Abolitionistische Rosstäuscherei und Dummenfang

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Abolitionistische Rosstäuscherei und Dummenfang

#1

Beitrag von fraences » 2018-04-01, 19:06

Abolitionistische Rosstäuscherei und Dummenfang

In Frankfurt findet am 23. April 2018 ein Kongress „Zukunft Rotlicht“ statt. Prostitutionsgegner fordern die Stadt Frankfurt auf, den Veranstaltern den Mietvertrag zu kündigen. Dazu nimmt Doña Carmen e. V., Verein für die sozialen und politischen Rechte von Prostituierten, wie folgt Stellung:

hier weiter lesen:

https://www.donacarmen.de/abolitionisti ... #more-2009
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

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#2

Beitrag von Lucille » 2018-04-02, 12:08

Ergänzend findet sich hier
‚Offener Brief‘ der Abos an die Stadt Frankfurt, der wohl Anlass ist:
abolition2014.blogspot.de/2018/03/offener-brief-die-stadt-frankfurt-re.html#more

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#3

Beitrag von Kasharius » 2018-04-06, 14:43

Ich sage dazu: BRAVO Dona Carmen und Pfui zu den ABOS...

Kasharius grüßt solidarisch

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RE: Abolitionistische Rosstäuscherei und Dummenfang

#4

Beitrag von Boris Büche » 2018-04-09, 19:01

Grade auf FB gesehen: "Aktionsaufruf" der Abo-2014 vom 6.April:

Aus gegebenen Anlässen.
Da wir trotz unserer Bemühungen lediglich ein Gesetz bekommen haben, dass minimale Flickschusterei betreibt, bleibt uns neben der politischen Arbeit nur die praktische: Möglichst viel und möglichst alle nerven. Behörden sollen die wenigen Schutzbestimmungen, die es gibt, wirklich umsetzen. Freier und Betreibende sollen sich an Gesetze halten.
Mitarbeitende in Ämtern und bei der Polizei sollen mitbekommen, was Prostitution wirklich ist, und Kommunen sollen erkennen, dass sie Prostitution als staatlich gestützte Institution nicht haben wollen. Zu gewalttätig, und zu teuer. So viel zu teuer, dass echte Hilfsangebote an die Frauen günstiger werden.
Beim Blick auf Anzeigen in Freierforen, Webseiten, die Bordelle bewerben usw. sehen wir, dass weiterhin mit Sex ohne Kondomen geprahlt wird - manchmal direkt, manchmal mit den alten Codewörtern wie "Natur" oder "AO" (Alles Ohne) und manchmal mit neuen Begriffen wie "katholischer Service" (katholisch, weil gegen Verhütungsmittel, also Kondom).
Ebenso finden noch Gangbangparties statt.
Zumindest das Dulden oder Anbieten, in egal welcher Form, von Sex ohne Kondom ist inzwischen wirklich, klar und unmissverständlich verboten, bestraft werden Freier und Betreibende, deren Betriebserlaubnis von der Einhaltung der Bestimmungen dazu abhängt.
Gangbang oder Flatrate sind nicht ausdrücklich verboten, allerdings macht die Gesetzesbegründung klar, dass sie mit §14 Absatz 2 gemeint sind:
§ 14
Versagung der Erlaubnis und der Stellvertretungserlaubnis
(1) Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn [...]
(2) aufgrund des Betriebskonzepts, aufgrund der Angebotsgestaltung, aufgrund der vorgesehenen Vereinbarungen mit Prostituierten oder aufgrund sonstiger tatsächlicher Umstände Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Art des Betriebes mit der Wahrnehmung des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung unvereinbar ist oder der Ausbeutung von Prostituierten Vorschub leistet,

Gangbang in Freierforen sind "tatsächliche Umstände", die Gesetzesbegründung nennt unter "Zu Absatz 2 Nummer 1":
"Eine der Grundbedingungen für die rechtliche Anerkennung der Prostitution als ein Rechtsgeschäft, das auf se- xuelle Dienstleistungen gerichtet ist, ist die im Prostitutionsgesetz abgesicherte jederzeitige Rückholbarkeit der Bereitschaft zu sexuellen Handlungen. Ist ein Prostitutionsgewerbe so organisiert, dass diese Rückholbarkeit faktisch nicht gewährleistet ist, so ist es mit der Wahrnehmung der sexuellen Selbstbestimmung nicht vereinbar; einem solchen Betriebskonzept muss daher die rechtliche Anerkennung verwehrt bleiben.
Nicht erlaubnisfähig sind daher - unabhängig davon, ob einzelne Beteiligte sich ggf. auf solche Bedingungen einlassen würden - beispielsweise kommerzielle Angebote wie sog. "(Rape-)Gang-Bang"- Veranstaltungen, bei denen einer Vielzahl sogenannter Freier gegen ein Eintrittsgeld parallel oder in enger zeitlicher Folge die Gelegenheit zum Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten oder einem Prostituierten eingeräumt wird und dabei Vergewaltigungen nachgestellt werden; denn dies kann zu einer Situation führen, in der die Person, die gegen Entgelt den Geschlechtsverkehr gestattet, die Möglichkeit verliert, auf die Auswahl der Kunden, die eingesetzten Praktiken oder generell die weitere Ausübung sexueller Handlungen steuernd Einfluss nehmen zu können."

Kondompflicht: Thema ist für die Polizei. Da die Foren und die Werbeangebote öffentlich einsehbar sind, muss die Polizei den Angezeigten gegenüber (also den Betreibenden) die Identität der anzeigenden Person nicht nennen.

Gangbang: Die für die Erteilung der Erlaubnispflicht zuständige Behörde, also das jeweilige Kreisverwaltungsamt oder Ordnungsamt. Dies muss ggf. für jede Stadt einzeln gegoogelt werden.

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#5

Beitrag von Kasharius » 2018-04-10, 14:01

@Boris

Danke. Wer steckt den dahinter...

Kasharius grüßt

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#6

Beitrag von Lucille » 2018-04-10, 15:55

Wie war das mit der FB-Zensur?

Beiträge mit sexuellem Inhalt, also eindeutigen Sex-Worten, werden eliminiert?
Dann sollten mal Alle auf FB diesen Beitrag wegen der unzüchtigen Worte zur Löschung melden ;-)

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