Anlaufstellen Sexarbeit

Welche Anlaufstellen für die Bedürfnisse von Sexworkern gibt es?
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certik
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Anlaufstellen Sexarbeit

#1

Beitrag von certik »

Beratungsstellen, Hilfe- und Selbsthilfegruppen für Huren in Deutschland, alphabetisch nach Ortsnamen sortiert.
Bitte die Liste ergänzen, es gibt sicherlich noch etliche Adressen mehr.
Weiss jemand z. B. was mit der Stuttgarter Selbsthilfegruppe Rosamunde ist?

LG certik
Zuletzt geändert von certik am 01.04.2011, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
* bleibt gesund und übersteht die Zeit der Einschränkungen *

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Marc of Frankfurt
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Anlaufstellen Sexarbeit

#2

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Beratungsstellen in Deutschland

Sexarbeit
Migration
Frauenhandel
Gesundheit

Stand: Juli 2008
TAMPEP



41 Stadtgesundheitsämter
48 Beratungsstellen für geschätzte 200.000-400.000 Sexworker
87 Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel für weniger als 700 Opfer pro Jahr !!!



Beratungsstellen sortiert nach Art des Trägers:
31 Konfessionell/religiös (Christliche Kirchen) oder
12 Hurenbewegung (unabhängige Selbstorganisation)
s.u. Posting #51:
:007 www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=91434#91434 :007
Dateianhänge
Anlaufstellen Sexwork 2 - Gesundheitsämter.png
Anlaufstellen Sexwork 1 - NGOs.png
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Schweiz

#3

Beitrag von nina777 »

Beratungsstelle für SW in der Schweiz -Basel

http://www.aliena.ch/

Chancengleichheitspreis für Aliena

Die Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe, Aliena, erhält den Chancengleichheitspreis beider Basel. Aliena setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen im Sexgewerbe ein, berät die Frauen in rechtlichen Fragen und unterstützt sie in Krisensituationen. Der Chancengleichheitspreis ist mit 20'000 Franken dotiert

Die Beratungsstelle Aliena befindet sich im Herzen des Kleinbasler Rotlichtmilieus an der Webergasse. Sie existiert seit sieben Jahren und steht allen Frauen offen, die im Sexgewerbe arbeiten. Finanziert wird die Beratungsstelle von Compagna Basel-Stadt, ehemals "Verein Freundinnen junger Mädchen".

Aliena will die psychosoziale Situation von Frauen im Sexgewerbe verbessern und die Frauen unterstützen, selbstbestimmt arbeiten zu können. Wer zu Aliena geht, erhält ein umfassendes Angebot: Die Mitarbeiterinnen beraten in rechtlichen und allgemeinen Lebensfragen, machen Mut zur Selbsthilfe, helfen aktiv und rasch in Krisen, begleiten die Frauen zu Behörden, leisten Übersetzungsdienste, vermitteln Fachpersonen oder informieren in Gesundheitsfragen. Aliena bietet auch einen Mittagstisch und Deutschkurse an.

1130 Beratungen im letzten Jahr

Ein weiterer Schwerpunkt von Aliena ist es, die Realität von Frauen im Sexgewerbe in Vorträgen, Medienbeiträgen oder in Podiumsdiskussionen zu thematisieren. Aliena arbeitet mit Fachstellen, Behörden und Organisationen wie der FrauenOase, der Aids-Hilfe beider Basel und der Mitternachtsmission zusammen, die ebenfalls im Milieu engagiert, jedoch unterschiedlich spezialisiert sind. Rund 1'130 Frauen nutzten 2007 den Treffpunkt. Dank Aliena gelang im letzten Jahr 30 Frauen der Ausstieg aus dem Gewerbe.

«Die Regierungen beider Basel anerkennen die Leistungen von Aliena für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen im Sexgewerbe», heisst es in der Medienmitteilung der beiden Kantonsregierungen. Mit dem Chancengleichheitspreis würdigen sie den Einsatz von Aliena, sich gegen Diskriminierung, Ausbeutung und Ausgrenzung von Sexarbeiterinnen einzusetzen und deren Situation zu verbessern. Die Auszeichnung von Aliena ergänzt die "Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel" und verstärkt die Anstrengungen, das Geschäft mit Prostitution und Frauenhandel öffentlich zu thematisieren.

Der Chancengleichheitspreis 2008 wird verliehen am Mittwoch, 12. November, 17.30 Uhr im Literaturhaus Basel.

http://www.bazonline.ch/basel/region/Ch ... y/19704243

viewtopic.php?p=45373#45373

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Kartenmaterial

#4

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Landkarte der Beratungsstellen

hier: NRW



http://www.koopKoMa.de/DOKUMENTE/landkarte.jpg
koopKoMa
Kooperation Kober, SkF Dortmund und Madonna e.V., Bochum.



Bild

Großstädte in Deutschland



Anlaufstellen weltweit

http://www.empowerFoundation.org/meeting.html

http://www.SWANnet.org/files/swannet/Fi ... ap_eng.pdf
Sex Worker rights Advocacy Network





Querverweise:

International: Karten:
viewtopic.php?p=18380#18380

Lokal: Sperrbezirke:
viewtopic.php?t=3270





.

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#5

Beitrag von ex-oberelfe »

Wow, das beeindruckt mich doch sehr und es scheint, als ob die Schweiz einen grossen Schritt weiter ist.
Bei uns dürfen sich ja sämtliche Beratungsstellen offiziell nur mit dem "Ausstieg" - allein das Wort ist schon diskriminierend - beschäftigen.
<i>::: Jasmin war SexarbeiterIn, später BetreiberIn und bis Ende 2010 für das Sexworker Forum mit besonderen Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit tätig :::</i>

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Bundesverband CH

#6

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Schweiz

SW-Dachverband ProKoRe



Neue Homepage mit Links zu allen lokalen Anlaufstellen:

www.proKoRe.ch



_______________





Frankfurt


Bild

www.donaCarmen.de

Nachfolgeorganisation von HWG (1984-99)
http://de.wikipedia.org/wiki/Huren_wehr ... _gemeinsam

Doña Carmen counselling café and union office centrally located within the red light district with its 12 brothels and 1000 work places for sex workers:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... t_Main.JPG
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1073

Herausgeber der Sexwork Zeitung "La Muchacha" (die Frau)
seit 2000
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=97641#97641
Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 21.12.2012, 18:10, insgesamt 3-mal geändert.

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Fachberatungsstellen-Links

#7

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Netzwerk der Anlaufstellen für Sexworker


Konfessionelle Sortierung weiter unten (Seite 3):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=91434#91434





Östereich

Sophie
Bildungsraum für Prostituierte
Oelweingasse 6-8
A-1150 Wien
Tel.: 043-1-8975536
Fax: 043-1-8975536-30
www.sophie.or.at
sophie@volkshilfe-wien.at

Weitere:
www.lefoe.at
Sexworker Internet-Portal:
www.sexworker.at
...



Schweiz

Pro Ko Re
www.prokore.ch



Deutschland

Bild
vergrößern


nach Städtegröße:


Berlin

Hydra e.V.
Köpenicker Str. 187/188
10997 Berlin
Tel.: 030-6110023
www.hydra-ev.org
www.hydra-berlin.de
kontakt@hydra-ev.org

Weitere:
www.KOK-potsdam.de
Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen (BSD):
www.busd.de
BanYing,
Subway
www.querstrich.de
www.aidshilfe.de (DAH)
Arbeitskreis der deutschsprachigne Stricherpojekte:
http://de.wikipedia.org/wiki/AKSD

...



Hamburg

Amnesty for Women/Tampep
Große Bergstr. 231
22767 Hamburg
Tel.: 040-384753
Fax: 040-385758
www.tampep.eu
www.amnestyforwomen.de
info@amnestyforwomen.de

Weitere:
www.ragazza-hamburg.de
Mitternachtsmission/Diakonie:
www.kaffeklappe-hamburg.de
www.sperrgebiet-hamburg.de
ver.di:
www.arbeitsplatz-prostitution.de
www.Basis-projekt.de
KOOFRA
...



München

Mimikry Diakonie
Dreimühlenstrasse 1
80469 München
Tel.: 089-7259083
www.mimikry.net
www.marikas.de
mimikry@hilfswerk-muenchen.de

Weitere:
Jadwiga
...



Köln

AGISRA,
Mäc-Up SkF,
Looks



Frankfurt/Main

Tamara Diakonie
Alfred-Brehm-Platz 17
60316 Frankfurt
Tel.: 069-94350240
www.diakonischeswerk-frankfurt.de/zefra/tamara.php
tamara@zefra.de

Callboy Connection FFM est. 1991
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1001
www.sexworker.at Sex Work Information Clearing House
www.sexworkEurope.org (ICRSE)

Weitere:
KISS:
www.kiss-ffm.de
Doña Carmen:
www.donaCarmen.de
Gesundheitsamt,
IDH,
FIM
...



Stuttgart

Rosamunde,
FrauenInfoZentrum



Dortmund

Mitternachtsmission Diakonie
Dudenstr. 2-4
44137 Dortmund
Tel.: 0231-144491
http://standort-dortmund.de/mitternachtsmission/
mitternachtsmission@gmx.de

Kober SkF
Nordstr. 50
44145 Dortmund
Tel.: 0231-861032-0
www.kober-do.de
kober@skf-dortmund.de
www.koopKoMa.de



Essen

Fach- und Beratungsstelle Nachtfalter Caritas
Niederstr. 12-16
45141 Essen
Tel.: 0201 / 3 64 55 47
Fax: 0201 / 3 64 55 46
www.nachtfalter-essen.de

Nachtfalke der AIDS-Hilfe
www.nachtfalke-ruhr.de



Bremen

Nitribitt
Stader Str. 1
28205 Bremen
Tel.: 0421-448662
Fax: 0421-49886031
www.nitribitt-bremen.de
nitribitt_ev@web.de



Hannover

Phönix e.V.
Beratungsstelle für Prostituierte
Postfach 4762
30047 Hannover
Tel.: (05 11) 1 46 46
www.phoenix-beratung.de
kontakt@phoenix-beratung.de

Weitere:
Kobra,
La Strada ...
KobraNET,
Team Anna



Nürnberg

Kassandra
Breite Gasse 1
90403 Nürnberg
Tel.: 0911-4597548
www.kassandra-nbg.de
kassandra@kassandra-nbg.de

Gesundheitsamt Stadt Nürnberg
Burgstrasse 4
90403 Nürnberg
Tel.: 0911-2313069
www.gesundheit.nuernberg.de
andrea.weppert [at] stadt.nuernberg.de

Weitere:
Kofiza-IN VIA
Service e.V.:
www.service-ev.de



Bochum

Madonna e.V.
Gußstahlstr. 33
44793 Bochum
www.madonna-ev.de
info@madonna-ev.de
www.koopKoMa.de
profrida.de gelöscht



...
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EU Services 4 Sexworkers

#8

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Bild


Today 17 December www.services4sexworkers.eu is online.

320 services for sex workers across Europe.

A website with a directory of services available for sex workers in 25 European countries will be launched on the 17th of December, the International Day to End Violence against Sex Workers.

The website was developed by TAMPEP, a European network of 26 organisations in 25 EU countries, which works with and for sex workers since 1993,and advocates for sex workers’ rights across Europe.

www.services4sexworkers.eu informs sex workers, and health and social care workers about respectful and non-discriminatory support available.
The website is a live tool and it will update the next weeks with more languages and more Legal Framework countries info etc... but feel free to spread the announcement, or use the banner for your website and a link with www.services4sexworkers.eu

Licia & Pia

TAMPEP International Foundation
Obiplein 4
1094 RB Amsterdam, The Netherlands
Tel: +31 20 6926912
fax: +31 20 6080083
e-mail: tampep at xs4all dot nl
www.tampep.eu





Liste aller Hilfsprojekte:
http://www.services4sexworkers.eu/s4swi ... ostitution

Unser Datenbankeintrag
sexworker.at
alt: http://www.services4sexworkers.eu/s4swi ... iew/id/855 :006
neu: http://www.services4sexworkers.eu/s4swi ... iew/id/963





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KARO

#9

Beitrag von Zwerg »

Soeben erreichte mich eine Benachrichtigung von der Beratungsstelle KARO aus Plauen in der ich gebeten wurde den Link im obigen Posting zu aktualisieren (ist bereits geschehen) und folgende ZusatzInfos zu posten:

KARO e.V. hat inzwischen eine Babyklappe und ein Kinder- und Frauenschutzhaus. Anbei die Daten dazu:
KARO e.V. Babyklappe
Am unteren Bahnhof 12/ Ecke Holbeinstrasse

24 h Beratung unter bundesweiter kostenloser Hotline 0800 456 0 789 oder 00491739755374

KARO e.V. Kinder – und Frauenschutzhaus
Hilfe für Kinder, Jugendliche und Frauen, die von Gewalt bedroht und/ oder betroffen sind

Postfach 10 05 36
08508 Plauen

24 h Aufnahme unter Telefon 0049 1733788990

Website:
http://www.karo-ev.de/

-------------------------------------

Ich möchte mich bei KARO eV für die Information bedanken. Natürlich ist auch KARO herzlich eingeladen hier auf sexworker.at mitzuschreiben - und auch eventuelle Angebote vorzustellen.

Liebe Grüße aus Wien

Christian
Zwerg

Kontakt per PN oder über das Kontaktformular:
memberlist.php?mode=contactadmin

Notfälle: ++43 (0)676 413 32 23

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RE: Anlaufstellen Sexarbeit

#10

Beitrag von mandala87 »

Mainz

Solwodi Beratungsstelle, Mainz
E-Mail: mainz@solwodi.de
Tel.: 0 61 31 / 67 80 69

SOLWODI Mainz
Solidarity with Women in Distress
Fürstenfeldplatz 4
55027 Mainz


Anlaufstelle für Frauen, die Opfer von Menschenhandel sind oder der Prostitution nachgehen
Liebe Grüsse,
mandala87

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Gratulation zur neuen Homepage

#11

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Homepage Relaunch:


www.madonna-ev.de
Bochum



Eines der wenigen autonomen Projekte der ehemaligen Hurenbewegung in Deutschland. Seit vielen Jahren als Beratungsstelle anerkannt und mit öffentlichen Mitteln gefördert.





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10 Jahre Opferhilfe

#12

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Hamburg
Anlaufstelle für Opfer feiert 10 Jähriges Bestehen
KOOFRA


Frauenhandel
Der schwere Weg aus der Prostitution



Von Insa Gall 22. April 2009, 18:30 Uhr

Die einzige Anlaufstelle für Opfer von Menschenhandel in Hamburg feiert in diesen Tagen ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 1999 hat der Verein mehrere hundert Frauen und vereinzelt auch Männer unterstützt. Mitarbeiter besorgen eine sichere Unterkunft, kümmern sich um medizinische Versorgung, um Geld, begleiten die Frauen bei Behördengängen.

Foto
Eine ukrainische Prostiuierte in einem Bordell: Die meisten Frauen werden von Zuhältern zu ihrer Tätigkeit gezwungen.


Magda sitzt im Warteraum der Polizeiwache. Sie ist 30 Jahre alt, blondiert und schaukelt nervös ein zwei Jahre altes Kind in den Schlaf. Um eine ältere, voll beladene Kinderkarre herum stehen zwei kleine Reisetaschen und mehrere Plastiktüten, aus denen Windeln herausragen. In dem Gepäck steckt der ganze Besitz von Mutter und Kind. Beiden ist anzumerken, dass ein harter Tag hinter ihnen liegt. Malgorzata Danetcka ist hier, um Magda zu helfen. Sie arbeitet seit acht Jahren für die Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel e.V. (Koofra). Jetzt hat das Büro der Koordinierungsstelle angerufen, um zu fragen, ob sie Zeit hat, die polnische Frau von der Polizeiwache abzuholen. Magdas Freund hat sie zur Prostitution gezwungen, und sie hat sich dazu durchgerungen, bei der Polizei eine Aussage zu machen.

Malgorzata Danetcka muss sich nicht sehr anstrengen, um Magdas Vertrauen zu gewinnen. Nach dem Streit mit ihrem Freund, der Flucht aus der Wohnung und der polizeilichen Vernehmung ist die Polin erschöpft und gleichzeitig aufgedreht. Die Worte sprudeln aus ihr heraus: Eine Freundin von ihr hat vor ein paar Jahren einen Job in Hamburg gefunden – in einer Bar, wie sie erzählt – und lud Magda ein, sie zu besuchen. Hier lernte sie Karim kennen und verliebte sich in ihn. Karim sei so gut aussehend, so männlich gewesen, erzählt sie.

Aber er hatte finanzielle Probleme und schickte Magda auf den Strich. Sie schämte sich zwar, doch aus Liebe ging sie anschaffen. Dann wurde sie von Karim schwanger und fuhr nach Polen in ihr Dorf, um Marysia zu entbinden. Vor einem halben Jahr kommt sie mit der Kleinen nach Hamburg zurück, zu Karim. Sie denkt, dass sie nun eine richtige Familie sein werden. Doch Karim schickt sie wieder auf den Strich. Immer häufiger wird er gewalttätig. Irgendwann kann sie es nicht mehr aushalten, nicht mehr an seine Liebe zu ihr glauben. Jetzt will sie nur noch weg, nicht ins Frauenhaus, sondern nach Hause, nach Polen. Zwei Polizisten fahren sie, das Kind und die Betreuerin zum ZOB.

Seit zehn Jahren kümmert sich die Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel e.V. um Frauen wie Magda. Die einzige Anlaufstelle für Opfer von Menschenhandel in Hamburg feiert in diesen Tagen ihr Jubiläum. Seit 1999 hat der Verein mehrere hundert Frauen und vereinzelt auch Männer unterstützt, im Jahr rund 60 Menschen. Die Frauen stammen aus Russland, zunehmend aber auch aus Bulgarien und Rumänien. 22 Mitarbeiter können Hilfe in 18 Sprachen anbieten. Sie besorgen eine sichere Unterkunft, kümmern sich um medizinische Versorgung, um Geld, begleiten die Frauen bei Behördengängen, stellen bei Bedarf den Kontakt zum Landeskriminalamt her und helfen bei der Rückkehr in die Heimatländer. Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) lobt ihre Arbeit. Die Stelle leiste „einen wichtigen Beitrag, um Zwangsprostitution und Menschenhandel zu bekämpfen und den Opfern zu helfen“.

Am ZOB angekommen, besorgt Malgorzata Danetcka für die Polin und ihr Kind Bustickets. Es bleibt nicht viel Zeit bis zur Abfahrt, also setzen sie sich bei McDonald’s zusammen. Auf die Schnelle planen sie die nächste Zukunft von Magda und Marysia. Da die beiden eine 20-stündige Busfahrt vor sich haben, besorgt die Betreuerin noch Getränke und Proviant, lässt Magda kurz allein. Sie beeilt sich, da die Polin fürchtet, von ihrem Freund gefunden zu werden. Zu Recht, wie sich zeigt. Als die Betreuerin zurückkommt, zerrt ein arabisch aussehender Mann an Magda und versucht, sie wegzuziehen. Die Betreuerin schlägt Alarm. Als Karim das Wort „Polizei“ hört, verschwindet er. Malgorzata Danetcka lässt die Mutter und ihr Kind nicht mehr aus den Augen, bis der Reisebus um die Ecke verschwindet. Doch sie weiß: Vor Magda liegt ein schwerer Weg

www.welt.de/hamburg/article3604766/Der- ... ution.html

www.koofra.de





Menschenhandel:
www.sexworker.at/menschenhandel

Sexworker Outplacement:
www.sexworker.at/exit





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Gespräch über Prostitution

#13

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Hydra Berlin - www.hydra-ev.org

Interview Hydra: private Partnerschaften - berufliche Sexarbeit
Maisendung von Art dangereux - www.art-dangereux.de



In der Maisendung haben wir weitere Auszüge aus dem sehr langen und intensiven Interview mit Marion Detlefs, Sozialpädagogin bei der Fachberatngsstelle Hydra in Berlin, vorgestellt.

Diese Sendung sowie das zu Grunde liegende Interview mit Marion Detlefs sind jetzt im Internet zum Download im mp3-Format hinterlegt:
30 Min - 36 MB


Das Interview
www.speedshare.org/download.php?id=2FB904D812

Die Sendung
www.speedshare.org/download.php?id=68558A4511

Download-Button unten auf der Seite





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Karlsruhe

#14

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Neue Anlaufstelle für Sexworker
in Karlsruhe für den Raum Baden / Südpfalz:


www.bw-linda.de




Selbsthilfegruppe bw-linda
c/o Rechtsanwälte Loock & Partner
Reinhold-Frank-Straße 28
76133 Karlsruhe
www.bw-linda.de
www.loock-und-partner.de
www.ra-loock.de





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 05.07.2009, 00:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Netzwerk Frauen und Aids

#15

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Bundesweites Netzwerk Frauen und Aids jetzt international


Köln, 27. Mai 2009 - Um die Interessen von HIV-positiven Frauen besser durchsetzen zu können, haben das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids und die International Community of Women Living with HIV/AIDS (ICW) eine offizielle Zusammenarbeit beschlossen. Mitte Mai trafen sich De­legierte beider Netzwerke in den Räumen der GSSG in Köln und legten die Grundsteine für eine Kontaktstelle der ICW in Deutschland.



Aus zunächst sechs Frauen besteht die Arbeitsgruppe, die es übernommen hat, die Internationali­sierung zu steu­ern. Melanie Schönheit, die als Knoten­frau des Netzwerks in Thüringen bei der Agethur zur HIV-Prävention arbeitet, fungiert als Ansprechpartnerin: „Mit so vielen engagierten Frauen an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, ist enorm motivierend“, sagte die Thüringerin. Eine der ersten Aufgaben des Netzwerks wird es sein, die englischsprachigen Materialien der ICW ins Deutsche zu übersetzen. „Das Beitrittsformular für die ICW gibt es schon auf Deutsch“, berichtet Schönheit.



Wie wichtig die internationale Zusammenarbeit beim Thema Frauen und Aids ist, zeigte jüngst der Fall einer verhafteten Pop-Sängerin. Die ICW hatte das bundesweite Netzwerk mit Solidaritäts­noten und einer Petition unterstützt. Auch bei der Organisation von internationalen Aids-Kongres­sen will die ICW dabei helfen, frauenspezifische Belange auf allen Ebenen durchzusetzen. „Dazu kümmern wir uns jetzt besonders um die Vorbereitung der Welt-Aids-Konferenz im nächsten Jahr in Wien“, sagte Wezi Thamm, Europa-Koordinatorin der ICW in Köln. Thamm war zusammen mit ihrer Kollegin Alice Welbourn aus London angereist, um den deutschen Frauen den Start in die in­ternationalen Zusammenhänge zu erleichtern.





Die GSSG - Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit dient als Trägerstruktur für das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids.

www.netzwerkfrauenundaids.de





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Bregenz

#16

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Beratungsstelle betreut mehr Prostituierte
Die Beratungsstelle Clean in Bregenz betreut immer mehr Prostitutierte. Laut Stellenleitung verzeichnet das Projekt "Nana", das sich speziell um Prostitutierte kümmert, seit 1998 einen Zuwachs von 50 Prozent. 2008 wurden 60 Betroffene betreut

...

http://vorarlberg.orf.at/stories/363303/
Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 05.07.2009, 00:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Berlin - DrogengebraucherInnen

#17

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Armut und Prostitution
Unkomplizierte Hilfe für Huren

Der Frauentreff Olga hilft Huren in Berlin - mit kostenlosen Kondomen, Duschen und Beratung. In der Krise prostituieren sich mehr Frauen aus Armut, sagt Leiterin Klose. VON MONIKA SCHMIDTKE

Der Verein, der Prostituierten helfen will, leidet unter dauerndem Geldmangel. Foto: dpa

Sicherheit geht im Frauentreff Olga vor. Der Treff, der sich um Prostituierte und drogenabhängige Frauen kümmert, hat einen separaten Eingang. Ihn öffnen die Olga-Sozialpädagoginnen erst nach Anmeldung. Und im Flur steht auf einem Schild die deutliche Botschaft: "Zutritt für Männer verboten".

Die Frauen von der Straße sind dagegen willkommen. Sie bekommen etwa kostenlos pro Tag zehn Kondome von der sozialen Einrichtung an der Kurfürstenstraße in dem Berliner Bezirk Mitte. Heute, am Internationalen Hurentag, empfängt sie prominenten Besuch: Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will Olga besichtigen. Wie notwendig eine solche Anlaufstelle ist, zeigte sich vor eineinhalb Jahren. Damals feindeten sich deutsche und osteuropäische Prostituierte im Kiez an. Dass der Konkurrenzkampf nicht eskalierte, lag an den Mitarbeiterinnen, die auf beide Seiten zugingen, die Sprache der Frauen beherrschten und für Verständnis warben.
erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung
Anzeige

Olga gibt es seit über 20 Jahren, vor zwei Jahren zog die Einrichtung an den jetzigen Ort. "Die alten Räume platzten einfach aus allen Nähten, die Nachfrage seitens der Frauen war zu groß", sagt Olga-Leiterin Michaela Klose. In der alten Einrichtung konnten 30 Frauen betreut werden. "Jetzt sind es bis zu 70 Frauen, die jeden Tag bei uns Hilfe bekommen können." Die Wirtschaftskrise geht auch am ältesten Gewerbe der Welt nicht spurlos vorbei: Klose beobachtet, dass es immer mehr deutsche Frauen gibt, die sich aus Armut prostituieren: "Das sind gestandene Frauen mittleren und höheren Alters, die keinen anderen Ausweg sehen."

Mittlerweile, so schätzt die Sozialpädagogin, stammen nur noch 40 Prozent der Prostituierten rund um die Kurfürstenstraße aus osteuropäischen Staaten - sie stammen meist aus Polen, Tschechien, Bulgarien und Ungarn. Die anderen 60 Prozent sind deutsche Frauen. "Vier Jahre lang konnten wir dank der Aktion Mensch auf die Straße gehen und eine Sprachberatung anbieten", sagt Klose. Die Mitarbeiterinnen halfen den Prostituierten bei Problemen, erklärten etwa, wie mit zudringlichen Freiern umzugehen sei. "Doch Anfang des Jahres ist das Projekt leider ausgelaufen", sagt Klose. Es folgte eine zweimonatige Pause. Jetzt sei der Etat bis Jahresende gedeckt, aber danach gebe es wieder keine Regelfinanzierung mehr.

Die ständige Geldnot ist für Klose ein echtes Problem. In den zwei Monaten ohne Dolmetscherinnen habe sich das Milieu negativ verändert, sagt sie. Es habe mehr Kleinkriminalität gegeben, die Frauen hätten offensiver um Freier geworben. "Stellen Sie sich vor, Sie gehen als Familienvater mit Kinderwagen und Frau die Straße entlang und werden ständig angesprochen. So was muss ja nicht sein", sagt Klose. "Wir wollen, dass hier alle nebeneinander leben können."

Für ein besseres Miteinander unternimmt Olga viel: Es gibt Bürgersprechstunden, bei denen Anwohner informiert werden und sich über offensive Werbungen oder Ruhestörungen durch lautes Geschrei in der Nacht beschweren können. Denn anders als in anderen Städten und Ländern ist der Strich rund um die Kurfürstenstraße kein Sperrbezirk. Hier müssten sich die Prostituierten anders benehmen als etwa in der Hamburger Herbertstraße, sagt Klose. Sie schätzt, dass um die Kurfürstenstraße rund 250 Frauen ihre Dienste anbieten.

In der Olga bekommen die Frauen neben den kostenlosen Kondomen auch preiswertes Essen. Außerdem können sie dort duschen - oder einfach nur in Sicherheit ausruhen. Diese Grundversorgung soll dazu führen, dass sich die Frauen länger in der Olga aufhalten und auch die sozialpädagogische Betreuung in Anspruch nehmen, sagt Klose.

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artike ... uer-huren/
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#18

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Gemeinde zum Anfassen

Was Pater Ronald auf den Kiez treibt



Von Ann-Britt Petersen 30. Juni 2009, 04:00 Uhr

Die Frauen und Männer der mobilen Teestube Sarah bieten Prostituierten auf dem Kiez Getränke, Süßigkeiten, Kondome und Gespräche an.

Routiniert verstaut Pater Ronald mehrere Thermoskannen voller Tee und Kakao, Süßigkeiten und einige Packen Kondome in abgewetzte große Einkaufstaschen. Während er in der kleinen Wohnung am Hans-Albers-Platz noch ein kurzes Gebet spricht, füllen sich die Klubs und Bars auf dem Kiez mit Gästen. Unten vor dem Haus trudeln die ersten Prostituierten ein. Zu ihnen geht der Franziskaner-Pater hinunter. Pünktlich, wie jede Woche, startet der 63-Jährige um 21 Uhr seine Runde durchs Rotlichtmilieu, einschließlich Herbertstraße.

Pater Ronald ist Mitglied der Teestube Sarah, die offiziell Ökumenischer Dienst St. Pauli e. V. heißt. Der Verein kümmert sich um Prostituierte auf dem Straßenstrich. Zwölf Frauen und Männer, die hauptberuflich als Lehrer, Buchbinder, Sekretärin oder Psychologin arbeiten, gehen abends zum Straßenstrich auf den Kiez und zum Autostrich auf der Süderstraße und verteilen kostenlos Tee, Kakao, Süßigkeiten und Kondome.

"Wir wollen den Frauen als Menschen begegnen, ihnen unsere Freundschaft anbieten", sagt Pater Ronald, der im Alltag das Franziskuskolleg, ein katholisches Haus für internationale Studenten, leitet. Wie allen von der Teestube geht es ihm nicht ums Missionieren, sondern um die Wertschätzung der Prostituierten. Denn obwohl sogar die Stadt Hamburg mit dem Rotlicht-Milieu um Touristen wirbt, werden die Frauen, die dort arbeiten, von der Gesellschaft verachtet. "Wir haben schon miterlebt, dass sie aus Autos heraus beschimpft wurden", sagt Pater Ronald.

Mit ihren Taschen als Erkennungszeichen kommen die Teestubenmitarbeiter und besonders die Mitarbeiterinnen überallhin. Auch auf Hamburgs berühmteste Bordellgasse, die Herbertstraße, die von Frauen normalerweise nicht betreten werden darf.

"Die Frauen in den Bordellen und auf der Straße freuen sich, wenn wir kommen, sie sind ganz natürlich und halten gerne einen Plausch mit uns", sagt Pater Ronald. Viele empfänden es als angenehme Unterbrechung ihrer Arbeit, wenn es einmal nicht ums Geschäft gehe, glaubt der Pater.

"Die Frauen spüren auch die Zuwendung und die Ehrlichkeit in unserem Anliegen", sagt Rolf (56), der sich schon seit 1984 für die mobile Teestube Sarah engagiert. Seinen Nachnamen möchte er nicht nennen, "denn die Teestubenmitarbeiter können nie ganz vor Anfeindungen aus dem Milieu sicher sein", sagt der Physiker. Seine Route ist die Süderstraße mit abschließendem Abstecher auf den Fischmarkt, wo seit den 80er-Jahren immer weniger, zumeist nur noch ältere Prostituierte stehen.

Auf dem Autostrich warten die Frauen länger auf Kunden, da bleibt schon mal Zeit für eine Unterhaltung. "Häufig geht es um alltägliche Dinge, wie das Wetter, die Gesundheit, die nächste Urlaubsreise oder die Familie, denn einige Frauen sind Mütter", sagt Rolf, selber Vater von vier Kindern. Die Gründe, die die Frauen zur Prostitution geführt haben, können vielfältig sein, die Grenze zwischen freiwilliger Entscheidung und Zwang fließend. "Frauen, die eindeutig von Zwangsprostitution und Menschenhandel betroffen sind, begegnen uns hier weniger. Wir treffen auch keine Minderjährigen, die sich mit der Prostitution das Geld für Drogen beschaffen, wie auf dem illegalen Strich in St. Georg", erklärt Rolf. Doch auch auf dem Kiez bekommt er Schicksale mit. "Was mich immer wieder erschüttert, ist die Leichtgläubigkeit, mit der junge Frauen ins Milieu kommen. Sie wollen schnell viel Geld verdienen und bald wieder aufhören. Doch je länger sie im Geschäft bleiben, desto stärker sind die Abhängigkeiten im Milieu", hat Rolf beobachtet.

Wenn Frauen auf einmal nicht mehr kommen, "wissen wir meist nicht, wo sie gelandet sind, ob es ihnen gut geht", erzählt der Wissenschaftler. Er erinnert sich an eine Frau, die er lange Jahre auf dem Autostrich begleitet hatte und die plötzlich verschwunden war. Eines Tages stand sie vor der Teestube. Sie hatte ein neues Leben in einer anderen Stadt begonnen und wollte sich bedanken, dass "wir immer da waren und keine Fragen gestellt hätten, wenn es ihr nicht gut ging. Und dass wir sie mit unseren regelmäßigen Besuchen gestützt hätten", sagt Rolf. Eine seltene Rückmeldung, die ihn in seinem Engagement bestätigt habe.

Der Katholik, der mit einer evangelischen Pastorin verheiratet ist, kam zufällig zur Teestube mit dem biblischen Namen Sarah. "Ich hörte von einem ökumenischen Gottesdienst auf St. Pauli, das sprach mich an. Erst dort erfuhr ich von der Teestube und der Arbeit ihres Gründers Otto Oberforster." Inzwischen ist die Süderstraße fast wie ein Zuhause für Rolf: "Die Menschen, die man so lange begleitet, werden einem vertraut."

Den Anspruch, die Frauen zum Aussteigen zu bewegen, haben die Teestubenmitarbeiter nicht. "Es war anfangs schwer, aber ich lerne damit zu leben, dass ich nichts verändern kann", sagt Rolf.

http://www.abendblatt.de/hamburg/kirche ... reibt.html





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nina777
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NADESHDA in Herford über flatrate etc.

#19

Beitrag von nina777 »

11.8.2009

Kirche will Prostituierte unterstützen

Bielefeld (WB). Ostwestfalen-Lippe benötigt nach Ansicht der Evangelischen Frauenhilfe dringend eine Beratungsstelle für aussteigewillige Prostituierte. »Leider fehlt das Geld«, sagt Pfarrerin Birgit Reiche.

Jede Woche wendeten sich bis zu fünf hilfesuchende Prostituierte an die Herforder Beratungsstelle »Nadeschda«, die für solche Fälle aber nicht zuständig sei, sagt die Pfarrerin. Sie leitet die Einrichtung, die von der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen betrieben wird, seit zwölf Jahren. Dem Auftrag nach kann sich »Nadeschda« nur um Frauen kümmern, die Opfer von Menschenhändlern geworden sind und als Prostituierte arbeiten mussten. Diese Frauen werden von »Nadeschda« bis zu ihrer Ausreise betreut. Das kann Jahre dauern, denn einige werden als Zeuginnen in Prozessen benötigt.

»Wir haben nur zwei Personalstellen. Deshalb können wir uns leider nicht auch noch um legal arbeitende, aussteigewillige Prostituierte kümmern«, sagt die Pfarrerin. Der Bedarf sei aber da: »Viele Frauen wollen endlich wieder in ein bürgerliches Leben zurück und brauchen Hilfe – etwa bei der Suche nach einer Wohnung, einer Ausbildungsstelle oder einem Betreuungsplatz für ihr Kind, oder weil sie Schulden haben.« Zwar gebe es dafür staatliche Stellen, doch an die wendeten sich viele Frauen aus dem Rotlichtmilieu nicht: »Da gibt es eine Barriere. Manche Prostituierte fürchtet, als Mensch zweiter Klasse gesehen zu werden.«

Schätzungen gehen von etwa 2000 Prostituierten in Ostwestfalen-Lippe aus. Die Frauen arbeiten in den etwa 200 legalen Bordellen, die der Polizei bekannt sind, viele aber auch in ihrer Wohnung - legal oder verbotenerweise. Die umstrittenen »Flatrate«-Bordelle, deren Verbot derzeit von einigen Politikern gefordert wird, sind in Ostwestfalen-Lippe noch eine Ausnahme, doch ihre Zahl steigt. Bislang gibt es sie in Bielefeld, Bad Salzuflen, Langenberg, Wünnenberg und Detmold, ein weiteres ist nun in Minden geplant.

»Man mag die Angebote solcher Bordelle als menschenverachtend empfinden, verboten sind sie nicht«, stellt Polizeisprecher Karlheinz Stehrenberg aus Gütersloh klar. Denn Paragraph 1 des erst 2002 in Kraft getretenen Prostitutionsgesetzes erlaubt, dass sich »eine Person für die Erbringung derartiger Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt für eine bestimmte Zeitdauer bereithält.« Deshalb dürfen Bordelle auch so werben wie ein Haus in Bünde: »Einmal 99 Euro zahlen und den ganzen Tag Spaß haben – einschließlich Essen und Trinken.«

In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen waren Ende vergangenen Monats vier Flatrate-Bordelle öffentlichkeitswirksam durchsucht worden, ohne dass die Arbeitsbedingungen der Frauen hätten beanstandet werden können. Auch in Bielefeld hatte die Polizei ein »Flatrate«-Bordell überprüft.

Erster Kriminalhauptkommissar Raimund Donschen, der die Kontrolle leitete: »Die Frauen arbeiten dort als Selbständige. Jede hat ein Gewerbe angemeldet, jede hat eine Steuernummer. Wir hatten dort nichts zu beanstanden.«

Besitzer des Bordells ist Jonny, wie sich der gelernte Bürokaufmann nennt. Er ist einer der Großen im Rotlicht-Geschäft. Etwa 30 Frauen arbeiteten in seinen drei »Flatrate«-Bordellen, erzählt er. Deutsche, Türkinnen, Spanierinnen, Osteuropäerinnen. »Keine meiner Damen wird ausgebeutet. Die sind alle mindestens 21 Jahre alt, die haben einen Gewerbeschein, die können jederzeit gehen.« Allerdings gebe es in Ostwestfalen ein Überangebot an Prostituierten: »Mich rufen jeden Tag mindestens fünf Damen an, die bei mir arbeiten möchten.« Bezahlt würden die Frauen von ihm pro Arbeitstag oder pro Freier, sagt Jonny. »Das ist Verhandlungssache.« In seinem Bordell zahlen Gäste 100, an Wochenenden 120 Euro. Wieviel davon die Frauen bekommen, verrät Jonny nicht. Auch Steffi, die bei Jonny arbeitet, will nicht über ihren Lohn sprechen.

Ein Verbot von »Flatrate«-Bordellen lehnt sie aber ab: »Das ist mein Arbeitsplatz, und der ist nicht schlecht. Mich zwingt niemand zu etwas.« Pfarrerin Birgit Reiche: »So kritisch man Flatrate-Bordelle auch sehen mag: Die aktuelle Diskussion darf auf keinen Fall dazu führen, dass das Prostitutionsgesetz in Frage gestellt wird. Es sichert erstmals die Rechte dieser Frauen, und dafür haben wir lange gekämpft.«

»Nadeschda«

Jährlich werden etwa 30 Frauen, die von Menschenhändlern zur Prostitution nach Deutschland gebracht wurden und bei Razzien aufgeflogen sind, von der Beratungsstelle »Nadeschda« (Hoffnung) in Herford betreut. Die Arbeit wird vom Land, einigen Kreisen Ostwestfalen-Lippes, dem Kirchenkreis Paderborn, der Lippischen Landeskirche und Spendern unterstützt. »Nadeschda« hilft Frauen bei Kontakten zur Polizei, zu Gesundheitsämtern, Sozial- und Ausländerämtern und Gerichten. Außerdem bietet die Einrichtung den Frauen Unterkunft bis zu ihrer Ausreise. »Nadeschda« ist unter 05221/840200 zu erreichen. www.frauenhilfe-westfalen.de

http://www.westfalen-blatt.de/index.php ... rtikel=reg
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Re: Fachberatungsstellen-Links

#20

Beitrag von ehemaliger_User »

          Bild
Marc of Frankfurt hat geschrieben:Netzwerk der Anlaufstellen für Sexworker

Stuttgart

Rosamunde,
FrauenInfoZentrum
...
FIZ kann ich nicht unbedingt empfehlen, eine Vertreterin dieser Organisation hat nach der Razzia in Fellbach bei einem TV-Interview sinngemäss geäussert "die Frauen wurden als Bardamenetc. angeheuert und wussten nicht, dass sie in solch menschenunwürdigen Einrichtungen arbeiten müssen." Für FIZ ist unvorstellbar, dass Faruen freiwillig in der Prostitution arbeiten, mir sind einige Fälle bekannt, in denen Frauen beinahe gezwungen wurden, sich von FIZ helfen zu lassen.

Interessant: keine der 89 Pussy-Club-Frauen hat FIZ aufgesucht, um dort Hilfe in Anspruch zu nehmen.

An eineer anderen Stelle wird SOLWODI als Hilfeinrichtung für Frauen genannt. Kann ich auch nicht empfehlen, da SOLWODI Frauen grundsätzlich als Opfer betrachtet und unwahre "Tatsachen" in der Presse verbreitet um massiv gegen das ProstG vorzugehen.

Beide Einrichtungensind wirklich nur für Opfer des Menschenhandels geeignet.
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