Sexclubs, Porno, Livesex. Und Nutten. Das ist gar nicht abwertend gemeint, sondern eine akkurate und sehr treffende Beschreibung des Hamburger Kiez. Vor Ingas Lieblingsdisco befindet sich der Transenstrich, neben ihrem Late-Night-Imbiss ist ein Herrenclub und in der Videothek steht Hardcore-Porno ein Regal weiter als Mystery-Blu-Rays. Sex, wohin man
sieht. Für Inga ist das Alltag.
Und dennoch: Es ist ihr fremd. Sie weiß natürlich, dass das alles kein Aufreger mehr ist. Aber sie hat sich immer schon gefragt, wie er sich eigentlich anfühlt, der Sexkonsum. Als
Konsument – und als Dienstleister. Inga ist auch jung und braucht ständig Geld, aber ins Sex-Business einzusteigen, ist ihr trotzdem noch nie eingefallen. Zu Recht? Inga möchte wissen, wie es sich anfühlt, seinen Körper zu verkaufen und
taucht ein ins Hamburger Milieu.
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Trotzdem muss ich gestehen, dass ich diese Sendungen mehr als satt habe. Schon allein die Beschreibung nervt mich gerade. Warum muss es immer so tendenziös sein? Entweder sind wir die geschundenen Seelen, die Opfer, die jetzt auch noch ganz ganz schlimm wegen des Prost.Gesetzes zu leiden haben oder wir sind die faszinierenden Huren, dessen Welt unbedingt getestet werden muss - bla bla bla. Ich gucke es mir natürlich trotzdem an und falls die Sendung wider Erwarten besser ist als gedacht, melde ich mich hier nochmal.
Ich warte irgendwie darauf, dass meine Realität gezeigt wird. Ironischerweise habe ich mich ein wenig in der Serie "Secret Diary of a Callgirl" wiederentdeckt, weil die Protagonistin ähnliche Dummheiten macht wie ich und oft vertraute Gedanken äußert. Außerdem sind die einzelnen Kundentypen ziemlich real nachgezeichnet.
Da konnte bisher noch keine Reportage mithalten.
Liebe Grüße,
Nina
Edit: Der Trailer nervt schon gewaltig. Einer ihrer Tests besteht darin, einige Tage lang nach den Anweisungen von Frauenzeitschriften zu leben. Zum Schluss ihrer Testreihe verkauft sie sich dann mal eben. Klar - dadurch erfahren die Zuschauer bestimmt, wie käufliche "Liebe" sich anfühlt.
Dümmer geht' s immer...
Danke, annainga, dass du den Film eingestellt hast.
Ich fand ihn richtig schön gemacht.
Und bei dieser netten Inga, die so aufgeregt und einfühlsam in die Sache ging, da geht einem das Herz auf.
Diese Aufregung am Anfang, das ganz normale Schamgefühl, das es erst zu überwinden gilt.
Ja, ich glaube, das geht jeder Frau anfangs so.
Auch die Frauen im Bordell waren alle lieb und strahlten eine Wärme aus.
Die Frau, die Telefonsex machte, konnte man auch gleich liebgewinnen.
Wie sie da mit ihrem kleinen Hündchen in der Tür stand, so nett. Wie sie beim Telefonieren unterstützte,
der Inga die Scheu nahm, ganz klasse!
wie schön, dass er dir auch gefiel!
mal nichts mit gewalt und betrug,
sondern ganz normale, alltägliche sexarbeit.
was die inga weßling am ende sagte, gefiel mir besonders gut:
"ich bin total durch den wind, das war alles viel.
viel frauen, viel haut, viel mut, wenig wäsche, arielle, ein fremder mann,
händeschütteln schon zu viel, aber toll, trotzdem, wahnsinnsfrauen,
da ist eine wärme oben in dem etablissement, eine herzlichkeit,
eine klarheit über das, was die da tun.
das ist wirklich unglaublich, das war ..... also ich bin sprachlos.
weil ganz klar ist, das ist keine käufliche liebe"
und auch die sextelefonistin eine beeindruckende frau.
schön eingerichtetes haus, mit behaglichem arbeitsplatz.
ein timbre in der stimme, dass man es selbst vibrieren spürt!
also der film hat mir auch mal so richtig gut gefallen! eine frau, die sich ans telefon wagt und ins bordell, das ist schon was ganz besonderes. und die so vorurteilsfrei ist. *guckt begeistert*
Dieser halbstündige Film sollte mal verteilt werden, finde ich.
In für den Bürger "normale" Foren zum Beispiel.
Damit die Leute, die dem Thema Sexarbeit mit gerümpfter Nase begegnen, damit die mal eine andere Sicht der Dinge bekommen.
Damit diese Menschen, die sich für normal und "anständig" halten sehen, dass die Frauen in der Sexbranche auch ganz normal und anständig sind.
Auch zu diesem Business gehört - wie bei der Bankerin - Höflichkeit, Entgegenkommen, Auflockern der Spannung beim Verhandlungsgespräch, Durchführung der zielsetzenden Formalitäten und eine herzliche Verabschiedung.
Ich fand den gezeigten Ablauf auch für sehr gut und nachvollziebar. Besonders gefallen hat mir der 30-J-Rückschau der Bordellchefin, da ich damals auch einen kleinen Einblick in die HH-Gebräuche hatte.
Wenn man die seit dieser Zeit gelaufene Entwicklung kennt, sollte der Ergeiz noch mehr angestachelt sein, zu verhindern, dass die alte Ordnung (vor ProstG) zum Zuge kommt.
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