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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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So sollen Prostitutionskunden von Kirche und Medien kriminalisiert werden:
| augsburger-allgemeine.de hat folgendes geschrieben:
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Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung müsse jeder, der regelmäßig ins Bordell geht, davon ausgehen, sich früher oder später an Zwangsprostituion zu beteiligen, so Schirrmacher.
www.augsburger-allgemeine.de/augsbu....ausweiten-id19829641.html
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Zitat von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (*1960)
deutscher reformierter (evangelischer) Theologe,
Ethiker, Religionswissenschaftler und Religionssoziologe.
Vorsitzender der evangelikalen Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz worldEA.org.
Wikipedia
Autor u.a. folgender Bücher:
- Menschenhandel: Die Rückkehr der Sklaverei (13. März 2012, Verlag scm-haenssler.de)
- Internetpornografie: ... und was jeder darüber wissen sollte (2008)
- Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird (2010)
- Ethik (2008):
-- Band 1: Das Gesetz der Liebe (Gott, Glaube, Ethik),
-- Band 2: Das Gesetz der Liebe (Der Bund zwischen Gott und Mensch),
-- Band 3: Das Gesetz der ... Recht) ...
www.amazon.de/s/field-keywords=thomas+schirrmacher
Sonderethik fürs Endzeitalter:
www.thomasSchirrmacher.info/wp-cont....s/2009/02/mbstexte037.pdf
Annäherungsversuch an Alice Schwarzer und Emma-Positionen:
www.thomasSchirrmacher.info/archives/1913
Wie soll nach der Mathematik der Wahrscheinlichkeitsrechnung nachweisbar sein, dass regelmäßige Prostitutionskunden irgendwann auch Kunden bei "Zwangsprostitution/Menschenhandel" werden, wenn es gar keine gesicherten Zahlen für eine Berechnung gibt oder wenn viele regelmäßigen Kunden feste Stammkunden bei ihrem Sexworker des Herzens sind...?
Wie wäre es mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott gibt und die Lehren/Dogmen der Kirchen auf fehlgeleitetem Glaube bzw. Lüge aufbauen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeitsrechnung
BKA Zahlen:
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Sammelthema Freierkriminalisierung
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=985
__________
Wenn es im Interesse der Ideologie ist, arbeiten die verfeindeten Fundamentalisten auch schonmal zusammen:
Archbishop Antonio Mennini (*1947),
the Roman catholic Pope’s representative in Great Britain
(Apostolic Nuncio)
Antonio Mennini urged Roman Catholic leaders to form a united front with their Muslim and Jewish counterparts to oppose gay marriage.
www.telegraph.co.uk/news/religion/9....im-and-Jewish-groups.html
Dann kommt wohl bald Scharia gegen Schwule, Huren und Freier? Tiefstes Mittelalter im Anmarsch. Zeichen dafür, dass die derzeitige wirtschaftlich-moralische Krise noch lange andauern und sich verschärfen wird.
Homophobie Zeichen unterdrückter Autonomie:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=80450#80450
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Lupus 
ModeratorIn


Ich bin...: Engagierter Kunde

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Oder anders ausgedrückt:
Wer regelmässig Gemüse kauft oder die Dienste von AltenpflegerInnen in Anspruch nimmt wird sich früher oder später auch an Menschenhandel / Ausbeutung beteiligen.
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Pfarrer Hans Mörtter
Evangelische Lutherkirche Köln Südstadt
Gottesdienst für Sexworker
„Ich sehe dich, wie du bist und nehme dich erst einmal so an.“
Foto: Simon Vogel
Interview mit Pfarrer Hans Mörtter
mit Helga Fitzner am 9. Mai 2012
Frage
Wie kam es zu der Idee, einen Themengottesdienst über Sexarbeit zu machen?
Hans Mörtter
Der ursprüngliche Auslöser liegt schon längere Zeit zurück und war die Beerdigung einer jungen Sexarbeiterin, die mit 21 Jahren von einem Freier brutal erstochen wurde und deren Ermordung bis heute nicht aufgeklärt ist. Die hatte ein Apartment hier in der Südstadt, in dem sie die Leute empfing. Ich habe als Pfarrer die Eltern damals begleitet. Nachdem die Eltern herausgefunden hatten, dass ihre Tochter nach dem Abitur als Prostituierte arbeitete, haben sie ihr das Kindsein aufgekündigt, sie aus der elterlichen Wohnung herausgeworfen und auch den Kontakt zu ihr abgebrochen. Dieses Zerwürfnis und die Trennung war das letzte, was sie in Erinnerung haben. Die nächste Nachricht war dann, dass sie ermordet worden ist. Die Eltern haben sich daraufhin nicht verzeihen können, dass sie ihre Tochter aufgegeben haben. Sie empfanden das als Verrat an ihr, den sie nie wieder gut machen konnten.
Bis heute frage ich mich, was das für eine Gesellschaft ist, in der so etwas passiert, dass Eltern ihr eigenes Kind verstoßen, weil es eine Prostituierte geworden ist. Was steckt da an Bildern dahinter, dass Prostitution derart schlimm ist. Für mich sind das gesamtgesellschaftliche Bilder, die suggerieren, dass das böse und unmenschlich ist.
Frage
Das hat sie dann irgendwie nicht zur Ruhe kommen lassen.
Hans Mörtter
In den letzten 20 Jahren bin ich immer wieder mit dem Gedanken herumgelaufen, dass man darüber reden muss, wie Frauen im Sexgewerbe wahrgenommen werden. Natürlich durchschaue ich das viel zu wenig und habe, wie die meisten von uns, die Geschichten von Menschenhandel und Zwangsprostitution im Kopf. Das ist krimineller Missbrauch von Frauen und von jungen Mädchen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass das nur eine Seite ist. Die andere Seite ist die Geschichte der jungen Abiturientin, die das freiwillig gemacht hat und auch keinen Zuhälter hatte. Ich habe sie lebendig nicht kennen gelernt, aber es war eine junge, gebildete Frau, die das nicht aus Mangel an anderen Möglichkeiten gemacht hat. Sie hat das offensichtlich gewählt, weil sie damit gut Geld verdienen konnte und glaubte, das gut trennen zu können.
Ich finde, es muss endlich mal sein, dass wir differenzierter wahrnehmen und anfangen, miteinander zu reden und nicht übereinander oder gegeneinander. Diese Menschen sind marginalisiert und tabuisiert, ausgegrenzt und stigmatisiert. Es ist oft so, dass eine Prostituierte, die sich verliebt und ihren Beruf aufgibt, ihrem Partner nicht sagt, was sie früher gemacht hat. Diese Ächtung kann nicht sein und nach jesuanischem Vorbild muss man sagen: „Ich sehe dich, wie du bist und nehme dich erst einmal so an.“
Die Ariane aus Berlin, die zum Interview kommt, ist eine selbstbewusste Frau, die sich bewusst für diesen Beruf entschieden hat. Sie ist intelligent, fröhlich, kämpferisch und unglaublich sozial für die Frauen ihres Gewerbes und deren Rechte engagiert. Das gibt es eben auch. Sex und Prostitution wird doch überwiegend als etwas Schmuddeliges dargestellt.
Frage
Es gibt auch immer wieder Geschichten über Prostitution in der Ehe.
Hans Mörtter
Ja, zum Beispiel Frauen, die ältere Männer heiraten. Die heiraten oft nicht aus Liebe, sondern wegen der finanziellen Absicherung. Bei denen gibt es aber keine Trennung zwischen privat und „Beruf“. Diese Frauen können nicht weglaufen. Das ist eine Vollinbesitznahme, während die Sexarbeiterinnen nach Feierabend nach Hause gehen können.
Mit Schablonen reduziert man Frauen
Frage
Sie haben in der letzten Zeit sehr viel recherchiert und gelesen. Wissen Sie etwas über die Männer, die Sexarbeiterinnen besuchen?
Hans Mörtter
Das Familienministerium hat im Jahr 2004 eine Studie über Freier in Auftrag gegeben und finanziert, die sehr eindrücklich ist. [ www.sexworker.at/freierforschung ] Man geht oft davon aus, dass das Männergewalt gegen Frauen ist. Frauen werden zu Sexsklavinnen degradiert. Das ist in bestimmten Fällen leider auch der Fall. In der Studie heißt es aber, dass da im Regelfall ein Vertrag ausgehandelt wird, in dem bestimmt wird, was geht und was nicht geht. Die Frauen setzen da auch Grenzen. Die Männer werden in dieser Studie eher in der Rolle des Passiven beschrieben. In den Partnerschaften oder Ehen sind die Männer meistens in der Rolle des Aktiven, wie es dem gesellschaftlichen Männerbild entspricht. Die Frauen müssen stimuliert werden, die Frauen werden gestreichelt, den Frauen muss es gut gehen, damit der Mann zu dem kommt, wohin er kommen will, zum Orgasmus. Ich merke das auch immer wieder in Gesprächen mit jungen Männern, wie sehr die unter Leistungsdruck stehen, wenn sie „gut“ sein und eine Frau zufrieden machen wollen. Die Männer treten da auch ein Stück weit zurück und für viele Männer ist das völlig in Ordnung. Andere Männer wollen das anders. Es heißt, dass in Deutschland täglich 1 Million Männer Sexdienste in Anspruch nehmen.
Frage
Liegt das daran, dass Männer bei einer Prostituierten die Nummer eins sind?
Hans Mörtter
Ja, die Sexarbeiterin ist meistens die Handelnde, und sie tut ihm gut. Sie versorgt ihn.
Frage
Der Freier ist entstresst und muss keine Leistung bringen.
Hans Mörtter
Egal, was passiert, er ist gut, auch wenn er nicht gut ist. Er steht nicht in der Verpflichtung, die Frau zum Orgasmus zu bringen. Das spielt zumindest in diesem Zusammenhang keine Rolle. Manche Männer kommen auch nur zum Schmusen. Das wusste ich zum Beispiel nicht.
Frage
Die Männer holen sich da offensichtlich etwas, was sie zu Hause nicht bekommen.
Hans Mörtter
In der Studie gibt es den Begriff der „abwesenden Frau“, der Ehefrau, die den Mann in seinen Bedürfnissen nicht wahrnimmt oder der Mann sich nicht traut, seine Bedürfnisse zu formulieren. Denn im Bereich der Sexualität gibt es immer noch viele Tabuisierungen. In der Schule wird nur der biologische Aspekt der Sexualität, aber nicht ihre Vielschichtigkeit unterrichtet.
Frage
Das ist aber zu einem großen Teil auch den Einfluss der Kirchen zurückzuführen.
Hans Mörtter
Ja, da hat Kirche einen ganz großen Anteil dran. Sexualität findet unter den Bettdecke statt zum Zwecke der Fortpflanzung. Fertig. Das ist das gängige Leitbild von Familie, das ich auch manchmal mit „d“ schreibe, nämlich Leidbild. Das ist auch das Leitbild des Staates, das aber durchbrochen ist, weil wir so wahnsinnig viele Single-Haushalte haben und unsere Gesellschaft aufgeklärter und offener geworden ist. Trotzdem wirkt das noch nach. Aber die Schöpfungskraft der Sexualität ist eine wichtige, identitätsstiftende Kraft, die auch unabhängig vom Aspekt der Fortpflanzung seinen Platz haben muss. In der Evangelischen Theologie ist das schon lange anerkannt und so hat sich in der Evangelischen Kirche in den letzten 35 Jahren die befreiende Erkenntnis durchgesetzt, dass Sexualität „Quelle von Lebensenergie und Lebensfreude ist“. So steht es in den Grundsätzen der Evangelischen Lebensberatungsstelle, in der natürlich auch eine Sexualpädagogin arbeitet.
Deshalb finde ich es wichtig, mit selbstbewussten Sexarbeiterinnen zu sprechen, wie Ariane, und auch mit Mechthild Eikel vom Madonna e. V. aus Bochum, die Sozialarbeiterin ist und eine Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen leitet. Die wehrt sich übrigens auch dagegen, dass Prostituierte grundsätzlich in die Opferecke gestellt werden, dass es sich bei ihnen grundsätzlich um verunglückte Existenzen handelt. Sie wehrt sich auch gegen das Vorurteil, dass eine Prostituierte keine richtige Frau sei, dass sie einen seelischen Schaden haben müsse. Mit solchen Schablonen reduziert man die Frauen in der gesellschaftlichen Diskussion zum Objekt.
Frage
Was wäre, wenn es von heute auf morgen keine Prostituierten mehr gäbe?
Hans Mörtter
Ich glaube, das wäre fatal. Da gibt es noch so viel zu verstehen und einzuordnen, letztlich auch zu achten und anzuerkennen. Davon ausgenommen ist natürlich der Missbrauch von Menschen. Die selbstbewussten Sexarbeiterinnen sagen, dass die meisten von ihnen das nicht aus Zwang machen. Es sei auch ein Märchen, dass eine Prostituierte ihre Tätigkeit aufgeben würde, wenn sie einen anderen Job angeboten bekäme.
Frage
Sie reden im Themengottesdienst also mit Frauen, die Sexarbeiterinnen sein wollen.
Hans Mörtter
Ja. Und da gibt es Kritik im Vorfeld, dass meine öffentliche Diskussion mit Sexarbeiterinnen, die Würde von anderen Frauen verletzen würde.
Frage
Diese „anderen Frauen“ sind aber Unbeteiligte!?
Hans Mörtter
Ja. Da frage ich mich, welche Angst diese Frauen vor dem Thema Sexualität haben, dass da nicht öffentlich drüber gesprochen werden darf. Ich vermute, dass es da um eigene Verletzungen geht, die sie auf Sexarbeiterinnen projizieren. Aber genau das findet gerade statt. Die eigene Angst wird auf eine ganze Berufsgruppe übertragen.
Frage
Es gibt in Deutschland seit 2002 ein Gesetz, das Prostitution nicht länger als sittenwidrig einstuft, wodurch auch eine soziale Absicherung möglich geworden ist. [ www.sexworker.at/prostg ]
Hans Mörtter
Eines der Themen wird deshalb auch die Prostituiertengesetzgebung sein. Deutschland ist da neben den Niederlanden mit am liberalsten in Europa, während in Schweden Prostitution eine Straftat sowohl für die Sexarbeiterin als auch für den Freier darstellt. Da haben sich die Feministinnen durchgesetzt. Ich meine, die strikten Feministinnen, für die das kriminell ist. - Aber deswegen hört das ja nicht auf.
Frage
Dann findet in Schweden die Prostitution vermutlich im Untergrund statt.
Hans Mörtter
Ja, und da gibt es keinen Schutz für die Frauen. Mechthild Eikel vom Madonna e. V. sagt eindeutig, dass die Gesetzgebung in Deutschland einen Schutz für die Sexarbeiterinnen bietet. Sie können unabhängig und ohne Zuhälter arbeiten. Sie können jederzeit den roten Knopf drücken, die Polizei einschalten und Anzeige erstatten. Das wissen auch die Freier. Je klarer eine Gesetzgebung in der Anerkennung und dem Schutz von Rechten und Pflichten ist, um so sicherer ist das für Frauen, die ich diesem Bereich arbeiten.
Frage
Registrierte Sexarbeiterinnen sind auch Steuerzahlerinnen.
Hans Mörtter
Ja, es sind Milliarden, die dadurch ins Bruttosozialprodukt fließen. Obwohl das für mich kein Argument ist. Mir ist es wichtig, einen Dialog mit selbstbestimmten Sexarbeiterinnen herzustellen, um zu erfahren, wo es Not tut. Wie kann man damit umgehen? Was sind Männerbilder? Was sind kaputte Männerbilder? Was stimmt in unserer Gesellschaft nicht? Das kommt bei denen ja alles an.
Frage
Prostitution hat es immer gegeben. Wenn es in dieser vermeintlich „aufgeklärten“ Zeit Männer zu Prostituierten zieht, liegt es dann daran, dass Frauen zu anspruchsvoll sind?
Hans Mörtter
Ich denke, dass es genug Männer gibt, die das so empfinden. Es gibt aber auch genug Frauen, die nicht so hohe Ansprüche anstellen und auch ganz zufrieden sind. - In der Studie wurde auch gefragt, warum Männer lieber zu einer Prostituierten gehen, anstatt zu masturbieren. Ich gehöre noch zu der Generation, der man in der Jugend erzählte, dass bei der Masturbation Gehirnzellen abstürben oder man blind würde. Ich erinnere mich auch noch an die Moralkeule: Gott sieht alles. Aber schon damals war mein Bild geprägt von einem liebenden Gott, zu dem ich Vertrauen haben kann. Ich habe nicht verstanden, was Gott dagegen haben soll. Seltsamerweise machte mir aber meine verstorbenen Tante zu schaffen. Wenn die jetzt irgendwo ein Engel wäre und mich beim Masturbieren sehen würde, das wäre mir dann doch unangenehm gewesen. Ich fand es damals schon schlimm, sich mit einem so zentralen Bedürfnis verstecken zu müssen, an dem ich nichts Schlechtes finden konnte. – Aber zurück zur Studie: Die Freier haben ausgesagt, dass Masturbieren nicht zum Menschsein reicht. Der Mensch braucht das Gegenüber, die Ergänzung, die lebendige Haut, das Gestreichelt-Werden, das Wahrgenommen-Werden. Man ist auf ein anderes Wesen ausgerichtet. Die Wärme eines anderen Menschen ist einfach wichtig. Für eine begrenzte Zeit ist die Sexarbeiterin die Partnerin des Freiers. Danach gehen beide ohne Ansprüche wieder auseinander.
Jeder Mensch ist heilig
Frage
Es gibt aber auch Männer, die Prostituierte, oder generell jede Frau, auf ihre Sexualität reduzieren, und da kann es zu Gewalt und Verbrechen kommen.
Hans Mörtter
Das frage ich mich immer wieder: Was läuft schief, dass Frauen vergewaltigt und ermordet werden? Das geht nur, wenn man das abgrenzen kann, dass das nur eine „Schlampe“ und „Hure“ ist, also kein wirklicher Mensch ist. Dann kann man sie töten. Wen man als ganzen Menschen wahrnimmt, kann man nicht töten.
Frage
Trägt denn die junge Sexarbeiterin, die sie vor 20 Jahren beerdigt haben, eine Mitverantwortung für ihren Tod?
Hans Mörtter
Nein, den Tod der Sexarbeiterin verantworten unsere Gesellschaft und die Kirchen. Dabei muss man Religion und Kirche voneinander trennen. Die Kirche mag sie verurteilen. Von der Religion her gilt die Gotteskindschaft und jeder Mensch ist deshalb heilig.
Frage
Jetzt mal richtig bösartig und politisch unkorrekt gefragt: Auch eine „Nutte“ ist Gottes Kind?
Hans Mörtter
Eine „Nutte“ ist Gottes Tochter. Wenn ich den Schöpfungsbericht ernst nehme, dann ist das so. Ihre Würde ist unverletzbar und wenn sie sagt, dass sie das macht, weil sie es tun will und nicht weil sie dazu gezwungen wird oder weil ihre Seele krank ist, dann muss ich das erst einmal achten. Auch wenn ich es nicht verstehe, es ist ihr Entschluss, der nicht meinem Wunschdenken und meinen Erwartungen entsprechen muss. In dem Bereich wird noch sehr mit Schwarz und Weiß und Gut und Böse gearbeitet. Das entspricht oft aber der Realität nicht.
Frage
Es ist richtig, dass Sexarbeiterinnen ihren Körper „verkaufen“, aber es gibt andere, die für ihren Job ihre Seele...
Hans Mörtter
... Waffenhändler.
Frage
Werden die so stigmatisiert wie Prostituierte?
Hans Mörtter
Gar nicht, die sind oft sogar angesehen, wie so manche Banker, die Waffenhändlern Kredite gewähren oder europäische Agrarüberschüsse nach Afrika exportieren und dort die ganze Landwirtschaft zerstören. Das ist kriminell bis zum Äußersten. Die verkaufen ihre Seele für höchstmöglichen Profit und dafür sterben in Afrika Menschen. Wer zulässt, dass durch seine Geschäfte Menschen sterben, hat seine eigene Seele als Mensch verkauft. – Dass man sich verkauft, gibt es in allen Berufen. Auch ich als Pfarrer kann mich verkaufen, indem ich für Sponsorengeld gewisse Dinge tue oder unterlasse. Oder ein Arzt, der einem Privatpatienten Behandlungen angedeihen lässt, die medizinisch betrachtet, nicht notwendig wären. Auch das ist ein Verkaufen. Die Frage ist, ob ich mich darauf einlasse oder nicht.
Frage
Noch mal zurück zur Studie über die Freier: Die sind zwar finanziell ein bisschen ärmer aus dem „Vertrag“ herausgekommen, aber fühlten die sich übervorteilt?
Hans Mörtter
Nach dem, was ich bisher gelesen habe, geht es den meisten danach gut. Die gehen da gut weg. Selbst die Männer, bei denen es nicht geklappt hat. Die gehen da nicht als Versager weg. Bei einer Lebenspartnerin könnte das schon ein Beziehungsdrama auslösen, eine Prostituierte fängt das professionell auf. Es kann auch sein, dass der Mann angstbesetzt war, weil er befürchtete, im Bordell gesehen zu werden. Er kann auch nicht heimgehen und seiner Frau sagen: „Du ich war gerade im Puff und es war herrlich“. Es heißt in der Studie auch, dass Männer nach dem Besuch bei einer Sexarbeiterin für die Ehe neu stimuliert sein können. - Der Bereich ist so weit, dass ich viel zu wenig darüber weiß. Aber das kann sich nur ändern, wenn wir anfangen, darüber zu reden.
Frage
Sie wissen in diesem Moment noch nicht ganz, wohin die Reise geht?
Hans Mörtter
Nein, da ist noch einiges offen. Im Vorfeld fiel mir schon auf, dass ich in Köln keine Sexarbeiterin gefunden habe, die sich öffentlich mit mir darüber unterhalten wollte. Die aktive Sexarbeiterin Ariane, die kommt aus Berlin. Das ist doch schon bezeichnend. Die möchten sich nicht öffentlich dazu bekennen. Bei der Begegnung mit Ariane wird für mich auch an erster Stelle die Achtung vor ihr als Frau und als Mensch stehen. Ich habe kein Recht zu beurteilen, ob das gut oder falsch ist, was sie da macht. Ich bin selbst auf die Gespräche gespannt.
www.lutherkirche-koeln.de/OdonienInterview.aspx
Gottesdienst mit Sexarbeiterinnen
Köln-Südstadt,
evangelische Lutherkirche
war am Samstag, 19. Mai 2012
im Odonien, Köln
Themengottesdienst "Wir sind Menschen"
über Sexarbeiterinnen in Deutschland
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=116282#116282
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malin
PlatinStern


Ich bin...: SexarbeiterIn

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nina777 
Admina


Ich bin...: SexarbeiterIn

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15.10.2012
Frauenorden gründen Schutzwohnung für Menschenhandel-Opfer
Verein Solwodi bietet geschütztes Umfeld für Ausstieg aus Prostitution - Leiterin Sr. Anna Mayrhofer: "Wurzel des Übels liegt darin, dass Frauen keine anderen Wahl haben, als ihren Körper zu verkaufen"
Wien (KAP) Sechs österreichische Frauenorden betreiben fortan in Wien gemeinsam eine Schutzwohnung für Frauen, die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung geworden sind. Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des 6. Europäischen Tages gegen Menschenhandel am 18. Oktober wurde die Initiative des Vereins Solwodi Österreich ("Solidarity with women in distress") am Montag vorgestellt. "Es ist unsere Pflicht als Ordensgemeinschaften, hin- statt wegzuschauen, wenn Frauen ausgebeutet und erniedrigt werden, in der Notlage zu helfen und Betroffenen eine Stimme zu geben", sagte Sr. Patricia Erber, Provinzvikarin der Salvatorianerinnen in Österreich und Solwodi-Vorsitzende.
Rund 7.000 Prostituierte gibt es Schätzungen zufolge allein in Wien, 80 Prozent von ihnen stammen aus dem Ausland. "Viele dieser Frauen kamen in sehr jungem Alter über Menschenhändler nach Europa, die ihnen und ihrer Familie hier ein gesichertes Einkommen versprochen haben. Oft arbeiten sie unfreiwillig als Prostituierte und erfahren Nacht für Nacht körperliche Gewalt und sexuelle Ausbeutung. Sie sehen jedoch keine Möglichkeiten des Ausstiegs", erklärte die Sozialarbeiterin, Franziskanerinnen-Missionarin und künftige Leiterin der Schutzwohnung in Wien, Sr. Anna Mayrhofer.
Alltag normalisieren, Perspektiven bieten
"Wir sind als Frauenorden in der glücklichen Lage, nun eine konkrete Hilfe anbieten zu können", so Sr. Mayrhofer. Die Solwodi-Wohnung bietet künftig acht Frauen - mit oder ohne Kindern - anonym Unterkunft, Sicherheit und Begleitung, wobei die Ordensschwester von einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von einem Jahr ausgeht. Der Bedarf dafür ist groß, ergänzte Sr. Erber: "In ganz Österreich gab es bisher erst eine Schutzwohnung für Opfer von Menschenhandel. Drei Viertel der betroffenen Frauen müssen hier bisher in anderen Institutionen untergebracht werden. Dort haben sie aber nicht das geschützte Umfeld, das sie benötigen." Finanziert wird die Solwodi-Arbeit in Österreich durch die Vereinigung der österreichischen Frauenorden, Ordensgemeinschaften und private Spenden.
Was man für die von Gewalt und Ausbeutung betroffenen Frauen konkret tun könne, sei zunächst die Normalisierung des Lebensalltages, so Sr. Mayrhofer, die schon bisher eine Schutzwohnung im niedersächsischen Osnabrück geleitet hat. "Dafür braucht es zunächst einmal ein Dach über dem Kopf und ein Bett. Die Rechtslage muss geklärt werden, da ein illegaler Aufenthaltsstatus oft als Druckmittel gegen Frauen eingesetzt wird, und oft sind psychosoziale Hilfen nötig." Der wichtige nächste Schritt sei die Resozialisierung und die Entwicklung neuer Perspektiven, etwa durch Sprachunterricht, Aus- oder Weiterbildung. Anders als in Frauenhäusern können die Hilfesuchenden aufgrund ihrer Migrationsgeschichte meist nicht auf Unterstützung der Verwandtschaft zählen.
Problem fehlende Wahlfreiheit
Solwodi wurde 1985 in Kenia von der deutschen Missionsschwester Lea Ackermann gegründet. Das christliche Bild der Würde und Freiheit des Menschen ist Leitbild des Vereins, der sich "für die Prostituierten, aber gegen Prostitution" wendet, erklärte Sr. Mayrhofer. "In 20 Jahren Beschäftigung mit dieser Gruppe ist mir keine Frau begegnet, die auf diese Weise ihre Persönlichkeit entwickeln konnte. Die Wurzel des Übels liegt darin, dass Frauen unter solchen Lebensbedingungen leben und arbeiten müssen, dass sie keine anderen Wahl haben, als ihren Körper zu verkaufen", so die Ordensschwester.
Sr. Mayhofer gestand zugleich ein, dass die Arbeit angesichts der Zahlen der Betroffenen "nur ein Tropfen auf den heißen Stein" sei. "Für Menschenhändler ist das Geschäft risikoarm, denn seit 2004 gab es in Österreich nur sechs Verurteilungen, obwohl über 200 Täter ausfindig gemacht wurden." Das Problem sei jedoch strukturell. "Die Gesellschaft schaut weg, da Menschenhandel ein Markt mit Angebot und Nachfrage ist. Es sind unsere Männer, Väter und Brüder, die Frauen benutzen, und Zuhälter machen das Geschäft." Eine Systemänderung müsse daher bei den Beziehungen selbst ansetzen, analysierte die Ordensschwester. "Die Kirche könnte mehr Hilfestellungen liefern, wie Männer und Frauen ihre Beziehungen verantwortungsvoll gestalten. Sie traut sich jedoch in Sachen Sexualmoral kaum mehr etwas zu sagen."
http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/49924.html
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Amguid
Engagierter

Ich bin...: Sonstiges

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Zwar ein bissl neben dem Titel, aber doch nicht ganz.
Kennt die jemand? www.koopkoma.de
Impressum:
MADONNA e.V.
und
Kommunikations- und Beratungsstelle KOBER
in Trägerschaft des Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF-Dortmund)
Auf der Kober HP wiederum heisst es:
"... sowie durch Einwirkung auf die Öffentlichkeit im Sinne einer Entdiskriminierung und Entstigmatisierung von Prostituierten."
Dieses Statement im Zusammenhang mit einer katholischen Orga erstaunt mich. Aber vielleicht hab ich ja auch ein Vorurteil?
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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Da bin ich etwas geschockt, Amguid. Du möchtest einen Unterstützungsverein aufsetzen, kennst aber anscheinend nicht die Player im Bereich der Hurenbewegung und Hurenberatungsstellenbewegung. Dazu zähle ich jedenfalls Madonna, die die kommende Fachtagung Prostitution und den SWOD ausrichten (Madonna feiert diesen Monat ihr 20-Jähriges-Bestehen) und KOBER, die den berühmten Straßenstrich in Dortmund durch strukturelle Sicherheit und Straßenmöblierung aufgebaut und betreut haben, der kürzlich leider abgerissen wurden wegen dem ungelösten Migrationsproblem. Beide sind via BUFAS vernetzt mit uns.
Über beide Hilfsvereine und anerkannten Sexworker Beratungsstellen findest du viele Infos hier im Forum, wenn du die Suchfunktion bemühst.
Teilweise kann ich dir Recht geben, weil ich glaube dass diese Kooperation in Form von KOOP-KO-MA nicht mehr sehr produktiv ist, wie man an der Webseite erkennt. Denn es war ein gefördertes und damit befristetes Projekt, wo irgendwann die öffentlichen Zahlungen auslaufen. Es war also letztlich eine Initiative, um an Fördermittel zu gelangen, um die beiden NGOs der Helferindustrie zu stabilisieren. Das Drama aller Hilfseinrichtungen die PPP machen (private public partnership mit halbstaatlichen Aufgaben). Wegen Finanzknappheit gibt es auch Aspekte von Gegnerschaft zwischen Projekten am gleichen Ort. Es wird Zeit dass Sexworker ihre eigenen Institutionen haben (Abgesichert als Verein oder Stiftung) bzw. dass (Ex-)Sexworker per Quote in den bestehenden Hilfseinrichtungen professionel als Mitarbeiterinnen gleichberechtigt sind (Affirmative Action Policy / Sexworker Selbstermächtigungs Strategie (S³).
Auch muß ich dir recht geben was die Kontrolle durch die christlichen Kirchen betrifft, die vom Kopf her prostitutionsfeindlich sind. Beides habe ich genauer in dem Reader (PDF) zur Fachtagung/Sex Worker Summit 2009 beschrieben und mit Belegen verlinkt:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=61768#61768
Markt-Oligopol der christlichen Kirchen im Feld Sexworkerberatungsstellen:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=91434#91434
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Amguid
Engagierter

Ich bin...: Sonstiges

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Dein Link am Anfang Deines Posts ist seinerseits nicht mehr als ein Link zu etwas, das ich für potentiell interessant hielt.
Madonna ist mir durchaus ein Begriff. Wobei "kennen" sicherlich zu viel gesagt wäre. Kober und insbesondere Koopkoma waren mir in der Tat nicht bekannt.
Ansonsten teile ich persönlich Deine Einschätzung und danke für die weiterführenden Links.
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Aoife 
Admina


Ich bin...: SexarbeiterIn

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| nina777 hat folgendes geschrieben:
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Das Problem sei jedoch strukturell. "Die Gesellschaft schaut weg, da Menschenhandel ein Markt mit Angebot und Nachfrage ist. Es sind unsere Männer, Väter und Brüder, die Frauen benutzen, und Zuhälter machen das Geschäft."
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Absolut richtig - nur bleibt es nicht weniger richtig, wenn wir das Wort "Zuhälter" durch "soziale Institutionen, oftmals in kirchlicher Trägerschaft" ersetzen. Der grenzüberschreitende Import beispielsweise von Nonnen, die ihr zwar ordentlich mit dem Rest der Gesellschaft abgerechnetes Gehalt (fast) vollständig an den Orden abliefern müssen erfüllt alle Tatbestände des Menschenhandels. Und auch Billiglohn-Osteuropäerinnen beispielsweise in der Altenpflege sind nicht weit von der Menschenhandelsproblematik entfernt ... und die Gesellschaft schaut in beiden Fällen angestrengt weg, sieht weder Problematik noch vollendeten Straftatbestand ...
Bei diesem eigenen Involviertsein ist psychologisch selbstverständlich nachzuvollziehen, dass Sr. Mayrhofer nur mit einer paradoxen Scheinlösung aufwarten kann:
| nina777 hat folgendes geschrieben:
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Eine Systemänderung müsse daher bei den Beziehungen selbst ansetzen, analysierte die Ordensschwester. "Die Kirche könnte mehr Hilfestellungen liefern, wie Männer und Frauen ihre Beziehungen verantwortungsvoll gestalten. Sie traut sich jedoch in Sachen Sexualmoral kaum mehr etwas zu sagen."
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Tatasächlich sind die von ihr (IMHO nicht ganz zu unrecht) beschuldigten
| nina777 hat folgendes geschrieben:
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unsere Männer, Väter und Brüder, die Frauen benutzen
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ja keineswegs ausschließlich sexuell aktiv sondern konnten dank der von Sr. Mayrhofer vertretenen Kirche seit ca. fünf Jahrhunderten die gesamte Gesellschaft prägen ... das Problem ist also keineswegs dass die Kirche sich kaum mehr traut "etwas" zur Sexualmoral zu sagen, sondern dass dieses "etwas" seit einigen Jahrhunderten das Falsche ist ... mit genau den Folgen, die SOLWODI jetzt scheinbar beklagt.
Dabei könnte die Kirche auch in diesem Zusammenhang Nützliches sagen wenn man denn bereit wäre von den in der Bulle "Summis Desiderantes" von 1484 gemachten Behauptungen abzurücken .... St. Patrick und der Hl. Augustinus konnten ja auch noch eine menschengemäße Sexualmoral vertreten.
Selbstverständlich wird die Kirche das nicht machen - vielleicht die Angelegenheit etwas historisch relativieren zu versuchen, aber nicht Papst Innozenz VII in dieser Bulle erklärten Anspruch auf das Recht sämtliche Lebensbereiche der Bürger zu kontrollieren definitiv zum Irrweg erklären, denn auf diesem historischen Vorgang gründet sich der moderne Staat, und der ist für die Institution Kirche viel zu nützlich, als dass man ihm im Namen der Wahrheit und der Gerechtigkeit den Boden unter den Füssen wegziehen würde.
Und so wird es wohl dabei bleiben dass die VertreterInnen der Kirche die Auswirkungen der modernen Frauenfeindlichkeit ihrer eigenen Institution mit Krokodilstänen beweinen und sich wünschen man hätte den Einfuss zur angeblichen Lösung "mehr vom Falschen" durchsetzen zu können.
Die angesprochene "Systemänderung" würde helfen, davon bin auch ich überzeugt - aber leider bedeutet das Wort aus dem Mund einer SOLWODI-Sprecherin das exakte Gegenteil einer Systemänderung - was ja auch schon logisch klar sein sollte, eine Systemänderung kann nur am System selbst ansetzen, nicht an den vom System erzeugten Beziehungsmustern, dieses Vorgehen kann nur weiteres Leid erzeugen indem reale Menschen unter Druck gesetzt werden anderes Verhalten zu zeigen als es das übergeordnete System verlangt.
Liebe Grüße, Aoife
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Amguid
Engagierter

Ich bin...: Sonstiges

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Wenn eine katholische Nonne beispielsweise die Verwendung von Kondomen empfiehlt, kann sie aus dem Orden herausgeworfen werden (mir sind Fälle bekannt, wobei es allerdings schon ein bissl her ist, gilt auch für das Folgende, wenns besser geworden ist, mag mich jemand korrigieren).
Das ist besonders übel wenn die Nonne älter ist, gar um die 60. Denn Arbeit gibts keine mehr und eine "unabhängige" Altersversorgung findet nicht statt (keinerlei Versorgungsversicherung durch die Kirche). Zwangsläufige Folge: H4.
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Marc of Frankfurt 
SW Analyst


Ich bin...: SexarbeiterIn

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fraences 
ModeratorIn


Ich bin...: SexarbeiterIn

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PROSTITUTIONS-VERBOT
Evangelische Volkspartei will ein Verbot von Prostitution
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Die EVP-Nationalrätin Marianne Streiff (BE) hat in der Wintersession einen Vorstoss eingereicht, mit dem ein Prostitutionsverbot geprüft werden soll. Auch die Auswirkungen auf die betroffenen Frauen sollen geprüft werden. von Michael Hugentobler
Unter dem Titel «Stopp dem Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung» verlangt Nationalrätin Marianne Streiff (EVP, Bern) vom Bundesrat einen Bericht zur Bekämpfung des Menschenhandels.
Damit soll geprüft werden, inwiefern ein Verbot der Prostitution und des Kaufs von sexuellen Dienstleistungen in der Schweiz machbar wäre, schreibt die EVP in einer Medienmitteilung. Auch was die Folgen für die betroffenen Frauen wäre, soll beleuchtet werden. Schweden mache gute Erfahrungen mit dem 1999 eingeführten Verbot, Frankreich erwäge nun dieselben Massnahmen, so die EVP.
http://www.aargauerzeitung.ch/schwe....on-prostitution-125792207
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Marc of Frankfurt 
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