Lokalnachrichten: HAMBURG

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deernhh
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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#381

Beitrag von deernhh »

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Video: tagesthemen mittendrin: Prostitution in der Coronakrise
Videotagesthemen mittendrin: Prostitution in der Coronakrise

28.08.2020 22:18 Uhr
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https://www.tagesschau.de/multimedia/vi ... 49969.html

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Kasharius
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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#382

Beitrag von Kasharius »

Nunmehr ist Sexarbeit in HH und anderen norddeutschen Bundesländern unter gestrengen Auflagen wieder erlaubt.

Hier Presseberichte zum Thema

https://www.mopo.de/hamburg/prostitutio ... t-37315296


https://www.rtl.de/cms/prostitution-im- ... 09963.html

https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... ution.html

Kasharius grüßt

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#383

Beitrag von deernhh »

Ich danke Dir @Kasharius!

Der Vorläufer:
Hamburg wurde von drei SexarbeiterInnen und zwei Bordellbetreiberinnen verklagt.


Pressemitteilung 04.09.2020

Herr Tschentscher – nun ist SCHLUSS mit lustig.

Wir sind der Auffassung, dass es nicht mehr gerecht zugeht in der aktuellen Corona-Politik.
Mit dem Votum der Bezirksversammlung / des Bezirkes Hamburg-Mitte, haben wir erneut erlebt, dass die Mehrheit hinter uns steht und eine Bordell-Öffnung fordert!
Nun fragen wir uns: Herr Tschentscher, mit welcher plausiblen Begründung rechtfertigen Sie Ihre erneute Weigerung, mit der Gängelung unseres Gewerbes aufzuhören? Warum dürfen alle anderen „körpernahen Dienstleister“ wieder tätig werden – nur wir nicht? Mit Ihrer Verweigerungshaltung stehen Sie in Hamburg politisch auf verlorenem Posten.
Ihre Senatorin ist „guter Dinge, noch in diesem Monat etwas mitteilen zu können“. Und das könnte die Öffnung der Bordelle sein. Wenn Sie das JETZT schon wissen, dann heben Sie die Berufsverbote auch JETZT auf. Wir fordern schon die ganze Zeit eine sofortige Öffnung der Bordelle! Und was soll es heißen, dass man sich mit den nördlichen Bundesländern abstimmen muss? Das hat bislang in der Corona-Krise auch nicht funktioniert.

Wir haben die Faxen dicke!

Nach eingehender Beratung und Prüfung sind wir entschlossen: Die Herbertstraße klagt für Hamburg in einem Eilverfahren! Den Eilantrag reichen die Rechtsanwälte Klemm & Partner bei Gericht ein!!

Sexy Aufstand Reeperbahn

Weitere Infos hier:
https://www.klemmpartner.de/post/sexy-a ... ingereicht

https://sexy-aufstand-reeperbahn.de/




mithilfe der Gerichte.


Mit großem Engagement hat die in Anbetracht der Corona-Beschränkungen gegründete Initiative „sexy Aufstand Reeperbahn“, bestehend aus Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiberinnen rund um Hamburgs berühmteste Straße, versucht, ihr Ziel auf politischem Wege zu erreichen. Bislang trotz großer Unterstützung aus dem Bezirk Hamburg-Mitte noch immer erfolglos. Stellvertretend für die gesamte Branche haben jetzt drei Sexarbeiterinnen und zwei Bordellbetreiberinnen – rechtlich vertreten durch Rechtsanwälte Klemm & Partner – einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Hamburg eingereicht.

Das Gewerbe der Sexarbeit ist eine besonders körpernahe Dienstleistung, entsprechend hoch sind aber auch die Hygienestandards, die schon vor Corona eingehalten wurden. Wie andere Betriebe auch, haben die Antragstellerinnen zusätzlich ein coronaspezifisches Hygienekonzept erarbeitet. Aus infektiologischer Sicht bestehen bei dessen Einhaltung zu den bereits wieder zugelassenen sogenannten körpernahen Dienstleistungen (Friseursalons, insbesondere aber auch Piercing- ,Tattoo- oder Waxingstudios) keine Unterschiede, was sich die Initiative von anerkannten Virologen hat bestätigen lassen. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass es sich bei COVID 19 um eine Atemwegserkrankung handelt, die durch Tröpfchen und Aerosole, nicht aber durch Geschlechtsverkehr an sich übertragen wird. Die Aufrechterhaltung des vollständigen Berufsverbots, dem die Branche seit Mitte März unterliegt, ist daher weder erforderlich, noch im Hinblick auf die wirtschaftlichen Umstände, in die die Antragstellerin getrieben werden, angemessen.

Rechtsanwältin Britta Uhlmann: „Der Gestaltungsspielraum des Verordnungsgebers rechtfertigt jedenfalls nach sechs Monaten Corona-Gesetzgebung kein Totalverbot eines gesamten Berufszweiges mehr. Das Grundrecht der Sexarbeiterinnen auf die Ausübung ihrer Berufsfreiheit ist nicht weniger wert, als dasjenige jeder anderen Branche.“

Rechtsanwältin Dr. Kerstin Gröhn ergänzt: „Die Herausforderung dieses Falles liegt darin, die gesellschaftlichen Scheuklappen abzulegen und den Bereich der legalen, angemeldeten und freiwillig ausgeübten Sexarbeit nüchtern als Gewerbe zu betrachten, das zu Hamburg gehört.“

Die Sexarbeiterinnen sind ein Markenzeichen der Reeperbahn und die Reeperbahn ist ein Markenzeichen Hamburgs.

https://www.klemmpartner.de/post/sexy-a ... ingereicht


Neueste Meldungen von heute, wie Kasharius es bereits mitteilte:


Stand: 08.09.2020 15:04 Uhr - NDR 90,3
Corona: Prostitution in Hamburg bald wieder erlaubt
In den Nordländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen ist Prostitution vom 15. September an unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Dies teilte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag mit. Das Vorgehen sei mit den anderen Bundesländern wie auch mit Niedersachsen abgesprochen, sagte Leonhard. Um mögliche Infektionen nachverfolgen zu können, seien die Prostituierten verpflichtet, Kontaktlisten zu führen und nach Terminabsprache zu arbeiten. "Nicht zulässig sind weiterhin Prostitutionsveranstaltungen und Prostitution in Fahrzeugen", so die Senatorin. In Niedersachsen durften Bordelle nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg bereits seit Ende August wieder Kunden empfangen.

VIDEO: Prostitution im Norden bald wieder erlaubt (2 Min)

Einheitliche Regeln in norddeutschen Bundesländern
Ausschlaggebend für die Wiederzulassung sei gewesen, dass sie im Einklang mit den benachbarten Bundesländern erfolge, um Abwanderungen zu vermeiden. Außerdem sei die Entscheidung im Lichte von Gerichtsentscheidungen gefallen, so die Senatorin weiter. Neben dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg hatte in der vergangenen Woche auch das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt entschieden, dass Prostitutionsstätten wieder öffnen dürfen. In Bremen stehe ebenfalls eine Entscheidung an, sagte Leonhard.

AUDIO: Corona-Auflagen: Lockerungen bei Prostitution und Volksfesten (1 Min)

Sexarbeiterinnen zogen in Hamburg vor Gericht
Das Riesenrad auf dem Hamburger Dom in der Dämmerung. © NDR Foto: Gitte Alpen
Hoffnung für Hamburger Winterdom und Weihnachtsmärkte
Auch in Hamburg hatten Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber aus der Herbertstraße nach eigenen Angaben einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt. Sie gehe davon aus, dass mit der Entscheidung, die Prostitution ab dem 15. September wieder zuzulassen, der Klagegrund entfallen sei, so die Sozialsenatorin.

Prostituierte wollen arbeiten
Prostituierte in Hamburg hatten zuvor mehrfach gefordert, dass die Bordelle wieder öffnen dürfen. Dabei verwiesen sie darauf, dass auch in Hamburg körpernahe Tätigkeiten wie Massagen und Kampfsport schon lange wieder erlaubt sind. Wegen der Corona-Pandemie sind die Bordelle in Hamburg seit Monaten geschlossen. Bordellbetreiber und Prostituierte haben ein Hygienekonzept erarbeitet und schon früher mit Demonstrationen auf ihre Lage aufmerksam gemacht.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... on258.html



Corona-Verordnung nimmt neue Regelungen für tradierte Volksfeste und Prostitution auf

Top Themen Corona in Hamburg

Der Hamburger Senat hat heute die 13. Änderungsverordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Die bisher getroffenen Regelungen bleiben im Wesentlichen bestehen. Neue Regelungen betreffen tradierte Volksfeste, Prostitutionsangebote und Stadionveranstaltungen unter freiem Himmel.

Eingangstor zur Herbertstraße, © iStock.com/obsonPL

08.09.2020
Verstöße gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung werden künftig mit einem Bußgeld belegt.

Unter den Voraussetzungen der bestehenden Abstands- und Hygieneregeln werden weitere Einschränkungen zurückgenommen. Die Änderungen beziehen sich auf folgende Bereiche:

Die norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich darauf verständigt, ab 15. September 2020, die Corona-bedingten Einschränkungen im Bereich der Prostitution im Rahmen eines Stufenkonzepts zu lockern. Solche Lockerungen sind rechtlich geboten und verfolgen zudem das Ziel, Illegalität im Prostitutionsgewerbe zu verhindern und somit vermeidbare Infektionsrisiken zu reduzieren.

Damit es zu keinen grundlegenden Asymmetrien an Landesgrenzen kommt, gehen die Bundesländer gemeinschaftlich vor. Dienstleistungen, die in angemeldeten Prostitutionsstätten oder im Rahmen von Prostitutionsvermittlungen angeboten werden, können unter strengen Auflagen wieder stattfinden. Dazu gehören insbesondere die Vorlage eines Schutzkonzeptes, eine ständig zu tragende Mund-Nasen-Bedeckung, vorherige Terminvereinbarungen, Aufnahme von Kundenkontaktdaten, ausreichende Belüftung und ein Alkoholverbot.

Weiterhin nicht gestattet ist die Ausübung der Prostitution in jeglicher Art von Fahrzeugen und im Rahmen von Prostitutionsveranstaltungen.

Ab dem 1. November 2020 werden tradierte Volksfeste wie der Hamburger Dom unter Auflagen ermöglicht. Hierzu muss ein Schutzkonzept vor Durchführung des Volksfestes genehmigt werden. Die Genehmigung wird nur dann erteilt, wenn dies unter Infektionsschutzgesichtspunkten vertretbar ist. Es gilt ein Alkoholverbot.

Stadionveranstaltungen unter freiem Himmel können ebenfalls mit mehr als 1.000 Personen genehmigt werden. Auch hier ist ein besonderes Schutzkonzept verpflichtend und es gilt ein Alkoholverbot. Die Änderung tritt zum 10. September in Kraft.

Wer in maskenpflichtigen Bereichen wie bspw. im öffentlichen Nahverkehr oder im Einzelhandel die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht einhält, muss künftig mit einem Bußgeld in Höhe von 80,- Euro rechnen. Entsprechende Verstöße sind als Ordnungswidrigkeit neu in die Eindämmungsverordnung aufgenommen worden.

Die aktualisierte Verordnung gilt zunächst bis Ende November und wird in Kürze unter www.hamburg.de/corona abrufbar sein.

Quelle: Sozialbehörde Hamburg

https://www.hamburg-magazin.de/artikel/ ... tution-auf


MEINUNG
LOCKERUNG DER AUFLAGEN
Das neue Normal der Prostitution
Stand: 14:28 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

Von Jörn Lauterbach
Redaktionsleiter Hamburg
Jörn Lauterbach ist Redaktionsleiter von WELT Hamburg

Quelle: Bertold Fabricius

Im Norden dürfen die „Sexarbeiterinnen“ unter Auflagen bald wieder arbeiten. Die politische Debatte darum zeigt eine neue Verortung des ältesten Gewerbes in der Gesellschaft. Nur eine Aufforderung fehlt noch.

Am Dienstag um 12.58 Uhr sendete die Deutsche Presseagentur eine Eilmeldung und beschritt damit eine Dringlichkeitsstufe, die nun auch nicht so häufig erklommen wird. Sie bestand aus drei Sätzen: „In den Nordländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen ist Prostitution vom 15. September an unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Dies teilte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag mit. Das Vorgehen sei mit den anderen drei Bundesländern abgesprochen, sagte die Hamburger Senatorin.“

Kurze Zeit darauf informierte der Senat selbst in einer Pressemitteilung: „Corona-Verordnung nimmt neue Regelungen für tradierte Volksfeste und Prostitution auf“. Das „tradiert“ hätte hier wohl jedenfalls in Hamburg auch vor Prostitution gepasst, denn schließlich ist das ja das älteste Gewerbe der Welt. Und hing früher auch mit Volksfesten zusammen, heute eher mit Messen und deren Besuchern.

Clusterbildung ist jedenfalls bei Corona-Infektionsketten gefährlich, das weiß man. Clusterbildung bei Lockerungsmaßnahmen ist hingegen kein Problem mehr, die Sorgen und Nöte der Prostituierten werden in der politischen Diskussion längst in einem Atemzug mit anderen Berufsgruppen verhandelt, als wäre es das Schneiden von Haaren im Grunde eine körpernahe Dienstleistung wie das Befriedigen des männlichen Sexualtriebs gegen Geld.

„Die Kunden warten. Sie sind sehr verzweifelt“
Das schlägt sich auch in der Sprache nieder, aus Bordsteinschwalben wurden Huren wurden Nutten wurden Prostituierte, was durch den lateinischen Wortstamm schon mal besser klang, aber noch nicht den Alltag der Anbieterinnen abbildete. Deswegen gibt es jetzt die Sexarbeiterinnen, und wer arbeitet, der ist natürlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen, was sich nun auch in dem politischen Umgang widerspiegelt. Die Sexarbeiterinnen, die in Hamburg legal nur in einigen wenigen Bereichen ihrem Gewerbe nachgehen können, können sich nun trotz der Einkommensverluste der vergangenen Monate zu den Gewinnerinnen zählen. Eigentlich fehlt zur komplettierten neuen Normalität nur noch, dass die Hamburger aufgefordert werden, das Bordell im Viertel doch möglichst aktiv zu unterstützen.

https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... ution.html

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#384

Beitrag von Kasharius »

Ein großartiger Erfolg. Glückwunsch nach Hamburg!

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#385

Beitrag von deernhh »

Hamburg: Prostitution ab dem 15.09.20 mit strengen Auflagen wieder zulässig!
09.09.2020
2 Minuten Lesezeit

Kürzlich hatte das Hamburgische Oberverwaltungsgericht noch in einem Eilverfahren entschieden, dass das Verbot der Prostitution in Hamburg Bestand hat (Hamburgisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 20.08.2020, Az.: 5 Bs 114/20). Ein weiteres Verfahren, in dem RA Jüngst die Beschwerdeführerin vertritt, ist noch anhängig.

Am 08.09.20 hat der Hamburger Senat nunmehr die 13. Änderungsverordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus beschlossen, die auch Lockerungen betreffend das Prostitutionsgewerbe vorsieht. Dies in Absprache mit den Nachbarbundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Die Änderungsverordnung ist nun abrufbar und sieht in Bezug auf die Prostitution folgendes vor:

Das vormals in § 26 Abs. 2 der VO geregelte Verbot wird aufgehoben. Die neue Regelung wird als § 14a (Prostitutionsangebote) hinter § 14 (Dienstleistungen mit Körperkontakt) eingefügt.

Für Betreiber von Prostitutionsstätten gelten folgende Vorgaben:

- Kunden dürfen den Betrieb nur nach vorheriger Anmeldung betreten

- Kontaktdaten der Kunden sind nach Maßgabe von § 7 der VO zu erheben

- die allgemeinen Hygienevorgaben des § 5 der VO sind einzuhalten

- nach jeder erbrachten sexuellen Dienstleistung sind Handtücher, Laken und Bettwäsche zu wech- seln und häufig berührte Oberflächen sowie Gegenstände (einschließlich Sexspielzeug) zu desinfizieren/reinigen

- während des Aufenthalts in der Prostitutionsstätte gilt Maskenplicht

- Alkohol und Substanzen, die die Atemfrequenz erhöhen, dürfen weder angeboten noch konsumiert werden

Vorhandene Schwimmbecken, Saunas, Dampfbäder oder Whirlpools dürfen nach Maßgabe von § 20 Absätze 4 und 4a der VO genutzt werden.

Prostitutionsvermittler haben folgende Vorgaben einzuhalten:

- die Vermittlung bedarf der telefonischen oder digitalen Terminvereinbarung

- Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung dürfen nicht vermittelt werden. Eine vorherige telefonische oder digitale Abklärung ist verpflichtend

- Kontaktdaten der Kunden sind nach Maßgabe von § 7 der VO zu erheben. Der Ort der sexuellen Dienstleistung ist ebenfalls zu erheben

- auch hier gilt die Maskenpflicht

Bei sexuellen Dienstleistungen außerhalb von Prostitutionsstätten (es dürfte Wohnungsprostitution gemeint sein) sind folgende Vorgaben einzuhalten:

- vorherige telefonische oder digitale Terminvereinbarung

- Kunden mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung ist der Zutritt zu verwehren

- Kontaktdaten der Kunden sind nach Maßgabe von § 7 der VO zu erheben. Der Ort der sexuellen Dienstleistung ist ebenfalls zu erheben

- für die Möglichkeit zum Waschen oder Desinfizieren der Hände muss gesorgt werden

- Reinigungs- bzw. Wechselpflichten betreffend Wäsche nach nach jeder erbrachten sexuellen Dienstleistung im eigenen Wohnraum

- Maskenpflicht

Grundsätzlich dürfen sexuelle Dienstleistungen nur zwischen einer/einem Prostituierten und einem Kunden/einer Kundin stattfinden. Weitere Personen dürfen sich dabei nicht im selben Raum befinden.

Betreiberinnen und Betreiber des Prostitutionsgewerbes müssen der Behörde auf Verlangen ein Schutzkonzept nach Maßgabe des § 6 der VO vorlegen, Prostituierte ebenfalls.

Prostitutionsveranstaltungen sind verboten, Prostitutionsfahrzeuge dürfen nicht bereitgestellt werden.

Betreiber in den genannten Bundesländern sollten sich dementsprechend auf die Wiedereröffnung vorbereiten und möglicherweise bereits zum Stichtag ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept in der Schublade haben. Es ist vorhersehbar, dass die Vorgaben für viele Betreiber - etwa diejenigen in der Herbertstraße bzw. generell auf der Reeperbahn/St. Pauli - kaum einzuhalten sein werden. So werden sich Besucher der "geilen Meile", die spontan ein sexuelles Erlebnis suchen, kaum vorab anmelden. Prostituierte in Koberfenstern werden nicht den gesamten Arbeitstag über eine Maske tragen wollen.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/hambu ... 79801.html

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#386

Beitrag von Kasharius »

Bericht heute im NDR Radio

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... on264.html

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#387

Beitrag von Veraguas »

Noch zwei Bildchen von der heute durch Bezirksbürgermeister Falko Droßman
sowie weiterer Lokalprominenz wiedereröffneten Herbertstrasse in Hamburg

2020-09-15 10-27_herbertstrasse I.jpg
2020-09-15 10-48_herbertstrasse II.jpg
Welches Problem auch immer in der Gesellschaft besteht-
der Staat weiss eine völlig irre Problemlösung die niemandem nützt, aber Arbeitsplätze im Beamtenapparat schafft. H.S.

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#388

Beitrag von deernhh »

Hamburg: Prostitution nach Corona – Kiez-Legende spricht Klartext! „Das Problem ist...“
Bea Swietczak
15.09.2020 - 17:54
Hamburg: Kiez-Legende Carsten Marek spricht offen und ehrlich über die Zukunft der Prostitution.
Foto: imago/Winfried Rothermel & MOIN.DE

Diese Nachricht hatte viele erstaunt: „Hamburgs größtes Bordell wird zum Beachclub“ titelten mehrere Tageszeitungen. Im „Babylon“ an der Süderstraße in Hamburg arbeiteten auf 3.500 Quadratmetern zeitweilig 60 Damen in 34 Freudenzimmern. Wegen Corona wurden sie arbeitslos. Doch seit dem 15. September ist das Sex-Verbot von den Behörden aufgehoben. Wird der Beachclub nun wieder zum Bordell?

MOIN.DE traf den Betreiber Carsten Marek (60). Die Rotlichtgröße ist auch Chef der legendären Box-Kneipe „Ritze“ auf dem Kiez und weit über die Grenzen von Hamburg hinaus berühmt-berüchtigt.

MOIN.DE: Geht es im Babylon jetzt wieder richtig zur Sache?

Carsten Marek: Nein, ich könnte theoretisch wieder die Bordelltüren öffnen, aber ich will erst einmal abwarten und lasse die Prostitution ruhen. In der Herbertstraße oder auf dem Straßenstrich macht es eher Sinn, dem Gewerbe nachzugehen.

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Hier rechnet es sich noch nicht. Ich möchte lieber Alkohol ausschenken. Zum Festpreis von 45 Euro gibt es alle Softgetränke „All you can drink“. Dafür kann man den Garten mit Brunnen und Liegen sowie den Innenbereich nutzen und ist wetterunabhängig. Ein Cocktail kostet ab 8,50 Euro.

MOIN.DE: Wie unterscheidet sich das alte vom neuen Babylon?

Marek: Zuvor war das Babylon ein Etablissement, in dem die Damen selbständig gearbeitet haben. Für die Nutzung der Anlage zahlten sie 105 Euro am Tag. Gäste zahlten 65 Euro Eintritt. Dafür nutzten sie die ganze Anlage mit Sauna, Schwimmbad, Pornokino, Bar. Speisen und Getränke waren inklusive.

Was die Damen mit den Herren untereinander abgemacht hatten, war deren Sache. Der Preis für Dienstleistungen lag bei 60 Euro für eine halbe Stunde. Beim Lockdown schloss ich. Nach den Lockerungen hatte ich aus dem Babylon einen Beach- und Wellness-Club mit Massagen gemacht.

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Aber keine Massagen mit Happy End, sondern Wohlfühlmassagen. Es lief sehr gut. Plötzlich kam ein ganz anderes Publikum. Aber dann schlug das Wetter um. Es wurde kühl und regnerisch. Die Gäste dachten, im Beachclub sitzt man nur draußen und blieben fern.

MOIN.DE: Das wollen Sie jetzt ändern?

Marek: Ja, ich bin gerade dabei, mit meinen Mitarbeitern das neues Konzept zu bewerben. Wir haben ein ausgefeiltes Hygienekonzept. Jeder muss beim Eingang Desinfektionsmittel benutzen und vorgegebene Wege einhalten.

Durch unsere Größe können wir alle Sofas auf reichlich Abstand stellen. Und die Öffnungszeiten ändern sich. Wir öffnen Donnerstag, Freitag und Samstag ab 14 Uhr bis nach Mitternacht. Eintritt ist ab 18 Jahren, damit keine Schüler oder Familien mit kleinen Kindern kommen.

MOIN.DE: Wo sind denn die ganzen Damen abgeblieben, die hier früher gearbeitet haben?

Marek: Einige sind nach der Corona-bedingten Schließung zurückgekommen und haben Wellness-Massagen gemacht. Die meisten sind ins Ausland gegangen, wo Prostitution viel lockerer gehandhabt wird. Zum Beispiel in Österreich, Holland und in der Schweiz.

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Das ist Carsten Marek:

Carsten Marek ist 1960 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat eine Tochter (9)
Er absolvierte eine Lehre als Klempner und arbeitete kurz in dem Beruf
Weil er seit seinem 13. Lebensjahr Kampfsport betreibt, suchte er sich einen Job als Trainer
Damit bekam er erste Kontakte zum Milieu und wurde Wirtschafter im Bordell „Eros-Center“
Er gründete eine Zuhälter-Organisation, bekannt unter dem Namen „Hamburger Jungs“. Sie „regierten“ mit harter Hand auf dem Kiez
Zeitweise schafften 200 Frauen für Marek an
2005 wurde ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet, nachdem er 13 Monate in Untersuchungshaft saß
Er wurde u.a. wegen gewerbsmäßigen Menschenhandel zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt
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Ich habe mich gerade in der Schweiz umgeschaut, wie das läuft. Da wird dem Gewerbe ohne Maske nachgegangen. Am Eingang trägt man sich mit Namen und Adresse ein. Dann muss man eine Telefonnummer mit dem eigenen Handy und mit Kennung anrufen. Das wird streng kontrolliert. Wer kein Handy dabei hat, darf nicht reinkommen.

MOIN.DE Wie läuft denn das Prostitutionsgewerbe auf dem Kiez zur Zeit?

Marek: Die Herbertstraße wird neu eröffnet. Ein Künstler macht dort eine Ausstellung, und es gibt ein buntes Show-Programm. Dann wird es so wie früher, allerdings mit Terminabsprachen. Einfach an den Schaufenstern, in denen sich die Mädels anbieten, vorbeischlendern und anonym einer Dame einen Besuch abstatten, das geht nicht mehr. Nur noch mit Termin und mit Maske.

Der Eingang zur Herbertstraße in Hamburg.Foto: imago images / Jürgen Ritter

MOIN.DE: Terminabsprache? Wie beim Arzt?

Marek: Die Freier sprechen die Dame im Schaufenster an. Sie schaut, ob ein Termin sofort oder später frei ist und trägt seine Daten in eine Liste ein. Erst dann gehen sie aufs Zimmer.

MOIN.DE: Wie viel Prozent Umsatzeinbußen hat die Branche auf dem Kiez zu verzeichnen?

Marek: Ich schätze 80 Prozent. In der Herbertstraße, die Freier nur durch ein Tor erreichen, stehen ca. 20 Häuser. Es gibt mehrere Hausbesitzer, die ihr Haus mit den Schaufenstern an eine Betreiberin zu 8.000 bis 10.000 Euro im Monat verpachten.

+++ Reeperbahn: Früher regierten sie den Kiez – DAS machen die Milieu-Größen heute +++

Die Betreiberin vermietet die Zimmer an mehrere Damen zu unterschiedlichen Zeiten. Früher lief das Geschäft gut. Durch die Corona-Auflagen und Hygiene-Bedingungen geht das aber so nicht mehr. Hinzu kommt noch, dass die Prostitution immer billiger geworden ist.

Nach dem Lockdown haben die Vermieter die Füße still gehalten, aber wenn es jetzt wieder losgeht, dann wollen die ihre Pacht haben. Doch der geminderte Umsatz reicht nicht, um die Pacht aufzubringen. Ich selbst habe eines der Häuser, habe aber nicht gedrängelt, dass die Pacht reinkommt.

MOIN.DE: Was bedeutet das für Hamburg? Der Kiez und die Herbertstraße sind Touristenmagnete.

Marek: Das Problem ist, dass Leute in den Behörden Entscheidungen treffen, obwohl sie vom Kiez gar keine Ahnung haben. Im Nachhinein wird das sehr viel Geld kosten. Denn Prostitution wird noch mehr einbrechen. Viele Frauen haben Soforthilfen bekommen.

Die Reeperbahn und die Herbertstraße ziehen normalerweise viele Touristen an.
Die Reeperbahn und die Herbertstraße ziehen normalerweise viele Touristen an.Foto: imago/Lars Berg
Dann wurden auch ihre Mieten bezahlt. Einige sind sogar solide geworden und haben ganz mit dem Job aufgehört. Aber sehr viele sind in den Untergrund gegangen und haben heimlich Freier empfangen. Da gingen dem Staat reichlich Steuergelder verloren.

MOIN.DE: Welchen Geschäften gehen Sie derzeit offiziell nach?

Marek: Neben dem Babylon betreibe ich die Ritze und habe eine Firma für Merchandising. Ich verkaufe Bekleidung mit Ritze-Aufdruck.

MOIN.DE: Wenn Sie Bürgermeister von Hamburg wären, welches Gesetz würden Sie erlassen?

Marek: Ich würde die Corona-Bedingungen in der Prostitution noch mehr lockern, aber viel mehr testen. Und zwar nach Corona und Geschlechtskrankheiten. Ich bin in einer Zeit groß geworden, da waren Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis an der Tagesordnung.

Da mussten sich die Mädels jede Woche untersuchen lassen. Blut abnehmen, Abstrich machen. Jetzt melden sie sich nur beim Gesundheitsamt. Corona-Tests werden freiwillig gemacht. Der Staat müsste das mehr steuern.

https://www.moin.de/hamburg/hamburg-pro ... 27988.html

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