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Nachricht |
Frieda 
ModeratorIn


Ich bin...: Engagierte(r) Außenstehende(r)

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Der selbsternannte Marktleader in Österreich macht via Newsletter Werbung für eine Dumping Agentur, welche als Sommeraktion eine Stunde mit 90.- Euro anbietet.
Damit wird das Hochglanzmagazin immer mehr zu einem Billigmagazin für unseriöse Betreiber, welche Preise unter hundert Euro pro Stunde anbieten.
Der Preis in Wien, egal ob Studios, Clubs oder Agenturen, wird immer geringer und diese Niedrigpreis Anbieter werden vom Sexmagazin noch beworben.
Natürlich ist mir klar das dieses Magazin kein Non Profit Unternehmen ist und es in erster Linier um den Umsatz geht, eine Newsletteraktion kostet einige hundert Euro. Trotzdem sollte auch ein Unternehmen wie das Sexmagazin auf ein gewisses Preisniveau achten.
Durch diese Billiganbieter wird es für Sexworkerinnen, die selbst inserieren, und Betreiber immer schwieriger ein gewisses Preisniveau zu halten.
Liebe Grüße
Frieda
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Sexworker Forum Team
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Zwerg 
Senior Admin


Ich bin...: Engagierte(r) Außenstehende(r)

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Wem gilt jetzt eigentlich der Vorwurf? In erster Linie dem Betreiber/ der BetreiberIn...
Es ist für mich schwer hier ein Urteil zu sprechen - speziell in Bezug auf "unseriös" - Wenn eine SexarbeiterIn bereit ist, zu diesen Preisen zu fahren, wird das wahrscheinlich unter freie Marktwirtschaft fallen... - auch wenn es bitter ist.
Interessant wäre es zu wissen, was die SexarbeiterInnen dann tatsächlich pro Job erhalten! Da es ja in Wien auch hochpreisige Agenturen gibt, wo gerade mal 60,- der SW verbleiben, obwohl der Kunde 165,- bezahlt, sehe ich eher dort den Ansatz.
Liebe Grüße
christian
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Robby
wissend


Ich bin...: Kunde

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hallo frieda
es geht nicht nur um die "teuren" sexworkerinnen sondern auch um diejenigen die für 90 "verramscht" werden
wieviel bleibt ihnen?
der betreiber bekommt sicher weiterhin seinen anteil
habe erst vor kurzem eine ähnliche erfahrung gemacht
robby
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fraences 
ModeratorIn


Ich bin...: SexarbeiterIn

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| Liebe Frieda, dieses zunmehmenden Preisverfall ist in Großstaedten ein gaengiges Phaenomen. Im Rheinland werden Hausbesuche für 60-80 Euro angeboten. Da stelle ich mir auch immer die Frage, was bleibt der SW als Stundenlohn, was wird an Service dafür geleistert, wird beim Gast nachgekobelt. Liebe Grüße, Fraences
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Robby
wissend


Ich bin...: Kunde

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@christian,fraences
wenn ich euch richtig verstanden habe dann ist es gar nicht so verwerflich eine "billige" sw zu buchen und den rest auf den normalen-alten- preis (ca 250 für 2 stunden) sozusagen "schwarz" zu zahlen,da die sw sowieso nur60 erhält
liebe grüße
robby
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fraences 
ModeratorIn


Ich bin...: SexarbeiterIn

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| Lieber Robby, Versteh ich jetzt nicht,was Du meinst. LG Fraences
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Robby
wissend


Ich bin...: Kunde

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liebe fraences
ich meinte es ist sowieso egal wieviel ich an die agentur zahle wenn die sw sowieso nur wenig bekommt
da buche ich doch gleich die billigstunde wie sie frieda beschrieben hat und zahl den rest auf den ehemalig normalen preis der escort extra bar aufdie hand
sie hat etwas "trinkgeld"und ich kein schlechtes gewissen
robby
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Zwerg 
Senior Admin


Ich bin...: Engagierte(r) Außenstehende(r)

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@robby
Und damit derartige BetreiberInnen unterstützen??? Kann gar nicht in unserem Sinne sein!
christian
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Robby
wissend


Ich bin...: Kunde

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@zwerg
ich bezog mich auf das beispiel wo der kunde 165 bezahlte und die sw nur 60 bekam(ist das üblich oder die ausnahme?)
es ist auch nicht in meinem sinne gierige agenturen zu unterstützen
mein gedanke dazu war dass die sw sowieso wenig bekommt egal was man pro stunde bezahlt
vielleicht liege ich ja falsch
robby
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Zwerg 
Senior Admin


Ich bin...: Engagierte(r) Außenstehende(r)

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Du liegst völlig falsch - es gibt Agenturen, wo die SexarbeiterIn (ausgehend von 165,- inkl. Fahrer) 100,- erhält - und es gibt auch Agenturen, wo sie nur 60,- (oder noch weniger) behalten kann.
Und alle diese Agenturen brüllen natürlich "wir sind die einzig Seriösen"
christian
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Svea
ModeratorIn


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Es gibt halt Szenarien die mir gerade einfallen.
Warum soll ich mich bei einen Kunden noch bemühen, wenn ich eh nichts davon habe? die Agentur richtet sich also selber zu Grunde.
Die Mädels kämpfen selber um den kleinsten Pfennig, machen sich abhängig.
Ich selber muss aber eines zugeben, ich würde und könnte mich niemals so verramschen lassen, erstens motiviert mich eine gute Bezahlung und zweitens ist es auch eine Anerkennung für meine Arbeit und meine Person.
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Robby
wissend


Ich bin...: Kunde

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danke für den hinweis christian
falls es wieder einmal aktuell werden sollte werde ich besonders "seriöse" agenturen meiden
liebe grüße
robert
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Preisdumping führt zu ruinösem Wettbewerb
(Lemming-Effekt)
Sowas gab es sogar mal in der Stahlindustrie, bevor die verantwortlichen Manager gelernt haben das zu vermeiden (Deckungsbeitragsrechnung). In der prekären Arbeit und Sexarbeit ist es nach wie vor ein Dauerthema. Auch hier im Forum gibt es viele Diskussionen dazu.
Preisdumping einzelner Anbieter und Konkurrent_innen läßt sich grundsätzlich nicht verhindern. Insbesondere nicht in einer informellen teilweise in einer rechtlichen Grauzone gefangenen Branche wie Sexwork. Diese Konstellation inklusive der gesellschaftlichen Stigmatisierung läd geradezu ein zu "moral hazard", moralischem Fehlverhalten gegenüber der Community, um des eigenen Profits bzw. Überlebens willen (Sexwork wird von vielen bekanntlich aus Not bzw. ökonomischer Rationalität statt aus Selbstverwirklichungsgründen betrieben).
Dagegen helfen:- Sozialkontrolle
Übeltäter anprangern/zwangsouten wie Frieda es hier gemacht hat.
- Gewerkschaftsbildung
Tarifverträge (demnächst per UN-Abkommen auch für domestic worker), Mindestlohn (Preisuntergrenze) wie es in manchen Laufhäusern verabredet ist...
- Berufsverbandsbildung
(Verkammerung, Gebührenordnung wie es die privilegierten Akademiker und Zünfte geschafft haben, Self-Regulatory Boards (SRB) der Sexworker in Kalkutta, UEGD.de...)
- Qualität
Spezialisierung auf Luxussegment (Tantra-Massage, BDSM, Escort) statt Masse (Generalisierung per Supermarktprinzip).
Das scheint mir die einzige Gegenwehr zu sein, die dem Einzelnen verbleibt. Sie basiert allerdings auf Wissen, Erfahrung, Kompetenzen (Herkunft) und Fortbildung (Whore College)... was nicht alle gleichermaßen in die Sexarbeit mitbringen oder keinesfalls allen zugänglich ist.
- Solidarität
Community Building, Whore Culture, Inklusion, Netzwerkbildung. Bsp.: Sexworker Forum, Fachtagungen, Bufas.net
Bedingungsloses Grundeinkommen
- Wohlstand
Wirtschaftswachstum, Boomzeiten, aufschwingender Zyklus
Haben wir derzeit leider nicht :-(
Und sind auch für lange Zeit nicht absehbar für die Mehrheit der Bevölkerung, nachdem Kapitalismus und Imperialismus für Jahrzehnte auf Ausbeutung gesetzt haben (Peak Oil) :-((
- Qualitätsinitiativen
Gütesiegel, Preisverleihungen
Funktioniert bei uns kaum, siehe mein letztes in den Mod-Bereich verschobenes Posting.
Gesetz des Pauperismus / Prekariat / Working Poor / Verelendungstheorie:
"Der Lohn schwankt bei vollkommener Konkurrenz unter den Bedingungen eines schrankenlosen Kapitalismus stets um das Existenzminimum."
Ferdinand Lassalle (1825-1864)
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39353#39353
Sammelthema: "Gewerkschaftsbewegung und Sexwork":
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4508
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Robby
wissend


Ich bin...: Kunde

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@marc 10.43
du hast sicher vollkommen recht mit deinen lösungsmöglichkeiten
die praktische durchsetzung erscheint mir jedoch sehr schwierig sozialkontrolle,berufsverbandsbildung,gewerkschaftsbildung und qualitätsinitiativen sind noch am ehesten durchsetzbar-das können die sw noch am ehesten schaffen
die äußeren einflüsse wie wohlstand und davon abhängig qualität und solidarität sind von einer kleinen gruppe nicht beeinflußbar
das ausweichen ins hochpreissegment ist bei bei einer immer kleiner werdenden mittelschicht auch keine lösung und vor allem was ist qualität bei einer -wenn auch kurzfristigen -menschlichen beziehung? das ist zu subjektiv
die "chemie muss stimmen" unabhängig vom preis
solidarität ist noch schwieriger weil wahrscheinlich viele sw aus den neuen EU-staaten hier arbeiten um geld zu verdienen damitsie daheim ihre kinder und familien erhalten können und daher notgedrungen auch unterbezahlte dienste annehmen
ein weiteres problem sehe ich in der sprachbarriere da sicher nicht alle sw eine gemeinsame sprache sprechen um z.b.gewerkschaftsthemen zu diskutieren
weiters liegt wahrscheinlich die solidarität zwischen kunden und sw auch im argen sonst würde es nicht so viele billigangebote geben
die "geiz ist geil"mentalität hat sich ja auch in anderen bereichen wie elektronik,textil breitgemacht und jetzt haben wir die arbeitslosen und die dritte welt ausgebeutete billigbeschäftigte und umweltprobleme
liebe grüße
robby
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Aoife 
Admina


Ich bin...: SexarbeiterIn

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| Marc of Frankfurt hat folgendes geschrieben:
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Funktioniert bei uns kaum, siehe mein letztes in den Mod-Bereich verschobenes Posting.
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Mach dir deshalb keine Sorgen, Marc, wir konnten dein posting ja noch schnell genug verschieben bevor du unkontrollierbaren Schaden damit hast anrichten können.
Liebe Grüße, Aoife
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