Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

Beiträge betreffend SW im Hinblick auf Gesellschaft bzw. politische Reaktionen
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Kasharius
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#241

Beitrag von Kasharius »

Qcertik

prima Statement. Danke fürs einstellen.

Kasharius grüßt

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deernhh
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#242

Beitrag von deernhh »

25. 05. 2020 – Offener Brief an 16 Bundestagsabgeordnete

Sehr geehrte Frau Breymaier, Frau Winkelmeier-Becker, Frau Leikert, Frau Widmann-Mauz, Frau Tillmann, Frau Flachsbarth, Frau Heil und Frau Magwas,
sehr geehrte Herren Gröhe, Lauterbach, Heinrich, Fechner, Ullrich, Brand, Patzelt, Henrichmann,

Sie haben sich in Ihrem Brief an die 16 MinisterpräsidentenInnen mit der Forderung gewandt, den derzeitigen Corona-Lockdown und die dadurch bedingte Schließung aller Prostitutionsstätten für die generelle Einführung eines Sexkaufverbots zu nutzen.

Mal davon abgesehen, dass nirgendwo ein Sexkaufverbot Sexarbeiter*innen Schutz gebracht oder den Bedarf an Prostitution reduziert hätte, und Sie die Corona-Notlage von Sexarbeiter*innen für ihre rückwärtsgewandte, moralinsaure, herabwürdigende und respektlose, um Aufmerksamkeit heischende Politik nutzen wollen, setzen Sie mit Ihrer Behauptung eine Lüge in die Welt, die durch nichts bewiesen ist.

„Prostitution (habe) die epidemiologische Wirkung eines Super-Spreaders: Social Distancing ist i.d.R. mit sexuellen Handlungen nicht vereinbar.“ „Das liege auf der Hand.“

Woher kommt diese Erkenntnis? Wie viele Bordelle haben Sie besucht? Sind Sie Kenner der Prostitution? Verfügen Sie über eigene Erfahrungen?


Offensichtlich nicht! Denn DIE Prostitution gibt es nicht. Wie es auch nicht DIE Sexarbeiter*in gibt.

Wir sind eine enorm vielfältige Branche, ähnlich der Hotellerie: es gibt kleine Apartments, wo nur eine Sexarbeiter*in arbeitet, oder Wohnungsbordelle, Studios, Bars, Laufhäuser oder Wellnessoasen. Prostitutionsstätten sind mal große – mal kleine Betriebe.
Einige bieten nur sexuelle Dienstleistungen an:
– hinter verschlossenen Türen,
– in einem 1 : 1 Verhältnis = 1 Sexarbeiter*in und 1 Kunde.
…. ähnlich dem Masseur oder der Kosmetikerin.
Andere haben auch ein gastronomisches Angebot, verkaufen z. B. Getränke, wie eine Gaststätte oder zeigen Filme. Aber Orgien, Enge wie in einer Diskothek oder beim Konzert oder Begeisterung wie auf dem Fußballfeld sind da eindeutig die Ausnahme.

Warum sollten Sexarbeiter*innen, Kunden und BordellbetreiberInnen die Corona-Schutzmaßnahmen nicht einhalten können? Halten Sie diese für dümmer als den Rest der Gesellschaft?

Im Gegenteil: Sexarbeiter*innen haben per se ein großes Interesse an Hygiene und ihrer Gesundheit, denn die ist ihr Kapital. Auch sind sie schon immer geübt unter Beachtung von Schutzmaßnahmen zu arbeiten und nutzen z. B. Kondome gegen sexuell übertragbare Erkrankungen (STI`s und HIV) und führen einen Gesundheitscheque durch.
Natürlich haben wir, wie andere Branchen auch, ein entsprechendes Hygiene-Konzept erarbeitet und der Politik vorgelegt (https://bsd-ev.info/corona-hygienekonzept/), denn uns liegt die Gesundheit aller Menschen sehr am Herzen.

Den Begriff des „Super-Spreaders“ in diesem Zusammenhang zu benutzen ist nicht nur extrem beleidigend, sondern auch falsch. Offensichtlich wollen Sie eine gesamte Branche diskreditieren, um Ihr eigentliches Ziel, das Sexkaufverbot, durchzusetzen.

Leider erinnert diese Diffamierung und diese falsche Behauptung an eine längst hinter uns geglaubte Zeit, an den Beginn der AIDS-Hysterie, wo u. a. auch Sexarbeiter*innen unter dem Vorwurf zu leiden hatten, sie würden diese sexuelle übertragbare Infektion weitergeben. In der Folgezeit stellte sich dann heraus, dass sie weniger damit konfrontiert waren und kaum Infektionszahlen aufwiesen als die Allgemeinbevölkerung. Der Grund ist natürlich darin zu sehen, dass Sexarbeiter*innen allein aus Eigeninteresse schon immer wussten, wie sie sich selbst und ihre Kunden schützen können.
Schon immer hat man versucht, die Verantwortung – für die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung – den Sexarbeiter*innen zuzuschieben. Wobei folgende Perspektiven fehlen: woher bekommen Sexarbeiter*innen die Infektion? Und wieso sind sie allein dafür verantwortlich?

Es ist immer leicht, die Schuld auf jemand anderen zu schieben.

Eine weitere Schließung der Bordelle und ein Verbot der Prostitution sind durch nichts gerechtfertigt – im Gegenteil: es muss auch der Prostitutionsbranche ermöglicht werden, wieder Einnahmen zu generieren und den Kunden einen guten Service zu bieten, der menschlich, stabilisierend und für sie insbesondere in Corona-Zeiten existenziell ist.

Wenn Sie in Ihrer Haltung noch nicht festgefahren und offen für andere Erfahrungen sind, laden wir Sie – nach der Corona-Öffnung – gern zu einem Bordellbesuch ein. Sie können sich einen Eindruck über die Abläufe in den verschiedenen Segmenten verschaffen und mit Sexarbeiter*innen in den Dialog treten.

Anmerkungen zu den falschen Zahlen: https://bsd-ev.info/anzahl-der-sexarbei ... utschland/
Unsere Position zum Sexkaufverbot: https://bsd-ev.info/sexkaufverbot/

Mit freundlichen Grüßen

Download Brief an 16 MdB

https://bsd-ev.info/25-05-2020-offener- ... geordnete/


Die Politiker*innen sind irgendwie alle blind, nä?
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Von oben links nach unten rechts: Stephan Weil (61, SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, Werner Kogler (58), Vizepräsident von Österreich, Jens Spahn (40, CDU), Bundesgesundheitsminister, Armin Laschet (59, CDU), Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen, und Daniel Günther (46, CDU), Ministerpräsident Schleswig-Holstein. © dpa/dpa

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#243

Beitrag von Kasharius »

@deernhh

prima danke fürs Einstellen.

Kasharius grüßt solidarisch

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#244

Beitrag von deernhh »

INTERVIEW
"Sehr verletzend": Bordellbesitzerin weist Superspreader-Vorwurf zurück

27.05.20, 15:03
Julia Dombrowsky

Stress ums Rotlichtgewerbe: Nachdem 16 Bundestagsabgeordnete gefordert hatten, Prostitution zu verbieten, da die Branche "Superspreader"-Qualitäten habe, wehrte sich der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e.V. in einem offenen Brief gegen diese Vorwürfe.

Diese "rückwärtsgewandte, moralinsaure, herabwürdigende und respektlose, um Aufmerksamkeit heischende Politik" würde die gesamte Branche diskreditieren. Unberechtigt, wie es weiter heißt. Die Öffnung des Rotlichtmilieus sei auch unter Corona-Richtlinien möglich.

Lesenswert: "Sind pfui und sollen deshalb nicht mehr stattfinden": Prostituierte schießt gegen Lauterbach
Ist Sex in Corona-Zeiten gefährlich? Das sagt ein Virologe
Was ist da los? Die Berliner Bordellbesitzerin Elke Winkelmann sprach mit watson über Hygiene, Existenzängste und das Vorurteil der unmündigen Prostituierten.

watson: Wie kam es zu dem offenen Brief an die Länder?

Elke Winkelmann: Wir mussten uns einfach zu Wort melden, ich habe etwas gegen Ungerechtigkeit. Unser Verband setzt sich vor allem aus Bordellbetreibern zusammen, aber auch einigen SexarbeiterInnen. Wir haben momentan keine Ahnung, wie es mit uns weitergeht und fühlen uns durch die Äußerungen dieser Politiker stark diskriminiert. Es wird ja schon lange an diesen Kampagnen rumgedocktert, um unsere Branche endgültig abzuschaffen.

"Ich habe schon früher die Diskriminierung erlebt, als es hieß, wir würden alle AIDS verbreiten, jetzt ist es eben Corona."
Elke Winkelmann zu watson

Hamburg hat gerade entschieden, dass die Bordelle noch mindestens bis zum 30. Juni geschlossen bleiben müssen.

Bei uns in Berlin ist das noch in der Schwebe. Was für uns so bitter ist: Jedes Mal, wenn in der Politik von irgendwelchen neuen Lockerungen die Sprache ist, werden Prostitutionsstätten gar nicht erwähnt. Für uns gibt es dadurch keine Perspektive, wir können nicht planen und wissen nicht, welche Zeiträume wir überbrücken müssen oder ob unser ganzer Berufsstand am Ende verboten wird. Wir haben einfach keine Lobby. Stellen Sie sich mal vor, da würde sich ein Politiker hinstellen und für uns einzutreten – da wäre was los.

Selbst Tim Mälzer zog doch letztens über die dreckigen Puffs her. Es ist schon schade, wenn Leute sowas sagen, meistens kommt es gerade von denen, die nie mit uns zu tun hatten. Diese Menschen stellen sich was ganz Schlechtes unter Sexarbeit vor. Die halten uns für schmuddelig, zwielichtig und die Frauen sind alles traumatisierte Opfer.

"Die Frauen wollen definitiv nicht krank werden, denn wer krank wird, fällt aus und hat kein Einkommen mehr."
Elke Winkelmann zu watson

Sie sehen keine Schattenseiten der Prostitution?

Die Schattenseiten entstehen vor allem in der Illegalität. Wenn es Opfer gibt, ist das furchtbar. Zuhälterei ist furchtbar und zu Recht verboten. Aber da wird immer ein Bild geschaffen, von den armen Frauen, denen geholfen werden muss. Das entspricht nicht unserer Realität.

Die Politiker äußern sich so nach dem Motto: Diese Frauen müssen von klügeren Leuten an die Hand genommen werden, wir müssen ihnen das Gewerbe verbieten – als ob Sexarbeiter nicht selbst denken könnten, keine erwachsenen Frauen wären, als wären wir dumm. Das ist wirklich sehr verletzend!

Aus der Politik heißt es, die Prostitution hätte "Superspreader"-Qualitäten.

Wir haben klar gesagt, das ist eine Lüge. Da geht wohl die Fantasie durch mit Leuten, die die Branche nicht kennen. Von wegen Orgien... Es ist meistens so, dass die Frauen ihre Stammgäste haben und Termine mit denen vereinbaren, da geht es um Eins-zu-Eins-Kontakt. Und sowohl der Kunde als auch die Prostituierte haben großes Interesse an ihrer eigenen Gesundheit, das ist doch logisch.

Unter Umständen wären Hygienepläne bei uns sogar besser umsetzbar als in anderen Branchen. In der Prostitution wurde immer schon auf Hygiene geachtet, das gehört zum Arbeitsalltag. Die Frauen wollen definitiv nicht krank werden, denn wer krank wird, fällt aus und hat kein Einkommen mehr.

Was passiert, wenn Sexkauf verboten wäre?

Wenn die Prostitution verboten wird, findet sie in der Dunkelheit statt. Dann haben die Frauen nicht mehr die Möglichkeit, ihre Rechte so durchzusetzen, wie es jetzt in einem geschützten Rahmen möglich ist. Sie können sich nicht mit Kolleginnen austauschen, keine einheitlichen Regeln aufstellen, auch die Hygiene ist dann nicht mehr gesichert.

War denn der Vorschlag, die Politiker in den Puff einzuladen, ernst gemeint?

Klar! Meine Geschäftspartnerin und ich haben in der Vergangenheit immer mal die Türen für die Öffentlichkeit geöffnet, Kunstausstellungen gemacht und auch mit Politikern zusammen gesessen. Es ist wichtig, dass die Menschen sehen: Wir sind transparent, wir sind auch ganz normale Bürger. Wenn die Leute kommen, begreifen sie das auch.

"Als ob Sexarbeiter nicht selbst denken könnten, keine erwachsenen Frauen wären, als wären wir dumm. Das ist wirklich sehr verletzend!"
Elke Winkelmann zu watson

Denken Sie darüber nach aufzugeben?

Ich habe als Sexarbeiterin angefangen und bin jetzt schon viele Jahre Bordellbetreiberin. Ich liebe diesen Beruf, aber es ist total schwer durchzuhalten. Momentan fragt man sich schon: Lohnt es sich noch, Geld in den Betrieb zu stecken? Die Kosten laufen weiter, aber Einnahmen gibt es nicht. Da geht man an das Ersparte, das eigentlich für die Rente gedacht war.

Wirtschaftlich macht das momentan alles keinen Sinn mehr. Andererseits kämpfe ich nun schon so lange um Anerkennung – soll man einfach aufgeben? Ich habe schon früher die Diskriminierung erlebt, als es hieß, wir würden alle AIDS verbreiten, jetzt ist es eben Corona. Aber mir liegt diese Arbeit so am Herzen, ich arbeite gerne mit Frauen zusammen, wir sollten gemeinsam stark sein.

https://www.watson.de/leben/interview/7 ... rf-zurueck

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#245

Beitrag von Kasharius »

@deernhh

lieben Dank. Ich kenne die Betreiberin persönlich. Sie bot mir damal während meiner Recherchen zur Doktorarbeit Einblicke in den hervorragenden Laden. Starkes Interview von ihr. Ich wünsche ihr viel Kraft weiterhin...

Kasharius grüßt

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#246

Beitrag von deernhh »

@Kasharius

Ach ja ... Interessant ... 😚

Liebe Grüße von deernhh

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#247

Beitrag von deernhh »

23. Juni 2020 um 18:33 Uhr
Saar-CDU-Frauen wollen Skandinaviens Rotlicht-Modell
Saar-CDU-Frauen wollen Bordelle schließen


Finanzstaatssekretärin Anja Wagner-Scheid, die Landesvorsitzende der Frauen-Union Saar
Foto: Wagner-Scheid/Studioline

Saarbrücken Nach der Corona-Krise sollen Sex-Tempel im Saarland nicht mehr öffnen dürfen. Schweden gilt als gutes Beispiel

Von Dietmar Klostermann

Stellvertretender Leiter Landespolitik/Region/Kultur

Die CDU-Frauen im Saarland haben jetzt eine permanente Schließung aller Bordelle gefordert. Die Vorsitzende der Saar-Frauen-Union, Finanz-Staatssekretärin Anja Wagner-Scheid, sagte: „Die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bieten jetzt die Chance, im Bereich der Prostitution umzusteuern.“ Bordelle, Prostitutionsstätten und ähnliche Einrichtungen seien in der anhaltenden Corona-Krise geschlossen worden. „Prostitution ist eine andauernde Gefahr für die Übertragung von Covid-19, denn die üblichen Hygienemaßnahmen greifen hier nicht“, betonte Wagner-Scheid. Die behördlich angeordneten Schließungen sollten dauerhaft bestehen bleiben. Parallel dazu müsse eine gesetzliche Neuregelung auf den Weg gebracht werden, die das Geschäftsmodell für Menschenhändler dauerhaft unrentabel mache und ihnen die Perspektive entziehe.

Die Saar-Frauen-Union fordere daher die CDU/SPD/CSU-Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der das jetzige Prostituierten-Schutzgesetz weiterentwickele und sich an das „Nordische Modell“ anlehne, betonte die Finanzstaatssekretärin. Der Sex-Kauf von Freiern sei unter Strafe zu stellen. Die Prostituierten dagegen müssten selber straffrei bleiben. „Die gesetzlichen Änderungen sind durch Ausstiegsprogramme und berufliche Perspektiven für ausstiegswillige Prostituierte zu flankieren“, sagte Wagner-Scheid.

Schweden sei mit einem Verbot des Sex-Kaufs bereits 1999 diesen Weg gegangen. Prostitution und Menschenhandel seien dort messbar zurückgegangen. Norwegen, Island, Irland, Nordirland und Frankreich seien dem Beispiel Schwedens bereits gefolgt. Wegen der Verbote in Frankreich strömen seit Jahren viele Freier von dort ins Saarland, um hier Sex zu kaufen.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saa ... d-51818649

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#248

Beitrag von Kasharius »

Ach ja, es wird nicht besser weehrte Saar-Unionsfrauen, diesen Unsinn immer wieder zu verbreiten!

Kasharius grüßt

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Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#249

Beitrag von floggy »

ja, es wird nicht besser, die vielen öffentlichen Schulden jetzt, die Gemeinden klammer als je zuvor, und dann Europa mit seinen Armenhaus-Hinterhöfen, für die man in hundert Jahren noch keine Lösung haben wird, aber die alten Knacker verzocken ihre Rente oder ALG II im Freudenhaus, und verderben die jungen Dinger. Die Exporte sind eingebrochen. Jetzt geht es ans Eingemachte. Da wird jede Hausfrau böse.

Darum: Männer emanzipiert Euch endlich. Eigener Haushalt. Eigener Kühlschrank. Bett für sich alleine. Gevögelt werden kann im Wellness Hotel auch. Man erkennt sich. Seht Euch jetzt als arme hilflose Haushaltssklaven, und stellt Euch vor, wie schön und bunt das Leben ohne dieser Ketten im Kopf sein könnte. Ihr habt in Eurer Erziehung nur das falsche gelernt bekommen. Die Welt ist bunt und schön und abwechslungsreicher und spannender, als ihr sie Euch in den kühnsten Heldentrâumen trâumen könnt.

Wenn es keine Freudenhäuser mehr gibt, müßte man sie erfinden.
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#250

Beitrag von Kasharius »

@floggy

"und verderben die jungen Dinger" grenzwertige Formulierung und der Kontext ist mir leider auch hier nicht geläufig...aber in Deutsch war ich schon immer ne Niete (hatte auch nur Leistungskurs)

Sorry, ich stehe voll im OFF TOPIC

Kasharius grüßt

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#251

Beitrag von floggy »

Hallo Kasharius, mußte selbst erst googeln nach "die jungen Dinger". Doch den Ausdruck gibt es, und nicht nur in Bayern. Hab' sogar ' nen google Treffer "Kate Derek: Escort Girls die jungen Dinger - Auf neuen Wegen, Das Rollenspiel" bekommen. Ja, offtopic. Schmeiß es raus. War irgendwie Frustbewältigung. Sorry.
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#252

Beitrag von Kasharius »

Is scho recht... ;)

Kasharius grüßt

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#253

Beitrag von floggy »

Damit ich auch in der anstehenden Sommerpause meinen Frieden habe, wollte ich nach heutemorgendlicher spontaner Einsicht noch verkünden, daß man den Ausdruck tatsächlich nicht mehr verwenden sollte. Sind junge Frauen, und das war's dann auch. Inklusive Sprache. Frauen sind Menschen. Dinger sind Sachen. Sorry, für die späte Einsicht. Dank an Kasharius.
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#254

Beitrag von deernhh »

MEINUNG
SEX KANN MAN KAUFEN - RESPEKT NICHT
STAND

30.6.2020, 16:55 Uhr
AUTOR/IN
Carolin Keil
Carolin (Foto: SWR, DASDING)
Warum ein Sexkaufverbot kein fortschrittlicher Umgang mit Prostitution ist.

Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie es sich anfühlt, zehn mal am Tag Sex zu haben. Ich hatte bis vor wenigen Wochen auch noch kaum Ahnung von den verschiedenen Realitäten in der Prostitution. Aber ich erzähle euch, was ich verstanden habe.

DASDING SPEZIAL SEXARBEIT - SCHNELLES GELD ODER BRUTALE AUSBEUTUNG?
Wir reden am Donnerstag, den 2.Juli, den ganzen Tag im Radio über Sexarbeit:
Mit Sexarbeiter*innen, Sozialarbeiterinnen, der Politik und mit euch!
Ihr könnt Fragen an die Ex-Prostituierte Orinta stellen. Ihre Antworten hört ihr live zwischen 16 und 17 Uhr im Radio und hier im Visual Radio.

Was wolltet ihr schon immer mal von einer Prostituierten wissen? - Schickt uns eure Fragen per Whatsapp: 0172 10 10 951!

„Zehn Mal am Tag, halte ich für unrealistisch.“, sagt Miss Daria. Sie ist selbstbestimmte Sexarbeiterin aus Stuttgart. Miss Daria empfängt einen oder auch mal drei Kunden am Tag und das auch nicht jeden Tag. Sie kann sich ihre Kunden aussuchen. „Wenn jemand respektlos ist, werfe ich den raus.“, erzählt sie mir selbstbewusst. Sie verdient mindestens 220 Euro pro Stunde.

SEXARBEIT IST VIEL MEHR, ALS NUR DER SCHNELLE FICK.

MISS DARIA, SEXARBEITERIN
Sexarbeit ist, neben Straßenstrich oder Laufhaus, auch Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderungen, die Unterstützung brauchen, um ihre Sexualität auszuleben. Sexarbeit kann auch in anderer Form etwas Therapeutisches haben, erzählt mir ein Callboy vom Callboy-Verzeichnis. Er hat bei seinen bezahlten Dates auch Frauen getroffen, die in der Vergangenheit sexuelle Gewalt erlebt haben und sich wünschen, mal wieder in einem geschützten Rahmen Sexualität auszuprobieren – weil sie sicher sein können, dass der Callboy nur macht, was sie wollen.

TRAUM ODER TRAUMA?
Genau wie die Callboys geht auch Miss Daria auf die Wünsche ihrer Kundinnen und Kunden ein. Sie erzählt mir, dass sie viele großartige Momente mit den Menschen hat, die zu ihr kommen. Für sie ist das ein Geschenk, wenn ihr jemand seine intimsten Fantasien anvertraut und sie daran teilhaben darf.

Für einige Frauen in der Prostitution ist das aber ein Albtraum. Orinta war jahrelang Prostituierte. Angefangen hat sie mit 19. Sie erzählt mir von 10 Freiern pro Tag. Einmal waren es sogar 16.

MIT ZEHN MÄNNERN AM TAG ZU SCHLAFEN IST TRAUMATISCH.

ORINTA, EHEMALIGE SEXARBEITERIN
Viele Dinge fand Orinta ekelig. Sie hat ihre Gefühle unterdrückt und weitergemacht. Inzwischen möchte sie nicht mehr in der Erotikbranche arbeiten, sondern als Sexualberaterin.

Viele Frauen, die im Ausland in Armut leben, träumen davon, hier in Deutschland Geld zu verdienen. Anita Beneta ist die Leiterin der Beratungsstelle für Prostituierte, Luis.e, in Karlsruhe. Sie erzählt mir ein Beispiel aus Rumnänien. Da ist Prostitution verboten. Stattdessen werden junge Frauen aber angeworben, in Deutschland 5.000 - 20.000 Euro im Monat zu verdienen. Manchmal wird direkt gesagt, dass es sich dabei um Prostitution handelt, manchmal ist auch von einem Nanny-Job die Rede. Das Einzige, was stimmt, ist, dass die Frau sich prostituieren wird. Reich wird dabei keine von ihnen. Anita hat von Preisen auf dem Straßenstrich gehört: 5 Euro - all inclusive.

WAS KANN EIN SEXKAUFVERBOT?
Menschen, die in die Sexarbeit hineingelogen und dann durch Billigpreise ausgenommen werden, die dadurch Gewalt und Traumata erleben - die will man schützen.
Ein Sexkaufverbot würde es Freiern verbieten, sexuelle Dienstleistungen zu kaufen. Dieses sogenannte „Nordische Modell“ (heißt so, weil skandinavische Länder wie Schweden und Norwegen diese Gesetzgebung eingeführt haben) schützt also die Prostituierten und kriminalisiert die Kunden. Außerdem sorgt es dafür, dass Menschen geholfen wird, die aus der Prostitution aussteigen wollen und es soll eine Sexualaufklärung in der Gesellschaft, zum Beispiel in Schulen, stattfinden.

In der Theorie führt das dazu, dass Freier abgeschreckt werden, also weniger Leute Sex kaufen wollen. Zusätzlich sollen Menschenhandel und Zwangsprostitution für Kriminelle unattraktiver werden.

In der Realität gibt es Studien, die zeigen, dass Menschenhandel und der Straßenstrich durch ein Sexkaufverbot zurück gegangen sind. Genauso gibt es aber auch Untersuchungen, in denen Prostituierte erzählen, dass sie trotzdem im Verborgenen weiterarbeiten und dadurch das Risiko für Gewalt viel höher ist.

DER SPAGAT: SEXARBEIT MÖGLICH MACHEN - AUSBEUTUNG VERHINDERN
Wie schafft man es jetzt, selbstbestimmten Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen ihren Beruf zu ermöglichen und gleichzeitig Menschen vor Armuts- oder Zwangsprostitution zu schützen?

Darüber habe ich mit Miss Daria gesprochen, die ganz richtig darauf hinweist, dass Menschenhandel und Zwangsprostitution schon strafbar und gesetzlich geregelt sind. Um Frauen in der Armutsprostitution zu helfen, müsse man ihnen vor allem eine Stimme geben und sie stark machen, damit sie zum Beispiel nicht für Billigpreise arbeiten.

UM DIE SITUATION ZU VERBESSERN, MUSS MAN MIT SEXARBEITERN REDEN UND AN DEN BEDINGUNGEN ARBEITEN UND NICHT AN VERBOTEN. VERBOTE HABEN NOCH NIE GEHOLFEN.

MISS DARIA, SEXARBEITERIN
Auch Anita Beneta von der Beratungsstelle in Karlsruhe glaubt nicht, dass ein Sexkaufverbot nach Nordischem Modell die Probleme von Armutsprostitution lösen würde. Stattdessen sei es schon jetzt nötig, viel mehr Beratung und Angebote für Menschen zu schaffen, die aus der Prostitution aussteigen wollen. Dafür brauche man Sprachkurse, Traumatherapeuten und Therapeutinnen, Wohnungen und Jobs. Die müsse man unabhängig von einem Sexkaufvebot einrichten.
Außerdem fordert sie Anti-Propaganda in Herkunftsländern, wie im Beispiel aus Rumänien. Man müsse die Frauen schon vor Ort aufklären und ihnen sagen, dass sie mit Prostitution nicht reich würden.
Trotzdem: Das Gute an einem Sexkaufverbot sei für Anita, das Signal an die Gesellschaft, dass man einen Menschen nicht kaufen könne.
Genau an dem Punkt hakt Miss Daria in unserem Gespräch ein.

MAN KANN NICHT MEINEN KÖRPER KAUFEN. MAN KAUFT EINE SEXUELLE DIENSTLEISTUNG. DAS IST EIN HIMMELWEITER UNTERSCHIED.

MISS DARIA, SEXARBEITERIN
Und jetzt sind wir beim Respekt. Und der fehlt.

5 GEDANKEN ZUM RESPEKT
Egal, ob in einer Partnerschaft oder in einem Kunden-Dienstleister-Verhältnis in der Sexarbeit: Menschen gehören niemals einem anderen Menschen. Und deshalb kann man auch nicht mit ihnen machen, was man will. Das ändert sich auch dann nicht, wenn man Geld für eine Dienstleistung bezahlt. Wenn ein Freier einer Prostituierten Gewalt antun, weil er denkt, er habe ein Recht darauf, sich zu nehmen, was er will, weil er dafür bezahlt hat, dann ist das widerlich und respektlos.
Einer Prostituierten vor Gericht nicht zu glauben, wenn sie eine Vergewaltigung anzeigt, weil sie sich mit dem Job nun mal selber in die missliche Lage gebracht habe, ist respektlos und zeigt, wie sehr diese Berufsgruppe stigmatisiert ist.
Sex hat einen Wert. Einfach, weil Menschen einen Wert haben. Und der Wert von Menschen variiert nicht. Und deshalb kann es nicht sein, dass Sex mal 5 Euro kostet und nur manchmal 220. Eine sexuelle Dienstleistung für Billigpreise zu kaufen, weil der Prostituierten aus Armut nichts anderes übrigbleibt, ist respektlos.
Menschen zu manipulieren und zu belügen, um sie in die Sexarbeit zu bringen, ist respektlos.
Einer selbstbestimmten Sexarbeiterin ihren Beruf unausübbar zu machen, ist auch respektlos.
Am Ende vermute ich, dass wir mehr über Sexarbeit reden müssen, um zu verstehen, dass es nicht nur eine Form von Prostitution gibt, aber genug Zustände, die wir so nicht lassen können.
Und bevor wir über irgendeine neue Regel für Sexarbeit sprechen, sollten wir als ganze Gesellschaft anfangen darauf zu achten, dass diese Regel immer gilt:
Sex und sexuelle Dienstleistungen gibt’s nur mit Respekt.

https://www.dasding.de/update/sex-kann- ... t-100.html

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EFFIE AWARDS SWITZERLAND 2020
Erster Grand Prix geht an die Frauenzentrale Zürich

von Uwe Foerster
Mittwoch, 01. Juli 2020
Zu Gast war die Effie-Awardverleihung bei Aroma Studio© zVg

Der Grand Effie hat gestern Abend Premiere gehabt. Mit der Auszeichnung für den besten Case, der in diesem Jahr bei den Effie Awards Switzerland eingereicht wurde, hat die Grand Jury die Frauenzentrale Zürich und Publicis Zürich für die Kampagne "Stopp Prostitution" bedacht.

"Stopp Prostitution" (Kategorie: PR) ist einer der vier Gold-Cases dieses Jahres. Im Rennen um den Grand Prix setzte er sich gegen die Bank Cler mit ihrem "Zak Kontext-Banner" sowie gegen die Migros und M-Budget Mobile mit "Mehr Abo braucht kein Mensch" und nochmals die Migros mit "Ice Tea Beats" durch. Die Wahl begründet Grand Jury-Mitglied Daniel Fischer, Head of Marketing Switzerland der UBS: "In seiner Kategorie strahlt dieser Case besonders hell, da er durch effizienten Mitteleinsatz, klaren Insight und bestens gewählte Tonalität überzeugt".

In der in der von Publicis entwickelten Kampagne für die Frauenzentrale Zürich geht es um den Umgang mit Frauenrechten und die Haltung zum Thema Prostitution in der Schweiz. In einem zweiminütigen Video reden Schwedinnen und Schweden aller Altersklassen den Schweizern zu diesem Thema ins Gewissen. Was in der Schweiz legal und gesellschaftlich akzeptiert ist, bezeichnet die Frauenzentrale als Verstoß gegen die Menschenwürde. In Schweden wird die Nachfrage nach Prostitution bereits seit mehr als 20 Jahren dadurch gedämmt, dass Freier, Zuhälter, Menschenhändler und Bordellbetreiber per Gesetz zur Verantwortung gezogen werden.
Frauenzentrale Zürich "A Message from Sweden to Switzerland"

Der Clip "A message from Sweden to the people in Switzerland" hat breites Gehör gefunden: Er erzielte eine Reichweite von knapp 2,4 Millionen Kontakten über die klassischen Massenmedien TV und Print. Das Medienecho steigerte das Interesse an den von der Frauenzentrale betriebenen Websites frauenzentrale-zh.ch und stopp-prostitution.ch und löste einen intensiven gesellschaftlichen Diskurs aus.

Die Verleihung der Auszeichnungen fand erstmals in der Geschichte der Schweizer Effie Awards digital statt. Leading Swiss Agencies (LSA) prämierte insgesamt 19 Effies: zehn bronzene, fünf silberne und vier goldene. Videoproduktion und Live-Streaming besorgte die Yoveo AG aus Zürich. JvM/Tech konzipierte die Landingpage. Die Filmproduktion erfolgte durch Neiser Filmproduktion (Düsseldorf).

https://www.horizont.net/schweiz/nachri ... ich-184026

Frauenzentrale Zürich:
:021 :013 :011 :021

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#255

Beitrag von Kasharius »

@deernhh

Danke. Dieser Post zeigt sehr gut, dass die Sex-Kauf-Verbots-Befürworter*innen kein Alleinvertretungsmerkmal für sich beanspruchen können.

Kasharius grüßt

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#256

Beitrag von Kasharius »

Hier ein sehr ausführlicher 'Artikel zum Thema. Der Autor spricht sich gegen ein Sexkaufverbot nach dem sog. Nordischen Modell aus.

https://sexabled.de/2020/07/02/sexabled ... 7b3385d631

Kasharius grüßt

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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#257

Beitrag von malin »

Danke Kasharius für diesen Link, ich finde den Text außergewöhnlich gut, sachlich und umfassend.
liebe grüsse malin

eventuell fehlende buchstaben sind durch meine klemmende tastatur bedingt :-)

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Kasharius
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#258

Beitrag von Kasharius »

@malin
tja...wie ich immer sage: Von (vermeitlichen) Behindis lernen heißt... :003

Kasharius grüßt

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deernhh
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Re: Sexarbeit- Über Sexkauf-Verbot

#259

Beitrag von deernhh »

CDU-FRAUEN UNEINIG
Sind Bordelle bald wieder offen?
Prostituierte bekommen jetzt Unterstützung von den CDU-Frauen aus NRW


Prostituierte bekommen jetzt Unterstützung von den CDU-Frauen aus NRW
Foto: Sean Gallup / Getty Images
10.07.2020 - 05:09 Uhr

Sollten Bordelle auch nach Ende der Corona-Krise geschlossen und Prostitution in Deutschland - wie in den USA - für immer verboten bleiben? Die Frauen in der Union sind sich in Sachen käuflicher Sex uneinig.

Denn nun hat die Frauen Union (FU) in Nordrhein-Westfalen (NRW) sich dagegen ausgesprochen, die Prostitution in Deutschland grundsätzlich illegal zu machen.

Mit einem Verbot würde „eine vollständige Verdrängung der Prostitution in das Dunkelfeld und somit in die Illegalität“ erfolgen, sagte die stellvertretende Landeschefin der FU Gisela Manderla (62) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Prävention und Beratung sowie die Gewährleistung des Schutzes von Frauen, die in der Prostitution Gewalt erfahren, würde „somit de facto gekappt“, warnte die CDU-Bundestagsabgeordnete weiter.

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Die Frauen-Union aus NRW stellt sich damit gegen eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD. Erst vor rund zwei Wochen hatte nämlich die saarländische FU-Landesvorsitzende und Finanzsekretärin Anja Wagner-Scheid (45) gefordert, Bordelle und Straßenstriche zu schließen. Für immer!

Ihre Sicht: „Diese Einrichtungen wurden zur Eindämmung des Coronavirus geschlossen. Die Schließungen sind beizubehalten und wir müssen eine gesetzliche Regelung verabschieden, die das Geschäftsmodell für Menschenhändler unrentabel macht.“

Gegen ein Verbot von Prostitution: Bundestagsabgeordente Gisela Manderla aus Köln

Doch ihre Kolleginnen aus NRW glauben offenbar nicht daran, dass ein Verbot etwas zum Besseren verändern würde. Im Gegenteil.

Sylvia Pantel, Vize-Landeschefin der FU in NRW, kann sich eine Lockerung des coronabedingten Prostitutionsverbots sogar schon jetzt vorstellen: „Da, wo es verantwortbar ist, sollten wir die Prostitution wieder erlauben“, sagte sie. In NRW sei das Infektionsrisiko aber noch zu groß.

https://www.bild.de/politik/inland/poli ... .bild.html

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