Studio eröffnen

Wo melde ich meinen Beruf an, mit welcher Steuerlast muss ich rechnen, womit ist zu rechnen, wenn ich die Anmeldung verabsäume, ... Fragen über Fragen. Hier sollen sie Antworten finden.
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Chiara1992
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Studio eröffnen

#1

Beitrag von Chiara1992 »

Hallihallo,

ich bin seit einiger Zeit selbstständig als Escort tätig und fühle mich dabei im Großen und Ganzen auch echt wohl.
Mir kam schon immer wieder mal der Gedanke etwas eigenes zu eröffnen, aber mir ist noch nicht ganz klar, was das alles für mich bedeutet.

Meine Idee wäre es, Räumlichkeiten anzumieten und diese zu einem Studio umzufunktionieren, welche ich zum einen selbst für Termine nutzen könnte, zum anderen hauptsächlich jedoch weitervermieten wöllte, da ich hauptsächlich Vollzeitstudentin bin, und ich durchaus vorhabe das Studium in Regelstudienzeit bis zum Master durchzuziehen.

Erstellung der Website, SEO, Werbung etc. schaffe ich oder habe einen entsprechenden Draht zu Leuten die sowas können; das Steuerliche würde ich an einen Steuerberater delegieren.

Nun bleibt aber die Frage, was beim Anmieten von Räumlichkeiten (aus rechtlicher Sicht) zu beachten ist? Geht das überall? Geht das in Gewerbegebieten, Wohngebieten, Mischgebieten, ...? Gibt es für diese Art der Räumlichkeiten eine bestimmte Bezeichnung, die die Suche erleichtern?

Lohnt sich das mit der Vermietung ohne Anbieten von Dienstleistungen (wegen des Studiums will ich nicht finanziell davon abhängig sein müssen irgendwelche Dienstleistungen anzubieten)?

Hat einer von euch das vielleicht auch schon gemacht und kann mir etwas dazu sagen?

Edit: Also zunächst habe ich da an etwas kleines zum Anfangen gedacht, vielleicht also nur 1-2 Zimmer, also eher den langsamen, dafür sicheren Weg, und später dann vergrößern wenn es soweit passt.

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friederike
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Re: Studio eröffnen

#2

Beitrag von friederike »

Es hängt unter anderem vieles davon ab, wo Du das machen möchtest. In Deutschland gilt das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG). Sperrgebietsverordnungen gibt es bekanntlich auch.

Dein Geschäftsmodell ist nicht so richtig klar. An wen möchtest Du vermieten? An Profis? Stundenweise? Voll möbliert, mit Ausstattung, gereinigt und versorgt? Das würde sehr viel Engagement erfordern von Dir. Die Investition in Möblierung wäre nicht unbeachtlich. Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Der Vermieter wird eine feste, gewerbliche Miete verlangen. Dein finanzielles Risiko ist nicht zu vernachlässigen.

Das Beste für Dich wäre wahrscheinlich, eine Zeitlang in einem Wohnungspuff zu arbeiten, um Erfahrung zu sammeln.

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Re: Studio eröffnen

#3

Beitrag von Zwerg »

friederike hat geschrieben:
12.08.2018, 05:56
Das Beste für Dich wäre wahrscheinlich, eine Zeitlang in einem Wohnungspuff zu arbeiten, um Erfahrung zu sammeln.
Wahrscheinlich der beste Tipp, den man geben kann. Es ist wichtig die Branche bzw. die Unternehmensform in die man investieren möchte zu kennen.

Liebe Grüße

christian

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Re: Studio eröffnen

#4

Beitrag von Rose »

friederike hat geschrieben:
12.08.2018, 05:56
Das Beste für Dich wäre wahrscheinlich, eine Zeitlang in einem Wohnungspuff zu arbeiten, um Erfahrung zu sammeln.
unterschrieben!

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Chiara1992
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Re: Studio eröffnen

#5

Beitrag von Chiara1992 »

Das geht aber völlig an meiner Frage vorbei.

Völl möbliert und mit Ausstattung, sowohl an Profis als auch an Amateure.

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Lucille
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Re: Studio eröffnen

#6

Beitrag von Lucille »

Nein, denn wie willst Du das dazu erforderliche Betriebskonzept erfolgreich durch die Erlaubnispflicht nach ProstSchG bringen wenn Du gelinde gesagt von ‚Tuten und Blasen‘ keine Ahnung hast?

Vielleicht solltest Du als Erstes mal das in Deutschland gültige Gesetz diesbezüglich lesen ;-)
Stichwort Prostitutionsstättenbetreiber, Erlaubnispflicht nach Prostituiertenschutzgesetz

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Re: Studio eröffnen

#7

Beitrag von Zwerg »

Chiara1992 hat geschrieben:
13.08.2018, 21:38
Völl möbliert und mit Ausstattung, sowohl an Profis als auch an Amateure.
Ich bin über die deutsche Gesetzgebung nicht so gut informiert, dass ich eine verbindliche Aussage abgeben kann. Jedoch: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es in D ähnlich ist.

In Wien ist das Vorhaben (Profis und Amateure) völlig ausgeschlossen. Wo Prostitution stattfindet muss eine Konzession her. Wo eine Konzession vorhanden ist, müssen ALLE anwesenden Frauen eine Registrierung vorweisen können, sonst wird (im Wiederholungsfall) die Bewilligung entzogen und es werden hohe Strafen ausgesprochen.

Das man damit eventuell vorhandene weibliche Kunden diskriminiert ist eine Tatsache, welche scheinbar bewusst ignoriert wird. Registrierte SW selbst dürfen nur mehr als Kundin agieren, da sie die behördliche Bewilligung (in Wien Deckel genannt) haben um ein Bordell betreten zu können.

Reine Zimmervermietung nach dem Motto "wusste ich ja nicht" schützt vor Bestrafung nicht! Das durch die Einbeziehung der EigentümerInnen der Liegenschaften bei der Erteilung der Konzession - nicht nur die HauptmieterInnen werden befragt - nunmehr "offizielle" Bordelle entstanden sind und dadurch größtenteils die Mieten exorbitant gestiegen sind, stört auch Niemand... außer vielleicht die SexarbeiterInnen welche die Rechnung im Endeffekt begleichen müssen.

Auch wenn es wieder am Thema vorbei ist: Der Rat sich das Geschäftsmodell genauestens (vor Ort und praxisbezogen) anzusehen ist durchaus wohlwollend gemeint.

christian

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Lucille
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Re: Studio eröffnen

#8

Beitrag von Lucille »

Seit 01.07.2017 gilt in Deutschland das Prostituiertenschutzgesetz, kurz ProstSchG.

Sollte als als Escort Tätige bekannt sein, da zur Ausübung der Prostitution der sogenannte Hurenpass vorgeschrieben ist.
Im gleichen Gesetz finden sich die Vorschriften und Auflagen zur, auch hier so bezeichneten, Konzessionierung von Prostitutionsstätten und der zugehörigen Erlaubnispflicht für deren Betreiber( inklusive Vermieter).

Dieses deutsche Schikaniergesetz steht in seiner bewusst schwammig gehaltenen, zur feudalherrschaftlichen, regionalen Beamtenwillkür einladenden Auflagenausführung den diversen österreichischen Bestimmungen in Nichts nach, es ergänzt sich mit über ein Führungszeugnis( für öffentlichen Dienst) hinausgehenden, akribischen persönlichen Durchleuchtung Aller im Umfeld der Betriebsführung involvierten Personen.

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Re: Studio eröffnen

#9

Beitrag von deernhh »

Richtig! Stimme allen Antworten zu!
Fuer Deutschland:
Selbst im kleinsten Bordell, wo 2 Damen arbeiten, muessen im kleinsten Bordell zwei (!) getrennte Sanitaerbereiche (eins fuer Damen, eins fuer Kunden) vorhanden sein, abschliessbare Schraenke fuer die persoenlichen Sachen und ein Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheit und Tisch und Kochgelegenheit und Kuehlschrank fuer die Damen etc. und elektrische Warnmelder in Zimmern fuer die Damen ebenso.
Du musst ein Betriebskonzept bei Behoerden vorlegen und eine Genehmigung einholen.
Sperrgebiete sind nicht zu verachten.

Aber da Du ueberhaupt keine Ahnung hast, wie so ein Laden oder Wohnungspuff laeuft, ist die obige Empfehlung wirklich ratsam, erst mal selber dort zu arbeiten.
Wie willst Du ohne Ahnung und Erfahrung dann einen Betriebskonzept erstellen?
Und Fuehrungszeugnis hast Du dann auch vorzulegen.

Uebrigens muessen sich alle Damen, die im Sexwork arbeiten, registrieren lassen und einen Hurenpass beantragen.
Wenn Du erwischt wirst, dass Du einer Dame, die keinen Hurenpass hat, ein Zimmer vermietet hast, dann ist es echt aus mit Deinem Laden.

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