Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beiträge betreffend SW im Hinblick auf Gesellschaft bzw. politische Reaktionen
Franzl
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Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Franzl »

Guten Tag,

ich bin (als registrierter und schreibender) neu hier (habe mich bereits im "Mitglieder stellen sich vor" - Bereich verewigt) und ich hoffe, es ist OK, wenn ich Euch hier gleich mal einen Link zu einem externen Forum-Thread ans Herz lege. Ich denke, es ist in Eurem Interesse.

Es gibt darin (neben einzelnen, weniger hilfreichen Kommentaren :002 ) u. a. 2 sehr ausführliche Beiträge bezügl. Österreich - der eine gleich auf Seite 1, der andere auf Seite 5 des Threads, mit (meiner Meinung nach wichtigen) ausführlichen Argumentationen und möglichen Strategien, wie man erreichen könnte, dass in Österreich - nach allen anderen Lebensbereichen (für die es ja bereits "Fahrpläne" zur schrittweisen Wiederöffnung gibt) - auch Menschen, die im "Rotlichtgewerbe" arbeiten, ihren Beruf wieder legal ausüben können.

Ganz freiwillig wird die Regierung nämlich das Prostitutionsverbot in Österreich nicht mehr wieder aufheben oder auch nur lockern. Dazu müsste schon Druck aufgebaut werden.

Unter dem untenstehenden Link gibt es in den folgenden 2 Postings des verlinkten externen Threads Argumente und Ideen für mögliche Strategien:
* Auf Seite 1, gleich das 1. Posting
* Auf Seite 5 das Posting #85, von 28.05.2020 13:31

https://www.erotikforum.at/themen/wo-is ... y.1795846/

Was meint Ihr dazu?

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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Zwerg »

Franzl hat geschrieben:
29.05.2020, 14:48
Ganz freiwillig wird die Regierung nämlich das Prostitutionsverbot in Österreich nicht mehr wieder aufheben oder auch nur lockern. Dazu müsste schon Druck aufgebaut werden.
Hier kannst Du die einzig richtige, da offizielle von der Regierung erlassene, Information entnehmen - das ist der Stand der Dinge.
Das diverse Medien und Einzelpersonen Gerüchte in die Welt setzen, Dinge, die schwarz auf weiß zu lesen sind, umdeuten, ist bedauerlich. Für mich kein Grund "Druck gegen etwas aufzubauen" was nicht vorhanden ist.

Die Situation von SexarbeiterInnen gehört verbessert! Keine Frage! Über die Wahl der Mittel um dies umzusetzen, kann man natürlich diskutieren.

viewtopic.php?f=179&t=14707

christian

Franzl
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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Franzl »

@christian: Unter Deinem Link (zu einem Thread, den ich bereits kannte und aufmerksam gelesen habe) sehe ich bezüglich Prostitution nur
"(2) Das Betreten von Einrichtungen zur Ausübung der Prostitution ist untersagt.“
und
"(5) § 9 Abs. 2 entfällt mit Ablauf des 30. Juni 2020.“

Zu letzerem ist anzumerken - und das ist KEIN Gerücht - dass die Corona-Gesetze in Österreich von Anfang an immer nur bis vorerst einem bestimmten Datum erlassen wurden - aber dann wurden sie entweder verlängert, oder aber durch die nächste Stufe abgelöst. So haben sich bereits im April jene, die aufgrunddessen, dass die damals gültige Phase auslief, davon ausgegangen waren, dass ab 1. Mai Prostitution wieder erlaubt sein würde, zu früh gefreut! Und auch wenn die neueste Verordnung auf 30. Juni befristet ist, selbst wenn in direktem Bezug auf das (ohnehin letzte verbleibende Betretungsverbot) steht, dass es am 30. Juni "entfällt": Es steht nicht dabei, dass es ersatzlos entfällt und dass ab 1. Juli sicher nicht wieder ein Verbot erlassen wird!

Außerdem steht auf einer - offiziell vom Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichten! - Übersicht über die am 27. 5. 2020 beschlossenen Lockerungen (einen direkten Link dazu werde ich versuchen, nachzuliefern - leider kann ich es momentan nicht finden, aber ich habe es definitiv gesehen) bei allen anderen darauf genannten Bereichen ein konkretes Datum dabei - einzig unter "Nachtlokale und -clubs" steht "BLEIBT ABZUWARTEN" !

Und dann wäre da noch eine "Kleinigkeit":

Hast Du auch eine Quelle, wo offiziell stünde, dass die Verlängerung der Genehmigungen für Prostituierte (inkl. der dafür vorgeschriebenen amtlichen Gesundheitsuntersuchung) ab 1. 7. 2020 wieder stattfinden wird?

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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Zwerg »

Franzl hat geschrieben:
29.05.2020, 15:21
Zu letzerem ist anzumerken - und das ist KEIN Gerücht - dass die Corona-Gesetze in Österreich von Anfang an immer nur bis vorerst einem bestimmten Datum erlassen wurden - aber dann wurden sie entweder verlängert, oder aber durch die nächste Stufe abgelöst. So haben sich bereits im April jene, die aufgrunddessen, dass die damals gültige Phase auslief, davon ausgegangen waren, dass ab 1. Mai Prostitution wieder erlaubt sein würde, zu früh gefreut!
Jeder Coronaerlass wurde immer "unter Vorbehalt der aktuellen Zahlen" herausgegeben.

Die Gültigkeit des zur Zeit bestehenden Erlasses endet mit 31.7.

Explizit früher endet /ab 30.6. / das Verbot des Betretens von Prostitutionsstätten

Sexarbeit selbst wurde nie verboten! Es gab lediglich dieses Verbot des Betretens von Prostitutionsstätten FÜR Kunden.
Die Verunmöglichung ist einzig und alleine auf die fehlenden Karten zurückzuführen. Der Einschätzung nach von etlichen ExpertInnen (auch von offizieller Stelle) ist die Wohnung eines Kunden KEINE Prostitutionsstätte.

Die Gesundheitsämter entscheiden selbst, wann sie wieder aufsperren.

Die Kurierschlagzeile das ab 1.5. Prostitution wieder legal wäre, war falsch - wissentlich falsch. Keine SW hatte zu diesem Zeitpunkt einen gültiigen Stempel. Wer sich da gefreut hat, war über die Bedingungen nicht informiert.

Der Eiertanz der jetzt bzgl. der Untersuchung aufgeführt wird ergibt sich aus der Tatsache, dass "wenn es denn jetzt eine offizielle Untersuchung mit Stempel geben würde", eigentlich Hausbesuch und Hotelbesuch schon möglich wäre, wenn die SW gültige Karten hätten.

Das man jetzt so weit geht, die Frauen welche jetzt bereits Untersuchungen bei den Gesundheitsämtern gemacht haben, als "mit Beschwerden bzw. krank" bezeichnet (so auf einer Webseite einer Beratungsstelle geschehen), ist meines Erachtens eine aus politischen Gründen entstandene Abscheulichkeit.

Nun gut: Ich bin natürlich weder allwissend noch von allem informiert. Jedoch ein wenig habe ich mit der Materie zu tun.
Es kann auch sein, dass ich mich irre.

Ich fasse zusammen: Wenn die Coronazahlen halbwegs im Lot sind, so ist Sexarbeit (unter welchen Auflagen wissen wir nicht - so weit ich es sehe, ist eine Informationspflicht bzw. ein Aufklärungsgespräch über die Ansteckungsmöglichkeiten im Gespräch . ab 1.7. möglich

christian

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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Zwerg »

Und Aktivitäten setzen? Ja, da sehe ich eine Möglichkeit.....
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Franzl
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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Franzl »

Zwerg hat geschrieben:
29.05.2020, 15:56
Ich fasse zusammen: Wenn die Coronazahlen halbwegs im Lot sind, so ist Sexarbeit (unter welchen Auflagen wissen wir nicht - so weit ich es sehe, ist eine Informationspflicht bzw. ein Aufklärungsgespräch über die Ansteckungsmöglichkeiten im Gespräch) ab 1.7. möglich
christian
Woraus schließt Du das? Und wenn eine realistische Chance bestünde, dass Prostitution ab 1. 7. wieder legal werden könnte (und das ist sie nun mal nur, wenn auch die Genehmigungen verlängert werden!) - warum wäre es dann so, dass im Gegensatz zu allen anderen Lebensbereichen, wo es bereits einen "Fahrplan" mit konkreten Datumsangaben (wenn auch eben immer nur vorbehaltlich,"wenn es die Zahlen erlauben") gibt, einzig und allein nur für Prostitution (auf offiziell am 27. 5. vom Gesundheitsministerium herausgegebenen Infos auch als "Nachtlokale und -clubs" bezeichnet - mit "BLEIBT ABZUWARTEN" statt eines Datums) keinerlei Aussichten veröffentlicht werden?
Zwerg hat geschrieben:
29.05.2020, 15:56
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Was konkret meinst du damit?

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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Zwerg »

Ich kann schwer die Summe der mir vorliegenden Informationen, Erfahrungen, Gespräche, Einblicke, Dokumente in einem Posting zusammenfassen. Du fragst mich/uns nach meiner/unserer Einschätzung.

Oben steht sie.

Ich erlaube mir noch anzumerken, dass es ExpertInnenkreise zu dem Thema gibt - und ausdrücklich alle dieser ExpertInnen ein Verbot von Sexarbeit (aus den unterschiedlichsten Gründen) für kontraproduktiv halten.

Das es politisch nicht einfach ist "Sexarbeit zu ermöglichen" sollte auf der Hand liegen. Speziell wenn diverse Medien, aber auch PolitikerInnen auf Derartiges sofort reagieren.

christian

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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Zwerg »

Franzl hat geschrieben:
29.05.2020, 16:24
Zwerg hat geschrieben:
29.05.2020, 15:56
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Was konkret meinst du damit?
Unterstützt SexarbeiterInnen vor Ort.

Jede/r (SW) die/der sich hier befindet, ist von hier. (Zitat Faika El Nagashi) - also völlig wertfrei bzgl. Herkunft, Geschlecht, rel. Zugehörigkeit, sexueller Ausrichtung und was sonst einfach nicht zählen darf.

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Rechtliche Schritte wegen Diskriminierung?

Beitrag von Franzl »

Je mehr ich mir das Thema durch den Kopf gehen lasse, und vor allem wenn ich mir die am Freitag von der Österreichischen Regierung verkündeten großzügigen weiteren Lockerungen für fast alle anderen Bereiche anschaue, umso mehr komme ich zu dem Ergebnis,
dass alle, die im "Rotlichtgewerbe" gearbeitet haben, und das auch in Zukunft irgendwann wieder legal tun möchten, rechtliche Schritte gegen das Vorgehen der Regierung setzen müssen werden (sofern nicht auf sonstige weise ausreichend Druck aufgebaut werden kann).

Als am 16. 3. der totale Lockdown begann, war es ein Notfall. Die Regierung musste wegen der Situation mit dem Coronavirus so vorgehen und es waren alle Branchen, die nicht lebensnotwendig oder "systemrelevant" sind, gleichermaßen betroffen.

Aber jetzt wird es immer mehr zur Diskriminierung. Das Ende des Betretungsverbots am 30. Juni ist völlig wertlos und irrelevant, da mangels Verlängerung der Genehmigungen trotzdem niemand in dem Gewerbe arbeiten darf!

Ich würde ja noch einsehen, dass dadurch, dass man nicht alle gleichzeitig wieder öffnen lassen soll, irgendjemand auch als letztes an die Reihe kommen muss. Es ist aber absolut nicht einzusehen, dass man diese letzten auch noch zappeln lässt und keinerlei konkretes Datum in Aussicht stellt.

Das Hauptproblem dürfte sein, dass man in diesem Gewerbe natürlich keinen Mindestabstand zwischen Dienstleistender und Kunde einhalten kann. Das kann man aber in vielen anderen Branchen auch nicht. Vor allem nicht zu jeder Zeit und in jeder Situation. Das wird in dem verlinkten externen Forum-Thread ausführlich behandelt.

Wenn die Gesundheitsämter von sich aus die für die Verlängerung der Genehmigungen erforderlichen Untersuchungen nicht mehr durchführen, dann hat eben die Regierung entweder anzuordnen, dass die Gesundheitsämter in allen Bundesländern die Genehmigungen wieder - genauso wie auch vor dem 16. 3. - zu verlängern haben, oder aber zu verfügen, dass vorübergehend, solange es keine Möglichkeit gibt, die Untersuchung ersatzweise auch bei anderen Ärzten, die auch tatsächlich zurzeit arbeiten, durchgeführt werden kann.

Aber es ist doch äußerst zynischer, einem Rechsstaat nicht würdiger, Hohn, zu sagen
"Du darfst ab dem 30. 6. wieder, aber nur wenn Du Voraussetzung X erfüllst, aber die kannst Du nur in Einrichtung Y bekommen, aber die Einrichtung Y bleibt auf unbestimmte Zeit(!!) geschlossen"

@christian, ich akzeptiere durchaus deine Meinung, und finde auch diese Diskussion sehr interessant!

Nur sehe ich dennoch keinen Sinn darin, sich an ein Ende des Betretungsverbots am 30. Juni zu klammern, und daraus Optimismus zu schöpfen, wenn dieses aus obengenannten Gründen völlig wertlos und irrelevant ist.

Dass Expert(inn)en von einem Verbot der Prostitution abraten, glaube ich gerne, und ist auch durchaus erfreulich - nur nützt es nix, solang es der Regierung wurscht ist.

Dass das für die Regierung nicht einfach ist, glaube ich ebenfalls gerne. Aber es ist nun mal ihr Job. Auch andere Berufstätige müssen manchmal schwierige Aufgaben lösen und bekommen dafür nicht unbegrenzt Zeit. Außerdem werden die Personen, aus denen die Regierung besteht, ja auch nicht so schlecht bezahlt. Dass die Medien mitunter Blödsinn schreiben, ist sowieso so - siehe z. B. die Geschichte mit dem 1. Mai. Ich wüsste also auch im Hinblick auf die Medien keinen Grund, was die Hinhaltetaktik der Regierung bringen sollte.

Alle Betroffenen sollten sich meiner Meinung nach einmal bei Juristen der entsprechenden Fachgebiete beraten lassen, und - sofern diese nicht aus irgendeinem Grund davon abraten - vor Gericht ziehen, damit nach allen anderen Branchen irgendwann auch mal die Sexualdienstleisterinnen ihre Existenz zurückbekommen.

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Re: Argumente (und Aktivitäten?), um das Rotlichtgewerbe in ÖSTERR. zu retten

Beitrag von Zwerg »

@franzl

Bis jetzt gibt es ein gültiges Papier - und viele Gerüchte bzw. schwammige Aussagen die sich teilweise widersprechen.

Ob das jetzt wertlos ist, sei dahin gestellt. Wir versuchen entsprechend uns zu positionieren und auch die EntscheidungsträgerInnen zu kontaktieren. Wir versuchen so weit wie möglich die Situation abzuklären - im Interesse unserer Community.

Dies geschieht jedoch nicht über den öffentlichen Bereich eines Forums. Diese Diskussionen die da oft zu lesen sind, würde ich eher als kontraproduktiv sehen. Ist aber nur meine persönliche Meinung und eher wertfrei zu sehen.

Darf ich direkt fragen, wer Du bist, bzw. warum Du Dich da engagieren möchtest? Was ist Dein Ansatz?
Heißt jetzt nicht, dass ich das nicht achte - es interessiert mich einfach.

Liebe Grüße

christian