D - Positionen politischer Parteien zur Sexarbeit

Beiträge betreffend SW im Hinblick auf Gesellschaft bzw. politische Reaktionen
Micha Ebner
hat was zu sagen
hat was zu sagen
Beiträge: 88
Registriert: 2007-11-05, 19:56
Wohnort: Berlin
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

#101

Beitrag von Micha Ebner » 2009-10-26, 00:37

          Bild
Snickerman hat geschrieben: 
Nachdem ich die Freibeuter/innen schon zweimal gewählt habe,
war ich ein wenig entsetzt über die klischeebeladenen Argumente einiger Teilnehmer.
Bitte berücksichtigen, dass es sich dabei um ein offenes Forum handelt. Was dort geschrieben wird, ist meist nicht die Parteilinie, oft handelt es sich noch nicht mal um Mitglieder dieser Partei.
Berufsrategeber für Huren - ISBN 3837014185

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

#102

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2009-10-26, 00:54

Danke Michael, daß du im Piraten-Forum deinen Sachverstand einbringst und einiges geraderückst. Bitte benachrichtige uns hier, wenn du dir UnterstützerInnen wünschst z.B. "Selbstbekundungen von Sexworkern" ...

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

#103

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2009-11-27, 15:30

Piratenpartei bekommt Kommunikationspreis


Am 25. November 2009 wurde zum siebten Mal der Politikaward verliehen - die renommierteste Auszeichnung für Arbeiten aus dem Bereich der politischen Kommunikation.

http://www.politikaward.de




Piraten machen Wahlkampf nicht mit Köpfen,
sondern mit Inhalten und Themen.



Die Mitglieder konzipieren Inhalte und Werbeauftritte gemeinsam und gut vernetzt über das Internet.

http://web.piratenpartei.de/Piratenpart ... award-2009


Können sich Sexworker sicher was von abschauen...





.

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

#104

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2010-05-15, 15:47

Jetzt:

Bundesparteitag der Piratenpartei in Bingen

http://bpt.piratenpartei.de


Video stream live
http://bpt.piratenpartei.de/stream.php



ältere Forum-Diskussion Prostitution
http://forum.piratenpartei.de/viewtopic ... &start=180

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

Teilnahme ermöglichen im Internet-Zeitalter

#105

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2010-05-17, 00:14

Die Internet-Partei der Piraten, wo Michael Ebner die Bundesgeschäftsstelle in Berlin leitet, hat auf ihrem Bundesparteitag in Bingen heute mit 80 % abgestimmt für die partei-interne Einführung der Liquid Democracy.

Damit wird eine neue Epoche von Politik-Verständnis und -Praxis eingeleitet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Direkte_De ... _democracy

http://liqd.net

http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy


Also genau das, was wir hier auch schon lange live im Sexworker Forum praktizieren :-)

Benutzeravatar
nina777
Senior Admin
Senior Admin
Beiträge: 5026
Registriert: 2008-05-08, 15:31
Wohnort: Minden
Ich bin: SexarbeiterIn

Grüne Jugend

#106

Beitrag von nina777 » 2010-05-28, 16:01

27.5.2010


Aktuelles von der HP der Grünen Jugend :


Aktiventreffen “Bundeskongressvorbereitung”

Nachdem wir zu Beginn des Aktiventreffens am Montag, den 17. Mai 2010, eine kurze außerordentliche Landesmitgliederversammlung abgehalten hatten, bereiteten wir uns gemeinsam auf den Bundeskongress der Grünen Jugend vor.
Dazu wurden verschiedene Anträge für den Bundeskongress von Bundesvorstandsmitgliedern vorgestellt und diese dann in kleinen Gruppen diskutiert.

Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Antrag „X-01 Weltweit selbstbestimmte Sexarbeit für alle, die wollen – Zwangsprostitution für niemanden“.

Der Antrag unterscheidet Sexarbeit und Zwangsprostitution. Diese aber im Einzelfall zu unterscheiden ist nicht einfach, da von viele SexarbeiterInnen MigrantInnen sind und sich deren (Un-)Freiwilligkeit schwer nachweisen lässt.

Der Antrag versucht Ausbeutung von SexarbeiterInnen zu verhindern und möchte sie dazu aus der sozialen Stigmatisierung holen. Auch eine Bestrafung von FreierInnen, wie im sogenannten schwedischen Modell, wird abgelehnt.

.............

http://www.gj-berlin.de/2010/05/aktiven ... bereitung/


X-01 Weltweit selbstbestimmte Sexarbeit für alle, die wollen – Zwangsprostitution für niemanden

- Änderungsanträge

http://kongress.morgengruen.org/antrag/ ... tion-fuer-
Dateianhänge
x-01.pdf
(143.08 KiB) 529-mal heruntergeladen
I wouldn't say I have super-powers so much as I live in a world where no one seems to be able to do normal things.

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

Wahlkampf hat begonnen

#107

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2013-04-28, 19:41

Zeit sich über die kommende Bundestagswahl in Deutschland Gedanken zu machen:


Was wir machen können:

- Parteiprogramme vergleichen

- Wahlprüfsteine formulieren

- Den Parteien zur Beantwortung zusenden

- Unsere Ergebnisse und die Antworten veröffentlichen

Wenn wir dann ein aussagekräftiges Plakat entwerfen und es in den Sexbetrieben aufhängen, dann ...





Vorbild für Wahlprüfsteine:

Bild

ATME zum Transexuellen-Gesetz http://atme-ev.de/texte/Parteien%20zu%2 ... mplett.pdf

Besser eine tabellarische Darstellung z.B. von Lobby Control http://www.lobbycontrol.de/wp-content/u ... ine_02.pdf

Oder vom LSVD ...

oder Hanfverband www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=131223#131223

...

Benutzeravatar
Tilopa
Gelehrte(r)
Gelehrte(r)
Beiträge: 362
Registriert: 2013-02-17, 12:50
Ich bin: SexarbeiterIn

Re: Wahlkampf hat begonnen

#108

Beitrag von Tilopa » 2013-04-28, 20:50

          Bild
Marc of Frankfurt hat geschrieben: Wenn wir dann ein aussagekräftiges Plakat entwerfen und es in den Sexbetrieben aufhängen, dann ...
...
Ja, das ist richtig gut! Wahlprüfsteine zur Beantwortung an die Parteien machen das noch effektiver als ein einfacher Programmvergleich und zeigen den Parteien (oder zumindest den Fachpolitikern, die das beantworten müssen), dass sie in Zukunft von unserer Seite unter Beobachtung stehen.
Zusammen mit der politischen Aufklärung der Freier könnte das eine richtig schlagkräftige Wirkung entfalten:
Wir sind schließlich eine Wählergruppe, die zwar eine Minderheit darstellt, aber auch nach vorsichtigen Schätzungen mehrere Millionen Menschen und Wähler aller Parteien umfasst. Wenn nur ein kleiner Teil davon sich dessen bewusst wird und seine Wahlentscheidung künftig von der Prostitutionspolitik abhängig macht, möchte ich den Politiker sehen, der auf dieses Wählerklientel so einfach verzichten kann.

Benutzeravatar
fraences
Admina
Admina
Beiträge: 7277
Registriert: 2009-09-07, 04:52
Wohnort: Frankfurt a. Main Hessen
Ich bin: Keine Angabe

#109

Beitrag von fraences » 2013-04-28, 21:08

Das ist eine sehr anschauliches Bild und so bekommt man einen Überblick welche Partei unsere Interessen am besten vertritt.

Finde die Idee ist super.

Liebe Grüße, Fraences
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

*****
Fakten und Infos über Prostitution

Benutzeravatar
bettyboop
wissend
wissend
Beiträge: 287
Registriert: 2011-12-08, 09:52
Wohnort: Freiburg i. Br.
Ich bin: Keine Angabe

#110

Beitrag von bettyboop » 2013-04-28, 22:08

Echt super Marc! Nun merke ich wie Links ich bin...lol! Nee im ernst, haben wir überhaupt klare Forderungen? Es wird Zeit das wir die formuieren und niederschreiben...und das alle SW das Unterzeichnen und abschicken! Nach Stuttgart habe ich es nun wirklich Satt, immer wieder Lügen anzuhören.
Prostitution policy is plagued by bad numbers. Bad numbers and wild estimates. If there are millions of trafficking victims who counted them and where are they?

Benutzeravatar
Tilopa
Gelehrte(r)
Gelehrte(r)
Beiträge: 362
Registriert: 2013-02-17, 12:50
Ich bin: SexarbeiterIn

#111

Beitrag von Tilopa » 2013-04-28, 23:57

Als ersten Schritt für das Review der Programmlage der Parteien habe ich mal angefangen, eine Linkliste zu Partei- und Wahlprogrammen und sonstigen Beschlüssen, die für uns von Interesse sein könnten, zu erstellen:
http://sync.in/mIFxHAyF7X

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

Piraten Landtagswahlprogramm Bayern

#112

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2013-04-29, 11:28

Danke für die erste Zusammenstellung.



Das haben die Piraten Bayern gerade beschlossen:

8.2 Stärkung der Rechte Prostituierter


Die Entscheidung zur Ausübung der Prostitution fällt unter das Recht auf freie Berufswahl und unter das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Selbstbestimmt tätige Sexarbeiter üben selbstbestimmt einen Beruf eigenverantwortlich auf der Grundlage einer freien Entscheidung aus.

Die Entscheidung zur Ausübung der Prostitution ist daher von Staat und Gesellschaft zu akzeptieren. Eine Diskriminierung und Kriminalisierung von Sexarbeitern und ihren Kunden lehnen wir ab.

Deshalb werden wir alle Normen zur Reglementierung von Prostitution dahingehend prüfen, ob sie geeignet,
erforderlich und angemessen sind, die Anerkennung und die Rechte von Sexarbeitern sicherzustellen.

Wir werden dabei die Zusammenarbeit mit den Bezirken suchen und uns für eine Abschaffung der restriktiven Sperrbezirksverordnungen einsetzen. Auch das Verbot der Prostitution in Gemeinden mit bis zu 30.000 Einwohnern werden wir aufheben.


Quelle hier: http://sync.in/mIFxHAyF7X

ehemaliger_User
verifizierte UserIn
verifizierte UserIn
Beiträge: 2968
Registriert: 2008-04-27, 15:25
Ich bin: Keine Angabe

#113

Beitrag von ehemaliger_User » 2013-04-29, 17:52

@Marc (zum Plaket)

Komme mit den Abkürzungen nicht klar, kann nur vermuten:

PÄ = Papieränderung?
VÄ = Vornamenänderung?
Auf Wunsch des Users umgenannter Account

Benutzeravatar
Tilopa
Gelehrte(r)
Gelehrte(r)
Beiträge: 362
Registriert: 2013-02-17, 12:50
Ich bin: SexarbeiterIn

RE: D - Positionen politischer Parteien zur Sexarbeit

#114

Beitrag von Tilopa » 2013-04-29, 21:02

Danke für deine Ergänzungen im Pad, Marc.
Der Beschluss der bayerischen Piraten liest sich ja ziemlich fortschrittlich und lässt hoffen.
Und es war gut, dass du den Text des Beschlusses dort gleich mit eingetragen hast - ich werde jetzt auch so machen.
Damit lautet die Aufgabenstellung also nicht mehr "Linkliste", sondern:

Beschlusslage der deutschen Parteien zur Sexarbeit
(Textstellen aus Partei- und Wahlprogrammen und sonstigen, für die Prostitutionspolitik relevanten Beschlüssen)
http://sync.in/mIFxHAyF7X

:)

Benutzeravatar
Tilopa
Gelehrte(r)
Gelehrte(r)
Beiträge: 362
Registriert: 2013-02-17, 12:50
Ich bin: SexarbeiterIn

Piraten-Parteitag

#115

Beitrag von Tilopa » 2013-05-11, 12:23

Dieses Wochenende findet der Piraten-Parteitag in Neumarkt i.d.OPf. zum Bundestagswahlprogramm statt.

Wer diesen mitverfolgen möchte, findet hier den Livestream, hier die Tagesordnung mit Antragsübersicht und hier die Beschlüsse.

Für uns besonders interessante Antragsinhalte sind aus meiner Sicht:

"Die Entscheidung zur Ausübung der Prostitution fällt
1. unter das Recht auf freie Berufswahl sowie
2. unter das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.
Die Entscheidung zur Ausübung der Prostitution ist daher von Staat und Gesellschaft zu akzeptieren. Eine Diskriminierung und Kriminalisierung von Sexarbeitern und ihren Kunden lehnt die Piratenpartei ab. Selbstbestimmt tätige Sexarbeiter sind keine Opfer. Vielmehr üben sie ihren Beruf eigenverantwortlich auf der Grundlage einer freien Entscheidung aus. Ihre Tätigkeit bedarf besonderer Fähigkeiten und Kenntnisse und verdient gesellschaftliche Anerkennung. Deshalb werden wir alle Sonderregelungen zur Reglementierung von Prostitution dahingehend prüfen, ob sie geeignet, erforderlich und angemessen sind, die Anerkennung und die Rechte von Sexarbeitern sicherzustellen. Die Stärkung der Rechte selbstbestimmt tätiger Sexarbeiter ist das beste Mittel gegen jedwede Fremdbestimmung. Sie dient der rechtlichen Gleichbehandlung sowie der freien und ungehinderten Berufsausübung.
"

https://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bu ... rtal/WP104
(Wird am Samstag zwischen 12:30 und 13:45 im Kapitel "Freiheit und Grundrechte" behandelt)

"Die Piratenpartei versteht Sexarbeit (Prostitution) als die freiwillige und selbstbestimmte Übereinkunft erwachsener Menschen, erotische Handlungen gegen ein vereinbartes Entgelt zu vollziehen. Solche Übereinkünfte sind mit den allgemeinen Menschenrechten und der Würde des Menschen vereinbar und nicht amoralisch oder sittenwidrig. Wir setzen uns dafür ein, dass die Entscheidung mündiger Menschen zur Prostitution im Sinne des Rechts auf freie Berufswahl und des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung verstanden und nicht kriminalisiert oder stigmatisiert wird.
Die Piratenpartei wird alle Sonderregelungen zur Reglementierung von Prostitution dahingehend prüfen, ob sie geeignet, erforderlich und angemessen sind, die Anerkennung und die Rechte von Sexarbeitenden sicherzustellen. Wir arbeiten darauf hin, in den Gesetzestexten eine saubere Trennung zwischen legaler Sexarbeit und illegalem Menschenhandel, Ausbeutung der Arbeitskraft und sexueller Nötigung herbeizuführen."


https://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bu ... rtal/WP131
(Wird am Sonntag zwischen 11:30 und 12:30 im Kapitel "Familie und Gesellschaft" behandelt)

Benutzeravatar
Tilopa
Gelehrte(r)
Gelehrte(r)
Beiträge: 362
Registriert: 2013-02-17, 12:50
Ich bin: SexarbeiterIn

#116

Beitrag von Tilopa » 2013-05-11, 14:19

WP104 wurde nach sehr erfreulich verlaufener Debatte und engagierter Rede der Antragsstellerin Claudia Bogk mit großer Mehrheit angenommen. :001

"Mit Annahme von Antrag WP104 setzt sich die Piratenpartei für die Stärkung der Rechte Prostituierter ein. Die Entscheidung zur Ausübung der Prostitution ist daher von Staat und Gesellschaft zu akzeptieren. Eine Diskriminierung und Kriminalisierung von Sexarbeitern und ihren Kunden lehnt die Piratenpartei ab."
https://www.piratenpartei.de/2013/05/10 ... gs-2013-1/

Besonders erfreulich war, dass Dinge betont wurden, wie:
-Es um die Stärkung der Rechte selbstbestimmt arbeitender Sexarbeiter_innen gehe.
-Der Eindruck bestehe, dass sich das gesellschaftliche Klima gegen Sexarbeiter_innen schon wieder verschlechtert und man dem entgegen wirken wolle.
-Der Bremer Gesetzentwurf und die Bundesratsbeschlüsse als "Prostitutionsverhinderungsgesetze" zu bezeichnen und abzulehnen seien.
-Menschenhandel und Sexarbeit ständig und populistisch in einen Topf geworfen würden.

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

Updated

#117

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2013-05-28, 13:53

Hier gibt es jetzt viele Links zur kommenden Wahl

http://sync.in/mIFxHAyF7X


Überlegt mal, ob wir Wahlprüfsteine, Forderungen oder eine Telefondemonstration machen sollen...

Helft bitte mit die besten Formulierungen und Zitatstellen zu finden...

Wir brauchen weiterhin Euren Input oder Feedback und emotionalen Support, wenn die Sache weiterlaufen soll...

Online
Kasharius
ModeratorIn
ModeratorIn
Beiträge: 2437
Registriert: 2012-07-08, 23:16
Wohnort: Berlin
Ich bin: engagierter Außenstehende(r)

Mein Input

#118

Beitrag von Kasharius » 2013-05-29, 22:28

@Marc

noch mal herzlichen Dank für Deine profunden Analysen; die Idee der Wahlprüfsteine ist klasse!

@Tilopa

die gleiche Anerkennung gilt Dir für denen kongenialen Einsatz nebst Parteitagsberichterstattung

:001 :001 :001

@all

was haltet Ihr von folgendem ergänzenden Vorschlag:

Einen gemeinsam vom SEXWORKER AT, Bufas, Sexworkervereinigung und UEGD verfasster und unterzeichneter offener Brief an Innenministerkonferenz, zuständige Bundesministerien und Bundestagsfachausschüsse. Möglicher Inhalt:

Einerseits klares Bekenntnis gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Andererseits: argumentative Widerlegung der These, daß dafür Verschärfung des ProstG durch Überwachung/Konzessionierung geeignet ist.

Stattdessen:

Bundeseinheitliche gewerberechtliche Regelung gemäß dem Grundatz: Prostitution ist erlaubte gewerberechtliche Tätigkeit und kann nur bei Vorliegen, klar umrissener Verbotstatbestände untersagt werden. Keine umfassende, präventive Meldepflicht aller, in Prostitutionsstätten (selbstständig) tätigen SW.

Verankerung von Prostitutionsstätten in der BauNVO

Ersatzlose Streichung von Art. 297 EGStGB

Verbandsklagerecht von Organisationen zu deren satzungsgemäßen Aufgaben die Verbesserung von Arbeitsbedingung der SW bzw. deren Beratung gehört; das Verbandsklagerecht sollte zum einen im Bau- und Gewerberecht zum Tragen kommen
.


Entsprechende Zeitungsanzeigen wären auch denkbar, aber teuer....

Ich würde mich an der (rechtlichen) Formulierung eines Entwurfes beteiligen und stehe gerne, sollte es dazu kommen, auch als Sachverständiger im Gesetzgebungsverfahren (Anhörung in Ausschüssen) zur Verfügung; würde micht dort auch als Kunde "bekennen" wenn es was nützt.

Kasharius grüßt :006

Klaus Fricke
Nicht mehr aktiv
Beiträge: 1121
Registriert: 2010-11-05, 16:16
Wohnort: Bremen / Sougia - Kreta
Ich bin: Keine Angabe

RE: D - Positionen politischer Parteien zur Sexarbeit

#119

Beitrag von Klaus Fricke » 2013-05-30, 14:35

Gute Idee, würde mich am Austausch beteiligen. Habe aber keine Technische Erfahrung mit Mailinglisten etc. Bräuchte da eventuell Support.

@ Marc (emotionale Unterstützung)
ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich Deine Arbeit und Dein Engagement schätze. Dabei habe ich bislang nur einen Bruchteil des Forums und Deiner Beiträge zur Kenntnis genommen. Ich wünsche Dir Energie und Kraft für Deine Arbeit an unserem Anliegen

@ Kasharius
Auch für Dein Engagement Danke und meine Unterstützung.
Sich vor versammelter "Elite" als Kunde zu outen !!!Respekt!!!
In Bremen bin ich inzwischen ebenfallls soweit und oute mich bei jeder passenden Gelegenheit mit Klarnamen als Inhaber unserer Location und als Kunde mit langjähriger Praxis. Ohne unser Gesicht und unsere Person in die Waagschale zu werfen, wird es kaum voran gehen.

AbuDisney

Benutzeravatar
Tilopa
Gelehrte(r)
Gelehrte(r)
Beiträge: 362
Registriert: 2013-02-17, 12:50
Ich bin: SexarbeiterIn

#120

Beitrag von Tilopa » 2013-05-31, 20:31

Pressemitteilung vom 31.05.2013 | 12:46
Bündnis 90/Die Grünen
Rechte von Prostituierten stärken, Opfer von Zwangsprostitution schützen


Zum Internationalen Hurentag am 2. Juni erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Die Stärkung der Prostituierten und ihre rechtliche Absicherung sind die Ziele des unter Rot-Grün eingeführten Prostitutionsgesetzes. Wer Sexarbeiterinnen und -arbeiter durch Repression oder Verbot in die Illegalität treibt, nimmt in Kauf, dass ihre Gesundheit und ihr Leben bedroht werden, sie stärker der Gefahr von gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt sind und sich ihre Arbeitsbedingung weiter verschlechtern.

Deshalb wollen wir die Arbeitsbedingungen durch gewerberechtliche Überprüfungen von Prostitutionsstätten und ihren Betreiberinnen und Betreibern sicherer machen und Sexarbeiterinnen und -arbeiter besser z.B. vor Mietwucher und Ausbeutung schützen. Auch ihr Zugang zur Sozialversicherung muss weiter verbessert werden.

Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung hingegen muss konsequent und effektiv bekämpft werden, denn dabei handelt es sich um eine schwere, abscheuliche Straftat.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat nichts für die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution getan. Dabei fordert auch die EU-Opferschutzrichtlinie Neuregelungen auf nationaler Ebene. Der Schutz vor Abschiebung, insbesondere während laufender Verfahren, muss deutlich verbessert werden. Außerdem würden ein dauerhaftes Bleiberecht und wirksame Opferschutzprogramme die Anzeige- und Aussagebereitschaft der Betroffenen erhöhen. So kann die Ermittlung der Täterinnen und Täter und die Erhellung der Strukturen unterstützt werden.

Darüber hinaus müssen Freier von Zwangsprostituierten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, wenn ihnen bekannt ist, dass es sich bei der Sexarbeiterin um eine Zwangsprostituierte handelt.

Die unhaltbare Situation von Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, darf aber nicht dazu führen, Sexarbeiterinnen und -arbeitern ihre Selbstbestimmung, Anerkennung und sicheren Arbeitsbedingungen zu verweigern.“

Der 2. Juni erinnert an den Protest der Prostituierten, die 1975 die Kirche Saint-Nizier in Lyon in Frankreich besetzten, um gegen ihre schlechten Lebensbedingungen zu demonstrieren. Sie wandten sich gegen die Doppelmoral von Gesellschaft und Staat und forderten menschenwürdige Arbeitsbedingungen.


PRESSEDIENST BUENDNIS 90/DIE GRUENEN
Bundesvorstand
Dr. Jens Althoff, Pressesprecher
Platz vor dem Neuen Tor 1 * 10115 Berlin
Email: mailto:presse@gruene.de
Tel: 030 - 28442 130 * Fax: 030 - 28442 234


Berlin - Veröffentlicht von pressrelations

Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standa ... m?r=534287

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag