geld (Fiat Money aufgrund eines Buchungssatzes im Bankcomputer der eine Bilanzverlängerung bewirkt). Nichtvorhandenes Geld verleihen dürfen die privaten Banken bis zur Höhe der Mindestreservepflicht bei der Zentralbank. Sie beträgt in der EU seit diesem Jahr nur noch 1% (UK 0%, USA 10%, China 21%). D.h. je 100 Eur Spareinlage kann die private Bank 99% oder 10.000 Eur Kredit vergeben. Sie kann dann z.B. 6% d.h. 600 Eur Zinsen verdienen, aber zahlt nur 2% Zinsen für das Sparguthaben und hat somit eine Gewinnmarge höher als im Drogenhandel. Dieses "Fractional Reserve Banking" genannte System hat auch zur Folge dass 97% der insgesamt vorhandenen Geldmenge nicht mehr das gesetzliche Zahlunsmittel von Staat und Zentralbank ist (Münzen und Scheine), sondern Buchgeld in Form von Krediten oder Guthaben auf Konten oder Kreditkarten... D.h. unser Geldsystem und der damit mögliche Verdienst und die Kontrolle sind fast vollständig privatisiert und zwar in einer seit dem Ende des Absolutismus "neo-liberal-deregulierten" Weise, die in anderen Berufen oder Branchen ein Verbrechen wär.

2. Der Zins, die prozentuale Gebühr, wird i.d.R. thesauriert, d.h. von der Summe aus Kapital plus Zins werden die neuen Zinsen berechnet und dann wieder aufgeschlagen und so weiter (Zinseszins, compound interest). Daraus ergibt sich dann kein linearer (arithmetischer) Wachstumsverlauf sondern eine (geometrische) Exponentialfunktion, die zwar erst langsam ansteigt aber irgendwann selbstverstärkend wuchert wie ein Krebsgeschwür oder gar explodiert wie eine Atombombe und zwar sowohl nach oben (Gewinne bei den 1% Reichen) als auch nach unten (Verluste bei den 99% Besitzlosen, Crash). Dieser kollektive Prozess in der Volkswirtschaft ist letztlich die Hauptursache für die bestehende Ungleichverteilung bzw. ständige Umverteilung von unten nach oben. Es ist die ultimative Bedrohung von Demokratie und Stabilität.

3. Weil die privaten Geldverleiher am Kredit verdienen, haben sie zusätzlich zur Eigengesetzlichkeit der Zinseszinsfunktion ein Geschäftsinteresse daran die Verschuldung ständig auszudehnen. Z.B. immer neue Schuldner zu suchen mit immer neuen Kredit-, Inverstment- und Konsumangeboten (sub prime). Oder aber einfach nur um die Kreditdauer möglichst lange auszudehnen. D.h. es wird eine viel zu geringe Tilgungsrate empfohlen, so dass nur langsam die Schuld abgetragen wird aber ständig hohe Zinsen anfallen. Der Kunde, der den Unterschied zwischen Tilung und Zinszahlung nicht sieht und nicht nachrechnen kann wird über Jahre abgezockt. Sollte man irgendwann den Kredit zurückgezahlt haben, merkt man erst im Nachhinein dass man z.B. 4 x den Nennwert zurückbezahlt hat. Bankberater sind keine Berater des Kunden, sondern Verkäufer der Bank und gebunden an die eigenen Bankprodukte und versteckten Provisionen (kickback).

4. Wird ein Kredit-Schuldner irgendwann auch nur mit einer Ratenzahlung säumig und verpasst die Zahlungspflichten und Mahnbescheid, kann die Bank den ganze Kredit fällig stellen, d.h. vollständige Rückzahlung sofort verlangen und wenn das erstrecht nicht geleistet werden kann, wird sie das Pfand behalten und verwerten z.B. das Haus zwangsräumen lassen und zwangsversteigern (foreclosure). Das ist eine legale Form der Enteignung und es trifft in der Krise, d.h. in Zeiten von Geldknappheit und Arbeitslosigkeit die breiten Massen. Das ist der zweite Umverteilungsvorgang von unten nach oben und es kann vermutet werden, dass es Interessen gibt Krisen systematisch auszulösen bzw. zuzuspitzen.





Mit einem Kredit kauft man sich Zeit, Lebenszeit. D.h. man kann sofort kaufen und geplante Investitionen vorverlagern (Studioausbau), um so besser, früher bzw. mehr Geld zu verdienen. Ein "Investitionskredit", wozu auch ein Ausbildungskredit gehört, kann also eine lohnende Wette auf die Zukunft sein. Demgegenüber ist ein "Konsumentenkredit" lediglich eine Verteuerung der Konsumausgaben, da ein Konsum nur einen Lustgewinn verschaft, aber nie einen produktiven, unternehmerischen Gewinn zurückbringt! Konsumentenkredite sind daher zu meiden.

Sie sind oft der Einstieg in eine Verschuldungsspirale. Da wäre es cleverer den gewünschten Luxuskonsum mit freiwilliger, selbstbestimmter Sexarbeit vorfinanzieren, statt wegen Schulden und drohender Privatinsolvenz irgendwann in die Sexarbeit getrieben zu werden. Letzteres würde ich als Zwangsprostitution i.w.S. bezeichnen.

Um solchen Finanzzwängen zu entgehen, gibt es einige ganz clevere Mittelständler, die ihren kompletten Firmenaufbau rein aus Guthaben finanziert haben. Für eineN Sexworker-Alleinunternehmer_in bedeutet das wegen der i.A. viel kürzeren aktiven Berufszeit überaus planvoll und diszipliniert vorgehen zu müssen.

Geld- und Kreditrechner:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=5319&start=76





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