Frage zum Ausstieg in Deutschland

Du willst aus dem Sexbusiness aussteigen und einen "bürgerlichen" Job annehmen - oder noch besser: dich gemeinsam mit anderen Aussteigern selbstständig machen? Möglicherweise wirst du hier entdeckt...
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Hypnotic
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Frage zum Ausstieg in Deutschland

#1

Beitrag von Hypnotic » 2015-02-19, 15:35

Hallo,
ich hoffe das ich meine Frage nun im Richtigen Bereich stelle. Ich hoffe das ihr mir helfen könnt, da ich bereits eine Beratungsstelle per Email kontaktiert habe aber darauf keine Antwort kam. Kurz zu mir, ich bin 23 Jahre alt und nun seit 2 Jahren Selbständig im Escort- Service tätig. Ich kann und möchte dies aber nicht mehr machen. Ich müsste mich somit erstmal bei der Agentur für Arbeit melden aber dabei wird mir wirklich mulmig da ich auf gar keinen Fall möchte das irgendjemand erfährt was ich gemacht habe. Könnt Ihr mir da einen Ratschlag geben was ich dort sagen könnte? Könnte ich die Selbständigkeit anders benennen? Dann wüsste ja niemand was ich gemacht habe. Ich weiß ja auch nicht ob es rechtlich erlaubt ist ( z. B bei der Agentur für Arbeit ) seine ehemalige Selbständigkeit nicht mitzuteilen. Ich wäre euch sehr dankbar wenn Ihr mir da weiter helfen könntet.

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#2

Beitrag von nina777 » 2015-02-19, 17:05

Schon traurig das die Beratungsstelle dir nicht geantwortet hat...

Du könntest zb Begleitservice angeben ,das kommt nah ran an den tatsächlichen Job

Liebe Grüße Nina
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RE: Frage zum Ausstieg in Deutschland

#3

Beitrag von friederike » 2015-02-19, 22:47

Aushilfskellnerin, Regaleinräumerin ... Gelegenheitsjobs, wo man keinen festen Arbeitgeber/Kunden hat?

Problem könnte sein, dass Abrechnungsbelege, Sozialbeiträge usw. angefordert werden könnten.

Eine Kollegin hat mir erzählt, dass sie in vergleichbarer Situation gesagt hat, sie hätte eine Liaison mit einem gutverdienenden Mann gehabt und dessen Haushalt geführt, Kind betreut, Hund ausgeführt und Pferd warmgeritten.

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#4

Beitrag von Tanja_Regensburg » 2015-02-19, 23:36

Als ehemalige Selbständige musst du zum Jobcenter. Da kannst du auch Alg2 beantragen.

War deine Selbständigkeit beim Finanzamt gemeldet?
wenn ja kannst du angeben, mit der angemeldeten Tätigkeit, wenn Nein könntest du sagen du hattest mit deinem Freund zusammengelebt, hast dich getrennt und möchtest jetzt lieber einen Job im Angestelltenverhältnis.um wieder Fuß zu fassen.
Selbst als Sexarbeiterin kann man dort aufstocken.

Dazu hat sich Frances mal informiert und kann dir eventuell Tipp geben.

L G Tanja

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#5

Beitrag von Hypnotic » 2015-02-20, 08:34

Also ich bin natürlich auch beim Finanzamt gemeldet, leider habe ich dort auch wirklich Escort als Tätigkeit angegeben. Da ich somit auch Sozialversicherungspflichtig bin habe ich bei der Krankenkasse private Tätigkeit angegeben ( da wurde dann auch nicht weiter nachgefragt ).

Was haltet ihr davon wenn ich sage ich habe Wellnessmassagen gemacht? Ursprünglich habe ich auf diese Bezeichnung mal ein Gewerbe angemeldet das aber auch wieder abgemeldet da man als Escort ja kein Gewerbe anmelden musste. Ich vermute mal das Jobcenter hat bestimmt irgendwo Einsicht in bestimmte Akten und wenn die dann sehen das ich das Gewerbe abgemeldet habe ist das mit den Massagen zu sagen vermutlich eine schlechte Idee.

Zur Not würde ich wohl Begleitservice angeben wobei sich da jeder natürlich seinen Teil denken wird beim Jobcenter aber es ist besser als die komplette Wahrheit.

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Re: RE: Frage zum Ausstieg in Deutschland

#6

Beitrag von Doris67 » 2015-02-20, 13:01

          Bild
friederike hat geschrieben:Eine Kollegin hat mir erzählt, dass sie in vergleichbarer Situation gesagt hat, sie hätte eine Liaison mit einem gutverdienenden Mann gehabt und dessen Haushalt geführt, Kind betreut, Hund ausgeführt und Pferd warmgeritten.
Wie die klassische, gesellschaftlich durchaus angesehene, Ehehure halt :003

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#7

Beitrag von Maria357 » 2017-11-14, 07:49

Warum nicht "Escort" ?
Was Du dabei genau gemacht hast wird Dich kaum Jemand fragen.
Dazu sind "Sachbearbeiter/ innen" zum Thema Sexworker zu verklemmt.
Ob man dann jedoch hinter Deinem Rücken schlecht redet - muss Dir egal sein.
Ich wünsche Dir die Kraft zu Deiner Vergangenheit zustehen
"Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit !"

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RE: Frage zum Ausstieg in Deutschland

#8

Beitrag von Boris Büche » 2017-11-15, 09:26

"da ich bereits eine Beratungsstelle per Email kontaktiert habe aber darauf keine Antwort kam"

Liebe @Hypnotic,
um welche Beratungsstelle handelte es sich denn? Es gibt nämlich welche, die in erster Linie "Hilfsgelder" sammeln, aber nicht helfen
(außer sich selbst). Wäre schön zu wissen, wo die schwarzen Lämmlein sind . . .

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