::: Sicherheitsmaßnahmen CHAUFFEUR :::

Hier werden die Sicherheitsmaßnahmen für SexarbeiterInnen gesammelt, welche später auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wer Tipps zum Thema hat, oder Links kennt, bitte hier posten!
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Zwerg
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::: Sicherheitsmaßnahmen CHAUFFEUR :::

#1

Beitrag von Zwerg » 2008-08-31, 17:57

Leider häufen sich in letzter Zeit Berichte, wonach Fahrer von Escortagenturen ihre Grenzen nicht zu wissen scheinen!

Ich ersuche alle betroffenen Escortdamen um Kontaktaufnahme! Bitte achtet darauf, dass Euch NIEMAND zu Nahe tritt - setzt Euch im Falle eines Übergriffes (und wenn er auch nur verbal stattfindet) sofort mit der Agentur oder mit uns in Verbindung! Der Chauffeur einer Escortagentur arbeitet für Euch - Ihr bezahlt ihn für seinen Dienst! Und damit sollte das Verhältnis eigentlich vollkommen geklärt sein! Etwaige Vertraulichkeiten oder auch Indiskretionen sind unakzeptabel und sollten sofort und unmissverständlich klar gestellt werden.

Gerade in den letzten Tagen habe ich vermehrt diesbezügliche Beschwerden erhalten (ein Chauffeur ruft bei SexarbeiterInnen privat an und fordert sie zu Gesprächen auf - der Nächste erzwingt wieder einen Zungenkuss (das ist bereits sexuelle Nötigung und strafbar!) oder erzählt Halbwissen über andere Escorts (wo sie wohnen, mit wem sie zusammen sind usw.). Dann brüstet sich wieder Einer mit wem er schon (angeblich) im Bett war usw.......

Ich möchte hier nicht generell jedem Fahrer etwas unterstellen - es gibt Einige, die ihren Job professionell (mit der nötigen Distanz) bewerkstelligen! Aber es gibt auch die schwarzen Schafe und wir werden verstärkt ein Auge auf derartige Geschichten werfen! Wenn hier von Seiten der Agenturen nicht entsprechend reagiert wird, kann auch dies für uns ein Grund sein, die betroffene Agentur nicht mehr zu empfehlen!

Ein Tipp in diesem Zusammenhang: Wenn Ihr Euch bei einem Fahrer nicht wohl fühlt -> Steigt hinten ein!
Schon alleine dadurch signalisiert Ihr die Distanz die zum Fahrer besteht und unterstreicht "das Ihr keine privaten Kontakte wünscht" und seid auch für unerwünschte Körperkontakte unerreichbar. (Vielen Dank an unsere UserIn Noname, die diesen Tipp an mich weitergereicht hat)

Christian
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#2

Beitrag von marlies » 2008-08-31, 19:45

Hi Zwerg,

danke dass du das Thema ansprichst!!! Ich hatte ja auch einmal einen unangenehmen Fall, der sich zum Glück ohne größere Komplikationen erledigt hat...
Er hat versucht mich mit diversesten Geschichten zu seiner Männlichkeit zu imponieren und hat sich extrem damit aufgebrüstet, wie toll er ist und wie unverzichtbar für die Agentur. Natürlich hat er auch versucht, mein Vertrauen zu gewinnen, indem er die Agenturchefin schlechtgeredet und sich selber als den Vertrauenswürdigen Kumpeltypen dargestellt.
Also Vorsicht bei so was!!!!!!! Also auf jeden Fall der Agentur berichten falls Unannehmlichkeiten mit dem Fahrer entstehen und versuchen jem. anderen für die Fahrt zu akquirieren!
Don't part with your illusions. When they are gone you may still exist, but you have ceased to live.

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#3

Beitrag von Larissa » 2008-08-31, 20:03

gute idee mit dem thread!!! *daumen*
Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie. (Erich Kästner)

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Re: ::: Sicherheitsmaßnahmen beim UMGANG MIT CHAUFFEUREN :::

#4

Beitrag von 6T » 2008-08-31, 22:42

Zwerg hat geschrieben: Ich ersuche alle betroffenen Escortdamen um Kontaktaufnahme! Bitte achtet darauf, dass Euch NIEMAND zu Nahe tritt - setzt Euch im Falle eines Übergriffes (und wenn er auch nur verbal stattfindet) sofort mit der Agentur oder mit uns in Verbindung!
zweiteres würde wohl ein wenig verfehlt sein. sollte es übergriffe oder sonstige ungereimtheiten mit fahrern geben, ist auf jeden fall sofort der agenturbetreiber zu verständigen.

damit an sexworker.at in umgehung des betreibers heranzutreten finde ich absolut unpassend, da in jedem fall der/die btreiber für "ordnung" zu sorgen haben.

abgesehen davon kann hier auch das gesamte spektrum der zwischenmenschlichen "unpässlichkeiten" wie, denunzierúngen, rache oder liebe eine rolle spielen, wovon aufmerksame betreiber zumindest ansatzweise bescheid wissen sollten und entsprechende maßnahmen einzuleiten wissen, ohne gleich radau bei sexworker.at schlagen zu müssen.....

wir arbeiten streng nach dem motto "schmatgeier (fahrer) sind seeeehr leicht ersetzbar, gute damen hingegen goldes wert". nach dieser prämisse fluktuiert der personalstand der chauffeure ständig in hohem maße.....

gruß, tom

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#5

Beitrag von Zwerg » 2008-08-31, 23:55

Wenn wir Derartiges erfahren setzen wir uns mit dem/der betreffenden BetreiberIn umgehend in Verbindung! Bisweilen tun sich die Betroffenen leichter mit uns zu reden (zumindest bei manchen Agenturen)..... (woran immer das auch liegen mag) - Bei den uns vorliegenden Beschwerden geht es definitiv nicht um "Unpässlichkeiten, Denunzierung oder Ähnliches" sondern um eindeutige sexuelle Übergriffe (wobei in dem einen konkreten Fall (der erzwungene Kuss) weder der Betreiber noch das Forum, sondern die Behörde zuständig ist).

Prinzipiell ist es natürlich richtig zuerst den/die BetreiberIn zu verständigen - doch wir sind gerne bereit auch hier vermittelnd zu agieren.

Unsere Prämisse "SexarbeiterInnen First" hat aber absolut nichts mit einer persönlichen Wertung von Chauffeuren zu tun! Wir versuchen ausnahmslos Jedem in diesem Geschäft mit dem zustehenden Respekt zu behandeln (es sei denn, dass es in irgendeiner Weise Übergriffe oder Einschränkungen gibt, die unseren Grundsätzen widersprechen)

Wichtig ist, dass die betroffene SexarbeiterIn sich auf keinen Fall mit der Situation (des Übergriffes) abfindet, sondern entsprechend auf ihr Anliegen aufmerksam macht - SexarbeiterInnen haben Rechte und die gilt es zu wahren - ich denke, dass auch dann, wenn wir den Kontakt herstellen, oder das Geschehene vortragen genug Spielraum für den/die BetreiberIn vorhanden ist, damit er/sie entsprechend eigenverantwortlich vorgeht.

Christian

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#6

Beitrag von ex-oberelfe » 2008-09-04, 03:00

Ich kann nur jeder/m SW empfehlen, bei solch derartigen Vorfällen sofort den/die BetreiberIn zu verständigen, damit diese/r die notwendigen Konsequenzen ergreifen kann und Dich und andere SW somit vor weiteren Übergriffen schützen kann.
Ein seriöser Betreiber hat in solchen Fällen zum Schutz von der/m betroffenen SW sofort zu reagieren.
Falls der oder die Betreiber/in nicht in richtiger Form agieren, dann sollte man die Agentur umgänglichst verlassen und auch sexworker.at informieren, damit diese auch in vermittelnder und beratender Weise tätig sein können.
Bei Drohungen seitens der Agentur oder des Fahrers sind die Behörden ebenso zu kontaktieren, sexworker.at steht Euch dabei sehr gerne zur Seite.
Ich möchte Euch bitten niemals solch einen Vorgang aus Scham oder Angst zu verheimlichen oder über Euch ergehen zu lassen, niemand hat das Recht Euch sexuell zu belästigen - niemand!
Hinten beim Fahrer zu sitzen ist mit Sicherheit eine professionelle Distanz, die man sich somit bewahren kann und dagegen kann kein Fahrer sein, wenn man ihm das auf netten Wege von Beginn an mitteilt.
Seriöse und erfahrene Fahrer möchten selber gerne diese Distanz oft zu ihrem eigenen Schutz wahren.

Lg Oberelfe
<i>::: Jasmin war SexarbeiterIn, später BetreiberIn und bis Ende 2010 für das Sexworker Forum mit besonderen Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit tätig :::</i>

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#7

Beitrag von Tommy » 2008-09-04, 12:01

oberelfe hat geschrieben:Hinten beim Fahrer zu sitzen ist mit Sicherheit eine professionelle Distanz, die man sich somit bewahren kann und dagegen kann kein Fahrer sein, wenn man ihm das auf netten Wege von Beginn an mitteilt.
Seriöse und erfahrene Fahrer möchten selber gerne diese Distanz oft zu ihrem eigenen Schutz wahren.
So ist es!
Bin selbst u. a. als Fahrer tätig und es geschieht nicht nur aus selbstverständlicher Höflichkeit den Damen gegenüber, dass ich ihnen beim Einsteigen die rechte hintere Wagentüre von aussen öffne (überwiegend stelle ich dabei fest, dass frau dies nicht gewohnt zu sein scheint, es spätestens beim zweiten Mal aber sichtlich doch zu schätzen weiß).
Es gilt dem Berufschauffeur als ungeschriebenes Gesetz, seinem Fahrgast prinzipiell eine der hinteren Türen zu öffnen.
Nicht nur der Wahrung respektvoller Distanz wegen, sondern auch, wie Jasmin völlig richtig bemerkt, aus Gründen der eigenen - und der Sicherheit des Fahrgastes!

Wieso?
Ein Beispiel: Einem Kollegen passierte es kürzlich, dass eine ziemlich alkoholisierte (vorne sitzende) Lady ihm während der Fahrt ins Lenkrad griff...!

Nicht zu vergessen: Häufig sind die Damen solcherart gekleidet (oder treffender: entkleidet), dass es auch hartgesottenen Gemütern schwer fiele, die Augen stets nach vorn gerichtet zu halten. Zumal schon ein flüchtiger Blick in den Innenspiegel "irritieren" kann, wie ich sehr wohl aus eigener Erfahrung weiß.

Für den Berufschauffeur hat weiterhin zu gelten, dass jegliche Konversation nur auf Initiative des Fahrgastes hin geschieht.
Hiervon ausgenommen bleibt im Kontext natürlich der nötige Informationsaustausch den aktuellen Auftrag betreffend.
Gestattet seien im Kontext auch aufmunternde, tröstende, beruhigende oder sonstwie wohltuende Worte, falls die Verfassung des Mädchens solche angebracht scheinen lässt.

Zwerg hat es ja bereits auf den Punkt gebracht:
Der Fahrer wird vom Mädchen für seinen Job bezahlt! Dieser Umstand alleine sollte dem gesunden Menschenverstand plausibel machen, wie der Hase zu laufen hat!
Von dem zu schließen, was manche "Kollegen" sich heraus nehmen, könnte man jedoch fast meinen, es sei umgekehrt.

Und hier muss ich den Beitrag von 6T etwas relativieren:
Selbstverständlich sollte der Betreiber der allererste Ansprechpartner im Fall von Übergriffen sein.
Nur sieht es in der Praxis nicht selten so aus, dass der heisse Draht zum Boss nur über die Telefonistin führt.
Was sich für die Betroffene als Sackgasse erweist, wenn etwa der Fahrer der Intimus derselben ist und das Mädchen letztendlich Lügen gestraft wird und sogar "rausfliegt", wie nachweislich vor nicht langer Zeit geschehen.
Erpressung und sexuelle Nötigung seien im Fall dieses Individuums südeuropäischer Provenienz (der Name ist dem Admin bekannt) an der Tagesordnung gewesen, wie man hört.
Nun soll dieses Individuum angeblich seine eigene Agentur ins Leben gerufen haben. Nun ja, braucht es noch Worte?

Meiner Meinung nach dürfen im Fall des Einzelfalles zwischen Mädchen und Fahrer auch Vertraulichkeiten entstehen.
Warum auch nicht? Wenn aber, dann nur konsensuell!

LG Tommy

Melanie
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#8

Beitrag von Melanie » 2009-04-12, 19:07

Solche Übergriffe sind uns bekannt.
Am Anfang hatten wir 3 Fahrer - die stets eingesetzt wurden bei Fahrten zu Erstkunden.
Aber 2 von ihnen konnten einfach die Grenzen nicht akzeptieren.
Auch wenn die Frau hinten saß - kam es zu negativen, verbalen Äußerungen.
- selbst Ermahnungen und Aussprachen im Team brachten nicht viel - also Trennung !
Die Fahrer sind schnell zu ersetzen und müssen zuverlässig sein, dafür bezahlen wir sie ja .
Jetzt haben wir nur noch 2 Fahrer, aber auf die konnen wir uns verlassen - auch in Punkto : Sicherheit !

Unsere Erfahrung war : das die jüngeren Fahrer fast immer Probleme bereitet haben / die älteren gar nicht .
Zufall ?

LG Melly
„Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.“
Johann Wolfgang von Goethe

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Beitrag von Zwerg » 2010-07-23, 23:08

Wieder häufen sich Beschwerden, dass ein Fahrer einer Escortagentur (in Eigenregie) Strafgelder für Verspätungen von SexarbeiterInnen einzuheben versucht. Wenn hier nicht umgehend Abhilfe geschaffen wird, bleibt uns nichts Anderes übrig, als vor dieser Agentur zu warnen!

christian

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