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fraences 
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Ich bin...: SexarbeiterIn

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NDR Kultur
Der Wa(h)renwert von Sex und Kunst
Vor gut zehn Jahren verabschiedete die damalige rot-grüne Regierung ein neues Prostitutionsgesetz, am 20.12.2001 trat es in Kraft: Das Gesetz sollte die rechtliche und soziale Lage von Prostituierten verbessern, zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung regeln, alles nach der Vorgabe: Prostitution - eine Arbeit wie andere auch.
Sich zur Schau stellen - um welchen Preis?
Ein mit Etiketten beklebtes Objekt des Mitmach-Straßenkunstprojektes "Strich-Code".
Mit der Legalisierung veränderte sich die gesellschaftliche Haltung zur Prostitution allerdings nicht. Sexarbeit hat immer noch etwas Anrüchiges, ist ein Tabuthema. Im Gegensatz dazu ist das Ansehen von Künstlern in der Gesellschaft hoch. Doch auch Künstler stellen etwas zur Schau. Bei der Gestaltung eines Kunstwerkes muss immer auch der Geschmack möglicher Kunden berücksichtigt werden. Und viele können von ihrer Arbeit nicht leben.
In Hannover hinterfragt nun eine vierköpfige Künstlergruppe (Kerstin Schulz, Ulrike Enders, Dagmar Schmidt und Franz Betz), was dieses Gesetz denn gebracht hat. Welchen Wert hat die Sexarbeit? Und welchen Wert hat die Kunst? Darum geht es in der Aktion "Strichcode".
Hannover hat seinen Preis
Hannovers Innenstadt leuchtet in Neongelb, Pink, Grün und Orange. Lauter kleine Preisschilder kleben an Säulen, Bäumen, Bänken und Straßenlaternen zwischen Altstadt und Rotlicht-Viertel. Die Etiketten sind Teil der Kunstaktion "Strich-Code". Die Künstlerin Kerstin Schulz hatte die Idee hierfür. Die Millionen Preisetiketten sollen das Thema "käufliche Kunst und käuflichen Sex" ins öffentliche Bewusstsein rücken. Getreu dem Motto: Alles hat seinen Preis. Zehn Jahre nachdem die damalige rot-grüne Bundesregierung mit dem Prostituiertengesetz die Arbeitsbedingungen dieser verbessern wollte, soll die Aktion erneut eine Öffentlichkeit hierfür schaffen. Das Historische Museum und das Rotlichtviertel tauschen bei der Aktion die Rollen: Eine Tabledance-Bar wird zum Museum, ein Teil des Museums zum Rotlichbereich umgestaltet. Insgesamt vier Künstler und eine Journalistin helfen beim Bekleben. Solch ein Projekt, an dem viele mitmachen, wird als "Schwarmkunst" bezeichnet. Bis zum 9. September dauert die Aktion an. Bis dahin sollen rund sechs Millionen Preisschilder die Innenstadt von Hannover schmücken.
Hannovers Innenstadt leuchtet in Neongelb, Pink, Grün und Orange. Lauter kleine Preisschilder kleben an Säulen, Bäumen, Bänken und Straßenlaternen zwischen Altstadt und Rotlicht-Viertel. Die Etiketten sind Teil der Kunstaktion "Strich-Code".
Ein Mitmach-Straßenkunstprojekt
"Strich-Code" ist in zwei Zyklen angelegt: dem Aufbau einer Installation mit einem Team aus Künstlern und Unterstützern sowie einer Ausstellung.
Der erste Zyklus ist angelehnt an die Idee der "Schwarmkunst". Im Vorfeld wurden Bürger und Bürgerinnen Hannovers aufgerufen, sich aktiv an der Kunstinstallation "Strich-Code" in ihrer Stadt zu beteiligen. Diese Einladung, sich mit einem Etikettier-Gerät künstlerisch zu betätigen, gilt für drei Monate während der Aufbauzeit. Etwa 80 Freiwillige etikettieren derzeit mit.
Tabledance im Museum?
Ein Kunstwerk in der Table-Dance-Bar? Tabledance im Museum? Das Kunstprojekt "Strich-Code" spielt mit Rollen und will eine Diskussion in Gang bringen über den Wert von Kunst und Sexarbeit.
Sechs Milliionen Etiketten sollen zwischen dem Historischen Museum und in einer Table-Dance-Bar im Rotlichtviertel verklebt werden. Die leuchtend roten, gelben und grünen Etiketten verkleiden bereits die Säulen vorm Historischen Museum, Laternenpfähle, Straßenbäume, Mülleimer und Sitzbänke.
"Wir tauschen mal die Rollen. Was passiert denn mit einem Kunstwerk, das dann in einer Table-Dance-Bar hängt? Ist das nichts mehr wert? Was ist mit der Sex-Arbeiterin, wenn die im Museum auf einem Sockel wie eine Statue steht? Wird sie dadurch mehr wert?", erklärt Initiatorin Kerstin Schulz.
Rollentausch
Im zweiten Teil des Kunst-Zyklus zeigt das Historische Museum in Hannover ab dem 9. September 2012 die Werke, die aus der der Auseinandersetzung mit dem Thema Sexarbeit und Kunst entstanden sind. Die vier Künstler hinterfragen den Status der Sexarbeiterin/des Künstlers, die Räumlichkeiten des Bordells/des Museums, die Rolle der Freier/der Museumsbesucher und die der Bordelltürsteher/Museumsaufsicht. Skulpturen, Medieninstallationen und textile Arbeiten werden gezeigt.
Geplant sind außerdem Führungen, Kinofilme, Podiumsdiskussionen und ein Flash-Mop, die sich alle mit dem Thema Intimität, Sexualität, Käuflichkeit, Kunst und Kommerz beschäftigen. Die Kunstaktion will Diskussionen in Gang setzen, die Arbeit der Sexarbeiterinnen und Künstler in einem anderen Licht zu sehen.
http://www.ndr.de/kultur/kunst_und_....achsen/strichcode101.html
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friederike
PlatinStern


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Die Parallele finde ich sehr interessant: in früheren Threads (in der Richtung: "... eine Arbeit wie andere auch?") haben wir schon diskutiert, dass Sexarbeit der künstlerischen Tätigkeit sehr nahe ist.
Auch der Künstler bringt ja sich selbst, seine Persönlichkeit ein. Wenn sein Werk erfolgreich ist, erfährt er eine sehr direkte Bestätigung seines Selbst, umgekehrt trifft eine Kritik ihn selbst in seinem Wesen. Sein Ich ist stets sein Kapitaleinsatz. Sein Einkommen ergibt sich nicht aus Tariftabellen, sondern aus einer sehr personenbezogenen Wertschätzung.
In der öffentlichen Diskussion gibt es ja die Meinung, Sexarbeit sei eben doch keine "Arbeit wie andere auch" - und das ist zugleich teilrichtig, denn Sexarbeit ist etwas anderes wie zum Beispiel Kassieren im Supermarkt, und zugleich einfach falsch, weil es eben "normale" Berufe gibt wie den des Künstlers, die einen ähnlichen Persönlichkeitseinsatz haben wie Sexarbeit.
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annainga 
PlatinStern


Ich bin...: SexarbeiterIn

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geht mir genauso @Friederike, ich finde die parallele auch interessant. einige künstler machen sich mit ihren höchstpersönlichen werken ebenso leicht angreifbar oder verletzlich wie sexarbeiter.
allerdings sind einrichtungen wie laufhäuser und fkk-clubs unvorstellbar bei künstlern. oder fehlt mir da gerade nur die vorstellungskraft?
der preis der leistungen ist nicht parallel zu sehen. bei einzeln arbeitenden künstlern ist die preisspanne zwischen billig und teuer sehr groß, in der sexarbeit ist diese preisspanne wesentlich kleiner. ich glaube man erfasst 95 % aller sexarbeiter in d, wenn man sagt eine leistung liegt zwischen 20 € und 500 €. bei künstlern ist das um ein vielfaches größer.
lieben gruß, annainga
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