...::: Was mich an meiner Arbeit am meisten stört :::...

Ein nahezu unerschöpfliches Thema: Psychologische Betrachtungsweise der Sexarbeit
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Zwerg
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...::: Was mich an meiner Arbeit am meisten stört :::...

#1

Beitrag von Zwerg »

ZU BEACHTEN!

Die unten stehenden Beiträge wurden von verifizierten SexarbeiterInnen im internen Bereich SEXWORKER ONLY gepostet! Da es mehrere Gründe gibt, diese Stellungnahmen nicht unter dem eigenen Namen zu veröffentlichen, haben wir uns geeinigt, Auszüge aus diesen Postings, mit Einverständnis der VerfasserInnen, hier anonymisiert einzustellen.

Der Thread wird nicht als offene Diskussionsplattform geführt - Das Thema bleibt also geschlossen. Änderungen und Zusätze sind nur für freigeschaltene SexarbeiterInnen im internen Bereich möglich.


Hier nun die Postings (Alles grün Geschriebene stammt aus dem Bereich SW-Only)

"Was machst du alles?"

Prinzipiell ein berechtigte Frage möchte man meinen. Meine Erfahrung hat aber gezeigt, dass die Frage meist das erste Indiz dafür ist, das die Anfrage nicht sonderlich ernst zu nehmen ist. Es gibt verschiedene Abwandlungen davon, bspw. "Ich kann mir das nicht vorstellen, kannst du mir sagen wie das funktioniert?" oder "Wie genau läuft das dann ab?" Manchen Interessenten, die telefonisch so anfragen oder auch per Whatsapp, geht es dabei wahrscheinlich um eine Art von Telefonsex. Ich stell mir dann immer vor wie derjenige unten ohne vorm PC sitzt, meine Bilder anschaut mit mir telefoniert oder chattet. Jedenfalls verweise ich meist auf meine Serviceliste die ja meist online abrufbar ist. Oder ich schick meine vorgefertigte Serviceliste als Textbaustein per Whatsapp. Oder ich antworte mit einer Gegenfrage: "Was möchtest du denn gerne dass ich mache? Dann kann ich dir sagen ob das möglich ist."

Das passiert übrigens auch im Laufhaus, also dass jemand läutet oder klopft ohne überhaupt die Absicht zu haben meine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Der will dann nur hören was ich eben alles so mache und wieviel es kostet. Das mit der Gegenfrage funktioniert dann meist recht gut.

"Was kostest du?"

Diese Frage hör ich immer wieder dann und wann. Meine Antwort: "Ich bin unbezahlbar." Dann schaut der Fragesteller meist etwas ratlos, weil die meisten mit dieser Antwort nicht viel anfangen können. Also erklär ich dann weiter, dass man mich nicht kaufen kann, sehr wohl aber eine halbe Stunde bzw. Stunde Sex mit mir.

Ich finde die Frage "Was kostest du?" eigentlich ziemlich respektlos, bzw. eine bewusste Provokation. Die Frage impliziert ja, dass ich mich bzw. meinen Körper verkaufe. Tu ich aber nicht, weder im Ganzen, noch stückweise also bspw. Organ für Organ. Ich biete eine Sexdienstleistung, das ist ein kleiner aber entscheidender Unterschied. Und mich ärgert es wiedermal, weil diese Frage würde man in anderen Dienstleistungsberufen vermutlich auch nicht stellen.

"Wieviel Taschengeld verlangst du?"

Ich arbeite im Laufhaus, zahle Wochenmiete, zahle Steuern und Sozialversicherung. Es sollte klar sein, dass ich kein 'Taschengeld' möchte, unabhängig davon wie hoch dieses auch sein mag. Ich verlange ein bestimmtes Honorar für eine bestimmte Dienstleistung. Taschengeld gibt man Kindern damit sie bspw. lernen mit Geld umzugehen. Ich finde die Frage "Wieviel Taschengeld verlangst du?" jedenfalls als bewusste Herabwürdigung, sowohl mir gegenüber als auch meiner Arbeit.

"Zeig mal!"

Oftmals läutet jemand bei mir, ich lass ihn rein, wir reden kurz und dann will er meine Geschlechtsmerkmale sehen oder auch angreifen. Manche kommen auch rein und fordern ein Bussi links und rechts auf die Wange. Andere wollen gleich eine Umarmung wenn sie reinkommen. Wieder andere marschieren gleich mal unaufgefordert durchs Vorzimmer und schauen sich um wie es bei mir im Appartment denn so aussieht.

Das sind alles Grenzüberschreitungen und zeigen mir - wieder mal - fehlenden Respekt. Natürlich blocke ich das meist davon so gut es geht ab und das gelingt mir auch meistens. Nervig ist es trotzdem.

Sympathie-Rabatt

Manche Interessenten fragen mich nach einem Sympathie-Rabatt. Beispielsweise weil sie jung und attraktiv sind. Manche fragen per Whatsapp an und schicken ein Foto mit von ihrem nackten Oberkörper oder von ihrem Geschlechtsteil, oder ein Foto wo beides zu sehen ist. Nur leider mache ich keine Unterschiede und es gibt keine Rabatte bei mir. Es gibt bestimmte Mindestanforderungen damit ein Date zustandekommt, aber Jugendlichkeit oder Attraktivität gehört da nicht dazu. Im Gegenzug gibt es auch keine Aufschlag für weniger attraktive Kunden, im übrigen wäre das ohnehin diskriminierend.

Es gibt davon verschieden Abwandlungen. Zum Beispiel wurde mir schon eine Gratis-Massage angeboten, oder ein Interessent würde mir gerne sonst etwas gutes tun, in der Hoffnung dafür weniger bezahlen zu müssen. Also, leider kein Rabatt, weder für Studenten noch für Pensionisten, noch für Masseure und auch nicht für athletische junge Männer, sorry.

Scherzanrufe

Scherzanrufe bekomme ich in unregelmäßigen Abständen. Das ist dann so ähnlich wie bei der "Was machst du alles?"-Masche. Mein Handy läutet, ich heb ab und jemand fragt mich was ich denn so alles mache, wie das funktioniert usw. Dabei geht es dem Anrufer darum von mir möglichst explizite Details über meinen Service zu erfahren.

Ich vermute mal, dass in so einem Fall zumindest 2 oder mehr Personen auf die lustige Idee kommen, eine Sexdienstleisterin anzurufen und sich auf ihre Kosten zu amüsieren. Vermutlich wird das Handy des Anrufers auf Lautsprecher gestellt am Tisch liegen, damit alle Anwesenden mithören können. Vielleicht wird das Gespräch auch mitgeschnitten um etwas dauerhaftes zum herzeigen (bzw. hören) zu haben. Spätestens wenn ich jemand im Hintergrund kichern höre, weiss ich es ist ein Scherzanruf.

Der Bankomat-Schmäh

Der Bankomat wird sehr oft von gewissen Interessenten bemüht. Weil sie bei mir im Laufhaus anklopfen aber leider zu wenig Geld mitgenommen haben. Wer kann auch damit rechnen, dass mein Service so teuer ist. Obwohl sich mein Honoror eigentlich kaum ändert und marktüblich ist. Aber das hat sich noch nicht herumgesprochen. Zumindest tun viele so als wüssten sie die Preise nicht. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht wirklich Interessenten gibt, die die Preise nicht kennen. Sobald jedoch der Bankomat ins Spiel kommt, weiss ich dass ich verarscht werde.

Der Bankomat soll Hoffnung wecken. In mir, nicht im Interessenten. Also erklärt mir der Interessent, dass er zuwenig Geld mitgenommen hat, leider. Aber er fragt mich wo denn der nächste Bankomat sei. Wie gesagt, Bankomat ist für mich das Codewort, und ich weiss was los ist. Nun ja, der Interessent erklärt mir dann wie gern er doch etwas mit mir machen möchte, aber er muss nur vorher schnell zum Bankomat, Geld abheben, und dann kommt er gleich wieder. Manche lassen sich dann von mir lang und breit erklären wie sie zum nächsten Bankomat kommen.

Natürlich kommt der Interessent nie mehr wieder. Er will aber damit etwas bezwecken, und das finde ich eigentlich alles andere als nett, um es mal vorsichtig zu formulieren. Er will, dass ich auf ihn warte, dass ich mir denke er geht wirklich Geld abheben. Und er will, dass ich enttäuscht bin. Er lügt mich bewusst an um mir eine Kränkung zuzufügen, ich sehe das jedenfalls so. Er würde vielleicht gerne direkt etwas böses zu mir sagen weil er vielleicht findet, dass ich zu teuer bin, aber das macht er nicht, er will schliesslich keinen Ärger. Viel beliebter ist der Bankomat-Spruch.

Davon gibt es allerhand Abwandlungen. Bspw. funktioniert das auch mit einem Parkschein anstelle vom Bankomat. In dem Fall muss der Interessent nur noch schnell einen Parkschein lösen, dann kommt er gleich.

Ich hab mir überlegt ob ich, sobald ich das Codewort höre, dem Interessenten nicht eine Zahlung mittels Bankomatkarte direkt bei meiner eigenen Bankomatkasse anbiete. Nicht, dass ich so etwas haben würde, aber das weiss der Interessent ja nicht. Also kann ich ihm diese Zahlungsmöglichkeit gerne anbieten und dabei auch erklären, dass auf seinem Kontoauszug dann eine völlig unverdächtige Abbuchung aufscheint, dass meine Bankomatkasse natürlich absolut sicher ist und er sich schon ausziehen kann während ich das Kartenterminal aktiviere.

Vermutlich wird der Interessent nicht mit Bankomat bei mir zahlen wollen, weil das mit dem Bankomat ja nur als Ausrede gedacht war, die dann natürlich nicht mehr funktioniert wenn ich meine eigene Bankomatkassa habe. Jedenfalls würde es mich durchaus manchmal reizen so zu reagieren.

Die Anfrage-Wixer.

Entschuldigt bitte den etwas derben Begriff, aber wie soll ich sie sonst nennen? Was damit gemeint ist wird ohnehin schnell klar. Männer die mich anrufen und versuchen mich auszufragen (während sie - vermute ich zumindest - meine Fotos online anschauen, mit einer Hand das Handy halten und mit der anderen Hand möglicherweise... na ihr wisst schon...).

Kurz gesagt wollen sie Telefonsex. Das sagen sie natürlich nicht, stattdessen beginnen sie zu fragen, dieses und jenes, über meine körperlichen Merkmale, über meinen Service, ob ich heute schon das oder das gemacht habe, etc.

Meine Lösung dafür: Möglichst schnell, also so nach der 2.-3. Frage, den Anrufer freundlich aber sehr bestimmt danach fragen wann er denn gerne den Termin bei mir haben möchte (nachdem er ja meine Dienstnummer für Terminvereinbarungen gewählt hat).

Anfangs war ich dumm genug um mich - bis zu einen gewissen Grad - ausfragen zu lassen. Inzwischen bin ich ziemlich kurz angebunden wenn wieder mal so ein Anruf oder SMS kommt, und ich sehe das inzwischen ein bisschen als Spiel. Wenn ich merke dass es dem Anrufer darum geht sich an meiner Stimme aufzugeilen, dann bekommt er nur noch die aller nötigsten Infos.

Wenn mich jemand schon über Monate hinweg immer wieder anruft und ausfragen möchte, dann weise ich denjenigen beim ungefähr 3-4 Anruf eben darauf hin, dass er mich schon öfters angerufen hat um mich auszufragen, und ich frage ihn auch warum er das macht und ob er jetzt einen Termin bei mir ausmachen möchte. Das hat bisher ganz gut geholfen.

Die "Jetzt sei doch nicht so..." - Typen

Das sind dann Kunden, die sich das Recht herausnehmen mich anzurufen um mit mir zu plaudern und um mich bspw. zu fragen was ich gerade so mache und wie es mir geht. Sie wollen wissen was ich ausserhalb meiner Arbeit so mache und ob ich in einer Beziehung lebe.

Dann gibts noch diejenigen, die einen ungefähren Termin ausmachen und dann schon Tage davor - quasi als Vorbereitung - WhatsApp-Nachrichten schicken und erwarten dass ich darauf antworte. Einer meinte sogar, das gehöre eigentlich dazu, dass ich das mache (ungefähr halbstündlich seine Nachrichten beantworten). Wenn das seine Meinung ist, ist das seine Meinung, nur Termin bekommt er bei mir keinen mehr und seine Nr. hab ist auch blockiert.

Bitte nicht falsch verstehen, wenn es um ein paar konkrete Fragen geht bzgl. eines Termins ist es etwas anderes, aber ich kann und will nicht über 20 Nachrichten pro Tag von einer bestimmten Person beantworten. Wenn das alle so machen würden, könnte ich den ganzen Tag nur noch SMS & Whatsapp-Nachrichten beantworten und könnte gar nicht mehr arbeiten.

Die Verliebten

Sie sind nett, sie bringen Schokolade mit, sie machen Komplimente, sie wollen sich mit mir privat treffen (also ein Hausbesuch, nur gratis), sie wollen mich zum Essen einladen (also Escort, nur gratis), sie wollen mit mir auf Urlaub fahren (Reisebegleitung ebenfalls gratis). Sprich, sie wollen das womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, umsonst haben und noch dazu viel mehr. Eigentlich eine Unverschämtheit.

Dazu meine Theorie: Wenn sie denn nun wirklich so unsagbar verliebt in mich sind, dann ja dann, müssten sie mir ja im Grunde für das was sie von mir haben möchten (Hausbesuch, Escort, sonstige 'private' Treffen) mindestens mein Stundenhonorar zahlen, wenn nicht noch mehr. Tun sie aber nicht, obwohl sie doch so furchtbar verliebt in mich sind. Also gibts auch keine privaten und sonstige kostenlosen Treffen.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr macht es mich wütend, denn im Grunde versucht ein 'verliebter' Kunde mich ja zu manipulieren um sich von mir eine Leistung kostenlos zu erschleichen, selbst wenn er das selbst (aufgrund seiner Verliebtheit) vielleicht gar nicht so sieht, aber das ändert ja nichts an den Tatsachen.

Isolation & Einsamkeit & Leerlauf

Im LH zu arbeiten ist prinzipiell nicht so schlimm, finde ich. Es ist warm, es regnet nicht rein, ich hab flexible Arbeitszeiten, ich bin unabhängig. Und ich bin alleine. Naja, nicht ganz, ich hab mein Handy um mit der Aussenwelt in Kontakt zu treten. Dumm ist nur, dass es nicht viele Menschen gibt die wissen was ich mache und mit denen ich plaudern kann, abgesehen davon dass ein Handy auch keine persönlichen Kontakte ersetzt. Immerhin hab ich mein Kunden, ist ja auch schon was. Abgesehen von den Kunden die mich besuchen gibts aber kaum soziale Kontakte. Die Kolleginnen sprechen kaum deutsch. Die Betreiber sind froh wenn ich sie in Ruhe lasse. Anderes Laufhaus, andere Stadt, anfangs ist es noch aufregend, aber inzwischen ist es auch Routine.

Wenn viel los ist, ist es ok. Erstens vergeht die Zeit, dann verdiene ich auch was dabei, und ich bin körperlich (zumindest etwas) gefordert. Dann macht die Arbeit auch Spass. Wenn nichts los ist, ist es weniger lustig... wenn ich im Zimmer bleibe fällt mir zwar die Decke auf den Kopf, aber vielleicht kommt ja ein Kunde. Wenn ich rausgehe, hab ich zwar etwas Abwechslung, aber erstens kostet alles Geld, zweitens verdiene ich nichts und drittens kommt vielleicht genau da ein Kunde wenn ich nicht da bin.

Nur was macht man den ganzen Tag in einem Zimmer? Lesen, fernsehen, Körperpflege...? Puzzle bauen wäre noch eine Option. Selbstdisziplin ist ein gutes Stichwort. Das Problem ist aber, solange man einen gewissen Zeitraum in einem bestimmten Raum verbringen muss, wird der Raum zum Gefängnis. Das gilt prinzipiell für das schönste Zimmer der Welt, nur so schön ist es ohnehin bei weitem nicht in den meisten Appartments. Und die Betreiber sind auch nicht glücklich wenn man zuviel weg ist. Obwohl, ich war schon in Laufhäusern, da hätte ich 3 Tage tot im Zimmer liegen können und es wäre niemanden aufgefallen.

In jedem Fall ist für mich die psychische Belastung durch den (teilweise extremen) Leerlauf nach wie vor ein Problem, und keines das unbedingt besser wird mit der Zeit.

Unehrlichkeit & Lügen

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, aber am schlimmsten sind diesbezüglich viele potentielle Kunden bzw. Interessenten. Inzwischen würde ich sagen es gibt sogar eine eigene Sprache, ich nenne sie jetzt mal die Lügensprache. Beispiele gefällig? "Ich komme um XX Uhr.", "Ich muss noch schnell zum Bankomaten.", "Ich überlegs mir noch kurz.", "Ich hab nur xx Euro eingesteckt.", usw. Alles Lügen. Mittlerweile beginne ich immer zu kichern wenn ich einen dieser Sätze höre, und zu hören bekomme ich sie Tag für Tag.

Fehlender Respekt

Man stelle sich folgende Situation vor: Eine Person geht zum Friseur, betritt den Laden, schaut die Friseurin abschätzig an und fragt "Wieviel?". Die Friseurin nennt den Preis für ihre Dienstleistung. Die Person sagt "So viel? Das ist viel zu teuer!" Dreht sich um und verlässt den Laden. Alternativ: "So viel? Ich gebe dir xx Euro!"

Ich denke ihr wisst schon worauf ich hinauswill. Warum muss ich mir als Sexdienstleisterin so etwas bieten lassen? Wenn Sexarbeit ein Beruf ist wie jeder andere auch (davon gehe ich mal aus, wenn auch mit Besonderheiten) dann erwarte ich mir auch den Respekt und die Umgangsformen wie in vielen anderen Branchen.

Kundenforen im Netz:

Kurz gesagt, ich hasse sie und ich halte sie für menschenverachtend. Mir ist klar dass sich mittlerweile so ziemlich alles und jedes im Netz irgendwo bewerten und kritisieren lässt, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Ich bin kein Produkt und auch kein Händler, ich bin ein Mensch der eine sehr persönliche Dienstleistung anbietet. Ich hab gute und schlechte Tage, und mal passt es und dann passt es wieder nicht. Es ist unmöglich es jedem Kunden immer recht zu machen. Wenn man erst mittendrin draufkommt, die Chemie stimmt nicht, oder der ach so nette Kunde ist gar nicht so nett, dann ist es oft auch ein Negativ-Erlebniss für beide.

Die Bewertungen sind subjektiv und was mal im Netz ist, lässt sich bekanntlich nie mehr komplett löschen und ist weltweit abrufbar (das muss man sich mal wirklich versuchen vorzustellen), und das alles muss man in Kauf nehmen um für seine Dienstleistung einen bestimmten Betrag zu erhalten. Kunden können völlig anonym und ohne jegliche Verantwortung schreiben was sie wollen, und machen davon auch regen Gebrauch sobald sie mal unzufrieden sind. Ich hab schon Berichte gelesen, wo ich mir gedacht hab "Was will er denn überhaupt? Ich hätte genauso gehandelt wie die jeweilige SW.".

Das Netz bringt leider seit dem es existiert immer schlimmere Dinge zum Vorschein, und es wird leider nicht besser. Aber zumindest aufregen darüber kann ich mich ja.

Diese Kundenforen sind in meinen Augen das absolut Letzte. Damit wird das, was hinter verschlossenen Türen zwischen Kunde und Dienstleisterin passiert, für jedermann öffentlich gemacht, und zwar aus Sicht des jeweiligen Kunden der dabei natürlich weiterhin anonym bleibt.

Wenn ich mir manche diese 'Testberichte' durchlese, kommt mir echt die Galle hoch. Zuletzt wurden glaube ich Menschen beim Sklavenhandel nach ihrem 'Zustand' bewertet, eigentlich unglaublich, dass so etwas im 21. Jahrhundert in Westeuropa möglich ist.

Für mich ist das deswegen ein Problem, weil es diametral entgegengesetzt zum Selbstverständnis meiner Arbeit steht. Wie schon geschrieben, ich biete eine Dienstleistung, ich hab nicht vor meinen Körper zu verkaufen, daher möchte ich auch nicht bestimmte intime Details von mir veröffentlicht wissen

Betreiber von Laufhäusern:

Ich bin eine selbstständige Sexsarbeiterin und miete mir ein Appartment für einen bestimmten Zeitraum und der Betreiber behandelt mich respektvoll und schaut dass für mich alles passt und unterstützt mich gegebenfalls.

Und dann bin ich aufgewacht. Schöner Traum.

Um Termine muss ich teilweise kämpfen, bzw. bekomme auch in bestimmten Häusern keine. Es steht jedem Betreiber frei ob er mich nimmt oder nicht, insofern bin ich eigentlich Bittstellerin. Betreiber suchen sich aus wen sie nehmen und haben dafür ihre eigenen Regeln und haben ihre eigenen Vorschriften. Sich zu beschweren wenn etwas nicht passt mit dem Appartment bswp. ist nicht erwünscht und führt oft zu nichts. Mehr schreib ich an dieser Stelle gar nicht.

Es gibt auch Ausnahmen, schon klar, aber die sind eher dünn gesäht. Manchmal fühl ich mich regelrecht entmündigt. Soviel zum Thema 'Selbstständige Sexarbeiterin'

Die 'Appartments':

Oder soll ich doch besser 'Absteigen' sagen? Auch hier gibt es Ausnahmen, aber eben nicht viele. Mal geht das nicht, dann funktioniert das wieder nicht. Haustiere in Form von Silberfischchen, Kellerasseln und Spinnen sind jedenfalls oft deine einzigen Freunde. Mal gibt es einen Alarmknopf, dann wieder nicht, mal ist es so düster dass man sich nicht mal schminken kann, dann sind die Jalousien wieder mal kaputt oder die Klimaanlage stinkt, mal stinkt das ganze 'Appartment' nach Kanal, usw.... die Liste liese sich noch lange fortsetzen.

Kurz gesagt, wenn ich mir erwarten würde dass das Appartment zumindest einem 2-3 Stern Hotelzimmer entspricht, dann könnte ich sofort aufhören zu arbeiten. Ist leider so.


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