Ich lese in letzter Zeit viele negative Meldungen, z.B. ueber das neue Prostitutionsgesetz, Zuhaelter, die SW ausbeuten, Stalker, die SW ermorden, Politiker, die uns SW nicht ernst nehmen ... und so weiter, und so weiter ...
Mich aergert, dass Prostituierte, die eigentlich T O T A L normale Menschen sind, immer wieder und S T A E N D I G wegen ihrer Arbeit (aus vielerlei Gruenden wie z.B. als Nebenverdienst als Studentin, als alleinerziehende Mutter, weil der A***sch von Vater keinen Unterhalt zahlt, als Hausfrau fuer ein paar Std. in der Woche, als Familienernaehrerin fuer den Mann noch mit, als selbststaendige, finanziell unabhaengige Alleinverdienerin etc.) angegriffen, ausgenutzt etc. werden, sei es in juristischer, emotionaler, finanzieller etc. Hinsicht z.B. von
- privaten Freunden, eigener Familie, die Sexwork verdammen und somit SW aus ihrem Freundes- bzw. Familienkreis ausschliessen. Folge: SW werden ungewollt sozial isoliert,
- Anzeigenverkaeufern (Print oder Internet), die teils teure Inserate verkaufen (kommt auf die Region an, in der man arbeitet),
- Vermietern, die von SW ueberhoehte Mieten kassieren, teilweise in Bruchbuden,
- Bordellbetreibern, die wissen, "was fuer uns SW gut ist",
-Jobcentern, die uns SW diskriminieren und SW fragen: "Waaaas? Sie wollen erstmal aussteigen und erstmal Sozialhilfe kriegen? Aber warum denn?" ,
- Beratungsstellen, die durch uns SW staatlich unterstuetzt werden, bzw. steuererleichtert sind, dann uns SW teilweise zu irgend etwas draengen, was SW eigentlich gar nicht wollen,
- Aerzten, die uns "beraten",
- Polizisten, die uns kontrollieren, "kleine, private" Wohnungen einfach so betreten und durchgucken, in denen eine, zwei oder drei SW arbeiten,
- Zuhaeltern (ohne Worte, weil arbeitsfaule, geldgeile A***l)
- Stalkern/Liebeskaspern (auch ohne Worte),
- Freiern, die uns in Freierforen bewerten ... (Hach, diese bloede Kuh hatte heute einen schlechten Tag, nicht alles eingehalten usw., usw. ...)
- Finanzaemtern (Belege bitte!!!)
- Politikern, die das ProstG reformieren,
Usw., usw. ...
Tagtaeglich haben wir SW rumzukaempfen, immer wieder auf's Neue. Wir SW muessen staendig gewappnet sein, was denn nun als Naechstes kommt ...
Ich habe das Gefuehl, dass wir SW von allen Seiten ausgequetscht werden wie eine Zitrone ...
Wir SW sind irgendwie nicht richtig frei. Das staendige Versteckspiel, Verleumden usw. ...
Staendig geben wir uns Muehe, was die Sauberkeit, Hygiene, unsere Schoenheit, Gepfegtheit, unserem Service (auch mal bei Gaesten mit Achsel- und Pi***elstinkern) anbetrifft.
Wir SW sind Psychologen und Sexdienstleistende fuer Freier fast in staendiger Bereitschaft bzw. stehen meist fuer 60 - 90 Stunden in der Woche zur Verfuegung (Waesche waschen, Putzen noch gar nicht mit einberechnet) ...
Scheinbar weiss jeder ganz genau, gerade besonders die, die eben NICHT als Prostituierte arbeiten, was fuer uns als SW das Beste ist ...
Ich weiss, das Thema ist nicht neu.
Ich spreche es an, denn das ist ein Forum von SexarbeiterInnen fuer SexarbeiterInnen, in dem auch BetreiberInnen, PartnerInnen von SW und Freier/Gaeste ihre Meinung kundtun und hier was schreiben koennen.
Manchmal bin ich einfach nur muede ...
Was greift ihr uns SW so an? Wir SW sind keine Uebermenschen, haben auch nur normale Gedanken wir ihr alle auch ...
Hach ...
Ps.:
Ich appeliere an alle PolitikerInnen, die das ProstG reformieren:
Schuetzen Sie uns SW vor Freiern, Stalkern, Erpressern, Stigmatisierung von Freunden, Familien, alten und/oder neuen, zukuenftigen ArbeitgeberInnen in normalen Berufen, indem Sie sich dafuer einsetzen, dass wir SW uns NICHT anmelden muessen und den "Hurenausweis" mit uns rumtragen muessen, damit wir SW noch teilweise ein normales, anonymes Leben neben dem Sexwork ausueben "DUERFEN".
Wir SW wollen keine Zielscheibe fuer "Zuhaelter"sein, weil "Zuhaelter"denken, mit dem FREIWLLIGEN-AUSWEIS haben sie es leichter, uns auszubeuten. Danke.
Prostituierte = Freiwild fuer jedermann?
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Hamster
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RE: Prostituierte = Freiwild fuer jedermann?
Man kann sich schon auf diese parasitären Elemente einstellen, die jetzt die Amtsstuben füllen, um das ProstSchG auszuführen ...
Wie mag sich da jemand fühlen, der jeden Morgen den der Herrgott macht sich auf das Amt begibt, um von dort aus die Gleitmittelbereitstellung durch einen Puffbetreiber zu kontrollieren. Niemand schätzt seine Arbeit, niemand hat einen Nutzen davon, es gibt nur Menschen, die ihn zum Deubel wünschen. Werden solche Menschen depressiv?
Vielleicht muss man versuchen, die Zukunft positiv zu sehen: wenn wir schon Gegenstand amtlicher Befassung sind, na, dann sind wir doch schon mal wer!
Wie mag sich da jemand fühlen, der jeden Morgen den der Herrgott macht sich auf das Amt begibt, um von dort aus die Gleitmittelbereitstellung durch einen Puffbetreiber zu kontrollieren. Niemand schätzt seine Arbeit, niemand hat einen Nutzen davon, es gibt nur Menschen, die ihn zum Deubel wünschen. Werden solche Menschen depressiv?
Vielleicht muss man versuchen, die Zukunft positiv zu sehen: wenn wir schon Gegenstand amtlicher Befassung sind, na, dann sind wir doch schon mal wer!