Erfahrung Escort

Hier können SexarbeitInnen ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Arbeitsbedingungen beschreiben. Was erlebt Ihr alles in Eurem Beruf?
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Thorja
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Re: Erfahrung Escort

#21

Beitrag von Thorja »

Im Voraus zu kassieren ist immer ganz gut, wenn man sich über das Benehmen des Kunden nicht ganz sicher ist. Normalerweise nehm ich das Honorar im Nachhinein entgegen. Davon hab ich gerade vor kurzem eine Ausnahme gemacht, als jemand beim 3. gemeinsamen Date gleich zu Beginn auf äußerst unerotische Art und Weise klarstellte, dass diesmal Services x, y und z gefälligst dabei sein sollen. Ich wusste nicht so recht, was da jetzt auf mich zukommt, da dieser Kunde bisher eher so den gemütlichen, ganzheitlichen Zugang verfolgte (schauma mal, was uns miteinander einfällt), was mir auch am liebsten ist. Aber dass er da plötzlich eine kleine Serviceliste nannte, ließ mich befürchten, es würde nun recht technisch werden. Also ließ ich ihn gleich mal bezahlen, um jederzeit gehen zu können, wenn es ungut werden sollte. Ich denke (bzw hoffe), dass potentiell problematische Kunden eher auf ihr Benehmen achten, wenn sie bereits bezahlt haben - denn durch schlechtes Benehmen riskieren sie, dass sie umsonst zahlen: Weil ich dann schneller die Schuhe anhab und weg bin, als er schauen kann. Sollte so ein Abbruch notwendig werden, möchte ich nicht mehr über die Bezahlung diskutieren, sondern diese schon in der Tasche haben.

Das Kassieren hat irgendwie die Stimmung im Raum wieder zu meinem Vorteil verbessert. Er hat was von mir gefordert, recht unerotisch - also hab ich auch was gefordert, relativ unerotisch. Wir waren damit wieder quitt. Und der Rest des Dates hat dann auch gepasst. :)
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Sabine Bauer
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Re: Erfahrung Escort

#22

Beitrag von Sabine Bauer »

Also ich finde im Voraus zu kassieren ist schon das sicherste. Wenn der finanzielle Teil möglichst ohne großes TamTam erledigt ist , ist der anschließende Teil meiner Meinung nach entspannter.

FairHead
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Re: Erfahrung Escort

#23

Beitrag von FairHead »

Ich bin vielleicht eine der Wenigen, die das anders sieht.

Ich mache es ja nicht nur des Geldes wegen, und wenn ich das Geld am Anfang kriege, macht das irgendwie die Stimmung kaputt. Hmm.

Und ich glaube, den Kunden ist es andersrum auch lieber. Die positiven Erfahrungen überwiegen bei mir diesbezüglich die negativen bei Weitem, und wenn es zu einer Negativen kommt, will ich in Zukunft meine Ansprüche durchsetzen, sofern es mir die Sache wert ist.

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malin
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Re: Erfahrung Escort

#24

Beitrag von malin »

Diese Problematik mit dem Zeitpunkt der Zahlung verstehe ich nicht, hab ich nie. Warum ohne Not ein Risiko (und sei es auch noch so klein) eingehen, indem man hinterher kassiert?

Ist es der gefühlte Vertrauensvorschuss von dem man meint er könnte Gästen gefallen?

Ich habe mein Honorar immer im voraus genommen, ausnahmslos. Gerne habe ich bei neuen Gästen auch die Begründung mitkommuniziert: ich würde es hinterher, speziell nach einem guten und intensiven Date, schlichterwegs vergessen. Das war auch nicht gelogen, so war es wirklich. Außerdem wäre es für mich der absolute Stimmungskiller mir ständig in Erinnerung zu rufen "oh, der muss noch zahlen, vergiss das nicht...".

Und auf Gedöns a la "huch, ich habe meine Brieftasche vergessen, wie ist das nur möglich- ich war mich sicher..." hätte ich so gar keine Lust. Kann man sich alles einfach sparen.
liebe grüsse malin

eventuell fehlende buchstaben sind durch meine klemmende tastatur bedingt :-)

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Re: Erfahrung Escort

#25

Beitrag von FairHead »

malin hat geschrieben:
04.02.2020, 10:48
Ist es der gefühlte Vertrauensvorschuss von dem man meint er könnte Gästen gefallen?
Nur für mich gesprochen: Auch. Aber ich mache das, was ich tue, halt nicht in erster Linie aus finanziellen Gründen, sondern aus Leidenschaft, und anders ginge es bei mir auch gar nicht.

Am Anfang des Dates bin ich im “Arbeit" und nicht im "Bezahlung"-Modus.

Dafür kann ich hinterher einigermaßen problemlos wieder in den “Bezahlung"-Modus wechseln - während ich von Kunden schon öfter gehört habe, dass sie die Bezahlung beinahe vergessen hätten. :002

Also ...

Ich muss nur aufpassen, dass ich das Geld im Zweifel auch einfordere.

Aber das ist wohl subjektiv.

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Re: Erfahrung Escort

#26

Beitrag von deernhh »

Es ist kein Kauf- und Werksvertrag, sondern eine Dienstleistung. Hier gibt es, anders als beim Verkauf, nicht die Möglichkeit, bei Zahlungsunfähigkeit oder Unwilligkeit des Kunden den Gegenstand des Vertrages zurück zu fordern.
Man kann das mit einer Pauschalreise vergleichen. Hier wird kein Veranstalter den Kunden in den Urlaub transportieren, wenn der Reisepreis nicht vollständig entrichtet ist.
Ähnlich verhält es sich mit sexuellen Dienstleistungen. Voraussetzung für ein erfolgreiches Date ist ein vertrauensvolles SDL-Kunden-Verhältnis auf Gegenseitigkeit. Die Regelung der Vorkasse schafft klare Verhältnisse. Die SDL kann sich auf das Wesentliche, nämlich das Erreichen eines erfolgreichen zufriedenstellendes Date konzentrieren, ohne sich darum zu sorgen, am Ende vielleicht um sein verdientes Honorar streiten zu müssen.
Die Vorauszahlung ist also auch ein Vertrauensbereich des Kunden und durchaus nicht unüblich. Wenn der Kunde fürchtet, sein Geld nicht "gut anzulegen", fehlt vielleicht von Anfang an die richtige Vertrauensbasis. Die ist aber unabdingbar.

Ergo: Wenn jemand das Geld vor dem Date nicht hat, wird er es hinterher auch nicht haben.

Liebe Grüße, deernhh

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Re: Erfahrung Escort

#27

Beitrag von Thorja »

Naja... finanzielle Aspekte nicht zu erwähnen, bevor Intimitäten stattfinden, hatte bei mir anfangs sehr pragmatische Gründe. *räusper/hust*.... :) you know what I mean, nehm ich an.

Und ja, daraus wurde ein Stück weit auch Werbestrategie: "Ach, ich bin soooo großmütig, unabhängig und in mir selbst ruhend, dass ich absolut selbstverständlich davon ausgehe, dass du, lieber Kunde, problemlos bezahlen wirst, alles andere wäre doch völlig undenkbar, NICHT WAHR? ..und würde nur dazu führen, dass du dir ins eigene Fleisch schneidest und mich nie wieder sehen können wirst....das wäre doch wirklich schade für DICH." :) So in etwa die Botschaft. Ich glaub schon, dass das bei vielen Escortkunden ganz gut ankommt, und es hat bisher völlig problemlos geklappt. Dazu gehört zb auch, dass ich das Geld erst draußen nachzähle. Sollte es nicht passen, wäre es halt das letzte Date für den Betreffenden gewesen. Nicht selten ist dann sogar mehr drin, als vereinbart war. Dann kann ich (ein paar Stunden später oder am nächsten Morgen) noch ein Mail schicken, in dem ich mich noch mal für die schöne Zeit bedanke und sage, dass ich mich über die extra Aufmerksamkeit ganz besonders gefreut hab. Der Kunde kann sich dann als gern gesehener, spendabler Gentleman fühlen, und ich denke, genau das ist es ja, was ich verkaufe: Ein gutes Gefühl des Kunden über sich selbst.

Inzwischen kommuniziere ich aber auch im Vorfeld, dass ich es bevorzuge, wenn das Honorar für mich einfach sichtbar im Hotelzimmer deponiert ist, sodass ich es zu einem für mich passenden Zeitpunkt nehmen kann. So fällt auch der für manche Leute unangenehme Transaktionsmoment weg. Das funktioniert auch sehr gut, muss ich sagen.

Das eingangs Kassieren behalte ich mir als spezielle Intervention vor.

Wie war es eigentlich für euch, als euch zum ersten Mal Geld überreicht wurde? Kann mich noch sehr gut erinnern... das war richtig surreal. "Soll ich das jetzt wirklich nehmen?!" Aber dann wie eine Initiation. :)
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Re: Erfahrung Escort

#28

Beitrag von Lucille »

Wer durfte schon einmal an der Konzertkasse, der Kinokasse, gar der Eintrittskasse des Schwimmbades nach dem Vergnügen sein Ticket bezahlen?
Erst wird das Ticket zum Event der Begierde gelöst, dann darf man in das Reich der Gelüste eintauchen.

Das Überreichen der Morgengabe ist auch Ausdruck der Wertschätzung, dass die bevorstehende, gewährte Aufmerksamkeitszeit kostbar ist und eben nicht ein lapidarer, hinterher abzugeltender, objektivierter Kassiervorgang.

Und überhaupt:
Warum bewährte Gepflogenheiten unserer Branche aus persönlicher Empfindsamkeit unterlaufen? Es der nächsten Kolleg*in schwer machen ihren Eintrittstribut zu fordern? Schämt Ihr Euch Eurer Geschäftstätigkeit?

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Re: Erfahrung Escort

#29

Beitrag von deernhh »

Lucille hat geschrieben:
04.02.2020, 14:21
Und überhaupt:
Warum bewährte Gepflogenheiten unserer Branche aus persönlicher Empfindsamkeit unterlaufen? Es der nächsten Kolleg*in schwer machen ihren Eintrittstribut zu fordern? Schämt Ihr Euch Eurer Geschäftstätigkeit?
Ja richtig, dem muss ich auch zustimmen.
Übrigens fasse ich die Geldscheine vorher auch erst mal an, um zu prüfen, ob sie echt oder falsch sind.

Und wenn einem Kunden ein Date besonders gut gefallen hat, kann er hinterher etwas Trinkgeld geben.

Liebe Grüße, deernhh

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Re: Erfahrung Escort

#30

Beitrag von FairHead »

Ich bin ja relativ neu hier und will mich nicht in die Nesseln setzen, aber irgendwie verstehe ich die Aufregung gerade nicht.

Das hier "Ach, ich bin soooo großmütig, unabhängig und in mir selbst ruhend, dass ich absolut selbstverständlich davon ausgehe, dass du, lieber Kunde, problemlos bezahlen wirst, alles andere wäre doch völlig undenkbar, NICHT WAHR?" spricht mir sehr aus der Seele und ist nicht nur Werbestrategie, sondern Fakt und das Ergebnis daraus, an negativen Erlebnissen gewachsen zu sein.

Tatsächlich hatte ich bisher immer Alternativen im Leben, und die gibt's auch zur SW.

Aber Schwierigkeiten kann's halt immer geben, und ich möchte auch gerne Mitmenschen dazu ermutigen, an ihnen zu wachsen.

Sein Gehalt kriegt man übrigens in anderen Jobs oft nach getaner Arbeit.

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Re: Erfahrung Escort

#31

Beitrag von Jupiter »

Thorja hat geschrieben:
04.02.2020, 12:37

Inzwischen kommuniziere ich aber auch im Vorfeld, dass ich es bevorzuge, wenn das Honorar für mich einfach sichtbar im Hotelzimmer deponiert ist, sodass ich es zu einem für mich passenden Zeitpunkt nehmen kann. So fällt auch der für manche Leute unangenehme Transaktionsmoment weg. Das funktioniert auch sehr gut, muss ich sagen.
Auch ohne Aufforderung ist es so bei mir Routine, falls ich bei einem längeren Date bzw. Anreise nicht vorher überwiesen habe. Ein Date wird getragen von einer Illusion, kann einen praktisch auf "Wolke /" tragen, da möchte ich das finanzielle gleich zu Beginn erledigt haben.

Gruß Jupiter
Wenn du fühlst, dass in deinem Herzen etwas fehlt, dann kannst du, auch wenn du im Luxus lebst, nicht glücklich sein.

(Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama)

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Re: Erfahrung Escort

#32

Beitrag von Zwerg »

Welche Aufregung? Wir sind hier weder gleich geschaltet, noch gibt es Deutungshoheiten bei der Art und Weise wie man seinen Job zu handhaben hat. Es gibt unterschiedliche Erfahrungen, über die wir uns austauschen.

Manches was einem - für sich persönlich (!) sinnvoll erscheint, sieht wer anderer nicht so... Ich selbst würde auch jeder NewcommerIn bei Erstberatungen dringend ans Herz legen vorher zu kassieren, aber wir sollten trotzdem respektieren, dass nicht alle dies so sehen und praktizieren.

Mit anderen Worten: Es gibt keine Empfehlung von sexworker.at im Nachhinein zu kassieren - im Gegenteil: Wir empfehlen es nicht
UND
Es gibt von unserer Seite keinerlei Verurteilung, wenn es jemand nicht so sieht. Fällt irgendwie unter das Recht der Selbstbestimmung. Und dieses Recht werden wir verteidigen. Geht es nicht darum, dass jede(r) ihren/seinen Weg finden soll, der passt?

Liebe Grüße

christian

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Re: Erfahrung Escort

#33

Beitrag von xtabay »

FairHead hat geschrieben:
04.02.2020, 16:37

Sein Gehalt kriegt man übrigens in anderen Jobs oft nach getaner Arbeit.
Das Gehalt ist einklagbar - mit sehr hoher Chance auf Erfolg. Und die AK hilft einem dabei auch noch kostenlos. Da kann man nichts verlieren.
Sexarbeit ist so präkär, besonders "Wohnungsprostitution" (genau die Arzt zu arbeiten, die ich mag)..wenn der Kunde nicht zahlen kann, kann ich absolut nichts machen. Ich muss ihn ohne zu zahlen weg lassen.

Ich verlange das Geld auch vorher.
Ansonsten hätte ich das ganze Date lang Angst, er hat das Geld nicht oder tut dann blöd herum - was mache ich, wenn er meint, er will jetzt nur 120 statt 150 zahlen, weil ich habe "xy nicht gemacht und überhaupt, wars nicht so toll" ?

Mir als Kunde wärs wohl auch lieber, vorher zu zahlen, dann ist der unangenehme Teil erledigt und es fängt der Genuß an, ohne dass ich noch an irgendwas denken muss und am Ende auch nicht unangenehm erinnert werde, dass die Liebe und Leidenschaft nur Dienstleistung war.

In Wien gibts wirklich ein Bad, wo man nachher zahlt, weil das irgendwie viertelstundenmäßig abgerechnet wird. ich gehe dort nicht gerne hin, ich hätte ständig Angst, zu lange zu bleiben und zum Abluß trübt noch eine fette Rechnung den schönen Badetag.

Und ja...ich mache es wegen des Geldes. Nicht, dass ich die Arbeit nicht mag...aber ohne Geld tät ich es sicher nicht machen.

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Re: Erfahrung Escort

#34

Beitrag von Anory »

Für mich ist auch Vorkasse die Regel. Schwierig finde ichs wenn währenddem nach einem extra verlangt wird, dass nicht abgesprochen war im Voraus. da mag ich dann nicht die Stimmung stören und gleich die Bezahlung einfordern. Das führt dann oft dazu, dass ich am Ende nochmals dran erinnern muss, das noch was offen ist.. Nicht ideal, aber weis nicht wie anders lösen.
liebe Grüsse Anory

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Re: Erfahrung Escort

#35

Beitrag von Thorja »

Ach Gottchen, warum muss denn so schnell so vieles so haglich und persönlich sein.... Sorry, wenn ich das so sage, aber mir scheint, dass hier die Anzahl und Dichte möglicher Fettnäpfchen sehr hoch ist. Irgendwie stolpert man hier ständig in eins rein, oder täuscht mich das? Komm mir dauernd wie so ein blader Elefant im Porzellanladen vor. Oft ist mir auch der erwartete Grad an Korrektheit (und ja, durchaus auch Gleichgeschaltetheit) etwas suspekt, muss ich sagen. Gibt es Solidarität, Toleranz, Offenheit usw etwa nur für eine ganz enge Bandbreite an Verhaltensweisen? Falls dem so sein sollte: Darüber werde ich mich leider konsequent hinwegsetzen müssen. ;) Wer im Nachhinein kassiert, kriegt von Vorkassiererinnen vorgeworfen, es nachfolgenden Kolleginnen schwer zu machen, ihre Ansprüche durchzusetzen? Was ist denn das für eine Verantwortlichmachung von Kolleginnen für eventuell fallweise auftretende schlechte Zahlungsmoral einzelner Kunden? Da hat bitte der Kunde schuld, und nicht die Kollegin. Hinterher sei es (offenbar, warum auch immer in starkem Kontrast zur Vorauskasse) ein lapidarer, objektivierbarer Kassiervorgang? Es habe etwas mit Beschämtheit zu tun? Ämm... warum denn das? Nein.
... was ähnliches hab ich mal im EF von einer Kollegin gehört. Die sagte, hinterher wäre es ein "Geld in die Hand drücken - und jetzt kannst dich schleichen". Ich finde ja, DAS spricht eher für Beschämtheit, Geld zu nehmen. Warum macht denn der Zeitpunkt der Zahlung die Zahung an sich irgendwie besser oder schlechter? Es hat nur unterschiedliche Wirkungen, und die sind halt für einzelne AnbieterInnen unterschiedlich wichtig.

Ich/wir, die wir eher nachher kassieren, könnten jetzt im Gegenzug daherkommen und sagen:
"Igitt, im Voraus kassieren, das reduziert ein Date doch auf einen rein kommerziellen Akt. Das tötet doch jede Leidenschaft. Da wird der Kunde gleich mal auf einen Bankomaten herabgewürdigt. Erst soll er mir das Geld "in die Hand drücken", lapidar und objektivierbar, wie an der anonymen Kinokassa, wo die Zahlungswilligen schon Schlange stehen und einer nach dem anderen drankommt. Das beschuldigt doch jeden Kunden von vornherein, vielleicht Zechpreller zu sein. Wo bleibt die Unschuldsvermutung? Das macht es für nachfolgende Kolleginnen schwer bis unmöglich, gute Stimmung aufzubauen." Das wäre ja auch blöd, oder? Doch so KÖNNTE man die Argumentation umkehren, verbliebe man in derselben hierarchisierenden und genauso gut eben auch umkehrbaren Logik. Für manche gelten die Vorteile des Vorauskassierens halt weniger als die Vorteile des Danachkassierens.

Ich für meinen Teil zeige dem Kunden halt damit, dass ich auf SEIN Honorar nicht angewiesen bin. Das lässt mich auf den ersten Blick vielleicht/hoffentlich stark und unabhängig erscheinen, zumindest hoffe ich das. :) Das ist einfach nur Teil meines Marketings, nicht mehr und nicht weniger. Stimmen tuts natürlich nur bedingt, da ich auf die Summe der Honorare natürlich sehr wohl angewiesen bin, eh klar. Sollte das echt mal passieren, dass mich einer im vollen Bewusstsein so besch...., ja... dann ist das sehr ärgerlich. Das war's aber dann auch schon. Hab ich halt ein AL kennengelernt, was soll's. Deswegen wird aber sicher keine existenzielle Krise aufklaffen.

Und ein ganz anderes Thema ist es auch wieder, was man anderen AnbieterInnen empfiehlt. Natürlich würde ich niemals zu einer jungen Anfängerin sagen "Jaja, sind eh alle brav, kannst ruhig bis zum Schluss warten". Selbstverständlich würde ich grundsätzlich empfehlen, mal die Kohle in Sicherheit zu bringen (außer die Anfängerin hat dasselbe Problemchen administrativer Natur wie ich es anfangs hatte...*räusper/hust*).
Erst mit Erfahrung sollte man sich überlegen, ob man davon abweicht.

Was ich über meine eigenen Gepflogenheiten erzähle, ist jedoch Ausdruck meiner persönlichen Geschichte, meiner persönlichen Erfahrungen über die Wirkung des späteren Zahlungszeitpunktes, und vielleicht auch des spezifischen Marktsegmentes, auf das ich mich spezialisiert hab. (Und nein, ich meine damit kein besser/schlechter... meine Nische hat neben vielen Vorteilen [wenige, aber lange Dates] auch viele Nachteile [hoher Gesprächsanteil, daher Gefahr des Persönlichwerdens, psychische Ausgelaugtheit etc.. aber: damit kann ich gut, ich mag das])... und sollte, finde ich, hier auch einen Platz haben, gehört zu werden, ohne gleich als Vernaderung all jener, die es andersrum machen, interpretiert zu werden. ;)
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Re: Erfahrung Escort

#36

Beitrag von Thorja »

Na geh... ich war grad trainieren und wäre jetzt gefasst gewesen auf ein paar Comments... Nichts?! Bin ich schon wieder in ein Fettnäpfchen getreten weil jetzt keiner was sagt? :)
Als ich trainiert hab, ist mir der Gedanke gekommen (Gedanken kommen mir oft entweder beim Trainieren oder auch am WC, oder bei sehr langweiligem Sex), dass der Zahlungszeitpunkt im Zusammenhang mit Sexarbeit irgendeine ideologische Aufladung hat.

Stellt euch mal eine andere Dienstleistung vor, auch körperlich/mental, zb: Massage, Behandlung durch Privatarzt, Friseur. Entweder kassieren die auch voraus, zb gleich bei der Sprechstundenhilfe, oder man kriegt eine Rechnung mit, die man dann überweisen soll. Beim Friseur kenn ich nur Danachkasse. Das zahlt man halt einfach, wie es erwartet wird, vorher oder nachher, ohne sich großartig drüber Gedanken zu machen. Warum können wir das in der Sexarbeit nicht auch wertfreier sehen? Warum macht der Zeitpunkt der Zahlung die Zahlung selbt und auch die Dienstleistung immer aus irgendeiner Perspektive schlecht? Warum hat der Zeitpunkt der Zahlung je nach Perspektive etwas mit Herabwürdigung/Verobjektivierung zu tun (ich glaube verstanden zu haben, dass bei der Vorauskasse der Kunde potentiell gedemütigt wird, bei der Danachkasse dagegen die Anbieterin - je nach Glaubensbekenntnis)?

Das wäre mal sozialwissenschaftlich interessant. Falls jemand mal ein Thema braucht für eine Arbeit, würde ich das gerne in Auftrag geben! :)

War heute übrigens im Donauzentrum beim Running Sushi und mein Sohn (8) hat mich gefragt: "warum dürfen wir hier eigentlich so viel essen wie wir wollen, obwohl du noch gar nicht bezahlt hast?" Leider hat sich das nicht ausgezahlt, weil er vorher schon ein Eis bekommen hat.
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Re: Erfahrung Escort

#37

Beitrag von Liani »

Thorja hat geschrieben:
05.02.2020, 01:38

Gedanken kommen mir oft entweder beim Trainieren oder auch am WC, oder bei sehr langweiligem Sex..

:005 :005 :005
bei mir ist es genauso! :003
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Re: Erfahrung Escort

#38

Beitrag von deernhh »

Dieser Artikel ist schon älter, aber vielleicht dennoch interessant für einige Interessierte

Matze Hielscher
"Ich hatte mit 1.200 Menschen Sex" – Interview mit einer Sex-Escort

© Aria
Mit der Berufsbezeichnung geht es schon mal los: Wie nennt man Frauen und Männer, die ihre Körper für sexuelle Leistungen verkaufen? Prostituierte, Sexarbeiter, Escort? Ist es so, dass Frauen von Männern unterdrückt und dazu gezwungen werden, ein Leben an der Armutsgrenze zu führen? Und ist es so, dass nur schmierige, dickbäuchige Typen Sex bekommen, wenn sie einen Fuffi auf den Nachttisch legen?

Oder könnte es sein, dass der lässige Typ, der neben uns im Club mit einer Frau flirtet, dafür Geld bekommt und sie später fesseln und auspeitschen wird? Könnte es sein, dass die grinsende Kollegin in der Agentur so gut gelaunt ist, weil sie gestern ein Sexdate hatte und dafür 600 Euro bekommen hat?

In den letzten Monaten bin ich immer wieder darauf gestoßen, dass Prostitution nicht nur auf der Kurfürstenstraße, sondern auch in meinem Lieblingsclub stattfindet. Für manche vermutlich ein alter Hut, für mich Naivling doch überraschend.

Darum habe ich nach einer Person gesucht, die mir erklärt, wie das mit den Lifestyle- so funktioniert. Bei der Agentur Wayfare Escort kann man Frauen und Männer für ein Date buchen. Auf ihrem Agentur-Profil beschreibt sich Aria als maximal begeisterungsfähig. Sie mag Indierock, neue Klassik von Philip Glass, Foie gras, Weißwein Strap On und ist komplett gewaxt. Das steht alles selbstverständlich untereinander. Aria ist 27 Jahre alt und arbeitet seit 7 Jahren als Escort.

Ich habe mich mit ihr im Büro getroffen und ein paar Klischeefragen gestellt. Ein Mitarbeiter dachte übrigens, dass sie sich auf eine ausgeschriebene Redakteurstelle beworben hat.

© Aria
Lass uns ganz vorn anfangen, du bekommst eine Anfrage von einem Mann....
Aria: Oder einer Frau. Ich bekomme gerade viele Anfragen von Frauen, die nach einer sexuellen Erfahrung mit Frauen suchen.

Kriegst du ein Foto zugeschickt?
Nein. Im Buchungsformular meiner Agentur muss man aber unter anderem Körpergröße und Statur angeben und die sexuellen Präferenzen, wenn es denn dazu kommen sollte.

Ist es klar, dass du Sex haben wirst?
Klar, Escort impliziert Sex. Man trifft sich für 4 bis 6 Stunden, es ist aber wie ein Date und dann passiert Sexualität von ganz allein.

Was triffst du da für Kunden?
Das ist total unterschiedlich, da ist der tätowierte Bomberjackentyp - ein richtig cooler Kerl. Auf der anderen Seite gibt es den süßen, schüchternen Pinguin im Anzug, der Investment-Banker ist und vielleicht Drogen braucht, um locker zu sein. Und klar sind da auch verheiratete Männer dabei. Ich erlebe es aber oft, dass diese Männer mir erzählen, dass die Frauen davon wissen, gerade mit dem dritten Kind zu tun und deshalb gerade kein Interesse an Sexualität haben. Die Frauen sagen dann: Lass es nur nicht zu teuer werden. Ich hatte auch schon Dates, wo beim ersten Mal nur ein Mann kam und beim zweiten Mal waren wir dann zu dritt mit der Frau. Es gibt keine Tabu-Themen.

Was glaubst du, warum der Bomberjackentyp zu dir kommt?
Wahrscheinlich aus der gleichen Einfachheit wie der schnieke Jurist, der auch Anfang 30 ist und nur für eine Nacht in der Stadt ist. Meine Kunden wollen einfach eine gute Zeit mit jemanden haben und nicht allein in einer Bar abhängen.

Wo trefft ihr euch?
Ganz unterschiedlich; ich mag es eigentlich, wenn man Essen geht, weil man da schon etwas Genussvolles teilt. Aber manchmal trifft man sich auch vor dem Prince Charles und geht erst einmal feiern oder in den Würgeengel.

Gehst du das an wie ein normales Date? Gibt es einen Unterschied zu einem Tinder-Date?
Tinder ist schale Fanta in Zehlendorf und Escort ist Essen gehen im Sternerestaurant. Es ist viel höflicher, weil andere Erwartungen damit verknüpft sind, und natürlich auch, weil es Geld kostet. Ich persönlich bin einerseits aufgeregt, weil ich nicht weiß, wen ich treffen werde und was das für ein Typ ist. Anderseits bin ich sehr entspannt, weil ich weiß, dass es ein guter Abend werden wird. Beide Seiten nehmen es ernster – oft ist es viel respektvoller. Beim Tinder-Date denken die Leute, dass könnte der Partner meines Lebens sein. Auch das ist beim Escort natürlich anders.

Lehnst du auch Kunden ab?
Ich bin bekannt dafür, dass ich mir meine Kunden stark aussuche. Wenn es einfach nicht passt, dann passt es nicht und dann gehe ich auch vor dem Sex. Ich hatte neulich einen Kunden, der mir beim Dinner erzählte, dass es ja nicht gehen würde, wenn Frauen in Führungspositionen sind und das wir Frauen uns eher der Kunst und den schönen Dingen widmen sollten. Ich bin Feministin, mit so jemanden kann ich nicht Sex haben.

Ich bin Feministin, mit so jemanden kann ich nicht Sex haben.
Welches Date ist das erste was dir in den Kopf kommt, wenn du an ein sehr cooles Date denkst?
Warum ich den Job generell mag, ist, weil ich gern überrascht werde. Ich bin mal auf ein Date gekommen, da war ein kleiner untersetzter Typ und ich dachte erst, dass das schwierig wird. Er war Mitte 50, mit Haarkranz, lebte in Süddeutschland, Medizinprofessor – überhaupt nicht mein Typ. Dann haben wir uns unterhalten und er hatte voll den guten Humor und es wurde immer besser. Obwohl ich am Anfang dachte, dass wir keinen Sex haben werden, sind wir im Bett gelandet. Der Sex war so gut. Ich musste mich beim Doggy-Style immer wieder umdrehen, weil ich es nicht zusammengebracht habe, dass das jetzt der Typ mit dem Haarkranz ist, der mich da gerade von vorne, von hinten, von oben und unten krass durchnimmt.

Was war daran so gut?
Er hat mich einfach richtig angefasst. Es gibt Menschen und ich glaube, dass ist das was guten Sex ausmacht, die einfach Bock auf guten Sex haben. Dem war das egal, ob er einen Bauch und einen Haarkranz hat. Ich habe gemerkt, dass er meinen Körper scharf findet und das ist natürlich toll.

Für dich ist es also auch wichtig, obwohl es nur ein Job ist, zu spüren, dass er dich gut findet?
Man sagt immer das sei ein Job – am Ende des Tages hat man ja Sex mit jemanden. Ich bin immer die, die ich sonst auch bin. Aber klar, ist es sexuell wichtig, zu spüren, dass der Andere einen total anziehend findet.

Wie lange dauert der Sex?
Der Sexpart ist der kürzeste Part. Zwischen 10 Minuten bis zu 45 Minuten. Es geht viel um das ganze Drumherum.

© Aria
Mit wie vielen Menschen hast du schon geschlafen?
Ich habe es mal ausgerechnet. Ich glaube, es waren um die 1200. Dieses Jahr musste ich schlimm viel Steuern zahlen.

Weil du im letzten Jahr so viel Sex hattest?
(Lacht) Ja. Und das Finanzamt ist da auch hinterher, man muss das alles genau belegen.

Wie bezeichnest du deinen Beruf? Bist du eine Sexarbeiterin?
Ich bin auch Feministin, ohne mich Feministin zu nennen. Sexarbeiterin hat gleich so etwas Vice-mäßiges. Escort finde ich gut oder Lifestyle-Escort. Im Grunde machen es meine Kolleginnen aus der Agentur nicht wegen des Geldes. Die haben alle ihren festen Job. Die gehen von dem Geld, was sie als Escort verdienen, reisen oder kaufen sich Plattenspieler.

Warum machen sie es?
Weil sie Sex gut finden, weil sie eine gute Zeit haben wollen, weil es umkompliziert ist.

Am Anfang einer Beziehung hat man vielleicht mal gesagt, dass man auf Latex oder BDSM steht, aber im Alltag kommt man einfach nicht dazu. Man bringt gerade noch den Müll runter, sitzt auf dem Sofa, isst Chips und soll dann die Peitsche rausholen? Das funktioniert nicht.
Gibt es einen Unterschied beim Sex mit Escort und mit dem festen Partner?
Das kann ich schwer sagen, weil ich ja keine Beziehung zu meinen Kunden habe (lacht). Ich glaube, dass viele Klienten und Klientinnen bei uns Escorts offener sein können, was ihre sexuellen Wünsche betrifft. Am Anfang einer Beziehung hat man vielleicht mal gesagt, dass man auf Latex oder BDSM steht, aber im Alltag kommt man einfach nicht dazu. Man bringt gerade noch den Müll runter, sitzt auf dem Sofa, isst Chips und soll dann die Peitsche rausholen? Das funktioniert nicht. Man muss sich Zeit nehmen, die im Alltag oft nicht da ist. Aber das Bedürfnis, zum Beispiel mal jemanden vollzupinkeln, bleibt – einfach nur, um zu wissen, wie es ist, jemanden vollzupinkeln.

Und wie ist das, wenn man jemanden anpinkelt oder angepinkelt wird?
Es ist halt warm. Wenn ich selbst jemand anpinkeln soll, brauche richtig krass viel zu Trinken. Ich ziehe aus dem Pinkeln aber selbst keine Lust. Ein Klient wollte mal gar keinen Sex mit mir, sondern nur, dass ich ihn den Mund pinkele, während er sich einen runterholt. Es war eine große Hürde, vor allem, jemandem direkt in den Mund zu pinkeln. Ich konnte nicht hinschauen. Irgendwann habe ich es geschafft und er hat es sogar hinbekommen, zur gleichen Zeit zu kommen. Krasses Timing. Ich muss das aber nicht noch mal machen.

Bist du besser im Bett, weil du mit so vielen Menschen Sex hattest?
Man entwickelt sich natürlich weiter. Wenn man 1000 verschiedene Menschen anfasst, merkt man natürlich, was sie wollen.

Wie findet man heraus, was jemand will?
In dem man fragt, was der andere will. Ich frage zum Einstieg gern: Hast du schon mal 'nen Finger im Po gehabt und dann schaue ich weiter. Man muss Selbstbewusstsein haben und Lust, etwas auszuprobieren – das ist wichtig für guten Sex. Ich habe in den Jahren viel mehr Gefühl für Situationserotik bekommen. Man merkt, dass ein Blick etwas intensiver war, als er hätte sein können. Ich achte auf andere Dinge, als auf die Mechanik. Für mich persönlich ist es gut, Sex mit vielen verschiedenen Menschen zu haben, weil ich mich dadurch besser kennenlerne. Jedes Date, auf das ich gehe, ist eine Selbstreflektion. Wer bin ich im Kontext mit anderen Leuten – auch sexuell?

Das sind Frauen zwischen 25 und 40, die untervögelt und enttäuscht sind, dass es nicht wie bei 50 Shades of Grey läuft.
Du hast einen festen Freund, wie geht der damit um?
Ich hatte Beziehungen, wo es ein extremes Problem war, weil ich quasi die "Quality Time" – Essen gehen und Sex haben – mit anderen Menschen geteilt habe. Er musste um 7 Uhr aufstehen und ins Büro. Mein jetziger Freund muss nicht ins Büro und hat kein Problem mit meinem Job.

Kannst du nach der Arbeit nach Hause kommen und mit ihm noch mal Sex haben?
Ja, da geht.

Welche unterschiedlichen Komplexe haben Männer und Frauen?
Frauen fühlen sich generell zu dick und Männer haben eine Performance-Angst. Sie haben Angst, dass sie zu kurz Sex mit einem hatten. Das kommt durch die Pornos: Da sind dünne Mädchen und Männer, die lange können. Im Porno sind sie voll rasiert und durchtrainiert, in der Realität hat man Haare auf dem Rücken.
Und es gibt noch einen Unterschied: Männer mit großen Penissen haben Bock auf Pussysex, was manchmal gar nicht so einfach ist, denn in die Pussy passt nicht ganz so viel rein, wie in den Po. Männer mit kleineren Penissen sind eher oral fixiert und finden Analsex ziemlich gut.

Welche Frauen buchen dich und deine männlichen Kollegen?
Das sind Frauen zwischen 25 und 40, die untervögelt und enttäuscht sind, dass es nicht wie bei "50 Shades of Grey" läuft.

© Aria
Die wollen sich gern mal auspeitschen lassen?
Es sind Frauen, die viel arbeiten, keine Zeit für Dates haben oder nicht nächtelang in einer Bar verbringen wollen und dann nicht bekommen, wonach sie suchen. Die buchen sich einen Kerl, der sie ein bisschen fesseln und auspeitschen kann und auch weiß, wie es geht. Die meisten Frauen sind ja eher devot.

Klassiker-Frage: Wissen deine Eltern, dass du das machst?
Nein, ich muss aber mal mit denen darüber reden. Ich glaube, die werden das aber locker nehmen. Sie sind schon immer sehr unterstützend gewesen.

Was verdienst du an einem Abend?
Bei 4 Stunden privater Zeit sind das 600 Euro und davon gehen 30% an die Agentur. Es ist nicht viel, wenn man Hemmungen und keinen Spaß hat, mit Menschen Sex zu haben.

Glaubst du, dass du das noch lange machst?
Es ist ein ziemlich cooler Job, ich habe tolle Abende und mache Menschen einfach glücklich.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Aria. Ich muss jetzt nach Hause.
Das sagen sie immer.

https://mitvergnuegen.com/2017/escort-g ... arbeiterin

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