Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
-
nina777
- leider nicht mehr aktiv

- Beiträge: 5025
- Registriert: 08.05.2008, 15:31
- Wohnort: Minden
- Ich bin: SexarbeiterIn
Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
6.3.2015
Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
SIEGERTSBRUNN. Der evangelische Geistliche Ulrich Wagner hat gefordert, Asylbewerbern kostenlose Besuche bei Prostituierten anzubieten. "Diese Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu, soweit denkt niemand", begründete der Pfarrer im Ruhestand seinen Vorschlag gegenüber dem Münchner Merkur.
"Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, daß in sein Dorf 100 Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, daß so viele Männer die Frauen im Ort belästigen könnten. Ob begründet oder nicht: Diesen Ängsten will ich damit begegnen. Denn es gibt sie", sagte Wagner.
Bordell-Besitzer sollen Solidarität zeigen
Unschlüssig zeigte er sich, wie die Bordellbesuche finanziert werden sollen. "Mein erster Gedanke ist gar nicht, wer das bezahlt. Aber es gab ja mal einen Hartz-IV-Empfänger, der erklagen wollte, daß ihm seine Bordellbesuche bezahlt werden. Der hatte natürlich keinen Erfolg." Vielleicht finde sich jedoch ein Unterstützerkreis, der das bezahlt. "Vielleicht erklärt sich auch ein Bordellbesitzer bereit, ein gutes Werk zu tun. Am Vormittag ist da ja eh nicht viel los, vermute ich."
Angst vor Kritik hat Wagner nicht. "Wer darf denn sowas noch sagen, wenn nicht ein evangelischer Pfarrer?" Auch nicht vor der Evangelischen Kirche: "Ich halte die neuerliche Tendenz in der Kirche für ganz schlimm, anderen vorzuschreiben, welche Meinung sie zu haben haben. Wir sind nicht in Nordkorea."
Wagner leitete etwa 40 Jahre die evangelische Carolinenkirche in Obermenzing.
http://jungefreiheit.de/kultur/gesellsc ... lbewerber/
http://www.merkur-online.de/lokales/mue ... 91059.html
Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
SIEGERTSBRUNN. Der evangelische Geistliche Ulrich Wagner hat gefordert, Asylbewerbern kostenlose Besuche bei Prostituierten anzubieten. "Diese Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu, soweit denkt niemand", begründete der Pfarrer im Ruhestand seinen Vorschlag gegenüber dem Münchner Merkur.
"Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, daß in sein Dorf 100 Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, daß so viele Männer die Frauen im Ort belästigen könnten. Ob begründet oder nicht: Diesen Ängsten will ich damit begegnen. Denn es gibt sie", sagte Wagner.
Bordell-Besitzer sollen Solidarität zeigen
Unschlüssig zeigte er sich, wie die Bordellbesuche finanziert werden sollen. "Mein erster Gedanke ist gar nicht, wer das bezahlt. Aber es gab ja mal einen Hartz-IV-Empfänger, der erklagen wollte, daß ihm seine Bordellbesuche bezahlt werden. Der hatte natürlich keinen Erfolg." Vielleicht finde sich jedoch ein Unterstützerkreis, der das bezahlt. "Vielleicht erklärt sich auch ein Bordellbesitzer bereit, ein gutes Werk zu tun. Am Vormittag ist da ja eh nicht viel los, vermute ich."
Angst vor Kritik hat Wagner nicht. "Wer darf denn sowas noch sagen, wenn nicht ein evangelischer Pfarrer?" Auch nicht vor der Evangelischen Kirche: "Ich halte die neuerliche Tendenz in der Kirche für ganz schlimm, anderen vorzuschreiben, welche Meinung sie zu haben haben. Wir sind nicht in Nordkorea."
Wagner leitete etwa 40 Jahre die evangelische Carolinenkirche in Obermenzing.
http://jungefreiheit.de/kultur/gesellsc ... lbewerber/
http://www.merkur-online.de/lokales/mue ... 91059.html
Zuletzt geändert von nina777 am 06.03.2015, 18:05, insgesamt 1-mal geändert.
I wouldn't say I have super-powers so much as I live in a world where no one seems to be able to do normal things.
-
Doris67
- PlatinStern

- Beiträge: 1127
- Registriert: 20.06.2012, 10:16
- Wohnort: Strasbourg
- Ich bin: SexarbeiterIn
-
nina777
- leider nicht mehr aktiv

- Beiträge: 5025
- Registriert: 08.05.2008, 15:31
- Wohnort: Minden
- Ich bin: SexarbeiterIn
Prostituierte für Asylbewerber? "Makaber und geschmacklos"
User-Reaktionen zur Prostituiertenforderung des Pfarrers Ulrich Wagner.
http://www.merkur-online.de/lokales/mue ... 93180.html
User-Reaktionen zur Prostituiertenforderung des Pfarrers Ulrich Wagner.
http://www.merkur-online.de/lokales/mue ... 93180.html
I wouldn't say I have super-powers so much as I live in a world where no one seems to be able to do normal things.
-
lust4fun
- Gelehrte(r)

- Beiträge: 381
- Registriert: 22.11.2012, 22:27
- Ich bin: Außenstehende(r)

Ich finde den Pfarrer nicht besonders cool, und für einen "Freigeist" erkenne ich in seiner Aktion nicht genug freien, intelligenten Geist.Doris67 hat geschrieben:Cooler Pfarrer, ein Freigeist.
Ich denke, das Sich-Einsetzen für Prostitution in Angebot und Nachfrage sollte universalistisch begründet sein - philosophisch als eine mögliche Form des "guten Lebens" und politisch als Realisierung legitimer freiheitlicher und selbstbestimmter Rechte.
Das tut Wagner zwar auch, aber sein Anknüpfungspunkt ist ein anderer. Er bedient die Überdruckventil-Theorie. Ein Dorf hat Angst, dass die Frauen des Dorfes von Asylbewerbern belästigt werden könnten. Diesen Ängsten will er mit seinem Vorstoß begegnen. Aber das ist erstens diskriminierend gegenüber den Asylbewerbern - als wären das gefährliche Kreaturen, deren Triebe nicht kontrollierbar seien. Zweitens ist das eine entwürdigende Rollenzuweisung für die Sexworker, die hier in die "Gefahrenzone" entsandt werden, um den "Druck" aus dem Kessel zu nehmen. Das hilt dem Anliegen für freie Sexarbeit nicht.
Wenn es Wagner wirklich um "Freie Liebe für freie Menschen" geht, muss er seinen Kontext und seine Begründung sortieren. Das tut er nicht. "Freie Liebe" und "Dampfkessel" sind mehr als sperrig.
Wagner knüpft auch an die Hartz IV-Debatte an. Das kann man tun. Dann sollte man aber auch etwas tiefer in das Problem von Paysex einsteigen. Denn die Propagierung von freier Sexarbeit und freier Nachfrage von sexueller bis hin zu ganzheitlich-erotischer Dienstleistung muss sich darüber klar sein, dass das ganze in einem monetären, "kapitalistischen" Zusammenhang stattfindet. Das heißt, dass nicht nur sozial-moralische Hürden bestehen, sondern dass ganze gesellschaftliche Gruppen allein aus finanziellen Gründen faktisch davon ausgeschlossen sind.
Das ist ein grundlegendes Problem. Die Rede von "Bordellbesitzern, die ein gutes Werk tun könnten", oder von "Unterstützungskreisen" ist bestenfalls naiv, schlimmstenfalls diskriminierend für Sexworker und Kunden.
"Cool" finde ich allenfalls, wie Wagner mit seiner Rolle als pensionierter Pfarrer spielt. Natürlich, der Bürgermeister oder der katholische Kollege kann das alles nicht sagen. Und die fällige Gegendarstellung seiner Amtskirche wird Wagner als Pensionär überstehen.
Vielleicht hat Wagner eine "klammheimliche" Freude an dem Shitstorm, den er in kirchlichen und politischen Kreisen auslöst. Vielleicht ist er aber auch wirklich so naiv, wie er sich gibt. Als "gezielte Provokation" hat mir seine Aktion zu wenig strategisches Kalkül und intellektuelle Kraft.
-
translena
- verifizierte UserIn

- Beiträge: 374
- Registriert: 15.05.2007, 13:16
- Wohnort: Essen
- Ich bin: Keine Angabe
RE: Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
Das die Motiv des Pfarer nicht das Mitgefühl mit den Asylbewerbern ist und schon garnicht die freie Liebe zeigt dieser Satz aus dem oben erwähnten Zeitungsartikel:
"Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, dass in seinem Dorf 100 Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, dass so viele Männer die Frauen im Ort belästigen könnten."
-
nicole6
- ModeratorIn

- Beiträge: 2337
- Registriert: 11.09.2009, 13:01
- Wohnort: München
- Ich bin: ehemalige SexarbeiterIn
-
Klaus Fricke
- Nicht mehr aktiv
- Beiträge: 1121
- Registriert: 05.11.2010, 16:16
- Wohnort: Bremen / Sougia - Kreta
- Ich bin: Keine Angabe
RE: Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
@ Pfarrer Wagner "Ich halte die neuerliche Tendenz in der Kirche für ganz schlimm, anderen vorzuschreiben, welche Meinung sie zu haben haben. Wir sind nicht in Nordkorea."
@ lust4Fun "Ich denke, das Sich-Einsetzen für Prostitution in Angebot und Nachfrage sollte universalistisch begründet sein - philosophisch als eine mögliche Form des "guten Lebens" und politisch als Realisierung legitimer freiheitlicher und selbstbestimmter Rechte."
Da gibt es Überschneidungen in den Aussagen. Und diese Überschneidungen machen Herrn Wagner, den Pfarrer im Ruhestand für mich cool. Seine "Nordkorea" Aussage lässt sich durchaus gegen die Argumentation Sexarbeit sei strukturell sexueller Missbrauch, verletze die Würde der Frau und mache diese zu Ware und zum verfügbaren Geschlecht einsetzen. Denn ein Denk und Sprechverbot, ob nordkoreanische oder wegsperr-feministisch (soziale Ächtung und Kriminalisierung des Feldes der erotischen und sexuellen Dienstleistungen) begründet, macht die Menschen (und nicht "nur" die Frauen) zur verfügbaren Gattung.
Und natürlich sind das "Überdruck Argument" in Verbindung mit einer Zuschreibung an Asylbewerbende und einer Zuweisung zur "Lösung des Problems" an das Feld der erotischen und sexuellen Dienstleistungen nicht State of the Art. Da möchte ich aber Pfarrer a.D. Wagner nicht zu viele Vorwürfe machen. Er reproduziert, wahrscheinlich nach bestem Wissen und Gewissen, nur eines der landläufig akzeptierten Klischees zur Sexarbeit. Für seine Herkunft und Profession zeigt seine Äusserung einiges an Freigeistigkeit, jedoch ist er im universalitisch-philosophischen Sinne, in habitueller Verstrickung. Aber wer ist schon universell frei in seinem Denken? Vielleicht nähert sich derjenige diesem Ideal an, der bohrend sokratisch fragt (siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Sokratisches_Gespräch - Link funktioniert nicht, bitte Copy und paste). Dafür, welches Glück, bietet dieses Forum Raum.
@ lust4Fun "Ich denke, das Sich-Einsetzen für Prostitution in Angebot und Nachfrage sollte universalistisch begründet sein - philosophisch als eine mögliche Form des "guten Lebens" und politisch als Realisierung legitimer freiheitlicher und selbstbestimmter Rechte."
Da gibt es Überschneidungen in den Aussagen. Und diese Überschneidungen machen Herrn Wagner, den Pfarrer im Ruhestand für mich cool. Seine "Nordkorea" Aussage lässt sich durchaus gegen die Argumentation Sexarbeit sei strukturell sexueller Missbrauch, verletze die Würde der Frau und mache diese zu Ware und zum verfügbaren Geschlecht einsetzen. Denn ein Denk und Sprechverbot, ob nordkoreanische oder wegsperr-feministisch (soziale Ächtung und Kriminalisierung des Feldes der erotischen und sexuellen Dienstleistungen) begründet, macht die Menschen (und nicht "nur" die Frauen) zur verfügbaren Gattung.
Und natürlich sind das "Überdruck Argument" in Verbindung mit einer Zuschreibung an Asylbewerbende und einer Zuweisung zur "Lösung des Problems" an das Feld der erotischen und sexuellen Dienstleistungen nicht State of the Art. Da möchte ich aber Pfarrer a.D. Wagner nicht zu viele Vorwürfe machen. Er reproduziert, wahrscheinlich nach bestem Wissen und Gewissen, nur eines der landläufig akzeptierten Klischees zur Sexarbeit. Für seine Herkunft und Profession zeigt seine Äusserung einiges an Freigeistigkeit, jedoch ist er im universalitisch-philosophischen Sinne, in habitueller Verstrickung. Aber wer ist schon universell frei in seinem Denken? Vielleicht nähert sich derjenige diesem Ideal an, der bohrend sokratisch fragt (siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Sokratisches_Gespräch - Link funktioniert nicht, bitte Copy und paste). Dafür, welches Glück, bietet dieses Forum Raum.
-
Doris67
- PlatinStern

- Beiträge: 1127
- Registriert: 20.06.2012, 10:16
- Wohnort: Strasbourg
- Ich bin: SexarbeiterIn
-
lust4fun
- Gelehrte(r)

- Beiträge: 381
- Registriert: 22.11.2012, 22:27
- Ich bin: Außenstehende(r)
RE: Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
Interessant - aber mich erstaunen eure milden Antworten sehr.
Nordkorea-Vergleiche beeindrucken mich wie andere historisch-politischen Vergleiche nicht sonderlich. Die Zivilcourage kann ich wertschätzen und die Rhetorik kann ich - als Kirchenkritik - durchaus goutieren, aber es bleibt in meinen Augen eher eine krawallige Bemerkung, die wie üblich vom Thema nur ablenkt. Reden wir über Kirchenkritik oder über das konkrete Thema von Asylbewerbern und Paysex?
Mache ich also noch einmal den Versuch wie Klaus, die Überdruck-These nicht so stark zu gewichten. Nachsehen kann ich es Wagner trotzdem nicht. Er berührt da ein inhaltlich-semantisches Feld, das man auch mit noch so entwaffnender Naivität nicht einfach betreten kann, ohne den Kontext und die Folgen weiter zu bedenken. Die Triebtheorie an sich mit der Verbindung von Trieb-Überdruck-Gewalt-Notventil-Prävention ist schon allgemein anthropologisch-psychologisch höchst problematisch. Und was geschieht erst, wenn ich eine einzelne soziale Gruppe herausgehoben mit einer Triebtheorie in Verbindung bringe? Was geschieht mit dem Berufs- und Persönlichkeitsbild der Sexworker, wenn ich deren Arbeit in diesen Kontext bringe? Nehmen wir "landläufig akzeptierte Klischees" einfach so hin? Akzeptieren wir dann auch die gedankliche Fortführung: Der "gute" Sex in die Partnerschaft, der "schmutzige" Sex in die Prostitution?
Okay, ich lasse das mal weg. Dann bleibt ein schöner Satz von Wagner: "Diese Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu, soweit denkt niemand... Wenn’s aber um Asylbewerber geht, geben wir ihnen zu essen, zu trinken und sagen: Das Problem ist gelöst. Ist es aber nicht."
Hat er den Schuss nicht gehört? Längst reden wir von den unbefriedigten - gesellschaftlich bedingt verhinderten - sinnlich-sexuellen Bedürfnissen von älteren Menschen, von Menschen mit Behinderung, von finanziell armen Menschen, von vereinsamten Menschen... Und dann entdeckt man das Problem neu bei einer einzelnen sozialen Gruppe, die im Verdacht steht, besonders anfällig und gefährlich zu sein?
Das meine ich mit meiner Forderung nach universalistischem Denken. Die Struktur des Problems ist bekannt - jede Engführung auf soziale Gruppen lenkt von der umfassenden Struktur ab und führt nur zu Diskriminierung. Besonders dann, wenn die ins Auge gefassten Lösungsansätze dermaßen naiv und partikulatorisch in den Ring geworfen werden.
Was fällt denn Wagner konkret dazu ein? Die politische Ebene (im Sinne von solidarisch-institutioneller Regelung gemeinsamer Angelegenheiten) wischt er sofort zur Seite. Dafür dann ein wohltätiger "Unterstützerkreis"? Lautes Lachen im Netz...
Ein "gutes Werk von Bordellbesitzern"? Und kein Aufschrei von Sexworkern? Wo ist ein Bordellbesitzer weisungsbefugter Arbeitgeber, der wie ein Bäcker seine Brötchen vom Vortag an Bedürftige frei verschenken kann?
Was sagen Sexworker dazu? Warum ist es hier vergleichsweise so still? Rührt der Auftritt von Wagner vielleicht an einem unangenehmen Tabu im Paysex? Dass es nämlich grundsätzlich keine Verhandlung über Preis und Art der Dienstleistung gibt (bzw. geben sollte)? (Als Beispiel der Thread zu den "Tabus" http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=12622) "Unangenehm" - weil die hier betroffene Gruppe fraglos Opfer ungerechter Strukturen ist und Mitleid erregt?
Müsste jemand, der wie Wagner öffentlich spricht und ernst genommen werden will, in diesem Zusammenhang nicht deutlich sagen: Das Problem ist bekannt und viel umfassender als das "Asylantenproblem" - und wir haben leider keinerlei Idee, wie es gelöst werden könnte. Es gibt Bedürfnisse, die auf der Hand liegen, die selbstverständlich geäußert werden können und sollen, für die es aber in unserer realen Welt kein Anrecht auf Befriedigung gibt.
Das wäre auch meine Frage an Nicole: Die mittelalterliche Gruppe des Klerus und die Asylbewerber sind beides Gruppen von Menschen, die quasi Opfer von Lebensumständen sind, die sie selbst nicht weiter beeinflussen können. Aber welche Konsequenz ziehst du daraus? Welche Funktion hat da die Berufsgruppe der Sexworker - abgesehen davon, dass sie aus pragmatischen Gründen politisch "geduldet" ist? Ich weiß nicht, ob im 15. Jhd. die Kirche selbst den Paysex für den Klerus finanziell gesponsort hat. In welche Richtung gehen deine Gedanken für unsere heutige durchkapitalisierte Welt?
*****
Zur Dampfkessel-Theorie bei den Mönchen habe ich noch eine interessante Fundstelle - hier von mir aber eher augenzwinkernd gemeint... :-)
Michel Houellebecq, Unterwerfung, S. 252f.
http://fs2.directupload.net/images/150307/vkgmrsib.jpg
Nordkorea-Vergleiche beeindrucken mich wie andere historisch-politischen Vergleiche nicht sonderlich. Die Zivilcourage kann ich wertschätzen und die Rhetorik kann ich - als Kirchenkritik - durchaus goutieren, aber es bleibt in meinen Augen eher eine krawallige Bemerkung, die wie üblich vom Thema nur ablenkt. Reden wir über Kirchenkritik oder über das konkrete Thema von Asylbewerbern und Paysex?
Mache ich also noch einmal den Versuch wie Klaus, die Überdruck-These nicht so stark zu gewichten. Nachsehen kann ich es Wagner trotzdem nicht. Er berührt da ein inhaltlich-semantisches Feld, das man auch mit noch so entwaffnender Naivität nicht einfach betreten kann, ohne den Kontext und die Folgen weiter zu bedenken. Die Triebtheorie an sich mit der Verbindung von Trieb-Überdruck-Gewalt-Notventil-Prävention ist schon allgemein anthropologisch-psychologisch höchst problematisch. Und was geschieht erst, wenn ich eine einzelne soziale Gruppe herausgehoben mit einer Triebtheorie in Verbindung bringe? Was geschieht mit dem Berufs- und Persönlichkeitsbild der Sexworker, wenn ich deren Arbeit in diesen Kontext bringe? Nehmen wir "landläufig akzeptierte Klischees" einfach so hin? Akzeptieren wir dann auch die gedankliche Fortführung: Der "gute" Sex in die Partnerschaft, der "schmutzige" Sex in die Prostitution?
Okay, ich lasse das mal weg. Dann bleibt ein schöner Satz von Wagner: "Diese Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu, soweit denkt niemand... Wenn’s aber um Asylbewerber geht, geben wir ihnen zu essen, zu trinken und sagen: Das Problem ist gelöst. Ist es aber nicht."
Hat er den Schuss nicht gehört? Längst reden wir von den unbefriedigten - gesellschaftlich bedingt verhinderten - sinnlich-sexuellen Bedürfnissen von älteren Menschen, von Menschen mit Behinderung, von finanziell armen Menschen, von vereinsamten Menschen... Und dann entdeckt man das Problem neu bei einer einzelnen sozialen Gruppe, die im Verdacht steht, besonders anfällig und gefährlich zu sein?
Das meine ich mit meiner Forderung nach universalistischem Denken. Die Struktur des Problems ist bekannt - jede Engführung auf soziale Gruppen lenkt von der umfassenden Struktur ab und führt nur zu Diskriminierung. Besonders dann, wenn die ins Auge gefassten Lösungsansätze dermaßen naiv und partikulatorisch in den Ring geworfen werden.
Was fällt denn Wagner konkret dazu ein? Die politische Ebene (im Sinne von solidarisch-institutioneller Regelung gemeinsamer Angelegenheiten) wischt er sofort zur Seite. Dafür dann ein wohltätiger "Unterstützerkreis"? Lautes Lachen im Netz...
Ein "gutes Werk von Bordellbesitzern"? Und kein Aufschrei von Sexworkern? Wo ist ein Bordellbesitzer weisungsbefugter Arbeitgeber, der wie ein Bäcker seine Brötchen vom Vortag an Bedürftige frei verschenken kann?
Was sagen Sexworker dazu? Warum ist es hier vergleichsweise so still? Rührt der Auftritt von Wagner vielleicht an einem unangenehmen Tabu im Paysex? Dass es nämlich grundsätzlich keine Verhandlung über Preis und Art der Dienstleistung gibt (bzw. geben sollte)? (Als Beispiel der Thread zu den "Tabus" http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=12622) "Unangenehm" - weil die hier betroffene Gruppe fraglos Opfer ungerechter Strukturen ist und Mitleid erregt?
Müsste jemand, der wie Wagner öffentlich spricht und ernst genommen werden will, in diesem Zusammenhang nicht deutlich sagen: Das Problem ist bekannt und viel umfassender als das "Asylantenproblem" - und wir haben leider keinerlei Idee, wie es gelöst werden könnte. Es gibt Bedürfnisse, die auf der Hand liegen, die selbstverständlich geäußert werden können und sollen, für die es aber in unserer realen Welt kein Anrecht auf Befriedigung gibt.
Das wäre auch meine Frage an Nicole: Die mittelalterliche Gruppe des Klerus und die Asylbewerber sind beides Gruppen von Menschen, die quasi Opfer von Lebensumständen sind, die sie selbst nicht weiter beeinflussen können. Aber welche Konsequenz ziehst du daraus? Welche Funktion hat da die Berufsgruppe der Sexworker - abgesehen davon, dass sie aus pragmatischen Gründen politisch "geduldet" ist? Ich weiß nicht, ob im 15. Jhd. die Kirche selbst den Paysex für den Klerus finanziell gesponsort hat. In welche Richtung gehen deine Gedanken für unsere heutige durchkapitalisierte Welt?
*****
Zur Dampfkessel-Theorie bei den Mönchen habe ich noch eine interessante Fundstelle - hier von mir aber eher augenzwinkernd gemeint... :-)
Michel Houellebecq, Unterwerfung, S. 252f.
http://fs2.directupload.net/images/150307/vkgmrsib.jpg
-
nicole6
- ModeratorIn

- Beiträge: 2337
- Registriert: 11.09.2009, 13:01
- Wohnort: München
- Ich bin: ehemalige SexarbeiterIn
"...Die mittelalterliche Gruppe des Klerus und die Asylbewerber
sind beides Gruppen von Menschen, die quasi Opfer von
Lebensumständen sind, die sie selbst nicht weiter beeinflussen können. ...!
In der Analogie bezog ich mich nur darauf, dass beides Gruppen
von Männer sind, bei denen situationsabhängig die Möglichkeit
zum Sex mit Frauen eingeschränkt ist.
Was nicht stimmt ist, dass die Priester durch "Opfer von Lebensumstände"
in diese Lage gebracht wurden! Das würde die Analogie überziehen!
Dazu kommt, dass die Päpste jener Zeit in Rom selbst Bordelle
betrieben, und damit sehr viel Geld einnahmen.
Ich schrieb dazu ausführlich hier in der Buchbesprechung:
Gottes erste Diener. Die dunkle Seite des Papsttums, von Peter de Rosa.
Wenn auch oft der jüngste Sohn ins Kloster ging, oder Priester wurde,
weil der älteste Sohn immer den Hof erbte, so war es doch kein
Zwang.
Die Priester und Mönche die ins Bordell gingen, zahlten entweder
mit Geld, oder mit Schmuck und wertvollen Geschenken, Objekte,
die von den Sexarbeiterinnen wiederum verkauft werden konnten.
Dabei ist wichtig, dass Geschenke NICHT die Bezahlung ersetzten!
Die Priester zahlten den Service an die Puffmutter, die davon
einen Teil für Essen, und Miete einbehielt. Der Rest ging an die
Sexarbeiterin. Alles was der Kunde an die Sexarbeiterin direkt gab,
war zu 100% ihr Eigentum. Dazu gibt es schriftliche Dokumente.
Nachdem Priester und Mönche ihr Geld von der Kirche bekamen,
hat die Kirche indirekt den Sex bezahlt.
Ein wenig anders als heute ist die Art und Weise, wie im 15. Jh.
nicht alle, aber doch einige der Frauen zum Beruf der Sexarbeiterin
kamen. Wenn ein Bauer seinem Lehnherren wegen schlechter
Ernte die Abgaben nicht zahlen konnte, dann musste die jüngste
Tochter ins Bordell. Dort arbeitete sie so lange, bis die Lehnsschuld
beglichen wurde.
Ich schrieb darüber schon in der Buchbesprechung:
die verborgene Geschichte der Frauenarbeit, von Anke Wolf-Graaf
Nicole
sind beides Gruppen von Menschen, die quasi Opfer von
Lebensumständen sind, die sie selbst nicht weiter beeinflussen können. ...!
In der Analogie bezog ich mich nur darauf, dass beides Gruppen
von Männer sind, bei denen situationsabhängig die Möglichkeit
zum Sex mit Frauen eingeschränkt ist.
Was nicht stimmt ist, dass die Priester durch "Opfer von Lebensumstände"
in diese Lage gebracht wurden! Das würde die Analogie überziehen!
Dazu kommt, dass die Päpste jener Zeit in Rom selbst Bordelle
betrieben, und damit sehr viel Geld einnahmen.
Ich schrieb dazu ausführlich hier in der Buchbesprechung:
Gottes erste Diener. Die dunkle Seite des Papsttums, von Peter de Rosa.
Wenn auch oft der jüngste Sohn ins Kloster ging, oder Priester wurde,
weil der älteste Sohn immer den Hof erbte, so war es doch kein
Zwang.
Die Priester und Mönche die ins Bordell gingen, zahlten entweder
mit Geld, oder mit Schmuck und wertvollen Geschenken, Objekte,
die von den Sexarbeiterinnen wiederum verkauft werden konnten.
Dabei ist wichtig, dass Geschenke NICHT die Bezahlung ersetzten!
Die Priester zahlten den Service an die Puffmutter, die davon
einen Teil für Essen, und Miete einbehielt. Der Rest ging an die
Sexarbeiterin. Alles was der Kunde an die Sexarbeiterin direkt gab,
war zu 100% ihr Eigentum. Dazu gibt es schriftliche Dokumente.
Nachdem Priester und Mönche ihr Geld von der Kirche bekamen,
hat die Kirche indirekt den Sex bezahlt.
Ein wenig anders als heute ist die Art und Weise, wie im 15. Jh.
nicht alle, aber doch einige der Frauen zum Beruf der Sexarbeiterin
kamen. Wenn ein Bauer seinem Lehnherren wegen schlechter
Ernte die Abgaben nicht zahlen konnte, dann musste die jüngste
Tochter ins Bordell. Dort arbeitete sie so lange, bis die Lehnsschuld
beglichen wurde.
Ich schrieb darüber schon in der Buchbesprechung:
die verborgene Geschichte der Frauenarbeit, von Anke Wolf-Graaf
Nicole
-
malin
- PlatinStern

- Beiträge: 1205
- Registriert: 01.09.2008, 18:26
- Ich bin: Keine Angabe
Ich gebe zu, mir gefällts auch nicht.
Auch wenn mir i.m. Zeit und Musse fehlen, die genaue Begründung rhetorisch aufzudröseln, gibt es allein zwei Kernaussagen die mir ins Auge springen (neben der allseits bekannten "Überdruck-Theorie")...
erstens natürlich die Ansprache der Bordellbetreiber, als angeblich zuständigen Ansprechpartner - danke l4f, für das wunderbar-ätzende Bild der "Brötchen vom Vortag"
und die Formulierung, Vormittags wäre da eh nicht viel los.
Ja genau, dann ist es ja eh wurscht...das ist genau diese Denke, dass es ja "auf einen mehr oder weniger, der "mal eben drüberrutschen" darf, auch nicht mehr ankommt.
Ehrlich, mich macht diese Form Sexarbeit medial zu präsentieren, und folglich auch drüber zu denken, zunehmend wirklich wütend.
Also ich für meinen Teil suche mir meine Kunden immer noch selber aus, und entscheide ganz alleine wem ich meine Dienste offeriere...und zwar infamer Weise gänzlich unabhängig davon, ob derjenige jetzt einen "besonderen Druck" oder eine "besondere Bedürftigkeit" aufzuweisen hat.
Auch wenn mir i.m. Zeit und Musse fehlen, die genaue Begründung rhetorisch aufzudröseln, gibt es allein zwei Kernaussagen die mir ins Auge springen (neben der allseits bekannten "Überdruck-Theorie")...
erstens natürlich die Ansprache der Bordellbetreiber, als angeblich zuständigen Ansprechpartner - danke l4f, für das wunderbar-ätzende Bild der "Brötchen vom Vortag"
und die Formulierung, Vormittags wäre da eh nicht viel los.
Ja genau, dann ist es ja eh wurscht...das ist genau diese Denke, dass es ja "auf einen mehr oder weniger, der "mal eben drüberrutschen" darf, auch nicht mehr ankommt.
Ehrlich, mich macht diese Form Sexarbeit medial zu präsentieren, und folglich auch drüber zu denken, zunehmend wirklich wütend.
Also ich für meinen Teil suche mir meine Kunden immer noch selber aus, und entscheide ganz alleine wem ich meine Dienste offeriere...und zwar infamer Weise gänzlich unabhängig davon, ob derjenige jetzt einen "besonderen Druck" oder eine "besondere Bedürftigkeit" aufzuweisen hat.
liebe grüsse malin
eventuell fehlende buchstaben sind durch meine klemmende tastatur bedingt :-)
eventuell fehlende buchstaben sind durch meine klemmende tastatur bedingt :-)
-
nicole6
- ModeratorIn

- Beiträge: 2337
- Registriert: 11.09.2009, 13:01
- Wohnort: München
- Ich bin: ehemalige SexarbeiterIn
"....Also ich für meinen Teil suche mir meine Kunden immer noch
selber aus, und entscheide ganz alleine wem ich meine Dienste
offeriere...und zwar infamer Weise gänzlich unabhängig davon,
ob derjenige jetzt einen "besonderen Druck" oder eine "beson
dere Bedürftigkeit" aufzuweisen hat...."
genau das ist es, was die Medien, die Politiker, und "das Volk"
negieren: eine SELBSTBESTIMMTE Frau, welche sich als Broterwerb
die Sexarbeit wählte!
Dem angegebenen "Argument" mit "besonderem Druck"
kann man sofort die Luft heraus lassen, wenn man dies auf
die Finannzlage der Asylbewerber anwendet: den "Druck" können
sie ablassen, wenn die Banken ihnen zum Druck-Ablassen ein
paar Hunderterscheine zur Verfügung stellen. Man könnte sich
ja direkt an die Bankdirektoren wenden, die weisungsbefugt die
Ausgabe der Scheine anordnen können, oder den Betrag gleich
per Paypal aufs Konto der Sexarbeiteerin gutschreiben!
Nicole
selber aus, und entscheide ganz alleine wem ich meine Dienste
offeriere...und zwar infamer Weise gänzlich unabhängig davon,
ob derjenige jetzt einen "besonderen Druck" oder eine "beson
dere Bedürftigkeit" aufzuweisen hat...."
genau das ist es, was die Medien, die Politiker, und "das Volk"
negieren: eine SELBSTBESTIMMTE Frau, welche sich als Broterwerb
die Sexarbeit wählte!
Dem angegebenen "Argument" mit "besonderem Druck"
kann man sofort die Luft heraus lassen, wenn man dies auf
die Finannzlage der Asylbewerber anwendet: den "Druck" können
sie ablassen, wenn die Banken ihnen zum Druck-Ablassen ein
paar Hunderterscheine zur Verfügung stellen. Man könnte sich
ja direkt an die Bankdirektoren wenden, die weisungsbefugt die
Ausgabe der Scheine anordnen können, oder den Betrag gleich
per Paypal aufs Konto der Sexarbeiteerin gutschreiben!
Nicole
-
Kosto
- aufstrebend

- Beiträge: 26
- Registriert: 26.06.2010, 11:10
- Ich bin: Keine Angabe
RE: Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber
Auf der im Beitrag 1 verlinkten Homepage von Junge Freiheit findet
man folgenden User - Komentar:
_______________________________
Kohlenklau aus der SBZ meint
6. März 2015 um 21:41
… da lese ich doch gerade, daß der verständnisvolle pensionierte Seelenhirte noch über eine jüngere Gemahlin und über 3 wohlgeformte Töchter verfügt.
Da wäre es doch ein Zeichen gelebter Nächstenliebe, die Umsetzung seines menschenfreundlichen Vorschlages, als Zeichen der Willkommenskultur, wenn er und seine weibliche Familie selbstverständlich den 1. Schritt gehen würden und sich mit Offenheit für die Ausführung seines Vorschlags bereit stellen.
Dadurch würden natürlich auch keine zusätzliche finanz. Belastung für die Allgemeinheit entstehen, da diese Dienste dann als gottgefälliges Werk abgerechnet werden können, es sozusagen in der Familie bleibt.
Bei der Vielzahl der Ausrichtungen der langersehnten, hochwillkommenen Zureisenden, wird er wahrscheinlich auch öfters in Anspruch genommen, sodaß er auch persönlich sein Scherflein beitragen kann und es für ihn zu keiner diskriminierenden Benachteiligung kommt.
So sieht heute eben der gelebte Glauben, ein gottgefälliges Werk aus, Hallelujah !!!!!
http://jungefreiheit.de/kultur/gesellsc ... /#comments
_________________________
dem ist nichts hinzu zufügen, scheinheiliger Pfaffe
man folgenden User - Komentar:
_______________________________
Kohlenklau aus der SBZ meint
6. März 2015 um 21:41
… da lese ich doch gerade, daß der verständnisvolle pensionierte Seelenhirte noch über eine jüngere Gemahlin und über 3 wohlgeformte Töchter verfügt.
Da wäre es doch ein Zeichen gelebter Nächstenliebe, die Umsetzung seines menschenfreundlichen Vorschlages, als Zeichen der Willkommenskultur, wenn er und seine weibliche Familie selbstverständlich den 1. Schritt gehen würden und sich mit Offenheit für die Ausführung seines Vorschlags bereit stellen.
Dadurch würden natürlich auch keine zusätzliche finanz. Belastung für die Allgemeinheit entstehen, da diese Dienste dann als gottgefälliges Werk abgerechnet werden können, es sozusagen in der Familie bleibt.
Bei der Vielzahl der Ausrichtungen der langersehnten, hochwillkommenen Zureisenden, wird er wahrscheinlich auch öfters in Anspruch genommen, sodaß er auch persönlich sein Scherflein beitragen kann und es für ihn zu keiner diskriminierenden Benachteiligung kommt.
So sieht heute eben der gelebte Glauben, ein gottgefälliges Werk aus, Hallelujah !!!!!
http://jungefreiheit.de/kultur/gesellsc ... /#comments
_________________________
dem ist nichts hinzu zufügen, scheinheiliger Pfaffe
-
Doris67
- PlatinStern

- Beiträge: 1127
- Registriert: 20.06.2012, 10:16
- Wohnort: Strasbourg
- Ich bin: SexarbeiterIn
Wir Huren sind natürlich nicht dazu da, das zu korrigieren, was in der Gesellschaft schief läuft, in diesem Fall, Triebstau "abzubauen". Schon gar nicht, wenn wir dabei weiterhin stigmatisiert und diskriminiert werden. Bei letzteren sollte angesetzt werden.
Mitglied der Confédération Nationale du Travail
-
nina777
- leider nicht mehr aktiv

- Beiträge: 5025
- Registriert: 08.05.2008, 15:31
- Wohnort: Minden
- Ich bin: SexarbeiterIn
11.3.2015
AfD Bayern: "Asylbewerber brauchen keine Prostituierten"
Ein pensionierter Pfarrer aus Siegertsbrunn fordert medienwirksam, Asylbewerbern kostenfrei die Dienstleistungen von Prostituierten zur Verfügung zu stellen. In einen Interview mit dem Münchner Merkur rechtfertigt Herr Ulrich seine Forderung anhand eines konkreten Falles: Er möchte in einer Stadt mit 100 überwiegend männlichen Asylbewerbern die Ängste der Bevölkerung vor Übergriffen auf einheimische Frauen eindämmen.
Dazu erklärt der bayerische Landesvorsitzende der AfD, Andre Wächter: "Diese Forderung ist nicht nur zynisch, sie ist auch eine Bankrotterklärung als Mann der Öffentlichkeit und als Pfarrer erst recht!"
Herr Ulrich hat zwar durchaus mutig auf ein Problem hingewiesen, das nur wenige sich öffentlich auszusprechen trauen. Er zieht aber die völlig falschen Schlüsse. In der Tat gebe es wohl Fälle, in denen Asylbewerber Frauen bedrängt oder sogar vergewaltigt haben. Allerdings kann man diese Fälle nicht durch einen Mangel an ausreichend kostenfreien Prostituierten erklären oder sogar rechtfertigen, so Wächter: "Ganz im Gegenteil: Recht und Gesetz müssen aufrechterhalten werden: Nicht-berechtigte oder gar straffällige Asylbewerber müssen zügig wieder abgeschoben werden, und dazu muss die Polizei angemessen augestattet sein."
Allerdings ist die Forderung auch zynisch, weil die meisten tatsächlichen Flüchtlinge sicherlich mehr Angst und Sorge um die Sicherheit ihrer Angehörigen und Freunde haben, als dass sie nun schnellstmöglich ihre Sexualität in Deutschland ausleben möchten.
Zudem ist diese Forderung aus politischer Sicht eine Bankrotterklärung. Denn eine Erklärung, warum einem deutschen Hartz 4-Empfänger "natürlich" keine Prostituierte zustehe, dem Asylbewerber aber doch, bleibt Herr Ulrich schuldig. Auch seine Erklärung, er müsse sich allein vor dem Herrgott verantworten, ist erschreckend. Die AfD Bayern widerspricht. "Herr Ulrich muss sich als Mann der Kirche zunächst vor denen verantworten, die ihn und die Asylbewerber finanzieren", meint Andre Wächter und stellt nachdenklich klar: "Der Steuerzahler muss endlich direkt in die Entscheidungsprozesse rund um das Thema Asyl und Flüchtlinge eingebunden werden, denn unsere Mittel sind begrenzt."
http://www.extremnews.com/nachrichten/p ... 53fff1c22d
AfD Bayern: "Asylbewerber brauchen keine Prostituierten"
Ein pensionierter Pfarrer aus Siegertsbrunn fordert medienwirksam, Asylbewerbern kostenfrei die Dienstleistungen von Prostituierten zur Verfügung zu stellen. In einen Interview mit dem Münchner Merkur rechtfertigt Herr Ulrich seine Forderung anhand eines konkreten Falles: Er möchte in einer Stadt mit 100 überwiegend männlichen Asylbewerbern die Ängste der Bevölkerung vor Übergriffen auf einheimische Frauen eindämmen.
Dazu erklärt der bayerische Landesvorsitzende der AfD, Andre Wächter: "Diese Forderung ist nicht nur zynisch, sie ist auch eine Bankrotterklärung als Mann der Öffentlichkeit und als Pfarrer erst recht!"
Herr Ulrich hat zwar durchaus mutig auf ein Problem hingewiesen, das nur wenige sich öffentlich auszusprechen trauen. Er zieht aber die völlig falschen Schlüsse. In der Tat gebe es wohl Fälle, in denen Asylbewerber Frauen bedrängt oder sogar vergewaltigt haben. Allerdings kann man diese Fälle nicht durch einen Mangel an ausreichend kostenfreien Prostituierten erklären oder sogar rechtfertigen, so Wächter: "Ganz im Gegenteil: Recht und Gesetz müssen aufrechterhalten werden: Nicht-berechtigte oder gar straffällige Asylbewerber müssen zügig wieder abgeschoben werden, und dazu muss die Polizei angemessen augestattet sein."
Allerdings ist die Forderung auch zynisch, weil die meisten tatsächlichen Flüchtlinge sicherlich mehr Angst und Sorge um die Sicherheit ihrer Angehörigen und Freunde haben, als dass sie nun schnellstmöglich ihre Sexualität in Deutschland ausleben möchten.
Zudem ist diese Forderung aus politischer Sicht eine Bankrotterklärung. Denn eine Erklärung, warum einem deutschen Hartz 4-Empfänger "natürlich" keine Prostituierte zustehe, dem Asylbewerber aber doch, bleibt Herr Ulrich schuldig. Auch seine Erklärung, er müsse sich allein vor dem Herrgott verantworten, ist erschreckend. Die AfD Bayern widerspricht. "Herr Ulrich muss sich als Mann der Kirche zunächst vor denen verantworten, die ihn und die Asylbewerber finanzieren", meint Andre Wächter und stellt nachdenklich klar: "Der Steuerzahler muss endlich direkt in die Entscheidungsprozesse rund um das Thema Asyl und Flüchtlinge eingebunden werden, denn unsere Mittel sind begrenzt."
http://www.extremnews.com/nachrichten/p ... 53fff1c22d
I wouldn't say I have super-powers so much as I live in a world where no one seems to be able to do normal things.