Lokalnachrichten: HAMBURG

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deernhh
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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#321

Beitrag von deernhh »

05.03.19, 21:14 Uhr
Nach monatelangem Stillstand wegen Personalmangels Stadt genehmigt 93 Puffs
Von Wiebke Bromberg

Eine Prostituierte in einem Bordell: Jeder noch so kleine Betreiber muss eine Betriebserlaubnis beantragen.

Wer Sex verkauft, braucht eine Genehmigung. Seit das Huren-Gesetz im Juli 2017 in Kraft getreten ist, benötigen alle Bordelle eine Betriebserlaubnis. Monatelang ist in Hamburg wegen Personalmangels in der Behörde nichts passiert. Mittlerweile hat die Stadt 93 Puffs genehmigt.
Das Prostituiertenschutz-Gesetz verpflichtet jeden noch so kleinen Bordell-Betreiber, eine Betriebserlaubnis zu beantragen. In Hamburg gibt es etwa 400 Prostitutionsstätten (davon rund 250 Modellwohnungen).
Bislang wurden 184 Anträge gestellt. Davon wurden 93 Puffs genehmigt. In neun Fällen wurde die Erlaubnis nicht erteilt. Das geht aus einer aktuellen Senats-Antwort auf eine Anfrage von Franziska Rath (CDU) hervor.
Welche Etablissements es im Einzelnen sind, dazu kann die zuständige Sozialbehörden aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.
82 Anträge sind noch in der Prüfung
Weitere 82 Anträge sind noch in der Prüfung. Was bedeutet das für die Puffs? Müssen sie bis zur Klärung dichtmachen?
Aus der Sozialbehörde heißt es: Bei Betrieben, für die bereits im vergangenen Jahr ein Antrag gestellt wurde, der noch nicht beschieden ist, gilt eine „Fiktion“. Das bedeutet, dass der Betrieb bis zum Bescheid weitergeführt werden darf.

„Generell geht es bei der Erlaubnis nicht um eine Gewerbeanmeldung, sondern um den Schutz der Sexarbeiterinnen – vor Ausbeutung, Gesundheitsrisiken und Gewalt“, sagt Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde.
Prostituierte mussten wochenlang auf Beratung warten
Anfangs hatte es wegen Personalmangels noch massive Probleme bei der Umsetzung des Gesetzes gegeben. Prostituierte mussten wochenlang auf einen Beratungstermin warten.
Mittlerweile sind neun Mitarbeiter eingestellt und 1617 Gesundheitsberatungen durchgeführt worden. Wartezeiten gibt es nicht mehr, da es an zwei Tagen offene Sprechstunden gibt.
1102 Huren-Pässe wurden bereits ausgestellt. Anfangs waren teilweise noch Monate vergangenen, bis die Prostituierten den Ausweis bekommen hatten. Jetzt vergehen von der Terminvergabe bis zur Anmeldebescheinigung in der Regel zwei Tage.
25 Bordelle stichprobenartig kontrolliert
Franziska Rath, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Nach anfangs massiven Anlaufschwierigkeiten bei der Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes ist das Beratungsangebot inzwischen angemessen aufgestellt.“
Und auch die geplanten Vor-Ort-Kontrollen werden mittlerweile durchgeführt. Seit Anfang November 2018 wurden stichprobenartig 25 Bordelle kontrolliert - unter anderem darauf, ob es einen gut sichtbaren Aushang zur Kondompflicht gibt.
Bisher wurden noch keine Bußgelder verhängt. Das soll sich aber in Zukunft ändern. Wer gegen das Huren-Gesetz verstößt, muss mit mehreren Tausend Euro Strafe rechnen.

https://www.mopo.de/hamburg/nach-monate ... google.com

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Kasharius
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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#322

Beitrag von Kasharius »

danke @deernhh

das liest sich schon anders als Meldungen aus BW, ob das wohl an dem dsortigen spießigen grünen Landesvater liegt...zwinker

Kasharius grüßt

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deernhh
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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#323

Beitrag von deernhh »

Jaja, unser spießiger Landesvater, Kasharius 😉


So, hier Infos zur Anmeldung

Hamburg
Anmeldung


Wenn Sie vorwiegend in Hamburg tätig sein wollen, müssen Sie sich in Hamburg anmelden.

Zuständig für die Anmeldung ist das Fachamt Beratungen, Erlaubnisse und Anmeldung nach dem Prostituiertenschutzgesetz (FA-BEA*Pro).

Der Betrieb der Anmeldestelle wird stufenweise aufgenommen. Möglich ist derzeit die telefonische Anmeldung für die persönliche Vorsprache sowie bei Bedarf eine telefonische fachkundige Informationsvermittlung.

Die Telefonnummer für Terminvergabe und Informationsvermittlung lautet: (040) 428 11-1466

Die Adresse lautet: Große Reichenstraße 14, 20457 Hamburg (Stadtplan, Anfahrt mit dem HVV)

Sie erreichen uns telefonisch zu folgenden Zeiten: Mo. 13-17 Uhr, Di. 13-17 Uhr, Do. 10-12 Uhr und 13-16 Uhr

Bitte geben Sie bei der Terminvereinbarung auch an, in welcher Sprache Sie beraten werden möchten.

Sie können auch weiterhin für Fragen zum Anmeldeverfahren eine E-Mail an das Funktionspostfach fabea-pro@altona.hamburg.de senden. Wir weisen aber darauf hin, dass diese elektronische Übermittlung unverschlüsselt erfolgt, so dass ein Zugriff von außen auf dem Übertragungsweg nicht ausgeschlossen werden kann. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Angaben von keiner unbefugten Person mitgelesen werden können, dann empfehlen wir eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Anmeldestelle.

Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Seite der Stadt Hamburg: hier mehr erfahren
Gesundheitsberatung
Unter folgender Telefonnummer können Sie Termine für die gesundheitliche Beratung vereinbaren:

040-42837-4120

Erreichbarkeit während der Öffnungszeiten (siehe unten). Bitte geben Sie bei der Terminvereinbarung auch an, in welcher Sprache Sie beraten werden möchten. Wir beraten auf Deutsch und Englisch und nutzen für weitere Sprachen Dolmetscher*innen.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die offene Sprechstunde ohne Termin zu nutzen. Die offene Sprechstunde findet immer dienstags von 9–12 Uhr und 13–16 Uhr sowie mittwochs von 9–12 Uhr statt. Zu diesen Zeiten können Sie auf Deutsch oder Englisch beraten werden, dienstagsnachmittags besteht zudem die Möglichkeiten, ohne Termin auf Rumänisch beraten zu werden.

Die gesundheitliche Beratung in Hamburg ist kostenlos. Auch die Terminvereinbarung und die Beratung mit Dolmetscher sind kostenlos.

Öffnungszeiten der Beratung

Montag 13–16 Uhr
Dienstag 9–12 Uhr 13–16 Uhr
Mittwoch 9–12 Uhr 13–16 Uhr
Donnerstag 9–12 Uhr 13–16 Uhr
Freitag 9–12 Uhr

Bitte geben Sie bei der Terminvereinbarung an, wenn Sie in einer Fremdsprache beraten werden möchten. Für fremdsprachige Termine stellen wir Ihnen gerne eine Dolmetscherin zur Verfügung. Wir bitten um Verständnis, dass Begleitpersonen nicht als Sprachmittler*innen eingesetzt werden können.

Fremdsprachige Sprechzeiten
Spanisch: mittwochs 13–16 Uhr
Rumänisch: dienstags
Thai: donnerstags (2-wöchentlich)
Bulgarisch: jeden zweiten Dienstag im Monat von 9–12 Uhr


Für die Beratung in einer anderen Sprache vereinbaren Sie bitte einen Termin.

Sie finden die Beratungsstelle unter folgender Adresse:
Große Reichenstraße 14
3. Etage
20457 Hamburg


Die Stadt Hamburg informiert hierüber aktuell auf dieser Seite.
Betreiber-Erlaubnis
Informationen für das erlaubnispflichtige Betreiben eines Prostitutionsgewerbes in Hamburg.
Auf dieser Seite sind Formulare, Muster und Hinweise abrufbar.

Hier gehts direkt zum „Merkblatt für Betreiber“ der Stadt Hamburg.

https://www.prostituiertenschutzgesetz. ... n-hamburg/

https://www.hamburg.de/prostitution/901 ... -beratung/

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#324

Beitrag von Kasharius »

deernhh

supi. Ich meinte natürlich den spießigen Grünling aus BaWü... :002 Ihr habt ja nen smarten Sozi, wir den eher biederen, gleicher Colleur

Kasharius grüßt

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#325

Beitrag von Veraguas »

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"Manche hatten Krokodile"

Wer den ruhigen einfühlsamen Dokumentarfilm über das alte St.Pauli zu sehen verpasst hat, für den gibt es eine Gelegenheit den Besuch nachzuholen.

Vor Jahrzehnten sind sie auf St. Pauli gestrandet, auf der Flucht vor kleinbürgerlicher Enge, auf der Suche nach Arbeit und einem anderen, unkonventionelleren Leben: Als Tänzerin oder Stripperin, Wirt oder Bardame, Seemann oder Zuhälter haben sie sich durchgeschlagen. Sie treffen sich tagsüber in ihrer Stammkneipe, dem "Hong Kong", dem "Utspann" oder der "Kaffeepause", um sich an frühere Zeiten zu erinnern. Sie erzählen von der Suche nach Gold und von sinkenden Schiffen, vom Kiezalltag und von Krokodilen. Und natürlich von den Sparclubs, in denen sie bis heute Mitglied sind.

Am Mittwoch, dem 19.Juni wird Regisseur Christian Hornung ein weiters Mal den liebevoll gemachten Streifen im neuen, intimen Kino um 20:00 Uhr in der

FUX Genossenschaft,
Zeiseweg 9, 22765 Hamburg Altona

vorführen.
Da das Platzangebot begrenzt ist und es keine Reservierungsmöglichkeit gibt, kann es sinnvoll sein, rechtzeitig zu erscheinen.

https://www.fux-eg.org/veranstaltungen/ ... krokodile/
Welches Problem auch immer in der Gesellschaft besteht-
der Staat weiss eine völlig irre Problemlösung die niemandem nützt, aber Arbeitsplätze im Beamtenapparat schafft. H.S.

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#326

Beitrag von deernhh »

25.06.19

HAMBURG

Der Elbschlosskeller ist ein Ort zwischen Hölle und Hoffnung

Christoph Heinemann

Daniel Schmidt (34) steht seit seinem 18. Lebensjahr hinter dem Tresen der legendären Kneipe am Hamburger Berg, die früher seinem Vater gehörte und an 365 Tagen im Jahr durchgehend geöffnet hat. Streit, Gewalt und der Alkoholtod gehören zum Alltag im Elbschlosskeller – aber auch Hilfe für Obdachlose und die Sehnsucht nach einer letzten Chance im Leben.
Foto: CP Krenkler

In der härtesten Kneipe Deutschlands versucht der Wirt Pechvögeln, Prostituierten und Trinkern wieder auf die Beine zu helfen.

Hamburg. Letzte Chance jetzt, weg mit dem Schlager, schreit Inga*. „Sonst knallt es hier“. Sie baut sich bedrohlich auf. Versucht es zumindest. Setzt sich steif in Bewegung, wankt zu der Frau am Tresen, die zuletzt an der Jukebox war. „Komm doch!“, ruft die zurück. Inga kommt nicht weit. Ein Mann packt mit einer Pranke ihren Hals, ohne sich umzudrehen. Drückt ihren Kopf auf das kalte Holz. Sein knubbeliges Gesicht verzieht sich zu einer Grimasse. Inga jault. Der Mann trinkt einen Schluck. In der Luft wirbeln Rauchschlieren.


Die Uhr zeigt 14.45 Uhr, ein Dienstag. Zumindest draußen. Dort scheint die Sonne, einige Touristen ziehen über den Kiez. Hier drinnen gibt es keine Sonne und keine Zeit, nur dunkle Vorhänge, Gelächter und Alkohol. In einer Ecke knüllen sich Campingdecken. Eine Discokugel lässt langsam Punkte über die Wände tanzen, jeden Tag, jede Minute, es ist wie ein Strudel, der Menschen mit sich reißt, in den tiefsten Abgrund und nur vielleicht wieder zurück. Inga ist seit zehn Stunden hier. „Ich hab’ meine Sinne verloren / In dem Fieber, das wie Feuer brennt“, singt Roland Kaiser, „Santa Maria“, volle Lautstärke.

Willkommen im Elbschlosskeller, sagt Daniel Schmidt. Der Wirt kommt spät, es sind viele Termine zur Zeit. Alle wollen etwas über das Leben in „Deutschlands härtester Kneipe“ am Hamburger Berg wissen. Wie schlimm es wirklich ist, die Schlägereien, Polizeieinsätze, die Männertoilette. Diese Kaschemme vollgesogen mit Leid und Geschichten. Schmidt hat darüber ein Buch geschrieben, es steht auf der Bestsellerliste. Titel „Elbschlosskeller“, Untertitel „Kein Roman“.

Seit Schmidt 18 Jahre alt ist, steht er hinter dem Tresen

„Na klar gab es da auch schon solche Momente, in denen da ein Mann mit nem Beil auf mich losgehen wollte“, sagt Schmidt. Sein Vater führte die legendäre Kneipe vor ihn. Seit Daniel Schmidt 18 Jahre alt ist, steht er selbst hinter dem Tresen. Was Inga gerade erlebt hat, ist da Kinderkram. Aber Geschrei und Gewalt sei nur die eine Art von Erlebnissen im „Keller“. Die anderen Momente sind oft leiser, aber der Grund, warum Schmidt das alles macht. „Wir sind die sozialste Kneipe der Stadt“, sagt Schmidt. Ein altes Stück Kiez seit 1952. Ein Ort zwischen Hölle und Hoffnung für Menschen, die selbst aus dem „Goldenen Handschuh“ gegenüber herausfliegen. Und für die Gäste viel mehr als eine Kneipe mit einem normalen Wirt.


Schmidt baut sich massig hinter dem Tresen auf, gibt den Gästen die Hand. Es ist ein Ritual. In einer Ecke sitzen Männer mit Rauschebärten, die schon hier tranken, als der Laden noch Schmidts Vater gehörte. Ein Touristenpärchen streunert mit Entdeckerblick herein. Sie bestellen zwei Knollen Bier und trinken sie hastig. „Einfach mal sehen, wie es wirklich hier ist“. Lange halten sie es nicht aus.

Ein Dienstagnachmittag im Elbschloss­keller – der Alkohol fließt rund um die Uhr. Viele Gäste bleiben tagelang, manche sogar über Wochen in der Kneipe. Foto: Roland Magunia
Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Auf den Barhockern sitzen allesamt ältere Semester, Schmidt donnert ihnen kurze Gläser auf den Tisch, die Stimmung ist jetzt wieder ruhig. Der Mann mit der Pranke lacht mit seinen Begleitern, schon seit Minuten, worüber scheinen sie vergessen zu haben. Ein gestauchter Mann daneben lallt immer wieder, er sei verprügelt worden, „sowas macht man doch nicht“, es ging um einen Schlafplatz auf der Straße. Schmidt haut „Broken Wings“ in die Jukebox und singt lauthals mit. Er zeigt auf einen noch jungen Mann auf der Bank gegenüber, er trägt ein Sakko und eine Rahmenbrille, die schlafenden Augen zucken manchmal in der Musik.

Die Trinker im Elbschlosskeller sind schlau wie Katzen

„Der ist eigentlich auf einem guten Weg“, sagt Schmidt, hat einen Job gefunden. Das Leben spült die Menschen die vier Stufen herunter, wenn sie draußen nicht mehr stehen können. Sobald der Alkohol die Wunden desinfiziert hat, versucht Schmidt ihnen zu helfen. „Ich bin da so etwas wie „Animateur, Psychologe, Freund, Bruder, Pastor und Wirt in einem“, sagt er. Rückschläge seien normal, und wer sich einfach nur in Ruhe zu Grunde trinken will, der schafft es trotz aller Bemühungen. Aber manchmal entstehen besondere Verbindungen.

Na klar gibt es Momente, in denen da ein Mann mit einem Beil auf mich losgehen will
Daniel Schmidt,
Wirt im Elbschlosskeller

Das beste Beispiel ist Sabine, genannt „Bine“ oder gleich „Mutti“. Bine war am Ende, schon seit Jahrzehnten verfiel sie immer wieder dem Alkohol, versackte manchmal wochenlang im Elbschlosskeller. Dann brannte ihre Wohnung ab. Bine ist eine stolze Frau, trotz allem, die Haare strohig und fahl, aber ihr Blick immer scharf. Sie wollte keine Hilfe, aber lebte dann doch vier Monate hier unten. Heute ist sie eine wichtige Angestellte und die gute Seele des Ladens.„Na klar, du bist hier im Keller“, sagt sie, wenn man ihr eine Frage stellt. Sie hebt auch einmal Kurze mit den Gästen, aber hat sich und die anderen im Griff. Die Kontrahentin von Inga hat sie in den Arm genommen, einige Sätze geflüstert, bis die Augen der Frau glasig und sie schnell wieder friedlich wurde.

17 Uhr, die Kneipe füllt sich immer mehr. Handwerker kommen für ihr Feierabendbier, eine Frau tanzt allein um die große Pole-Dance-Stange im Hauptraum, dem „Wohnzimmer“. Die Campingdecken in der Ecke bewegen sich plötzlich, dort versucht ein Obdachloser, weiterzuschlafen. „Ist auch Tradition, die hier wohnen zu lassen“, sagt der Wirt. Mehrere Stammgäste haben sich so postiert, dass sie schon halb mit hinter der Bar stehen. Daniel Schmidt sagt, es sei für die Gäste ein großer Erfolg, sich zu fühlen, als seien sie ein Teil des „Kellers“. Und er flapst mit ihnen, gibt ihnen kleine Aufgaben, schenkt eine neue Sorte Schnaps auf’s Haus aus. Vertrauen darf er trotzdem nur den wenigsten von ihnen. Wer sich auf ein Gespräch am Tresen einlässt, wird schnell nach einem Bier gefragt. Und wer sein Getränk für einen Toilettengang stehen lässt, sieht es nie wieder. Schmidt hat Zähler an den Spirituosenflaschen angebracht. „Die Leute haben eben dieses Verlangen“, sagt er, jede Sekunde wird genutzt, um sich Hochprozentiges zu sichern. Trinker sind schlau wie Katzen.

Frauenmörder Fritz Honka war Stammgast

An einer Wand leuchten auf vier Monitoren die Überwachungsbilder aus dem hinteren Raum. Das ist nichts gegen die alten Kiezianer, sondern eher gegen die neuen. An den Wochenenden kommt das junge Partyvolk in den Keller, auch die Kokser, sie nutzten den Kickertisch im hinteren Teil für ihren Drogenkonsum. „Und das hat Überhand genommen“, sagt Schmidt. Er will keinen Stress im Laden, auch im Elbschlosskeller ist nicht alles erlaubt. Wochenlang kommt manchmal keine Polizei in den Laden, nur der bürgernahe Beamte der Davidwache. „Und dann haben wir aus irgendwelchen Gründen mal wieder jeden Tag einen Einsatz hier“, sagt Schmidt. Rempeleien, auf einem Kopf zerschlagene Flaschen, selten Messerstiche. Zuletzt endete vor zwei Jahren ein Streit mit einer Leiche vor dem Eingang der Kneipe. „Sehr viele von den Gästen haben irgendwann in ihrem Leben gelitten, und seitdem sind sie überempfindlich“, sagt der Wirt. Wie wundgeschossene Tiere. Es braucht dann keinen Grund mehr, nur noch einen Anlass.

Auch die meisten Schauergeschichten über den Elbschlosskeller sind tatsächlich wahr, wie die einer Frau, die einen Tag lang tot am Tresen saß. „Damals gab es Schichtwechsel und jeder Kollege dachte, sie würde nur schlafen“, sagt Schmidt. Auch dass der berüchtigte Frauenmörder Fritz Honka öfter im Elbschlosskeller saß, stimmt. „Ich habe meinen Vater auch ganz aufgeregt danach gefragt, aber er sagte nur, Honka sei ein unauffälliger Typ gewesen. Der trank da nur sein Bier, während um ihn herum alle feierten“.

Die Angestellte „Bine“ lässt ein Bier über den Tresen rutschen. Die 60-Jährige ist die gute Seele des Ladens und fand über ihre Arbeit selbst zurück in die richtige Spur. Foto: Roland Magunia
Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Die noch lebenden Gestalten der alten Kieztage finden im Elbschlosskeller ihr Refugium, im Vergleich zu früher ist es geradezu ruhig. Da ist der „schöne Klaus“, einer der einst großen Zuhälter, der schon morgens bei Wirt Schmidt trinkt, sich als Künstler und Touristenführer versucht hat. Alles vergeblich. Auch ehemalige Prostituierte kehren oft ein, die Schönheit noch zu erahnen, hinter Falten wie getrocknetem Wachs.

An diesem Dienstag dominieren die Frauen den Raum, tänzeln um die Stange, auch eine junge Frau ist dabei, Fünfundzwanzig vielleicht, aber mit alter, knarzender Stimme. Schmidt kann schwärmen von ihnen, besonders von Angie, die Frau, die am längsten im Elbschlosskeller wohnt.

Auch der Wirt hatte seine dunklen Momente

Sie kommt aus Litauen, war musikalisch hochtalentiert und hätte ein Star am Akkordeon werden können, wurde missbraucht, vergewaltigt und schließlich nach Deutschland zum Anschaffen gebracht. Sie konnte fliehen, wollte sich in Lübeck ein neues Leben aufbauen. Auch das scheiterte. Schließlich stieg sie in ein Taxi, so erzählt es Schmidt, sagte: „Bringen Sie mich zur gefährlichsten Ecke Hamburgs“. Das Taxi sei direkt zum Elbschlosskeller gefahren. Seit zwölf Jahren lebt sie die meiste Zeit in dem Laden, auch ihre Postadresse ist hier, Schmidt hat sie mehrfach auf Ämter begleitet, „weil ich es oft genug erlebt habe, dass Behörden Menschen wie sie wie den letzten Dreck behandeln.“ Manchmal tanzt sie dann wieder sechs Stunden allein im Elbschlosskeller, voller Anmut, schreibt Schmidt in seinem Buch. „Und in solchen Momenten ist sie schön.“

Schmidt ist selbst jetzt so etwas wie ein kleiner Star, sitzt in Talkshows. „Ich bin ein Typ, der manchmal vielleicht zu viel von sich preisgibt, aber ich kann auch nicht anders“, sagt er. Privat lebt er im Hamburger Osten, mit Frau und Sohn im Einfamilienhaus. Es ist mehr eine Vernunftentscheidung. „Das Herz ist auch immer bei den Gestalten hier“. Auch er hatte seine Phasen von Alkohol und Drogen, von Gewalt und Temperament.

Schmidts Schwester nahm sich das Leben, „Depressionen und psychische Erkrankungen liegen leider in der Familie“, sagt Daniel Schmidt. Bis heute gebe es Phasen, in den alles wie von selbst läuft, er wie eine Maschine funktioniere, immer zur selben Zeit schlafen und aufstehen, Kinderbespaßung, Kampfsport Arbeit, wieder von vorn. Und Phasen von zu viel Schnaps, zu wenig Kontrolle, zu vielen Gedanken. „Ich glaube, dass fast jeder den Zustand kennt, in dem viele Gäste hier sind. Die Frage ist nur, wann man es wieder herausschafft.“ Selbst wohlhabende Unternehmer setzen sich ab und an den Tresen, nicht aus Elendstourismus, sondern als Erdung. „Jeder braucht einen Ort, an dem er er selbst sein kann“, sagt Schmidt.

Das Buch „Elbschlosskeller“ von Wirt Daniel Schmidt ist bei Edel Books erschienen und im Handel erhältlich.
Foto: Edel Books

Draußen bricht langsam die Dunkelheit herein, nicht dass es einen Unterschied machen würde. Ein Mann kommt aus der Toilette gewankt und gibt den Blick auf einen Teich aus Urin frei. „Bine“ hat sich zu einer Gruppe von Glücksrittern an den Spielautomaten gesellt, Schmidt schaut zufrieden durch den Raum. Er müsse dann auch wieder los, damit er seinen Sohn noch sehe; er hat ihn Lennox genannt, nach einer schottischen Whiskyregion. Ein Punk trinkt noch sein Bier aus, klettert dann schnell die Stufen herauf in die Außenwelt, zu irgendetwas entschlossen.

Eine der Frauen lehnt an einer Wand in der Nähe der Jukebox, den Kopf zurückgelehnt, die Augen geschlossen. „Eins kann uns keiner nehmen / und das ist die pure Lust am Leben“, singen Geier Sturzflug. Ein Lächeln geht über das Gesicht der Frau, als gebe es keinen Schmerz auf der Welt.

*Name geändert

https://www.abendblatt.de/hamburg/hambu ... fnung.html

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#327

Beitrag von deernhh »

12.07.19
ST. GEORG
Drogen, Vandalismus und Prostitution in Hightech-Toilette

Elisabeth Jessen

Das Hightech-Toilettenhäuschen in der Nähe des Hansaplatzes wird abgebaut.
Foto: Roland Magunia / HA

Das 200.000 Euro teure Toilettenhäuschen in der Nähe des Hansaplatzes wird abgebaut. Dafür wird die Kameraüberwachung ausgeweitet.
Hamburg. Hygienische Edelstahlausstattung, selbstreinigende Sitztoilette, ein Wickeltisch und das Ganze an diesem Standort auch noch zur kostenlosen Benutzung. Hamburgs Hightech-Toiletten sind überaus beliebt und werden nach Angaben der Hamburger Stadtreinigung sehr viel genutzt. An der Stralsunder Straße/Ecke Steindamm in der Nähe des Hansaplatzes in St. Georg wird eines dieser 200.000 Euro teuren Klos nun trotzdem abgebaut.

„Unsere Mitarbeiter haben sich zuletzt geweigert, die Toilette allein zu reinigen“, sagt Reinhard Fiedler, Sprecher der Stadtreinigung. In der Toilette, die im März 2018 aufgestellt wurde, hätten teilweise Menschen übernachtet, es sei zur Prostitution, zum Drogenhandel und zum Drogenkonsum missbraucht worden. Problem: „Man kann solche geschlossenen Räume nicht kontrollieren“, so Fiedler. Die Stadtreinigung hat die Zuständigkeit für etwa 130 öffentliche Toiletten im Stadtgebiet Anfang 2017 übernommen. Seither hatten 182.000 Menschen die Toilette an der Stralsunder Straße genutzt, zeigt die Statistik.

Hightech-Toilette von Vandalen beschädigt

Vandalismus habe der Toilette am Steindamm jedoch zugesetzt. Der Wickeltisch sei „vermutlich wegen missbräuchlicher Benutzung abgebrochen“, so der Sprecher, mehrere Glasscheiben der Außenverkleidung wurden zerstört. Das Glas soll eigentlich Graffiti-Schmierereien verhindern. Der Container mit Ladestation für E-Bikes, Druckluftspender für Fahrradreifen und Wasserspender werde demnächst abgebaut, repariert und dann auf einem Betriebshof zwischengelagert, bis man er an einem neuen Standort gebraucht werde, sagt Fiedler. Die Reparatur der Toilette in St. Georg werde weniger als 10.000 Euro betragen.

Weitere dieser modernen Anlagen gibt es beispielsweise an den Bahnhöfen Berliner Tor, Blankenese, Schanzenstraße, an der Lenhartzstraße und am Außenmühlenteich in Harburg.

Hansaplatz soll mit 16 Kameras überwacht werden

Am bisherigen Stellplatz an der Stralsunder Straße will die Stadtreinigung eine kleinere Unisex-Doppeltoilette aufstellen – mit einer nach unten und oben offenen Tür, bei der dennoch die Intimsphäre gewahrt werde, die aber besser zu kontrollieren sei

Auf dem Hansaplatz laufen unterdessen die Vorbereitungen für eine bessere Überwachung. Weil sich dort die Kriminalität in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt hat, sollen 16 Kameras installiert werden. „Die Masten stehen schon, die Installation soll im August abgeschlossen werden“, sagt Daniel Schaefer, Sprecher der Innenbehörde. Die Kameras sollen montags bis donnerstags von 15 bis 7 Uhr und freitags bis sonntags von 9 bis 7 Uhr, laufen. Die Bilder werden direkt ins örtliche Polizeikommissariat übertragen. Alle 30 Tage würden die Aufnahmen gelöscht, so Schaefer.

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... lette.html

https://www.mopo.de/hamburg/teures-miss ... oogle.com/

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#328

Beitrag von deernhh »

deernhh hat geschrieben:
25.06.2019, 11:55
25.06.19
HAMBURG
Der Elbschlosskeller ist ein Ort zwischen Hölle und Hoffnung
Zu diesem Beitrag gibt es ein Video über den Elbschlosskeller:


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Jetzt mal was anderes:

Hamburg: Wie viel Kult gibt es noch auf der Reeperbahn auf St. Pauli?

15.07.19, 21:34 Uhr
Ladensterben auf der Reeperbahn Wie viel Kult gibt es noch auf dem Kiez?


ST. PAULI
Hohe Mieten, Online-Handel und Ballermann-Touristen – der Kiez, wie er einmal war, existiert nicht mehr, finden viele alteingesessene Wirte und Anwohner. Zahlreiche Kult-Kneipen, Bars und Traditionsläden haben ihren Stammplatz auf der Reeperbahn und den umliegenden Straßen schon verlassen. Gerade erst kam die Nachricht, dass auch „Zur lustigen Mama“ an der Paul-Rosen-Straße Ecke Große Freiheit dicht macht.

Der Westernladen „Paul Hundertmark“ begann zuerst als einer von vielen Ständen auf dem Hamburger Fischmarkt. Später zog der Store, bekannt für seine originalen Jeans und Cowboy-Stiefel, auf den Kiez. Stars wie Freddy Quinn und Wolfgang Joop gehörten zu den Fans des Modeladens. Nach 56 Jahren ging 2017 dann die letzte Westernklamotte über den Tresen.
„Die Miete ist ortsüblich aber einfach nicht mehr zu erwirtschaften. Die Leute kaufen im Internet und die Kiez-Besucher wollen vor allem Party machen und nicht einkaufen“, sagte Vanessa Kasselmann, die Chefin des Ladens damals der MOPO.

Hamburg: Wird der Kiez zum Ballermann?

Weitere Geschäfte mussten dicht machen. Das Traditionshaus Schuh Messmer war Hamburgs ältestes Schuhgeschäft. Seit 175 Jahren waren extravagante Schuhmodelle das Aushängeschild des Ladens. Von hohen Stiefeln mit Nieten bis zu High Heels ab Größe 45 - dort fand jeder Kunde etwas Passendes. Ein Laden, der Prostituierte, Touristen und Stars wie Udo Lindenberg oder Helene Fischer gleichermaßen anzog.

2018 war dann Schluss, wobei es nicht an der Miete gelegen habe, wie Inhaberin Susan Lawrence gegenüber der MOPO sagte. Sie bezeichnete das Problem als „Ballermannisierung“ der Reeperbahn.
Hohe Mieten, Konkurrenzdruck: Ladensterben auf St. Pauli greift seit Jahren um sich

In Erinnerung bleibt auch das Drama um den Abriss der maroden Esso-Häuser an der Taubenstraße im Jahr 2013. Damals verschwand ebenfalls die namensgebende Tankstelle. Sie war nicht nur für Touristen eine Attraktion, auch viele Hamburger Nachtschwärmer holten sich dort gern ein Weg-Bier oder kauften Sonntagmorgens um 3 Uhr noch schnell eine Tiefkühlpizza.

Der Musik-Club „Molotow“, der im Keller der inzwischen abgerissenen Gebäude gelegen hat, musste lange um sein Bestehen bangen, konnte sich am Ende aber in die Räumlichkeiten der früheren „China Lounge“ bei der S-Bahn-Reeperbahn retten.

Auf dem ehemaligen Gelände der Esso-Häuser soll nun das „Paloma-Viertel" entstehen. Die für 2019 geplanten Bauarbeiten verschieben sich aber bislang.

Im letzten Jahr musste auch Deutschlands erste Burlesque-Bar, das „Home of Burlesque“ (ehemals „Queen Calavera“) erleben, was der Wandel auf der Reeperbahn bedeutet. Über zehn Jahre zeigten die Künstlerinnen in der Bar gegenüber der Herbertrstaße Striptease im Stil der 50er. Eine Abwechslung gegenüber den üblichen Strip-Shows auf der sündigen Meile. Doch schließlich fiel auch diese Bar dem Kiez-Sterben zum Opfer.

Was wird aus dem „Schlemmer-Eck“?

Die Kult-Kneipe „Schlemmer-Eck“ war jahrelang eine Anlaufstätte für die Tubojugend, die Anhänger der norwegischen Punk’n’Roll-Band Turbonegro. Hier gab es Deftiges, kulinarisch und manchmal auch verbal. Doch genau das machte den Charme der Kneipe aus. Seit dem Tod von Inhaber Herbert Stender, hat sich vieles verändert. Der Führungsstil des neuen Besitzers gefällt nicht jedem Stammgast, der neue Name „Che Guevara Bar“ auch nicht.

Billiger Alkohol, ein stetig wachsendes Angebot an Kiosken und Fast-Food-Ketten, dazu der Trend zur Mallorca-Mucke in den Clubs. Stück für Stück verschwindet das alte St.-Pauli-Feeling. Die schnodderigen Kiez-Kneipen, die den Kult-Charakter des Viertels über Jahrzehnte hin ausmachten, bangen um ihre Existenz. Wer noch einmal den echten Kiez entdecken möchte, der sollte sich beeilen.

https://mobil.mopo.de/hamburg/ladenster ... --32859702

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Noch ein Beitrag über den Kiez

13.07.19, 10:24 Uhr

Nach mehr als 30 Jahren Die nächste Kult-Kneipe auf dem Kiez macht dicht
Von Frank Spyra

Uschi (rechts) hilft Tomate (Mitte) beim Verpacken eines Geburtstagsgeschenks.
Foto: Florian Quandt

ST. PAULI
Paul-Rosen-Straße Ecke Große Freiheit: Hier liegt seit mehr als dreißig Jahren die Eckkneipe „Zur lustigen Mamma“. Unscheinbar sieht sie von außen aus. Die schmucklose, orangefarbene Fassade wirkt eigentümlich mediterran für eine Kiezkneipe. Betritt man den Laden, schrumpft die Welt zusammen auf den Schankraum, der kaum größer ist als ein Wohnzimmer. Es wird gemütlich. Aber in wenigen Tagen ist Schluss mit der kleinen Welt an der Großen Freiheit.

Anderthalb Meter von der Tür entfernt liegt der Tresen. Zwei Tische stehen gegenüber am Fenster. Die Wände sind bis an die Decke behängt mit Fotos, Urkunden, Ansichtskarten und Bildern. Der Korn kostet einen Euro, das Bier zwei. Das ist die Mamma.

Die Kneipe "Zur lustigen Mamma" an der Ecke Paul-Rosen-Straße und Große Freiheit.
Foto: Florian Quandt

Bereits um 18 Uhr ist der Laden gut gefüllt.

Einige Stammgäste sitzen zusammen bei einem Bier an den abgewetzten Tischen am Fenster. „Tomate“, Connie, Wirt Helmut und Uschi, seine Frau und die gute Seele der Mamma. Es wird gequalmt, aus der Juke Box erklingen Fats Domino und Cher.

Die Inhaber der Kneipe Uschi und Helmut Meinecke.
Foto: Florian Quandt

„Der Altersdurchschnitt meiner Belegschaft liegt weit über 70“, sagt Helmut Meinecke (73). Er hat die Kneipe 1989 übernommen und hat seitdem nicht viel geändert. Ende des Monats schließt die Bar. Am 27. Juli öffnet die Mamma das letzte Mal ihre Arme.

Ein zweites Wohnzimmer

„St. Pauli starb Ende der 60er Jahre“, sagt Helmut. Ihn störe der Abschied vom Gewerbe nicht. Damit steht er in der Mamma recht allein da. Für Connie (68) ist die kleine Kneipe ein Angelpunkt ihres Lebens. „Hier haben wir unseren Hexenclub“, sagt sie. Alle 14 Tage treffen sich die teils über 80-jährigen St. Pauli-Seniorinnen in der Pinte.

So kämpft die familiäre Gemeinschaft der Mamma gegen die Einsamkeit des Alters. „Ich kenne Uschi seit 40 Jahren“, sagt Connie und ruft ihr zu: „Für Dich mein halbes Leben! Die andere Hälfte behalt‘ ich selbst!“ Am 27., dem Tag des Abschieds, hat sie Geburtstag.

Uschi (rechts) hilft Tomate (Mitte) beim Verpacken eines Geburtstagsgeschenks.
Foto: Florian Quandt

„Tomate“ macht sich gerade bereit, um auf einen Geburtstag zu gehen. Als Geschenk hat er eine Dose Bier dabei. Uschi (75) kommt von hinten mit Geschenkband. „Komm‘ halt mal fest“, sagt sie, als sie ihm die Dose aus der Hand nimmt und anfängt eine Schleife darum zu binden.
„Du bist die Beste“, sagt der Musiker und nimmt sie in den Arm. Am letzten Tag wird er mit seiner „lustigen Tanztruppe“, dem „Horst with no Name Orchestra“, in der Mamma zum Tanz aufspielen. Wären sie mehr als zwei Mann, würden die Garage-Rocker wohl nicht in die kleine Kneipe reinpassen.

Die Wände der Kult-Kneipe „Mamma“ sind bis unter die Decke behangen.
Foto: Florian Quandt

„Ein richtiger Barmann war ich nie.“
„Die Ehrlichkeit, das Amateurhafte ist das Herz der Mamma“, sagt Helmut und denkt zurück. Der Beruf des Kneipiers sei Barmann, Entertainer und Psychologe in einem. „Aber ein richtiger Barmann wäre ich nie geworden. Dafür habe ich schon als Kind zu viel gesabbelt.“ Und genau dafür lieben sie ihn in der Mamma, wo man auch im Alter keinen Kaffee, sondern Bier und Schnaps trinkt. Bis der Wirt in Rente geht.

https://mobil.mopo.de/hamburg/nach-mehr ... t-32847994

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#329

Beitrag von deernhh »

02.09.19, 08:54 Uhr

Russen erobern Sex-Markt in Hamburg Millionen-Investition in Bordell!

Von Rüdiger Gaertner Daniel Gözübüyük

Der Barbereich mit schweren englischen Möbeln und einem Wasserfall an der Spiegelwand
Foto: Ruega
RAHLSTEDT

Das Geschäft mit dem Luxus-Sex boomt. Weg vom schnellen Schäferstündchen lautet das Motto auch in Hamburg. Reiche Russen erobern den Markt, übernehmen stadtbekannte Bordelle. Dazu zählt auch der legendäre Club „Aphrodite“ an der Rahlstedter Straße. Die neuen Eigentümer haben eigenen Aussagen nach kräftig investiert: Sogar die Bordüren auf den Toiletten sind aus Gold.

Das „Aphrodite“ ist ein Sex-Club mit Geschichte – und ebenso dunkler Vergangenheit. In den Neunzigern fischte man den damaligen Besitzer Fredo Strahlhoff tot aus dem Peutekanal. An seinen Beinen befestigt: eine 25 Kilo schwere Betonplatte.

Legendär: Die Vorstände von Immobilien-Firmen feierten hier auf Spesen und verprassten bis zu 4300 Mark am Abend. Ein bekannter Koks-Dealer badete in Champagner und ein Schlagersänger verschwand mit bis zu vier Frauen gleichzeitig auf dem Zimmer. Immer wieder gab es Razzien im „Aphrodite“. Der Verdacht: Einschleusung von Prostituierten und Zuhälterei.

Der VIP-Raum
Foto: Ruega

Politiker und Playmates versuchten ihr Glück im „Aphrodite"

Die Besitzer wechselten, auch ein Ex-Innenstaatsrat soll vor einigen Jahren sein Kaufinteresse bekundet haben. Zwischenzeitlich stand das „Aphrodite“ immer mal leer. Zuletzt versuchte Ex-Playmate Marina Damrow sich als Bordell-Chefin und scheiterte.

Russen übernehmen Rahlstedter Puff

Nun eine neue Ära in Rahlstedt: Reiche Russen haben das Haus nach MOPO-Informationen für 1,2 Millionen Euro gekauft. In die Renovierung sollen laut des neuen Besitzers noch einmal 1,5 Millionen geflossen sein. Woher das viele Geld kommt, bleibt sein Geheimnis. Die Geschäfts-Idee: Sex in luxuriösem Ambiente – mit Edel-Prostituierten und Limousinen-Service.

In Hamburg gibt es bereits zwei Bordelle, die auf dem High-Class-Segment operieren. Nun kommt ein weiteres hinzu. Billig-Sex sei out, heißt es in der Szene. Die Freier hätten genug von den schmuddeligen Appartements, in denen zum Schluss immer mehr abgezockt wurde. Sauberes Ambiente in sicherer Atmosphäre sei stark im Kommen, behauptet auch der neue Betreiber.

Der Barbereich im „Aphrodite Club“
Foto: Ruega

Die MOPO sah sich vor der Eröffnung dort um: Schwere englische Ledermöbel, ein Wasserfall an der Bar, rot verkleidete Treppenstufen. In dem VIP-Raum steht ein Kristallspiegeltisch in Diamantenform, im Spa-Bereich wurden Whirlpools in den Boden eingelassen. Im ersten Stock warten eine Suite mit blattgoldüberzogenen Möbeln, ein komplett verspiegeltes „Spielzimmer“ und eine Toilette mit Bordüren aus Gold auf zahlungskräftige Besucher.

Neue Managerin: „Wird nicht der einzige Laden bleiben"

Chefin Elina (29) führt das Edel-Bordell.
Foto: Ruega
Die neue Chefin Elina ist sichtlich stolz auf ihren neuen Laden: „Das Haus wird in ,Aphrodite – Vier Jahreszeiten' umbenannt. Dazu mit fünf Sternen versehen.“

Elinas Bruder, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat alles finanziert, die 28-Jährige wird das „Aphrodite“ führen. Sie denkt schon weiter: „Es wird nicht der einzige Laden in Hamburg bleiben. Wir schauen, welches Haus wir noch übernehmen und führen können.“
Frauen aus Ungarn, Tschechien, Lettland und Bulgarien

Die Huren, die dort anschaffen, stammen zumeist aus Ost- und Südeuropa, vorrangig aus Ungarn, Tschechien, Lettland und Bulgarien. Alle haben laut Chefin Elina den sogenannten Huren-Pass und arbeiten auf selbstständiger Basis. „Bei uns werden alle behördlichen Vorgaben eingehalten. Auch die, die Gesundheit betreffen“.

Offizielle Eröffnung des neuen Edelbordells wird Anfang September sein. Auf der Gästeliste stehen viele Prominente aus Show, TV und Sport – um eine neue Ära im glorreichen „Aphrodite“ einzuläuten.

https://www.mopo.de/hamburg/russen-erob ... --33036764

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02.09.19, 19:23 Uhr

Neu in Hamburg Auf dem Kiez wird nun aus Pfandbechern getrunken

Von Ann-Christin Busch

ST. PAULI
Mehrere Tonnen Müll sammelt die Stadtreinigung Hamburg an jedem Wochenende auf der Reeperbahn ein. Seit dem Glasflaschenverbot vor zehn Jahren stapeln sich die Einwegbecher auf den Straßen. Eine Gemeinschaftsinitiative aus ansässigen St.Paulianern und Gewerbetreibenden sagt den Müllbergen mit einem neuen Pfandbechersystem nun den Kampf an.

Vor fast genau zehn Jahren wurde auf St. Pauli ein Glasflaschenverbot eingeführt. „Regelmäßig gab es vorher Verletzte und Schwerverletzte durch die Glasflaschen“, sagt Hamburgs Innensenator Andy Grote. Wer aktuell sein Getränk aus der Bar mit auf die Straße nehmen möchte, muss es sich deshalb in einen Einwegbecher umfüllen lassen. „An einigen Tagen watet man auf dem Kiez morgens durch Müllberge“, sagt Julia Staron, Quartiersmanagerin der Interessengemeinschaft St. Pauli die Situation. Das soll sich jetzt ändern.
Weltweit einzigartig: 30.000 Pfandbecher für St.Pauli

Die Interessengemeinschaft ist nur ein Teil der neuen Gemeinschaftsinitiative. Mit dazu gehören außerdem die Astra St. Pauli Brauerei sowie die Klimapatenschaft GmbH. Gemeinsam mit Innensenator Andy Grote und Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, hat die Initiative am Montag den Startschuss für ihr nachhaltiges System gegeben.

Hans Albers, Olivia Jones und Domenica: Drei Kiez-Größen zieren die Pfandbecher.
Foto: Patrick Sun

In einem sechsmonatigen Pilotprojekt sollen 30.000 Mehrweg-Pfandbecher ihren Weg auf die sündige Meile finden. Demnächst können die Reeperbahn-Gäste sich ihre Getränke dann für 1 Euro Pfand in einem der nachhaltigen Becher mitnehmen. Aktuell sind sechs Gastronomiebetriebe an dem Projekt beteiligt. Plakate und Aufkleber in den Schaufenstern weisen auf die Aktion hin.

10 Cent pro Mehrwegbecher gehen an guten Zweck

An den Ausgabestellen können die Pfandbecher auch nach Gebrauch wieder zurückgegeben werden. Es ist weltweit das erste Mehrwegbecher-Projekt, an dem eine gesamte Amüsiermeile beteiligt ist. Die Finanzierung der Testphase übernimmt die Astra St Pauli Brauerei, dort werden die Becher auch gelagert und an die Gastronomiebetriebe ausgegeben.

„Ein Becher kann etwa 400 bis 500 Mal befüllt werden. Danach recycelt ihn ein Anbieter aus der Region zu einhundert Prozent“, sagt Michael Garvs von der Klimapatenschaft GmbH. 10 Cent von jedem herausgegebenen Becher gehen an ein soziales Projekt, das gemeinsam mit der Aktion „Pfand gehört daneben“ ausgesucht wird.

Olivia Jones, Hans Albers, Domenica: Kiez-Größen zieren die Becher

Für den bunten Stadtteil St. Pauli gibt es natürlich keine stinknormalen Pfandbecher. Der Hamburger Künstler Uli Pforr hat drei verschiedene Motive für die Trinkgefäße kreiert. Darauf zu sehen: Domenica, Hans Albers und Olivia Jones.

Innensenator Andy Grote, Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, Olivia Jones als Kunstwerk und in Persona sowie Künstler Uli Pforr (v.l.n.r.).
Foto: Patrick Sun

Die Drag Queen stellt ihren eigenen Becher sogar persönlich vor – mit dem ihr eigenen Humor: „Bei dem Motiv habe ich mich erstmal erschrocken, aber das ist eben Kunst. Wer mich auf dem Pfandbecher hat, schmeißt ihn bestimmt nicht weg.“ Sie sei sehr stolz auf das Projekt und hoffe, dass es sich über St. Pauli hinaus weltweit verbreiten wird.

Innensenator Andy Grote und Bezirksamtsleiter Falko Droßmann zeigen sich ebenfalls zuversichtlich, das Pfandbecher-System in Zukunft ausweiten zu können. „Es ist ein Schritt nach vorn, für die Sauberkeit und auch das Miteinander auf St. Pauli“, sagt der Innensenator. Falko Droßmann ergänzt: „Ich würde mir wünschen, dass das System in Zukunft erweitert werden kann auf andere Stadtteile oder Großveranstaltungen.“

https://www.mopo.de/hamburg/neu-in-hamb ... n-33106142

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Und jetzt eine Doku über die Reeperbahn
Dauer: 46 Minuten. Viel Spaß

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Ausstellung und Buchveröffentlichung "Plug and Play" in Hamburg St.Pauli

#330

Beitrag von Veraguas »

Ausstellung und Buchveröffentlichung zu 150 Jahre Vibratoren im kleinen Erotic Art Museum auf Hamburg St.Pauli, Bernhard-Nocht-Strasse 79.
Am 3.Oktober 2019 um 19:00 Uhr.

Es grüsst der Veraguas
Einladung_Dildo01.jpg
PLUG&PLAY06.jpg
PLUG&PLAY03a.jpg
PLUG&PLAY10.jpg
.
.
PLUG&PLAY03b.jpg (38.23 KiB) 1372 mal betrachtet
Welches Problem auch immer in der Gesellschaft besteht-
der Staat weiss eine völlig irre Problemlösung die niemandem nützt, aber Arbeitsplätze im Beamtenapparat schafft. H.S.

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#331

Beitrag von Kasharius »

Am Tag der Deutschen Einheit....genial!

Kasharius grüßt

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#332

Beitrag von Kasharius »

Artikel zur Wohnungsprostitution in HH vom 1.10.

https://www.mopo.de/hamburg/prostitutio ... --33247870

Kasharius grüßt

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#333

Beitrag von deernhh »

11.10.2019 06:45 20.294
YOUTUBER EXSL95 SUCHT MÄDELS FÜR SEX UND DIE BEKOMMEN SO EINIGES GEBOTEN!
URLAUB IN HAMBURG: EXSL95 AUF DER SUCHE NACH SEX

Frankenthal/Hamburg - YouTuber Exsl95 (24) gönnt sich Urlaub. Und wo geht es für den Pfälzer hin? Nach Hamburg!

Unter der Dusche (rechts) erzählt Exsl seinen Fans von den Plänen. Später zeigte er sich in seiner Instagram-Story bereits in der Hansestadt (links).

In einem YouTube-Video kündigte der 24-Jährige (bürgerlich: Tobias Eckmeier) auch schon an, was er in der Hansestadt UNBEDINGT machen will.

"Auf jeden Fall werde ich den Kontakt zu Prostituierten suchen", erklärt er unter der Dusche. "Ich werde auf jeden Fall versuchen, mindestens ein Mal Sex zu haben in der Zeit."

Seine 484.000 Abonnenten auf der Video-Plattform müssen derweil keine Sorge haben, dass sie etwas verpassen könnten. Der Vlogger will nämlich über seine Sex-Suche berichten.

Apropos Fans: Wer den 24-Jährigen treffen möchte, der kann das laut Exsl, indem er auf dessen Instagram-Kanal verfolgt, wo er sich aufhalten wird: "Vielleicht hat ja jemand Lust, sich mit mir zu treffen." Das kündigt der Pfälzer aber nicht ganz ohne Hintergedanken an, erhofft er sich doch dadurch weibliche Gesellschaft. "Ich spreche hier vor allem Frauen an, die das hier sehen und sich denken 'Ja... der ist gar nicht soooo fett. Und soooo hässlich.'"

Und Ladies, die sich bei ihm melden, denen blüht nicht nur der Aufenthalt in Exsls Zimmer im 1-Sterne-Hotel in Altona: "Wir könnten uns den Röhren-Fernseher teilen und 'ne billige Matratze."

Doch damit hört der Luxus nicht auf: "Frühstück ist natürlich All Inclusive, die neun Euro fürs Buffet morgens für die Dame würde ich dann auch bezahlen." Na, wenn DAS mal kein Anreiz ist!

Wie Exsls Suche nach dem sexuellen Abenteuer verläuft, lässt er uns garantiert wissen...

Fotos: Montage: Screenshots Instagram.com/Exsl95, YouTube


https://www.tag24.de/nachrichten/exsl95 ... mi-1245943

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25.10.19, 10:30 Uhr
Auf Sex-Suche in Hamburg Verstörendes Reeperbahn-Video von YouTuber Exsl

Auf dem Hamburger Kiez wurde YouTuber Exsl von Fans erkannt – davon postete er ein Bild auf Instagram
Auf dem Hamburger Kiez wurde YouTuber Exsl von Fans erkannt – davon postete er ein Bild auf Instagram.

Foto: Instagram/exsl95

YouTuber Exsl aus Berlin hat in Hamburg Großes vor: Auf der Reeperbahn will er seine Jungfräulichkeit verlieren – und sucht dafür mit Freunden auf der sündigen Meile eine Prostituierte. In einem Live-Stream nimmt er seine Abonnenten mit auf Brautschau – die am Ende leider doch scheitert.

Die Suche nach einer Sexualpartnerin ist nicht immer leicht. Diese Erfahrung hat nun auch YouTuber Exsl, der bürgerlich Tobias Eckmeier heißt und gelernter Elektrotechniker ist, gemacht.

In seinen YouTube-Videos, mit denen er mittlerweile Tausende von Abonnenten erreicht, zeigt der 24-jährige Berliner Ausschnitte aus seinem Leben, die ihn beim Alkohol trinken, telefonieren oder Party machen zeigen – und nennt diese Videos selber „Asi Content".

So lässt er seine Fans auch in seinem neuesten YouTube-Videos an seiner schwierigen Suche nach einer Bettgefährtin teilhaben und haut direkt zu Beginn raus: „Wir gehen mir jetzt eine Prostituierte klar machen."

Exsl macht mit Freunden die Hamburger Reeperbahn unsicher

Von seinem Besuch auf der Reeperbahn erzählt er: „Wir waren eben in so einem Schuppen drin, sechs Euro das Bier und einen Kurzen. Was wir nicht wussten, dass wenn wir uns dahin setzen, für 80 Euro eine Show buchen müssen, von einer Dame, die einen Sohn in meinem Alter mit 21 Jahren hat. Keiner wollte bezahlen, also sind wir wieder raus."

Doch Exsl und seine Freunde geben nicht auf, gehen an einem Sexshop und einem Tabledance-Club vorbei, vor dem sie von Fans belagert werden.

„Wir laufen jetzt durch so eine Puff-Straße oder sowas. Hier sind überall LEDs mit tanzenden Frauen", kommentiert Exsl die Tour weiter. Zum Ende sagt er zwar, dass der „Abend mega war", aber ob er jetzt eine Frau gefunden hat, lässt er offen.

Exsl freut sich auf Date in Hamburg – und hat sogar Kondome dabei
Doch am frühen Sonnabend gibts dann Neuigkeiten von dem YouTuber. In einer Instagram-Story erzählt er: „Leute, ich hab spontan noch eine Verabredung, man könnte es auch Date nennen mit einer Frau." Und bei diesem Treffen soll es auch gleich zur Sache gehen, Exsl verrät: „Ich hab Kondome dabei."

Seine Fans bittet er noch darum, ihm Glück zu wünschen, denn „ich bin unerfahren und es ist schon länger her."

Aber aus dem Treffen mit der Traumfrau scheint nichts geworden zu sein. Nur wenig später berichtet der Internet-Star: „Das ist wieder der Beweis, dass ich niemals eine Frau finden werde, wir sind in der Hur***-Hochburg-Hamburg, denn es ist der zweite Tag und ich bin immer noch Jungfrau."

YouTuber Exsl: Warum findet er keine Frau, die mit ihm ausgeht?
Und lange warten kann er wohl nicht mehr und sagt: „Junge, ich hab Druck auf der Leitung.“

Für Exsl ist unerklärlich, warum es bei seiner Reeperbahn-Tour nicht geklappt hat, er sagt: „Es muss doch auf diesem Planeten irgendeine Frau geben, die so wenig Selbstwertgefühl hat und keine Ansprüche ans Leben besitzt und mit dem Leben komplett abgeschlossen hat, die mit mir ausgeht."

Irgendwie eine ziemlich traurige Aussage. Bleibt zu hoffen, dass der YouTuber bald ein geeignetes Betthäschen findet – vielleicht ist dann ja auch mehr drin.

https://mobil.mopo.de/hamburg/promi---s ... QCKAE%253D

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Mir ist beim Lesen die Tasse fast runtergefallen.
Er ist ein Sexarbeiterinnen-Schreck.
Kein Wunder, dass es nicht klappte.
Zum Glück können wir SW uns unsere Gäste selbst aussuchen.

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#334

Beitrag von Veraguas »

deernhh hat geschrieben:
25.10.2019, 22:12
Mir ist beim Lesen die Tasse fast runtergefallen
Wie gut kann ich es nachempfinden! O tempora O mores. Welch ein Verfall der Sitten und Gebräuche bei unseren Gästen auf St.Pauli.
Und zu allem Überfluss musste ich heute feststellen, dass irgendein unsensibler Kunst- und Kulturbanause eines der letzten verbliebenen Wandbilder unseres geliebten Kietzmalers Erwin Ross mit weisser Farbe übergepinselt hat. Anbei ein Foto als letzte Erinnerung.
2017-08-20 03-07 IMGP1190b.jpg
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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#335

Beitrag von deernhh »

10. 12. 2019
VON
JAN-PAUL KOOPMANN
Prostitution in Hamburg
In finstere Ecken gedrängt

Sexarbeit gehört seit Jahrzehnten zum Hamburger Stadtteil St. Georg. Durch Sperrbezirk und Kontaktverbot wurde die Prostitution nur geheimer.

Frauen gehen an einem Haus mit einer Leuchtreklame "Leih-Haus" vorbei
Ins Dunkelfeld abgedrängt: Prostitution in St. GeorgFoto: Miguel Ferraz

HAMBURG taz | Im Kalender steht nichts vom Streiten: Es ist Montag, der 25. November – und damit Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Ein Anliegen also, gegen das wenigstens öffentlich kaum mit Gegenwind zu rechnen sein dürfte. Vor dem Hamburger Rathaus wird eine Fahne der Frauenrechtlerinnen von Terre des Femmes gehisst: „Frei leben ohne Gewalt“ ist da über eine stilisierte Frauenfigur gedruckt. Der Hamburger Senat hat die Aktivistinnen eingeladen, zum Sektempfang als Dank für ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

Doch auch unten auf dem Platz vor dem Rathaus sind Transparente zu sehen. Rund 40 Frauen, die nicht eingeladen sind, halten handbeschriebene Laken und Schilder in die Luft: „Wir sind gegen Gewalt“. Bemerkenswert ist, dass die Frauenrechtlerinnen vor und die im Rathaus nicht nur jeweils für die Rechte der Frau kämpfen, sondern zumindest heute, an diesem symbolträchtigen Montag, vor allem auch gegeneinander antreten.

Es geht um Sexarbeit, Prostitution oder Hurerei. Schon über diese Worte lässt sich lange streiten. Für Terre des Femmes und andere traditionell-feministische Gruppen gilt Sexkauf als Inbegriff von Ausbeutung und Unterdrückung der Frau, weshalb sie den diesjährigen Aktionstag der Forderung nach einem grundsätzlichen Verbot der Prostitution gewidmet haben.

Auf der Kundgebung draußen vor dem Rathaus heißt es hingegen, gerade das Verbot der Sexarbeit sei Gewalt an Frauen. Oder vielleicht noch schärfer gegen Terre des Femmes gewendet: „Sexkaufverbot ist antifeministisch“.

Fast alle Protestierenden kommen aus der Sozialarbeit: Der Verein Ragazza ist gekommen, eine Anlaufstelle für drogenabhängige Frauen und Prostituierte, einige Menschen aus der Aidshilfe – sowie von Sperrgebiet St. Georg, die unter dem Dach der Diakonie niedrigschwellige Hilfe für die meist osteuropäischen Sexarbeiterinnen des Stadtteils anbieten.

Protest der Sozialarbeiter*innen
Deren Leiterin Julia Buntenbach-Henke hat die Aktion mitorganisiert, weil sie die aktuelle politische Debatte über das Sexkaufverbot für höchst gefährlich hält. Das sei nicht nur keine Lösung des Problems, sagt sie: „Verbieten verschärft die Ausbeutung sogar noch“, weil die Frauen weiter in Unsichtbarkeit und Abhängigkeit von kriminellen Strukturen gedrängt werden.

Die Gruppe Sperrgebiet St. Georg arbeitet zwei Kilometer östlich, genau auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs. Ihre Räume liegen in einer Nebenstraße des Steindamms, gar nicht weit vom berüchtigten Hansaplatz entfernt. Von außen ist das Gebäude unscheinbar, die Fenster undurchsichtig, um die Frauen zu schützen, die hier Hilfe suchen.

„Wir vermitteln rechtliche Beratung und haben auch regelmäßig eine Ärztin hier“, sagt Buntenbach-Henke. Besonders beliebt sei auch die Friseurin. „Und Kondome, immer wieder Kondome.“ Zurzeit stapeln sich in den Büroräumen und im Keller noch Kartons voller gespendeter Winterjacken. Das Klientel der Gruppe setzt sich vor allem aus Frauen aus der Armutsprostitution und vom Straßenstrich zusammen. Wo es schlichtweg an allem mangelt.

Dass die Freier, die trotz Kontaktverbot zum Hansaplatz kommen, aus immer härteren Milieus stammen, kann hier in den umliegenden Bars und Geschäften jede*r bestätigen

Dass es in St. Georg seit Jahrzehnten Sex zu kaufen gibt, weiß in Hamburg jede*r. Obwohl hier – anders als auf der Reeperbahn – niemand auf die Idee käme, Prostitution als Touristenspektakel mit dem fragwürdigen Charme des durchgeknallten Stadtmarketings zu inszenieren. In St. Georg geben Voyeurismus und Angstlust den Ton an: „Straße des Schreckens“ stand mal in der Hamburger Morgenpost, die Bild vermutete hier schon den „Vorhof zur Hölle“.

Tatsächlich muss man in St. Georg nicht lange nach Sexarbeiterinnen suchen, mit ihnen aber über ihre Lebensumstände oder Arbeitsbedingungen zu sprechen, ist erst mal nahezu unmöglich. Die meisten kommen aus Bulgarien, aus Rumänien oder Polen. Seit ein paar Jahren versuchen auch viele Geflüchtete, hier irgendwie unterzukommen. Und sie alle sind es gewohnt, dass längst nicht nur Freier nach ihnen suchen, sondern auch ganze Heerscharen von Gangstern, Polizisten und Missionaren.

St. Georg ist jedoch nicht nur für seinen Drogenstrich berüchtigt, sondern auch für fragliche staatliche Regulierungsversuche. Seit 1980 ist hier Sperrbezirk, auch wenn es gut 20 Jahre dauert, bis die Behörden tatsächlich offensiv werden. Höhepunkt der Maßnahmen ist das Kontaktverbot, welches bereits Anbahnversuche von Freiern und Sexarbeiterinnen unter Strafe stellt.

Das Ergebnis: Prostitution wurde ein bisschen geheimer – und zog sich in immer finstere Ecken zurück. Das ist ein Problem für die Frauen selbst, aber auch für jene, die ihnen helfen wollen. Buntenbach-Henke berichtet von „Kolleginnen, die nun wirklich nicht empfindlich sind, und die sagen: Da gehen wir abends nicht mehr hin.“ Das gilt auch für die Gegenseite: Dass die Freier, die trotz Kontaktverbot zum Hansaplatz kommen, aus immer härteren Milieus stammen, kann hier in den umliegenden Bars und Geschäften jede*r bestätigen.

Die Prostitutionsgesetze von 2002 und 2017 haben sicher zu dieser Verschattung des Geschäfts beigetragen, obwohl sie das Gegenteil im Sinn hatten. Das seit zweieinhalb Jahren gültige Prostituiertenschutzgesetz ist ja auf dem Papier ein Legalisierungsprogramm: Sexarbeiterinnen sollen sich anmelden, krankenversichern, sich beraten lassen und Steuern zahlen. Nur ist das alles für Frauen in St. Georg, die oft kaum Deutsch sprechen, die manchmal überhaupt nicht lesen können, eine ziemlich undurchsichtige Angelegenheit.

Und im Zweifel ist die Seite der Ausbeuter besser aufgestellt: Kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes tauchen von Steindamm bis zum Kiez dubiose Versicherungsmakler und vermeintliche Anwälte auf. Eine Frau habe 1.500 Euro für eine vermeintlich notwendige „Steuerberatung“ zusammengekratzt, ist zu hören.

In der Herbertstraßeauf St. Pauli werden europäische „Krankenversicherungen“ vertickt, die in Deutschland nichts abdecken. Die Zuhälter setzen „Serviceverträge“ auf, die der Arbeit etwa in Modellwohnungen einen rechtlichen Rahmen geben, der in der Regel nicht zu Gunsten der Frauen ausfällt. Da ist dann immer wieder von Kosten „in angemessener Höhe“ die Rede, einer hebt unter Paragraf 5 mit einem Nebensatz das Briefgeheimnis der Sexarbeiterin auf.

Dennoch: „Das Schutzgesetz ist nicht nur schlecht und bietet in der Evaluation auch Chancen“, sagt Julia Buntenbach-Henke. „Wir sehen nur immer noch, wie wenig die Frauen überhaupt von den Regelungen wissen. Und wie viel Verunsicherung das mit sich bringt.“

Abwanderung ins Internet

Die Ablehnung pauschaler Verbote fußt bei den Sozialarbeiterinnen in St. Georg jedenfalls auch auf solchen Erfahrungen. Sexarbeit hat durch die bisherigen Regularien nicht abgenommen, sich sehr wohl aber weiter verelendet. Nur Frauen, die unter extremer Mehrfachdiskriminierung leiden, arbeiten hier heute noch offen sichtbar.

Und sie werden immer älter, weil sich die jüngste Generation zunehmend über das Internet organisiert. Sperrgebiet St. Georg war ursprünglich als Teil der Jugendhilfe angetreten und hat sein Angebot aber stückchenweise immer weiter gefasst. „Es sind inzwischen auch 60-Jährige dabei“, sagt Buntenbach-Henke. Unter welchen Bedingungen der Nachwuchs arbeitet, ist auch für professionelle Betreuungsstrukturen heute immer weniger ersichtlich.

Wer sich eine Weile auf dem Hamburger Steindamm umsieht, wird jedenfalls verstehen, warum manche die Prostitution am liebsten schlagartig abschaffen würden – und Ausstiegsprogramme fordern statt kleinteilige Unterstützung. Auch Sperrgebiet St. Georg hat so ein Projekt im Angebot. Wer aussteigen will, bekommt hier Hilfe. Dass das eher selten passiert, dürfte auch daran liegen, dass ihnen die Welt jenseits des Strichs nicht gerade offensteht. Ohne feste Wohnung kein Job und ohne Job keine Wohnung: Das ist der Teufelskreis der Deklassierten, der Obdachlosen und vieler Geflüchteter.

Verschärfter Ton
Oft ist schon das Konto nicht zu kriegen, ohne das man mit dem Ausstieg gar nicht erst anzufangen braucht. Es sei nicht zwar unmöglich, sagt die Sperrgebiet-Leiterin Buntenbach-Henke, aber eben außerordentlich schwierig. Echte Ausstiegsprogramme seien darum nur sinnvoll, „wenn sie auch mit realistischen Mitteln ausgestattet sind“.

Dazu kommt eine kulturelle Barriere, die sich allein in juristischen Kategorien kaum verstehen lässt. Sexarbeit sei immer in der Schmuddelecke gewesen, sagen die Sperrgebiet-Mitarbeiterinnen, weshalb ihre Projekte immer bei der Entstigmatisierung des Berufs ansetzen. Nur gilt hier: „Ein Verbot würde genau das Gegenteil bedeuten.“

In der politischen Debatte verschärft sich derweil der Ton, seit die Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier (SPD) im Sommer einen Arbeitskreis zur Prostitution gegründet hat, der inzwischen fraktionsübergreifend besetzt ist. Die Kräfteverhältnisse sind nach wie vor nicht entschieden. Klar ist aber, dass die Verbotsforderung von Terre des Femmes nicht im luftleeren Raum stattfindet.

Grundverschiedene Vorstellungen von Feminismus
Hier prallen grundverschiedene Vorstellungen auch darüber aufeinander, was Feminismus bedeuten kann. Sperrgebiet-Mitarbeiterin Ines Berding betont, dass die Illegalisierung nicht nur die Sexarbeit selbst betreffe, „sondern auch grundsätzlich das Recht von Frauen, über ihre Körper zu entscheiden“. Die Argumente der Verbotsbefürworter seien pure Fremdbestimmung und erklärten die Sexarbeiterinnen zu unmündigen Opfern.

Auch wenn alle Seiten immer wieder von Zahlen sprechen, die wahlweise ein Scheitern oder einen Erfolg des Nordischen Modells belegen sollen, nach dem sich der Freier strafbar macht, nicht die Sexarbeiterin, läuft es immer wieder darauf hinaus, dass sich hier Moral und Pragmatik anein­ander reiben. „Wie kann so etwas erlaubt sein?“, fragen die einen. „Welchen Schaden bedeutet ein Verbot für bestehende Hilfsstrukturen und für die Frauen selbst?“, wollen die anderen wissen.

Unwahrscheinlich ist, dass sich beides zusammendenken lässt. Umso wichtiger wird sein, wohin das politische Pendel in Berlin in den kommenden Wochen und Monaten ausschlagen wird. Und in St. Georg werden bis dahin erst einmal weiter die Winterjacken verteilt.

https://taz.de/Prostitution-in-Hamburg/!5644565;moby/

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#336

Beitrag von Sabine Bauer »

Danke Dir, interessanter Artikel

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#337

Beitrag von deernhh »

Hier mal wieder Berichte aus Hamburg:

20.12.19, 18:11 Uhr
Hamburg Steuerfahnder schlugen zu – Razzia im Puff auf St. Pauli
Von Thomas Hirschbiegel


Prostituierte suchen auf der Straße nach Freiern, mit denen sie anschließend in ein zuvor angemietetes Zimmer einer "Steige" gehen. (Symbolbild)

Foto: dpa

HAMBURG -
Wenn die Steuerfahndung kommt, schrillen im Puff die Alarmglocken! Keiner wird im Rotlicht-Milieu so gefürchtet wie die Finanz-Fahnder mit ihren umfangreichen Befugnissen. Nun schlug die Truppe mitten auf dem Kiez zu.

Ziel waren zwei Steigen an der Davidstraße und der Friedrichstraße. Die waren bereits 2016 mehrfach durchsucht worden. Der Betreiber schloss die „Gewerblichen Zimmervermietungen“ damals vorläufig. Das ist der offizielle Begriff für die Bordelle auf dem Kiez. Die Betreiber vermieten ihre Zimmer an wechselnde Prostituierte und kassieren dafür täglich mindestens 100 Euro pro Zimmer.

Das „Vermietungs-Geschäft“ schwankt stark, das nutzen die Steigen-Betreiber aus und versuchen, die Steuer zu beschubsen. Deswegen gibt es eine Sondereinheit der Steuerfahndung, die sich auf das Rotlicht-Milieu spezialisiert hat.

Die Beamten schlagen sich schon mal die Nächte um die Ohren, observieren die Objekte und registrieren, wie viele Frauen dort pro Nacht ein Zimmer mieten. Wenn diese Ermittlungsergebnisse stark davon abweichen, was die Betreiber als „Erlöse aus Vermietung und Verpachtung“ angeben, droht eine Razzia.

Razzia auf dem Kiez: Huren auf der Davidwache verhört
Mittwochabend stürmten die Fahnder zusammen mit 20 Polizisten die beiden Absteigen. Die „Mieterinnen“ die auf der Straße nach Freiern suchten, wurden im Gänsemarsch zur Davidwache geführt und dort vernommen.

Übrigens: Chef der Steuerfahnder-Truppe war wieder Dieter P. - auf dem Kiez als „Mann mit dem Hut“ gefürchtet. Er ist bereits über 60, weißhaarig aber offenbar noch immer voller Fahndungseifer und Tag und Nacht auf der Jagd nach Steuersündern auf St. Pauli

https://www.mopo.de/hamburg/hamburg-ste ... i-33643198

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19.12.19, 11:52 Uhr
Hamburg in den 80er Jahren Die Paten von St. Pauli: Als auf dem Kiez die Kugeln flogen
Von Thomas Hirschbiegel

Zuhälter Klaus Barkowski, genannt der „Schöne Klaus“, kannte in den 1980er Jahren jeder auf dem Kiez.

Foto: Mopo Archiv
ST. PAULI

Filmreife Auftritte von Zuhältern wie dem „Schönen Klaus“, dem „Hundertjährigen“ oder „Beatle“ Vogeler, Statussymbole ohne Ende und jeden Monat eine Schießerei: Das war der Kiez in den 80er Jahren.

Brilli-Rolex für 50 000 Euro, Kaschmir-Mäntel von Cerruti und natürlich standesgemäße Fahrzeuge. Und das bedeutete einen SL-Mercedes, mindestens aber einen Porsche, am besten einen Lamborghini. Ohne Statussymbole ging in den 80er Jahren auf dem Kiez nichts. „Paulis Paten“ zeigten, was sie hatten – auch wenn die Kugeln flogen.

Hamburg: Die Paten von St. Pauli – als auf dem Kiez die Kugeln flogen
Der erste in einer Reihe von Männern, die den Titel „Pate“ trugen, war Wilfrid Schulz (1929-1992). Sein Spitzname war „Frida“ – doch zu seinen Lebzeiten hat niemand gewagt, Wilfrid Schulz in seinem Beisein so zu nennen. Mit eiserner Hand hatte er schon 1959 italienische Zuhälter vom Kiez gefegt, wenig später mit Möchtegern-Kiez-Königen wie „Schläger-Fred“ oder „Schweine- Harry“ aufgeräumt: Beginn einer fast 20-jährigen Herrschaft auf dem Kiez.

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Die Statussymbole der Zuhälter: Den schwarzen Lamborghini Countach des „Schönen Klaus“ kannte jeder auf St. Pauli.

Foto: Hirschbiegel
„Frida“ Schulz war der erste Pate von St. Pauli. Angefangen hatte Schulz als Hafenarbeiter und Portier. Andere konnten härter zuschlagen, hatten mehr Muskeln, doch was den Willen anging, sich durchzusetzen, konnte keiner Frida das Wasser reichen. Er wollte nach oben.

Die 60er auf der Reeperbahn: Ein Österreicher mischt den Kiez auf
Als der Ösi-Zuhälter Arnold Sellner 1965 auf dem Kiez auftauchte, hätte der 25-Jährige sich besser informieren sollen, wie weit oben Schulz schon war. Doch der Zuhälter mit dem schönen Spitznamen „Wiener Bär“ war so unklug, im Lieblingslokal von Schulz einem Gast Whisky ins Gesicht zu schütten und den Barkeeper mit einem Säbel zu „kitzeln“. Er holte Loddel-Kollegen von der Donau an die Elbe, drang in Fridas Machtbereich ein.

Video: Schüsse auf Hells-Angels-Boss

Keine gute Idee: Im „Hotel Austria“ an der Talstraße überfielen Schulz und Kumpane den Konkurrenten, stachen ihm ein Messer in den Bauch und drehten es langsam in der Wunde herum. Dann führten sie den verletzten „Bären“ seinen Landsleuten vor und befahlen: „Jetzt verlasst ihr die Stadt!“ Das abschreckende Beispiel wirkte. Es sollte nie wieder ernsthaft versucht werden, Fridas Macht anzutasten.

Er machte später Millionen mit Aktien. Täglich erkundigte sich der Bewohner einer protzigen Blankeneser Villa nach den Kursen – sein Verhängnis. Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung hörten mit, rückten 1982 mit einem Großaufgebot an. Jahre im Knast folgten. Schulz war ein gebrochener Mann. Als er 1992 mit 63 an Prostatakrebs starb, sagte der Pastor: „Er gelangte unter Ausschöpfung seiner besonderen Gaben zu Reichtum und Ansehen.“

Hamburg-St. Pauli: Der Aufstieg von „Beatle“ Vogeler
Nach „Frida“ Schulz kam die „GMBH“, eine Zuhältergruppe unter der Führung von „Beatle“ Vogeler. GMBH – diese Buchstaben standen damals für Gerd Glissmann, „Mischa“ Luchting,

„Beatle“ Vogeler und Harry Voerthmann. Anfang der 80er Jahre schafften im „Eros-Center“ und im „Palais d’Amour“ hunderte Frauen für die „GMBH“ an. Bei der Beerdigung ihres Partners, des „Schönen Mischa“ Luchting, 1982 auf dem Friedhof Ohlsdorf, zeigten die Männer ihren Reichtum ungehemmt. Allein ein Blumen-Gesteck in Form eines weißen Rolls-Royce Corniche (Luchtings Lieblingsauto) kostete 5.000 Euro.

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Zuhälter-Stil am Grab des „Schönen Mischa“. Die Herren der GMBH (l.) trugen schwarze Kaschmir-Mäntel von Cerruti.

Foto: MOPO Archiv
Luchting hatte sich aufgehängt, weil seine Partner Vogeler und Voerthmann ihn ausgebootet hatten, während er im Knast saß. Nun standen die beiden „Kiez-Granden“ am Grab und vergossen Krokodilstränen. Danach wollte die GMBH zum Tagesgeschäft übergehen (täglicher Umsatz um 100.000 Euro) übergehen.

Schüsse im Eros-Center auf St. Pauli
Doch drei Tage vor der Beerdigung waren im Eros-Center 18 Schüsse gefallen. „SS-Klaus“ Breitenreicher (23) und „Angie“ Becker (28) waren tot. „Karate-Tommy“ Born entkam mit einem Bauchstreifschuss. Früher wäre so eine kleine „Zuhälter-Unstimmigkeit“ mit Fäusten ausgetragen worden, doch die Zeiten waren härter geworden.

Video: Immer wieder Schüsse im Milieu

Alle paar Monate starb nun ein Lude an akuter „Bleivergiftung“. Jung-Zuhälter (die „Nutella-Bande“) rüsteten auf, kauften Maschinenpistolen, ja sogar Handgranaten. Harry Voerthmann, den sie wegen seiner Lebenserfahrung den „Hundertjährigen“ nannten, und „Beatle“ gingen in Deckung. Das war nicht mehr ihre Welt.

Mit „Wiener-Peter“ war ein Konkurrent auf dem Weg nach oben, der sich einen eigenen Killer wie einen Kampfhund hielt – Werner „Mucki“ Pinzner. Er ballerte einen Konkurrenten seines „Chefs“ nach dem anderen um und erschießt 1986 im Polizeipräsidium Berliner Tor einen Staatsanwalt, seine Frau und schließlich sich selbst.

Auftritt: „Ringo“ Klemm
Nach den Schüssen im Präsidium geht das Milieu in Deckung. Viele Zuhälter verlassen den Kiez oder landen im Knast. Einer aber übersteht diese wilden Jahre: Reinhard „Ringo“ Klemm. Klein ist er: Klemm misst gerade mal 1,67 Meter, doch auf St. Pauli war „Ringo“ ein Jahrzehnt lang ein ganz Großer.

Als er 1993 wegen Kokainhandels sechs Jahre nach Santa Fu geschickt wurde, ging eine Ära zu Ende. Der letzte Deutsche, der den Namen „Kiez-Pate“ verdient hatte, trat ab. Als der ehemalige Seemann und Fischer Ende der 60er Jahre auf St. Pauli anlandete, war die Ludenwelt noch in bester Ordnung.

Der „Pate vom Hans-Albers-Platz"
Pate „Frida“ Schulz, der unumschränkte Herrscher über die Reeperbahn, konnte ehrgeizige Jungs immer gebrauchen. Schon 1970 kam „Ringos“ Bewährungsprobe: Er soll zusammen mit „Stotter-Harry“, „Dakota-Uwe“ und „Tabak-Ilja“ mitten am Tag in der Friedrichstraße den Gangster Sergio di Cola erschlagen haben.

Der Italiener wollte Zuhältern Mädchen abwerben. Doch „Ringo“ war nichts nachzuweisen, er kam mit ein paar Monaten Knast davon. In den nächsten Jahren kämpfte sich Klemm nach oben, mit verschachtelten Beteiligungen an Bordelletagen, Steigen und Lokalen war er 1980 schon an der Spitze der Nahrungskette auf St. Pauli angelangt. Sein Titel: „Pate vom Hans-Albers-Platz“. Als St. Pauli- Killer Pinzner sein Unwesen trieb, geriet „Ringo“ ins Visier der Kripo.

„Ringo“ Klemms Flucht nach Südamerika
Bei einer Großrazzia 1986 entkam Klemm filmreif über das Dach seiner „Kommandozentrale“, der Kneipe „Chicago“ am Hans-Albers-Platz und flüchtete nach Costa Rica. Dort fanden ihn Reporter der MOPO, später schlug eine Sondereinheit zu, durchsiebte mit Uzis den Oldsmobile Toronado, mit dem „Ringo“ unter Palmen entlangfuhr. Doch nach der Auslieferung nach Hamburg kam Klemm glimpflich davon: drei Jahre Knast, weil er den „Smith & Wesson“-Revolver beschafft hatte, mit dem Pinzner im Polizeipräsidium gemordet hatte.

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Ringo Klemm (Mitte) flüchtete 1986 vor der Hamburger Polizei nach Costa Rica.

Foto: MOPO Archiv
Ringo eröffnete das „Chikago“ am Hans-Albers-Platz, das sich schnell zum In-Treff entwickelte, aber kaum Geld abwarf. Nach dem dilettantischen Versuch, ins Kokaingeschäft einzusteigen, wurde Ringo 1993 zu sechs Jahren Knast verurteilt. Er zog nach Ibiza, soll dort eine Kneipe betreiben.

Karate-Tommy überlebte sie alle
Thomas „Karate-Tommy“ Born war einer von sechs führenden Köpfen der „Nutella-Bande“, die Ende der 70er bis Anfang der 80er das Rotlichtmilieu mitbeherrscht hat. In den späten 70er Jahren heuerte er bei den „Nutellas“ an. „Dort war ich zuständig für den Bereich Stress.“ Wann immer jemand glaubte, sich an dem einträglichen Geschäft mit den Prostituierten beteiligen zu wollen, war „Tommy“ Born gefragt.

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“Karate-Tommy„ mit zwei Damen vom Kiez. Zuhälter war Karate-Kämpfer Thomas Born aber nie gewesen.

Foto: Ruega
„Ich bin dann hin zu den Leuten, hab‘ mir den Chef gegriffen und dem erst mal eine verpasst. Dann hab ich gefragt, ob es Probleme gibt.“ Die hatten sich damit dann meist erledigt. Bis zum 22. Oktober 1982. Das bis dahin geltende Gesetz, dass Konflikte nur mit Fäusten ausgetragen werden, wurde aufgehoben. Der Anlass war banal.

Zwei Mädchen prügelten sich. Die Jungs vom „Bel Ami“ verlangten Verdienstausfall, weil ausgerechnet ihre „Mitarbeiterin“ ein blaues Auge davontrug. „Ich also mit ,SS-Klaus’ und ,Angie’ Becker hin. Dann haben die anderen geschossen.“ Borns Kollegen waren sofort tot. Er selbst wurde am Bauch und Unterarm getroffen. Mit einem Sprung durch eine verschlossene Holztür rettete er sein Leben. Auf dem Kiez wurde „Tommy“ nach dem Vorfall zur Legende. Er starb am 1. Mai 2015 im Alter von 63 Jahren.

https://www.mopo.de/hamburg/hamburg-in- ... n-33290792

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20.12.19 16:34

SHOWS, SUFF UND EINSAME HERZEN

Was Besucher zur Weihnachtzeit auf St. Pauli erwartet
Sie gilt als "sündigste Meile der Welt": die Hamburger Reeperbahn. Die 930 Meter zwischen dem Nobis- und Millerntor sind weltbekannt und vielbesungen. Zu Weihnachten schlägt das Herz von St. Pauli anders - und manchmal auch ziemlich einsam.

Hamburg (dpa) - "Die Männer sind jetzt etwas doller angeschwipst, wenn sie vom Weihnachtsmarkt hierher kommen", sagt die etwa 30-Jährige mit den langen dunklen Haaren, die nur mit einem knappen schwarzen Lederbikini bekleidet im Neonlicht eines Schaufensters der Hamburger Herbertstraße auf Kunden wartet.

Auch würden manche Kolleginnen ihr Outfit jetzt "irgendwie saisonal" anpassen. Insofern sei die Weihnachtszeit auch in der Herbertstraße, die seit dem 19. Jahrhundert auf St. Pauli zur Prostitution genutzt wird, zu spüren.

Glühweindurstige und festlich Verpacktes

Es weihnachtet auf dem Kiez, nicht nur in der Herbertstraße: Auf dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn wirbt "Santa Pauli" als "Hamburgs geilster Weihnachtsmarkt" um glühweindurstige Besucher, die das Anzügliche suchen - Strip-Show ab 18, Porno-Karaoke und Holzdildo-Verkaufstand inklusive.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite bekommt auch Patricia das Weihnachtsgeschäft zu spüren. In der "Boutique Bizarre", dem größten Sexladen auf dem Kiez, ist die 43-Jährige für den Verkauf der Lovetoys zuständig. Der Renner dieses Jahr sei ein Auflege-Vibrator "mit Orgasmusgarantie", den zumeist männliche Kunden ihren Frauen unter den Weihnachtsbaum legten. Aber auch Paar-Vibratoren, "bei denen beide auf ihre Kosten kommen", würden gern genommen. Wer unentschlossen ist, nimmt ein festlich verpacktes Überraschungspaket mit Schleife.

"Unter den Besuchern sind auch viele Kiez-Touristen, die vom Weihnachtsmarkt rüberkommen", sagt "Boutique"-Geschäftsführer Kay. "Neulich hatten wir binnen vier Stunden 1900 Leute im Laden." Um den Strom der Sehleute, die nur zum Gucken kommen, einzudämmen, nimmt er mittlerweile einen Euro Eintritt, für den es dann einen "Kieztaler", ein Kondom, Retour gibt.

Kaffee und Kuchen für lau

So richtig Weihnachtsstimmung mag im Gedränge des Sex-Shops kaum aufkommen. Besinnlicher wird es erst, wenn an Heiligabend im "Silbersack" den Obdachlosen der Tisch gedeckt wird. "Jeder Alkohol wird vorher rausgeräumt, es gibt weder Schnaps noch Bier", sagt Max aus Passau, der seit fünf Jahren hinterm Tresen der Kult-Kneipe steht, die ansonsten nicht gerade für Nüchternheit bekannt ist. "Dann wird feierlich gedeckt und dann gibt's Kaffee und Kuchen für lau." Willkommen seien nicht nur Obdachlose, sondern alle, die an diesem Abend nicht allein sein wollen. "Gesungen wird auch."

Der Abend hat Tradition im "Silbersack". "Das gab's schon bei Erna", erzählt Max. Erna Thomsen hatte die Kneipe zusammen mit ihrem Mann Friedrich 1949 auf einem Trümmergrundstück nahe der Reeperbahn eröffnet und bis zu ihrem Tod 2012 geführt - Hans Albers, Curd Jürgens oder Freddy Quinn zählten zu ihren Gästen.

Einsame Herzen an Heiligabend

Dass viel Alkohol und Weihnachten zuweilen eine kritische Mischung ergeben, weiß man auch auf der anderen Seite der Reeperbahn, am Hamburger Berg. Hier steht Dirk hinterm Tresen des "Elbschlosskellers", der Kiez-Absturzkneipe schlechthin. "Wenn die einsamen Herzen sich an Heiligabend abschießen, kann es explosiv werden", erzählt er.

Schräg gegenüber im "Goldenen Handschuh" ist der Tresen seit fast zehn Jahren fest in Inas Hand, zumindest während ihrer Schichten. Denn die Kneipe, berühmt nicht nur durch den früheren Stammgast und Serienmörder Fritz Honka, hat wie der "Elbschlosskeller" an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden geöffnet. Für die 45-jährige Bardame ist der Heilige Abend "ein zweischneidiges Schwert". "Entweder sie haben sich alle lieb oder sie sind aufeinander böse, weil sie niemanden zum Liebhaben haben."

Ruhiger Abend auf der Davidwache

Am 24. Dezember sei es aber insgesamt ruhiger als sonst auf St. Pauli, sagt Stephan Hüll, Wachhabender auf der Davidwache. "Die Zeit geht da irgendwie langsamer. Es ist weniger Bewegung als sonst." Für die Polizei gebe es weniger zu tun, "viele sind da wohl bei ihren Familien", erzählt der Oberkommissar, der seit 2002 auf der Davidwache Dienst tut.

"Natürlich hat man immer die Wölfe, die allein rumrennen. Im "Elbschlosskeller" oder dem "Goldenen Handschuh", in den Kneipen, die dann doch aufhaben, da finden sich dann die, die keinen mehr haben. Aber die sind dann da zuhause und fühlen sich auch wohl."

Vor ein paar Jahren hatte er dort an Heiligabend eine besondere Begegnung. "Da saß am Tresen ein Weihnachtsmann. Der hatte zwar keine Mütze mehr auf, der Bart hing auf halb Acht und der Mantel war auch nicht mehr der beste." Als er den Betrunkenen ansprach, habe der ihm dann erzählt, dass er mit seiner Weihnachtsmannschicht durch sei und sich jetzt ein paar Getränke gönne. "Das war schon ziemlich skurril."

https://www.fr.de/ratgeber/reise/was-be ... 60261.html

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Re: Lokalnachrichten: HAMBURG

#338

Beitrag von deernhh »

26.12.19, 11:21 Uhr
Trinker, Kiez-Größen, Obdachlose Weihnachten in Hamburgs härtester Kneipe
Von Olivier David

Elbschlosskeller
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An Heiligabend im Einsatz: Wirt Daniel Schmidt (34) im Elbschlosskeller.
Foto: RUEGA

ST. PAULI
Der Elbschlosskeller auf dem Hamburger Berg: Hier, in einer der dunkelsten Ecken Hamburgs, wird gesoffen, geprügelt, gewohnt – und ja, auch Weihnachten gefeiert. Die MOPO war im vergangenen Jahr an Heiligabend zu Besuch in Hamburgs härtester Kneipe.

Heiligabend, 10 Uhr morgens auf dem Hamburger Berg. Nach Tagen traut sich die Sonne wieder raus, dafür ist es wahnsinnig kalt. Vor der Tür des Elbschlosskellers bietet ein Mann, der kaum noch stehen kann, Drogen an: „Brauchst du was? Speed, Koks, LSD?“

Elbschlosskeller am Hamburger Berg von außen
Hart, härter, der Elbschlosskeller am Hamburger Berg. Die Kneipe nimmt rund um die Uhr die Gestrandeten und Gebeutelten auf.
foto-elbschlosskeller.jpg
Foto: Marius Röer
Im Inneren spielt derweil Schlagermusik, am Tresen sind alle Plätze belegt. In einer Ecke sitzen zwei Menschen am Tisch, ihre Köpfe liegen auf der Holzplatte, sie schlafen. Und hier wird Weihnachten gefeiert?

In dritter Generation führt Schmidt die Kneipe auf der Hamburger Berg
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Daniel Schmidt ist Chef im „Elbschlosskeller“.

Foto: Schimkus
„Klar“, sagt Daniel Schmidt (34) Inhaber des Elbschlosskellers. „Jeder, der möchte, bekommt ein Weihnachtsbier, Kartoffelsalat und Würstchen umsonst. Für die Stammgäste gibt's dazu noch kleine Geschenke.“ Auf der Theke stehen kleine Körbe mit Schokolade und Mandarinen, zwischendurch läuft immer mal wieder ein Weihnachtslied. „Meine Frau hat extra eine Weihnachts-Playlist zusammengestellt“, sagt Schmidt lachend.

In den Elbschlosskeller ist er quasi hineingeboren worden, hieß es mal in der MOPO. Das stimmt: In dritter Generation leitet Schmidt die berühmt-berüchtigte Absteige auf St. Pauli. „Wir sind hier eine große Familie“ sagt er. Und auch das stimmt, finden seine Gäste.

Hamburg-St. Pauli: Vom Obdachlosen zum Angestellten
Sebastian zum Beispiel. Der 37-Jährige ist seit einem Monat quasi ununterbrochen hier. Er hat es vom Wohnungslosen zum Quasi-Angestellten im Elbschlosskeller geschafft. „So ein Herz zu haben und jemanden einzustellen, der obdachlos geworden ist, das ist das Größte“, sagt er dankbar über seinen Chef.

Während seine Ex-Frau mit den zwei Kindern Weihnachten feiert, hat Sebastian Schicht. Er räumt ab, putzt durch, packt mit an. Dazwischen trinkt er Bier. Einmal ist er kurz weg, als er zurückkommt, hat er Schmidt ein kleines Geschenk mitgebracht. Sebastian übergibt dem Wirt eine Packung Ferrero Rocher. Schmidt umarmt seinen Mitarbeiter, bedankt sich und eilt wieder hinter den Tresen.

Sebastian Elbschlosskeller
Sebastian hilft seit zwei Wochen im Elbschlosskeller aus.
sebastian-elbschlosskeller.jpg
Foto: RUEGA
„Wenn die Jungs Geld haben, teilen die alles“, sagt Schmidt später. „Da gibts welche, die selbst mal zwei, drei Tage nichts gegessen haben und dann sehen die, dass jemand Hunger hat und kommen dann mit etwas zu essen wieder.“

Hamburg: Elbschlosskeller-Fan René ist auf der Durchreise
Lkw-Fahrer René ist auf Durchreise in Hamburg. Auch ihn hat es an Heiligabend in den Elbschlosskeller verschlagen. Der Schweizer ist Stammgast: Aus Verbundenheit mit der Kneipe hat er sich auf den rechten Unterarm sogar das Logo des Elbschlosskellers tätowieren lassen. „Ich habe am Freitag in Norwegen abgeladen und bleibe über Weihnachten hier“, sagt er in breitem Schweizer Dialekt.

René war das erste Mal vor etwa zwei Jahren im Elbschlosskeller. „Man hat mir gesagt: Wenn du in Hamburg bist, musst du in den Elbschlosskeller. Da gehst du vorwärts rein und rückwärts wieder raus“, sagt er und lacht. Seitdem ist er sooft es geht in seiner Lieblingskneipe.

Gast Elbschlosskeller
Trucker René hat sich sogar das Elbschlosskeller-Logo auf den Arm tätowiert.
gast-elbschlosskeller.jpg
Foto: RUEGA
Nach Feierabend geht's zur Familie
So sehr Wirt Schmidt seinen Arbeitsplatz liebt, so sehr freut er sich auf Heiligabend mit der Familie. „Ich bin heute von 6 bis 14 Uhr hier, dann geht's ab nach Hause zum Sohnemann.“ Wenn Schmidt geht, bleiben einige weiter hier. Steven und Klaus zum Beispiel. Steven (19), weil er nirgendwo hin kann, Klaus (65), weil er nirgendwo hin will.

Steven ist vor einem halben Jahr von Zuhause rausgeflogen, Wirt Daniel nahm ihn im Elbschlosskeller auf. Hinten, im sogenannten Ruheraum, wo Bilder von verstorbenen Mitarbeitern hängen, wo ein Kicker und zwei dunkle Sofas stehen, ist sein Schlafplatz.

Mit Schlafsäcken im Hamburger Elbschlosskeller
Der ist aber gerade besetzt: Zwei ältere Menschen haben es sich mit ihren Schlafsäcken und Decken auf den beiden Sofas bequem gemacht. Ob es Männer oder Frauen sind, lässt sich nicht erkennen. Sie haben ihre Decken bis zum Haaransatz hochgezogen.

Stevens Ziel ist es, eine neue Ausbildung anzufangen. Er will wieder rauskommen aus der Kneipe, die Auffangbecken und Ersatzfamilie für die einen und Arbeitsplatz für die anderen ist.

Kiez-Urgestein „Der schöne Klaus“ ist Stammgast
Einer, der hier auf keinen Fall weg will, ist Klaus – besser bekannt als „der schöne Klaus“. Klaus Barkowsky war einst eine der schillerndsten Figuren auf dem Kiez. In den 80er Jahren, der Zeit der Banden, genoss er als Lude der berüchtigten „Nutella-Bande“ Geld und Ansehen. Das Geld ist weg. Das Ansehen, zumindest bei manchen, geblieben.

Klaus Barkowsky
„Der Schöne Klaus“ alias Klaus Barkowsky (65) im Gespräch mit MOPO-Reporter Olivier David.
klaus-barkowsky.jpg
Foto: RUEGA
Heute ist Klaus nicht so gut drauf, mehrfach will er vom MOPO-Reporter Geld haben. Sein Körper ist ausgemergelt, er nuschelt. Für seine zweite Heimat, den Elbschlosskeller, hat auch er nur warme Worte übrig: „Das ist doch mein zweites Wohnzimmer hier“, ist einer seiner wenigen verständlichen Sätze. Klar, dass er auch an Heiligabend hier ist.

Nach einer guten Stunde in Hamburgs härtester Kneipe wird klar: Auch an einem so unheiligen Ort wird Heiligabend gefeiert. Hier ist für jeden Platz: für Trinker, für Obdachlose, für Kiez-Größen. So wie an allen anderen Tagen auch.

Best of MOPO: Der Artikel ist eine Geschichte aus unserem Archiv und erstmals am 24. Dezember 2018 in der Hamburger Morgenpost erschienen. In unregelmäßigen Abständen kramen wir in unserem Archiv und suchen Stücke heraus, die auch heute noch lesenswert sind.

https://www.mopo.de/hamburg/trinker--ki ... e-31789626

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#339

Beitrag von deernhh »

Michel Ruge

Die Welt des "Bordsteinkönigs"
Michel Ruge will den Stadtteil St. Pauli vor dem Tourismus retten. Jetzt bietet er Kieztouren an. Wie passt das zusammen? Unterwegs mit dem Bestsellerautor.

Von Sebastian Kempkens

16. Januar 2020, 11:22 Uhr9 Kommentare

Michel Ruge, Autor und Schauspieler, bei einer Kieztour auf St. Pauli © Sven Jacobsen

Michel Ruge steht in der Davidstraße und preist das alte Hamburg, als ihm auffällt, dass früher vielleicht doch nicht alles besser war. Ruge erzählt von Harry Rosenberg, dem lange verstorbenen Kuriositätenhändler, bei dem es früher die verrücktesten Dinge zu kaufen gab, Zehntausende Exotika aus aller Welt, die Seemänner von ihren Reisen mitgebracht hatten. Ruge erzählt, wie er bei Rosenberg als kleiner Junge Schrumpfköpfe begutachtete, ohne zu wissen, was er da eigentlich in den Händen hielt.

"Na ja, und eine Gorillahand als Aschenbecher ist natürlich auch scheiße, aus heutiger Sicht", sagt Ruge. "Aber früher hat man das anders gesehen."

Und schon ist man mittendrin in einer Kieztour des Bestsellerautors Michel Ruge, einer Tour ins St. Pauli der Siebziger- und Achtzigerjahre, ins St. Pauli aus Ruges Kindheit.

Nun könnte man einwenden, dass der Kiez doch keinen Mangel hat an halbprominenten Reiseführern, allein Olivia Jones und ihr Team führen an guten Wochenenden 20 Touristengruppen über die Reeperbahn. Man könnte fragen, warum ausgerechnet Ruge eine weitere Tour anbieten muss, ebenjener Ruge, der in seinen Büchern und Artikeln immer wieder die Touristifizierung seiner Nachbarschaft beweint. Hatte er nicht gerade erst in der ZEIT den "Sell-out" des Viertels beklagt? Und hilft er nun nicht mit, St. Pauli zum Freilichtmuseum zu machen?

Die Antworten sind klar: ja und ja. Und doch lohnt es sich, mal mitzugehen und zuzuhören, was Michel Ruge so zu erzählen hat über Hamburgs Halbwelt. Sein Versprechen ist eine andere, eine feuilletonistische Kieztour. Geht das – auf dem Kiez?
Ruge startet seine Tour bei sich zu Hause in der Erichstraße. Sein Haus, erzählt er, war noch bis in die Neunziger ein Bordell. An der Wand hängen Fotografien von Günter Zint, es ist diese Welt, in die Ruge in den kommenden zwei Stunden einführen wird. Die Welt der Prostituierten Domenica Niehoff, die Welt von Karate- Tommy und Lackschuh-Dieter, die Welt von René Durand, der den ersten "Fickladen" auf St. Pauli hatte, wie Ruge sagt, ein Nachtlokal, in dem Darsteller auf der Bühne Sex hatten. Manche dieser Leute lernte Ruge noch kennen, er liebt sie, manche der Nachtgestalten vergöttert er geradezu.

Die Kieztour wird zum Politevent
Von seiner Wohnung aus geht es raus, die Davidstraße runter Richtung Davidwache. Ruge, der seinen größten Erfolg mit Bordsteinkönig hatte, seine Kindheit als Bestseller, verflechtet die Geschichte des Stadtteils mit seiner eigenen Biografie. Er erzählt, wie seine Familie auf den Kiez kam, wie seine Mutter seiner Großmutter im Streit eine Gabel hinterherwarf und fortan in ein Heim für schwer erziehbare Mädchen musste. Dort, sagt Ruge, seien die Luden im Minutentakt vorgefahren, mit ihnen brannte seine Mutter durch, verliebte sich auch mal in einen Rocker von den Hells Angels. Ruge wuchs im Heizungskeller eines Stundenhotels auf, die Mutter kellnerte in einer Bar, der Vater betrieb drei Bordelle.

Ruge versucht seinen Anspruch, eine alternative Tour zu bieten, einzulösen. Manchmal gerät sie dabei fast zu einem Politevent. Ruge versteht sich als Kämpfer gegen die Kioskflut und Verramschung des Kiezes. Vor mancher Touristenfalle bleibt er stehen, um eine kurze Standpauke gegen "Vodkabomben für drei Euro" und "Schrott aus China" zu halten, für ihn Symbole für die Kommerzialisierung St. Paulis.

Oft ist das anstrengend, aber es lohnt sich, dieses Lamento durchzuhalten. Gerade die persönlichen Anekdoten machen Michel Ruges Tour zu einer besonderen. Es ist längst dunkel, als er vor dem ehemaligen Eros Laufhaus Center stehen bleibt und eine letzte dieser Geschichten aus seiner Kindheit erzählt. Sein Kumpel, ein Junge namens Catcher-Mike, hatte seinen Eltern hundert Mark geklaut. Ruge und Catcher-Mike zogen damit ins Bordell. "Ich habe einen Sohn in deinem Alter", sagte die Prostituierte, erinnert sich Ruge. Noch viele Jahre lang habe er fortan all sein Taschengeld in den Laufhäusern St. Paulis ausgegeben. "Heute spare ich mir das Geld", sagt er, "aber die Verbundenheit mit den Frauen ist mir geblieben."

Tourdaten:

Von Freitag und Samstag, jeweils um 19 Uhr startet die Tour in Ruges Atelier in der Erichstrasse 17. Dauer 2 Stunden, Preis pro Person 29,- EUR.

Tickets buchen unter: http://www.kiezjungs.com/bordsteinkoenig

https://www.zeit.de/hamburg/2020-01/mic ... ller-autor

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20.01.20, 14:02 Uhr
Witz des Tages

Ein frisch verheiratetes Paar – und der HSV
Witz des Tages
Hat mutmaßlich gerade einen wirklich sehr guten Witz gehört: Pferd.

Zeit für ein bisschen Aufmunterung! Ab sofort veröffentlicht die MOPO täglich einen „Witz des Tages“. Und dabei brauchen wir Ihre Hilfe! Verraten Sie uns Ihren Lieblingswitz!

Und wir kommen sofort zur Sache, hier ist unser Witz des Tages, damit Sie was zu lachen haben.

Ein frisch verheiratetes Paar aus Hamburg.

Sie fragt ihn: „Würdest Du mich nochmal heiraten?“

Er: „Ja, ganz oft!“

Sie: „Wie oft denn?“

Er: „Mindestens so oft, wie der HSV den Trainer wechselt.“

Sie fällt ihm um den Hals: „Du bist ja so romantisch!“


Witz des Tages: Lustig oder dämlich?
Stimmen Sie hier ab! Schicken Sie Ihren Lieblingswitz an online@mopo.de, Stichwort Witz. Zur Inspiration haben wir hier unten Hamburg-Witze und zehn Flachwitze zusammengestellt.

Witz des Tages – Lacher der vergangenen Tage
November 1989 in Hamburg, kurz nach dem Mauerfall. Die Reeperbahn ist voller Menschen aus der DDR – und natürlich auch die Herbertstraße.


Ein Ostdeutscher steht vor dem Fenster einer Prostituierten und schaut neugierig rein.
Sie: „Na, wiss ma?“
Er: “ Nee – Rostock“

Die Tochter zum Papa: „Ich wünsche mir als Geschenk ein Pony zu Weihnachten."
Papa: „Geht in Ordnung."
Tochter: „Wirklich, ich liebe dich über alles!"
Papa an Heiligabend: „So Johanna, dein Friseurtermin steht."

Was ist der Unterschied zwischen Winterhude und Eimsbüttel? In Eimsbüttel ist die Hoheluft besser.

Ein Kunde im Angelfachgeschäft: „Was kostet diese Angel?“
- Der Verkäufer: „18,99 Euro.“
„Das ist aber billig! Wo ist der Haken?“
- „Es gibt keinen Haken.“

Wie nennt man Kaninchen in der Muckibude?
- Pumpernickel.

„Chef, ich komme am Montag ein bisschen später zur Arbeit.“
– „Nagut, wann kommst du?“
„Dienstag.“

„Du siehst aber echt schlecht aus“", sagt ein Hund zum anderen.
„Ich weiß. Das liegt an diesen schlimmen Albträume über riesige, dicke Katzen.“
„Dann musst Du mal zum Psychiater.“
„Ich darf ja nicht auf die Couch.“

Was hat vier Beine und kann fliegen? – Zwei Vögel.

Ein hochbetagtes Ehepaar geht in einen Schnellimbiss, wo sich beide einen Hamburger und eine Portion Pommes gerecht aufteilen. Ein daneben stehender Mann hat Mitleid mit ihnen und bietet an, der Frau eine eigene Mahlzeit zu spendieren. „Nein, danke“, sagt der Ehemann. „Wir teilen alles.“

Kurz darauf bietet der Mann der Frau erneut eine Mahlzeit an, weil sie noch immer keinen Bissen gegessen hat. „Sie wird noch essen“, versichert ihm der Ehemann. „Wir teilen alles.“ „Und warum essen Sie dann noch nicht?“, fragt der Mann die Frau.
Darauf sie genervt: „Weil ich auf die Zähne warte!“

Was sind gemischte Gefühle? – Wenn deine Schwiegermutter rückwärts mit deinem neuen BWW auf einen steile Klippe zufährt.

Was hat drei Augen und drei Beine? – Drei Piraten!

In diesem Jahr ist das Fahren von Fahrzeugen mit automatischem Getriebe verboten. Warum? 2020 ist ein Schaltjahr ...

„Gegen Ihr Übergewicht hilft Gymnastik“, sagt der Doktor.
„Sie meinen Kniebeugen und so?“
„Nein, es genügt Kopfschütteln, wenn man Ihnen etwas zu essen anbietet.“

Die 10 besten Hamburg-Witze

Wie wurde die Reeperbahn zu einer der bekanntesten Straßen der Welt? Sie hat sich hochgevögelt.

In St. Pauli wurde gestern ein Sarg gefunden. Man hat versucht ihn zu öffnen. Ging aber nicht. War ein Zuhälter drin.

Spieleabend mit der Familie. Man spielt „Activity“. Der Sohn erklärt den Begriff Hamburg. „Welche Stadt heißt so wie ein Burger?“ Der Vater: „Whoppertal“?

Ein Hamburger sitzt zufrieden auf einer Bank an der Alster. Kommt ein Tourist hinzu und sagt: „Du siehst so glücklich aus. Was ist dein Geheimnis?" Der Hamburger antwortet: „Ich mach’s wie die Möwen. Ich scheiß auf alles.“

Was haben Berlin und Hamburg gemeinsam? In Hamburg gibt es Hamburger. In Berlin Berliner. Beides ungesund …

Steht 'ne Blondine in Hamburg am Hafen und schmeißt andauernd Steine ins Wasser. Warum? Sie hat das Schild gelesen: „Deutsche Werft“.

Klein Erna ist mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Bubi am Strand. Als sie ins Wasser gehen will sagt die Mutter: „Nimm Bubi mit und halt ihn immer schön an der Hand!" Die Mutter kommt nach einiger Zeit auch ins Wasser, das Erna bis zum Hals steht. Die Mutter fragt Erna: „Wo ist denn klein Bubi?" Da antwortet sie: „An der Hand!“

Klein Erna geht mit ihrem Heini im Dunkeln spazieren. Und wie sie in der Gegend vom Bismarckdenkmal sind und rumknutschen, sagt Klein Erna: „Heini, willst du mal sehn, wo ich an Blinddarm operiert wordenbin?“ „O ja, Klein Erna, zeig mal her!“ „Kuck mal, da unten, wo die vielen Lichter brennen, da ist das Hafenkrankenhaus, da bin ich an Blinddarm operiert!“

„Erna, an der Tür steht einer, der für das neue Schwimmbad sammelt. Was soll ich ihm geben?“ „Fünf Eimer Wasser!“

Fragt Klein Erna ihre Tante: „Sag mal, Tante, warum haben du und Onkel eigentlich noch keine Kinder?“ „Weißt du, Erna, der Klapperstorch hat uns noch keine gebracht!“ Klein Erna: „Ach so, wenn ihr noch an den Klapperstorch glaubt, dann wird mir manches klar!"

Die 10 schlechtesten Flachwitze

Was sagt man über einen Spanner, der gestorben ist? Der ist weg vom Fenster.

Was liegt am Strand und spricht undeutlich? Eine Nuschel.

Kommt ein Zyklop zum Augearzt.

Welche Vögel können nicht hören? Die Tauben.

Wie heißt das Reh mit Vornamen? Kartoffelpü.

Wie niesen Nüsse? Cashew.

Was ist orange, rund und läuft über'n Berg? Eine Wandarine.

Was ist grün und guckt durchs Schlüsselloch? Ein Spionat.

Wie nennt man einen Hirten, der seine Schafe schlägt? Mähdrescher.

Wohin geht ein Reh, das Haarausfall hat? In die Rehhaarklinik.

https://www.mopo.de/hamburg/witz-des-ta ... v-33487540

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#340

Beitrag von Veraguas »

Am Dienstag, dem 28.Januar findet im SPD-nahen Bürgerhaus Wilhelmsburg die Veranstaltung
Their bodies – Your business!
statt. Mehr unter:

https://www.sexarbeit-ist-arbeit.de/eve ... -business/

Welches Problem auch immer in der Gesellschaft besteht-
der Staat weiss eine völlig irre Problemlösung die niemandem nützt, aber Arbeitsplätze im Beamtenapparat schafft. H.S.

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