"Die Zeit": Freier, feminist. Politik, nord.Modell

Berichte, Dokus, Artikel und ja: auch Talkshows zum Thema Sexarbeit werden hier diskutiert
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couchy
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"Die Zeit": Freier, feminist. Politik, nord.Modell

#1

Beitrag von couchy » 2017-03-28, 23:53

Die Zeitung "Die Zeit" Nr. 10 hat am 02.03.2017 einen Artikel ueber die Prostitution verfasst.

Im Internet fand ich den Artikel:

Prostitution
Liebe Freier,
es gibt keine harmlose Prostitution:
Euer Geld hilft Verbrechern.

Von Johannes Boehme
16. Maerz 2017, 2:27 Uhr / Editiert am 26.03.2017, 20:52 Uhr / Die Zeit Nr. 10/2017, 2. Maerz 2017 /
474 Kommentare

Inhalt:
Seite 1 - Liebe Freier
Seite 2 - Das Ergebnis feministischer Politik
Seite 3 - Auch das nordische Modell hat seine Schwaechen

Bitte lest den kompletten Text auf:
http://www.zeit.de/2017/10/prostitution ... er-gesetze

Edit:
Meine Meinung:
Boah, ich kann nur noch den Kopf schuetteln ueber diesen Artikel!
Ausgerechnet die vom toten ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt mitgegruendete renommierte Zeitung "Die Zeit" berichtet stuemperhaft mit vielen Klischees ueber die Prostitution ?!? Boah, nee, ne?
Ein klassisches Beispiel, wie die AbolitionistInnen die JournalistInnen mit falschen Daten "durch die Mangel drehen", damit die JournalIstinnen so'n Stuss veroeffentlichen ...

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#2

Beitrag von Asfaloth » 2017-03-30, 18:15

Im Kommentarbereich bekommt der Autor aber dafür reichlich Gegenwind ab....

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RE: "Die Zeit": Freier, feminist. Politik, nord.Mo

#3

Beitrag von Boris Büche » 2017-03-30, 21:42

Ja, die Kommentarspalte bei Zeitonline spricht für sich.

Auffällig ist: Kaum (überhaupt?) abolitionistische Äußerungen.

Der Text von Johannes Böhme ist ein Beispiel für KEIN Journalismus.
Dazu gehört schon mehr als ein paar einschlägige Webseiten lesen, dies und das abschreiben.
Interviews? Recherche? Nada.
Noch nicht einmal direkten Input der Abolitionistinnen hat J.B. gesucht.
Woher ich das weiß?
Na, ein Zitat hätte er sich nicht verkniffen, und die uns sattsam bekannten "Damen" hätten im Kommentarbereich Präsenz gezeigt.

Mit der Rahmenhandlung um "René" versucht J.B. einen Anschluss an die Lebenswirklichkeit herzustellen,
wenn er schon keine Prostituierte kennt. Journalismus ist auch das nicht - ich schätze aber, schriftstellerische Freiheit.
Was René für ein Typ ist, welches Frauenbild er hat, warum J.B. nicht mehr mit ihm befreundet ist - wir erfahren es nicht.

Auch das Frauenbild von J.B. bleibt im Dunkeln. Ob es René je gab?

Ob Johannes Böhme im Bordell ebenso freundlich aufgenommen würde, wie dies "René" geschehen sein soll?
Also, wäre ich Sexworkerin, ich tät' dreimal überlegen:
http://journalistenschule.de/die-schule ... hnetz_005/

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RE: "Die Zeit": Freier, feminist. Politik, nord.Mo

#4

Beitrag von Melanie_NRW » 2017-04-04, 00:20

Bild

Das Bild hat mir eben jemand geschickt... es wurde für die Print-Ausgabe des Artikels verwendet.
Es ist das schlimmste und abfälligste Bild das ich je in einem Artikel über Prostitution gesehen habe.

Mir fehlen gerade echt die Worte.
Und SOWAS nimmt sich raus unsere Kunden schlecht zu reden?
Ein Freund meinte, ich hätte Wahnvorstellungen. Da wäre ich fast von meinem Einhorn gefallen!

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RE: "Die Zeit": Freier, feminist. Politik, nord.Mo

#5

Beitrag von friederike » 2017-04-04, 05:42

Das ist ja unglaublich! Mir fehlen echt die Worte ...

Die ZEIT lässt auch Prof. Thomas Fischer zu Wort kommen, Deutschlands profiliertesten Strafrechtler. Und der hat zum ProstSchG durchaus vernünftige Ansichten, wie hier im Forum auch diskutiert.

Aber diese üble Grafik ... man sollte hinschreiben.

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RE: "Die Zeit": Freier, feminist. Politik, nord.Mo

#6

Beitrag von Jupiter » 2017-04-04, 10:01

Zur Ergänzung: ZEIT Ausgabe 10/2017 Seite 55.

Ich kann ggf. die pdf-Datei zur Verfügung stellen.

Gruß Jupiter
Wenn du fühlst, dass in deinem Herzen etwas fehlt, dann kannst du, auch wenn du im Luxus lebst, nicht glücklich sein.

(Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama)

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#7

Beitrag von Tilopa » 2017-12-12, 19:22

Escort - Weil sie es kann, weil sie es will
Caroline Rosales, 11. Dezember 2017, Zeit Online

Heute mal ein recht guter Beitrag bei Zeit Online, der Einblick in das Geistesleben einer "katholisch getauften" Feministin gibt. Diese denkt über die Escort-Tätigkeit einer Bekannten nach und beginnt, mit den prostituiertenfeindlichen Dogmen ihres eigenen Milieus zu hadern...

http://www.zeit.de/kultur/2017-12/escor ... it-10nach8

[Ich habe das mal in diesen Thread gestellt, weil ich dafür keinen neuen aufmachen wollte und weil der Bericht ganz gut mit der unsäglichen Kampagne kontrastiert, die die Zeit dieses Frühjahr gefahren hat...]

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#8

Beitrag von Fragender » 2017-12-13, 11:37

          Bild
Tilopa hat geschrieben:Escort - Weil sie es kann, weil sie es will

http://www.zeit.de/kultur/2017-12/escor ... it-10nach8
Alles, was da ansonsten an interessanten Gedanken enthelten ist, wird durch den Satz "Forscher gehen davon aus, dass 95 Prozent aller sich prostituierenden Frauen zu dem Job gezwungen werden, nur ein sehr geringer Teil mache ihn freiwillig." zerstört. Einfach mal so in den Raum gestellt, ohne Hinweise, was für 'Forscher' das sein sollen und dass bei diesen Forschungen oft etwas als Zwang bezeichnet wird, was bei anderen Erwerbstätigkeiten als völlig normal angesehen wird, nämlich dass sie nur zwecks Geldverdienen ausgeübt werden. Und jede Menge Menschen glaubt das mit den 95 Prozent dann, weil das bei Zeit ja schließlich so stand.

Kasharius
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#9

Beitrag von Kasharius » 2017-12-13, 14:13

@FRagender

ja, da hast Du aus meiner Sicht den Kern des Problemsdieser Debatte auf den Punkt gebracht...

Kasharius grüßt

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