Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

Geschäfte, Internet-Shops, Dienstleister, Beamte... wo habt ihr Diskriminierung oder unangemessenes Verhalten erfahren? Wo hat es euch besonders gut gefallen, bzw. stimmte das Preis/Leistungs-Verhältnis?
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Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#1

Beitrag von deernhh »

Niveaulos und frauenverachtend: Wer stoppt Oliver Pocher?

Oliver Pocher versucht sich als Investigativjournalist – und macht die Pornovergangenheit einer Influencerin öffentlich.

Seine Fans bejubeln ihn und fallen in den Kommentarspalten über die Frau her.
Die Grenze ist hier lange überschritten, kommentiert unser Autor.

Matthias Schwarzer | 04.05.2020, 15:05 Uhr

Hannover. Ja, es gäbe weiß Gott wichtigere Dinge, über die man derzeit sprechen könnte, als über einen RTL-Comedian mit zu viel Geltungsdrang. Und doch sollte nicht ganz unkommentiert bleiben, was Oliver Pocher gerade so auf Facebook und Instagram treibt. Es geht um die wohl niveauloseste B-Promi-Schlammschlacht des Jahres, ein unfreiwilliges Porno-Outing – und jede Menge Doppelmoral. Und nein: Lustig wird dieser Text sicher nicht, das schon mal vorab.

Falls Ihnen das Schaffen und Wirken von Oliver Pocher nicht so geläufig sein sollte: nicht schlimm. Nur so viel zur Erklärung: Der Comedian hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer Art Social-Media-Phänomen entwickelt. Das hat vor allem mit seinem (mutmaßlich sehr inszenierten) Beef mit Schlagerstar Michael Wendler zu tun. Über Wochen hinweg lieferten sich beide ein schaurig-peinliches Duell über Instagram, das schließlich in eine gemeinsame RTL-Duellshow mündete.

Für beide Duellanten bedeutete das Hickhack vor allem: jede Menge Aufmerksamkeit. Pocher sammelte in kurzer Zeit über eine Million Follower auf Instagram und Facebook, der Wendler stand mit seinem Song “Egal” kurzzeitig auf den vorderen Plätzen der Downloadcharts.

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Klassensprecher der Moralapostel
Und irgendwie war das Schauspiel ja auch ganz lustig: Ein abgehalfterter Privatfernsehen-Comedian erhebt sich über einen abgehalfterten Schlagersänger, und der Pöbel wirft mit seinen Likes und Kommentaren Futter in die Manege. Eine wunderbar-skurrile B-Promi-Schlammschlacht, bei der man sich genügsam zurücklehnen und feststellen konnte: Gut, dass ich kein B-Promi bin.

Doch bei dem Wendler-Scharmützel blieb es leider nicht. Kurz nachdem der Beef offiziell beiseite gelegt war, suchte sich Oliver Pocher neue Opfer. Seit Mitte März hat sich der Comedian auf die Influencer der Nation eingeschossen. Also Menschen, die mit Instagram sehr viel Geld verdienen, obwohl sie einigermaßen wenig Aufwand betreiben (außer schön sein). Irgendwie scheint Pocher das zu wurmen, denn seit mittlerweile zwei Monaten arbeitet er sich an einem Instagram-Star nach dem anderen ab, und es hört nicht mehr auf.

Interessanterweise hat Pocher dafür die Strategie gewechselt: Vom gehässigen “Ich verarsch den Wendler mit Perücke”-Humor schwenkt er jetzt die große Moralkeule, blubbert pseudointellektuell von Verantwortung und wie moralisch verwerflich das doch alles sei. Als wäre Pocher, der in der Vergangenheit gerne mal Frauen als “Presswurst” bezeichnete oder sie vor 14,5 Millionen “Wetten, dass..?”-Zuschauern für ihr Aussehen beleidigte, plötzlich so etwas wie der neue Jesus des Showbusiness, der Klassensprecher der Moralapostel.

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Pocher ganz investigativ

Einem Instagram-Star warf Pocher etwa vor, während der Corona-Pandemie quer durch Europa gereist zu sein – eine andere kritisierte er, weil sie ihre Kinder vor die Kamera zerre. Sicherlich ist beides irgendwie fragwürdig – doch Pocher jazzt in seinen Videos jeden kleinen Alltagsfehltritt gänzlich irrelevanter Internetsternchen zum ganz großen Medienskandal hoch.

Er tut das im Duktus eines Jan Böhmermann, der mit intelligentem Witz und Charme schon mal einen Campino, die AfD oder den Adidas-Chef durch die Manege geschleift hat. Nur dass Pocher sowohl der intelligente Witz als auch der Charme als auch der relevante Themenansatz fehlen. Er steht dann da vor einer weißen Wand mit buntem Gemälde, spricht über Leute, die kaum jemand kennt, fummelt an seinem iPad rum und redet sich in Rage. Pointen hört man wenige, dafür sehr viel Frust.

Was die Böhmermann-Rubriken aus dem “Neo Magazin Royale” übrigens auch auszeichnet, ist exzellente Recherche. Also versucht sich Pocher seit einigen Tagen auch als Investigativjournalist. So “deckte” er vor einigen Tagen beispielsweise “auf”, dass eine Influencerin sich ihre Follower nur gekauft habe. Mit Analysetools und geleakten Kontoauszügen war Pocher hier etwas ganz Großem auf der Spur. Am Wochenende folgte dann ein weiterer “Leak” – und das ist der Punkt, an dem es leider ziemlich ekelig wird.

Pocher leakt Pornovideo

Pocher veröffentlichte auf seinen Social-Kanälen Ausschnitte aus einem bislang unbekannten Pornovideo. Darin zu sehen: Eine Influencerin, auf die der Comedian bereits seit einigen Wochen eindrischt. Eine Frau, die wegen der Attacken von Pocher-Fans bereits heulend vor der Kamera saß, an der sich die zynisch wiehernde Meute seither festgebissen hat und von ihrem großen Idol immer weiter befeuert wird. Nun also der finale Todesstoß: eine Pornovergangenheit, wie peinlich.

Doch damit nicht genug: Auch eine Freundin der Influencerin outete Pocher. Sie war offenbar früher als Sexarbeiterin aktiv, Pocher zeigte in einem Video genüsslich ihren Webauftritt. Ebenso genüsslich sprangen Promimagazine auf den Zug auf: Pocher habe die “dunkle Vergangenheit” der betroffenen Influencerin “aufgedeckt”, heißt es da etwa. Der Instagramerin derweil blieb nichts anderes übrig, als sich auf ihrer Social-Plattform zu rechtfertigen: Sie schäme sich nicht für ihre Vergangenheit, schrieb sie. Die Aufnahmen seien entstanden, bevor sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde.


Falls an dieser Stelle noch nicht klar sein sollte, warum Pochers “Leak” hochproblematisch ist, dem sei es hier noch mal erklärt: Zunächst einmal “leakt” man brisante Informationen nur dann, wenn sie für die Öffentlichkeit von überaus hoher Relevanz sind. Das kann bei dem Video eines österreichischen Rechtspopulisten-Politikers so sein, aber wohl eher nicht bei einem Influencer-Sternchen mit ein paar gefakten Followern und Pornovergangenheit. Sollte Pocher mit seinem pseudointellektuellen Moralgeplänkel tatsächlich so etwas wie journalistischen Anspruch gehabt haben, so ist er damit krachend gegen die Wand gefahren.

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Niveaulos und frauenfeindlich
Viel schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass Pochers Aktion schlichtweg niveaulos, niederträchtig und überaus frauenverachtend ist. Auf den Punkt gebracht hat dies am Wochenende die ehemalige Prostituierte und Frauenrechtlerin Huschke Mau auf Facebook.
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Hey Oliver Pocher, lösch Dich!

Darf ich mich vorstellen?

Mein Name ist Huschke Mau, ich schreibe gerade meine Doktorarbeit. Ich bin auch Aktivistin für Frauen- und Mädchenrechte und für die Abschaffung der Prostitution. Aber ich war vorher auch ziemlich lang in der Prostitution. Ich sage es ganz deutlich in Deinem Jargon, damit auch Du es begreifst: ja, ne echte Nutte. Und die hat Dir was zu sagen.

Du hast nämlich in Deinem letzten Video, das auf Instagram schon über eine Million Aufrufe und auf Facebook über 25.000 Likes bekommen hat, eine Frau gegen ihren Willen als Exprostituierte geoutet und hattest sichtlich Spass dabei. Von der anderen hast Du der Öffentlichkeit, die davon bisher nichts wusste, Auszüge eines Pornofilms, in dem sie mitgespielt hat, vorgeführt.

Und weisst Du was? Ich finde das, was Du getan hast, zum Kotzen.

Dir war anscheinend langweilig während der Quarantäne, also hast Du begonnen, Dich über Influencer aufzuregen. Hat mich nicht interessiert. Dann hast Du Dich auf Anne Wünsche eingeschossen. Kannte ich vorher gar nicht. Die hast Du Video für Video so dermaßen fertig gemacht, dass sie heult. Dann hast Du Dich darüber lustig gemacht, dass sie und ihre Freundin Dir Mobbing vorwerfen. Aber das reicht Dir alles nicht.

Nein. Du hast ein Video gedreht, in dem Du Anne Wünsches Freundin Kim als Exdomina outest. Du zeigst Videos von ihr, Du liest aus ihrem Werbeprofil vor, was sie so für Sexpraktiken anbietet – und demütigst sie damit mal so richtig. Von Anne Wünsche zeigst Du Ausschnitte aus einem bisher nicht bekannten Porno. Du zerrst an die Öffentlichkeit, was diese Frauen für Geld mit sich machen lassen – und setzt sie damit ordentlich herab.

Du willst, dass die beiden von Dir geouteten Frauen sich schämen. Aber weisst Du was? Ich will, dass DU Dich schämst.

Das, was Du tust, ist bodenlos. Deine Doppelmoral ist unglaublich. Du selber holst Dir auf Pornos einen runter, aber die Frauen, die sollen sich dafür schämen, in ihnen mitgespielt zu haben. Deine Entertainerkollegen – und ja vielleicht auch DU? – rennen doch massig in den Puff, ganz normal – und Du denkst, dass die Frauen sich dafür schämen sollen.
Was passiert eigentlich, wenn WIR mal den Mund aufmachen?

Du bist selber Nutzer, Du hast doch selber einen objektifizierenden Blick auf Frauen. Du bist der, bei dem hier was nicht stimmt.

Du sagst, es geht Dir darum, dass diese beiden Frauen ihre Kinder auf Instgram verwursten. Finde ich auch nicht ok. Aber die Kinder von Kim, der Exdomina, durften jetzt von ihren SchulkameradInnen erfahren, was ihre Mutter so gemacht hat. Und da sehr, sehr viele Leute dasselbe bescheuerte Mindset haben wie Du und Kim jetzt als „Schlampe“ dastehen lassen, werden ihre Kinder gerade echt viel Mobbing durchmachen – dito die Kinder von Anne Wünsche, die in einem dieser Filme mitgespielt hat, die Du Dir, so lässt Dein unterirdisches Frauenbild vermuten, sicherlich täglich reinziehst.
Und Deine eigenen Kinder? Die müssen jetzt damit leben, dass ihr Herr Papa im Internet fremde Frauen stalkt, bis er irgendwelche Sexfilmchen gefunden hat, mit denen er sie blossstellen kann.

Es geht Dir nicht um irgendwelche Kinder – es geht Dir darum, das „Hurenstigma“ und den „Schlampenstempel“ zu nutzen, um Frauen fertig zu machen!

Das, was Du tust, ist ganz nah dran am Revenge Porn – an dem Verhalten von Männern, die bei einer Frau nicht landen konnten und dann Nacktbilder oder –videos von ihr herumzeigen, um sie fertig zu machen.
Das passiert auf deutschen Schulhöfen täglich – manche Mädchen bringen sich deswegen um.
Und Deine Fans feiern Dich dafür und finden, beide Frauen seien doch "selber schuld". Schämt euch, und zwar hart! Ihr seid genau die, die vergewaltigten Frauen gegenüber meinen, sie seien doch selber schuld, denn sie hätten ja einen MInirock angehabt!

Ich habe keine Ahnung von Dir und Deinem Privatleben, Pocher, aber ich hoffe, Du hast keine Tochter. Der kann sowas auch passieren. Was soll schon schlimm daran sein? Oliver Pocher macht das schliesslich auch!

Dir wurde Mobbing vorgeworfen, ich gehe einen Schritt weiter – und sage Dir: das, was Du tust, das ist Gewalt gegen Frauen.

Und ich hoffe, dass Dir sämtliche Frauenorganisationen Deutschlands aufs Dach steigen!!!

#LöschDichPocher !!!

Link zum Video:


Sie schrieb: “Du hast in Deinem letzten Video (...) eine Frau gegen ihren Willen als Exprostituierte geoutet und hattest sichtlich Spaß dabei. Von der anderen hast Du der Öffentlichkeit, die davon bisher nichts wusste, Auszüge eines Pornofilms, in dem sie mitgespielt hat, vorgeführt.” Das sei demütigend, so Mau. “Du zerrst an die Öffentlichkeit, was diese Frauen für Geld mit sich machen lassen – und setzt sie damit ordentlich herab. Du willst, dass die beiden von Dir geouteten Frauen sich schämen. Aber weißt Du was? Ich will, dass DU Dich schämst. Das, was Du tust, ist bodenlos. Deine Doppelmoral ist unglaublich. Du selber holst Dir auf Pornos einen runter, aber die Frauen, die sollen sich dafür schämen, in ihnen mitgespielt zu haben.”

Pochers Verhalten sei, so Mau, zudem “nah dran am Revenge Porn” – also wenn Männer aus Neid Nacktbilder von Frauen herumzeigen, bei denen sie nicht landen konnten. “Das passiert auf deutschen Schulhöfen täglich – manche Mädchen bringen sich deswegen um”, so Mau weiter. Die Aktivistin hofft nun, dass Pocher “sämtliche Frauenorganisationen Deutschlands aufs Dach steigen”.

Die Grenze ist lange überschritten
Letzteres könnte durchaus möglich sein – fraglich ist nur, ob das auch Pochers Karriere in irgendeiner Weise kratzen dürfte. Danach sieht es momentan nämlich nicht aus, im Gegenteil: Je mehr sich Pocher hochschaukelt, desto mehr Sendezeit schenkt ihm sein Arbeitgeber RTL. Er hat jetzt einen Podcast und bald auch eine eigene Latenight-Show. Was er da zum Besten geben wird, dürfte ebenso unter aller Kanone sein wie seine Instagram-Auftritte – aber es bringt nun mal Quote.

Fragt sich nur: Wer stoppt ihn dann? Fest steht: Je mehr grölendes Publikum Pocher bekommt, desto mehr pöbelt sich der Comedian in Rage. Dass hinter jedem Influencer auch ein Mensch steht, wird da zweitrangig. Da wird jeder Fehltritt ausgeschlachtet, jedes Nacktvideo, jede Dominavergangenheit zum Auslachexzess. Die Grenze ist hier bereits lange überschritten.[/highlight]

https://www.rnd.de/promis/niveaulos-und ... ZM45E.html





Oliver Pocher
Mobbing, Doxing – oder Comedy
Seit einigen Wochen trollt Oliver Pocher Influencerinnen auf Instagram. Jetzt soll er bei RTL eine Fernsehsendung bekommen. Die Opfer haben wenig Handlungsspielraum.
Ein Kommentar von Theresia Enzensberger
7. Mai 2020, 12:24 Uhr

Oliver Pocher beruft sich auf die Meinungsfreiheit, wenn er Frauen vor einem Millionenpublikum beleidigt. © TVnow/​Stefan Gregorowius

Zunächst einmal darf man sich die völlig berechtigte Frage stellen, warum zur Hölle man sich mit jemandem wie Oliver Pocher beschäftigen sollte. Vielleicht erinnert man sich vage an die frühen Nullerjahre, als das Privatfernsehen noch genügend Geld hatte, um allen möglichen Blödsinn zu finanzieren und als deutsche Comedy von Leuten gemacht wurde, deren "Humor" hauptsächlich darin bestand, homophobe, sexistische und rassistische Witze zu reißen.

Seitdem hat sich einiges geändert. Das Fernsehen hat an Geld und Relevanz verloren. Die deutsche Comedy-Landschaft hat an Protagonisten und Perspektiven hinzugewonnen. Einige Redakteure, Produzentinnen und Zuschauer haben ein stärkeres politisches Bewusstsein und höhere Ansprüche – diese Leute haben verstanden, dass Comedy nicht bedeuten muss, auf Schwächere einzuschlagen. Bei einigen Comedians führt das allerdings zu einer Dynamik der Radikalisierung: Der rassistische, sexistische oder homophobe Witz ruft immer weniger Schenkelklopfen, stattdessen vielleicht sogar Kritik hervor, der Witzemacher fühlt sich angegriffen, beschließt, dass an dem ganzen Gerede von Zensur und Meinungsdiktatur wohl etwas dran sein muss, und bewegt sich, "Satire darf alles" rufend, immer weiter in politisch sumpfiges Terrain. Die narzisstische Kränkung dieses Witzemachers wird durch den Bedeutungsverlust, den das Fernsehen durch das Internet erlitten hat, natürlich noch verstärkt. Überhaupt scheint es sehr viele Menschen zu geben, die sich durch die bloße Aufforderung, sich nicht komplett daneben zu benehmen, gekränkt fühlen. Wer deren Ressentiments bedient, kann sich hoher Einschalt- oder Klickquoten sicher sein.
Trotz der schwindenden Bedeutung des Fernsehens: Es gibt eine Wechselwirkung zwischen TV und Internet. Ein Fernsehauftritt übersetzt sich in Reichweite – "der war doch mal im Fernsehen" ist immer noch ein Marker von Einfluss. Womit wir wieder bei Oliver Pocher wären. Wenn der auf seinem Instagram-Kanal junge Frauen attackiert, tut er das vor 1,9 Millionen Followern, und besagten Frauen entsteht daraus eine echte Gefahr. Seit ungefähr einem Monat kritisiert Pocher dort Influencer, und er hat sich besonders auf Anne Wünsche und Kim Zarwell eingeschossen. Die Profile beider Frauen fallen in die Kategorie von kuschligem Lifestyle: Cappuccino-Tassen, Familienbilder, Rezeptideen, garniert mit ein paar Gewinnspielen und Produktempfehlungen.

In einer investigativen Meisterleistung deckt Oliver Pocher nun auf, dass Werbung nicht authentisch ist: Wünsche und Zarwell haben angeblich Follower gekauft, was diese bestreiten. Pocher fühlt sich dazu berufen, die Nutzungsbedingungen von Instagram eigenmächtig durchzusetzen. "Das ist einfach nur eine gewisse Form der Kontrolle, die ich da ausübe", sagt er in einem Video. Er fasst damit unabsichtlich zusammen, worunter fast alle Frauen im Internet leiden: unter Männern, die über die Äußerungen von Frauen, ihre Präsenz, ihre bloße Existenz in diesem Raum Kontrolle ausüben wollen. Manche von Pochers Worten klingen wie Drohungen ("Danach wirst du dir wünschen, dass es dieses Video nie gegeben hat") oder wüste Beschimpfungen ("diese Influencer-Voll-Fick-Scheiß-Trottel"). Er bezeichnet die Frauen als "Bumsbirnen" und beleidigt sie wegen ihres Aussehens. Auf die (höflich geäußerte) Bitte, er solle sie in Ruhe lassen, reagiert er mit immer heftigeren Angriffen. Das erinnert an den Ton, der in Männerrechtsforen angeschlagen wird, und Pocher zieht damit eine entsprechende Gefolgschaft an. "Das ist kein Mobbing, das ist eine gewisse Form von Comedy", behauptet er.

Ein paar Tage nach seinem ersten Angriff auf Kim Zarwell wurde offenbar deren Auto vandalisiert, die Tat sei von einem anonymen Drohbrief begleitet worden, berichtet sie auf Instagram. Pocher veröffentlichte ein etwas wirres Video, in dem er sich von dem Vorfall distanzierte und doch nicht distanzierte, ihn in Zweifel zog und sich schließlich auf die Meinungsfreiheit berief.

Pochers digitale Schlammschlacht
Wenig später folgte ein weiteres Video, in dem er sich nun endgültig der Methoden rechter Trolle und radikaler Männerrechtler bedient: Er outet die Sexarbeit der einen Frau und zerrt ein altes, freizügiges Video der anderen hervor. Das Sammeln und die Veröffentlichung von persönlichen Informationen nennt man Doxing. Meistens ist das Ziel, eine Person bloßzustellen oder (indirekt oder direkt) zur Belästigung dieser Person aufzurufen. Doxing und Rachepornografie sind beliebte Mittel zur Einschüchterung im rechten Milieu. Es sind gewalttätige Übergriffe, die in einer besseren Welt längst eindeutig strafbar wären. In unserer Welt bleibt den Opfern nicht viel Handlungsspielraum. Anne Wünsche teilte auf Instagram mit, sie habe einen Anwalt eingeschaltet. Der Verein Liebe wen Du willst, der sich gegen Hasskriminalität einsetzt, hat sich nach eigenen Angaben an die Staatsanwaltschaft gewandt.

Man wird sehen, ob das deutsche Rechtssystem, das das Internet bekanntlich als merkwürdig irrealen Teil der Realität betrachtet, den Angriffen etwas entgegenzusetzen weiß. Wenn Oliver Pocher nicht ein irgendwie Prominenter wäre, könnten die Opfer eventuell zumindest erreichen, dass ein solcher Nutzer von Instagram gesperrt wird. Davon ist aber momentan nicht auszugehen. Stattdessen bekommt Pocher jetzt die Gelegenheit, seine Attacken in einer eigenen Fernsehsendung fortzuführen: RTL plant eine vierteilige Late-Night-Show. In Pocher – gefährlich ehrlich "werden seine aktuellsten und lustigsten Instagram-Inhalte offen und ehrlich mit den TV-Zuschauern geteilt", heißt es bei RTL. Der Sender rekurriert also in der Vermarktung selbst auf altbekannte Argumentationsmuster, denen zufolge Beleidigungen ein Zeichen von Ehrlichkeit sind und man sich auf die Schultern klopfen darf, wenn man auf Schwächere losgeht.

Der Protest gegen Pochers Verhalten fällt bislang zaghaft aus. Instagram-Nutzer, die ihn kritisieren, ergreifen Vorsichtsmaßnahmen, um nicht auf seinem Radar zu landen (#LöschDichPocher). Denn was passiert, wenn Pochers Fangemeinde auf einen aufmerksam wird, davon können mittlerweile nicht mehr nur Anne Wünsche und Kim Zarwell berichten, sondern auch die wenigen Frauen, die sich öffentlich gegen Pochers Methoden ausgesprochen haben: anonyme Beleidigungen, Mord- und Vergewaltigungsdrohungen, auf allen Kanälen, im Minutentakt.

Vielleicht ist Oliver Pocher selbst überfordert von den realen Konsequenzen seiner digitalen Schlammschlacht, das Internet funktioniert nun einmal anders als die gute alte Mattscheibe. Das entschuldigt jedoch nichts, es illustriert nur, dass Pocher sich vermutlich nicht von allein der Verantwortung bewusst werden wird, die er als öffentliche Person mit einer gewissen Reichweite hat. Bleibt zu hoffen, dass RTL und Instagram die Dynamiken der modernen Öffentlichkeit besser verstehen und Verantwortung übernehmen, indem sie solchen Beleidigungen keine weitere Plattform bieten.

https://www.zeit.de/kultur/film/2020-05 ... n-sexismus

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Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#2

Beitrag von floggy »

Zweifelsohne ist hier eine Anti-Faschistische Kampfansage gefragt.
Die Frage die mir sich stellt ist, wie Einheit in Vielfalt herstellen?

Frau Mau ist sehr schnell und sehr nahe dran am Geschehen.
Aber nicht Mal sie kann sich auf ihre politische Basis verlassen,
das hat sie ja auch schon reichlich beklagt.

Soll ich jetzt an die Staatsanwaltschaft schreiben, dass sie endlich
einschreiten soll? Halte ich den Strafrechtsweg überhaupt für sinnvoll?
Oder müssen wir unsere Freizeit opfern für eine Demo?
Oder noch krasser, will ich jetzt zum Blogger werden und den Kampf
in diesem verseuchten Internet führen?

Wie reagiert ihr auf diese nun schon zum Alltag gewordene
Frauenfeindlichkeit und Hexenjagd in Bezug auf Sexualitât?
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.

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Kasharius
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Re: Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#3

Beitrag von Kasharius »

Die Schwestern im Geiste von H.M. haben selbst schon geoutet ...und zwar verdiente Aktivistinnen des BeSD und in einem ihrer ersten Aufschläge ist sie Steffi K. ziemlich unter der Gürtellinie angegangen.

Oliver P. sollte man verachten, aber nicht noch künstlich aufwerten ...

Im übrigen könnte hinter der gesuchten Konfrontation von H.M. auch Kalkül stecken....warten wir es ab lieber Leser...

Kasharius grüßt

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Re: Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#4

Beitrag von deernhh »

Zitat aus Wikipedia zu und über Oliver Pocher:

Seine Eltern gehörten den Zeugen Jehovas an. Pocher missionierte ebenfalls an Haus- und Wohnungstüren und wurde nie aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen. Er äußert sich über diese inzwischen kritisch, findet aber nicht alle Ansätze schlecht.

Und Pocher wurde auch schon mal angezeigt und verklagt:
Zitat aus Wikipedia:

Nachdem Pocher während der Sendung Wetten, dass..? am 22. Januar 2005 einer Zuschauerin eine Schönheitsoperation empfohlen hatte, wurde er von dieser auf Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro verklagt. Trotz einer telefonischen Entschuldigung, die er später in einer seiner Sendungen auch öffentlich wiederholte, konnte er den Konflikt nicht außergerichtlich beilegen. Am 11. Januar 2006 wurde Pocher vom Landgericht Hannover zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 6.000 Euro verurteilt. Die zuständige Richterin bezeichnete Pochers Aussage („Du siehst ganz schön alt aus für dein Alter“) als eine „erheblich herabsetzende Äußerung“.[43] Pocher setzte die öffentliche Beleidigung im Januar 2008 in der Fernsehsendung Johannes B. Kerner fort, indem er abermals über das Aussehen der Frau lästerte und sich über das Urteil lustig machte. Dafür wurde erneut eine Klage gegen ihn eingereicht. Der Anwalt des Opfers erklärte, die Frau fühle sich gedemütigt und werde in ihrer Funktion als Mitarbeiterin im Außendienst immer wieder darauf angesprochen. Der abschließende Vergleich beinhaltete eine weitere Zahlung von Schmerzensgeld.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Pocher

Der Verein "Sisters" hat auch schon in einem ihrer Artikel die verstorbenen Sexarbeiter*innen zum Teil sogar mit vollem Vor- und Nachnamen und Wohnadresse zum Beispiel in einem ihrer angehängten Fotos in ihrem Artikel geoutet. Perfide! Die Toten können sich ja nicht wehren.
Artikel hierzu siehe:

https://sisters-ev.de/2020/03/08/gedenk ... -femizide/

Huschke Mau will sich durch ihren Post einfach mal nur wieder ins Gespräch bringen ...


Und sonst so Neues über Pocher:
Verein stellt Strafanzeige gegen Oliver Pocher
Seit Wochen pöbelt Oliver Pocher gegen deutsche Influencer.
Dem Verein “Liebe wen du willst” wird das jetzt zu bunt.
Nach Hilferufen betroffener Internet-Stars stellte die Gruppe nach eigenen Angaben Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft.
Matthias Schwarzer | 06.05.2020, 15:01 Uhr

Berlin. Nach mehreren Verbal-Attacken auf deutsche Instagram-Stars droht dem Comedian Oliver Pocher nun Ärger: Der Verein “Liebe wen du willst” aus Berlin hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen den Comedian bei der Berliner Staatsanwaltschaft gestellt. Als Gründe nennt die Organisation gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) “menschenverachtende Beleidigungen, Hetze, Diffamierungen und öffentliches Bloßstellen”.
.......

https://www.rnd.de/promis/oliver-pocher ... 5QMEE.html


Freitag, 27. März 2020FERNSEHEN
Oliver Pocher soll wegen Volksverhetzung angezeigt werden

Der Influencer-Streit wird für Oliver Pocher zum heißen Eisen.

Oliver Pocher: Heftiger Angriff auf Comedian
Oliver Pochers Aussagen im Influencer-Streit passen nicht jedem. Getty Images
Nach dem unangenehmen Verhalten der Influencerin Sarah Harrison (28) in der Corona-Krise hat Comedian Oliver Pocher (42) dem Berufstand den Kampf angesagt. Seit Tagen kritisiert er in Live-Videos auf Instagram Scheinheiligkeit und unverantwortliches Handeln an Beispielen aus der deutschen Social-Media-Blase.

GZSZ-Star und Oliver Pocher: Neuer Tiefschlag gegen Influencer | "#-1Corona"
Aufmerksamkeit ist Pocher, der seine Follower-Zahl zwischen Januar und Ende März von 300.000 auf 1,7 Millionen hochschrauben konnte, dafür gewiss.

Jetzt erhält er Gegenwind von Profi-Boxer Ünsal Arik, der durch seine Kritik am türkischen Präsidenten Erdogan bekannt wurde. Der 38-Jährige ergreift Partei für die Influencer.

Gegenüber „Bild“ erklärt er: „Er macht Leute zur Sau, die sich gar nicht wehren können. 18-jährige Influencerinnen macht er damit k.o.. Und dafür wird er von seinen Fans auch noch gefeiert. Das ist für mich in dieser Situation Volksverhetzung. Ich denke drüber nach, Pocher deswegen anzuzeigen.“

Bisher hat sich Oliver Pocher noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Wir halten euch auf dem Laufenden.

https://www.tvmovie.de/news/oliver-poch ... den-111194

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Re: Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#5

Beitrag von deernhh »

JUNGLE.WORLD 2020/20 DSCHUNGEL

Ein Gespräch mit Sophie Hoppenstedt über das Outing von ehemaligen Prostituierten
»Eine ›ehrbare‹ Frau kann sehr schnell zur Hure degradiert werden«


Der Fernsehmoderator Oliver Pocher hat ein Video veröffentlicht, in dem er eine Influencerin als ehemalige Prostituierte outete. Die Prostitutionsgegnerin Huschke Mau verfasste daraufhin einen offenen Brief, in dem sie Pocher kritisierte, und wurde selbst mit Beleidigungen und Drohungen überzogen. Sophie Hoppenstedt, die dem von Mau mitgegründeten Netzwerk Ella angehört, das sich »gegen Prostitution, aber für Prostituierte« einsetzt, hält solche Outings für voyeuristische Lust an Degradierung und warnt vor linker Romantisierung der Prostitution.

Interview von
Naida Pintul

»Weder Sex noch Arbeit«. Das Ella-Mitglied Sophie Hoppenstedt bei einer Protestaktion im April im Frankfurter Bahnhofsviertel
BILD:PRIVAT

Huschke Mau, Ihre Kollegin beim Netzwerk Ella, hat am 2. Mai einen offenen Brief an Oliver Pocher auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht, in dem sie ihm Mobbing vorwirft. Können Sie kurz schildern, was vorgefallen ist?

Oliver Pocher hat in den sozialen Medien Videos über eine Influencerin hochgeladen, die angeblich Likes und Follower kauft. Diese hat ihm auf die Vorwürfe geantwortet, woraufhin sich der ganze Vorfall sehr schnell hochschaukelte und er diese Influencerin mitsamt ihrer besten Freundin als Frauen mit Hintergrund in der Sexindustrie outete. Die eine hatte Pornofilme gedreht, aus denen er Ausschnitte zeigte, die andere war als Domina tätig gewesen, er las Auszüge aus ihrer damaligen »An­gebotsliste« vor und amüsierte sich ausgiebig darüber.

»Sexarbeitsaktivistinnen meinen, dass das Stigma sie marginalisiert und tötet. Es ist aber nicht das Stigma, das Frauen gefährlich wird, die Gefährder sind Freier und Profiteure.«

Huschke Mau schreibt, dass diese Art von Mobbing – Frauen outen, die in der Sexindustrie tätig waren – dem sogenannten revenge porn ähnlich ist, also der Veröffentlichung von Nacktfotos oder Sexvideos von Frauen durch Männer, die entweder von diesen Frauen verlassen wurden oder bei ihnen abgeblitzt sind. Wie kann es sein, dass diese Art von Mobbing auch noch in progressiven Gesellschaften ihr Ziel – die so­ziale Ächtung – so oft erreicht?

Ich denke, dass wir gar nicht in so ­einer progressiven Gesellschaft leben, wie immer behauptet wird. Sicher gibt es mehr Freiheiten, aber Männer haben die sexuelle Emanzipation von Frauen eben auch aus Eigennutz vorangetrieben.

Linke Männer inszenieren sich ja gerne als große Frauenrechtler, wenn sie darauf pochen, dass Sex­arbeit auch Arbeit und Ausdruck eines besonders hohen Maßes sexueller Selbstbestimmung ist.

Das sehe ich genauso. Eine Frau, die aber Sexobjekt ist, ist ein Beleg dafür, dass auch hier noch eine Dichotomie zwischen der Hure und der Hei­ligen besteht: Eine Frau, der man mit Videos und Bildern nachweisen kann, dass sie ein sexuell aktives Wesen ist, ist auch hierzulande noch zum Abschuss freigegeben. Eine ›ehrbare‹ Frau ist sie somit nicht mehr und kann auch nicht mehr dazu aufsteigen, während umgekehrt eine ›ehrbare‹ Frau sehr schnell zur Hure degradiert werden kann, wenn sie das unerwünschte Verhalten sexueller Aktivität zeigt.

Mau erhielt sehr viel Zuspruch, wurde von Fans von Oliver Pocher allerdings auch wüst beschimpft und bedroht, in der Kommentarspalte seines Outing-Posts findet sich ungemein viel Schadenfreude sowie Häme und Verharmlosung eines solchen Outings. Es wird argumentiert, man hätte sich ja nicht prostituieren oder Pornofilme drehen müssen, es komme ja alles mal raus. Ein solches Denken macht deutlich: Eine Frau, die einmal eine »Nutte« war, hat zahlreiche Rechte verspielt – das Recht auf Privatsphäre, auf Würde, auf Solidarität.

Es besteht eine gewisse voyeuristische Lust daran, den zu Nutten degradierten Frauen bei ihrer Degradierung zuzuschauen. Von Erich Fromm gibt es das Buch »Anatomie der mensch­lichen Destruktivität«. Da schildert er, dass es Umstände gibt, unter denen für gewisse Personengruppen die gesellschaftlichen Normen und Schutzmechanismen nicht mehr gelten; an diesen Menschen kann man seinen Zerstörungstrieb auslassen. In Kommentarspalten heutzutage sieht man: Jeder kann Unzufriedenheit sehr einfach an andere weiterge­ben und diese Leute als Boxsack benutzen.

Diesen konkreten Sachverhalt, wie Pocher gehandelt hat, werden auch Sexarbeitsaktivistinnen skandalös finden, schließlich wissen auch sie ums Hurenstigma. Dennoch erhärtet sich der Eindruck, dass die beiden Fraktionen – Sexarbeitsaktivistinnen und Abolitionistinnen (Gegnerinnen der staatlich kontrollierten Prostitution, Anm. d. Red.) – nicht exakt dasselbe unter diesem Begriff verstehen. Wo sehen sie die Unterschiede, wenn vom Huren­stigma geredet wird?

Teilweise ähnelt sich die Verwendung des Begriffs, wenn man nämlich an­erkennt, dass es sich um eine Gruppe von Menschen handelt, die geächtet wird und sich am Rand der Gesellschaft bewegt. Sexarbeitsaktivistinnen meinen aber, dass die Ächtung der Grund ist, wieso die Frauen gefährdet sind, also dass das Stigma sie marginalisiert und tötet. Es ist aber nicht das Stigma, das Frauen gefährlich wird, die Gefährder sind Freier und Profiteure. Über diese wird bei Sexarbeitsaktivistinnen sehr selten überhaupt mal ein schlechtes Wort verloren.

Würden Sie also sagen, dass Freier die Prostituierten stigmatisieren?

Ja, genau das.

Deutschland verfügt über eine vergleichsweise liberale Gesetzgebung, wenn es um Prostitution geht. Diese sollte auch erreichen, die im Prostitutionsgewerbe Tä­tigen zu entstigmatisieren. Konnten für dieses Ziel nennenswerte Erfolge verbucht werden?

Das linksliberale Milieu verklärt Prostitution auf eine Art und Weise, die mit einer Entstigmatisierung von Prostituierten nichts mehr zu tun hat. Dort wird ein vermeintlicher Glamour-Lifestyle gefeiert, der dem Abgleich mit der Lebensrealität der meisten Prostituierten überhaupt nicht standhält.

Bemerkenswert ist auch, dass oft, wenn Linke über Prostitution ­reden beziehungsweise Vorträge und Workshops organisieren, ­Personen eingeladen werden, die sich zwar im Zweifel gegen Pros­titution entscheiden, aber immer noch ihre Miete zahlen können. Ihr Plädoyer für Prostitution hat also mit Empowerment zu tun. Sie holen sich also eine kleine Minderheit ins Boot, würden aber in anderen extrem ausbeuterischen Industrien nicht einmal im Traum auf die Idee kommen, nur die oberen fünf Prozent sprechen zu lassen.

Durch genau diese Romantisierung entsteht bei jungen Frauen ein völlig falsches Bild von Prostitution. Der Sugarbabe-Lifestyle erscheint ihnen attraktiv und wie ein harmloses Vergnügen mit etwas Taschengeld. Durch das liberale Prostitutionsgesetz sind in den knapp zwei vergan­genen Jahrzehnten sehr viele Frauen vor allem aus Osteuropa nach Deutschland gekommen, um sich zu prostituieren, und die Freier sind so schäbig zu ihnen wie eh und je, vielleicht sogar noch schäbiger. Es hat ein enormes Preisdumping stattgefunden, man weiß, dass man feilschen kann, dass die Frauen mehr »Leistung« für weniger Geld anbieten müssen. Die Freier dieser Frauen denken sich nicht: »So eine respek­table selbstbestimmte Geschäftsfrau.« Die wissen stattdessen, dass die Frauen jeden Euro brauchen.

Im Jahr 2004 hat die Bild-Zeitung die Schauspielerin Sibel Kekilli als ehemalige Pornodarstellerin geoutet – Kekilli hat trotzdem eine beachtliche Karriere hingelegt, wird jedoch auch heute noch oft mit hämischen, anzüglichen Kommentaren überzogen, tatsächlich auch häufig von Frauen. Zeigt sich darin die Erleichterung darüber, dass dieser Kelch an einem selbst vorbeigezogen ist, dass man neben Frauen aus der Sexindustrie als »anständige Frau« glänzen kann?

Frauen neigen dazu, Sicherheit bei Männern zu suchen, sei es finanzielle Sicherheit, sei es, um einen Beschützer zu haben, also um sicher vor anderen Männern zu sein. Durch die Verächtlichmachung anderer Frauen als »Nutten« können sie sich profilieren und hervortun als Frauen, die Schutz verdienen, auch im Sinn von »nach oben Speichel lecken, nach unten treten«, wie man es der autoritären Persönlichkeit zuschreibt: Sie seien keine, mit denen man alles machen kann. Frauen sind oft weniger solidarisch zueinander, als Männer es sind. Was ich oft beobachtet habe, gerade bei weiblichen Täterinnen in der Sexindustrie, also zum Beispiel Zuhälterinnen, ist, dass viele von ihnen selbst Gewalt erlebt haben oder Prostituierte waren. Durch das Erleben dieser Gewalt findet bei traumatisierten Menschen oft eine Identifikation mit dem Täter statt, um nicht nochmal Opfer werden zu müssen. Das führt dazu, dass diese Frauen versuchen, andere Frauen zu unterdrücken, um sich von ihrer Rolle als Opfer noch stärker zu distanzieren. Dadurch sind sie oft besonders brutal. Hier sehe ich eine Analogie zum slut-shaming: Frauen, die schon einmal bloßgestellt wurden, teilen dann selbst besonders heftig aus gegen andere promiske Frauen.

Wie kann man sich solidarisch zeigen mit Frauen aus der Sex­industrie und Aussteigerinnen?

Bei Enthüllungen zur Vergangenheit von Frauen sollte man sich die Frage stellen: Ist das wirklich eine unschuldige Art und Weise, auf die Vergangenheit von Leuten hinzuweisen? Davon abgesehen ist auch eine große Flut an Pornographie im In­ternet per se problematisch im Hinblick darauf, dass man nicht weiß, unter welchen Bedingungen die Filme entstanden sind, in welchem Zustand sich die Darsteller befanden, was abgesprochen war und was nicht und ob es sich nicht eventuell um revenge porn handelt.

https://jungle.world/artikel/2020/20/ei ... ert-werden

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floggy
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Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#6

Beitrag von floggy »

Ich habe verstanden. Die Kernbotschaft lautet: Freier wie Ich,
stigmatisieren Frauen die, unfreiwillig oder freiwillig, durch
Ausübung der Prostitution an Mir von Mir Geld nehmen müssen,
weil es ihnen kein anderer gibt, und Ich es ihnen nicht selbstlos
schenke, äh spendiere, ach 'ne, gegen abzugsfähige Spenden-
bescheinigung spende. Okay, sind viele andere Themen mit
reingerutscht, aber immerhin ist der Satz nicht zu einem
Mammut-Artikel mutiert wie der von der Zweiten Garde des
Ella Netzwerkes. Thema verfehlt, aber der Leser findet sich
schachmatt im Sessel wieder, und versteht die Welt nicht mehr.

Darf man jetzt Frauen fertig machen oder nicht?
Nein darf man nicht. Aber schuld sind die Freier.
Gab es das nicht schon einmal?
Einen Sündenbock für Alles und alle Lebenslagen?

Schuld auf sich geladen hat Herr Pocher.

Über meine Schuld können wir bei anderer Gelegenheit streiten.

Sie waren halt wieder einmal schneller, und haben das Terrain bereits vermint.
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.

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Kasharius
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Re: Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#7

Beitrag von Kasharius »

@floggy

ja, das Terrain ist vermint...aber irgendwie auch verHUSCHT....

Kasharius grüßt

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floggy
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Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert

#8

Beitrag von floggy »

@Kasharius: mußte erst Mal googeln: verhuscht = ohne Selbstvertrauen, scheu und zaghaft.
Genau, die etwas problematischen Spielgefährtinnen, wo man nie so Recht weiß, ob man es
ihr Recht macht. So eine übertreibt schon Mal gerne, und vermint vorsichtshalber schon Mal
das ganze Terrain.

Heute nach dem Aufwachen war es mir ganz klar vor Augen, das Stigma ist nur die Vorstufe
zum Angebots- und Nachfrageverbot:

Der Kunde wird stigmatisiert; er ist nie der Hecht
Die Ausübenden der Prostitution werden stigmatisiert
Die Unterstützer werden stigmatisiert
Das Geld wird stigmatisiert; nur die zur Zeit der Bibel ebenfalls stigmatisierten Zöllner
nehmen es gerne
Die Leistung wird stigmatisiert; Abzocke; such' Dir lieber eine richtige Freundin
Die Körperflüssigkeit die sie austauschen wird stigmatisiert; macht krank

Fazit: All die Stigmatisierung KANN NICHT vom bedürftigen Mann ausgehen. Es wäre
wiedersinnig. Sie geht von der Gesellschaft aus, die dieses Treiben nicht wünscht, und
daher verbietet, unter Strafe stellt, zumindest mit Nachteilen behaftet; Entzug von Achtung,
Rechten, Schutz . . .
Ich empfehle den linken Fromm nochmals genauer zu lesen.

Am Ende bleibt der Eindruck: Selber Schuld.

(in dem Sinne wie ich das jetzt verstanden habe: der Freier soll die Prostituierte
stigmatisieren, und soll sie dadurch vogelfrei machen, so daß er von nun an kein
schönes sondern nur noch verhuschtes Mädchen freien könne)

Genau das, was Herr Pocher auch von sich gegeben hat.

Victim Blaming.

Wo bleibt die Anti-Faschistische Kampfansage eines Jungle World Artikels?

Logisch: Der Jungle World Artikel muß gekauft worden sein.
Wo Schatten ist, muß auch Licht sein.

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deernhh
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Re: Oliver Pocher outet Ex-Sexarbeiterin, Huschke Mau kommentiert / Joko und Klaas: Männerwelten

#9

Beitrag von deernhh »

Text "Kleine miese Type"

Kleine miese Type
Antilopen Gang
Der Track wurde während der Corona-Krise am 05. Mai 2020 mit den Worten “Wir haben derweil mal… read more »

[Ausschnitt 1]

[Part 1: Koljah]
Oli Pocher ist nicht clever, Oli Pocher ist nicht komisch
Oli Pocher ist nicht doppelbödig, er ist nicht ironisch
Oli Pocher ist nicht überraschend und auch nicht sympathisch
Dass dieser Typ als lustig gilt, ist nur noch tragisch (Wäh!)
Oli Pocher ist brutal dumm
Er hat keine Größe, keine Aura, keine Haltung
Oli Pocher hat kein Charme, Oli Pocher hat kein Witz
Oli Pocher ist der einzige Fehler von Harald Schmidt
(Warum, Harry?) Oli Pocher spielt sich auf
Für so wenig Talent nimmt er sich viel zu viel raus
Oli Pocher wär' gerne provokant, er wär' gerne anrüchig
Doch Oli Pocher ist nur traurig und gefallsüchtig (Oh!)
Oli Pocher ist ein Ranschmeißer
Er ist Gewinner eines Castings von Hans Meiser (Du Idiot!)
Oli Pocher ist verbittert
Er hat kein Kontext, bei ihm steckt nix dahinter
Oli auf Insta, moralisch will er sein
Kein Plan von gar nix, doch der Jagdunfall war geil (Hahahahaha!)
Oli Pocher hat keine Pointen
Er hat keine Punches, keine Ecken, keine Kanten (Nix!)
Man muss ihn hassen, Oli Pocher tritt nach unten
Immer feste drauf, auf die, die gegen ihn nicht punkten (Schäm dich!)
Falls eine Influencerin sich umbringt
Ist Oli Pocher schuld und seine ganzen Kumpels

[Hook: Harald Schmidt & Lady Bitch Ray]
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Oliver Pocher
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Olivia Poché
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Oliver Pocher
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Olivia Poché

[Part 2: Panik Panzer]
Oli Pocher, Oli Pocher, Oli Pocher (Ja, genau!)
Er hat keine guten Witze, also mobbt er ([?])
Fremdscham, wenn er rumzappelt
Deutsche Comedy im Fernseh'n, ich muss umschalten (Dumpfbacken!)
Bombe-Atom auf seine Daily Show (Whoo!)
Alemannia applaudiert für seine Racist-Jokes (Hahahahaha!)
Oli ist ein echter Mann, ja genau keine Frage
Keine Gnade auch bei schwangeren Frau'n, ja (Ja!)
Immer drauf, der Pöbel liebt, wenn Oli austeilt (Immer drauf!)
Und Oli liebt, wenn sich der Pöbel daran aufgeilt (Whoo!)
So ein ekelhafter (Wäh!), niemals ehrenhafter (Wäh!)
Let's Dance, dritte Wahl aus der Besenkammer (Whoo!)
Influencer aller Länder, ey vereinigt euch
Wünsche mir ein schnelles Ende für den kleinen Strolch
Oli Pocher ja das ist nur eine Misogyne
Harald hat's so schön gesagt: "Kleine, miese Type"

[Hook: Harald Schmidt & Lady Bitch Ray]
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Oliver Pocher
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Olivia Poché
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Oliver Pocher
Kleine, miese Type
Kleine, miese Type, Olivia Poché

[Part 3: Danger Dan]
Ein Mittvierziger, Versicherungsvertreter aus Hannover
Schreit im Internet herum, dass er jetzt Influencer tot macht
Der Familienvater sagt, Zitat: "Wenn's der Virus nicht macht, dann mache ich's" und bekommt von RTL einen Vertrag (Ha!)
Er ist unbelehrbar, stand schon mehrfach vor Gericht
Für seine Ekelhaftigkeiten, doch er änderte sich nicht (No!)
Alle, die diesem Mann noch etwas abgewinnen könn'
Sind nicht willkommen auf Konzerten von der Antilopen Gang (Ciao!)

[Ausschnitt 2]

Produced By
Antilopen Gang
Written By
Panik Panzer, Danger Dan & Koljah
Release Date
May 5, 2020

https://genius.com/Antilopen-gang-klein ... ype-lyrics




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Fünf vor acht / "Männerwelten"
Den ganzen Dreck zurückschicken
In "Männerwelten" erzählen Frauen eindrucksvoll von sexuellen Belästigungen. Aber überrascht das wirklich irgendwen?

Eine Kolumne von Alice Bota
15. Mai 2020, 7:44 Uhr

Das, was Sie gleich zu lesen bekommen, ist nichts für empfindsame Gemüter. Aber wir müssen da jetzt gemeinsam durch. Also, Joko und Klaas, zwei TV-Unterhalter, haben eine Wette laufen. Will Joko nicht verlieren, muss er irgendeiner Frau vor laufender Kamera an die Brüste und den Hintern fassen. "Hallo", sagt er und nähert sich der Ahnungslosen. "Das wird jetzt wahnsinnig unangenehm für beide von uns."

Er liegt falsch. Für ihn ist es unangenehm. Für sie – verletzend und herabsetzend. Die Kamera zoomt auf ihr entsetztes Gesicht. Kumpel Klaas legt nach: "Die stand da wirklich und hat sich richtig entwürdigt gefühlt. Die fährt jetzt gleich nach Hause und dann wird die erst mal schön heulen unter der Dusche, die steht dann sechs Stunden unter der Dusche!"

Warum mit dieser acht Jahre alten Sache anfangen anstatt mit dem Aktuellen? Am Mittwochabend haben Joko und Klaas bei Pro7 15 Minuten Sendezeit für Frauen freigeräumt, für die Männerwelten: Es ist eine eindrückliche, wichtige Mini-Sendung über sexuelle Belästigungen, die Frauen widerfahren. TV-Moderatorin Palina Rojinski stellt eine umfassende Bildersammlung von Penissen aus, die sie und ihre Freundinnen von fremden Männern zugeschickt bekommen haben. Andere lesen aus Chats vor, in denen Männer viel davon schreiben, wie sie Frauen "ficken" wollen und am Ende die Frauen als Huren beschimpfen. Eine Frau erzählt, wie ein Taxifahrer ihr die Hand auf die Oberschenkel gelegt und die Autotüren verschlossen hat. Eine andere, wie zwei Männer im Fahrstuhl sie bedrängten und in den Schritt fassten.

Übergriffe als Unterhaltung
Gerade deshalb muss man an Joko und Klaas' Übergriff auf die junge Frau erinnern, für den sie sich später allerdings entschuldigt haben: Weil selbst jene, die heute die Guten geben, nicht immer die Guten waren. Weil sexuelle Übergriffe als TV-Unterhaltung nicht verstaubtes Fernsehprogramm aus den 50ern sind, sondern ziemlich aktuell. Weil das Berliner Landgericht im vergangenen Jahr noch befand, dass es in Ordnung gehe, die Politikerin Renate Künast als "Drecksfotze" und "Schlampe" zu bezeichnen, die entsorgt gehöre – das Urteil wurde immerhin später kassiert. Weil jede, die sich bei Twitter dagegen wehrt, als Propagandahure oder Nutte beschimpft zu werden, Pech hat: Twitter sieht da keinen Verstoß. Kurzum: Weil es eigentlich niemanden in Deutschland überraschen dürfte, wovon Palina Rojinski und die anderen Frauen am Mittwochabend erzählt haben.

Die Faustregel ist: Je exponierter die Frauen, desto mehr Angriffe. Und je auffälliger die Frauen, desto heftiger die Attacken. Bei sexualisierten Angriffen geht es nicht um Sex, sondern um Macht. Sie wirken besonders perfide: Nicht der Täter schämt sich, sondern das Opfer. In der Regel die Frau. Sicher, auch Männer sind davor nicht gefeit – aber es trifft sie sehr viel seltener. Frauen hingegen: Fast die Hälfte aller Frauen hat schon einmal sexuelle Belästigung erfahren. Jede dritte erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt, heißt es in einem Papier des Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen. Auch im Netz seien Frauen überproportional von unterschiedlicher Gewalt betroffen.

Ich musste an die finnische Journalistin Jessikka Aro denken. Aro hatte über russische Einflussnahme und Trollfabriken in Sankt Petersburg publiziert. Daraufhin wurde eine massive Kampagne online gegen sie gestartet. Sie erhielt Morddrohungen, Beleidigungen, Schmähungen, Vergewaltigungswünsche, Anrufe, E-Mails, Chatnachrichten. Ihre Krankenakte wurde veröffentlicht. Textnachrichten im Namen ihres Vaters erreichten sie – der aber war vor Jahren gestorben. Als ich sie vor einigen Jahren in Helsinki traf und wir uns über ihren Laptop beugten, poppten immer noch Beleidigungen auf dem Schirm auf, die ihr gerade jemand bei Facebook geschickt hatte.

Aro hat Anzeige erstattet, ihre Geschichte wurde zum Präzedenzfall in Finnland, ihr Arbeitgeber, der Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Yle, hat sie unterstützt. Damals sagte er mir, dass die unterschiedlichsten Themen plötzlich heftige Hasswellen bei den Zuschauern auslösen konnten: Klima, vegetarisches Essen, Russland, Feminismus. Die einzige Gemeinsamkeit: Es traf immer Frauen. Immerhin: Im Falle Aro nahm die Polizei die Ermittlungen ernst. Drei Personen wurden verurteilt.

Widerliche Leserbriefe
Vor einigen Jahren, noch bevor ich über den Krieg in der Ostukraine oder Russland zu schreiben begann und selbst gelegentlich zur Zielscheibe wurde, hatte ich mein Büro neben dem von Özlem Topçu. Manchmal las sie mir die Leserbriefe vor, die sie erreichten, wenn sie wieder einen Leitartikel geschrieben hatte. Von Professoren, die stets ihren Titel nannten, sie siezten – und im Folgenden empfahlen, nach Anatolien zurückzukehren. Briefe, die im Ton höflich waren, aber in der Sache rassistisch und infam. Schreiben, die ihr ankündigten, man werde in der "Nacht der langen Messer" schon noch mit ihr abrechnen, leitete sie die direkt an die Anwälte weiter. Ohne Erfolg. Eine "alternative" Internetseite zeigte ihr Foto mit der Überschrift: "Deine Vagina gehört allen." Natürlich nicht justiziabel. Es war widerlich. Es war normal. Es schien dennoch irgendwie erträglich – es waren immerhin nur Worte, keine Taten.

Irgendwann lud mich Özlem zu Hate Poetry ein. Deutsche Journalisten und Journalistinnen, die arabische und türkische Namen trugen, lasen vor Publikum die irrsten Leserbriefe vor, die sie erreichten. Es war fantastisch und ungeheuer befreiend, sich die Deutungshoheit und die Macht über die Kränkungen zurückzuholen. Ich habe damals Tränen gelacht, neben mir rutschte jemand aus seinem Sitz, weil ihn sein Lachen so schüttelte. Auf einmal offenbarte sich die ganze Erbärmlichkeit und Lächerlichkeit dieser Schreibtischtäter, die sich in langen Briefen und E-Mails darüber ausließen, wer Kamele ficken solle und wer durchgefickt gehöre. Deshalb ist auch die Sendung Männerwelten so wichtig: Die Frauen schicken den ganzen Dreck zurück, vor einem gigantischen Publikum.

Die Übergriffe, von denen die Frauen erzählt haben, wie sie im Taxi oder im Fahrstuhl bedrängt, angefasst wurden, ist natürlich eine ganz andere, eine fürchterliche Erfahrung, die angezeigt werden muss. Aber es tat gut zu sehen, wie sich Journalistinnen und Journalisten gemeinsam gegen Worte zu Wehr setzten, gegen die Anzeigen nicht verfangen. Wie sie zusammenstehen und sich mit dem Publikum verbünden. Es gehe darum, die Scheiße in die Umlaufbahn zurückzuschießen, sagte mein Kollege Yassin Musharbash damals. Er hatte so recht. Diese Methode stärkt, sie tröstet. Doch es gibt ein Problem: Sie schafft die Beleidigungen und Schmähungen nicht aus der Welt. Die Umlaufbahn ist derzeit reichlich zugeschissen.

https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-0 ... -und-klaas



„Entwürdigt gefühlt“
„Männerwelten“: Joko und Klaas rütteln Millionen Zuschauer auf - doch holt sie jetzt ihre Vergangenheit ein?
Aktualisiert: 17.05.20 06:56

Zur Primetime lief bei ProSieben wieder „Joko und Klaas live“, wo die Moderatoren auf einen dramatischen Missstand aufmerksam machen wollten. Die Reaktionen sind gespalten.

Joko und Klaas haben sich wieder 15 Minuten live auf ProSieben erspielt.
Klaas Heufer-Umlauf kündigte bei Twitter eine nervenaufreibende Sendung an.
Das Duo hielt Wort: Sie thematisierten Sexismus gegen Frauen - mit erschütternden Bildern und Erzählungen; ein TV-Eklat aus ihrer Vergangheit wirft nun Fragen auf.

Update vom 15. Mai, 10.19 Uhr: Joko und Klaas haben mit ihren 15 Minuten für einen Schock gesorgt. Viele Zuschauer wurden von den Berichten belästigter Frauen aufgerüttelt. Leider, muss man einschieben, zeigen sich eine Menge Frauen nicht überrascht von den Erzählungen. Auch „Let‘s Dance“-Star Motsi Mabuse berichtet davon, tagtäglich derartige Übergriffe erleben zu müssen.

„Männerwelten“ hielt Millionen von Männern den Spiegel vor. Eine starke Aktion der beiden Entertainer. Doch haben sie sich dabei selbst vergessen?

Joko und Klaas prangern Übergriffe gegen Frauen an. Doch was ist mit ihrem TV-Skandal von 2012?© picture alliance/dpa / Henning Kaiser

„Männerwelten“: Joko und Klaas prangern Übergriffe auf Frauen an - doch sie waren selbst nicht besser
Joko und Klaas prangern Übergriffe auf Frauen an. Doch jetzt erinnern sich viele an eine Skandal-Aktion des Duos. Damals noch beim ZDF unter Vertrag spielten sie in ihrer Sendung „NeoParadise“ das beliebte Mutproben-Wettbieten „Wenn ich du wäre ...“

Dabei fordern sich die zwei abwechselnd zu allerlei Peinlichkeiten auf. Was Joko damals machen musste, schoss allerdings weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus.

Joko und Klaas: Mutproben-Spiel endet in Ekel-Entgleisung - TV-Skandal holt sie jetzt ein
„Fass ihr einmal an die Moppelklampen und zweimal an den A***“, deutete Klaas auf eine Messe-Hostess, „viel Spaß.“

„Das wird jetzt wahnsinnig unangenehm für beide von uns“, nähert sich Joko der ahnungslosen Frau und begrapscht sie.

„Die stand wirklich da und hat sich richtig entwürdigt gefühlt“, ordnet er danach zwar richtig ein, lässt aber jegliche Scham vermissen. „Die fährt jetzt gleich nach Hause und dann wird die erst mal schön heulen unter der Dusche, die steht dann sechs Stunden unter der Dusche“, scherzt er. Was daran bitte lustig sein soll, wusste auch der Sender nicht.

„Wir haben kein Taktgefühl bewiesen und lustigen Quatsch mit fahrlässigem, beleidigendem Schwachsinn verwechselt“, entschuldigten sich Joko und Klaas damals. Aber was ist heute?

Joko und Klaas merken eigenen TV-Skandal nicht an: Zuschauer enttäuscht - „wäre noch authentischer“
„Finde der Beitrag von Joko und Klaas zu Männerwelten wäre noch authentischer, hätten sie die Frau eingeladen, der Joko an die Brüste gegrapscht hat, weil Klaas das von ihm verlangte“, beschwert sich Schriftstellerin Tara Falsafi auf Twitter.

Tara
@Sternenrot
Finde der Beitrag von Joko und Klaas zu Männerwelten wäre noch authentischer, hätten sie die die Frau eingeladen, die Joko im Rahmen einer ach so lustigen Wette an die Brüste gegrapscht hat, weil Klaas das von ihm verlangte. Statement Klaas damals:

Bild auf Twitter anzeigen

10:40 - 14. Mai 2020
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471 Nutzer sprechen darüber
„Ja, Männerwelten war eine gute Idee. Das größte Versäumnis ist meines Erachtens aber, dass jede Reflexion von Joko und Klaas‘ Busen- und Po-Grabschaktion von 2012 fehlt“, erhoffte sich Sorah Behmanesh einen selbstkritischen Einschlag der Entertainer. Besserung traut sie jedem Menschen zu. „Gleichzeitig glaube ich, dass es viel effektiver wäre, und auch viel glaubhafter, wenn genau die Verfehlung dieser beiden Männer mit reingenommen wäre“, führt sie ihre Kritik an den 15 Minuten weiter.

Sohra
@TofuFamily
Ja, #männerwelten war eine gute Idee. Das größte Versäumnis ist meines Erachtens aber, dass jede Reflexion von #joko & #klaas Busen- und Po-Grabschaktion von 2012 fehlt. Ich glaube fest daran, dass Menschen reflektieren, nachreifen, weiser werden können. Und ich finde die -->

14:56 - 14. Mai 2020
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Die Aufarbeitung des eigenen Eklats wäre velleicht tatsächlich noch ein weiteres ganz starkes Signal von Joko und Klaas gewesen. Gemeinsam mit dieser Twitter-Userin kann man sich aber freuen: „Na dann haben die beiden ja wohl eindeutig dazugelernt!“ Das haben sie eindeutig, der Vorfall liegt nun auch bereits ganze acht Jahre zurück. Vor allem aber haben sich Joko und Klaas in ihren 15 Minuten nicht gebrüstet oder als Retter aufgespielt, sondern nur ihr gewonnene Sendezeit für ein wichtiges Thema zu Verfügung gestellt. Sie selbst kamen im Einspieler gar nicht vor.

Pandora Ildefonso
@ildefonso7
Antwort an @Sternenrot
Na dann haben die beiden ja wohl eindeutig dazugelernt!

16:07 - 14. Mai 2020
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Auch die Polizei in München hat jetzt auf den Beitrag reagiert. Mit emotionalen Worten.

Joko und Klaas schocken mit 15-Minuten-Sendung: Zuschauer gespalten - „Völlig unpassend“

Update vom 14. Mai, 12.38 Uhr: Eigentlich wollten Joko und Klaas die 15 Minuten Extra-Sendezeit, die sie sich in ihrem Duell gegen ProSieben erspielt hatten, nutzen, um auf das Thema Sexismus gegen Frauen aufmerksam zu machen (s. unten). Nun sehen sie sich im Netz mit einigen wütenden Stimmen konfrontiert, aber natürlich auch mit vielen Komplimenten für die mutige Aktion. Viele Frauen sind dankbar, dass dieses Thema öffentlich in so großem Rahmen Gehör findet oder ziehen dafür den sprichwörtlichen Hut.

Joko & Klaas

@jokoundklaas
· 13. Mai 2020
Antwort an @jokoundklaas
Wir möchten uns darüber hinaus bei der Frauenrechtsorganisation @TDFeV (http://www.frauenrechte.de )
und #AntiFlirting2 für die Kooperation bei diesem Thema bedanken.

Christin M.
@christin_mrjc
Einfach nur Dankeschön, wirklich. 😪👏🏽

21:19 - 13. Mai 2020
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💋 Lilly M. Beck
@LillyAutorin
Chapeau 🖤

23:11 - 13. Mai 2020
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„Männerwelten“: Joko und Klaas (Pro7) ernten kritische Twitter-Kommentare nach ProSieben-Extra-Sendezeit
Im TV hatten sie dagegen verschiedene weibliche Opfer der sexuellen Belästigung zu Wort kommen lassen und daraufhin auch auf Twitter auf die Frauenrechtsorganisation „Terre des femmes“ beziehungsweise Anti-Flirting 2“ verwiesen, was viele User aber nicht goutieren.

Sie kritisieren, dass gerade „Terre des femmes“ gegen Sexarbeitende kämpfe, die Mitgliedschaft von Trans-Frauen nicht erlaube und nicht unbedingt einen gewaltfreien Kommunikationsraum anbiete. Ein anderer User geht sogar so weit und beschimpft die Organisation als „hochgradig frauenverachtend“ und Jokos und Klaas‘ Kooperation mit ihr als „absolut unpassend“.

Auch wenn viele den guten Willen der beiden Moderatoren erkennen und ihr Engagement im Grunde loben, stören sie sich neben deren Zusammenarbeit mit dem in ihren Augen schlecht ausgewählten Verein auch am gemeinsamen Auftritt mit Rapper Sido, der einst mit seinen frauenverachtenden Reimen Schlagzeilen machte.

Hilli Knixibix
@HilliKnixibix
Dass ihr gestern im Fernsehen bei @Pro7 zusammen mit Sido im Guten aufgetreten seid und heute auf Gewalt an Frauen aufmerksam macht, passt nochmal genau wie zusammen? Ich hab das nicht mitbekommen.

Als kleine Erinnerung an Sidos Wertschätzung von Frauen:

Bild auf Twitter anzeigen

22:44 - 13. Mai 2020
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15 Nutzer sprechen darüber

Der_maskierte_Zuhause-Puschel
@DerPuschel
Terre des Femmes ist hochgradig frauenverachtend.
Absolut unpassende Kooperation. 👎🏻

09:28 - 14. Mai 2020
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Weitere Tweets von Der_maskierte_Zuhause-Puschel ansehen

sonja dolinsek
@sonjdol
Terre des Femmes kämpft leider gegen Sexarbeitende, erlaubt die Mitgliedschaft von Trans-Frauen nicht und bietet meiner Erfahrung nach nicht unbedingt einen gewaltfreien Kommunikationsraum an. Vielleicht empfiehlt Ihr auch ein paar andere, freundlichere Organisationen. Danke.

09:12 - 14. Mai 2020
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Joko und Klaas schockieren ProSieben-Zuschauer mit „Männerwelten“ - dabei sind sie gar nicht zu sehen

Update vom 13. Mai, 20.52 Uhr: Palina Rojinski, Stefanie Giesinger und Collien Ulmen-Fernandes erzählen in der Ausstellung, die „Männerwelten“ heißt, wie sie im Netz auf das Übelste sexistisch angefeindet werden. Worte, die fallen, sind tatsächlich nicht jugendfrei. Frauen schildern, wie sie auf der Straße von wildfremden Männern mit eindeutigen Absichten angesprochen werden. Anonyme Frauenstimmen berichten, wie sie vergewaltigt wurden. Joko und Klaas sind nicht einmal zu sehen. Die Sendung war ganz dem weiblichen Geschlecht und den widerwärtigen Attacken - auch im Netz - gegen sie gewidmet.

Update vom 13. Mai, 20.35 Uhr: Was für heftige 15 Minuten. Joko und Klaas haben ihre Ankündigung, die Sendung sei „nichts für schwache Nerven“ eindrucksvoll wahr gemacht. Die beiden, die sonst für lustige Shows bekannt sind, haben die Zuschauer diesmal schlucken lassen und zum Nachdenken angeregt. In einer bitterernsten und düsteren Viertelstunde griffen sie das Thema Sexismus gegen Frauen auf.

Update vom 13. Mai, 20.30 Uhr: Im letzten Raum hört man Stimmen von Frauen, die erzählen, was sie anhatten, als sie vergewaltigt wurden. Sie wurden missbraucht im Badeanzug, Pyjama, in Arbeitskleidung. Es sind verstörende Worte. Einige Frauen schildern, wie traumatisiert sie sind.

Update vom 13. Mai, 20.27 Uhr: Frauen schildern, wie sie auf der Straße, auf Partys, im Taxi sexuell belästigt werden. Es sind heftige Geschichten, wie Männer Frauen begrapschen, beleidigen und zum Geschlechtsverkehr zwingen wollen.

„Joko und Klaas“ (Pro7): Chatverläufe im Netz zeigen heftigen Sexismus gegen Frauen
Update vom 13. Mai, 20.25 Uhr: Es sind erschütternde Chatverläufe. Sie sind voll von Sexismus und widerwärtigen Anspielungen.

Update vom 13. Mai, 20.23 Uhr: Jetzt folgen „Chatverläufe der außergewöhnlichen Gentleman“: Collien Ulmen-Fernandes und Katrin Bauerfeind erzählen, wie sie von einem wildfremden Mann im Netz angeschrieben wird und diesen freundlichen zurückweist. Dann folgen nicht jugendfreie Kommentare.

Update vom 13. Mai, 20.22 Uhr: Jetzt sprechen Moderatorinnen und erzählen, was für hässliche Kommentare sie im Netz erleiden müssen. Auch Model Stefanie Giesinger berichtet von sexistischen Kommentaren.

„Joko und Klaas“: Palina Rojinski schildert, was sie im Internet für Bilder von Männern kriegt
Update vom 13. Mai, 20.17 Uhr: Rojinski sagt, sie kriege ständig Bilder von Genitalen. Sie kritisiert dies vehement.

Update vom 13. Mai, 20.17 Uhr: Sie kündigt an: „Es wird hart, bitter, für manche kaum zu Glauben.“ Die Ausstellung heißt Männerwelten. Palina Rojinski enthüllt ein Bild, worauf ein männliches Geschlechtsorgan zu sehen ist.

Update vom 13. Mai, 20.15 Uhr: Es geht los! Joko und Klaas sind in der ersten Szene nicht zu sehen. Sophie Passmann spricht. Sie kündigt eine Kunstausstellung an.

Update vom 13. Mai, 20:10 Uhr: Galileo ist bei ProSieben in den letzten Zügen. Gleich geht‘s los. „Grey‘s Anatomy“-Fans müssen sich bis 20.30 Uhr gedulden. Jetzt ist „Joko und Klaas“-Time.

Update vom 13. Mai, 20.04 Uhr: Noch zehn Minuten, dann ist es soweit. Bei Twitter fordert ein User, dass Joko und Klaas „dem größten Teil der Bevölkerung einen Spiegel vorsetzen ob es alles so richtig ist wie wir mit Umwelt, Wirtschaft und uns selbst umgehen“ sollen. Die Spannung steigt.

München - Heute Abend darf man wieder gespannt sein. Die „außergewöhnlichste Viertelstunde im deutschen Fernsehen“ steht an, wie es ProSieben selbst formuliert. Es ist wieder Zeit für „Joko und Klaas Live“. Die beiden Moderatoren Joachim „Joko“ Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben sich wieder ihre legendären 15 Minuten erspielt. Wir begleiten die Viertelstunde im Liveticker.

Klaas Heufer-Umlauf kündigt „Nichts für schwache Nerven“ an
Bereits am vergangenen Mittwoch hatten die beiden ihren Haussender ProSieben gewaltig düpiert, als sie zur Primetime das Programm des Konkurrenten RTL zeigten, wie tz.de berichtete. Was sie diesmal planen, weiß keiner. Klaas heizt die Spekulation bei Twitter zumindest an und kündigt „die wohl speziellsten 15min die wir je gesendet haben“ an. „nichts für schwache nerven.“ Der Entertainer sei sich zudem nicht sicher, „wie 20:15 tauglich das alles ist“.

klaas heufer-umlauf

@damitdasklaas
das werden heute die wohl speziellsten 15min die wir je gesendet haben. nichts für schwache nerven. joko & mir fällt heute abend eine besondere rolle zu & ich bin mir außerdem nicht sicher wie 20:15 tauglich das alles ist. #jklive

18:41 - 13. Mai 2020
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Fans von Joko und Klaas sind schon ganz gespannt. Auf Twitter wird sich gehörig an den Spekulationen beteiligt. Ein Follower ist sich sicher: „Besser ich verpass es nicht. Nach dieser Ansage bin ich mir sicher, dass auch diese 15min nicht in der Mediathek landen werden.“ Eine andere fragt: „Kann ich das mit meinen Eltern schauen, ohne dass sie mich enterben?“

„Joko und Klaas live“: ProSieben distanziert sich von 15 Minuten
Eine ebenfalls offensichtlich weibliche Followerin warnt: „Niemand will eure alten Lümmels sehen“. Als wahrer Fan outet sich eine andere Userin: „Und wenn ihr 15 Minuten lang nur rumstehen würdet, würde ich trotzdem nicht wegschalten. Ich freu mich.“

ProSieben distanzierte sich in einem Tweet zur Sicherheit schon einmal vom Inhalt der 15-minütigen Sendung.


ProSieben

@ProSieben
Heute in unserer Prime Time erwartet Dich... wir wissen es nicht. In diesem Trailer kündigen @jokoundklaas an, was passieren wird. (Schön wär's!) #JKlive.

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18:10 - 13. Mai 2020
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Dazu ein ganz toller Beitrag von unserer Userin Mademoiselle Rubi

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@floggy

Danke für Deine Beiträge hier, die ich richtig finde!

Liebe Grüße von deernhh

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