Zwangsuntersuchung Schnirchgasse wird immer schlimmer

Abgesehen vom Fehlen der nötigen Hilfsinstitutionen für Sexworker findet hier auch alles Platz, was ihr an bestehenden Einrichtungen auszusetzen habt oder loben wollt
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Sonja
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Zwangsuntersuchung Schnirchgasse wird immer schlimmer

#1

Beitrag von Sonja » 2006-11-16, 20:14

Untersuchungszenario Neutorgasse wird immer schlimmer! - Der Ursprüngliche Titel des Threads: wurde von mir auf Zwangsuntersuchung Schnirchgasse wird immer schlimmer - geändert (Schnirchgasse ist die neue Adresse an der die Zwangsuntersuchung in Wien durchgeführt wird)
EDIT BY ZWERG am 18.07.09

Ich muss mir meinen Ärger :013 wieder mal von der Seele schreiben:
Die Zustände in der Neutorgasse (Untersuchungsstelle für Wien) verschlimmern sich von Woche zu Woche!
Löblicherweise lassen sich immer mehr Prostituierte registrieren, laut Auskunft einer Schwester sind es jetzt schon weit über 1000 in Wien. Die Kapazität der Ärzte, Schwestern, Sozialarbeiter,..bleibt aber aus mir unerklärlichen Gründen :102 unverändert, woraus durchschnittliche Wartezeiten von 1,5-2h resultieren, und die Qualität der Untersuchung/Beratung sehr zu wünschen übrig lässt. Eine Personalaufstockung muss doch im Budget drinnen sein, wenn es um die "Erhaltung der Volksgesundheit" geht. :protest

Die Ärzte und das übrige Team sind selbst verzweifelt und höchst unzufrieden über diesen Zustand, es ähnelt einer Fließbandarbeit, für entsprechende Zuwendung bzw. ein kurzes Gespräch bleibt so gut wie keine Zeit!!

Das Ärzteteam ist sehr bemüht das Beste daraus zu machen und so schnell wie möglich eine nach der anderen "abzufertigen", um die langen zermürbenden Wartezeiten der ungeduldig Wartenden zu verkürzen, trotzdem wird es von Mal zu Mal chaotischer. Wenn, wie heute, eine Ärztin krank ist, ist es ganz schlimm: Die Warteräume sind pumpvoll, die Schlange vor dem Anmeldeschalter reicht des öfteren bis vor das Haustor auf die Straße!! Trubel, Unmut, Wirbel, man ist froh, wenn man wieder draußen ist.

Ich verstehe nicht, warum die Stadt Wien einerseits die Registrierung der Prostituierten fördert und wünscht, anderseits aber die Bedingungen und Umstände derartig verschlechtert, dass ich verstehe, wenn die Untersuchungstermine von den Prostituierten nicht regelmäßig eingehalten werden. Als ich heute ziemlich genervt gehen wollte, hat mir eine Sozialarbeiterin geraten, nein- sie hat mich "angefleht", ich möge mich doch bei der entsprechenden Stelle beschweren, was ich auch gemacht habe, ob es was hilft, weiß ich nicht! :012

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#2

Beitrag von Morpheus » 2006-11-16, 22:32

Diese Praxis finde ich auch merkwürdig.... aber man kann halt nicht so schnell mit Diensstellen auf Spitzen reagieren. Langfristig ist es vermutlich vernünftig auch niedergelassene Ärzte ins Kontrollsystem einzugliedern.

Wo hast du dich denn beschwert?

http://www.wien.gv.at/advuew/internet/A ... 0914134444
Viele Leute hinterlassen Spuren, nur wenige Eindrücke!

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#3

Beitrag von KonTom » 2006-11-16, 23:12

Diese Praxis ist mir schon seit JAHREN bekannt! Du hast aber recht, in Österreich kann man nicht so schnell auf Spitzen reagieren. Wir haben ja auch viel Wichtigeres zu tun. Wie stellen wir unsere Regierung jetzt zusammen? Wie schaffen wir es, das Schwarz noch möglichst lange den Kanzler stellt? Wie können wir Herrn Österreicher noch mehr melken? Wo könnten wir wieder eine neue Steuer durchsetzen usw usw :goofy Da können ein paar Prostituierte doch wohl ein paar Stunden auf der Straße vor dem Amt warten.


Sorry, aber das mußte raus. :003

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#4

Beitrag von sixela » 2006-11-16, 23:39

Mir erzählte heute eine rumänisch-österreichische Sexworkerin (die bekannte Anita aus dem GT) von 2 Stunden Wartezeit. Und sie meinte, nach dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien werden es 6 Stunden sein...

Meiner Meinung nach wäre eine Lösung, dass man freie Arztwahl einführt, wenn man schon so strikt mit den Untersuchungen ist. Da es in der Neutorgasse gratis ist, soweit ich es verstehe, könnte auch der Privatarzt den Scheck von der Stadt Wien bekommen, das wären dann keine Zusatzkosten.

Übrigens wartete heute laut Erzählung ein potentieller Kunde in seinem Auto vor der Neutorgasse auf die nach der Untersuchung herauskommenden Sexworkerinnen und wollte von denen, die ihm gefielen, ihre Telefonnummern für Dates! Auf diese Idee muss man erst mal kommen :004
Die Welt ist umso freier, je weniger Religion und je mehr Sex praktiziert wird

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#5

Beitrag von Sonja » 2006-11-17, 08:25

MORPHEUS hat geschrieben:Wo hast du dich denn beschwert?

http://www.wien.gv.at/advuew/internet/A ... 0914134444
Danke für den link!

Ich war bei der

Dienststellenleitung / MA 15
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Je mehr sich persönl. oder schriftl. beschweren, umso besser!!

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::: UNTERSUCHUNGSSZENARIO NEUTORGASSE :::

#6

Beitrag von Zwerg » 2006-11-17, 09:39

Sonja hat geschrieben:Je mehr sich persönl. oder schriftl. beschweren, umso besser!!
Habe einen "Zwergennewsletter" an meine KundInnen rausgegeben (ich betreue ja einige gewerbliche Webseiten) und sie auf den Aufruf hingewiesen. Ich bin überzeugt, dass das eine oder andere Echo in Richtung MA 15 erfolgt. :014

Ich frage mich, ob nicht gerade das eine Geschichte ist, bei der SOPHIE Beistand gewähren könnte bzw. sollte. :017

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#7

Beitrag von Ellena » 2006-11-17, 12:21

Ich hab mich auch bereits beschwert, da ich auch Sonja´s Meinung bin, daß die Qualität der Beratung (gerade für ausländische neue Mädchen) von grösster Wichtigkeit; sehr unter der Überlastung des Untersuchungspersonals leidet.
Das Personal und die Ärztinnen sind sehr bemüht, ein nettes Klima zu halten, aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit, es wird wie am Fliessband gearbeitet.
Diese Situation gehört dringendst geändert, ansonsten wird die positive Entwicklung der Registration wieder rückläufig werden.
Es wurde mir gesagt, das nächstes Jahr die Untersuchungsstelle umziehen würde, ebenfalls der
Personalstand angehoben wird. Entwicklung hoffentlich in die richtige Richtung.
Die HOFFNUNG stirbt zuletzt!
L.G.
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Zuletzt geändert von Ellena am 2007-02-15, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.

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#8

Beitrag von Susi » 2006-11-17, 17:19

Ellena hat geschrieben:Es wurde mir gesagt, das nächstes Jahr die Untersuchungsstelle umziehen würde, ebenfalls der
Personalstand angehoben wird.
Na das wären ja "good news" - hoffen wir, dass sie es umsetzen. Und weisen wir mit unseren Beschwerden darauf hin, dass es dringenste Notwendigkeit ist!

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#9

Beitrag von Oldboy » 2006-11-17, 19:18

Laienhafte Anmerkung: Ich nehme an, Ihr müsst für die Untersuchung etwas bezahlen. Dann müsste durch mehr "Kundschaft" ja auch mehr Geld für zusätzliches Personal vorhanden sein. Oder sehe ich das falsch?

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#10

Beitrag von Sonja » 2006-11-17, 19:26

Oldboy hat geschrieben:Ich nehme an, Ihr müsst für die Untersuchung etwas bezahlen.
Nein, in Wien sind die Untersuchungen kostenlos!

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#11

Beitrag von Lovara » 2006-11-18, 09:48

ich hoffe das recht viele deinem beispiel folgen und sich wirklich beschweren und ned nur deine zeilen lesen und sich denken, "recht hat's!".

es ist leider bezeichnend für die jetzige gesundheitspolitik und auch für jede andere institution.

wenn ich nur an meinen augenarzt denke, wie lang ich da auf einen termin warten muss und wenn der termin dann da ist hast erst recht eine wartezeit von drei stunden.
lg LOVARA
es gibt nur wenige, die es ehrlich meinen

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#12

Beitrag von Ellena » 2006-11-18, 18:19

Stimmt man muss in den letzten Jahren den Rückschritt in den gesundheitlichen Belangen beobachten und sofern man krank ist, auch am eigenen Leib erfahren..
Besonders der Älteren Generation wird die Verschreibung von dringend nötigen Medikamenten um einen Weg erschwert, nämlich zum Gruppenarzt, da fragt man sich, ist das Nötig oder reine Schikane.
Die finanziellen Leistungen der Krankenversicherungen haben ebenfalls stark abgenommen, dies hab ich am eigenen Leib verspürt, dringende Zahnspange bei Kindern, oder Augenkorrekturen sprich Brille, man muss den Großteil selber berappen.
Dringende Reformen sind nötig. Experten wiederum gefragt : ))))
und wahrscheinlich auch in diesem Bereich Mangelware. Der Blick auf die Basis,- fehlt unseren heutigen Politikern grundsätzlich.
L.G.Ellena
Zuletzt geändert von Ellena am 2007-02-15, 19:04, insgesamt 2-mal geändert.

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#13

Beitrag von Oldboy » 2006-11-20, 20:40

Sonja hat geschrieben:
Oldboy hat geschrieben:Ich nehme an, Ihr müsst für die Untersuchung etwas bezahlen.
Nein, in Wien sind die Untersuchungen kostenlos!
Danke. Wieder was dazugelernt.
Denkt Ihr, dass ein Kostenbeitrag zur Lösung des Problems beitragen würde oder eher wieder einige SW davon abhalten würde, zur regelmäßigen Untersuchung zu gehen?

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#14

Beitrag von Ellena » 2006-11-20, 23:13

Ich halte das kostenlose Angebot für ausserordentlich wichtig, es sollte unbedingt aufrecht bleiben. Nur könnte ich mir vorstellen, daß dies nicht alle Kolleginnen nützen müssten.
Wenn es Alternativen geben würde, wie freie Arztwahl oder eine andere kostenpflichtige Möglichkeit zur Kontrolle, würde die Situation in der Untersuchungsstelle mit Sicherheit deutlich verbessern.
Aber das zentralistische System und die Enge des Gebäudes lässt ja auch keine andere Möglichkeit zu, vielleicht ändert sich dies mit dem Umzug der für nächstes Jahr geplant ist.
L.G. Ellena
Zuletzt geändert von Ellena am 2007-02-15, 19:02, insgesamt 1-mal geändert.

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#15

Beitrag von Sonja » 2007-02-15, 15:09

Ellena hat geschrieben: ... Wenn es Alternativen geben würde, wie freie Arztwahl oder eine andere kostenpflichtige Möglichkeit zur Kontrolle, würde die Situation in der Untersuchungsstelle mit Sicherheit deutlich verbessern.
Es hat sich leider nichts geändert an den :013 langen :013 Wartezeiten vor der Untersuchung, die selbst dann genau 5 min dauert. Es ist sehr ärgerlich, diesen Bahnhofsbetrieb mitzuerleben zu müssen: Zu Recht ungeduldige Prostituierte, genervte Schwestern, frustierte Ärztinnen (die ich wirklich sehr bedauere: denn sie leisten reinste Fließbandarbeit, für ein Gespräch ist kaum Zeit).
Wie lange soll das noch so weitergehen?
Da kann ich gut verstehen, wenn sich so manche die Mühe nicht mehr machen wollen, und die Karte zurückgeben. Absolut kontraproduktiv!

1-2 neue Ärzte zusätzlich anzustellen würde die Situation wesentlich verbessern, doch hier hat wohl niemand einen Handlungsauftrag!?

Letztes Mal scherzte eine Ärztin und meinte, sie hätten sogar die Idee gehabt, streiken zu gehen!... JA, BITTE, warum denn nicht? Als ich heute eine Sozialarbeiterin darauf ansprach, konterte sie sogleich:"Naja, das könntet`s ihr Prostituierte aber ja auch..", worauf ich antwortete, dass das aber einem outing gleichkäme, und das könnten sich nicht viele leisten.Sie erwiderte dann, dass aber sie selbst dann um ihren Arbeitsplatz fürchten müssten... :012

Die Möglichkeit, sich auswärts privat untersuchen zu lassen, besteht nicht (lt .Auskunft einer Sozialarbeiterin)
Das wäre, wie schon Ellena erwähnt hat, ebenfalls eine mögliche Entlastung!

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#16

Beitrag von Ellena » 2007-03-19, 17:37

Es gibt leider immer noch keine neuen erfreulicheren Meldungen, bezüglich unseres
Untersuchungs-Szenarius.

Im Gegenteil, wurde früher darauf wertgelegt, daß sich nur Personen in den Räumlichkeiten aufhalten, die tatsächlich die Untersuchung konsumieren, gehts jetzt drunter und drüber.

Es treiben sich immer mehr fragwürdige Gestalten, männlicher Natur herum, zum Teil Freunde der Kolleginnen aber auch völlig Unbeteiligte, offenbar auf Brautschau.

Die Zustände werden immer schlechter, und die Wartezeiten immer heftiger.
L.G.
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#17

Beitrag von Sonja » 2007-03-19, 18:02

Ja, man muss schon von Glück reden, wenn man nicht in der Warteschlange auf der Straße (!) stehen muss...

Ich bin wirklich jedesmal schon sehr genervt, solange warten zu müssen, noch dazu muss ich immer wieder Termine verschieben oder zittern, dass ich noch rechtzeitig in mein Studio komme.

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#18

Beitrag von Ellena » 2007-11-30, 14:57

Das wöchentliche Untersuchungsszenario hat sich zwar örtlich verändert, aber leider haben sich die Zustände eher verschlechtert.

Das Personal ist dermassen überlastet, der Zustrom wird immer stärker, die Warteschlangen gibt es nach wie vor.

Die Untersuchungsräume sind modernisiert und es gibt jetzt geschlossene Türen, so daß die Untersuchung wenigstens ohne Zuschauerin passiert.

Aber leider sonst keine Verbesserungen zu vermelden.
Liebe Grüße
Ellena
Nimm deine Mitmenschen wie sie sind,-
denn es gibt keine Anderen.... ; )

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#19

Beitrag von Zwerg » 2007-12-01, 02:36

Hi Ellena!

Auch ich wurde Heute diesbezüglich von 2 SexarbeiterInnen angesprochen - irgendwie habe ich gehofft, dass sich mit dem Umzug doch die Lage verbessert, aber es sieht nicht wirklich so aus - Du schreibst in Deinem Beitrag das die Untersuchung wenigstens "ohne ZuschauerIn" passiert - aber wie mir Heute berichtet wurde ist es nach wie vor möglich zuzuhören, was bei der Untersuchung passiert, während man im Vorraum wartet....?

Also das halte ich für mehr als bedenklich! Es kann doch nicht sein, dass Diagnosen nicht vertraulich sind. Kannst Du diese Beobachtung bestätigen?

Christian

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hallo!

#20

Beitrag von Yvonne » 2007-12-01, 23:09

... ich kann euren ausführungen bezüglich der warteschlangen, etc bei der kontrollstelle nur zustimmen! hatte ich anfangs die hoffnung, dass es in 1030 besser wird als in der neutorgasse, so muss ich nun sagen, dass - wie "ellena" es formulierte - die zustände teilweise noch schlimmer sind als früher!

... für mich als sexworkerin mit "seriösem" 40-stunden-fixjob ist es immens schwierig bis teilweise schon fast unmöglich, zu einer halbwegs akzeptablen zeit im büro zu sein, obwohl ich einen netten chef habe, der ohne weitere probleme ein oder mehrere augen zudrückt! aber immer die ausrede mit dem "verschlafen haben" usw zu verwenden, macht auf die dauer auch keinen spass! egal ob ich bereits um 7.30 uhr da bin oder 8.00 uhr - jedes mal dauert es ewig ... und in letzter zeit habe ich überhaupt den lauf, dass es weit über eine stunde und mehr dauert! speziell das aufrufen nach den nummern ist jedesmal paradox, das wirkt, als ob willkürlich aus einem lostopf gezogen wird!

... es ist natürlich keine frage, dass es diese institution geben muss! aber es ist auch so, dass niemand seine zeit gestohlen hat - aber speziell bei jenen sexworkern, die einer "normalen" tätigkeit nachgehen ist dieser zustand nicht mehr tragbar! warum zb konnten die öffnungszeiten nicht ausgedehnt werden, worauf ich bei der übersiedelung insgeheim gehofft hatte! wenn ich nicht mit leib und seele sexworkerin wäre, so wären diese misstände ein grund für mich, die kontrollkarte zurückzulegen! aber "schwarz" zu arbeiten kommt für mich aus für euch sicher nachvollziehbaren gründen nicht in frage!

... und die sache mit der diskretion, wie es weiter oben auch angeführt wurde, liegt für meine begriffe auch im argen! die idee - ich denke sie kam von "sonja" - mit der namenlosen kontrollkarte, dafür aber mit einer art "identifizierungscode" sollte ja auch machbar sein.

... und wenn man diese dinge ab und zu bei der kontrollstelle anspricht, dann erntet man maximal ein achselzucken und den hinweis auf peronalmangel, etc ...!

... in diesem sinn - yvonne!

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