Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

Hier könnt Ihr Eure Erlebnisse und Eure Gedanken zum Thema "Sexarbeit mit behinderten Kunden" aber auch "behinderte SexarbeiterInnen" posten, oder Anregungen holen, wie man mit dem sicherlich sensiblen Themen umgehen kann bzw. soll.
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Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#1

Beitrag von Zwerg » 2018-11-18, 12:45

Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen
Sexualbegleitung

Die Ausbildung für Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderungen wurde eingestellt. Nun übernehmen Sexarbeiterinnen die Arbeit.

Wien. Erlaubt ist alles bis auf Zungenküsse, Oral- und Geschlechtsverkehr: Sexualbegleiter unterstützen Menschen mit körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigung dabei, ihren eigenen Körper zu entdecken und Sinnlichkeit zu spüren. Das kann über Streicheln, Liebkosen, Massagen, nackte Berührungen oder einfach nur Festhalten passieren. Die Kunden können dabei das Gefühl der Erregung und Befriedigung erleben - zum Beispiel, indem ihnen auch Wege zur Selbstbefriedigung gezeigt werden. Schleimhautkontakt ist für Sexualbegleiter jedoch tabu.

Dadurch unterscheidet sich deren Aufgabenspektrum zwar klar von jenem der Sexarbeiterinnen, und dennoch ist ihnen ein ganz wesentlicher Punkt gemein: Sie fallen beide unter das Prostitutionsgesetz, weil sie sexuelle Handlungen gegen Entgelt anbieten. Das ist der Grund, warum der Verein Alpha Nova in Kalsdorf bei Graz, der Menschen mit Behinderungen begleitet und unterstützt, die dreijährige Ausbildung zum Sexualbegleiter im Vorjahr eingestellt hat.


Einzige Ausbildungsmöglichkeit
Diese war im Jahr 2008 als österreichweit einzige Ausbildungsmöglichkeit gestartet, hatte aber laut Margit Schmiedbauer von der Fachstelle Hautnah des Vereins Alpha Nova stets im Graubereich agiert. Im Vorjahr habe dann das Land nach einer behördlichen Überprüfung konkret Position bezogen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch einmal abgesteckt, sagt Schmiedbauer, die Lebens- und Sozialberaterin sowie Mediatorin ist. Dem Prostitutionsgesetz folgend, müssen sich demnach auch Sexualbegleiter genauso wie Sexarbeiterinnen alle sechs Wochen untersuchen lassen und alle drei Monate einem Aids-Test unterziehen. Und: Sie haben einen speziellen Ausweis für das "Freisein von Geschlechtskrankheiten" bei sich zu tragen.

Diese vom Land noch einmal verdeutlichte Positionierung der Sexualbegleiter hatte nicht nur für diese besagte Konsequenzen. Auch der Verein Alpha Nova sah sich mit der Aufforderung seiner Fördergeber - darunter Land und Bund - konfrontiert, "zu deklarieren, dass wir ,sauber‘ arbeiten und förderungswürdig sind", so Schmiedbauer zur "Wiener Zeitung". Der Verein stellte die Ausbildung zur Sexualbegleitung ein. Die Fördergelder blieben.

"Die Kunden waren vor den Kopf gestoßen", sagt Schmiedbauer. Denn der Bedarf sei groß. "Wer keine Möglichkeit hat, Sexualität zu leben, gerät in Not und kann depressiv und/oder aggressiv werden. Davon sind Angehörige und Mitbewohner ebenfalls betroffen." Bei der Sexualbegleitung gehe es daher auch stark um das Setzen klarer Grenzen. "Sie ist ein wichtiger Schritt in Richtung Prävention sexualisierter Gewalt."

https://www.wienerzeitung.at/nachrichte ... innen.html

ich erlaube mir ein oder zwei Anmerkungen zu dem Artikel, welche ausschließlich meine Meinung darstellen:

1. SexarbeiterInnen haben immer schon Sexualbegleitung angeboten- und kein Mensch bedurfte es einer Institution (bei aller Wertschätzung) welche Ausbildungen angeboten und Regeln aufgestellt hat, um als BetreiberIn (Jemand der an Sexarbeit Anderer mitverdient ist BetreiberIn) gut dazustehen. Bewusst das Gesetz zu negieren (welches wir seit Jahren kritisieren und dessen Aufhebung wir verlangen) indem man Abgrenzungen schafft, anstatt dessen Willkürlichkeit zu kritisieren ist falsch und diskriminierend gegenüber anderen SexarbeiterInnen. Die Botschaft "Die schlecht" "Wir gut und sauber" ist die Falsche!

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#2

Beitrag von Kasharius » 2018-11-18, 18:26

Was Deine Anmerkung betrifft lieber @Zwerg: Dem gibt es nicht hinzuzufügen.

Kasharius grüßt

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#3

Beitrag von Lucille » 2018-11-18, 19:12

… und die Vereinsoberen schämen sich nicht einmal …

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#4

Beitrag von Kasharius » 2018-11-19, 11:17

Diese unrühmlichen Abgrenzungstendenzen von manchen Sexualassistenten zu "normalen" SW diskriminiert zu dem auch Menschen mit Behinderungen. Denn ihnen wird indirekt abgesprochen "gewöhnlichen" Sex im Puff zu haben,zugespitzt formuliert. Siehe hier die sehr guten Statements von Matthias Vernaldi und Stephanie Klee in dieser, wie ich find, sehr guten Doku vom MDR ab 29:30

Kasharius grüßt

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#5

Beitrag von deernhh » 2018-11-19, 12:19

Moment ... Habe ich den Beitrag von Zwerg einigermassen richtig verstanden?
Also:

* Vereine bieten also potenziellen Sexualassistent*innen/Sexualbegleiter*innen eine Ausbildung an. Ist diese Ausbildung staatlich anerkannt? Wer finanziert die Ausbildung? Die potenziellen Lehrlinge und/oder sogar der Staat zusaetzlich? Foerdergelder: Wozu und Wofuer? Wenn nach Abschluss der Ausbildung eine SW-Begleiterin einen Kundenauftrag bekommt, muss dann an den Verein Prozente/Provision gezahlt werden, so aehnlich wie Escortdamen an Agenturen?
Sind SW-Begleiter*innen ueberhaupt richtig selbststaendig und duerfen alleine fuer sich ohne Vereinshinweis Werbung machen?

* Vereine stellen also die Ausbildungen ein und bekommen trotzdem immer noch Foerdergelder? Warum und wieso und wofuer? Sind Vereine nicht richtig selbststaendig unter anderem auch im finanziellen kaufmaennischen Sinne?

* Sexualbegleiter*innen/Sexualassistent*innen bieten also "Kuschelsex" an, ohne in Beruehrung von Koerperfluessigkeiten zu kommen.
Die Vereine sind also der Meinung, dass NUR die ausgebildeten Sexualbegleiter*innen/Sexualassistent*innen solche Dienste anbieten duerfen, aber "normale" Sexarbeiter*innen nicht (vielleicht weil "normale" Sexarbeiter*innen nicht diese Ausbildung absolviert haben)?
Verstehe ich nicht. "Normale" Sexarbeiter*innen hatten und haben auch schon immer unter anderem Kunden mit Handicap gehabt, ob nur fuer Kuschelsex oder sogar mehr, mit Kuessen, Franzoesisch und mehr, je nachdem, was gewuenscht war/ist und was moeglich war/ist.

* Sexarbeiter*innen muessen in Oesterreich alle 6 Wochen die menschenverachtende Prozedur durchlaufen. Vereine beschweren sich, dass Sexualbegleiter*innen/Sexualassistent*innen sowas auch durchmachen muessen und stellen deshalb Ausbildungen ein, kassieren aber weiterhin Foerdergelder ein.
Vereine meinen also, bestehende oesterreichische Prostitutionsgesetze einfach ignorieren zu koennen, waehrend "normale" Sexarbeiter*innen sich an die Gesetze halten, weil Begleiter*innen und Assistent*innen angeblich "nur" Kuschelsex ohne Behruehrung der Koerperfluessigkeiten anbieten. Was soll das?
(Nicht missverstehen: Die 6-woechigen Untersuchen und mehr lehnen alle ab, sind nicht zu tolerieren. Nur: SW halten sich denoch unter Protest daran.)

* Warum meinen Sexualassistenz-Vereine von sich, eine Art Sonderstellung inne zu haben und deklarieren zu koennen und sich von den "normalen" SW's abgrenzen zu koennen, obwohl "normale" SW's diese Dienste schon immer auch mit anboten? Sehen diese Vereine uns SW's als Konkurrentinnen? Ueberhaupt: Der Gedanke, wie Zwerg es richtig formulierte, liegt nahe: "Wir gut, Ihr schlecht". Um es mal platt zu sagen: Datt geit joar goar net!

So habe ich es verstanden.
Falls was verkehrt ist, bitte ich um Berichtigung. Danke!

LG derrnhh

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#6

Beitrag von Zwerg » 2018-11-19, 12:47

Liebe dernhh!

So ist es - wobei der Verein selbst auch durchaus positive Aspekte vorweist. Meine Kritik richtet sich gegen die Argumentation im Bereich Sexualassitenz! Und die ist in meinen Augen (und wie sich im Thread zeigt, nicht nur in Meinen) abzulehnen.

Liebe Grüße

christian

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#7

Beitrag von Kasharius » 2018-11-19, 14:24

Liebe @deernhh

nein, Du hast das Problem, wie immer richtig erfasst und es auf die Punkte gebracht. Hier noch zwei Beispiele (ganz willkürlich von mir ausgewählt), aus denen sich der (latente) Hang zur Abgrenzung herauslesen läßt. In beiden Fällen wird der "normalen" Sexarbeit unterstellt, dort ginge es allein um die Wünsche der Kunden. Anders bei der Sexualbegleitung/Sexualassistenz, jedenfalls bei diesen Beispielen: Hier wird unterstellt, es gehe um das gemeinsame Erleben/Entwickeln von quasi etwas Höherem, Reinen. "Normale" Sexarbeit hingegen, so mag man zwischen den Zeilen lesen, ist reduziert auf profanen Sex allein nach den Wünschen des Kunden - auch das würde ich als zutiefst diskriminierend gegenüber SW bezeichnen . Mich und auch andere Betroffene stört auch der pseudo-therapheutische Ansatz, der dem ganzen oft beigemengt wird. Das reduziert "uns" wieder auf behandlungsbedürftige Patienten und hat aus meiner Sicht wenig mit selbstbestimmter Sexualität zu tun.

Aber lest nun selbst diese Beispiele

http://www.isbbtrebel.de/g%C3%A4ste-und ... te-fragen/

http://www.sexualbegleitung.com/html/was.html

und bildet Eure eigene Meinung.

Eine weiter anregende Diskussion wünscht

Kasharius grüßt

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#8

Beitrag von deernhh » 2018-11-19, 16:28

@Zwerg
Danke fuer Dein Statement.

@Kasharius
Auch Dir danke auch fuer weitergehende tiefgruendigere Punkte zum noch besseren Verstaendnis. Wirklich interessant.
Auch danke fuer Deine Links-Hinweise und auch Dein Video.

Alles frag- und diskussionswuerdig.

Euch und allen anderen
ganz liebe herzliche Gruesse von mir

Kasharius
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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#9

Beitrag von Kasharius » 2018-11-19, 16:45

@deernhh

immer wieder gerne.

Kasharius grüßt

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#10

Beitrag von floggy » 2018-11-19, 21:56

In derTantra Szene besteht auch eine große Neigung zur Abgrenzung. Mich würde es nicht stören, wenn es die politische Arbeit nicht behindern täte. Handwerker und Nicht-Handwerker, haben auch den Dünkel, und die Liste ist lang schätze ich mal, wo herabgeschaut wird. Ach ja, die Physiotherapeuten, und die nicht studierten Psychotherapeuten. Bei der Sexarbeit tut es halt besonders weh, weil die Abgrenzung immer was Ehrabschneidendes hat, während es in anderen Bereichen nur um die Qualifikation geht. Und dann gibt es noch die migrantischen Sexarbeiterinnen und, ja ja, die migrantischen Stricher (Ausdrücke gibt es - wo leben wir eigentlich - zu denen gehen Anwälte und Professoren hin, und der Mosi). Da muss man einfach drüber stehen. Jetzt hab' ich extra aus Jux und Gaudi die Überschrift ergänzt, und den Frevel begannen, das Wort Tantra in einer Zeile mit Stricher zu erwähnen. Und wenn einer Student ist, dann ist er schon wieder was Besseres. Und wenn er kein Student ist, dann kehrt er sein Bankkonto nach außen. So machen das ja die Zuhälter auch. Die haben doch auch ihren Komplex, und den kompensieren sie dann mit dem goldenen Kettchen. Oder war das vor langer langer Zeit nur so? Und die gewöhnliche Dirne hält sich dann für was Besonderes, wenn ihr Zuhälter den größten Schlitten fährt. Klar, auch wieder nur ein Märchen aus längst vergangnen Zeiten. Darf alles sein. Aber politisch müssen sie zusammenhalten wie Pech und Schwefel.

Bei allem christlichem Gehabe in unserem Kulturkreis, wo die Nächstenliebe so hoch gehalten wird, verstehe ich ja eines nicht, warum der Dienst am Menschen so beschmutzt wird, geistig wie emotional. Da schimmert meines Erachtens eine ganz böse Grundhaltung durch, wie sie Adorno schon beschrieben hat.
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#11

Beitrag von Lucille » 2018-11-19, 22:47

Wahre Worte. Danke, Floggy!

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#12

Beitrag von Kasharius » 2018-11-20, 13:18

@floggy

Deine Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glauben, daran nämlich, dass Einsicht bei denen die sich abgrenzen wollen einkehrt. Aber ein sehr gutes Statement von Dir in jedem Fall.

Kasharius grüßt

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#13

Beitrag von Boris Büche » 2018-11-20, 18:39

Kürzlich war in Berlin das Pornfilfestival, und ich habe mir ein Kurzfilmprogramm zum Thema Sexwork angeschaut. Der erste Film war die Doku eines Dates einer "Sexualbegleiterin" und eines körperbehinderten Mannes. Wir sahen eine ganz normale sexuelle Begegnung - also nicht "das machen wir nicht".
Im Anschluss an den Film war Gelegenheit zu einem Gespräch, und ich fragte die Frau aus BaWü, wie sie es denn mit dem Prostituiertenschutzgesetz halte? Sie sagte, noch könne sie sich drummogeln, weil die Termine seitens der Wohneinrichtungen / Sozialdienste sowieso anders deklariert werden ("soziales Coaching", gar "Reinigungsdienste" - also für 1-2 Tage deklariert, wo es um 2-3 Stunden geht). Dass sie als Prostituierte arbeitet, ist ihr klar, sie selber sieht es so, und keinen Unterschied darin, lediglich eine Spezialisierung - aber froh ist sie natürlich, das nicht deklarieren zu müssen, bis jetzt. Geht aber nicht mehr lange so weiter, sagte sie.
Ihr Partner weiß, was sie tut, ihre Kinder sollen es nicht wissen. Auch das kein Unterschied.

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#14

Beitrag von Zwerg » 2018-11-20, 19:05

@Boris Büche
Das Beispiel ist äußerst erfreulich!

Aber es gibt auch andere Beispiele:

Wir haben seit einiger Zeit hier in AT die Problematik, dass uns in der politischen Auseinandersetzung Inhalte von Vorträgen (welche hier im Lande von SexarbeiterInnen aus D gehalten wurden) um die Ohren fliegen. Genau wegen der oben angesprochenen Distanzierung von "gewöhnlicher Sexarbeit" und "sauberer Dienstleistung zum Wohle von Personen mit Handycap".

Ich verstehe, dass man teilweise aus Gründen der Selbstvermarktung "als besser" dastehen möchte - nur speziell wenn ich im Ausland auftrete sollte man auch mit den dortigen SexarbeiterInnen ein wenig Solidarität verspüren können. Das GegnerInnen und VerbotsforderInnen sich auf solche Aussagen stürzen und daraus ein Argument für das Verbot von "gewöhnlicher" Sexarbeit sollte auf der Hand liegen.

Besonders tragisch ist die Geschichte, dass die Aussagen dann gleich einem Verband von SexarbeiterInnen angedichtet werden, da die Jenigen welche die Aussagen missbrauchen hier nicht differenzieren wollen, oder auch können.

Ich denke dass es der SexarbeiterInnenbewegung gut tun würde, wenn hier keine Abgrenzungen erfolgen würden.

Liebe Grüße und Danke für das Positivbeispiel!

christian

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#15

Beitrag von Kasharius » 2018-11-21, 15:42

@Boris
@Zwerg

volle Zustimmung meinerseits für Euch beide! Solidarität wäre geboten, aber Abgrenzung zu Lasten der SW und der Betroffenen Kunden mit Handycap ist (oft) die Realität.

Kasharius grüßt

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#16

Beitrag von Jupiter » 2018-11-21, 16:47

@Kasharius

In Zusammenhang mit einer Schulungsveranstaltung zum Thema Rassismus. Diskriminierung habe ich einen neuen Begriff gelernt: strukturelle Diskriminierung.
Gruß Jupiter
Wenn du fühlst, dass in deinem Herzen etwas fehlt, dann kannst du, auch wenn du im Luxus lebst, nicht glücklich sein.

(Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama)

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Re: Sexualbegleitung - Neue Aufgaben für Sexarbeiterinnen

#17

Beitrag von Kasharius » 2018-11-21, 19:10

@Jupiter

ja richtig. Und damit haben es sowohl Menschen mit Behinderung, als auch SW in D oder AT zu tun. Und die hier schon mehrfach beschriebene Abgrenzung trägt zur strukturellen Ausgrenzung bei.

Aber der K(r)ampf gehtr weiter.

Kasharius grüßt solidarisch

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