Flatrate-Bordelle in Deutschland? ZDF 25. April 2012, 22.45

Berichte, Dokus, Artikel und ja: auch Talkshows zum Thema Sexarbeit werden hier diskutiert
Benutzeravatar
Robby
wissend
wissend
Beiträge: 285
Registriert: 2011-02-25, 22:54
Wohnort: wien
Ich bin: Keine Angabe

#41

Beitrag von Robby » 2012-04-27, 00:30

@arum
ich denke 2.weltkrieg hat hier nichts verloren
dafür gibts andere foren !
nur zur allgemeinen info
beim angriff auf rotterdam 1940 konnten nicht mehr alle deutschen flugzeuge rechtzeitig zurückgerufen werden
ein teil des geschwaders flog den bombenangriff trotz der kapitulation der holländer -rechtswidrig-aber wegen der funkstille unvermeidbar
indonesien: meine stiefmutter ist dort geboren
ich denke sie würde dich nicht küssen
R

Benutzeravatar
fraences
Admina
Admina
Beiträge: 7280
Registriert: 2009-09-07, 04:52
Wohnort: Frankfurt a. Main Hessen
Ich bin: Keine Angabe

#42

Beitrag von fraences » 2012-04-27, 00:58

Einst darf man nicht außer Acht lassen, in Vorkriegszeiten hat man immer auf Randgruppen abgezielt.

Und die zu Zeit laufende propagandische Medienberichterstattung signalisieren Zeichen, die nicht schön sind.

Liebe Grüsse, Fraences
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

*****
Fakten und Infos über Prostitution

Benutzeravatar
Robby
wissend
wissend
Beiträge: 285
Registriert: 2011-02-25, 22:54
Wohnort: wien
Ich bin: Keine Angabe

#43

Beitrag von Robby » 2012-04-27, 01:10

ich bezog mich nur auf die vergangenheit
was jetzt pasiert ist eine ganz andere geschichte
wenn Du die heutige situation in bezug auf sw meinst ist das ganz anders
wollte nur "damals" aus meiner sicht darstellen-ist ziemlich OT
robby

Tanja_Regensburg
PlatinStern
PlatinStern
Beiträge: 1396
Registriert: 2007-02-22, 20:17
Ich bin: Keine Angabe

#44

Beitrag von Tanja_Regensburg » 2012-04-29, 11:41

          Bild
Lycisca hat geschrieben: Um dazu ein Beispiel zum Thema des Threads zu geben: Zwischen der rechtlichen Beurteilung der Flatrate Bordelle durch Gerichtsurteile und dem Lokalaugenschein einer Sexarbeiterin dieses Forums gibt es einen drastischen Unterschied in der Wahrnehmung. Das legt eine Frage nahe: Was ist, wenn die Richter und Staatsanwälte in den Flatrate-Bordell-Verfahren von vorne herein angenommen haben, dass Prostitution in Flatrate-Bordellen unmöglich freiwillig sein kann? Färbt dann ein solches Vorurteil nicht auf die Beweiswürdigung ab, indem Aussagen, welche das Vorurteil stützen, hoch gewichtet werden, und alle anderen Aussagen bezweifelt? Ich hoffe natürlich, dass es nicht so war.

Genau darum geht es....

Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber ich weiche von meiner Ansicht und meiner persönlichen Erfahrung nicht ab, ich habe Kolleginnen aus Rumänien und Bulgarien auch außerhalb des Pussyclub kennengelernt und zwei die dort gearbeitet haben auch einige Zeit später nochmal gesprochen.

Meiner Meinung nach war der Prozess so von außen gesteuert, dass die Richter nicht anders entscheiden konnten, das Urteil stand von Anfang an fest....

Treibende Kräfte waren zum einen die politischen Vertreter, die für den überzogenen Einsatz der Polizei zuständig waren und die führende Organisation die gegen Prostitution kämpft.... Solwodi.

Da die Kolleginnen, die mangels Möglichkeit an anderer Stelle in Deutschland in die Prostitution zu gehen zurück mussten nach Rumänien, haben sie dort noch mitgenommen was ging. da sie auch dort keine Chance haben geld zu verdienen.

Hilfe aus Deutschland gab es nicht für diese ausländischen Kolleginnen, außer sie sind anerkannt Opfer und machen eine Anzeige... dann bekommen sie Unterstützung durch Hilfsorganisationen...

Übrigens auch die Zeuginnen im Pussyclubprozess bekamen für ihre Aussage Hilfe in ihrem Heimatland durch eine Außenstelle der betreuenden Hilfsorganisation..

Ohne Aussage, kein Opfer, keine Hilfe...

Die Nebenklagevertreter wurden von der betreuenden Hilfsorganisation bestellt.

Die betreuende Stelle war FIZ Stuttgart, in enger Zusammenarbeit mit Solwodi

Zum Thema Krieg und Kampf.....

Auch wenn wir das nicht so sehen möchten, es gibt mittlerweile Fanatiker, die sich meiner Meinung nach in etwas verrannt haben und sehrwohl in eine Art Krieg gezogen sind.

Sie kämpfen vehement und auch mit unlauteren Mitteln gegen Prostitution an um uns armen Opfern, die wir in ihren Augen per se alle sind, zwangszuhelfen, und uns vor uns selbst zu schützen.
Ich wehre mich aufs äußerste hier entmündigt und zum Opfer gemacht zu werden.


Es werden Tatsachen bewusst verdreht und suggestiv weitergegeben, so dass sich Außenstehende kein ehrliches Urteil mehr machen können und "Wahrheiten" nicht hinterfragt übernehmen, die keine sind.


Diskussion ist vielerorts nicht mehr möglich, da Prostitutionsgegner in ihrer Meinung unumstößlich sind, auch wenn die gefühlte Akzeptanz dieses Jobs in der Öffentlichkeit gestiegen ist.

LG Tanja

Benutzeravatar
fraences
Admina
Admina
Beiträge: 7280
Registriert: 2009-09-07, 04:52
Wohnort: Frankfurt a. Main Hessen
Ich bin: Keine Angabe

#45

Beitrag von fraences » 2012-04-29, 13:33

          Bild
Tanja_Regensburg hat geschrieben: 
auch wenn die gefühlte Akzeptanz dieses Jobs in der Öffentlichkeit gestiegen ist.

LG Tanja
Ich empfinde das auch, das die "normale Bürger" heutzutage viel mehr Akzeptanz haben, als es in den Medien dargestellt wird.

Ich habe mich seit einen halben Jahr hier im Schwarzwald geoutet und habe keinerlei Vorbehalte oder Mißstimmung gegen über meine Tätigkeit erfahren.

Im Gegenteil einige haben geantwortet: "Das ist doch nicht Besonderes."
Da habe ich echt schlucken müssen. Finde ich sehr positiv.

Nur ist ein Unterschied , ob man es weiß oder man es sieht.
Sichtbare Prostitution ist ja ein Dorn in den Augen manche Mitmenschen. Vielleicht weil es die eigene Schamgefühle berührt und abweichend von der Norm, wie man zu leben hat.

@Tanja Du hast ja zum Pussy Club geschrieben, das sie sehr aggressive , offene Werbung in der Stadt gemacht haben.

Liebe Grüsse, Fraences
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

*****
Fakten und Infos über Prostitution

ehemaliger_User
verifizierte UserIn
verifizierte UserIn
Beiträge: 2968
Registriert: 2008-04-27, 15:25
Ich bin: Keine Angabe

#46

Beitrag von ehemaliger_User » 2012-04-29, 15:15

Fraences, sehe ich auch so wie Du, es geht um die Sichtbarkeit. Nicht nur um sichtbare Prostitution - auch sichtbares Elend wird verbannt (Bettler, Obdachlose, Junkies). In Stgt gabs erbitterten Streit weil die Heroinabgabe-Praxis in der Nähe der Blutspendezentrale einer Klinik hätte angesiedelt werden sollen.

Beide Pussyclub-Prozesse wurden vor Wirtschaftsstrafkammern geführt, der Hauptvorwurf war SV-Hinterziehung.

Es gab nicht nur keine Hilfe für betroffene Frauen, ausser als offizielle Opfer. Auch andere Bordelle lehnten es ab, ex-PC-Mitarbeiterinnen aufzunehmen.

Merkwürdigerweise arbeiten im FIZ keine ehemaligen Opfer... auch bei SOLWODI ist mir solches nicht bekannt. Zufall? In allen mir bekannten Hilfseinrichtungen sind immer Betroffene oder ehemals Betroffene eine starke Stütze der Arbeit.
Auf Wunsch des Users umgenannter Account

Tanja_Regensburg
PlatinStern
PlatinStern
Beiträge: 1396
Registriert: 2007-02-22, 20:17
Ich bin: Keine Angabe

#47

Beitrag von Tanja_Regensburg » 2012-04-29, 16:36

ja Frances, ich sehe es auch so....

Nicht sichtbare Prostitution wird akzeptiert, sichtbare wohl geduldet, wenn sie nicht Überhand nimmt.

Leider "explodieren" durch die Masse an Armutsmigrantinnen viele Straßenstrichregionen, die es schon seit zig jahren gibt und die Behörden werden zum Handeln gezwungen...

Von ehemals 70 Kolleginnen in Köln waren es am Ende bis zu 700... eine Verzehnfachung in 1,5 Jahren.

Das dies nicht ohne negative Begleitumstände und aggressive Werbung der Damen funktioniert, dürfte jedem klardenkenden Menschen logisch sein.

Ich wäre wahrscheinlich auch auf die Barrikaden gestiegen, wenn ich dort gewohnt hätte...
genauso wie in Fellbach, wo die Mädchen in der Fußgängerzone Flyer verteilt haben, und demonstrativ mit einem (klischeebedienenden) Hummer, beklebt mit "All you can fuck", durch den Ort und angrenzende kleinere Orte gefahren sind.

Heute befindet sich wieder ein Fkk-Club im selben Haus wie ehemals der Pussyclub....
Ein "Billigpuff" und niemand stört sich dran... sollte schon zu denken geben.

LG Tanja

Benutzeravatar
fraences
Admina
Admina
Beiträge: 7280
Registriert: 2009-09-07, 04:52
Wohnort: Frankfurt a. Main Hessen
Ich bin: Keine Angabe

#48

Beitrag von fraences » 2012-04-29, 16:57

@Tanja

Obwohl dieser Art der Werbung gibt es in Düsseldorf (besonders zu Messezeiten werden Aktionen in der Altstadt gemacht)) seit Jahrzehnten von den Nobelclubs von der Rethelstrasse. Gut, sie sprechen überwiegend die Taxifahrer an, aber auch Messegäste.

Hat noch nie Probleme gegeben.

Aber NRW kann man nicht mit BW vergleichen.

Viel mir so ein, wo Du das erwähnst hast, mit der Werbeaktion in der Fußgängerzone.

Liebe Grüsse, Fraences
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

*****
Fakten und Infos über Prostitution

Tanja_Regensburg
PlatinStern
PlatinStern
Beiträge: 1396
Registriert: 2007-02-22, 20:17
Ich bin: Keine Angabe

#49

Beitrag von Tanja_Regensburg » 2012-04-29, 17:30

ja, aber in dieser Werbung wird suggeriert....

Teuer, Wellness, Entspannung...

bie Flatrate wird in der Werbung suggeriert

billig, Ausbeutung, Zwang.. "all you can Fuck" usw


Mich würde mal interessieren was die Prostituionsgegner, die sich auf Flatratebordelle eingeschossen haben denn für eine Meinung hätten, wenn

- diese Bordelle in Rumänien und Bulgarein stehen würden
- wenn die deutschen Kunden dies dort zu dem selben Preis oder gar noch günstiger in Anspruch nehmen würden, da der Wert des Euros dort anders taxiert ist wie bei uns...

Löhne sind bei ca 80€ bis 250€ für den Durchschnitt der Bevölkerung...

Da sind 100€ oder 70€ am Tag als Verdienst.. bzw im monat ca 1400€ bis 2000€ das annähernd 10 fache des Normalmonatsverdienstes.

Warum gibt es da keinen Aufschrei....
- weil man es da nicht vor der Nase hat und vorgeführt bekommt?
- weil man gerne vergisst, dass große deutsche Firmen in diesen Billiglohnländern produzieren lassen um es hier teuer zu verkaufen?

wo ist der Unterschied? Nur dass die Arbeiter in ihrem Heimatland ortsübliche Löhne bekommen...

Die meisten Kolleginnen von dort haben ihren Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland, sie und ihre Familien leben weiter z.B. in Rumänien haben aber dort weit mehr Kaufkraft mit dem Euro als hier....

Kolleginnen, egal welcher Nation tun sich schwer diese günstigen Preise anzubieten, wenn sie hier in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt haben... da reichen 50€ nicht für den Wochenendeinkauf einer kleinen Familie...

LG Tanja

Lg Tanja

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

zugrundeliegende Marktgesetze

#50

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2012-04-29, 18:13

Der preiswerte Paysexkonsum im Ausland wird bereits unter dem Stichpunkt "Sextourismus" bekämpft.


Den ökonomischen Vorteil den Sexworker-Migrant_innen ausnutzen können heißt in der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzwelt Arbitrage (franz/lat. wörtl. "freie Wahl" d.h. profitieren von unterschiedlichen Kosten und Preisen auf verschiedenen Märkten).

Bei Sexworkern kam bisher nie einer auf die Idee das so ökonomisch-fachlich zu benennen (Bildungsdefizite, Opferdiskurs...). Mal schaun ob wir, unser Forum da zur Aufklärung beitragen können.


Preisunterschiede entstehen aus unterschiedlicher Knappheit. Der Kapitalismus hat gewissermaßen die Knappheit eingebaut. Wer ein Gut verknappen kann, kontrolliert den Preis. Wer zur Arbitrage fähig ist, kann von unterschiedlichen Knappheiten profitieren...

Letztlich ist ein Großteil des hier bekämpften Übels bereits breit im Markt und Geldsystem angelegt. Daher auch die geforderte strikte Trennung von Geld und Sex seitens konservativer Prostitutionsgegner, so als würden sie es längst wissen.

Eine aufgeklärtere Forderung wäre hingegen die Märkte zu entmachten und im Sinne der Menschen zu gestalten d.h. den Kapitalismus, der sich in einer globalen Krise befindet (Banken- und Staatschuldenkrise, Ökologiekrise, Energiekrise, Klimakrise) human-sozial fortzuentwickeln zur Gemeinwohlökonomie / sacred economy.





Über die fragwürdige Beweiswürdigung in Prozessen von sexuell-moralischen Außenseitern und Ausländern im 2. Pussy Club Prozess:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=115157#115157

ehemaliger_User
verifizierte UserIn
verifizierte UserIn
Beiträge: 2968
Registriert: 2008-04-27, 15:25
Ich bin: Keine Angabe

#51

Beitrag von ehemaliger_User » 2012-04-29, 19:14

Fraences, die Werbubg in Düsseldorf und die Werbung für den Pussyclub in Fellbach war nicht zu vergleichen.

1 Hummer, 10 - 15 Frauen mit zum Teil nacktem Oberkörper, sexuelle Übergriffe seitens der Frauen (auch wenn Männer in Begleitung von Frauen waren) - das konnte nicht gutgehen.

Und dann haben noch etablierte Bordellbesitzer im Hintergrund kräftig geschürt.
Auf Wunsch des Users umgenannter Account

Benutzeravatar
Marc of Frankfurt
SW Analyst
SW Analyst
Beiträge: 14097
Registriert: 2006-08-01, 14:30
Ich bin: Keine Angabe
Kontaktdaten:

#52

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2012-06-27, 09:49


Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag