Diese Berliner Domina schlägt zurück

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fraences
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Diese Berliner Domina schlägt zurück

Beitrag von fraences »

Nach Huren-Attacke von Alice Schwarzer
Diese Berliner Domina schlägt zurück

Von ALIX FASSMANN


Domina Johanna Weber ist selbst Feministin. Doch Alice Schwarzers Forderung ist für sie ein „Verrat an den Frauen“.

BERLIN –
Ein gemütliches Sofa, ein Strauß Blumen auf dem Küchentisch, alte Bauernmöbel, die zierliche Frau im Strickpulli macht extra Milchschaum für den Kaffee. Vor einer Stunde saß noch ein Mann in pinken Damendessous und Pumps vor ihr. Johanna Weber arbeitet als „berührbare Domina“ in Berlin und will sich von Alice Schwarzer ihren Job nicht verbieten lassen

„Für mich ist das kein Feminismus, wenn man eine ganze Branche für unzurechnungsfähig erklärt“, sagt die Domina, die sich auch im „Bundesverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ engagiert. Die 45-Jährige ging selbst in den 70er-Jahren für Schwarzers Pro-Abtreibungs-Parolen auf die Straße.

Als dann die Kampagne gegen Pornos anrollte, wurde Weber misstrauisch. „Ich habe mich schlecht gefühlt, weil mir ein Porno gefiel. Ich wollte mir Feminismus nicht mehr vorschreiben lassen.“Nach einer glücklichen Kindheit „als typisches Mauerblümchen“ in der Provinz zog sie zum Studieren nach Hamburg. „Ich bin nebenbei Taxi gefahren und bei meinen Touren zog es mich immer auf die Reeperbahn.“ Sie war fasziniert von den „stolzen schönen Frauen“ am Straßenrand. Irgendwann war die Neugier so groß, dass sie Prostituierte in ihrem Taxi befragte, wie ihr Job denn funktioniere. Weil sie mit Zuhältern nichts zu tun haben wollte, landete sie bei einem Begleitservice. Ihr erster Kunde war dreimal so alt wie sie. Ein Test ihrer Chefin. „Es war toll!“

Prominente gegen Prostitution
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Nach dem Pädagogik-Studium startete Weber in eine normale Karriere. Nach 15 Jahren war sie Marketing-Leiterin eines Unternehmens. „Ich habe mich als Sklavin gefühlt.“ Der Druck von außen war groß. So einen Job konnte sie doch nicht einfach aufgeben. Aber sie machte es trotzdem und wurde vor fünf Jahren Vollzeit-Prostituierte. Nicht alle in ihrem Umfeld verstehen ihre Entscheidung.

Doch als „berührbare Domina“ fühlt sich so „frei wie noch nie“. Wenn Alice Schwarzer „mal wieder“ fordert, die Prostitution abzuschaffen, habe sie niemals ein Bordell von innen gesehen, so Weber. „Wir sind keine Opfer. Die Mehrheit macht ihren Job freiwillig.“ Selbst wenn sie „nur fürs Geld“ arbeiten. Das würden Millionen Deutsche schließlich auch machen. Statt über Verbote, solle man über noch bessere Arbeitsbedingungen für Prostituierte sprechen, als ihre Abschaffung zu fordern.

www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/nach- ... 41086.html
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

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