Plärrrrrrr, plärrrrrr .... mal wieder die Befürworter*innen des Nordischen Modells ... Wie mich das nervt! Die Kritik an der "Sex Work"-Ausstellung lest Ihr bitte ganz unten.
Aber nun geht es erst mal um die Ausstellung:
Sex Work
Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit
2. April bis 25. Oktober 2026
Die Geschichte der Sexarbeit lässt sich von weit vor der Antike bis in die Gegenwart verfolgen. Welches Menschenbild die Zeit prägte, welche Werte galten und wer Macht ausübte, lässt sich auch daran ablesen, wie gesellschaftlich mit Sexarbeit umgegangen wurde. Sie bedeutete in manchen Zeiten für Frauen eine von wenigen Möglichkeiten, selbständig Einkommen zu generieren. Ihre Geschichte wurde bislang meist aus einer Außen-perspektive geschildert. Die Ausstellung SEX WORK erzählt die Geschichte anders: Gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen wird in der Bundeskunsthalle Kunst, Kulturgeschichte und Archivmaterial präsentiert, orientiert an einem zentralen Prinzip: Nichts über uns ohne uns!
Die Ausstellung setzt Schlaglichter auf Kunst- und Kulturgeschichte ebenso wie auf gesellschaftspolitische Themen der Gegenwart. In der bildenden Kunst spielten Hetären, Dirnen, Kurtisanen und Nackttänzerinnen lange Zeit vorrangig eine motivische Rolle, wurden allenfalls als Musen wahrgenommen. Dass Sexarbeiter*innen auch eine schöpferische, künstlerische Rolle einnehmen, ist eine Perspektive, die hier sichtbar gemacht wird. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit zu erzählen heißt, ein Terrain zu betreten, das von moralisierenden und hochpolitischen Diskursen durchzogen ist. Medien und Popkultur greifen bei der Darstellung von Sexarbeitenden nur zu gerne auf eindimensionale Stereotypen zurück. Die öffentliche Debatte pendelt zwischen moralischer Verurteilung und Positionen, die jede Form der Sexarbeit pauschal als Ausbeutung einstufen. Die im Kontext der Sexarbeit gebräuchlichen Begriffe spiegeln seit jeher soziale Verhältnisse, Machtstrukturen und Geschlechterordnungen wider. Während historische Bezeichnungen wie „Hure“ oder „Dirne“ primär eine moralische Stigmatisierung markierten, rückt der Begriff „Sexarbeit“ den Aspekt der Erwerbstätigkeit in den Fokus und löst diese von einer festgeschriebenen Identität. Zusammen mit Sexarbeitenden kreiert, ermöglicht die Ausstellung historische und aktuelle Einblicke in die Sexarbeit sowie Perspektiven auf Arbeits- und Menschenrechte.
Das zentrale Prinzip: Nichts über uns ohne uns!
Die Geschichte der Sexarbeit ist geprägt von einem Wechselspiel aus Restriktion, Verfolgung, Duldung und Liberalisierung. Im 17. Jahrhundert waren Dirnen ein gängiges Motiv niederländischer Genremalerei – als Projektionsfläche erotischer Fantasien oder Spiegel moralischer Vorstellungen. Die enge Verbindung von Handel, Migration und Sexarbeit war kein Randphänomen, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen urbaner Räume. Auch im Paris des 19. Jahrhunderts waren Kunst und Erotik eng verflochten: Von Tänzerinnen der Oper erwarteten wohlhabende Männer sexuelle Gefälligkeiten für ihr „Mäzenatentum“. Im Nachtleben der großen westlichen Metropolen entwickelte sich ab 1900 ein neuer, freiheitlicher Zeitgeist, mit dem sich Künstler*innen, Intellektuelle und die Bohème gegen die konservative Gesellschaft auflehnten. Im Berlin der 1920er Jahre, zwischen Glitzer, Rauch und Jazz, entstand ein kurzer Traum, der auch Frauen und queere Personen auf mehre Rechte hoffen ließ – bis die Nationalsozialisten diese Vielfalt gewaltsam zerstörten.
Zu den Verfolgten und in Konzentrationslagern ermordeten Opfern des Nationalsozialismus zählten auch vermeintliche oder tatsächliche Sexarbeiter*innen. Seit den 1980er-Jahren verschaffen sich Sexarbeiter*innen zunehmend Gehör. Restriktive Maßnahmen und öffentliche Stigmatisierung im Zuge steigender Polizeigewalt, Gentrifizierung und der AIDS-Krise führten zu Protesten und organisiertem Widerstand – oft in Solidarität mit der queeren Community. Trans*Sexarbeitende standen an vorderster Front der queeren Bürgerrechtsbewegung. Für Sexarbeitende ist diese Erfahrung von Gemeinschaft entscheidend, um Stärke und Unabhängigkeit zu entwickeln. Räume, in denen über Erfahrungen und Traumata gesprochen werden kann, ohne auf eine Opferrolle reduziert zu werden, schaffen Selbstwirksamkeit und Schutz. Davon handeln viele der Objekte und Erzählungen aus dem Sexarbeitenden-Archiv Objects of Desire. Die persönlichen Geschichten drehen sich um Liebe, Freude und Scham, um Angst und Frustration wie auch um ganz alltägliches Schuften bei der Arbeit. Die Ausstellung lädt dazu ein, Einblick in diese Räume zu nehmen – und neue Perspektiven auf ein von Vorurteilen und Tabus geprägtes Thema zu gewinnen.
https://www.bundeskunsthalle.de/s3xwork
Die Bundeskunsthalle befindet sich in Bonn, Deutschland, an der Adresse Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn. Sie liegt direkt auf der Museumsmeile. Erreichbar ist sie bequem mit den U-Bahn-Linien 16, 63 und 66 sowie den Buslinien 610, 611 und 634 (Haltestelle: Heussallee/Museumsmeile oder UN Campus).
Bundeskunsthalle
Wichtige Details zum Besuch:
Adresse: Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn.
Anreise: U-Bahn 16, 63, 66 oder Bus 610, 611, 634.
Öffnungszeiten: Di 10–18/19 Uhr, Mi 10–21 Uhr, Do–So & Feiertage 10–18/19 Uhr (Montags geschlossen).
Parken: Ein Parkhaus ist an der Joseph-Beuys-Allee verfügbar.
Bundeskunsthalle
Die Bundeskunsthalle zeigt wechselnde Ausstellungen zu Kunst, Kultur, Geschichte und, und und ...
Und nun mal wieder Kritik der Gegner*innen:
Kritik an „SEX WORK“-Ausstellung in der Bundeskunsthalle nimmt zu
Letztes Update: 26.03.2026
2 Min Lesezeit
bundeskunsthalle
Bonn. Die geplante Ausstellung „SEX WORK – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ in der Bundeskunsthalle stößt auf wachsenden Widerstand. Insbesondere das Bündnis NRW pro Nordisches Modell erhebt schwere Vorwürfe gegen die Konzeption der Schau und fordert eine grundlegende Überarbeitung.
Nach Darstellung des Bündnisses werde in der Ausstellung ein verzerrtes Bild von Prostitution gezeichnet. Statt die Realität von Zwang, Gewalt, Menschenhandel und ökonomischer Abhängigkeit in den Mittelpunkt zu stellen, drohe eine Verharmlosung des Systems. Kunst dürfe provozieren, so die Kritik – sie dürfe jedoch nicht dazu beitragen, Ausbeutungsverhältnisse zu relativieren.
Simone Kleinert vom Bündnis betont, Prostitution sei für viele Betroffene keine frei gewählte Tätigkeit. Häufig stünden Armut, fehlende Alternativen, Migration oder direkte Gewalt am Anfang. Eine Darstellung, die vor allem Aspekte von Selbstbestimmung hervorhebe, blende diese strukturellen Bedingungen aus und greife zu kurz.
Besonders kritisch sieht das Bündnis den kuratorischen Ansatz der Ausstellung. Diese entsteht in Zusammenarbeit mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen und orientiert sich am Leitmotiv „Nichts über uns ohne uns“. Aus Sicht der Kritiker besteht die Gefahr, dass dadurch vor allem bestimmte Perspektiven dominieren, während Erfahrungen von Aussteigerinnen oder Betroffenen von Menschenhandel zu wenig berücksichtigt werden.
Auch die angekündigte kulturhistorische Herangehensweise wird hinterfragt. Die Darstellung historischer Figuren wie Hetären, Kurtisanen oder Tänzerinnen könne zur Romantisierung beitragen, wenn Machtverhältnisse und Abhängigkeiten nicht ausreichend beleuchtet würden. Das Bündnis befürchtet, dass dadurch ein Narrativ entstehe, das Prostitution als kulturell faszinierend darstellt, ohne die Rolle der Nachfrage – etwa durch Freier – angemessen zu thematisieren.
Die Bundeskunsthalle verfolgt mit der Ausstellung nach eigenen Angaben das Ziel, die Geschichte der Sexarbeit aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen und dabei auch Stimmen von Sexarbeitenden selbst einzubeziehen. Neben kunst- und kulturhistorischen Aspekten sollen auch aktuelle gesellschaftspolitische Fragen sowie Themen wie Arbeits- und Menschenrechte aufgegriffen werden.
Die Kritiker halten dem entgegen, dass eine solche Darstellung nur dann angemessen sei, wenn sie die gesamte Bandbreite der Realität abbilde – einschließlich von Ausbeutung und Gewalt. Eine staatlich geförderte Kulturinstitution trage hier eine besondere Verantwortung.
https://honnef-heute.de/kritik-an-sex-w ... -nimmt-zu/
Kritik an „SEX WORK“-Ausstellung vom 2.4. bis 25.10.2026 in der Bundeskunsthalle nimmt zu
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deernhh
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Boris Büche
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Re: Kritik an „SEX WORK“-Ausstellung vom 2.4. bis 25.10.2026 in der Bundeskunsthalle nimmt zu
Die EMMA hat die Ausstellung besucht, hier das Fazit.