Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beiträge betreffend SW im Hinblick auf Gesellschaft bzw. politische Reaktionen
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Kasharius
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Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von Kasharius »

Die SW-Gegnerinnen sind sich auch jetzt für nichts zu schade. Lest/Seht selbst

https://sisters-ev.de/2020/03/25/die-ch ... -pandemie/

https://sisters-ev.de/ Video von Karen Ehlers, Finanzvorstand von Sisters e.V.

Kasharius grüßt erschüttert :009

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deernhh
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Re: Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von deernhh »

Entschuldigung, doppelt gepostet.
Konnte nicht mehr löschen.
Meinen Beitrag siehe unten.
Zuletzt geändert von deernhh am 03.04.2020, 07:47, insgesamt 2-mal geändert.

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deernhh
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Re: Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von deernhh »

Danke @ Kasharius

Ich bin ebenso erschüttert.

Hinzu kommt auch, dass die Abolitionistinnen sich nicht die Mühe wie zum Beispiel Dona Carmen machen ( viewtopic.php?p=162536&sid=6d2de4e5484a ... 9c#p162536 ) (Danke an Dona Carmen und fraences!), auf ihren Seiten Möglichkeiten aufzuzählen, wie ein/e SW in dieser Zeit an Geld kommen könnte.
Nein, ein/e SW soll mal bitte schön erst mal die Abolitionistinnen selbst kontaktieren.
Die Abolitionistinnen drohen (natürlich nicht offensichtlich, sondern mit Nachdruck verpackt in für SW "ertäglicheren" Worten) vielleicht sogar damit, erst dann helfen zu wollen, wie man an Geld kommt, wenn die/der SW wirklich bereit ist, ganz aus der Sexarbeit auszusteigen.
Und wenn es vielleicht mal geklappt hat, dann feiern die Abolitionistinnen es als ihren Erfolg.

Gerade in der jetzigen schwierigen Zeit auf die Schiene zu springen, mit ihren eigenen Crowdfunding-Dingsbums zu starten und Sexkaufverbot zu fordern usw., ist Sexworker*innen gegenüber mehr als respektlos gegenüber.

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Kasharius
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Re: Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von Kasharius »

Aber es gibt aus meiner Sicht sehr gute Reaktionen der Selbstvertretungsorganisationen BSD e.V. und BeSD e.V. :

https://berufsverband-sexarbeit.de/inde ... gnerinnen/

https://bsd-ev.info/corona-in-der-krise ... e-haltung/

Persönliche Anmerkung von mir: Ich hoffe und rechne fest mit einer entsprechenden Reaktion von Dona Carmen auf dieses, offenkundig auch schlecht recherchierte Pamplet der Zeitschrift Emma...

Kasharius grüßt solidarisch

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floggy
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Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von floggy »

Guten Abend, ich glaub' ja nun nicht, dass Dona Carmen e.V Verein für die politischen und sozialen Rechte von Prostituierten Chantal Louis liest.

Der Staat ist reaktionär genug um sich ausschließlich mit diesem zu befassen. Meine Meinung. Hinterher ist man ja immer schlauer.

Ich finde, Miss Daria hat sehr stilvoll darauf geantwortet. Applaus. Sex Workers sind halt doch die besseren Menschen.
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.

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Kasharius
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Re: Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von Kasharius »

@floggy

Dona Carmen e.V. hat auch früher schon auf Emma & Konsorten reagiert und die ERklärungen des BeSD e.V. lesen sie ja ganz offenkundig auch.... ;)

Ansonsten - wiefast immer - volle Zustimmung.

Kasharius grüßt

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deernhh
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:-(

Beitrag von deernhh »

Ganz klar, die Abolitionistinnen drehen weiter am Rädchen und geben Interviews .....

14.04.2020
Prostitution
„Die Mehrheit der Frauen macht es nicht freiwillig“
Die meisten Prostituierten in Deutschland sind nach Einschätzung der Autorin Barbara Schmid mit falschen Versprechungen aus dem Ausland hergelockt worden oder auf „Lover Boys“ reingefallen. Die Politik dagegen habe das realitätsferne Bild der selbstbestimmten Sexarbeiterin vor Augen, sagte sie im Dlf.

Barbara Schmid im Gespräch mit Jürgen Zurheide

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Schild mit der Aufschrift "L'Amour und mehr - open" hängt an einer Hauswand (imago stock&people)

Die Autorin Barbara Schmid sagt, die Mehrzahl der Prostituierten leide unter ihrem Beruf (imago stock&people)

Die Vereinten Nationen haben angesichts der Coronakrise noch einmal auf die äußerst schwierige Lage von Sexarbeiterinnen hingewiesen. Die Staaten, sagen die Vereinten Nationen, müssten die Menschenrechte auch dieser Berufsgruppe schützen und vor allen Dingen mehr schützen.

Die langjährige „Spiegel“-Kollegin Barbara Schmid hat einen Fall von Zwangsprostitution begleitet, der mehr als nur ein Grenzfall ist. Sie hat Katharina getroffen und ihr Vertrauen gewonnen. Katharina war 14 Jahre in den Fängen eines sogenannten Loverboys, eines fast 30 Jahre älteren Mannes – eine Beziehung, rekonstruiert im soeben erschienenen Buch „Schneewittchen und der böse König“. Durch diese Begegnung, so Schmid, habe sich auch ihr Blick auf die Prostitution verändert.

Jürgen Zurheide: In Kurzfassung, was ist Katharina passiert?

Barbara Schmid: Katharina war eine Zwangsprostituierte. Er hat sie über elf Jahre lang auf den Strich geschickt – das erste Mal mit 17einhalb. Er hat ihr Vertrauen gewonnen, als sie fast noch ein Kind war, und Katharina ist wirklich brutal und menschenverachtend ausgebeutet worden von ihm. Er hat sie quasi abgerichtet, wie er früher vielleicht seine Pferde dressiert hat, und Katharina hat Tagebuch geführt, hat auch Listen geführt und kann deshalb sehr gut nachweisen, dass sie in diesen elf Jahren etwa 25.000 Männer – ja, wie nennen wir das – bedienen musste. Es waren teilweise 20 am Tag, aber in der Spitze auch 40, und das zeigt eigentlich, mit was für einem grauenvollen Geschäftsfeld wir es hier zu tun haben.

„Man nennt das Hörigkeit“
Zurheide: Wie kann man denn diese Abhängigkeit erklären, vor allen Dingen über einen so langen Zeitraum? Als Außenstehender stutzt man da und sagt, das kann doch eigentlich alles gar nicht sein. Aber es ist so, oder?

Schmid: Absolut! – Ich habe darüber auch ein langes Gespräch mit der forensischen Psychiaterin Dr. Saimeh geführt, weil natürlich tauchen Fragen auf. Katharina war dann acht Jahre lang in einem Bordell, das offiziell auch auf ihren Namen lief. Sie hätte natürlich jeden Tag rausgehen können, aber das Gefängnis von ihr bestand nicht aus Schlössern und Türen, sondern das Gefängnis war im Kopf. Man nennt das Hörigkeit. Wir haben es bei diesen Lover Boys oder auch Zuhältern mit einer bestimmten Masche zu tun. Sie versuchen, das Vertrauen dieser meist sehr jungen Frauen, die teilweise noch in der Pubertät stecken und dann sehr anfällig sind, zu gewinnen. Die Frauen verlieben sich in diese Männer. Sie versprechen, ihnen die allerschönsten Träume zu erfüllen. Hier war es dann der eigene Reitstall. Und dann entsteht eine solche Hörigkeit, dass sie gar keinen eigenen Willen mehr haben und auch gar nicht mehr gehen können.

Die Masche der Lover-Boys
Zurheide: Was hat das eigentlich für die eigene Familie von Katarina in dem Fall bedeutet?

Schmid: Das war ganz furchtbar. Ich habe die Familie auch über viele Jahre begleitet. Es sind Narben auf allen Seiten geblieben, sehr tiefe Narben. Die Familie hat ja wirklich auch alles versucht, dieses Kind, diese Heranwachsende und später die junge Frau da rauszubekommen. Sie müssen sich mal vorstellen, dass der Vater und nachher auch die älteren Söhne durch die Bordelle gezogen sind. Er hat sein Kind gesucht und er fand sie auch einmal, aber sie ist dann abgehauen. Das was der Familie damals gar nicht klar war: Auch wieder der Punkt Hörigkeit. Sie wäre auch gar nicht mitgegangen, denn diese Masche dieser Täter, dieser Psychopaten besteht ja darin, zunächst einen tiefen Keil zwischen das Mädchen und die Familie zu treiben, und die Familie hätte es aus eigener Kraft gar nicht geschafft, sie da rauszuholen. Dass Katharina dann im Endeffekt diese lange Strecke überstand und am Schluss dann auch noch mal fast totgeschlagen wurde von diesem Mann, das hat es ihr erst ermöglicht, da rauszukommen.

Prostitution- Berlin auf dem Strich
Allein in Berlin bieten schätzungsweise 8.000 Prostituierte ihre Dienste an. Kaum eine andere Stadt in Europa ist so liberal bei der Prostitution. Was für die einen vorteilhafte Zustände sind, ist für andere ein Ärgernis, für viele eine prekäre Situation.

Zurheide: Jetzt müssen wir über die Männer reden. Die leben ja vermutlich gerne mit der Illusion, dass das alles freiwillig sei, oder sie glauben da einfach dran, oder vielleicht nicht mal das. Was haben Sie da mitbekommen?

Schmid: Absolut richtig, was Sie sagen. Vielleicht kann man das an einem Beispiel erklären. Katharina schildert mir wieder mal, wie er sie zusammengeschlagen hat, wo sie die anderen Frauen ankleiden mussten, weil sie gar nicht mehr in der Lage war, das selber zu tun, und so viel Kosmetik gab es auch gar nicht, um die blauen Flecken zu überschminken. Ich habe dann in meiner Naivität gesagt: Ja, mein Gott, das ist doch geschäftsschädigend. Dann hat sie nur gelacht und gesagt: Nein, das waren die Zeiten, in denen ich am meisten Geld verdient habe.

„Nur wenige halten das für einen guten Job“
Zurheide: Kann nicht wahr sein!

Schmid: Ja! – Und sie sagte auch, sie hat am Anfang ja noch in Laufhäusern gearbeitet, und wenn dann da die Zwangsprostituierten aus Osteuropa, aus Afrika oder wo auch immer standen und dann am Anfang natürlich in der Anfangszeit erst geheult haben, wenn Männer auf sie zukamen und sie ausgesucht haben, diese Frauen wurden besonders gerne genommen. Das kann man sich kaum vorstellen, aber es ist so.

Zurheide: Zum Schluss, Frau Schmid, ganz kurz das Stichwort Politik. Die Politik versucht, das ja sozialversicherungspflichtig zu machen, als normalen Beruf zu zeigen. Ist das, was sie hier uns schildern und was Sie in dem Buch niedergeschrieben haben, ist das ein Einzelfall, oder schauen Sie inzwischen anders auf das Thema?

Schmid: Ich schaue absolut anders auf dieses Thema. Katharina schätzt aus ihren Erfahrungen an verschiedenen, ich nenne es jetzt mal, Arbeitsstätten, dass 90 bis 95 Prozent dieser Frauen es nicht freiwillig tun. Die sind entweder mit falschen Versprechungen aus dem Ausland hier hergelockt worden, sie sind auf Lover Boys reingefallen wie Katharina. Sicher gibt es ein paar Frauen, die es freiwillig tun, die das vielleicht für einen guten Job halten, eine Weile das zu tun, aber die Mehrheit dieser Frauen macht es nicht freiwillig und leidet unendlich darunter, und das ist aus meiner Sicht auch ein Versäumnis der Politik, die ja 2001 schon gedacht haben, wir verbessern jetzt die Lebensbedingungen der Prostituierten, indem wir das liberalisieren, weil sie das Bild einer selbstbestimmten Sexarbeiterin vor Augen hatten. Das ist das absolute Minimum. Ich weiß nicht, wann Sie zum Beispiel das letzte Mal in Berlin waren. Auf den Straßen bieten sich junge Mädchen aus Osteuropa an, kaum bekleidet. Familien wissen gar nicht, wie sie mit ihren Kindern da durchkommen sollen. Das hat doch nichts mit dem idealisierten Sexarbeiterinnen-Bild zu tun, mit dem das 2001 bei uns beschlossen worden ist.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

https://www.deutschlandfunk.de/prostitu ... _id=474550

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Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von floggy »

@Schmid: heiraten, aber welchen liebenden Mann? Dann Sex gratis machen
lassen, wie Sklavinnen halt, und dabei immer Danke sagen. Wäre doch auch
Mal ein Thema. Aber man soll sich ja nicht an der Nase fassen, sonst
bekommt man Corona.

Ich lese gerade Pieke Biermann 'Wir sind Frauen wie andere auch!'. Ich muss
sagen in über 40 Jahren hat sich nichts verändert. Ist Frau Schmid vielleicht
zu Recht frustriert? Haben der Staat und die Sozialverbände vielleicht versagt?
Ach es gibt so viele Fragen und immer nur dieselben eintönigen Antworten.
Das ist zynisch gegenüber den leidtragenden Frauen und deren Kindern.

Meine Eltern hatten sich am Essenstisch einmal darüber lustig gemacht:
Bezahlte Hausarbeit. Das war echt lustig. Heute kann ich nicht mehr lachen.

AbolitionistInnen haben auch keine Lösung.
Ich fordere niederschwellige Soforthilfen für alle Frauen.
Gerade zeigt sich wieviel Geld der Staat tatsächlich hat.
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.

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Re: Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von Kasharius »

...interessante Beweisführung: Ich begleite eine Zwangsprostituierte und rechne hoch...das ist die Arthmetik der Abolis..

Immer wider der gleiche Käse und ein Sex-Kaufverbot ändert daran nischte

Kassharius grüßt

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Zynismus der Abolitionistinnen in Zeiten von Corona

Beitrag von floggy »

zu Schmid:

Ich wollte gerade klären, warum der Titel 'Schneewittchen
und der böse Koenig' heißt, und stelle fest, dass es Leseproben gibt,
unter m-vg.de und amazon.de, ziemlich gruselig muss ich sagen.

Im Märchen kommen Schneewittchen, die böse Stiefmutter und die
sieben Zwerge, und der Prinz vor. Vom König, also dem Regenten
bzw der Regierung ist im Märchen nicht die Rede. Ich spekuliere Mal,
dass mit dem König der Staat bzw die Gesetzgebung gemeint ist. Und
da erfolgt womöglich tatsächlich eine Abrechnung, wenn ich lesen
muss, dass eine Vorsorgeversicherung aufgelöst werden musste und
die Prozesskosten nicht vom Staat übernommen wurden. Ich schliesse
weitere Menschenverachtung unserer unzulaenglichen Justiz/Gesetz-
gebung nicht aus, und muss mir das Buch wohl kaufen.

Das ProstSchG steht ja auch für den repressiven Umgang versus
niederschwellige Beratung und Hilfe. Nur wer muss denn hier angeklagt
werden? Wer hat denn nicht auf wen gehört?
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.