Sascha Lobo im Interview, taz 27.12.19
https://taz.de/Sascha-Lobo-ueber-den-Pa ... /!5648503/
„Sind Sie Feminist?
Ja, und zwar intersektional, sexpositiv, sexarbeits- und transinklusiv, wenn ich auch – etwa in diesem Interview – nicht immer alle sprachlichen Inklusionen abbilde. Feminismus heißt für mich, eine radikale Form von Gleichberechtigung für alle Geschlechter und Sexualitäten zu schaffen. Und sich andererseits bewusst zu machen, wie wirkmächtig und gewalttätig das Patriarchat in der Gesellschaft wütet.“
Sascha Lobo wurde zum Paragrafen 219a interviewt, den Konflikt bei der „Werbung“ für den Abbruch einer Schwangerschaft. Er wurde nicht nach seiner Haltung zur Sexarbeit gefragt. Und doch macht er sofort den intersektionalen Raum auf, in dem die Sexarbeit positiv inkludiert ist.
Ein schönes Beispiel für männliches Reden und männliche Solidarität im Kontext von Feminismus. Umfassend gedacht und gänzlich unprätentiös aber unerschrocken ausgesprochen. Hat mir gefallen. Lobo ist ein kluger Kopf und sympathischer Kerl…
Männliches Reden über Feminismus
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lust4fun
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Thorja
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Re: Männliches Reden über Feminismus
"Wenn eine bestimmte Gruppe von Menschen öffentlich für etwas kämpft und dann ein weißer Mann kommt und sagt, übrigens mache ich das jetzt auch nochmal für euch mit, dann kriegt das schnell eine paternalistische Grundierung."
Tja... Genau dieses Dilemma haben wir ja auch. Wir sind so marginalisiert, dass man uns nicht zuhören kann. Sobald eine Sexarbeiterin spricht, wird sie gesilenced, indem es heißt:
"ach du... du bist ja eine Ausnahme... du weißt ja nichts über die anderen..."
"das ist alles nur Werbung, was du sagst..."
"kann es sein, dass du psychisch krank bist, evtl. in der Kindheit missbraucht wurdest, bist du drum ganz wirr in deinem hübschen Köpfchen?"
Oder auch schlicht: "Du lügst".
Ab einem bestimmten Ausmaß an Exklusion ist ein Vertreter der herrschenden Spezies (Mann, weiß, Seniorität) notwendig, der für die Exkludierten spricht. Ich denke, dass man das beim Thema Sexarbeit überdeutlich sieht. Das Dilemma besteht darin, dass man damit einerseits den Paternalismus, die herrschende Sicht auf das Thema, bestätigt, diese Bestätigung aber andererseits indirekt darauf hinwirken kann, dass das Thema anders gesehen wird und längerfristig eine Veränderung stattfinden kann.
Tja... Genau dieses Dilemma haben wir ja auch. Wir sind so marginalisiert, dass man uns nicht zuhören kann. Sobald eine Sexarbeiterin spricht, wird sie gesilenced, indem es heißt:
"ach du... du bist ja eine Ausnahme... du weißt ja nichts über die anderen..."
"das ist alles nur Werbung, was du sagst..."
"kann es sein, dass du psychisch krank bist, evtl. in der Kindheit missbraucht wurdest, bist du drum ganz wirr in deinem hübschen Köpfchen?"
Oder auch schlicht: "Du lügst".
Ab einem bestimmten Ausmaß an Exklusion ist ein Vertreter der herrschenden Spezies (Mann, weiß, Seniorität) notwendig, der für die Exkludierten spricht. Ich denke, dass man das beim Thema Sexarbeit überdeutlich sieht. Das Dilemma besteht darin, dass man damit einerseits den Paternalismus, die herrschende Sicht auf das Thema, bestätigt, diese Bestätigung aber andererseits indirekt darauf hinwirken kann, dass das Thema anders gesehen wird und längerfristig eine Veränderung stattfinden kann.
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