LokalNachrichten: BREMEN

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Lara Freudmann
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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Lara Freudmann »


Ein Gesetz mit Tücken
Probleme mit dem Prostituiertenschutzgesetz

Kristin Hermann, vom 10.09.2018

Vezi si: comentarii

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Kasharius
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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Kasharius »

@Lara

multumesc
,

Kasharius grüßt auch Klaus Fricke

Lara Freudmann
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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Lara Freudmann »

Antwort des Senats auf die leine Anfrage der Fraktion Bundnis 90/DIE GRÜNEN Bremen
Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes ein Jahr nach dem Inkrafttreten


https://www.bremische-buergerschaft.de/ ... _f7e7a.pdf

si

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gle ... er-laender

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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Kasharius »

@Lara

sehr informativ, danke. Und auf di e Debatte zur großen Anfrage der FDP darf man sehr gespannt sein.

Kasharius grüßt

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deernhh
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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von deernhh »

Anwohner in Sorge: Entsteht mitten im Bremer Viertel ein Großbordell?

Bild: Radio Bremen
Die Helenenstraße ist Bremens Rotlichtviertel mitten im Viertel – jetzt sollen dort sehr zum Ärger von Anwohnern neue Modellwohnungen entstehen.

Die Bürgerinitiative "Leben im Viertel" ist nicht einverstanden damit, dass in der Helenenstraße neue, größere Gebäude gebaut werden sollen. Die Baubehörde bestätigt: Entsprechende Anträge liegen bereits vor. Anwohner befürchten unter anderem, dass es im Viertel krimineller wird, wenn dort neue Sexwohnungen entstehen. Das und anderes kann man aus einem Flyer herauslesen, den viele im Viertel in den letzten Tagen in ihren Briefkästen hatten.

Woran stört sich diese Bürgerinitiative?
Auf dem Flyer der Bürgerinitiative stehen Stichpunkte wie: Diebstähle, Übergriffe, Überfälle, kriminelles Milieu, Zwangsprostitution, Vervielfachung des Sexangebots, städtebaulicher Schandfleck. Und es die Mitglieder äußern die Befürchtung, dass große Bordelle gebaut werden, noch dazu in der Nähe von Kindergärten und Schulen.

Darüber will die Bürgerinitiative diskutieren, weil sie sich als Anwohner und Anwohnerinnen nicht mitgenommen fühlen. Sie seien nicht eingebunden worden und wollen sich nächste Woche darüber austauschen.

Was ist denn da genau geplant?
Es geht um acht alte Baracken in der Helenenstraße, die eigentlich abbruchreif sind. Zwei Bremer Investoren wollen an deren Stelle zwei neue Gebäude bauen. So sollen insgesamt 23 Wohnungen für Sexarbeiterinnen entstehen. Das sind schon ein paar mehr als jetzt. Deutschlands größtes Bordell würde das aber bei Weitem nicht werden.

Blick in die Helenenstraße (Archivbild)
Die alten Baracken sollen durch zwei neue Gebäude ersetzt werden. Bild: Radio Bremen
Was sagen die Prostituierten dazu?
Nitribitt, das ist ein Verein der sich für die Prostituierten einsetzt, hat da eine klare Meinung: Für die Sicherheit und das persönliche Sicherheitsempfinden ist es von Vorteil, wenn das Sexgeschäft sozusagen im "öffentlichen" Raum stattfindet. Im Notfall ist dann schneller Hilfe da, als wenn das irgendwo ganz anonym stattfindet.

Das ist auch die Haltung der Politik. Sie sagt, man wolle nach Möglichkeit ein Auge auf die Prostitution haben, um zum Beispiel Hilfsangebote für die Sexarbeiterinnen machen zu können.

Ich bin überhaupt keine Freundin von Prostitution. Aber ich sehe, dass das gesellschaftliche Realität ist. Und dann möchte ich, dass die Frauen in einigermaßen angemessenen Umständen arbeiten können.

Ortsamtsleiterin Hellena Harttung
Gibt es dazu konkrete Aussagen aus der Politik zu dem Thema?
Die gibt es tatsächlich. Von Baustaatsrätin Gabriele Nießen heißt es zum Beispiel: "Um die soziale Kontrolle auch gegen Zwangsprostitution besser gewährleisten zu können, ist ein Verbleib der Prostitution in der Helenenstraße der bessere Weg, als eine Verteilung über die ganze Stadt. Dass nach dem geltenden Baurecht künftig mehr Modellwohnungen entstehen können als bisher, hätte auch mit einem eigenen Bebauungsplan kaum rechtssicher geändert werden können. Begrüßenswert ist dieser Aspekt jedoch nicht."

Aus dem Innenressort heißt es: "Der Senator für Inneres hat bekanntermaßen eine sehr kritische Position zur Prostitution. Senator Mäurer hält aber grundsätzlich eine vertiefte Prüfung für erforderlich. Die Helenenstraße ist baulich ein Schandfleck. Bei einer möglichen Umgestaltung sollte aber der Sicherheitsaspekt sowohl allgemein für das Quartier als auch für die dort arbeitenden Frauen unbedingt mit einbezogen werden."

https://www.butenunbinnen.de/nachrichte ... n-100.html








Initiative wehrt sich gegen Pläne
Anwohner fürchten Großbordell im Bremer Viertel


Von t-online, stk
Aktualisiert am 14.04.2023 - 13:16 Uhr
Lesedauer: 2 Min.

Eine Prostituierte (Symbolbild): Die Initiative kritisiert, dass Bürger bei Entscheidungen nicht mitgenommen würden. (Quelle: bub/imago images)

Ein Investor will nach Aussage einer Bremer Initiative die Helenenstraße zum Großbordell umbauen. Das müsse mit aller Macht verhindert werden.


Dreck, Lärm, Kriminalität und "ein menschenverachtendes Milieu" – so beschreibt die Initiative "Leben im Viertel" (LiV) die Zustände in Bremens Ausgehmeile. Im Speziellen richtet sich ihr Blick gerade jedoch in Richtung Helenenstraße. Die Sackgasse gegenüber des Ziegenmarkts gilt seit jeher als der Rotlichtbezirk Bremens. Die Geschichte der "Helene", so nennen Viertel-Bewohner die Straße, geht bis auf das Jahr 1878 zurück.

Jetzt seien Pläne eines Investors durchgesickert. Und die könne die Bürgerinitiative alles andere als gutheißen, schreiben sie auf ihrer Internetseite. Zudem sind in den vergangenen Tagen vermehrt LiV-Flyer in Briefkästen gelandet. Auch darauf bringen die Mitglieder ihre Sorgen zum Vorhaben des Investors zum Ausdruck.

Nach Informationen der Initiative habe der Investor sechs Grundstücke an der Helenenstraße gekauft, zwei weitere wolle er demnächst erwerben. Die Pläne sehen demnach vor, alte Gebäude abzureißen und neue sowie höhere Objekte dort zu errichten. Darin sollen zukünftig noch mehr Prostituierte arbeiten können, als bislang. Wie "butenunbinnen" berichtet, gehe es konkret um acht Baracken, die abgerissen werden sollen. Stattdessen, so der mögliche Plan, sollen dort zwei große Gebäude entstehen. Insgesamt solle damit Platz für 23 Wohnungen für Sexarbeiterinnen entstehen.

Helenstraße könnte zur Durchgangsstraße werden
Die Bremer Baubehörde bestätigte dem Bericht nach, dass es tatsächlich konkrete Anträge zur Bebauung gebe. Wer der Investor ist und wie seine konkreten Pläne aussehen, wurde nicht deutlich. Das kritisiert auch die Bürgerinitiative. Die Mitglieder fühlen sich nach eigener Aussage von den Verantwortlichen nicht in die Prozesse einbezogen und wollen deshalb in den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern treten. Am Mittwoch, 19. April, soll deshalb um 19 Uhr eine Infoveranstaltung im Alten Fundamt (Auf der Kuhlen 1a) stattfinden.

Menschenhandel im Norden: "Die Opfer werden jünger, die Täter immer brutaler"
Nach den Vorstellungen von LiV soll die Helenenstraße "Teil des urbanen Lebens des Viertels" werden. Dazu könne die Sackgasse perspektivisch zur Durchgangsstraße gemacht werden. In einem ersten Schritt hätte der dortige Garagenhof, "ohnehin eine raumörtliche Sünde", so die Initiative, in städtischen Besitz überführt werden müssen. Der neue Eigentümer müsse zudem dazu verpflichtet werden, die Öffnung zu ermöglichen. Weitere Gebäude in der Helenenstraße sollten von der öffentlichen Hand erworben werden, fordert LiV weiter. Planungsrechtlich sei darüber hinaus die Umwidmung in ein Wohngebiet einzuleiten.

Eingang zur Helenenstraße (Archivfoto): Die Bürgerinitiative kritisiert den Zustand vor Ort und spricht von einem "städtebaulichen Schandfleck". (Quelle: IMAGO/imagebroker)

Ohnehin sei die "Helenenstraße, mit ihren Baulücken, heruntergekommen Bretterverschlägen, Mauerresten, kleinen Buden mit Nachkriegsflair auf der einen Seite und den lieblos zusammengestückelten Bauten der 70er Jahre auf der anderen nichts anderes als ein städtebaulicher Schandfleck, ein Relikt vergangener Zeiten", argumentiert die Bürgerinitiative.

https://www.t-online.de/region/bremen/i ... miert.html

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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Kasharius »

hier mal infos zur Bremer Bürgerinitiative http://lebenimviertel.org/unsere-ziele

karsharius grüßt :002

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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Kasharius »

https://taz.de/Projekt-zum-Prostitution ... stitution/

Taz berichtet über Ausstiegs Projekt...

Kasharius grüßt zum 2. Advent

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Beitrag von deernhh »

„Schnapper“: Bremer Kult-Bordell steht zum Verkauf

Stand:14.05.2025, 15:30 Uhr
Von: Fabian Raddatz

In Bremen steht ein Stück Hafengeschichte zum Verkauf. Das ehemalige Bordell Krokodil sowie das dazugehörige Grundstück soll nun unter den Hammer kommen.

Bremen – An der „Küste“, wie die Meile an der Nordstraße im Stadtteil Walle genannt wurde, pulsierte einst das Leben. In den 50er- und 60er-Jahren reihte sich hier eine Bar an die nächste und Seefahrer, Hafenarbeiter und Amüsierfreudige zogen von der einen in die andere, um ihren Lohn auf den Kopf zu hauen.

Doch mit dem Rückgang der Hafenindustrie in der Hansestadt verschwand auch das Amüsierviertel nach und nach. Heute zeugen nur noch wenige Läden von den einst schillernden Zeiten. So hat etwa das Hafencasino am Bremer Holzhafen seine verruchte Vergangenheit hinter sich gelassen und serviert heute als beliebter Mittagstreffpunkt deutsche Hausmannskost.

„Schnapper“: Ehemaliges Bordell in Bremen steht zum Verkauf
Auch die Bordellbar Krokodil ist so ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Als Teil der legendären „Küste“ trafen sich hier früher Schiffsbesatzungen und Freunde des Rotlichts für Umtrunk und Unzucht. Heute rottet der einst beliebte Treffpunkt vor sich hin: Die Fassade ist mit Graffiti übersät, vor den mit Brettern vernagelten Fenstern prangt das Banner einer Entrümpelungsfirma.
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„Schnapper“: Ehemaliges Bordell in Bremen steht zum Verkauf
Das Krokodil hat seine besten Tage hinter sich. © Fabian Raddatz/kreiszeitung.de

Doch mit diesem unansehnlichen Anblick könnte bald Schluss sein, das ehemalige Bordell an der Nordstraße im Stadtteil Walle steht zum Verkauf. Für 320.000 Euro wird das Grundstück, auf dem das Krokodil steht, auf der Verkaufsplattform Immobilienscout24.de angeboten – Baugenehmigung für 8 Wohnungen und 7 Stellplätze inklusive.

https://www.kreiszeitung.de/lokales/bre ... 31831.html


Kultbar vor dem Abriss
Bremer Bordellbar "Krokodil": Grundstück steht zum Verkauf

Von Carlotta Hensel
15.05.2025 - 13:02 Uhr
Lesedauer: 1 Min.

Das Bremer "Krokodil" mit Baustelle (Archivbild): Das Gebäude steht zum Abriss und das Grundstück zum Verkauf. (Quelle: Google Maps)

Einst pulsierte das Nachtleben im Bremer "Krokodil", doch heute überziehen Graffitis die Wände. Das Grundstück der Kultbar steht zum Verkauf.

In den 50er- und 60er-Jahren pulsierte an der "Waller Küste" das Nachtleben wie auf der Hamburger Reeperbahn. Bars, Clubs und Kneipen reihten sich im Rotlichtviertel nahe den stadtbremischen Häfen aneinander. Eine davon war die Bremer Bordellbar "Krokodil", auch bekannt als "Schnapper". Das Grundstück in der Norderstraße sucht nun einen Käufer.

Mit dem "Krokodil" steht auch ein Stück Bremer Geschichte zum Verkauf. Die ehemalige Vergnügungsbar wird derzeit auf dem Portal "immobilienscout24.de" für insgesamt 320.000 Euro angeboten. Das grüne Gebäude mit der verblassten Haake Beck-Leuchtreklame ist inzwischen voller Graffitis, die Fenster sind mit Brettern vernagelt.

Der Kauf der insgesamt 429 m² großen Fläche ist an keinen Bauträger gebunden und derzeit liegt kein Bebauungsplan vor. Laut Angaben des Maklers existiert außerdem eine genehmigte Planung eines Architekten für ein Wohngebäude mit acht Einheiten und einer Bruttogrundfläche von 965 Quadratmetern sowie sieben Stellplätzen.

https://www.t-online.de/region/bremen/i ... rkauf.html


Um die unteren Bilder vergrößert sehen zu können, bitte auf das jeweilige Bild klicken.
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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Kasharius »

Dann fällt mir ein schönes Lied von Max Raabe ein wohl aus den 20ern....

In der Bar zum Krokodil.....

Kasharius grüßt

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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von Kasharius »


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Re: LokalNachrichten: BREMEN

Beitrag von deernhh »

Bremen
Illegale Prostitution nimmt zu
Warum ein Bremer Bordellbesitzer aufgibt


Rund 300 offiziell registrierte Prostituierte gibt es in der Stadt Bremen, das Dunkelfeld ist deutlich größer. Diese illegale Konkurrenz veranlasst einen Bordellbesitzer aus der Neustadt zum Rückzug.

30.06.2026, 05:00 Uhr

Warum ein Bremer Bordellbesitzer aufgibt

Von Jürgen Theiner

Bordellbetreiber Thorsten Steiner in einem der Zimmer, die er am Neustadtswall vermietet hat.
Bordellbetreiber Thorsten Steiner in einem der Zimmer, die er am Neustadtswall vermietet hat.
Christina Kuhaupt

Zusammengefasst
Thorsten Steiner schließt zum Monatsende sein Bordell am Neustadtswall in Bremen wegen illegaler Konkurrenz und finanzieller Unrentabilität.

Steiner kritisiert, dass Behörden vor allem angemeldete Betriebe kontrollieren und die illegale Szene weitgehend unbehelligt lassen; die Wirtschaftsbehörde widerspricht dem und verweist auf Kontrollen.

In Bremen sind etwa 300 Prostituierte offiziell registriert; laut Solwodi liegt die Zahl illegal tätiger Sexarbeiterinnen in Deutschland bei rund 250.000, zuständige Behörden können das Dunkelfeld nicht beziffern.

Richtig gelohnt hat es sich für Thorsten Steiner schon länger nicht, jetzt zieht er die Reißleine. Der 55-Jährige, dessen richtiger Name anders lautet, schließt zum Monatsende seinen Bordellbetrieb am Neustadtswall. Hinter der unscheinbaren Fassade gingen behördlich registrierte Prostituierte ihrem Gewerbe nach. Fünf Zimmer vermietete Steiner gegen eine monatliche Miete von 375 bis 475 Euro.

Mit der Rotlichtbranche hatte der Handwerker bis vor zweieinhalb Jahren nur indirekt zu tun. Er arbeitete nebenberuflich als Hausmeister in dem Bordell, dessen Besitzer damals in Thailand lebte. "Eines Tages kam von dort die Nachricht, dass die zuständige Behörde den Laden geschlossen habe, weil das Gewerbe nicht angemeldet war und viele der hier tätigen Damen ohne gültige Papiere angetroffen worden seien", erinnert sich Steiner an das Gespräch, das letztlich auf die Frage hinauslief, ob er den Betrieb vielleicht übernehmen wolle.

Steiner überlegte sich die Sache und sagte schließlich zu – obwohl ihm klar war, dass es zunächst viel Arbeit und wenig zu ernten geben würde. Das Gebäude war nämlich ziemlich heruntergerockt, auch die Sicherheitsbestimmungen entsprachen nicht den Vorschriften. "Manche Wände waren verschimmelt, in den Zimmern baumelte nur eine Birne von der Decke", beschreibt Thorsten Steiner den Zustand der Immobilie Anfang 2024. Als neuer Mieter verbrachte er nach Feierabend seine Freizeit bei der Renovierung, beseitigte die Mängel in den Zimmern, baute Nottreppen ein, installierte vorschriftsgemäße Schlösser und Alarmknöpfe. All dies sei überfällig gewesen, "denn die Betreiber und Vermieter hatten hier vorher immer nur Geld rausgezogen".

"Die wenigsten haben Papiere"
Als neuer Verantwortlicher besaß Steiner dann innerhalb weniger Monate eine neue Konzession – aber eben keine vertieften Kenntnisse des Rotlichtmilieus, wie sich bald herausstellen sollte. Der Branchenneuling setzte weiter auf asiatische Sexarbeiterinnen, für die die Adresse am Neustadtswall bekannt war. Er musste aber feststellen, dass es mit diesen Mieterinnen häufig Probleme gab. "Die wenigsten thailändischen Frauen haben die erforderlichen Papiere, und manche, die sich anmeldeten, kreuzten dann nicht auf." Die Auslastung der Zimmer blieb deshalb hinter den Erwartungen zurück. "Was hier am Ende finanziell übrig war, dafür würdest du morgens nicht aufstehen", so das ernüchternde Fazit des 55-Jährigen.

Dass der Bordellbetrieb ein wirtschaftlicher Flop war, hat aus Steiners Sicht aber vor allem mit illegaler Konkurrenz zu tun. Gemeint sind nicht angemeldete Prostituierte, die ihre Dienste unter anderem in Airbnb-Wohnungen oder Hotelzimmern anbieten, wo sich inzwischen der Großteil der Prostitution abspiele – eine Einschätzung, die von Experten geteilt wird. Während 2024 deutschlandweit gut 32.000 Sexarbeiterinnen behördlich registriert waren, dürfte die Zahl der Personen, die sich illegal prostituieren, bei etwa 250.000 liegen. Das ist zumindest die Schätzung der Hilfsorganisation Solwodi, die sich um Frauen in Not kümmert.

Thorsten Steiner sieht es so: Die zuständigen Behörden kümmern sich hauptsächlich um die angemeldeten Prostitutionsbetriebe und prüfen dort die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, lassen die illegale Szene, bei der nicht selten Menschenhandel eine Rolle spielt, aber weitgehend unbehelligt. Auf einschlägigen Websites im Internet böten tausende Sexarbeiterinnen ohne amtliche Registrierung ihre Dienste an. Doch dagegen werde nicht eingeschritten. "Kein Maurer, kein Fliesenleger kann jahrelang Schwarzarbeit inserieren, ohne dass die Behörden den irgendwann am Arsch kriegen", ärgert sich Steiner, "aber im Prostitutionsgewerbe geht das. Da herrschen Wildwestzustände."

Auch Airbnb-Wohnungen im Visier
Diese Kritik will die in Bremen zuständige Wirtschaftsbehörde so nicht stehen lassen. "Neben der Überwachung der erlaubten Prostitutionsstätten werden auch Örtlichkeiten aufgesucht, für die keine Erlaubnisse erteilt wurden", sagt Sprecher Klaas Anders. Die Außendienstler der Behörde hätten dabei neben reinen Privatunterkünften auch Airbnb-Wohnungen sowie Hostels und Apartmentanlagen auf dem Schirm. Bei den Kontrollen arbeite man regelmäßig mit dem Landeskriminalamt zusammen.

In den illegalen Etablissements werden laut Anders zumeist Frauen aus Lateinamerika und Asien angetroffen. Die Hintermänner agierten häufig aus dem Ausland. Sie zu belangen, sei schwierig. Wie groß die Zahl der in Bremen tätigen Prostituierten ist, lässt sich nach Angaben des Behördensprechers selbst für den registrierten Teil nur näherungsweise angeben, weil die entsprechenden Anmeldebescheinigungen bundesweit gültig sind und ortsunabhängig verlängert werden können. Eine Zahl von etwa 300 legal tätigen Sexarbeiterinnen sei für die Stadt Bremen wohl realistisch. Die Größe des Dunkelfeldes könne "nicht beziffert werden", sagt Klaas Anders.

https://www.weser-kurier.de/bremen/poli ... k1m4a6ooa6