Veranstaltung in Hamburg

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Veraguas
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Veranstaltung in Hamburg

#1

Beitrag von Veraguas » 2018-09-02, 17:41

Hamburg

Das Jour Fixe im Curio Haus Hamburg ist seit vielen Jahren als ein engagiertes Forum linker GewerkschaftsaktivistInnen bekannt.
Vor zwei Jahren boten die Veranstalter u.A. mit Vertreterinnen aus Kreisen der Partei „Die Linke“, der Schriftstellerin Anja Röhl sowie einem “Prostitutionsopfer“ AbolistInnen ein Forum für Ihre Forderungen nach einer Ächtung der Prostitution.

Link Veranstaltung “Prostitution ist keine „normale“ Arbeit von Frauen!“

Dank beherztem argumentativen Einsatzes mehrerer aktiver SexarbeiterInnen gelang den Veranstaltern die Präsentation ihrer Positionen jedoch nicht so reibungslos wie geplant. Am Ende konnten sie die Mehrheit der Anwesenden wenig überzeugen.

Doch die Abos geben nicht auf und werden in den nächsten Tagen einen weiteren Versuch machen ihre Vorstellungen in linken Gewerkschaftskreisen zu verbreiten:

Link Veranstaltung "Prostitution - Kein Gewerbe wie jedes andere"

Als Argumentationshilfe soll dabei die mit Alice Schwarzer eng verbundene Kulturphilosophin Carola Meier-Seethaler dienen. Sie beschäftigt sich nicht mit dem plumpen Argument der angeblich massenhaften Zwangsprostitution, es geht ihr vielmehr um die Auswirkung von Prostitution auf die Psyche von Sexarbeiterin und Freier sowie auf die patriarchalen Herrschaftsstrukturen.

Link Carola Meier-Seethaler

Hamburg ist Heimat engagierer SexarbeiterInnen, mehrer einschlägiger Berufsverbände und dem Fachbereich Verdi „Besondere Dienstleistungen“ im Deutschen Gewerkschaftsbund. Eine Teilgewerkschaft die einst mit viel Erwartungen an die Arbeit gegangen ist und sich entschieden gegen das neue Prostitutionsgesetz gestellt hatte. Leider sind die MitarbeiterInnen nach erster Kritik in der Öffentlichkeit von der obersten Gewerkschaftszentrale mittlerweile zurückgepfiffen worden. Das solide Image in Reihen der Mehrheit der schwindenden Mitglieder scheint der Gewerkschaftsührung wichtiger zu sein als die eigenen Überzeugungen und Beschlüsse.

Weiters ist Hamburg Gründungsort von amnesty for women. Ein international tätiger Verein der sich selber in der Tradition des Kampfes der Frauen um Selbstbestimmung sieht, diese Selbstbestimmung jedoch nicht für SexarbeiterInnen gelten lassen möchte. Es ist damit zu rechnen, dass auch aus dem Umfeld dieses Vereins Teilnehmerinnen im Curio Haus auflaufen werden.

Veranstaltung
Prostitution - Kein Gewerbe wie jedes andere
Mittwoch, 05.September 2018 18:30
Curio Haus Rothenbaumchaussee 15 Hofdurchgang
20148 Hamburg
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der Staat weiss eine völlig irre Problemlösung die niemandem nützt, aber Arbeitsplätze im Beamtenapparat schafft. H.S.

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Re: Veranstaltung in Hamburg

#2

Beitrag von deernhh » 2018-09-03, 01:01

Warum noch einen neuen Tread aufmachen, wenn es doch schon bereits einen gibt, dessen alten Tread Du schon verlinkt hast?

Uebrigens wuerde ich NUR NOCH zu Veranstaltungen wie z.B. Hurenkongress in Berlin Ende September hingehen, wo WIRKLICH alle moeglichen Fragen rund um Sexwork ohne "Schiefguck" behandelt werden, und zwar mit echten Sexworker*innen und nicht wie bei der Pseudoveranstaltung der Parteien wie Die Linken, mit den Linken, den Abolitionistinnen, den Feministinnen usw.
Dazu habe ich echt keine Lust mehr, den Gegner*innen Paroli zu bieten.
Lieber bin ich mit Menschen wie z.B. ECHTEN SW und unserem Zwerg zusammen, mit denen ich ueber das alltaegliche, reale Leben mit und beim Sexwork unterhalten kann, also reale Sachen, die uns SW im Alltag tagtaeglich wiederholt passieren, verursacht eben durch die Gegner*innen, der Politik usw. als Folge des neuen Prostituiertenschutzgesetzes.
Ich moechte nicht mehr der Schadensbegrenzung der fehlerhaften Gesetzgebung und die daraus resultierenden Folgen fuer uns SW durch die Politiker*innen usw. per "Informations"-Veranstaltungen zuhoeren. Das nervt und stresst mich.

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Re: Veranstaltung in Hamburg

#3

Beitrag von Veraguas » 2018-09-03, 03:20

@deernhh
Hast natürlich recht. Unser Engagement war letztes Mal recht effektiv, ist aber auch immer wieder sehr anstrengendund kostet wertvolle Nerven. Sollte auch nur zur Info sein. Und ja, mehr positive Veranstaltungen, Kultur, Freude wünscht man sich.
Das Forum ist für mich noch immer etwas unübersichtlich. In welcher Rubrik man was veröffentlicht. Der Beitrag kann gerne verschoben werden.
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Re: Veranstaltung in Hamburg

#4

Beitrag von Kasharius » 2018-09-04, 09:15

Ich kann @deernhh sehr gut verstehen. Ich glaube aber doch, es bedarf auch jetzt wieder einer kraftvollen Stimme des Widerstandes der Betroffenen gegen solch abstruse Tendenzen. Wer diesen Abos ein Forum dafür bietet, allen Sexworkerinnen und Sexworkern und deren Kunden unisono psychische Traumata oder abartige Gewalt- und Herrschaftsphantasien zu unterstellen (Wer soetwas hat, kann ja neuerdings Präsident in den USA, Russland oder der Türkei sein!) der ist alles - aber mit Sicherheit nicht Links.

Ich entbiete allen Widerständlern meine solidarischen Grüße

Kasharius grüßt

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Re: Veranstaltung in Hamburg

#5

Beitrag von Kasharius » 2018-09-07, 21:59

Weiß man den inzwischen ob, und wie die Veranstaltung gelaufen ist?

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Re: Veranstaltung in Hamburg

#6

Beitrag von Veraguas » 2018-09-07, 23:23

Die GenossInnen hatten sich so engagiert in die Diskussion über die Bewertung der aktuellen politischen Situation im Krisenland Nicaragua hinein gesteigert, dass der Tagesordnungspunkt Prostitution unter den Tisch fallen musste. Ich habe auch niemanden von uns gesehen, der vergebens gekommen war. Ich bin ja schuld an der Aufregung. Wenn ich jemanden übersehen haben sollte der wegen mir sinnlos zu der Veranstaltung gekommen sein sollte werde ich ihm/ihr einen ausgeben.
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