Freude an der Arbeit?

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certik
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Beitrag von certik »

JennyHN hat geschrieben:Nun, ich denke, daß viele Frauen auch die Bequemlichkeit schätzen...
Eigentlich wollte ich hier zuerst widersprechen und darum bitten, dass "viele" durch "einige" zu ersetzen. Aber beim zweiten lesen des Postings ist mir das Wörtchen "auch" ins Auge gestochen. Bezieht man das Zitat jedoch auf den Kontext, in dem es steht, dann bin ich wieder für "einige".
Mit der Betonung auf auch, kann ich dem Statement zustimmen. Die Bequemlichkeit ist einer der Gründe, warum sich relativ wenig Frauen selbständig machen.
Andere Gründe sind m. E.
- mangelndes Selbstbewusstsein, das von respektlosen Freiern (ich verwende den Begriff bewusst und er ist für mich negativ besetzt) immer wieder geschwächt wird.
- mangelnde Informationen, was erlaubt, was verboten ist; wie es steuerlich aussieht, wie man dies, wie man das machen kann.
- Angst vor Mitbewerbern, die keine Konkurrenz dulden.
- Angst angreifbarer zu werden.
- Die Befürchtung, dass es nicht so läuft, wie erhofft und man von den Fixkosten erdrückt wird.
- Niemanden zu haben, der einen mit Worten und/oder Taten unterstützt.
- Dass Frau die örtliche Flexibilität meist aufgeben muss, wenn sie sich selbständig macht und nicht mehr einfach mit einem Ortswechsel auf kaputte Preise oder eine zu hohe Mitbewerberdichte reagieren kann.
Dann sollte man auch bedenken, dass Clubbetreibern und Wohnungsvermietern nicht daran gelegen ist, dass sich Frauen selbständig machen. Öfters werden von ihnen Informationen über Frauen gestreut, die mit dem Versuch sich selbständig zu machen, auf die Nase gefallen sind.

Meine Bitte an Gäste: weisst SexworkerInnen auf unser Forum hin, denn hier können sie die notwendigen Informationen und die Unterstützung von KollegInnEn erhalten - danke.

LG certik
* bleibt gesund und übersteht die Zeit der Einschränkungen *

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annainga
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Beitrag von annainga »

der letzte satz ist sehr wichtig:
Meine Bitte an Gäste: weisst SexworkerInnen auf unser Forum hin, denn hier können sie die notwendigen Informationen und die Unterstützung von KollegInnEn erhalten - danke.
es ist eine aufgabe, informationen unter frauen zu bringen, die abhängig arbeiten. die frage ist, wie? aber wenn jede/r für dieses forum wirbt, können es ja auch ganz viele werden!

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Sonja
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Beitrag von Sonja »

Diese beiden Punkte, warum sich wenig Frauen selbständig machen, würde ich besonders hervorheben:
certik hat geschrieben:
- mangelndes Selbstbewusstsein, das von respektlosen Freiern (ich verwende den Begriff bewusst und er ist für mich negativ besetzt) immer wieder geschwächt wird.
- Niemanden zu haben, der einen mit Worten und/oder Taten unterstützt.
-Wer seinen job gerne macht, erfolgreich ist, und halbwegs intelligent ist wird durch den Umgang mit den Männern, zunehmend selbstbewusster, erfahren und stark.
Mit respektlosen Männern hat man da kaum mehr ein Problem ( ich zumindest nicht, die haben/hätten bei mir keine Chance; kommt mir aber auch so gut wie nie unter, dass sich jemand mir gegenüber respektlos verhält.)
Durch Erfolg und Freude an der Arbeit erkennt man bald seinen "Wert" und ist nicht mehr gewillt sich von anderen dreinreden zu lassen und finanziell zu teilen.
Die Selbständigkeit ergibt sich dann fast automatisch.
Wer unsicher ist und kaum Selbstbewusstsein hat, wird sich auch schwer selbständig machen können.

-Unterstützung durch den Partner oder andere nahestehende Menschen empfinde ich auch sehr wichtig und hilfreich!

Nobbi56

Beitrag von Nobbi56 »

JennyHN hat geschrieben:(...)

Ich denke, man kommt oft über "Escort-Agenturen" oder Laufhäuser zu dem Job. Aber das ist wie Laufen lernen... Irgendwann kann man es alleine....
Wobei ich glaube, dass - auch und gerade im hochpreisigen Escort-Segment - viele Damen, die diese Tätigkeit nebenberuflich ausüben, sich ganz bewusst einer (seriösen) Agentur anvertrauen und für deren Service auch in Kauf nehmen, 50 - 70 % des Honorars an die Agentur abführen zu müssen (ein Nachteil, der sich allerdings bei durchgängig vierstelligen Beträgen, die für ein mehrstündiges Date bei einer solchen "High Class"-Agentur locker anfallen können, wiederum relativiert).

Denn eine gute und verantwortungsvolle Agentur bietet für die Damen ein "Rundum-Sorglos-Paket", angefangen mit professioneller Präsentation auf der HP über die zielsichere "Filterung" des Kundenkreises (erleichtert durch den Umstand, dass viele Top-Agenturen von ehemaligen Escorts geführt werden, die eine jahrelange Erfahrung und vertiefte Branchenkenntnis einbringen können) bis zur Abwicklung des gesamten Buchungsvorgangs und Unterstützung bei Problemen (z.B. wider Erwarten zahlungsunwilligen Kunden; in D kann ja das Honorar für erotische Dienste eingeklagt werden, was auch schon das eine oder andere Mal erfolgreich praktiziert wurde!)

Escorts und Callgirls mit einer ansprechenden HP können täglich Dutzende bis Hunderte mehr oder weniger ernsthafter Mails und Anfragen erhalten, da ist es schon aus profanen Zeitgründen kaum möglich, diese alle selbst sorgfältig zu sichten und zu beantworten, vor allem, wenn man dies eben nicht hauptberuflich macht. Klar gibt es Frauen, die auch diese Mammutaufgabe bravourös bewältigen, aber das ist eben nicht jederfraus Sache und hier bietet sich das "outsourcen" auf einen professionellen Dienstleister in Form einer guten Escort-Agentur geradezu an!

LG Norbert