Ökonomie der Sexarbeit

Hier können SexarbeitInnen ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Arbeitsbedingungen beschreiben. Was erlebt Ihr alles in Eurem Beruf?
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Marc of Frankfurt
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Gestellte BILD-Reportage = Schleichwerbung?

#21

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Zulieferindustrie Sexwork



BILD:
Christian Strauß (29) beliefert 300 Sex-Appartements
Wenn er kommt, gibt’s Gummi!


Von MAIK BRODERSEN

Dieser Mann hat Hamburgs heißesten Job: Christian Strauß (29) ist Deutschlands einziger Ero-Butler!

Was das ist? Ganz einfach: Strauß beliefert Huren in Modellwohnungen auf Abruf mit all den Dingen, die in der Hitze der Nacht so gebraucht werden: Kondome, Dildos, Feuchttücher, Gleitcreme, etc., etc.

Hamburgs Ero-Butler Christian liefert alles
Christian zeigt Jana (20) eine Auswahl an sexy Dessous

Deutschlands
einziger
Ero-Butler

Sein Arbeitsplatz ist ein grüner Opel Astra – ein mobiler Erotik-Shop auf vier Rädern. Wenn Christian den Kofferraum öffnet, sieht man das Lager: Tausende von Kondomen, viele Pornokassetten, Dessous, Lackstiefel, etc. „Wenn den Damen etwas fehlt, rufen die mich an, und ich komme“, sagt Christian.

Seit Oktober 2007 ist der Erotik-Butler bei www.Modelle-Hamburg.de angestellt. Mehr als 600 Prostituierte bewerben dort ihre Dienste, die sie in ca. 300 Appartements anbieten. Und Christian Strauß bedient wiederum die Mädchen. Sein Angebot an die Liebesdamen: „Bleib im Appartement, ich besorge dir alles. Denn nichts ist schlimmer fürs Geschäft, als wenn ein Freier vor verschlossenen Türen stehen muss, weil das Mädchen einkaufen ist...“

Christians Handy klingelt, Eve (27) ist dran. „Sie braucht 100 Kondome“, sagt er. Christian springt ins Auto, fährt zum Bramfelder Dorfplatz. Dort arbeitet die Sex-Dame in einem Appartement. Über ihrem Bett klebt ein großes Werbeplakat für Bier – mit ihr als Reklame-Mädchen. Zweideutiger Titel: „Da wurde doch was gemacht!“ Eve (Oberweite 80 G): „Ja, das bin ich. Manche Freier sind ganz schön erstaunt...“ Sie freut sich, dass der Ero-Butler so schnell zur Stelle ist: „Mir sind die Gummis ausgegangen, gut, dass du da bist.“ Für 100 Kondome blättert sie 16 Euro hin.

Wieder klingelt Christians Handy. „Notfall bei Daisy“, grinst der Ero-Butler, „ich muss schnell in die Kollaustraße.“ Daisy (33) öffnet die Haustür, sie ist verzweifelt: „Ich hab bei einem Hausbesuch gestern meinen Dildo liegengelassen, und jetzt kommt gleich ein Kunde...“ Christian beruhigt die Blondine, für 15 Euro bekommt sie handlichen Ersatz.

Jetzt muss der Erotik-Butler schnell nach Borgfelde. Im „Haus La Rouge“ warten Mädels auf eine neue Dessous-Kollektion. Jana (20) aus Litauen ist begeistert: „Ohhh, das rote Höschen und dieser rote BH, die sind ja süüß.“

Frage an Christian: Mal ganz ehrlich, bei so vielen Mädchen, wird man(n) da nicht mal schwach? „Nein, niemals, Sex mit Kundinnen geht gar nicht! Außerdem habe ich eine Freundin, die mir 100 Prozent vertrauen kann.“

Sein lustigstes Erlebnis? Christian: „Ich bin kürzlich in eine Polizeikontrolle geraten. Zwei junge Polizistinnen forderten mich auf, den Kofferraum zu öffnen. Als die sahen, was da alles drin war, bekamen die einen knallroten Kopf, guckten sich an und sagten nur drei Worte: Schnell zumachen, tschüs.“

Original natürlich nicht ohne BILD:
www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/0 ... 14548.html

www.sexpoint-charlie.com





Solch ein Kondom-Dealer Geschäftsmodell, versuchen bisweilen auch Ex-Sexworker und Co. nach ihrer aktiven Zeit.
Insbesondere ist es ein zusätzlicher Arbsatzmarkt für Dienstleistungen im Sinne von KundInnenbindung von den den Sexmarkt kontrollierenden Marketing-Agenturen.

Das was früher ein potenter Vermittler oder ein geduldets gut eingelaufenes Bordell im Rotlichtviertel waren, sind im Informationszeitalter die Medienagenturen.
Und dieser BILD-Zeitungs-Artikel scheint dafür ein hervorragendes Schleichwerbebeispiel.

Vgl. dieses Beispiel:
http://sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=38536#38536





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Meditation zum Wirtschaftszyklus

#22

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Aktuelle Wirtschaftslage dargestellt als Uhr:
Denn alles Leben sind Zyklen und Perioden!

Talfahrt voraus - Kommen jetzt die 7 mageren Jahre?



Bild

Geschäftsklimaindex als Zyklus und Welle
2001 bis 2011


Quelle: IFO-Institut, Uni München
www.cesifo-group.de/link/10indexgsk
http://de.wikipedia.org/wiki/Ifo_Gesch% ... klimaindex

Wird sicher noch was dauern, bis Sexdienstleister so organisiert und akzeptiert sind, dass es einen eigenen Index für unsere Branche und die jeweilige Geschäftslage gibt.

Die Zyklus-Darstellung (Uhr, links) statt der Wellendarstellung (Zeitreihe, rechts) mag ungewohnt sein, ist aber ebenso intuitiv lesbar und sagt dasselbe aus.
Ferner ist sie mit den vier klassifizierenden Feldern (Boom..Abschwung..Rezession..Aufschwung..) recht ähnlich den von Managern und Entscheidern gewohnten Diagrammen der Boston Consulting Group.

Siehe das Posting "der Sexworker ist sein eigener Produktzyklus":
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=85196#85196

Interessanter Extremzyklus d.h. Megawelle in der Zeitreihe des Aktienvermögens. DAX-Langzeit-Chart zur Finanzkrise für InvestorInnen:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=29451#29451 (SW-only)





Was bedeutet Rezession:

Schrumpfen statt Wachsen
Konsolidieren statt Expandieren
Marktbereinigen statt neue Märkte schaffen
Aufs wesentliche Konzentrieren statt Neues ausprobieren
Ausatmen statt Einatmen
Winter statt Sommer
...

Eine Wirtschaft, die nur auf Wachstum aus ist, ist krank.
Erst die Verbindung von up and down erzeugt Form, Qualität und letztlich Schönheit...

In diesem Sinne - positiv denken.





.
Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 04.03.2011, 15:39, insgesamt 8-mal geändert.

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Pol. Orientierungswissen

#23

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Eine Wirtschaftsanalyse die die globalen Umwälzungen im Blick hat.


Bild

Buch von Loretta Napoleoni:
"Die Zuhälter der Globalisierung"


  • Der Englische Titel: "Rogue Economics: Capitalism's New Reality"
    Rogue engl.: Filou, Schalk, Schelm, Schlaumeier, Schlingel hier: Schurke. Aber nicht Zuhälter (Pimp)!!!

    Soweit zur deutschen Sprachregelung. Die Negativfolie allen Seins ist der Partner/Beschützer/Ausbeuter der Sexarbeiterin, der Zuhälter und das Wort Kapitalismus scheinen nur Kommunisten zu benutzen.


Die ital. Wirtschaftswissenschaftlerin, Autorin und auch Feministin untersucht in ihrem aktuellen Buch den ökonomisch-politischen Wandel seit Fall des eisernen Vorhangs (Globalisierung).

Am Anfang sieht sie Migrantinnen/gehandelte Frauen in die Sexarbeit z.B. in Berlin. "Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es eine regelrechte Flut von Prostituierten aus den ehemaligen kommunistischen Staaten", so die Journalistin. "Daneben gab es auch eine Unzahl von Sexsklaven. Die Mehrheit von ihnen wurde regelrecht gehandelt, und zwar im ehemaligen Westberlin. Von dort wurden sie überall hin verkauft und vermarktet. Das brachte mich auf die Spur. Ich wollte wissen, wie es möglich war, dass der Fall des Kommunismus und der Sieg der Demokratie solch katastrophale Zustände produzierten." [Quelle 3sat]

Doch sie sieht mehr:

Die politischen Umwälzungen haben Unsicherheit erzeugt. Aber auch ungewohnte Chancen. Dann hat die Gier sich bei den Krisengewinnern breit gemacht. Sie untersucht die Machenschaften und Allianzen von Korruption, Mafia.

Das nach dem Fall der Mauer entstandene Machtvakuum habe in einer Vetternwirtschaft interkontinentalen Ausmaßes eine Schurkenwirtschaft entstehen lassen. Als Geldwäscheexpertin hat sie das Ausmaß dieser Schattenökonomie berechnet. Diese kontaminiert die restliche Wirtschaft und das Gemeinwesen. Und davor gibt es kaum Schutz, denn die moderne deregulierte Wirtschaftswelt hat keine Regeln mehr (Neoliberalismus). Die Gier ebenso wie das Diktat des Geldes sind entfesselt.

Sie befürchtet das jetzige Weltwirtschaftssystem halte nur noch 10 Jahre. Wir erleben derzeit eine Krise wie beim Zerfall des römischen Imperiums, der industriellen Revolution oder der Weltwirtschaftskrise 1929.





Es gibt keine Regeln mehr und wir können auch unsere Produkte gar nicht mehr richtig kennen und beurteilen. Und das sind nicht nur über Berlin verschobene/migrierte Frauen aus Osteuropa, das sind die Goldwaren in den Luxuseinkaufsmeilen genauso wie der Fisch in unseren Supermärkten.

Statistisch gesehen kommt viel Gold z.B. aus Ost-Kongo aus Kinderarbeit und wird von Warlords über Uganda auf den Weltmarkt geworfen.

70 % des Fischs in England kommen aus illegalen Fängen der Russen, wo die Mafia die ehemalige Fischfangflotte übernommen hat.

... An vielen Produkten und Dienstleistungen klebe das Blut der Globalisierung und wir können es nicht einmal mehr feststellen.





Ein Gegenmodell sei das islamische Geldsystem. Die Scharia sichere letztlich eine ethischere Wirtschaftsweise. So sei die arabische Ökonomie völlig unbeeinflusst von der amerikanischen Immobilien Krise, weil es unethisch sei in reine zinsbasierte Finanzderivate zu investieren, wo Geld aus Geld aus Geld gemacht wird.





Für uns kleine Menschen hat sie erstaunliche Rezepte des Umdenkens. Nicht das nach Wohlstandstreben unserer Eltern sei zielführend, sonder ein Besinnen auf Qualität der Arbeit, der Produkte und des Lebens. Wir müssten uns damit abfinden, daß wir die Proletarier der neuen Weltzeit sein werden. Der Westen wird seine Führungsposition abgeben. Wer billig will, macht sich zum Hehler der Globalisierung. Verantwortliches Handeln kommt jeden einzelnen sehr viel teurer. Small is beautifull wird zur erneuten Maxime.





Homepage
http://www.lorettanapoleoni.org

Das Buch bei amazon:


Ihr vorletztes Buch:


Illegale Ökonomien:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 2655#32655





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Hanna
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#24

Beitrag von Hanna »

lieber Marc,

das ist m.E. schon sehr überzeichnet. aber das alles mit den gegenargumenten zu versehen würde mich wieder mind. einen Tag arbeit kosten und die zeit hab ichim moment nicht.

was mich immer wieder interessieren würde: was meinst eigentlich DU?

lg, Hanna
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zur Diskursform

#25

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Meine Meinung geht aus meinen Postings indirekt hervor und das ist gut so.





Sehr erfrischend finde ich die 'Wandlung' von Loretta Napoleoni bzw. ihrer Gedankenführung von der Feministin zur Globalisierungskritikerin, die fundiert Neoliberalismus und Wirtschaftsordnung anal-ysiert:
  • "Politicians are the great illusionists. ... the reason why they are illusionists is because politics has lost control of the economy. Politics should be a battle of ideas, it is not any more a battle of ideas. There is no left, there is no right. Politicians, what they do is, they create a basic economic condition for the individual and a corporation in order to grow economically, to become rich. But to hide this kind of transformation to hide the true nature of the state which has now become a market-state -- they project illusions. This is the key problem, that we, the people, are on the receiving-end of these illusions and often we don't know what is real and what is not.”

    — Loretta



Siehe auch diesen Kommentar zu ihrem Buch:
http://oe1.orf.at/highlights/125280.html





In diesem einzigartigen Portal von und für Sexworker haben wir fast so viel Leser wie the erotic review in den U.S.A. da sei es mir erlaubt auf dieser Bühne von Sexwork & Paysexkonsum, die subjektive Meinung etwas hinten an zu stellen.
Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 02.09.2008, 01:38, insgesamt 1-mal geändert.

Hanna
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Re: zur Diskursform

#26

Beitrag von Hanna »

sorry Marc aber
Marc of Frankfurt hat geschrieben:Sehr erfrischend finde ich die 'Wandlung' von Loretta Napoleoni bzw. ihrer Gedankenführung von der Feministin zur Globalisierungskritikerin, die fundiert Neoliberalismus und Wirtschaftsordnung anal-ysiert:
  • "Politicians are the great illusionists. ... the reason why they are illusionists is because politics has lost control of the economy. Politics should be a battle of ideas, it is not any more a battle of ideas. There is no left, there is no right. Politicians, what they do is, they create a basic economic condition for the individual and a corporation in order to grow economically, to become rich. But to hide this kind of transformation to hide the true nature of the state which has now become a market-state -- they project illusions. This is the key problem, that we, the people, are on the receiving-end of these illusions and often we don't know what is real and what is not.”

    — Loretta

ich finde die Meinungen dieser Frau leider überhaupt nicht erfrischend. Denn der Grund unserer heutigen Misere ist eben nicht, daß die Politik Kontrolle über die Wirtschaft verloren hat, sondern daß sie mindestens seit Beginn des vergangen Jahrhunderts hier ideologisch beladen immer massiver in die Wirtschaft hineinregiert hat. Und wenn man fundiert Neoliberalismus kritisieren will, sollte man sich erst mal um eine Begriffsklärung kümmern

z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus

für meine Sprachgebrauch gilt die erste Variante der Röpkes Erhards usw. Wer den Begriff in der zweiten Variante als sozialisischer Kampfbegriff a la Lafontaine verwendet, muß es sich gefallen lassen mit ihm in einen Topf geworfen und einer ernsthaften wirtschaftspolitischen Diskussion als unwürdig empfunden zu werden.

Bezüglich der schmerzhafte Folgen der Globalisierung verweise ich in Kürze auf folgendes:

- Grund ist eine assymetrische Entwicklung in dem Sinn, daß Wirtschaft sich schneller globalisiert als Politik (Schlafmützenhaufen, sieht man ja schon in der EU)

- man muß die historischen Wurzeln sehen. die Globalisierung versucht die wirtschaftlichen fehlentwicklungen auszugleichen die vorher durch ideologisch geprägt Politik erzeugt wurden.
z. B.
-Aberrationen in die Planwirtschaft (Rußland, China und Konsorten)
- Pseudofreiheit der westlichen Welt (EWG)die z.B. nicht in der Lage war z.Zt. des eisernen Vorhangs afrikanische Länder am Weltmarkt für Landwirtschaft teilhaben zu lassen.
- Abkehr der westlichen Welt von marktwirtschaftlichen Prinzipien seit Ludwig Erhard (1966ff) als Folge der Auswüchse einer Gefälligkeitsdemokratie des Wiedergewähltwerdenwollens immer mittelmäßiger werdender Berufspolitiker (m.E. aller Parteien).

die unreflektierte Verwendung dieses Kampfbegriffs "Neoliberalismus" und noch so eine paar andere Phrasen aus derselben Ecke ist für mich in diesem Forum ein Ärgernis. , dem konsequenter entgegenzutreten ich mir für die Zukunft vorgenommen habe!

Hanna
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Zusammenhänge und Parallelen

#27

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Fallstricke in
Geldwirtschaft und Kapitalismus



Wer nicht achtsam wirtschaftet, ist selbst schuld?
Wer nicht mit Geld richtig umgeht, macht Schulden?



Schulden beschneiden die Freiheit und erzeugen Zwang.



Und wenn es hart kommt, d.h. Profiteure das System ausnutzen:
  • Aus Hypothekenschulden kann folgen: Zwangsversteigerung
  • Aus Reiseschulden kann folgen: sog. Zwangsprostitution.


    Schutzgesetz für Kreditschuldner: Risikobegrenzungsgesetz
    (Alles bleibt erlaubt, was nicht verboten ist)

    Verbotsgesetz für Sexarbeit-Kreditgeber: Menschenhandelsparagraphen in StGB
    (Alles ist Verboten, was nicht erlaubt wurde)
Business ist nicht gleich Business. Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere sagen Gesetz und Gesetzgeber und setzen diskriminierende Rahmenbedingungen. Der moralische Blick auf Opferfrauen und Betreibertäter, der teilweise durch geneigte Studien legitimiert wird, begründet diese Rechtslage. Alle Menschen sind gleich, und manche gleicher?





.
Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 28.06.2008, 02:15, insgesamt 1-mal geändert.

Hanna
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Re: Zusammenhänge und Parallelen

#28

Beitrag von Hanna »

hi Marc,
damit du nicht immer mit dir allein diskutieren mußt, gestatte mir ein paar Anmerkungen:

1. unser westliches System würde ich nicht als Kapitalismus bezeichnen, schon weil dieser Begriff ideologisch aufgeladen ist, es ist eine Mischform aus marktwirtschaftlichen ("kapitalistischen") und planwirtschaftlichen Elementen

2. bezüglich deiner Anmerkung:
Marc of Frankfurt hat geschrieben: Wer nicht achtsam wirtschaftet, ist selbst schuld?
Wer nicht mit Geld richtig umgeht, macht Schulden?
hier ist IMHO kein Fragezeichen angebracht, sondern eher ein Ausrufezeichen oder ein Punkt

3.
Marc of Frankfurt hat geschrieben: Und wenn es hart kommt, d.h. Profiteure das System ausnutzen:
Aus Hypothekenschulden kann folgen: Zwangsversteigerung
ich würde hier noch nicht von "Profiteuren" sprechen. Wer Schulden macht hat, halt die Verpflichtung sie zu bedienen. Willst du die Vertragsfreiheit aushebeln?
ich kann mir denken worauf sich deine Kritik bezieht - aber es steht nicht da und was dasteht ist mir zu pauschal

lg, Hanna
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Lohndumping verstehen

#29

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Sehr guter Aufsatz:


Ökonomie Basiswissen für

Lohn-, Preis- und Einkommensdebatten


Dr. Stefan Welzk: Kombi- kontra Mindestlohn:


Menschenwürde in der Arbeitswelt heißt:
Jeder muß von seiner Arbeit leben können.

Früher galt sogar die Norm, jemand müsse von einem Vollzeitjob eine Familie ernähren können. Aber die Frauenemanzipation hat manches verändert, nichtzuletzt auch zugunsten der Arbeitgeber.

Heute wollen Arbeitgeber und deren pseudo-liberale Wirtschaftstheoretiker, daß andere Familienmitglieder mitarbeiten/-bezahlen bzw. der Sozialstaat soll Kombilöhne subventionieren.

Gerechte, sichere und selbsterarbeitete (Mindest-)löhne sind ein Kriterium für gesellschaftlich-wirtschaftliche Integration und damit stabile Demokratie. Keiner will vom Amt abhängig sein sondern wird evt. lieber Sexarbeiter.

Mindestlöhne schaffen, sagen die Gegner, keine Arbeitsplätze, wollen sie aber auch gar nicht. Sie sichern nur, daß Einkommen auf fairem überlebenssicherndem Niveau bleiben und dies in den Preisen marktwitschaftlich sichtbar bleibt.

Kombilohn ist nur auf den ersten Blick für alle Beteiligten sinnvoll. Doch Drehtüreffekt verdrängt unsubventionierte Arbeit zusätzlich. Es ist ein sozialistisches Instrument und sollte auf Ausnahmen beschränkt sein.

Marktwirtschaft und Liberalismus fordern clevere Steuerungslösungen, die keine Kosten produzieren im Kampf gegen systemzerstörerische Effekte und keine sozialistischen die Marktintelligenz aushebelnde Subventionslösungen für Risiken, die die Industrie scheinheilig abwälzen und sozialisieren will.





Bild





Lohndepression - Working Poor - Ruinnöser Lohnwettbewerb

Das ist so ein selbstzerstörerischer zusammengesetzter Effekt aus:

1. Kaufkraftzusammenhang
d.h. Bei sinkendem Lohn sinkt Nachfrage sinkt Arbeitsbedarf.

2. Kompensationseffekt
wg. geringe Einkommenelastizität bei geringem Einkommen. Menschen brauchen eine Mindestgeldmenge und versuchen dann trotz sinkender Einnahmen (Löhne, Umsätze) mehr zu arbeiten.

Kombination von 1. + 2. erzeugt einen Lemmingeffekt freier ruinöser Lohnkonkurrenz ins Lohnpdumping (Lohn unter Existenzminimum), wenn kein Mindestlohn/Existenzminimum als Kostenuntergrenze und gesellschaftliche Schwelle eingebaut wird. Der Kunde (Arbeitgeber) kauft hier schlicht das billigste und deshalb versagt der Markt. Bei Marktversagen sind Freihandelslehre und Liberalismus nicht zu gebrauchen.

Historisches Vorbild Industrialisierung:
Technischer Fortschritt schuf selbstverstärkende Massenarbeitslosigkeit. Prostitutionsangebot steigt. Sogar Kinderarbeit entstand ("Kinderlöhne erzeugen Kinderarbeit").





Aber Löhne sind nicht nur Marktpreise für Produktivität der Arbeit im globalen Wettbewerb, sondern auch tradierte, regionale und erkämpfte Festsetzungen von Klassen und Standesorganisationen. Es gibt bei Freien Berufen (vgl. Zünfte) bereits zahlreiche Mindestlohnregelungen wo Marktkonkurrenz ausgeschaltet ist. Privileg nur für Besserverdienende?

Ferner stehen lokale Hungerlohnbranchen (Hotel-Zimmermädchen, Friseure) nicht notwendigerweise im Globalisierungswettbewerb. Ausnahme Sexwork?





Ganzer Aufsatz (länglich) auch hier:
www.blaetter.de/artikel.php?pr=2786
Dort auch: „Soweit die Näherinnen einen unsittlichen Lebenswandel führen, dürften sie hierzu vornehmlich durch ihren geringen Verdienst veranlassst werden.”
Studie Bund deutscher Länder 1884
[leider ohne genaueres Zitat].

Hat auch dieses Geldbuch geschrieben:
www.amazon.de/dp/3871343471/
Es warnt vor den Fallen beim falschen Umgang mit Geld,
wofür es keinen Beipackzettel mit Warnung vor Nebenwirkungen gibt.

Diskussion über Preisdumping
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=781





Arbeitswerttheorie (vgl. Mehrwertproduktion und -beschneidung)

von Adam Smith bis Karl Marx: Werte werden (nur) durch menschliche Arbeit (des Arbeiters, Entscheiders) geschaffen (statt durch Maschinen, Kapital) ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitswerttheorie





Verelendungstheorie (Pauperismus, vgl. Preisdumping, working poor, Lohndepression, -sklaverei)


Der Lohn schwankt bei vollkommener Konkurrenz unter den Bedingungen eines schrankenlosen Kapitalismus stets um das Existenzminimum.

[Ferdinand Lassalle (1825-1864), Wegbereiter der deutschen Sozialdemokratie und erstem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, einer Vorgängerorganisation Sozialistische Arbeiterpartei SAP bzw. der späteren SPD
www.de.wikipedia.org/wiki/Ehernes_Lohngesetz ]


„Der Arbeiter wird zum Pauper, und der Pauperismus entwickelt sich noch schneller als Bevölkerung und Reichtum.“

[Karl Marx und Friedrich Engels: Das Kommunistische Manifest, 1848
www.de.wikipedia.org/wiki/Verelendungstheorie ]


»Infolge der gegenseitigen Konkurrenz der Arbeiter untereinander bleibt der Arbeitslohn auf das Existenzminimum beschränkt. Die Arbeiter müssen ihre Ansprüche um die Wette herabsetzen. So kommt es dann tatsächlich in allen Arbeitszweigen schließlich so weit, daß der Lohn nur gerade hoch genug ist, um dem Arbeiter seine Subsistenzmittel zu beschaffen.«

[Wolf Wagner in "Verelendungstheorie – die hilflose Kapitalismuskritik" 1976
http://aristo.excusado.net/comments.php ... 108-002200 ]

Aktiengesellschaft, Arbeitsrecht & Sklaverei. Zusammenhänge erklärt von Dr. rer. pol., Dipl. Kfm. André Presse (BGE-Diss 2009):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=118687#118687


Bild
Überangebot an armen Menschen führt sogar zur Versklavung
[Modern day slavery, Prof. Kevin Bales, London
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=81862#81862 ]


Die Arm-Reich-Schere geht immer weiter auseinander (Meudalismus):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=69170#69170


Die Verschuldung und Zinseszinseinnahmen bzw. Forderungen steigen ins unermeßliche, bevor es zu einem neuen Crash, Wirtschaftskrise, Radikalisierung oder Krieg kommt (Geldsystem):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=49721#49721


Marketing für Sexworker: Die Preis-Absatz-Funktion (PAF):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=98185#98185


Arbeitsmarkt und Sexdienstleistungsmarkt sind unperfekte Märkte:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=98835#98835


Signalfunktion Preis: Eine asymmetrische Informationsverteilung zwischen Verkäufer und Käufer, d.h. fehlende Information beim Käufer über Qualität hat eine zunehmende Preisfetischisierung nur auf das Kriterium "billig" zur Folge. Qualitative Anbieter verschwinden vom Markt.

Saure Gurken Problem
The Market for Lemons
http://de.wikipedia.org/wiki/Saure-Gurken-Problem 1970 von George A. Akerlof
http://de.wikipedia.org/wiki/Adverse_Selection Negativauswahl
http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Dilemma

Rationalitätenfalle
http://de.wikipedia.org/wiki/Rationalit%C3%A4tenfalle
http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma
Moral Hazard
http://de.wikipedia.org/wiki/Moral_Hazard
...

Saure-Gruken- / Lemmon Problem
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=111485#111485

Emi Koyama: Prostitutionsgegner benutzen falsche neo-klassisch, ökonomische Argumente, um Prostitutionsnachfrage einzudämmen
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=123529#123529





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 06.09.2012, 22:41, insgesamt 24-mal geändert.

Hanna
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Re: Wirtschaftzusammenhänge

#30

Beitrag von Hanna »

Hallo Marc,
hab dich mal kursiv gedruckt und meinen Senf dazugetan

Menschenwürde in der Arbeitswelt heißt:
Jeder muß von seiner Arbeit leben können.

kann man in D. Wenn bei uns jemand verhungert, dann nur wg. Betreuungsmangel (z.B. Kleinkinder, Pflegebedürftige!)


Früher galt sogar die Norm, jemand müsse von einem Vollzeitjob eine Familie ernähren können. Aber die Frauenemanzipation hat manches verändert, nicht zuletzt auch zugunsten der Arbeitgeber.
aber die Emanzipation der Frau wurde von uns selbst angestrebt, nicht von den Arbeitgebern! Die haben z. Zt. mit bürokratischem Scheiß wie Gleichstellungsgesetz zu kämpfen

Heute wollen Arbeitgeber und deren pseudo-liberale Wirtschaftstheoretiker, daß andere Familienmitglieder mitarbeiten/-bezahlen bzw. der Sozialstaat soll Kombilöhne subventionieren.
das ist doch alles nicht von den Arbeitgebern angestoßen worden! s.o. Wen du mit "pseudoliberal" meinst weiß ich nicht
Kombilöhne sind nur eine Hilfskrücke um die Verwerfungen durch den Fall des eisernen Vorhangs abzufedern. ist ne unbefriedigende Krücke, geb ich zu. aber auch argumentativ aus der Not heraus entstanden, um sich gegen die Forderung nach Mindestlöhnen zu wehren

Gerechte, sichere und selbsterarbeitete (Mindest-)löhne sind ein Kriterium für gesellschaftlich-wirtschaftliche Integration und damit stabile Demokratie. Keiner will vom Amt abhängig sein sondern wird evt. lieber Sexarbeiter.
was ein gerechter Lohn ist weiß ich nicht, aber man sollte es den Tarifparteien überlassen. Mindestlöhne sind ein ordnungspolitischer Sündenfall und nie sicher.
Bezüglich Mindestlöhne für DEUTSCHLAND muß man zwei Dinge sehen: Deutschland liegt an der Nahtstelle zu den Billiglohnländern des Ostens und ist daher mehr unter Druck als andere europäische Länder,die sich einen Mindestlohn (der außerdem zumeist niedriger angesetzt ist und wo ich das Gefühl habe das ist ein bißchen Kosmetik) leisten können. Speziell der Osten Ds ist durch Industrie- und Kapitalschwäche gekennzeichnet, da halte ich das für nicht machbar.
Was mich ferner stört ist die Höhe des postulierten Mindestlohns. 9,80 Euro für Briefträger halte ich für zu hoch, wenn z.B. der Anfangslohn in der Zeitabeit bei 7-7,5 Euro liegt. Bezüglich der Friseure bitte Trinkgelder nicht vergessen!

Mindestlöhne schaffen, sagen die Gegner, keine Arbeitsplätze, wollen sie aber auch gar nicht. Sie sichern nur, daß Einkommen auf fairem überlebenssicherndem Niveau bleiben und dies in den Preisen marktwirtschaftlich sichtbar bleibt.
ein Mindestlohn ist ein planwirtschaftliches Element . Marktwirtschaft bez. Löhne s.o.


Kombilohn ist nur auf den ersten Blick für alle Beteiligten sinnvoll. Doch Drehtüreffekt verdrängt unsubventionierte Arbeit zusätzlich. Es ist ein sozialistisches Instrument und sollte auf Ausnahmen beschränkt sein.
einverstanden,s.o.

Marktwirtschaft und Liberalismus fordern clevere Steuerungslösungen, die keine Kosten produzieren im Kampf gegen systemzerstörerische Effekte und keine sozialistischen die Marktintelligenz aushebelnde Subventionslösungen für Risiken, die die Industrie scheinheilig abwälzen und sozialisieren will.
ich ahne was du meinst, aber kannste dich mal etwas verständlicher und mit weniger substantivischen Zusammenballungen ausdrücken! Es ist jetzt 0.45h. bißchen Service für den Leser! *grummelbrummel*

Lohndepression - Working Poor - Runinöser Lohnwettbewerb

Das ist so ein selbstzerstörerischer zusammengesetzter Effekt aus:

1. Kaufkraftzusammenhang
d.h. Bei sinkendem Lohn sinkt Nachfrage sinkt Arbeitsbedarf.

2. Kompensationseffekt
wg. geringe Einkommenelastizität bei geringem Einkommen. Menschen brauchen eine Mindestgeldmenge und versuchen dann trotz sinkender Einnahmen (Löhne, Umsätze) mehr zu arbeiten.

Kombination von 1. + 2. erzeugt einen Lemmingeffekt freier ruinöser Lohnkonkurrenz ins Lohnpdumping (Lohn unter Existenzminimum), wenn kein Mindestlohn/Existenzminimum als Kostengrenze und gesellschaftliche Schwelle eingebaut wird. Der Kunde Kauft das billigste und der Markt versagt hier.

Historisches Vorbild Industrialisierung:
Technischer Fortschritt schuf selbstverstärkende Massenarbeitslosigkeit. Prostitutionsangebot steigt. Sogar Kinderarbeit entstand ("Kinderlöhne erzeugen Kinderarbeit").


werte das jetzt mal als historschen Exkurs, das fand so in D in den 90er Jahren nicht statt, sondern wir sind bez. Kaufkraft in den letzten 10 Jahren so 10-20% runtergekommen, aber wir waren vorher wirklich Weltspitzenreiter! Jetzt stehen wir bei der Lohnhöhe immer noch besser da als in der Pisastudie bei der Schulbildung.


Aber Löhne sind nicht nur Marktpreise für Produktivität der Arebeit im globalen Wettbewerb, sondern auch tradierte, regionale und erkämpfte Festsetzungen von Klassen und Standesorganisationen. Es gibt bei Freien Berufen (vgl. Zünfte) bereits zahlreiche Mindestlohnregelungen wo Marktkonkurrenz ausgeschaltet ist.

bei den Schornsteinfegern sind sie schon am Abschaffen.
und z.B: Rechtsanwälte: glaubst du im Ernst das geht immer nach Gebührenordnung??
Bei den Ärzten geb ich dir recht, das Gesundheitswesen in D ist aber im Wesentlichen ein planwirtschaftliches System
im übrigen empfehle ich dazu die Lektüre der Vorrede die Lektüre von Shaws (ein bekennender Sozialist!!) , "der Arzt am Scheidewege", wo er über den 6 Pence-, den 5 Schilling- und den 5 Pfund-Arzt schreibt


Ferner stehen lokale Hungerlohnbranchen (Hotel-Zimmermädchen, Friseure) nicht notwendigerweise im Globalisierungswettbewerb. Ausnahme Sexwork?
s.o., manche dieser Jobs muß man auch als Einstiegsjobs sehen.
Du fängst halt im Grandhotel als Page an...


lg und gut Nacht, Hanna

PS: Gestatte mir mal eine persönliche Frage:hast du eigentlich mal irgendwo in der freien Wirtschaft gearbeitet?
Augen gab uns Gott ein Paar / um zu schauen rein und klar / um zu GLAUBEN was wir lesen / wär ein Aug' genug gewesen (aus HH. zur Teleologie)

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Kirche verdient mit Erotik und Hurenbüchern?

#31

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Weltbild und die Bischöfe

"Geld verdienen mit Sex und Porno"



Der Weltbild-Verlag ist ein katholisches Unternehmen und wächst rasant. Zu rasant? Nun erwägen die Bischöfe den Verkauf des Konzerns. Hat der Vertrieb von erotischer Literatur damit zu tun?


Zu den besten Geschäftemachern im deutschen Medienmarkt gehört seit einigen Jahren die katholische Kirche. 14 Diözesen besitzen die Weltbild-Gruppe in Augsburg, die rasant zulegt - und doch denken die katholischen Bischöfe in Deutschland nun über den Verkauf des Konzerns nach.

Weltbild ist als Buchverlag, Buchhändler und Versender aktiv. Die 14 Bistümer und die Soldatenseelsorge Berlin, denen die Augsburger Gruppe gehört, seien nun "in einer sorgfältigen Prüfung der Frage, welche Gesellschafterstrukturen für ein weiteres langfristiges und kontinuierliches Wachstum des Unternehmens sinnvoll sind" ... Im Klartext: Die Kirche stellt Weltbild zum Verkauf.



Eine Frage der Größe

Größe allein hat die Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte eher selten Schwindelprobleme bereitet - möglich ist aber, dass die Kirche im Fall Weltbild ein Problem der pikanten Art quält: Ein Verlag dieser Größenordnung kann sich der Vielfalt von Themen nicht erwehren. Wer auf buecher.de, einem Ableger der Gruppe, den Suchbegriff "Erotik" eingibt, findet inzwischen 4364 Treffer. Zuoberst: "Die Lehre der Lust. Kleine Hure." Darunter: "Die Unterwerfung der Hure Zarah". Und darunter der Titel: "Geld verdienen mit Sex, Erotik und Porno".

Natürlich werden unter "Top-Themen" auf der Website von Weltbild der Bestseller "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche oder die DVDs der Serie "Sex and the City" offeriert. ...

Es geht eben sehr weltlich zu bei diesem Unternehmen der Kirche. Es handelt sich insgesamt um einen großen Verbund, bei dem sich Schlüpfriges geradezu sachnotwendig einschleicht. Weltbild ist zum Beispiel am größten deutschen Buchhändler Hugendubel beteiligt; gemeinsam betreiben sie auch Buchhandlungen in den Karstadt-Kaufhäusern.

Die Onlineshops, darunter buecher.de, haben den Umsatz 2007/08 um 37 Prozent auf 451 Millionen Euro gesteigert und stehen inzwischen für 23 Prozent des Umsatzes im Konzern. Zu den 520 Buchhandlungen - darunter 330 unter der Marke Weltbild - sollen noch weitere hinzukommen.

Das vergangene Geschäftsjahr schloss Weltbild mit einem Umsatzsprung um 21 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro ab. Die Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben 7.400 Mitarbeiter. ...


Über die Gründe, den Augsburger Verlag zu verkaufen, kann nur spekuliert werden: Ist der Konzern einigen Gesellschaftern zu schnell gewachsen? Leidet darunter wirklich das christliche Weltbild des Unternehmens? Wie sehr ist den Katholiken der Vertrieb von erotischer Literatur ein Dorn im Auge?

Der Vorsitzende der Weltbild-Geschäftsführung, Carel Halff, räumte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen ein, die Wachstumsperspektiven seien "über die ursprünglichen Kernvorstellungen der Bischöfe" hinausgegangen.

Das kann nur heißen: Die katholische Kirche ist vom eigenen Erfolg überrollt worden.



(sueddeutsche.de/rtr/rus)
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/65/184487/

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Bordell-Preistafel

#32

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Rassismus im Paysex


Ökonomie-Grundgesetz von Angebot und Nachfrage




Bild

100 HKD = 8 EUR (Hong Kong)
100 TWD = 2 EUR (Taiwan)
100 CNY = 9 EUR (China)

Welt-Preisvergleich Paysexpreise:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 8073#38073 (SW-only)





.

CK
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Re: Bordell-Preistafel

#33

Beitrag von CK »

Jetzt entdecke ich erst diese Diskussion hier. Interessant ! Den Ausführungen Hannas kann ich aber egtl. nur zustimmen als Liberaler und unterschreibe sie daher einfach mal :003

@Marc: Nichts für ungut, aber ich weiss nicht ob man da von Rassismus sprechen kann. Ich denke Preise bilden sich stets nach Angebot und Nachfrage auf einem Markt, wieso sollte das bei Paysex anders sein ? Wenn die malaysischen Frauen weniger gefragt sind, muss das nicht daran liegen, dass die Kunden Rassisten sind (auszuschliessen ist es natürlich nicht, dass auch solche darunter sind, aber hey, Vertragsfreiheit gilt auch für Rassisten), vlt. finden sie diese bloss nicht so hübsch. Wieso auch immer...

Ausserdem stehen Freier oft auf exotische Frauen. Im asiatischen Raum sind Frauen aus dem Osten Europas halt etwas Besonderes und vermutlich Seltenes. Knapperes Angebot und/oder höhere Nachfrage => höherer Preis.

In Deutschland sind wiederum Asiatinnen sehr gefragt. Nicht zu unrecht, denn es sind gute DienstleisterInnen. Auf St.Pauli habe ich im März eine noch recht junge Thai besucht, absolut empfehlenswert und liebenswürdig ... solche Erlebnisse prägen und vlt. besucht man dann beim nächsten Mal wieder ne Thai und treibt so die Thai-Preise in die Höhe ...

Die Marktwirtschaft ist nicht rassistisch, die Menschen sind es höchstens. Die Marktwirtschaft ist jedoch meritokratisch und diskriminiert somit nach "Leistung", so mancher Linke schreit daher "Sozialdarwinismus", das hat aber mit Rassismus nichts zu tun.

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Über den Zwang ökonomisch kalkulieren zu müssen

#34

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Bild



Finanzielle Aspekte

der interkontinentalen Pendlermigration
in der Sexarbeit



Eine Reise in die Sexarbeit aus Lateinamerika nach Deutschland bedurfte einer Vorfinanzierung für Flugkosten, Showmoney, Kaution an hiesige Vermieter/Betreiber, erste Zimmermiete und Lebenshaltungskosten in der ersten Zeit hier.

Die Einstiegs-Investititons-Summe in die interkontinentale Pendlermigration Sexarbeit betrug Mitte der 90er Jahre maximal 5.400 DM (2.700 Euro).

Das war das 54-fache dessen, was 1988 eine Stenotypistin in Kolumbien monatlich verdiente (3,75 Jahresverdienste).

Bei den hohen Inflationsraten in lateinamerikanischen Ländern, hatte niemand 50 Monatsgehälter auf der hohen Kante;
die Mehrheit der Frauen mussten also Schulden machen.

16 % der Frauen bezahlten die Kosten aus eigener Tasche,
84 % lieh sich das Geld.

Wer waren die Kreditgeber?
67 % Kolleginnen aus Frankfurt
11 % Familienangehörige
15 % private Geldverleiher
7 % unklar

Zum Zeitpunkt der Befragung hatten
16 % keine Schulden, weil sie kein Geld geliehen hatten
48 % keine Schulden mehr, weil die Schulden bereits abbezahlt waren
34 % hatten noch Schulden (waren erst 2,5 Monate hier)

Nach 3 Monaten waren die Frauen in der Regel schuldenfrei,
was sich angesichts der Verdienstmöglichkeiten in der Frankfurter Bordellprostitution leicht erklärt.





Fazit:

Vom Schuldenkreislauf (Schuldknechtschaft, Zinswucher-Fallen etc.) konnte keine Rede sein.
Es handelte sich im wesentlichen um eine selbst organisierte Prostitutionsmigration, nicht aber um eine Form des "sogenannten Menschenhandels".





Quelle und Links:

Juanita Henning: "Kolumbianische Prostituierte in Frankfurt - Ein Beitrag zur Kritik gängiger Ansichten über Frauenhandel und Prostitution", Lambertus-Verlag 1997.

Fortbildung für Lehrer vom Verein
www.donaCarmen.de

Migration vs. Menschenhandel:
viewtopic.php?t=1064

Genauere Kalkulationen u.a. in diesem Fachbuch:
viewtopic.php?p=35622#35622

und im Thema "Sexarbeit und Geld" (sw-only):
viewtopic.php?t=1588

Menschenhandelsprozess gegen Nigerianerinnen in Bonn zeigt deren Kalkulationen:
viewtopic.php?p=88954#88954

Geldsystem und Sexarbeit
Wie sich der Unterschied zwischen Schmuggel und Menschenhandel finanztechnisch erklärt:
viewtopic.php?p=108002#108002





.
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Rechnen mit Kugeln auf der Stange

#35

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Im ältesten Gewerbe muß man/frau ganz gut rechnen können (s.o. ;-)

Hier ein Anleitungsvideo für die älteste Rechenmaschine :-)



Video zu allen Grundrechenarten auf der "Kinderrechenmaschine", Abacus, die es schon seit über 3.000 Jahren gibt. Klick auf "Link":

[youtube][/youtube]

Heinz Molter vom Deutschen Museum, München zeigt, wie schnell es geht bei komplizierteren Rechnungen.



Mehr:
http://de.wikipedia.org/wiki/Abakus_(Rechentafel)

So rechnet man/frau heute:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 2338#92338 (WolframAlpha)

Nachtrag
Abacus hieß auch der größte Finanzbetrug von Goldman Sachs gemeinsam mit seinem Kunden und Hedgefond Manager Paulson & Co (CDO collateral debt obligations Hypothekenkredite 2007). Das waren gleichzeitig Wetten gegen die eigenen Bankkunden denen man die aufgelegten Abacus Zertifikat untergeschoben hatte, wie z.B. die dannach pleitegegangene Deutsche IKB-Mittelstands-Bank in Düsseldorf zu Zeiten der geplatzte Immobilienblase und Weltfinanzkrise...
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Pauls ... rime-Krise





Bild

Kostenloses Fachbuch downloaden


Besser noch sind on-line Tabellenkalkulation z.B. in der Google Cloud:

www.bit.ly/sexworkerccc - collaborate cloud computing - gemeinsame offene Rechenblätter





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Demographie und Paysex-Nachfrage

#36

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Stadt vs. Land
Zur Sexbiz Standortplanung:



Gender imbalance could drive tours of booty


By Sean Plambeck

September 01, 2008 12:00am
Article from: NEWS.com.au


A STUDY showing where men outnumber women could be used by travelling prostitutes as a guide for what towns to visit, an academic says.
Dr John Scott, an expert on rural prostitution from the University of New England in northern New South Wales [Australien], says the advent of mobile phone and internet technologies has made it possible for prostitutes to go on tours of booty through country areas.

[Strukturwandel getrieben durch technischen Fortschritt findet auch im SexBiz statt. Anm.]

"They can now go from town to town, almost like a musician, by putting a message on a website saying 'This is when I'll be here so call me to make a booking,'" Dr Scott said.

[Sexarbeiter = Wanderarbeiter (vgl. China). Anm.]

"It wasn't possible before mobile phones because if a woman put her number in the local paper she'd get a call from the cops but it can be very lucrative now."

And he says demographer Bernard Salt's new book Man Drought and Other Social Issues, which identifies areas with a gender imbalance, could point the way for enterprising prostitutes to head.

The book says there is a man drought in the cities, the gender mismatch is often the opposite in the bush, particularly in remote areas.

[Großstadt: Männermangel und Frauenüberschuß]
Umland: Männerüberschuß
(Sind wg. des Patriachats Männer sesshafter oder weil sie traditionell fürs 'Nestbauen' zuständig sind?) Anm.]

"We've found that a lot of the women working in rural areas have been in the industry longer than in the cities," Dr Scott said.

[Nachhaltigeres Arbeiten ist auf dem Lande möglich!]

"They've moved from working in the city, to the suburbs and then to the country as they get older.

[Arbeitsplatz für ältere Sexworker auf dem Lande!]

"They are savvy women and they're aspirational so they could be reading this report and the enterprising ones will see the opportunities it contains."

Dr Scott says a town with a population of 25,000 people would generally have a profitable brothel operating in it and in his research he had interviewed women as old as 70 who were supporting themselves by selling sex.

Original mit Links
http://www.news.com.au/story/0,23599,24 ... 65,00.html

Fachbuch:
Scott, J. 2005
How Modern Governments Made Prostitution a Social Problem: Creating a Responsible Prostitute Population.
Edwin Mellen Press, New York.





Aber beachten:
Sperrbezirksregeln und Ausübung der verbotenen Prostitution:
viewtopic.php?t=3270

Weiteres zur Standortplanung:
viewtopic.php?p=19863#19863 (sw-only)





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Paysex = sticky consumption

#37

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Wirtschaftsanalyse in der Rezession
Sexbiz Australien:


With all the busts [Pleiten] the sex industry booms


By Sean Plambeck
September 01, 2008 12:00am
Article from: NEWS.com.au


AUSTRALIANS spent $1.13 billion on prostitutes and strippers last year, business analysts say.

And despite concerns of rising fuel prices and a slowing economy the sex industry would grow at 8.1 per cent to $1.22 billion this financial year.

Neil Gilmore, owner of Gold Coast brothel Pentagon Grand, said he was confident there would always be demand for the world's oldest profession.

“In economic terms, the sex industry does enjoy so-called sticky consumption in that, like tobacco and alcohol, consumption levels remain relatively strong compared with other products during economic downturns,’’ Mr Gilmore said.


IBISWorld says prostitutes in brothels generate the biggest share of revenue, with street walkers accounting for about 15 per cent of revenue.

The next largest "product segments" are strippers at 12 per cent and escorts at 8 per cent.

And it seems an economic bust may produce a boom for the sex industry.

Mr Gilmore said compared to a night out trying to woo a woman the brothel's services - starting at $150 for 30 minutes - could be cost effective.

"If you're going out to a pub you're buying drinks to get yourself and the girl in the mood, then there's dinner and a cab," he said.

"If you go to a brothel it is guaranteed. You might have to wait in line but you are going to get laid."

And at least one brothel, The Site in the Sydney suburb of Parramatta, offers 20 cent per litre fuel discount vouchers to promote its business.

Fiona Patten the chief executive of the Eros Association, which represents adult retail and entertainment companies, said these related industries would also feel the pinch of an economic downturn but not too badly.

"We are somewhat shielded as in hard economic times people spend more time at home. Our products offer an inexpensive past time so we're seeing that DVD sales have not been hit as hard," she said.

"Sex is a pretty basic part of life. It is like eating – if we don't do it we're not going to be around for very long.

"And, to extend that analogy, not everyone can afford to eat out at a restaurant but they'll still need to have a meal at home."

IBISWorld calculates the average industry wage at $29,745 but many sex workers and strippers work only part-time or do not declare their income to the tax office.

This wage is "still attractive to the mostly unskilled workers that enter this industry".

But while some may be turn to prostitution in harsh economic times Mr Gilmore believes there is another reason the supply is increasing.

"The Y generation guys aren’t a big market for us but that generation has provided us with more girls willing to work than I've seen before," he said.

"The Y generation girls do not have a problem rooting for money.

"They probably don't have the work ethic but they love money and want to keep their party lifestyles. And by working here they can make plenty of money and set their own hours."

Mr Gilmore said this "higher quality of women to choose from" would help his business grow but IBISWorld sees other factors at play.

They predict tourism growth, falling marriage rates, relaxation of legislation on the industry, more female customers and the availability of sexual material on the internet and other media would also bolster the sex industry.

http://www.news.com.au/story/0,23599,24 ... 65,00.html





Grundsätzliches zum Strukturwandel:
viewtopic.php?p=8890#8890





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 21.11.2008, 03:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Finanzprobleme Sexwork auf der Metaebene

#38

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Eine Analyse der Finanzierungsprobleme von Hilfsorganisationen für Sexworker
durch den Global Fund.


Bild

www.theGlobalFund.org





Susana T. Fried and Shannon Kowalski-Morton:
"Sex and the Global Fund -
How Sex Workers,
Lesbians,
Gays,
Bisexuals,
Transgender People,
and Men who have Sex with Men
are Benefiting from the Global Fund, or Not",


Health and Human Rights: An International Journal 10, no. 1 (2008), Perspectives:
http://hhrjournal.org/blog/perspectives ... obal-fund/

Druckversion (PDF):
http://hhrjournal.org/blog/wp-content/u ... -final.pdf
(10 Seiten)





Wer kapiert hier, wieviel wohin an Sexworker-Hilfsvereine geflossen ist?





Hier eine Übersicht über andere Finanztöpfe:

Sex Worker Health and Rights: Where is the Funding?

Sexual Health and Rights Project (SHARP)
June 2006:

http://www.soros.org/initiatives/health ... /where.pdf
(44 Seiten)





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Club-Regeln: Eintritt- plus Strafgebühren für SW

#39

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Warum die Selbstständigkeit von Sexarbeiterinnen
oft nur eine legalistische Scheinlösung ist,
die wirtschaftlich leicht und gerne ausgebeutet wird.

Beispiel von Geschäftsregeln aus der englischsprachigen Welt:
Wie Stripperinnen ihr Geld verdienen müssen:

  • "Der geringe Verdienst aufgrund der vielen Abgaben macht die Sexarbeiterinnen abhängig"
Bild

Studienarbeit Stripper




Stip Clubs in NYC:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 3489#43489

Studie 2010 - Stipper in England:
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 6461#86461





FKK-Clubs hier bei uns funktionieren teilweise analog.

Aber mit der speziellen "Pole-tax" ['Stangen-Steuer' in Las Vegas, "Steuer auf Vergnügungen der besonderen Art" im deutschen Marburg] beteiligt sich auch Vater Staat an der Gewinnung von Überschüssen aus den von Sexworkern mit ihren Körpern ertanzten Umsätzen.





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 31.08.2010, 10:53, insgesamt 2-mal geändert.

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Intl. Finanzkrise und Sexwork

#40

Beitrag von Marc of Frankfurt »

When banks fail, do prostitutes win?


Sociologist Sudhir Venkatesh of Freakonomics [s.o.] and Gang Leader for a Day fame thinks so:
  • One thing I've learned is that economic downturns can be boom times for high-end sex workers. Sex workers of the past waited on street corners, outside bars, and around parks, and their transactions were fleeting and usually for a few dollars. Today's high-end sex workers see themselves as therapists, part of a vast metropolitan wellness industry that includes private chefs and yoga teachers. Many have regular clients who visit them several times per month, paying them not only for sex but also for comfort and affirmation.

    The cost may be thousands of dollars for an evening of leisure. Few people outside of the corporate work force can afford this price tag. And, in good times, Wall Street came calling. [...]

    But bad times seem not so bad either, at least in the short run. [...] In my study, approximately half of the sex workers I have been following (150) work in the high-end sector. Nearly all of them tell me that this pattern of increased activity following an economic downturn lasts about six to eight months. "They get tapped out," [one sex worker] told me.

Tapped Out [black jack: Wettvertrag-Redewendung] - a condition experienced by players who are broke (busted). It is a common result of pressing.
To get tapped out - abgelenkt i.S.v. entleert werden .

Tue, 09/30/2008 - 2:00pm
http://blog.foreignpolicy.com/node/9921





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