Podiumsdiskussion zur Prostitution in Biberach

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fraences
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Podiumsdiskussion zur Prostitution in Biberach

Beitrag von fraences »

Podiumsdiskussion zur Prostitution: Redner fordern mehr Schutz für Frauen

BIBERACH / cbk Das Prostitutionsgesetz von 2002 hat sein Ziel, die Lage der Prostituierten zu verbessern, verfehlt und dafür Deutschland zum Zuhälterparadies gemacht – das war die einhellige Meinung der vierköpfigen Expertenrunde bei einer Podiumsdiskussion im Biberacher Rathaus. Diese fand im Rahmen des internationalen Gedenktages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen statt. Sie wurde von Andrea Sülzle vom Arbeitskreis „Geschlechter gerecht“ der Agenda 21 geleitet.
Oberbürgermeister Norbert Zeidler brachte das juristische Dilemma des Prostitutionsgesetzes im vollen Ratssaal auf den Punkt. Er verpasste dem Thema „Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen“ den Zusatz: „Mit freundlicher Genehmigung der Bundesregierung.“ Ähnlich deutliche Worte gab es aus den Zuhörerreihen. Sie forderten ein gesellschaftliches Umdenken, hin zu der Überzeugung „Man(n) kann keine Frauen kaufen“ sowie eine politische Richtungsänderung.
Wie wichtig dabei eine breit angelegte Aufklärung ist, erklärten die Podiumsredner. Ingrid Krumm von der Organisation „Solidarität mit Frauen in Not“ stellte die Kampagne „Mach den Schluss – Strich“ vor und bezeichnete jegliche Prostitution als männliche Erfindung, weil es „ohne deren Nachfrage gar keine gäbe“.

Kriminalhauptkommissar a.D. Manfred Paulus erzählte von seinen Erfahrungen in Asien und Osteuropa und zeigte den Prostitutionsweg von Ost nach West auf. Er forderte ein Tätigwerden der Politik, etwa durch ein grundsätzliches Verbot der Prostitution unter 21 Jahren. Damit sei bereits gut die Hälfte der betroffenen Frauen aus dem Gefahrenbereich.
Auf die Frage aus dem Publikum, ob es auch in Biberach Prostitution gebe, antwortete Ulrich Maucher vom Ordnungsamt: „In Biberach findet alles, was sie sich vorstellen können und noch viel mehr statt“. Daraufhin ergänzte Günter Mayer von der Polizeidirektion Biberach: „Aber nur im geschützten privaten Bereich.“ Grundsätzlich sei Prostitution im Landkreis Biberach verboten, weil keine Stadt mehr als 35000 Einwohner hat.
Claudia Robbe sprach für das Fraueninformationszentrum Stuttgart. Sie prangerte die deutsche Rechtsprechung an, etwa weil „ein Zuhälter nicht wegen Menschenhandels acht Jahre Gefängnis bekommen hat, sondern wegen Steuerbetrugs“.
Manfred Büttner von der Steuerfahndungsstelle Stuttgart erklärte die Problematik, die sich für Prostituierte als selbstständige Gewerbetreibende ergibt. Er machte auf dadurch fehlende Arbeitsschutzrechte aufmerksam. Grundsätzlich müsse jedem Mann der Gang zu einer Prostituierten zugetraut werden, sagte Büttner. So seien in den Schulferien viele Bordelle leer, weil die Freier mit ihren Familien im Urlaub seien, aber während der Adventswochen gut besucht, weil die Ausrede einer Weihnachtsfeier greifbar nahe sei.

www.schwaebische.de/region/biberach-ulm ... 40060.html
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

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