Ein Beispiel der Niedertracht

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deernhh
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »

Danke @Zwerg

für die Einstellung des obigen Artikels!!!!
Bravo, Ombudsmann Roger Blum! Richtig so!

Und doch ist der Ombudsmann Roger Blum sauer, weil mehrere Medien schon jetzt über seinen Schlussbericht berichtet haben, denn die Sperrfrist galt eigentlich bis morgen (also Freitag, den 31. Mai 2019 um 14 Uhr).
Und Blum war auch sauer, dass die Medien schon vorab berichteten, noch BEVOR Balthus und Schawinski von seinem Schlussbericht in Kenntnis gesetzt wurden.
Daher konnte Balthus noch nicht so viel dazu sagen.....

https://www.persoenlich.com/medien/mehr ... sperrfrist

Klappte nicht richtig mit Copy und Paste, daher Screenshot
Screenshot_20190530-171926.png
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Liebe Grüße von mir

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Kasharius
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von Kasharius »

Alles schön und gut und auch mein Dank an @Zwerg und @deernhh aber was sagt der Deutsche Presserat den zum Umgang der Welt mit Salomé Balthus? Das ist m.E. mindestens genauso skandalös...

Kasharius grüßt

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Ursa Minor
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von Ursa Minor »

Danke @Zwerg und @deernhh
habe es gestern gesehen und fand es wieder mal ein positives Zeichen. Die Frage von @kasharius interessiert mich auch.
Nun, sei denn wie es will. Es ist ein Thema und jeder mündige Mensch kann sich seine Meinung bilden.

Liebe Grüsse

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Lucille
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von Lucille »

Schöööön!
Wie heißt es so treffend im Volksmund: „*****‘s Mühlen mahlen langsam aber stetig“

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deernhh
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »


Und bist du nicht willig, so bezahle ich dich halt


Miriam Suter
30. Dezember 2019

Der Weltwoche-Journalist Roman Zeller wollte unbedingt ein Porträt über die deutsche Sexarbeiterin Salomé Balthus schreiben. Sie wollte das nicht, also buchte er sie als Escort und schrieb das Porträt trotzdem. Ein Lehrstück über misogynen Journalismus.

Ich bin Journalistin. Das wissen auch all meine Freund*innen und viele Menschen, mit denen ich sonst privat zu tun habe. Mit meinen Freund*innen spreche ich unter anderem über Sex, über Menstruation, über Herzschmerz und Ängste. Manchmal erzählen mir auch Menschen, die mich nicht so gut kennen, von ihren Sorgen. Manchmal sagen sie danach: „Ich weiss jetzt gar nicht, warum ich dir das erzählt habe.“ Und manchmal erzählen mir Menschen im beruflichen Kontext Dinge, die sie nirgends geschrieben sehen wollen – das nennt man off the record.

Balthus vs. Weltwoche
Obwohl ich mich in all diesen Gesprächen klar als Journalistin zu erkennen gebe, schreibe ich nicht darüber. Das nennt man Respektieren unseres Berufskodex‘. Würde ich den missachten, könnte ich womöglich genügend Geschichten schreiben, um einen Grossteil der Schweizer Medienbranche in sich zusammenfallen zu lassen. Ich würde es mir ausserdem mit praktisch allen meinen Quellen verspielen und wohl nie mehr einen Job auf einer Redaktion, geschweige denn einen Auftrag als Freie bekommen. So dachte ich zumindest bis anhin – bis mich die Weltwoche eines Besseren belehrte. Ich denke, die würde mich auch dann noch anstellen.

Es scheint nämlich so, als reiche es ihrem Chefredaktor Roger Köppel aus, wenn sich seine Leute im Gespräch als Journalist*innen zu erkennen gegeben haben, wenn sie privat geführte Gespräche zu einem Porträt zusammenschreiben – obwohl ihr Gegenüber das nicht will. So geschehen im Fall der deutschen Sexarbeiterin Salomé Balthus, die der Weltwoche-Journalist Roman Zeller porträtieren wollte. Laut eigenen Aussagen hat Balthus seine Anfrage mehrfach abgelehnt, ihm aber gesagt, er könne sie wie jeder andere auch für ihre Escort-Dienste buchen. Das hat Zeller getan und einen Abend mit Balthus in einer Berliner Bar verbracht – das Gespräch hat er zu einem Porträt verwoben, obwohl Balthus an diesem Abend in der Berliner Bar angeblich mehrmals betont hatte, dass sie nicht in der Weltwoche zitiert werden will.

Der Pressekodex ist nicht zum Spass da
Diese Tage reichte Balthus Klage gegen die Weltwoche ein. Weder Weltwoche-Chef Köppel noch Zeller selber äussern sich konkret zum Fall, auf Anfrage wird man mit einem einzigen Zitat abgespiesen: „Die Weltwoche widerspricht der Darstellung von Frau Balthus. Unser Journalist sagte Frau Balthus, dass das Gespräch journalistisch verwendet werde.“

Hat Balthus Recht, dürfte Zellers Porträt in mehreren Punkten einige Regeln des Schweizer Pressekodex‘ brechen: Verdeckte Recherchen sind beispielsweise nur dann erlaubt, „wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse an den damit recherchierten Informationen besteht und wenn diese Informationen nicht auf andere Weise beschafft werden können“. Ob an Salomé Balthus wirklich ein solches öffentliches Interesse besteht, ist mindestens anzuzweifeln. Des weiteren schreibt der Presserat zur Achtung der Menschenwürde: „Die Informationstätigkeit hat sich an der Achtung der Menschenwürde zu orientieren. Sie ist ständig gegen das Recht der Öffentlichkeit auf Information abzuwägen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der direkt betroffenen oder berührten Personen als auch gegenüber der gesamten Öffentlichkeit.“ Zeller schreibt in seinem Porträt über intime Details aus Balthus’ Leben, die diese Zitate laut eigenen Aussagen nie zu Gesicht bekommen hat.

Ich weiss, um den Schweizer Journalismus steht es nicht nur gut, aber der Pressekodex ist imfall nicht zum Spass da.


Die Sexarbeiterin ohne Gefühle
Wie der Prozess zwischen Balthus und der Weltwoche ausgeht, bleibt abzuwarten. Derweil schreiben vor allem Männer Meinungsbeiträge über den Fall. Etwa der deutsche Journalist René Zeyer, der unter anderem für die NZZ und die Weltwoche tätig ist. Er schreibt auf persoenlich.com: „Es soll ja Puffbesucher geben, die der Versicherung danach glauben: Mit keinem war es so schön wie mit dir. Aber dass die Hetäre sich hier nochmals missbraucht fühlt, das glaubt doch kein Mensch.“ Warum eine der führenden Branchenplattformen solchen misogynen Scheiss veröffentlicht, ist mir schleierhaft. Aber eh, solange unter einem solchen Beitrag steht, dass sich die Meinung der persoenlich-Redaktion nicht zwingend mit der der anderen Blogger*innen deckt, ist ja alles in Ordnung.

Falsch.

Es sind genau solche Texte, die ein frauenverachtendes gesellschaftliches Bild aufrechterhalten: Die Sexarbeiterin verdient ihr Geld mit Sex, also hat sie keine Gefühle, also darf man(n) mit ihr machen, was man will. Es sind genau solche Texte, die dafür sorgen, dass sich Journalist*innen wie Zeller dazu berechtigt fühlen, die Grenzen von Frauen zu überschreiten – auch dann noch, wenn sie sie mehrmals und deutlich aufstellen. Oder dass der Weltwoche-Journalist Alex Baur tatsächlich findet, Sex steht dem Mann eh grundsätzlich zu – egal, ob er die Frau dafür bezahlt oder sie einzig deshalb heiratet, um ihr den Schweizer Pass zu besorgen, wie im Fall von Viktor Giacobbo. Lieber Herr Baur, vielleicht sollten Sie mal googeln, was Escort-Agenturen genau anbieten. Und selbst wenn: Auch Sexarbeiter*innen haben jederzeit das Recht, den Abend abzubrechen und zu gehen. Ein Mann mit einem Geldschein in der Hand ist nicht die oberste Spitze der Machtpyramide. Und so ganz nebenbei vergleicht Baur Balthus mit einem teuren Dinner, aber auf Twitter, dem Stammtisch der alten Männer, wird man das ja wohl noch sagen dürfen, da sollen sich alle Emanzen mal schön beruhigen, ist doch lustig.


Das Recht auf Sex (in der Ehe) und die Frau als Dinner. Hier twittert nicht etwa ein verschupfter Incel, sondern der renommierte Weltwoche-Redaktor Alex Baur. (Screenshot Twitter)
Kurz vor der Veröffentlichung seines Porträts schickte Zeller Balthus übrigens angeblich eine Weltwoche-Ausgabe mit seinem Porträt und der Bemerkung, sie habe ihn beeindruckt und darum habe er über sie schreiben wollen – er hoffe, sie nehme es ihm nicht übel. Auch das ist misogynes Framing: Du hast mich so in deinen Bann gezogen, dass ich gar nicht anders konnte, als meinem Drang nachzugeben und ups, da habe ich halt krass deine Grenzen überschritten, aber du hättest mich halt nicht derart reizen sollen, also darfst du dich jetzt auch nicht beschweren.

Du bist schuld.

Ich finde es widerlich, in einer solchen Zeit zu leben. Als Frau, als Journalistin. Solche Aktionen wie Zellers Porträt sind gestützt durch ein Gerüst jahrhundertealter bro culture. Es sind vor allem Männer, die anderen Männern applaudieren, wenn in der Redaktionssitzung sexistische Sprüche fallen. Oder wenn man es mal wieder eine tolle Idee findet, eine Story mit Brüsten zu verkaufen. Wenn es ein Blattmacher voll okay findet, den Mord an einer Frau als „Familiendrama“ abzutun und Titel und Lead so zu texten, als wäre die Frau schuld an ihrem eigenen Tod. Wenn eine Vergewaltigung als „Gruppensex“, der Missbrauch von Minderjährigen als „Sexskandal“ abgekanzelt wird. Kurz: Der Journalismus ist auch in der Schweiz noch immer geprägt von einer Macho-Kultur. Die ist nicht nur mühsam, furchtbar langweilig und fantasielos, sie kann auch gefährlich werden und Menschen – vor allem Frauen – schaden, wie man in den letzten Jahren unter anderem am Beispiel der Berichterstattung über Jolanda Spiess-Hegglin ausführlich beobachten konnte. Es ist eine Schande, dass Balthus ihre Integrität nun gerichtlich einfordern muss, es ist gleichzeitig wichtig, aber eine Überraschung ist es leider nicht.

https://daslamm.ch/und-bist-du-nicht-wi ... dich-halt/

Wirklich ohne Worte..... Schande, Schande, Schande !!!!! :021

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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »

Worum ging es in meinem obigen letzten Beitrag?
Hier Erklärungs-Links:

Edel-Prostituierte Salomé Balthus sauer auf Köppel-Blatt

«Der ‹Weltwoche›-Journalist tat mir leid»
06.12.2019, 07:01 Uhr
«Weltwoche»-Autor Roman Zeller traf die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus und schrieb über das Treffen – nachdem sie zuvor sämtliche Interviewanfragen abgelehnt hatte.
Franziska Pahle
SCREENSHOT SRF
1/5
Salomé Balthus war im April 2019 zu Gast bei «Schawinski» – und sorgte mit ihrem Auftritt für Aufsehen.
SCREENSHOT SRF
2/5
Danach bat die «Weltwoche» die Edelprostituierte mehrfach um ein Interview – vergebens. Ein Journalist traf sie trotzdem im privaten Rahmen – und schrieb darüber.
SCREENSHOT SRF
3/5
Laut Balthus sei dies anders vereinbart gewesen.
KEYSTONE
4/5
«Weltwoche»-Chef Roger Köppel sagt dazu zu BLICK: «Die ‹Weltwoche› widerspricht der Darstellung von Frau Balthus.»
ZVG
5/5
Das sieht auch Medienethik-Professorin Marlis Prinzing so. Sie fügt hinzu: «Es geht hier generell um eine Frage des Respekts.» Nein heisse Nein.

Sie hatte «keinerlei Interesse» an einem Interview mit der «Weltwoche». Journalist Roman Zeller traf die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus (34) trotzdem. Privat. Er zahlte für das Treffen – und schrieb danach darüber. Was so laut Balthus nicht ausgemacht war. Zeller berichtet im Detail, wie sie ihm die Hand zur Begrüssung hinstreckt. «Die Finger angewinkelt, der Handrücken oben, als bitte sie um den letzten Kuss.» Was sie zum Essen wählte. «Fisch, nicht Rindfleisch». Wie sie ihn während des fast vierstündigen Dates fragte: «Und wie stöhnst du?»

Dass Zeller über das Treffen schrieb, das laut Balthus «kein Sexdate» war, kritisiert sie. Auf Twitter schreibt Balthus: «Sehr geehrte ‹Weltwoche›. Ihr Autor Roman Zeller hat über mich und ein ‹Rendezvous› mit mir geschrieben. Er hatte mich rein privat als Escort gebucht. Für eine Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung stand ich nicht zur Verfügung.»



Salomé Balthus
@Salome_herself
Sehr geehrte @Weltwoche , Ihr Autor Roman Zeller hat über mich und ein "Rendezvous" mit mir geschrieben. Er hatte mich rein privat als Escort gebucht. Für eine Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung stand ich nicht zur Verfügung. https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2019- ... -2019.html


Rendezvous mit Salomé Balthus
Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus ist nach einer Skandalsendung mit Roger Schawinski auch in der Schweiz bekanntgeworden. Ein Gespräch über Kunst, Philosophie und Sex.

weltwoche.ch
3.031
01:24 - 5. Dez. 2019
Twitter Ads Info und Datenschutz
628 Nutzer sprechen darüber
Auf BLICK-Anfrage sagt «Weltwoche»-Chef Roger Köppel (54): «Die ‹Weltwoche› widerspricht der Darstellung von Frau Balthus. Nicht nur gab sich Herr Zeller von Anfang an als ‹Weltwoche›-Journalist zu erkennen. Er machte auch deutlich, dass er in journalistischer Mission unterwegs sei und das Gespräch journalistisch verwenden werde.»

«Ich hatte keinen Grund ihn als Mensch abzulehnen»
Wie anders Balthus das sieht betont sie im Gespräch mit BLICK. Immer wieder habe die «Weltwoche» sie nach einem Interview gefragt – was sie stets ablehnte. Doch der Schreiber habe nicht locker gelassen. «Der ‹Weltwoche›-Journalist tat mir furchtbar leid», sagt sie. Und fügt hinzu: «Ich hatte keinen Grund ihn als Mensch abzulehnen.» Während des Dinners vor rund zwei Wochen sei er sehr höflich gewesen. Weitere Details will sie nicht verraten. «Diskretion gehört zu meinem Job. Das wäre, als würde ein Priester das Beichtgeheimnis missachten.»

«Ein Nein ist ein Nein»
Marlis Prinzing, die in Fribourg Medienethik lehrt, sagt auf BLICK-Anfrage zum Verhalten des Journalisten: «Verlässliche Absprachen zu treffen, kennzeichnet ehrbare Kaufleute, ehrbare Menschen, ehrbare Journalisten.» Sie erklärt, dass der Artikel hätte erscheinen dürfen, wenn das Thema «von öffentlicher Relevanz» gewesen wäre. «Das trifft hier nicht zu.» Und: «Es geht hier generell um eine Frage des Respekts. Ein Nein ist ein Nein. Ob auf eine Anfrage nach Sex, nach einem Interview. Auch wenn es das Nein einer Frau ist.»

Balthus sorgte bei Roger Schawinski für Aufsehen
Salomé Balthus war im April 2019 bei Talkmaster Roger Schawinski (74) zu Gast. Damals sorgte das Gespräch für Aufsehen. Balthus hatte kurz vor der Ausstrahlung in ihrer «Welt»-Kolumne geschrieben, dass er sie gefragt habe, ob ihr Vater sie als Kind missbraucht habe. Worauf sich Schawinski bei der «Welt»-Redaktion beschwerte, da er diese Frage so gar nicht gestellt habe. Tatsächlich hat er sie gefragt, ob sie als Kind sexuell missbraucht worden sei. Balthus wurde wegen des Zitats entlassen. Aber auch für Schawinski hatte die Sendung Folgen: Er wurde von Ombudsmann Roger Blum (74) gerügt, weil er mit seiner Gesprächsführung und seinem Fragestil die Menschenwürde seines Interviewgasts verletzt habe.

Den «Weltwoche»-Text hat Balthus übrigens nicht gelesen. «Ich möchte mich davor schützen.» In ihrer Arbeit beeinflusse sie der Vorfall nicht. Aber: «Es hat mich menschlich enttäuscht.»

Publiziert: 05.12.2019, 18:21 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 06.12.2019, 07:01 Uhr

https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/ ... 50064.html

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Weltwoche wird von Edel-Prostituierten Salomé Balthus verklagt

Beitrag von Simon Binz

Am 24. Dezember 2019 - 02:10

Zürich

Ein Journalist der Weltwoche schrieb über ein «privates» Treffen mit der Edelprostituierten Salomé Balthus. Deshalb will die Berlinerin das Blatt nun verklagen.

Titelblatt der Weltwoche und Online-Version des Artikels über die Edelprostituierte Salome Balthus. - weltwoche.ch

Das Wichtigste in Kürze
Die Weltwoche veröffentlichte einen Artikel über die Edelprostituierte Salomé Balthus.
Die Berlinerin bekräftigte gegenüber Nau: Dazu habe sie nie eingewilligt.
Deshalb hat die 34-Jährige nun rechtliche Schritte gegen das Köppel-Blatt eingeleitet.
Nach dem Skandal-Interview bei «Schawinski» wollte die Weltwoche ebenfalls mit der Edelprostituierten Salomé Balthus sprechen. Für einen Bericht stand die Berlinerin aber nicht zur Verfügung.

Daraufhin buchte sie der Journalist Roman Zeller als Escort – und schrieb dann einfach über das «private» Treffen. Der Artikel «Rendezvous mit Salome Balthus» ging jedoch offenbar gegen jegliche Abmachungen.

Wie die 34-Jährige Anfang Dezember gegenüber Nau festhielt, habe sie nämlich nie zu einem Artikel eingewilligt. Von einer Titelgeschichte sei auch gar nie die Rede gewesen. Weder der Journalist noch die Weltwoche-Chefredaktion habe ihr gegenüber jemals einen Artikel erwähnt, so Balthus.

Die Berlinerin fühlt sich deshalb von der Weltwoche «arglistig getäuscht» und hat nun rechtliche Schritte eingeleitet. Wie sie im «Tages-Anzeiger» erklärt, habe sie während des Gesprächs nämlich mehrmals darauf hingewiesen, dass sie keinesfalls porträtiert oder zitiert werden wolle.

Moderator Roger Schawinski im Gespräch mit der Berlinerin Salomé Balhus. (Archivbild) - Screenshot SRF

«Ich dachte, er wolle mich als Privatperson kennenlernen.» Zudem: «Etliche Zitate sind falsch oder verdreht und Zeller hat mir den Text nicht zum Gegenlesen geschickt.»

Die Weltwoche habe sie zu «ihrer Trophäe» gemacht, das wolle sie so nicht akzeptieren. «Nur weil ich als Prostituierte arbeite, lasse ich mich nicht als journalistische Trophäe missbrauchen», sagt Balthus gegenüber der Zeitung.

Anwalt: Zeller hat Schuld eingestanden
Die 34-Jährige hat den Zürcher Anwalt Pablo Bünger eingeschaltet. Dieser sieht die Privatsphäre von Balthus verletzt und ist der Meinung, dass Zeller sogar eingestanden hat, dass der Artikel nicht abgesprochen war.

Der Weltwoche-Journalist hat der Edelprostituierten nämlich einen Tag nach Veröffentlichung eine Weihnachtskarte zukommen lassen. Der «Tages-Anzeiger» zitiert: «Du hast mich beeindruckt, weshalb ich unbedingt darüber schreiben wollte – ich hoffe, Du bist mir nicht böse».

Viel Online-Support für Salomé Balthus nach der Veröffentlichtung des Artikels in der Weltwoche. - Screenshot Twitter / hetaere.de

Der Anwalt will nun noch diese Woche zivilrechtlich gegen die Weltwoche vorgehen und eine Entschuldigung verlangen. Diese müsse veröffentlicht werden, so Bünger. Ausserdem fordert er, dass der Artikel aus den digitalen Archiven gelöscht wird sowie die Gewinne für die aus der Publikation erzielten Umsätze an Balthus ausbezahlt werden.

Weltwoche will sich nicht äussern
Zunächst schlug der Anwalt eine gütliche Einigung von 25'000 Franken für seine Mandantin vor. Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel ging offensichtlich nicht darauf ein. Auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» wollte sich die Redaktion nicht zur Anklage äussern.

Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel verteidigte Anfang Dezember die Veröffentlichung des Balthus-Artikels. - Nau
Kurz nach der Veröffentlichung Anfang Dezember hatte Roger Köppel aber der Darstellung von Balthus widersprochen. «Nicht nur gab sich Herr Zeller von Anfang an als ‹Weltwoche›-Journalist zu erkennen. Er machte auch deutlich, dass er in journalistischer Mission unterwegs sei und das Gespräch journalistisch verwenden werde.»

Balthus' Anwalt entgegnet diesem Statement nun mit den Worten: «Wenn Zeller auf seine Absicht hingewiesen hat – warum hat er dann diese Karte geschrieben? Warum hofft er, dass ihm Balthus nicht böse sei?»

https://www.nau.ch/news/schweiz/weltwoc ... t-65633478

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https://www.nzz.ch/zuerich/nach-unautor ... ld.1530564

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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »

26.01.2020, 10:16 Uhr
«Linke Hure gegen rechten Journalismus»

Berliner Prostituierte Salomé Balthus braucht Spenden gegen «Weltwoche»-Köppel
Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus und die «Weltwoche» liegen sich in den Haaren. Balthus sieht ihre Persönlichkeit verletzt und verlangt Wiedergutmachung, doch die Zeitung mauert. Jetzt ruft Balthus zu Spenden «wegen der horrenden Prozesskosten» auf.

Kommt kein Vergleich zustande, braucht Balthus 15'000 Franken, um gegen die «Weltwoche» vor Gericht zu ziehen.

Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus sieht durch «Weltwoche»-Berichterstattung ihre Persönlichkeit verletzt. Doch sie braucht Geld. Denn «wer in der Schweiz um sein Recht kämpft, muss die gesamten Prozesskosten auslegen», schreibt die Berlinerin auf der Crowdfunding-Website Leechi.

«Weltwoche»-Chefredakteur und -Verleger Roger Köppel (54), der für die «ultra-rechte SVP im Nationalrat sitzt», sehe der Sache gelassen entgegen, so Balthus. Doch wer in der Schweiz klage, müsse die Prozesskosten auslegen. «Helft ihr mir?» fragt Balthus, die eigentlich davon lebt, als Luxus-Escort Sex zu verkaufen. «Woher sollte eine Berliner Hure schliesslich 15'000 Schweizer Franken haben?»



Salomé Balthus
@Salome_herself
CROWDFUNDING:
Linke Hure gegen rechten Journalismus.
Salomé Balthus gegen die @Weltwoche

Wer in der Schweiz klagt, muss die Prozesskosten auslegen. Helft ihr mir? Wenn wir gewinnen, geht der Betrag an Ban Ying e.V. für Opfer von Menschenhandel.https://www.leetchi.com/c/salome-gegen-die-weltwoche


Salomé Balthus gegen die WELTWOCHE - Leetchi.com
Linke Hure gegen rechte Zeitung – Salomé Balthus gegen Roger Köppel Die Schweizer WELTWOCHE http://(https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weltwoche) hat mich gegen mein

leetchi.com
1.046
00:34 - 26. Jan. 2020
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418 Nutzer sprechen darüber

Die Wochenzeitung habe private Details über sie veröffentlicht, gegen ihren Willen, sagt Balthus. Ein «Weltwoche»-Journalist, der an kein Interview mit ihr kam und stattdessen ein «Dinner-Date» mit ihr buchte, «um in den Genuss meiner Dienstleistung zu kommen», habe ein dreiseitiges Porträt über sie verfasst – inklusive mündlicher Zitate, die sie nie autorisiert habe. Dies trotz schriftlicher Vereinbarung, so Balthus, dass das Treffen «keinerlei journalistische Verwendung findet».

Balthus will Prozess für gemeinnützigen Zweck gewinnen
Statt gleich zu klagen, fordert Balthus einen Vergleich, den die «Weltwoche» bislang ablehnt. Am 20. Februar findet die Verhandlung in Zürich statt. Balthus erwartet, dass die Zeitung «weiterhin mauern und darauf spekulieren wird, dass eine einzelne junge Frau nicht in der Lage ist, ein nationales Leitmedium zu verklagen – auch wegen der horrenden Prozesskosten».

Wenn der Vergleich am 20. Februar nicht zustande komme, habe sie einen Monat Zeit, die Klage einzureichen. Dies könne sie nur tun, wenn sie die Prozesskosten in der Höhe von rund 15'000 Franken aufbringe.

«Bitte helft mir mit eurer Spende! Jeder Beitrag ist willkommen», bittet Balthus. Gewinne sie den Prozess, erhalte sie den ausgelegten Betrag zurück und wolle sich daran nicht etwa bereichern, sondern das Geld gemeinnützig weiterspenden: an Ban Ying, eine Organisation zum Schutz von Zwangsprostituierten und Opfern von Menschenhandel. (kes)

Publiziert: 26.01.2020, 03:24 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 26.01.2020, 10:16 Uhr

https://www.blick.ch/news/linke-hure-ge ... 20025.html

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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »

«Die Weltwoche»: Prostituierte Balthus hat Geld für Klage beisammen

Beitrag von Alexandra Aregger

Am 18. Februar 2020 - 08:41

Berlin

Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus sammelte Geld für eine Klage gegen die Weltwoche. Nun hat sie 15'000 Euro beisammen. Am Donnerstag gilts ernst.

Die Weltwoche: Herausgeber Roger Köppel verteidigte Anfang Dezember die Veröffentlichung des Balthus-Artikels. - Nau

Das Wichtigste in Kürze
Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus klagt gegen die Weltwoche.
Diese publizierte einen Artikel über ein «privates» Treffen mit Balthus.
Die Edelprostituierte hat nun die erforderlichen 15'000 Euro für die Klage beisammen.
Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus war ausser sich. Nachdem die Weltwoche ein «privates» Gespräch mit Balthus veröffentlichte, kündigte diese eine Klage an. Dafür benötigte die Deutsche jedoch Geld und startete Ende Januar ein Crowdfunding.

Mit Erfolg: Heute (Dienstag) Morgen jubelt Balthus auf Twitter – die benötigten 15'000 Euro sind beisammen.

Salomé Balthus hat die erforderlichen 15'000 Euro für die Klage gegen die Weltwoche gesammelt. - Screenshot Twitter
«Wahnsinn!», schreibt die Edelprostituierte und warnt die Weltwoche sogleich vor dem Wiedersehen vor Gericht. Die Verhandlung soll nämlich diesen Donnerstag in Zürich stattfinden.

Die Weltwoche will keine gütliche Einigung
Balthus verweigerte ein Interview mit der Weltwoche, weil sie «mit solch einer rechten Zeitung nicht zusammenarbeiten möchte». Weltwoche-Journalist Roman Zeller buchte Balthus für teures Geld als Escort.

«Er hat mich bezahlt wie jeder andere. Es war nie die Rede von einer Titelgeschichte», bekräftige Balthus im Dezember gegenüber Nau.ch. Weder Zeller noch die Weltwoche-Chefredaktion habe ihr gegenüber jemals einen Artikel erwähnt

Titelblatt der Weltwoche und Online-Version des Artikels über die Edelprostituierte Salome Balthus. - weltwoche.ch

Auf das Angebot über eine gütliche Einigung von 25'000 Franken zugunsten von Balthus wollte Chefredaktor Roger Köppel bisher nicht eingehen.

Kommt der Vergleich am Donnerstag nicht zustande, hat Balthus gemäss eigenen Angaben einen Monat Zeit, die Klage einzureichen. Dafür wären die Rechtskosten von rund 15'000 Euro nötig, welche sie nun gesammelt hat.

https://www.nau.ch/news/schweiz/die-wel ... n-65664181

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Kasharius
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von Kasharius »

Mich würde ja schon wieder die Betitelung als "Edelprostituierte" sehr stören...

Im Übrigen: So Edel kann es ja bei Salomé Balthus nicht zugehen, wenn sie für ihren Prozess eine Art crowdfounding betreiben muss...(ACHTUNG! ZYNISMUS!)

Kasharius grüßt

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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »

Nach Eklat um Artikel: Berliner Prostituierte Salomé Balthus reicht Klage gegen die «Weltwoche» ein

Nachdem bei der Vergleichsverhandlung keine Einigung erzielt werden konnte, geht die Berliner Edelprostituierte nun mit rechtlichen Schritten gegen das Blatt vor.

Valerie Zaslawski
20.02.2020, 17.55 Uhr

Die Berliner Hetäre Salomé Balthus möchte ein Zeichen setzen.

Uwe Hauth

Die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus ist mit dem «Weltwoche»-Chefredaktor und SVP-Nationalrat Roger Köppel am Donnerstag bei der Vergleichsverhandlung in Zürich nicht einig geworden. Nun wird sie innerhalb der kommenden drei Monate beim Bezirksgericht Zürich Klage einreichen. Der «Weltwoche»-Redaktor Roman Zeller hatte in der Zeitschrift Anfang Dezember gegen den Willen der studierten Philosophin ein Porträt von ihr geschrieben.

«Nein heisst Nein!»
Die für die Klage nötigen 15 000 Franken hat Klara Johanna Lakomy, wie die 34-Jährige mit richtigem Namen heisst, während der letzten Wochen mithilfe von Crowdfunding zusammengebracht. Unter dem provokanten Titel «Linke Hure gegen rechte Zeitung» sammelte sie das Geld innerhalb kürzester Zeit erfolgreich.

Als Vorbild diente ihr dabei Jolanda Spiess-Hegglin, ehemalige grüne Kantonsrätin des Kantons Zug. Die Frauenrechtsaktivistin hatte erst vergangenes Jahr gegen das Boulevardblatt «Blick» gewonnen – ebenfalls dank einer Online-Spendenaktion. Geklagt hatte Spiess-Hegglin wegen einer Persönlichkeitsverletzung in der Berichterstattung über die Zuger-Affäre 2014.

«Spiess-Hegglin hat mich motiviert», sagt Balthus der NZZ. Sie möchte mit der Klage ein Zeichen setzen, dass das Verhalten der «Weltwoche» inakzeptabel gewesen sei. Sie wolle Grenzen aufzeigen und klar machen: «Nicht mit uns!» Denn: «Nein heisst Nein!» Auch wenn bestimmte Männer dies nicht verstehen wollten, sagt Balthus.

Gewinnherausgabe gefordert
Zusammen mit dem Zürcher Medienanwalt Pablo Bünger verlangt Balthus nun also eine Publikation des Urteils in der «Weltwoche», eine Genugtuung für die Persönlichkeitsverletzung sowie eine Herausgabe des Gewinns, der mit dem Artikel erzielt wurde. Noch ist nicht abschätzbar, wie hoch die Gewinnherausgabe sein wird. Bünger sagt auf Anfrage indes: «Das dürfte einschenken.»

Ohnehin geht es Balthus aber nicht ums Geld, wie sie sagt, sondern darum, dass die «Weltwoche» verurteilt wird.

Divergente Ansichten
In der Sache steht derzeit Aussage gegen Aussage. Während Köppel nach der Veröffentlichung des Porträts gegenüber watson.ch sagte, die Mission seines Journalisten sei von Anfang an klar gewesen, ist Balthus anderer Meinung. Dem Treffen sei ein Schriftverkehr vorausgegangen, in welchem klar vereinbart worden sei, dass das Treffen mit Zeller nicht journalistisch verwertet werden dürfte. Dieser habe sie vielmehr als Escort gebucht und dafür auch bezahlt.

War Balthus naiv? Nein, sagt sie. Nur weil Zeller Journalist sei, habe sie nicht damit rechnen müssen, dass er den Inhalt des Treffens schriftlich verarbeite. Ein Kunde, der Chemiker sei, mache mit ihr auch keine Experimente. Genauso wenig werde sie von einem Psychologen während ihrer Dates therapiert.

Nach Publikation des Porträts schrieb Zeller Balthus eine Postkarte. Er hoffe, sie sei ihm nicht böse. Das Schreiben soll nun gegen ihn verwendet werden.

https://www.nzz.ch/schweiz/salome-balth ... ld.1541241

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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von deernhh »

Balthus: «Die Weltwoche hat Konsens nicht verstanden»

Gestern Donnerstag traf die Prostituierte Salomé Balthus auf die «Weltwoche». Im Schlichtungsgespräch kam es zu keinem Ergebnis. Balthus reicht Klage ein.

Weltwoche Salomé Balthus

Titelblatt der Weltwoche und Online-Version des Artikels über die Edelprostituierte Salome Balthus. - weltwoche.ch

Das Wichtigste in Kürze
Die Edelprostituierte Salomé Balthus klagt nun die Weltwoche an.
In einem Schlichtungsversuch kam man auf keinen gemeinsamen Nenner.
Die Escort-Dame wirft Roger Köppels Magazin Persönlichkeitsverletzung vor.
Am 5. Dezember 2019 erschien, wie jede Woche, eine Ausgabe der «Weltwoche». Darin zu finden war ein Interview mit der Berliner Edelprostituierten Salomé Balthus (34), geführt von Roman Zeller. Zu der Veröffentlichung des Textes soll Balthus nach eigenen Angaben aber nie zugestimmt haben.

Die Escort-Dame reichte beim Friedensrichter in Zürich ein Schlichtungsbegehren ein. Darin forderte sie, dass die «Weltwoche» das Interview löscht und eine Entschuldigung «angemessen prominent» publiziert. Weiter wollte Balthus finanziell entschädigt werden.

Salomé Balthus, hier in der Sendung von Schawinski. - Screenshot SRF
Gestern, am 20. Februar 2020 war es soweit – die Klägerin traf vor dem Zürcher Friedensrichter auf die Angeklagte. Im Schlichtungsgespräch zwischen den beiden Parteien kam es zu keinem Ergebnis. Die «linke Hure», wie sich Balthus selbst nennt, hat nun drei Monate Zeit, Klage beim Bezirksgericht Zürich einzureichen.

Nau.ch: Wieso wirst Du nun Klage einreichen?
Salomé Balthus: Ich möchte mich ja wirklich nicht ins Scheinwerferlicht stellen. Ich nutze die Reichweite die ich habe, mich für die Rechte anderer einzusetzen. Vor allem auch für andere Frauen.

Und was die Weltwoche mit mir gemacht hat, machen sie vielleicht auch mit anderen Leuten. Da hätte ich mich einfach schlecht gefühlt, wenn ich nicht geklagt hätte. Das wurde mir auch von vielen Leuten aus der Community nahegelegt.

Klar, es würde mir mehr Spass machen, mit anderen Dingen in der Öffentlichkeit zu stehen. Es macht mir keinen Spass, mit der Weltwoche in Verbindung gebracht zu werden. Ich könnte mir meine Aufmerksamkeit auch woanders herholen. Es gibt so viel wichtigere Dinge als Roman Zeller und wie toll er mich beim Abendessen fand.

Salomé Balthus. - ZVG/Uwe Hauth, Berlin
Wie geht es Dir jetzt damit, dass Du die Sache ans Bezirksgericht ziehen musst?
Ja, wie geht es mir denn damit? Ich war ja durch meinen Anwalt etwas vorbereitet und habe dadurch auch erwartet, dass ich Klage einreichen muss. Ich bin nicht glücklich darüber, dass es jetzt noch weitergeht.

Es ist eine grosse Belastung und es macht mir auch ein wenig Angst. Ich weiss auch wirklich nicht, was dabei dann herauskommt.

Denkst Du, Du wirst gewinnen?
Ich gehe davon aus, dass ich gewinnen kann. Nicht, dass ich gewinnen werde, wie die Weltwoche das offenbar von sich meint. Ich denke, ich habe eine gute Chance, zu gewinnen und die muss ich nutzen.

Das versuche ich solange, wie es mir finanziell und kräftemässig möglich ist. Und wenn ich dann nicht mehr kann, dann kann ich nicht mehr. Ich will mich zumindest nicht einfach so einschüchtern lassen.

Tweet von Salomé Balthus unmittelbar nach erscheinen des «Interviews» in der Weltwoche. Sogar das verwendete Bild sei geklaut, prangert sie an. - Screenshot Twitter
Im Artikel wurden sehr intime Momente beschrieben – wie hast Du Dich beim Lesen des Beitrags gefühlt?
Das habe ich gar nicht lesen wollen, ich wollte es nicht in meinem Kopf haben. Andere Leute haben mir schon gesagt, wie eklig das war. Gelesen habe ich es erst, als ich bei meinem Anwalt war und er die wörtlichen Zitate mit mir durchgehen musste. Der Artikel ist mir ausgesprochen unangenehm.

Ja, ich gebe durch meinen Blog und die sozialen Medien viel von mir Preis. Ich bin auch eine sehr offene Person, überhaupt nicht verschlossen. Nur ist es etwas völlig anderes, wenn man selber entscheidet, was man preisgibt oder wenn das für einen entschieden wird.

Das ist wie der Unterschied zwischen Sex und Vergewaltigung. Nur weil eine Frau Sex mag, heisst das noch lange nicht, dass man sie vergewaltigen darf. Es kommt ja genau darauf an, dass man selber entscheiden kann, wie viel man mit der Welt teilen möchte.

Der Blog «Das Kanarienvögelchen» von Salomé Balthus. - Screenshot hetaera.de
Die Weltwoche meint wohl, nur weil ich mich sehr offen gebe, dürfen sie das ohne meine Zustimmung veröffentlichen. Dann haben sie aber ein ganz entscheidendes Prinzip nicht verstanden. Nämlich das Prinzip der Konsensualität.

Wie läuft denn so ein Dinner-Date, wie Du es mit Roman Zeller hattest, normalerweise ab?
Bei so einem Date ist das Ziel eigentlich, jemanden kennenzulernen und einen schönen Abend mit dem zu verbringen. Eventuell ist die Stimmung sogar so gut, dass man es verlängert und Sex hat. Das ist oft eine Sache, bei der ich viel von mir preisgebe, mich auf jemanden einlasse. Auch um ihn zu entspannen.

Bei Roman Zeller war es aber klar, dass es nicht länger dauern würde als das eigentliche Dinner. Er war von Anfang an ganz eingemauert, total verschlossen. Ich konnte mir schon vorstellen, dass er über das Treffen tratschen wird. Mit Freunden oder bei der Arbeit.

Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass er ein drei-, ein vierseitiges Porträt über mich schreibt. Und mir das dann schon fix und fertig gedruckt zuschickt, mit einer Grusskarte. Da stand: «Du hast mich beeindruckt, weshalb ich unbedingt darüber schreiben wollte – ich hoffe, du bist mir nicht böse.»
grusskarte-von-weltwoche.jpg
Diese Grusskarte von Roman Zeller, Journalist bei der Weltwoche, lag im Briefkasten von Salomé.

Und wie stehst Du nach diesem Vorfall zu Medienarbeit?
Ich arbeite, wie jede Person des öffentlichen Lebens, mit Medien zusammen. Aber diese Medien müssen sich auch an gewisse Regeln halten. Eigentlich bin ich es ja gewohnt, dass die Zeitungen auch ein Interesse daran haben, gute Zusammenarbeit zu leisten. Solchen Redaktionen schicke ich dann auch gerne Dinge zu und da muss man kein Bild von einem Fotografen abmalen.

Inwiefern wirkt sich das Verhalten der Weltwoche für Dich auch auf die Debatte über Sexarbeit aus?
Der Skandal bei der Weltwoche bestand ja nicht darin, dass Roman Zeller Sex mit einer Prostituierten hatte. Sondern, dass er bei einer Person unautorisierte Zitate und ein unerlaubtes Porträt veröffentlicht hatte. Da hätte ich auch Zahnarzthelferin sein können, es wäre nicht in Ordnung gewesen.

Aber, der Fakt, dass ich Sexarbeiterin bin, bewog ihn vielleicht dazu, zu glauben, dass ich so etwas wie Freiwild sei. Die Idee, dass eine Hure praktisch allen Männern gehört, auf diesem Missverständnis beruht die Selbstsicherheit der Redaktion.


Meinungen (14)
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vor 26 '
Tom 2
Edler Handwerker sucht auch Kunden für Bauarbeiten da die guten und korrekten zu viel Konkurrenz in der Schweiz rein gelassen haben
4 0

Tom 2 antworten...
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vor 1 Std.
Wird nicht besser 😂
Nicht glücklich - na und?
Die wird noch viel weniger glücklich sein, wenn das Gerichtsurteil gefällt wurde 🥳
9 9

Wird nicht besser 😂 antworten...
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vor 2 Std.
Frei
Ich finde die super.

dieser Kommentar müsste jetzt freigeschalten werden, weil er gegen die WeWo geht.
7 10

Frei antworten...
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vor 2 Std.
Hmm
Gratis-Werbung zur Kundenaquise bei links-grünen
9 10

Hmm antworten...
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vor 2 Std.
Mathias Kainz
Bei Klagskosten von rund 15'000 CHF ist das "Gratis" wohl zweifelhaft.
7 4

Mathias Kainz antworten...
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vor 3 Std.
gedankenüberdiezukunft
das stimmt nicht... S.B hat sehr schöne Augen und irgendedwas neckisches...ich würde auch auf sie stehen oh sorry mal zärtlich mich drauflegen
6 16

gedankenüberdiezukunft antworten...
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vor 3 Std.
Markus 1
Ich dachte immer Damen aus diesem Milieu sehen gut aus!
Gewinnen wird die sicher im linken ZH wo man nur drauf wartet die WW zu diffamieren.
17 20

Markus 1 antworten...
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vor 3 Std.
cold as ice
reine geldgier.....ich wünsche ihr alles schlechte dieser welt.
18 25

cold as ice antworten...
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vor 4 Std.
Tom 2
„ Weiter wollte Balthus finanziell entschädigt werden.“
Achsoo. Darum geht‘s also. Warum nicht gleich damit rausrücken, um was es wirklich geht?
30 16

Tom 2 antworten...
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vor 4 Std.
Olaf 1
Was für ein lächerliches Theater. Diese Frau sollte sich in Grund und Boden schämen und der Köppel auch.
20 25

Olaf 1 antworten...
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vor 4 Std.
Balsiger R
Warum sollte sich Frau Bslthus schämen? Wenn jemand meine Privatsphäre so gravierend verletzte, würde ich auch dagegen vorgehen!
30 26

Balsiger R antworten...
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vor 4 Std.
Balsiger R
Balthus sollte das heissen. Der Buchstabe „s“ ist aber auch verflixt nahe dem Buchstaben „a“.
7 10

Balsiger R antworten...
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vor 3 Std.
Olaf 1
Warum Köppel? Die Weltwoche hat für das Interview bezahlt. Ihre Kunden werden sich bestimmt über soviel Medienpräsenz freuen!
17 17

Olaf 1 antworten...
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vor 40 '
OnkelJenny
Mit nichten. Zeller hat mit seinem privaten Geld für ein Treffen mit ihr bezahlt. Von einem Interview war da zu keinem Zeitpunkt die Rede. Interviewanfragen der Weltwoche hat sie vorher stets abgelehnt. Vielleicht erst mal recherchieren, dann ersparen Sie sich auch unnötige Kommentare.
4 1

OnkelJenny antworten...

https://www.nau.ch/news/schweiz/balthus ... n-65663929

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lust4fun
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von lust4fun »

In diesem Verfahren wurde jetzt entschieden:

Salomé Balthus gegen „Weltwoche“
Persönlichkeitsrechte gelten auch für Sexarbeiterinnen
Ein Schweizer Gericht urteilt im Sinne der Prostituierten Hanna Lakomy. Ein Journalist hatte ohne Einverständnis über ein Date mit ihr geschrieben.

taz online, 22.12.2025

https://taz.de/Salome-Balthus-gegen-Weltwoche/!6138350/

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Kasharius
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Re: Ein Beispiel der Niedertracht

Beitrag von Kasharius »

Kurz vor dem Weihnachtsfest noch mal positive Nachrichten 👍

Kasharius grüßt zum Fest