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Poll :: Wie bewertet ihr das Modell "Laufhaus" als SW bzw. als Kunde?

positiv
47%
 47%  [ 21 ]
neutral
34%
 34%  [ 15 ]
negativ
18%
 18%  [ 8 ]
Stimmen insgesamt : 44


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 annainga annainga setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
PlatinStern
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2007-06-05, 01:37  Beitrag #1/87     Titel:  Modell "Laufhaus"  Nach untenNach oben

anlässlich der 15-jahrfeier von Madonna e.V. hatte ich gelegenheit bei einer führung durch das neu errichtete laufhaus bochum teilzunehmen. das neue gebäude, das im rotlichtviertel nahe der innenstadt von bochum liegt, ist so groß, dass es auf 2 stockwerken verteilt fast 50 zimmer gibt.

die zimmer sind ansprechend eingerichtet und verfügen über ein eigenes badezimmer und kleinen vorraum.

der vorraum ist verglast und verfügt nicht nur über eine eingangstür, sondern auch über ein fenster, durch das kontakt zu einem potentiellen kunden aufgenommen werden kann.

vorteil dieser fenster ist die räumliche abgrenzung zu den anderen damen und den männern, so dass man nicht bereits im vorfeld angefasst werden kann.

die männer müssen nicht wie in manch anderen laufhäusern eintritt bezahlen und können das haus rund um die uhr betreten. alkoholisierte oder agressive männer dürfen den eingang nicht passieren.

die arbeitszeiten legen die damen selbst fest, ich denke sie ergeben sich durch die kundenfrequenz. der service ist auch nicht festgelegt, allerdings gilt "safer sex" als ungeschriebenes gesetz genau wie die preise, die nicht unter 30 € liegen, obere grenze offen.

vorgeschrieben ist allerdings vor jedem kundenkontakt das bettlaken/handtuch im beisein des kunden zu wechseln, um den ruf des "sauberen hauses" zu sichern. dafür muss die dame jeweils 1 € bettengeld bezahlen. die mietpreise für das zimmer liegen pro tag bei 100 - 150 €, für langfristige buchungen für 4 wochen gibt es eine ermäßigung auf 80 € (preise ohne gewähr, bei interesse unter der tel.-nr. 0178 9 61 94 23 nachfragen).



Im Winkel in Bochum bildet zusammen mit der Gußstahlstraße das Rotlichtviertel Bochums. Die ortsübliche Bezeichnung für die Straße lautet „Gurke“, „Eierberg“ oder auch sehr derbe „Riemenwalzwerk“.

Die dortige Ansammlung von Bordellen ist im Stile eines Kontakthofes und mit Schaufenstern angelegt. Hier arbeiten je nach Tageszeit 50 bis 100 Prostituierte, die ihre Dienstleistungen ab 30 Euro aufwärts (Stand März 2007) anbieten. Im März 2007 wurde darüber hinaus ein Laufhaus eröffnet.

Die Sperrbezirksverordnung der Stadt Bochum vom 21. Januar 2003 begrenzt die Ausübung der Prostitution auf die Straße "Im Winkel". Am 31. Mai 2006 kritisierte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einer Entscheidung, dass einige Formulierungen die Grenzen des Sperrbezirks nicht exakt genug beschreiben.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Westpark Bochum und die Jahrhunderthalle auf dem Gelände des traditionsreichen Unternehmens Bochumer Verein. Der angrenzende Ortsteil heißt Stahlhausen.

Als Besonderheit kann die organische bauliche Struktur der Örtlichkeit bezeichnet werden, da durch mehrere Gassen und Plätze eine fast dörfliche Atmosphäre gegeben ist.
(wikipedia)



sehr offen hat der investor/betreiber uns sein etablissement gezeigt, auf das er stolz sein kann.

aber für mich warf sich auch die frage auf, ob durch die kaufhausatmoshäre die bewertung "dienstleistung" oder "ware frau" entstehen kann.

wie sind eure meinungen dazu?


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Verfasst: 2007-06-05, 01:37  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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 Marc of Frankfurt Marc of Frankfurt setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2007-06-05, 03:46  Beitrag #2/87     Titel:  Laufhäuser in Frankfurt am Main  Nach untenNach oben

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In Frankfurt/M haben wir zwei Rotlichtviertel (Bahnhofsviertel und Breitegasse neben einzelnen Clubs und Bordellen etc.) mit ca. 10 Laufhäusern d.h. ca. 2000 Zimmer/Arbeitsplätze (teilw. Doppelschicht möglich). Juristisch sind das Zimmervermietungen, wo ein Betreiber (Pächter) einen Hotelbetrieb führt und mit den Paragraphen für Prostitution/Zuhälterei nicht zu schaffen hat. Betreiber können auch schon mal Ausländer sein. Die Immobilienbesitzer jedoch sind fast nur Deutsche. Aber die Sexarbeiter sind zu über 80 % nicht Deutsche (Rassismus in der Prostitution). Partner der Sexarbeiter/Zuhälter werden nicht zugelassen, wenn sie beobachtet werden. Sonst gilt: Frauen und Minderjährige haben keinen Zutritt. Alle Flure sind videoüberwacht. Die Zimmer haben Alarmknöpfe an Tür und Bett. Fehlalarme auslösen kostet Strafgeld.

Image

F-Bahnhofsviertel bei nacht und bei tag


In den Freierforen kann man sich die Zimmerpläne und Qualitätsschwerpunkte der Häuser anschauen. Das sind 5 bis 6 stöckige umgebaute Altbauten aus der Jahrhundertwende, wo die Wohnungen verbunden sind und die Zimmer einzeln vermietet werden für 100 bis 145 Euro/Tag. Erste Miete Vorkasse, dann wird immer Nachts bezahlt. Rechnungsbeleg gibt es nicht überall. Die Mädels (Häuser mit Jungs gibts nicht - House of Boys nur in clandestinen und registrierten Wohnungen) stehen an den Zimmertüren und kobern die Kunden ab/min. 25 Euro/Nummer von 15 Minuten. Stundenpreis ca. 150 Euro kann/muß jedeR selbst aushandeln. Zimmertüren sind aus Stahl (Feuerschutzverordnung) und nur von innen zu öffnen. Alle Zimmer mit Wasseranschluß, nachdem die Stadt den Häusern Bestandsgarantie gegeben hat und die Inhaber in Renovierung und Ausstattung und Fassade investiert haben. Für Bettwäsche sind die Frauen selbst zuständig, obwohl manche Häuser Wäscheservice anbieten und so reicht die Investition in Verbrauchsmaterial seitens der Serviceanbieterinnen manchmal nur für ein Stück Zewa-Papier unter dem Popo und ein Gummi auf dem Penis.

Manche Häuser verlangen neben der Tagesmiete eine Kaution von 300 Euro und haben eine 7tägige Kündigungsfrist. Die Kaution kann angespart werden. Meine australische Kollegin, die hier einen Tag testweise gearbeitet hat, berichtete, daß solche "bonds" in ihrem Land verboten sind. Manche Wirtschafter verlangen eine Endreinigungspauschale von 50 Euro. Manche verlangen Kantinenbenutzung und verbieten Essen von Selbstmitgebrachtem im Zimmer etc.

Ca. 10.000 Männer strichen täglich durch die Häuser und Frauen brauchen keine eigene Werbung zu schalten. Ihre Werbung besteht darin den ganzen Tag im Türrahmen ihres Zimmers zu stehen und Männer zu kobern. Doch auch hier gibt es Frauen, die ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle fahren (Dominas, TS, Wandersexarbeiter, manche sind 40 Jahre einem Haus treu, hauptberuflich, nebenberuflich, jung, reifer...).

Erste Recherche im Internet und dann einfach vorbeikommen durch die Häuser gehen und mit den Wirtschaftern sprechen und innerhalb einer Stunde ist ein Arbeitsplatz gefunden (immer zu zweit als Zeuge sein beim mündlichen Vertragsabschluß). Personalausweis wird kopiert. EU-Einwohner dürfen als Selbstständige in der Prostitution arbeiten und müssen sich selbst beim Finanzamt anmelden (Beratungs-Broschüre zum Düsseldorfer Verfahren). Polizei und Sozialarbeiter besuchen regelmäßig/unregelmäßig die Prostituierten und nicht gerade selten gibt es eine Groß-Razzia.





Querverweise:
Frankfurter Modell?

Eine genaue Verdienstkalkulation findet sich hier:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39273#39273 (SW-only)
und hier:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35622#35622

Pläne der Häuser und Arbeitszimmer:
http://www.ffm-forum.com (Freierforum)

Tanjas Bericht (Mai 2010):
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=81220#81220





Sicherheitstipps Laufhaus 006.gif

http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=81955#81955





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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2007-06-05, 10:06  Beitrag #3/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Ich bewerte Laufhäuser neutral, schließe es aber für mich vollkommen aus dort jemals zu arbeiten.
Meine Gründe dafür sind... ich möchte nicht als "Henne in einer Legebatterie(Männerabfertigung) arbeiten. Kolleginnen, die mir berichtet haben wie es dort unter den Frauen zugeht haben meinen Eindruck verstärkt!
In Laufhäusern gibt es 50 - 60 Frauen unterschiedlichster Nationen und Herkunft, die auf engem Raum um Kundschaft "buhlen". Da kommt es oft zu Streitigkeiten und Stutenbissigkeiten.
Das ist nicht meine Welt.... so kann und will ich persönlich nicht arbeiten!
Aber es gibt sicherlich auch Frauen, die sich dort wohlfühlen und gutes Geld verdienen......
Jeder sollte sich seinen Arbeitsplatz aussuchen können....
Liebe Grüße
die Zicke


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BeitragVerfasst: 2007-06-05, 11:37  Beitrag #4/87     Titel:  Wie bewerte ich Laufhäuser?  Nach untenNach oben

Für mich war der Besuch des Bochhumer Laufhauses ein besonderes Erlebnis (Danke den Damen von Madonna für die spontane Idee und die Vorstellung!) - Ich habe zum ersten Mal in meinem bisherigen Leben ein "Laufhaus" betreten. Für mich absolut überraschend: Die Helligkeit und auch die Sauberkeit, die aber nichts mit "klinisch sauber" zu tun hatte. Einfach ein Ort, zum Wohlfühlen. Zumindest in diesem Haus wird auch auf das Wohl der anwesenden Frauen geachtet, gewann ich den Eindruck. Friseur, Massage usw. sind angedacht bzw. schon eingeführt. Auch die Zimmer (wir durften mehrere besichtigen) sind absolut weit über dem Durchschnitt: Sowohl von Größe als auch von Einrichtung her durchaus herzeigbar. Die sanitären Einrichtungen "nicht billig".

Das natürlich die Arbeit in einem Laufhaus die von Tanja angesprochenen Probleme mit sich bringen können, halte ich für durchaus möglich. Eigentlich sogar durchaus wahrscheinlich. Wie aber auch am Straßenstrich in manchen Gegenden. Ein "zu Nahe", bedingt durch Sperrbezirke, bringt sicherlich zusätzlichen Druck - welcher weder zum Vorteil der Mädchen, aber sicherlich auch nicht der Freier, gereicht.

Ob ich als Kunde? Nun ja, seit geraumer Zeit hat sich ja das Thema Kunde für mich erledigt, also kann ich nur von meiner Vergangenheit schließen. Ich habe auch "normale Bordelle" bzw. Studios immer abgelehnt. Wenn es zwischen mir und Sexarbeiterinnen zu Kontakten gekommen ist, dann immer auf dem Wege des "Hausbesuchs". Von dieser Warte her ist hier das "Laufhaus" noch eine Verschärfung der, für mich, störenden Nebengeräusche. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich diese Einrichtungen ablehne - sie kommen für mich nur nicht in Frage.

LG

Christian


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 annainga annainga setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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BeitragVerfasst: 2007-06-06, 01:31  Beitrag #5/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Tanja_Regensburg hat folgendes geschrieben:
Da kommt es oft zu Streitigkeiten und Stutenbissigkeiten.


diese unschönen dinge können auch in privatwohnungen auftreten, wenn sich 4 - 6 damen einen kleinen aufenthaltsraum teilen müssen, oder in clubs und bars.....
überall dort, wo konkurrenzdenken soweit geht, dass mobbingsituationen auftreten.

was ich damit sagen will, es ist keine ausschließlich in laufhäusern auftretende problematik.

die räumlichen gegebenheiten in dem laufhaus, das ich besichtigen durfte, dürften es zumindest nicht begünstigen.

liebe grüße von annainga


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 JennyHN JennyHN setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2007-06-08, 19:46  Beitrag #6/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Es ist schon einige Zeit her, da habe ich das mal ausprobieren wollen. Ich hatte noch nie auf Miete gearbeitet und schon garnicht in so einem Haus.
Es war ein ziemlich altes, herunter gekommenes Gebäude mit ebensolchen Frauen. Damals schob man im Laufhaus noch Falle - nur das "Wie" wollte mir keiner zeigen... Auch alles Andere behielt jede Frau für sich; keine Tips; keine Hilfe; kein nettes Wort; keine Freundlichkeit.

Ich hob mich dort ab; war außergewöhnlich in dem Haus, weil ich es eben NICHT konnte; weil ich freundlich war; weil ich die Gäste Gäste nannte - und nicht Freier; weil ich sie vor dem Sex zum Waschen bat; weil ich die Zeit einhielt; weil ich Appartment-Service gewohnt war....

Es hatte sich schnell herumgesprochen, daß ich zuverlässig war; auch im Haus. Ich zahlte pünktlich Miete und hielt mich an Anwesenheitsvorgaben.

Nach einer Woche wollten mich die Frauen wahlweise rausprügeln - oder ich sollte freiwillig ganz schnell verduften.

Ganz klar - die Gepflogenheiten im Laufhaus sind nichts für mich. Die Gäste dort erwarten auch garnicht, eine Frau wie mich anzutreffen.
Ich denke, jede Arbeits-Weise hat ihre Frauen und ihre Gäste. Jeder sollte herausfinden, wo sein dem Charakter angemessener Platz ist - dann bekommt man auch, was man sucht.

ICH werde ein solches Haus nicht mehr betreten....
Liebe Grüße, Jenny


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 kaktus
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Ich bin...: Interessierter Außenstehender
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BeitragVerfasst: 2007-06-09, 00:34  Beitrag #7/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Mein erster Besuch in einem Laufhaus war wirklich lustig oder traurig.
Ich war früher öfters dienstlich in München.
(ich habe gerade nachgerechnet 010.gif es sind schon wirklich 30 Jahre, seit diesen Besuch, vergangen).
Ich bin am Abend in der Nähe des Frankfurter Ring spazieren gegangen und zu einer aufgelassenen Industrieanlage gekommen. Da stand ein altes Bürohaus wo in einigen Fenstern rote Lampen leuchteten. Kein Schild, kein Hinweis, nichts außer rotes Licht. Die Tür stand einladend offen und ich wurde wie eine Motte vom Licht angezogen. Ein langer Gang, viele Türen- alle zu, leer! 1. Stock- langer Gang, viele Türen, alle zu! 2.Stock (Etage) -langer Gang, viele Türen und am Ende eine OFFEN. Ein bezauberndes Mädchen sagte "Gö, mi host gsuacht"
---Es wurde eine schöne Stunde----
Ein Laufhaus mit drei Ebenen und ein Mädchen.
Ich mußte ca. 2 - 3 mal im Jahr nach München und habe sie immer besucht(ich brachte Ihr immer gelbe Rosen mit roten Rand mit- die liebte sie). Als ich einmal wieder gekommen bin war das Ganze dem Erdboden gleich gemacht. Abgebrochen, niedergewalzt, aus und vorbei.---Ich habe die gelben Rosen mit roten Rand auf einen Erdhügel gelegt.


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 JayR
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Ich bin...: Kunde
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BeitragVerfasst: 2007-06-09, 01:14  Beitrag #8/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Das gibt so’ne und solche Laufhäuser. Dreckig, heruntergekommen, aber bitte bewertet die Frauen nicht so. Auch eine Frau aus Afrika oder Haiti hat ein Recht darauf ordentlich behandelt zu werden. Zumindest von den Kunden. Kann sein, dass sie von weniger angenehmen Typen abhängig ist.

Dann gibt es Laufhäuser, bei äusserlich in Ordnung sind. Aber wenn man den Frauen in die Augen schaut, sieht man, dass irgendwas nicht stimmt.

Dann wieder gibt es Laufhäuser, die äusserlich genauso in Ordnung sind und die Atmosphäre auch angenehm ist weil sie gut geführt werden. Ob dann Routinesex ausgeübt wird oder man wirklich eine engagierte Frau trifft, findet man erst raus, wenn man’s ausprobiert.

Für mich sind Laufhäuser gut für eine spontane halbe Stunde. Und ich mag das Spiel durch das Laufhaus zu gehen, angemacht zu werden oder eben nicht… dann bei einer Frau stehenzubleiben… dann das Spiel um die Preise… hier ist es gut die örtlichen Gepflogenheiten zu kennen oder man fällt auf die Nase bis man’s lernt… und wenn man Glück hat wird’s richtig gut.

Der grösste Nachteil ist, dass man hinterher keine Möglichkeit hat, sich zu bedanken per Mail, SMS oder Gästebuch.


 Geschlecht*:Männlich  Offline
 annainga annainga setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2007-06-18, 17:10  Beitrag #9/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

leider muss ich meine ansichten über das laufhaus bochum revidieren. ich habe dort für einige tage gearbeitet. ich wollte ursprünglich eine woche bleiben, um mir ein bild machen zu können, allerdings sind die arbeitsumstände dort so schlecht, dass ich bereits vorher abreiste.

ich werde einen erfahrungsbericht schreiben, wollte aber vorher schnell diesen beitrag schreiben, um sexarbeiter davon abzuhalten dort zu arbeiten.

ich bin sehr enttäuscht.

liebe grüße von annainga


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 Morpheus
ModeratorIn
ModeratorIn





Ich bin...: ohne Angabe
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BeitragVerfasst: 2007-06-23, 02:07  Beitrag #10/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

annainga hat folgendes geschrieben:
l
ich werde einen erfahrungsbericht schreiben, wollte aber vorher schnell diesen beitrag schreiben, um sexarbeiter davon abzuhalten dort zu arbeiten.


Hallo Annainga!

Ich bin schon sehr gespannt auf deinen Erfahrungsbericht über das Laufhaus.

LG

Morpheus


 Geschlecht*:Männlich  Offline
 StauneBaer
Silberstern
Silberstern





Ich bin...: Kunde
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BeitragVerfasst: 2007-06-23, 12:00  Beitrag #11/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Für mich ist seit einem Besuch in der Mannheimer Luppinenstraße (Laufstrasse) das Thema Laufhaus durch. Mal abgesehen von den dort fehlenden Duschmöglichkeiten ist vor allem die schnelle Kontaktanbahnung nichts für mich.

Gruß SB


 Geschlecht*:Männlich  Offline
 annainga annainga setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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Ich bin...: SexarbeiterIn
germany.gif
BeitragVerfasst: 2007-06-23, 20:56  Beitrag #12/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

mein erlebnisbericht ist sehr lange ausgefallen und sehr emotional gefärbt, deswegen will ich ihn erst noch ein wenig objektiver umschreiben.

ich freue mich über euer interesse!

liebe grüße von annainga


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
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Ich bin...: Engagierte(r) Außenstehende(r)
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BeitragVerfasst: 2007-06-23, 21:50  Beitrag #13/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Wir werden uns in Geduld üben...... ich bin schon gespannt, was Du uns berichten wirst

Liebe Grüße

Christian


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 annainga annainga setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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Ich bin...: SexarbeiterIn
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BeitragVerfasst: 2007-06-26, 22:16  Beitrag #14/87     Titel:  LAUFHAUS BOCHUM  Nach untenNach oben

Um ca. 18 Uhr komme ich in beim Laufhaus Bochum an. Betreiber A. ist anwesend und nimmt meine Personalien auf. Vor 2 Wochen war ich bereits einmal hier, im Rahmen der 15-Jahr-Feier von Madonna (www.madonna-ev.de). Weiter oben habe ich euch bereits von meinem 1. Eindruck erzählt.

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum fragt mich: "Bist du privat hier oder von Madonna?" "Nein, ich bin nicht von Madonna, ich will hier arbeiten, ich bin zum Geldverdienen hier und will einen Bericht ins Sexworker-Forum stellen," antworte ich. "Aha" sagt er desinteressiert. Meine positiven Eindrücke bei der Führung vom Laufhaus Bochum will ich gerne bestätigt sehen. Es wäre mir lieber gewesen als diesen Erfahrungsbericht zu schreiben, in dem ich meine ursprüngliche Meinung revidiere.

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum fordert zuerst 300,-€ Kaution. Das wusste ich bereits im Vorfeld. Er erzählt mir, während er meinen Ausweis kopiert und den Vertrag ausfüllt,

dass er bei seinen Landsmänninnen schon mal eine Ausnahme macht, die dürften die Kaution bei ihm abarbeiten.

Nachdem ich die Kaution bezahlt habe, will Betreiber A. vom Laufhaus Bochum die Miete für den ersten Tag. Ich frage, ob ich vollständig zahlen muss, schließlich ist es schon 18 Uhr, und die 99,- € sind der Preis für 24 Stunden. Ja, ich muss und dann bitte noch die 10,- € für das Frühstück.

Das Frühstück und alles andere Essen muss direkt neben dem Eingang eingenommen werden. Dort stehen 3 kleine Tische mit Stühlen.
Jeder Kunde, der das Haus betritt, kommt hier vorbei.

Das heißt, keine Intimsphäre während des Essens. Es ist verboten, anderswo im Haus zu essen. Genauso ist es verboten, den Zimmerschlüssel außer Haus zu nehmen, obwohl die Schränke nicht absperrbar sind und kein Tresor zur Aufbewahrung von Wertgegenständen oder Geld vorhanden ist.

Ich frage nach, wie denn der Lauf sei, und Betreiber A. vom Laufhaus Bochum erklärt mir hochzufrieden und stolz, wie unglaublich gut seine Zahlen seien, die Belegung des Hauses sei sehr gut, weit mehr als er erwartet habe. Hört sich gut an, ich hoffe, nicht nur die Zimmerbelegung ist gut, sondern auch der Kundenlauf!

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum zeigt mir mein Zimmer und die Raumpflegerin gibt mir Handtücher und Laken. Laken ist sehr nobel ausgedrückt für die 1x2 m- Tücher aus 100 %-igem Polyester. Wie fühlt sich das denn für meinen frischgeduschten Gast an?

Später erfahre ich, dass Duschen des Gastes wegen des hohen Handtuch- und Wasserverbrauches nicht erwünscht sei.

Handtücher bekomme ich nicht nach Bedarf, sondern abgezählt. Auf meine Nachfrage, wenn ich denn mehr bräuchte, Achselzucken der Raumpflegerin, und die Aussage, Handtücher gäbe es nur donnerstags.

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum zeigt mir mein Zimmer und fragt, ob ich den Fernseher brauche, das wären dann noch mal 3,- € pro Tag. Verwundert sage ich nein, ich schaue eh kein TV. Auf dem Weg nach draußen deutet er auf die Lampe im Vorzimmer: "Und das Licht kostet 1,- € pro Tag. Willst du die haben? Sonst nehme ich sie ab." Die Lampe ist nur mit Clip-Halterungen angebracht und kann mit einem Handgriff entfernt werden "Wie bitte? Licht kostet auch extra?"
Langsam reichts mir. "Ja, ok, die Lampe will ich bitte schon." Zur objektiven Darstellung will ich anmerken, dass es im Vorzimmer, in dem man sich präsentiert sehr wohl Halogendeckenlampen gibt, die für eine ausreichend Beleuchtung sorgen. Als ich das feststelle, lasse ich das andere kostenpflichtige Licht entfernen.

Gestylt setze ich mich in den "Wintergarten", naja, in die "Auslage" und warte ab.

Nach kurzer Zeit habe ich den 1.Kunden. Meine Laune hebt sich und wir einigen uns auf 80,- € (Im Laufhaus fangen die Preise bei 30 € an, gearbeitet wird mit Schutz). Er macht mir einige sehr nette Komplimente und die Welt ist für mich wieder in Ordnung. Während er duscht, nehme ich ein "Bettlaken" und stelle fest, dass es unangenehm riecht. Mein Gast fragt nach einem frischen Handtuch und ich antworte, nimm dir irgendeines, sind alle frisch, du bist der Erste hier. Er ruft zurück, die wären alle schmutzig. Das darf doch nicht wahr sein, denke ich als ich die Handtücher inspiziere.

Alle verfleckt, benutzt und wieder zusammengefaltet.

Ich biete meinem Gast meinen eigenen Bademantel an, den benutzen wir auch als Unterlage für meinen Liebesdienst. Danach gehe ich mit der Wäsche zu der Raumpflegerin und verlange frische Wäsche. Die Raumpflegerin verweigert es. Eine andere Dame, die hinter der Theke arbeitet, bekommt das mit und bringt mir später frische Wäsche.

Ich setze mich wieder auf den Barhocker in mein Schaufenster. Ein bisschen Urlaubsstimmung kommt in mir hoch. Die mediterrane, gepflegte Ausstattung, der überdachte Innenhof mit Sand und Liegestühlen, die Bar mit der Musik, braungebrannte, sehr junge, sehr hübsche, sehr nette Mädchen in Bikinis, Palmen, überwiegend ausländische Mitbürger ….. ich komme mir vor wie im Urlaub in der Türkei.

Es ist sehr viel Betrieb im Laufhaus Bochum. Ich schätze, dass an diesem Abend bis 2 Uhr ca. 200 bis 300 Männer an mir vorbei gehen. Es bleibt bei einem Kunden in der Zeit von 19 Uhr bis 2 Uhr. Bei den anderen Damen sieht es nicht besser aus. Meine Urlaubsstimmung ist völlig verflogen, denn je später es wird, umso unverschämter werden die Gäste.

Ein Mann steht stundenlang ein paar Meter vor meinem Fenster und starrt mich ununterbrochen an. Es kommen junge ausländische Mitbürger (18 - 22 Jahre alt) in Gruppen von 5 bis 10 Personen, lachen lauthals, ziehen ihre Runden, mehrere Male laufen sie an allen Mädchen vorbei.
Asiatische Geschäftsmänner in Anzug und Krawatte, mit Handy am Ohr und Aktentasche grinsen mich strahlend an, in jeder der vielen Runden, die sie drehen.
Dann gibt es noch die Sorte Kunden: Trainingsanzug, Schlappen, Plastiktüte in einer Hand. Ob da wohl das Feierabendbier drin ist?

Die Männer erscheinen mir wie oberflächliche Jugendliche, unentschlossene Sextouristen, notgeile Sexvoyeure, gelangweilte Arbeitslose, Abwechslung suchende Obdachlose, Schaulustige, überwiegend anderer Nation angehörend. Sie drehen ihre Runden so oft, dass ich mich frage, ob denen nicht schwindelig wird? Für mich ist das eine groteske, ungewohnte Situation.

Ich gehe zum Betreiber A. vom Laufhaus Bochum und frage nach, ob das immer so sei. Männer ohne Ende, aber keine Kunden. Ich sage, dass ich sicher keine Woche bliebe, wenn ich jeden Tag nur Kosten hätte.

Ich habe einen Mietzettel für eine Woche unterschrieben. Erst als ich laut werde, ist Betreiber A. vom Laufhaus Bochum bereit, mich eher gehen zu lassen.
Gereizt gibt mir Betreiber A. vom Laufhaus Bochum zu verstehen, alle Frauen seien zufrieden außer mir.

Ein einziges Mal vor langer Zeit habe sich ein Mädchen beschwert, dass sie nichts verdiene. Er habe sich daraufhin die aufgezeichneten Videos der kontrollierten Gänge angesehen und festgestellt, dass Kunden bei dem Mädchen geblieben wären. Bei der Abfalleimer-Kontrolle habe er benutzte Kondome bei dem Mädchen gefunden.
Mich konnte das nicht beruhigen, da ich gehört habe, dass Mädchen bei ihm Schulden hätten.
Ich spreche ihn darauf an.

Der Betreiber leugnet, dass die Mädchen Schulden bei ihm hätten. "Siehst du eine einzige Zettel mit Schulden?" Er setzt noch dazu: "Mit keine Mädchen habe ich Problem, nur mit dir habe ich welche."

Etwas betroffen gehe ich, aber als ich diese Aussage am Abend vor den Anderen wiederhole, ein Auflachen von einigen Damen (wir sitzen zu 5 Frauen am "Esstisch" in der Eingangshalle).

Im Laufe des Gesprächs kommen von zwei Mädchen Aussagen, die ich so verstehe, dass sie Schulden bei Betreiber A. hätten.
Sie könnten folgendermaßen zustande kommen:
Könnte ein Mädchen die Kaution nicht zahlen, dürfte sie die Kaution abarbeiten. Da pro Tag außerdem noch zwischen 109 – 149 € Zimmermiete und Nebenkosten anfielen, könnten sich sehr schnell hohe Schulden auftürmen, wenn nichts los wäre. Hätte sich ein Mädchen beispielsweise vertraglich für 4 Wochen verpflichtet und wäre eine zeitlang krank, hätte sie keine Möglichkeit aus der Schuldenfalle herauszukommen.

Möglicherweise wäre das Gesetz auf der Seite des Vermieters, aber ganz bewusst könnte man die Wissenslücken und Sprachschwierigkeiten der Mädchen ausnutzen.

Das Ganze wäre nicht so schlimm, wäre genug Kundschaft vorhanden und man hätte die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Da wäre Betreiber A. vom Laufhaus Bochum gefragt! Er müsste sich soweit um Werbung bemühen, dass die dort arbeitenden Damen genug Kunden haben. Die schaulustigen Männer könnte man mit einem kleinen Eintrittsgeld reduzieren. In einigen anderen Laufhäusern wird so das Problem der sogenannten "Hummelsäcke" gelöst. Möglicherweise fehlt Betreiber A. die Erfahrung, denn er verdient an der Zimmermiete. Ob Männer kommen oder gehen ist bei ihm finanziell gesehen neutral.

Auf lange Sicht gesehen, ist es allerdings wichtig, dass die Frauen gute Kundschaft haben und gut verdienen, damit sie sich wieder im Laufhaus Bochum einmieten und dieses Geschäftsmodell ein Erfolg werden kann.

Meines Wissens wird für das Laufhaus Bochum keine Werbung geschaltet.

Der nächste Tag ist genauso zäh. Unzählbare Männermassen strömen an unseren Schaukästen vorbei, vereinzelt gehen Männer mit aufs Zimmer. Die Stimmung unter den Frauen ist gereizt. Und dann kommt so eine neugierige Person wie ich. Ich bleibe bei vielen Damen stehen und frage freundlich nach verschiedenen Dingen, schließlich ist das Laufhaus Bochum das erste Etablissement dieser Art in dem ich arbeite. Ich gehe davon aus, dass eine neue Frau skeptisch aufgenommen wird und bin deswegen überrascht, wie freundlich und nett viele Mädchen auf meine Fragen antworten.

Ich bekomme viele Probleme mit, einige Episoden, die mich zum Nachdenken bringen und für mich die Frage aufwerfen, ob das Laufhaus zuhälter-und drogenfrei ist.

Um 2 Uhr mache ich Schluss. Ich habe Rückenschmerzen vom vielen Sitzen auf dem Barhocker, meine Gesichtsmuskeln sind vom falschen Grinsen verspannt, ich denke zuviel über die Probleme der Frauen hier nach.

Ich setze mich nach unten an den "Essplatz" und Treffpunkt. Dort unterhalte ich mich mit mehreren Mädchen über die Situation im Laufhaus Bochum. Ich halte mit meinem Ärger über die Zustände nicht zurück, auch die anderen Mädchen erzählen über Missstände. Ein Mädchen erzählt, sie habe sich mit einem Kunden auf 30 € geeinigt. Der Kunde und das Mädchen wären ausgekleidet und er habe sie bereits angefasst. Der Kunde möchte sein Geld zurück, weil er meinte, dass es in dem Zimmer nach Hund röche. Dass das Mädchen einen Hund mit im Zimmer habe, hätte der Kunde gewusst. Trotzdem wolle er vom Vertrag zurücktreten und fordere sein Geld zurück. Dazu wäre das Mädchen nicht bereit (laut Prostitutions-Gesetzes korrekt). Betreiber A. vom Laufhaus Bochum wolle keinen Ärger mit dem Kunden, der mit der Polizei drohe und verlange, dass das Mädchen dem Kunden seinen Lohn zurückgäbe.

Dies verweigerte sie und daraufhin gäbe Betreiber A. dem Kunden 30 € zurück. Zu dem Mädchen sagte er, dass er das Geld bei der Auszahlung der Kaution verrechnen wolle. Dazu hätte er kein Recht, das wären "Zuhälter-Manieren", keineswegs stünde ihm dieses Verhalten als Vermieter zu.

Unser Gespräch nimmt ein Ende als Sexarbeiterin L. dazu kommt. Sie ist so wie ich um die 40 Jahre alt ("mit 18 Jahren habe ich angefangen mit Prostitution, eigentlich, um den Führerschein zu machen, naja, den habe ich bis heute nicht"). Das Rotlichtmilieu "Eierberg" verteidigt sie mit Vehemenz und Leidenschaft.

Es kommt zu einem Gespräch über unsere unterschiedlichen Arbeitsweisen. In unserem Gespräch meint sie im Laufhaus Bochum arbeiteten die Frauen mehr mit ihrem Körper als Frauen wie ich, die Hausbesuche machten und eher auch einen persönlichen Kontakt zuließen.

Wir reden inzwischen allein weiter, die jungen Mädchen um uns herum sagen nichts mehr. Anscheinend ist L. aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrung tonangebend.

Ich höre heraus, dass ihr einiges an dem Geschäftsverhalten des Betreibers A. vom Laufhaus Bochum, den sie schon jahrelang kennt, nicht gefällt. Sein größtes Problem sähe sie darin, dass er nicht bereit sei, Erfahrungen und Kritik anzunehmen. Er lasse sich nichts sagen, ginge einfach seinen Weg ohne nach rechts und links zu sehen.

Sie zählt hier zu den wenigen Frauen, die erfahren sind. Überwiegend arbeiten hier junge, unerfahrene Mädchen, der Betreiber vom Laufhaus Bochum ist milieuunerfahren. Diese Punkte können zu einem fehlenden Zusammenhalt führen und das Modell Laufhaus Bochum in Frage stellen.

Die Runde löst sich auf, weil einige Damen noch arbeiten wollen, um wenigstens die Zimmermiete einzunehmen.

Am nächsten Morgen reise ich ab.

In meinem Beisein wird mein Zimmer hochpeinlich gründlich untersucht. Während R. das Zimmer inspiziert, leert die Raumpflegerin meinen Wäschekorb. Die Handtücher, die ihr sauber erscheinen, nimmt sie heraus, an einigen Handtüchern riecht sie und faltet sie dann zusammen. Ich mag mir nicht vorstellen, dass die Handtücher dann wieder als frische ausgegeben werden, aber für eine andere Interpretation gibt es keinen Spielraum.

Ich hatte nicht die berechtigte Angst, dass mich jemand falsch, unkorrekt oder gewalttätig behandeln könnte. Ich hatte keinen konkreten Anlass, mich in dem Laufhaus Bochum nicht in Sicherheit zu fühlen, wenngleich es nicht die üblichen Alarmknöpfe auf dem Zimmer gibt. Zudem war die Telefonanlage stellenweise ausgefallen.

Das Laufhaus Bochum ist als Räumlichkeit herausragend schön, man fühlt sich gleich wohl, wenn man es betritt. Es wäre grandios, könnte es auch eine Möglichkeit werden, dass Sexarbeiterinnen dort entspannt und erfolgreich arbeiten.

liebe Grüße von annainga


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BeitragVerfasst: 2007-06-27, 00:19  Beitrag #15/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

liebe annainga, es tut mir leid, dass deine Erfahrungen in Bochum nicht positiver verlaufen sind!
Die von dir beschriebene Arbeitsweise dort ist inakzeptabel und ich hoffe dass du Madonna darüber informiert hast!
Es kann nicht sein, dass man dort quasi zum Schulden machen gezwungen wird, weil wenn man nichts verdient eine vorzeitige Abreise nicht möglich erscheint! Für mich grenzt das hart an Zwang!
Tanja, die froh ist, dass du so taff warst abzureisen!


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BeitragVerfasst: 2007-06-27, 08:36  Beitrag #16/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

danke für deinen bericht...
vielleicht hilft er frauen diese erfahrung nicht machen zu müssen.


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BeitragVerfasst: 2007-06-27, 08:46  Beitrag #17/87     Titel:  LAUFHAUS BOCHUM  Nach untenNach oben

Der Bericht ist beeindruckend und weicht doch sehr stark vom ersten Eindruck, den wir anlässlich unseres Besuches bekommen haben ab. Ich hoffe, dass auch der Betreiber des Laufhauses sich dazu Gedanken macht. Ich denke, dass es eigentlich schade ist, wenn das Haus nicht "funktioniert" - Da ist sehr viel Geld und Arbeit investiert worden und die Voraussetzungen sind vorhanden. Die Dinge die von annainga kritisiert worden sind, sind eigentlich relativ leicht verbesserbar.

@annainga - denkst Du, dass man sich mit dem Betreiber zusammen setzen könnte, um Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten? Ist natürlich ein kühnes Projekt, aber ich denke das dies richtungsweisend sein könnte. Wir sehen uns etwas (durchaus kritisch) an - und helfen dem Betreiber die Situation der Sexarbeit ein wenig besser zu verstehen. Im Gegenzug helfen wir mit ein wenig "Werbung" und unserer Empfehlung....

Christian


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BeitragVerfasst: 2007-06-27, 08:51  Beitrag #18/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

@zwerg diesen lösungsansatz finde ich sehr interessant! Es würde mich interessieren, ob er auch erfolgreich ist.

harald


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BeitragVerfasst: 2007-06-27, 09:01  Beitrag #19/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

@harald - ich versuche gerade telefonisch ein wenig nachzufragen... - auf alle Fälle würde ich hier auch gerne Madonna einbeziehen (die Frauen von Madonna e.V.) arbeiten vor Ort. Vielleicht gelingt hier eine Zusammenarbeit...

Unsere Stärke sind (unter Anderem) die Suchbegriffe, unter welchen wir im Internet gefunden werden:
Beispiel: http://www.google.at/search?hl=de&a....nG=Google-Suche&meta=
Bei 38000 Ergebnissen an 3.Stelle....

Da kommt Niemand dran vorbei - ein Argument, welches sicherlich auch dem Betreiber des Laufhauses Bochum nicht verborgen bleiben wird.

Ich bin ja dieses Wochenende in Deutschland und werde auch annainga treffen - mal schaun....

Liebe Grüße

Christian


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BeitragVerfasst: 2007-06-27, 10:20  Beitrag #20/87     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Ich musste den Bericht von annainga 2x lesen. Ist schon interessant, unter welchen Bedingungen manchmal so gearbeitet werden muß. Darüber macht man sich als Kunde eher wenig Gedanken.

Aber gut sowas mal zu lesen.

Gruß SB


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