Großartig geschrieben:
http://www.rosalux.de/publication/40374 ... t-aus.html
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http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_upl ... 7-2014.pdf
Ausschnitt:
..."DAS HURENSTIGMA
Um Sexarbeit in ihrer Komplexität zu analysieren und daraus Schlüsse für eine progressive Prostitutionspolitik ziehen zu können, ist es am wichtigsten, zunächst einmal klar zu benennen, was diese Arbeit von anderen unterscheidet: nämlich das gesellschaftliche Hurenstigma. Dieses sorgt dafür, dass Sexarbeiter_innen in der Gesellschaft und in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht (ausreichend) respektiert werden; es hält sie davon ab, in andere Berufe umzusteigen und fördert die Aufrechterhaltung von Gewalt-, Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnissen.
Dieses Stigma erfahren Sexarbeiter_innen in unterschiedlichem Maße und auf unterschiedliche Art und Weise, aber es trifft sie alle. Das Besondere an dieser gesellschaftlichen Benachteiligung ist, dass sie zum einen degradierend und ausgrenzend ist und zum anderen eine Opferposition festschreibt. Sexarbeiter_innen wird häufig die eigene Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit abgesprochen, worin ein weiteres direkt gewalttätiges Machtverhältnis gegenüber den «Marginalisierten » zum Ausdruck kommt. Ganz häufig ergreifen andere das Wort für sie, vermeintlich um sie zu «retten».
Das Hurenstigma schafft zudem eine Art Teufelskreis: Wegen seiner Existenz und Wirkung unterscheidet sich Sexarbeit von anderen Jobs, und deswegen muss das Stigma als solches benannt, kritisiert und bekämpft werden. Die Betonung des Unterschieds zwischen Sexarbeit und anderen Jobs droht aber, das Stigma nur noch weiter zu verstärken. Es ist gerade deswegen von Bedeutung, zu verstehen, woher es kommt und wie es mit anderen gesellschaftlichen Ausschlüssen, Zuschreibungen und Differenzierungen interagiert.
Das Hurenstigma ist im Allgemeinen mit Frauenfeindlichkeit und Sexismus verbunden, und es betrifft auf gewisse Art alle als weiblich definierten Subjekte. Die Gegenüberstellung von «Hure oder Heilige» ist ein altes und immer noch wirkmächtiges Modell, das die Essenz, die Rolle und den Platz von Frauen in den westlichen Gesellschaft festschreiben will (die «wahre» und gute Frau) und versucht, Gewalt gegen Frauen zu relativieren und zu rechtfertigen (die Hure, «die es wohl selbst provoziert hat»). Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung haben sich Frauen und andere Gruppen vor noch nicht allzu langer Zeit erstritten und es bleibt weiterhin äußerst umkämpft. Historisch wurde weibliche Sexualität verneint und verschleiert, und Frauen wurden in der Regel entweder auf die Rolle der sittlichen Ehefrau oder die eines Sexualobjekts reduziert. Wenn sich Frauen in der Öffentlichkeit explizit sexuell äußern oder aus welchen Gründen auch immer beleidigt werden sollen, kommt auch heute immer noch gern die «Hure» ins Spiel. Hure zu sein, bedeutet im heteronormativen Patriarchat, am äußersten (dem «bösen») Ende des Spektrums des «Frauseins» zu stehen. Das Ausüben einer Tätigkeit, die Grundlage von Degradierung und Unterdrückung des weiblichen Geschlechts ist, führt unweigerlich zur Stigmatisierung, von der sich nur sehr schwer zu befreien ist.
Sexarbeiter_innen werden oft auf ihren Beruf reduziert, und ihre Hauptidentität wird die der Hure. Dem Dualismus Hure/Heilige entsprechend ist das Hurenstigma sowohl ein Ausdruck von Verachtung als auch von Entmündigung. Wenn Frauen Sex selbstbestimmt als Teil einer Erwerbstätigkeit nutzen, werden sie in der Regel moralisch verachtet und als unsittlich dargestellt oder sie gelten als handlungsunfähige Opfer. Denjenigen, die selbstbewusst auftreten und sich gegen diese doppelte Stigmatisierung zur Wehr setzen, wiederum wird oftmals vorgeworfen, sie seien privilegierte Huren und würden durch ihr Verhalten wenn schon nicht sich selbst, dann doch anderen Frauen schaden.
Sexarbeiter_innen befinden sich aufgrund des Hurenstigmas also in einer zwiespältigen und schwierigen Position, in der sie mit zum Teil gegensätzlichen Zuschreibungen durch verschiedene gesellschaftliche Gruppen konfrontiert sind und sich – egal, welche Position sie einnehmen – für ihre berufliche Tätigkeit rechtfertigen müssen."...
Liberal zu sein reicht nicht aus
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Melanie_NRW
- PlatinStern

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Klaus Fricke
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RE: Liberal zu sein reicht nicht aus
Sehr gut!
Danke!
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Doris67
- PlatinStern

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mayats
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RE: Liberal zu sein reicht nicht aus
i work in the Street of my own city so i'm sensible to this. but noone help me to solve this.
'common sense' is Always in totally opposition to 'good sense'.
a funny note:
Saint often has stigmata. a saint suffers the rejection of the society so a stigmatizzated sexworker is a saint....
'common sense' is Always in totally opposition to 'good sense'.
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Saint often has stigmata. a saint suffers the rejection of the society so a stigmatizzated sexworker is a saint....