Prostitution - sexueller Feminismus

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Prostitution - sexueller Feminismus

#1

Beitrag von lust4fun » 2017-10-12, 17:03

Heute in der taz:

Interview mit Ilan Stephani, die Sexarbeit machte und wieder damit aufhörte, ein Buch darüber schrieb und heute Körperseminare anbietet und einen Blog betreibt.

www.taz.de/Archiv-Suche/%215452370/


Auf ihrer Website schreibt sie:

"Ist Prostitution gut oder schlecht? Ich weiß es nicht. Aber sie ist eines der besten Dinge, die diese Kultur hervorgebracht hat: Sie ist ein Spiegel, der die Wahrheit sagt. Und dafür liebe ich sie."

"Prostitution ist kein Geheimnis. Wir selbst sind dieses Geheimnis... und uns selbst zu heilen ist das Geschenk, das die Prostitution uns machen kann."

Mich spricht ihre Sprechweise und Gedankenführung an - ihr Begriff von "sexuellem Feminismus".

Website:
www.kalis-kuss.de

Buch:
http://amzn.to/2tcYxcj

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#2

Beitrag von Doris67 » 2017-10-13, 18:32

Mir scheint, daß Feminismus immer "sexuell" ist, insofern als er von jeher eine Antwort auf Diskriminierungen ist, die zu einem großen Teil durch "sexuelle" Argumente begründet werden (Sexismus eben). Feminismus ohne jegliche "sexuelle" Komponente geht nicht.

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RE: Prostitution - sexueller Feminismus

#3

Beitrag von lust4fun » 2017-10-20, 18:25

Ein weiteres Interview mit Stephani:
http://www.sueddeutsche.de/leben/ilan-s ... -1.3716599

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#4

Beitrag von Andreas R. » 2017-11-08, 18:36

Ich lese den Begriff sexuelller Feminismus das erste mal. Ich kenne nur den Begriff sexpositiver Feminismus. Das ist wohl so der Teil der Feminist_innen, die ein aufgeschlossenes Verhältnis zu Sex und Sexualität haben und in den Kampf für die Rechte der Frauen Sexarbeiterinnen nicht ausschließen, sondern explizit mit einbeziehen.
Das kann auch gar nicht anders sein. Es kann keinen Feminismus geben, der spaltet. Der Frauen in gute und böse Frauen teilt und sich nur für die guten Frauen einsetzt. Und die "bösen" Frauen, eben die Sexarbeiterinnen, bekämpft und ihnen Dinge unterstellt, die mit der Realität nichts zu tun haben. Und ihnen vorschreibt, wie sie zu leben haben. Feminismus hat sich für die Rechte alle Frauen einzusetzen, insbesondere auch für Sexarbeiterinnen, sonst ist er kein Feminismus.

Die beiden Interviews hab ich noch nicht gelesen. Werd ich aber gleich mal machen.
Liebe Grüße und bis denne

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Das Ende der Schönen Worte

#5

Beitrag von floggy » 2017-11-11, 18:28

Da fällt mir doch glatt als nächstes Die Einheit der Christen ein,
und dann gleich noch das Dogma dazu. Ruhe in der Kiste ist erst,
wenn jeder seinen eigenen Feminismus hat. Und was bitte heißt schon:
Das kann auch gar nicht anders...
Es kann keinen Feminismus...
Feminismus hat sich...

Alles geeignete Ideologie zur Verunsicherung von Mann und Frau.
Welches Interesse hat, wer sie verstreut?
Rechte sind was Materielles. Da kann man runterbeißen.
Aber so ist das halt, wenn Männer über Feminismus schreiben.
Als am 08.03.2014 eine Aktivistin in Bochum ihr Schildchen malte und in die
Kamera hielt, war ich dabei, und da klang das ganz anders.
Leider hab' ich den Text nicht zur Hand, werde ihn aber nachreichen.
Zuletzt geändert von floggy am 2017-11-11, 21:43, insgesamt 1-mal geändert.
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#6

Beitrag von Andreas R. » 2017-11-11, 20:36

Was konkret willst du damit ausdrücken?
Das es durchaus zum Feminismus gehören darf, Frauen vorzuschreiben wie sie zu leben haben und Sexarbeiterinnen zu bekämpfen?
Sorry, aber dann haben wir wirklich eine unterschiedliche Vorstellung von Feminismus. Und man muss es auch nicht abwertend beurteilen, wenn sich Männer mit Feminismus beschäftigen. Feminismus ist der Kampf für die Rechte der Frauen. Und der kann von Frau UND Mann geführt werden. Muss es sogar!

Feminismus ist der Kampf für Frauenrechte, gegen ihre Unterdrückung und Diskriminierung. Und für Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Auch “Hurenrechte sind Frauenrechte!“
Wenn ich mich als Feministin für Frauenrechte stark mache, kann ich nicht gleichzeitig Sexarbeiterinnen bekämpfen. Ich glaube kaum, dass das nur ich so sehe, weil ich eben ein verständnisloser, unwissender Mann bin.
Liebe Grüße und bis denne

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#7

Beitrag von floggy » 2017-11-11, 21:52

Guten Abend Andreas, ich hab' den Text gefunden.

Zitat:

Wir brauchen Feminismus,
weil wir für die Rechte
aller Frauen kämpfen
sollten, und nicht nur
für einzelne Gruppen.

Was Deinen Eifer anbelangt, den wollte ich nicht trüben.
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#8

Beitrag von Tilopa » 2017-12-04, 20:46

Jeder der arbeitet, verkauft auch seinen Körper
Ilan Stephani, 3. Dezember 2017, Zeit Online

Ilan Stephani hat es jetzt auch auf Zeit Online geschafft; der Artikel stand heute zwischenzeitlich ganz oben und war unter den drei meistgelesenen/meistkommentierten/meistgeteilten.

Inhaltlich bietet er nichts wahnsinnig Neues und mir scheint, die zitierten Statistiken könnten etwas kritische Betrachtung gebrauchen; aber immerhin:
Für mich zumindest ein kleiner Lichtblick in einer seit Jahren immer rückschrittlicher werdenden Berichterstattung in den großen Medien.

http://www.zeit.de/arbeit/2017-11/prost ... sellschaft

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#9

Beitrag von Tilopa » 2018-01-28, 12:10

The European, 23.01.2018
Prostitution: Die Moral hat ein dreckiges Gesicht
http://www.theeuropean.de/ansgar-lange/ ... es-geischt

Hier eine vergleichsweise ausgewogene Besprechung von Ilan Stephanis Buch des Remscheider CDU-Fraktionsgeschäftsführers Ansgar Lange.

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