::: Sicherheitsmaßnahmen LAUFHAUS :::

Hier werden die Sicherheitsmaßnahmen für SexarbeiterInnen gesammelt, welche später auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wer Tipps zum Thema hat, oder Links kennt, bitte hier posten!
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Joy
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::: Sicherheitsmaßnahmen LAUFHAUS :::

#1

Beitrag von Joy » 2009-01-24, 00:16

Dieser Thread sollte alle Vorschläge, Sicherheit betreffend, für Laufhäuser aufnehmen. Bitte postet hier Links oder Beiträge direkt zum Thema Sicherheit. (Wenn möglich keine Geschichten, sondern direkte Verhaltensmaßregeln, welche der Sicherheit für SexarbeiterInnen die in Laufhäusern arbeiten dienen.

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Marc of Frankfurt
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Sicherheit und Risiken

#2

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2010-06-06, 20:52

Laufhaus steht erstmal für ein komplettes Sicherheitpacket:
  • geschütztes Haus
  • verriegelbare Zimmertüren
  • Zuhälterverbot
  • Kameraverbot
  • Gemeinschaft mit anderen Sexworkern
  • Sozialeinrichtung (Wäscherei, Kantine, Fitnessraum, Friseur, Shop, Masseur, Sauna ...)
  • Hausmeister, Sicherheitspersonal, Putzkolonne ...
  • Alarmknöpfe in jedem Zimmer
  • Videoüberwachungsanlage
  • Feuerschutz
  • Polizei und Behörden bekannt und entsprechend überwacht
  • Besuche von Hilfsvereinen und Sozialarbeiterinnen
  • keine Kosten für Werbung zusätzlich zur Zimmermiete
  • gut eingelaufene Adresse im Rotlichtbezirk
  • ...




Dennoch verbleiben gewaltige Sicherheitsrisiken im Laufhaus:
  • Verschuldungfalle durch versteckte Kosten:
    Kaution (evt. anzusparen), längere Kündigungsfristen, End-Reinigungsgebühr, Abgabe an Sicherheitsleute, Kosten für Fehlalarme, Verbrausmaterial (Kondome, Zewa) muß überteuert im Haus gekauft werden, Wucherzinsen bei Blockschulden ...
  • Ausspioniert werden von Kunden, die einem von der Konkurrentin geschickt wird
    (Es gab schon Fälle von Diebstahl, Zimmer-Brandstiftung bis hin zu Mord)
  • SWBO = Sex Worker Burn Out
    Extrem fordernde Arbeit fast wie auf dem Straßenstrich ist nur wenige Jahre oder nur mit entsprechenden regelmäßigen Pausen durchzuhalten. Sonst drohen Absturz, Drogen ...
  • Razzien evt. mit traumatisierender Wirkung
    (Ängstliche migrantische Sexworker sind schon durch Sprung aus dem Fenster zu Tode gekommen.)
  • Teilw. stigmatisierende Auflagen der Behörden: Polizei, Ordnungsamt, Zoll, Steuerfahndung ... Dokumentiert und zu Fall gebracht z.B. von Doña Carmen e.V. in Frankfurt/Main
  • Vorsteuer wird nach dem Düsseldorfer Verfahren (link Infobroschüre) vom Vermieter eingetrieben. Das ist nur scheinbar eine Abgeltungssteuer. Die zumeist unquittierten Zahlungen befreien aber nicht von der Abgabe einer Steuererklärung zum Jahresende bzw. Jahre später wenn die Steuerfahndung vor der Türe steht, weil sie von der Konkurrentin oder unzufriedenem Kunden geschickt wurde. Es ist zusätzlich ein Datenschutzproblem. In welcher Branche gibt es das sonst, dass ein Vermieter mit Aufgaben des Finanzamtes betraut wird (Steuergeheimnis).
  • Kostenfalle Blockschulden
  • ...




Laufhaus ist i.a. kein geeingneter Arbeitsort für Einsteigerinnen!


Sammelthema "Arbeitsmodell Laufhaus":

viewtopic.php?t=1415

Mit Erfahrungsberichten aus verschiedenen Städten.


Schnell-Suche "Laufhaus":
http://www.google.de/search?q=Laufhaus+ ... wtopic.php





Bild
interner Link






.

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Film der Prostitutionsgegner über Laufhaus Pascha Köln

#3

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2011-03-31, 16:13

Emma Dossier Prostitution


Like a Pascha

Warum gehen Männer ins Bordell? Fragte sich der Schwede Svante Tidholm und ging ins Pascha in Köln. Was er sah, war „ein Schock“.



Svante Tidholm hat über einen Zeitraum von 3 Jahren eine Dokumentation über Europas größtes Bordell gedreht: Like a Pascha.
Foto: Sara Mac Key

Der Stockholmer Filmemacher Svante Tidholm (Foto) hat in Europas größtem Bordell, dem Pascha in Köln, über den Zeitraum von 3 Jahren eine Dokumentation gedreht. Das Pascha ist ein sogenanntes Laufhaus, in dem sich die Frauen einmieten.
Kostenpunkt: 150 Euro für ein Zimmer. Pro Tag.
Bei 150 Frauen macht das 675.000 Euro Einnahmen im Monat und
8 Millionen im Jahr.


Getränke und Verpflegung zahlen die Mieterinnen zusätzlich.

Eine weitere Einnahmequelle für Pascha-Besitzer Hermann Müller, der weitere Filialen in München, Salzburg und Linz unterhält, ist die Produktion von Pornofilmen bei „Porno-Parties“, für die jeder Teilnehmer 100 Euro zahlt.

„Like a Pascha“ zeigt eine Welt, die nur Freiern vorbehalten ist. Wir folgen dem Regisseur durch das 11 Stockwerke hohe Bordell, das täglich von rund 800 Männern besucht wird.

[Entspräche 5,3 Kunden pro Sexworker (bei 150 belegten Zimmern).
Kalkulation der Sexworker in Frankfurter Laufhäusern
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=39273#39273 sw-only
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=41651#41651 ]

Wir sehen Bilder aus dem tristen Alltag der Prostituierten, hören die Ausreden der Freier und die Rechtfertigungen der Betreiber.

Die Gespräche des Schweden mit der Prostituierten Sonia gehören zu den besonders berührenden Momenten des Films. Sonia, die in ihrer Heimat Rumänien 7 Mal vergewaltigt wurde, glaubt, dass Bordelle notwendig sind. Weil sie andere Frauen vor Vergewaltigungen schützen. Sie will es wenigstens glauben.

Tidholm, 34, und Vater zweier Töchter, befragt auch die selbsternannten Paschas, spricht mit ihnen über ihre Beziehungen im realen Leben, ihre Motive, ins ­Bordell zu gehen, über ihre Gefühle. „Wenn du Zahnschmerzen hast, gehst du zum ­Zahnarzt. Und wenn du Sex haben willst, kommst du hier hin“, erklärt ihm ein junger Pascha-Kunde.

„Like a Pascha“ ist nicht nur eine Dokumentation über Europas größtes Bordell, sondern auch über die Begegnung eines Schweden mit deutschen Männern, eines Feministen mit Freiern.

Tidholms Film wurde im schwedischen Parlament diskutiert. In Deutschland hat er - bisher - noch keinen Verleih.





Interview mit Anna Holz:

? Svante Tidholm, wie sind Sie auf die Idee gekommen, in einem deutschen Bordell eine Dokumentation zu drehen?

Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 gab es in Schweden eine große Debatte ­darüber, ob wir an der Weltmeisterschaft teilnehmen sollten – weil Prostitution in Deutschland legal war, befürchtete man, dass die schwedischen Fans dort ins Bordell gehen würden. Ich wollte mich vor Ort umsehen und bin mit einem Kamerateam nach Köln gefahren. Ich frage mich als Mann, wieso Männer so sind, wie sie sind. Das ist eine Frage, die ich mir jeden Tag stelle. Also bin ich immer wieder ins „Pascha“ gefahren, über ein Dutzend Mal in drei Jahren.


? War es nicht schwierig, eine Drehgenehmigung zu bekommen?

Wie einer der Mitarbeiter so schön sagte: Sie haben nichts zu verbergen oder zu verlieren; sie haben es wohl als PR angesehen. Ich glaube, dass sie sogar Spaß daran hatten. Ich war ja aufrichtig interessiert. Dieser Art von Bestätigung können die meisten Leute nicht widerstehen.

...




Der vollständige Artikel und das Dossier Die Ware Frau steht in der neuen EMMA Frühling 2011:
www.emma.de/hefte/ausgaben-2011/fruehli ... ware-frau/
Ausführliche Kommentierung des Dossiers:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=96730#96730

Original:
www.emma.de/ressorts/artikel/prostituti ... -a-pascha/

Filmhomepage
www.paschaMovie.com
www.atmo.se/film-and-tv/pascha/

Filmbesprechung
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=111420#111420 (Leipzig)





Dokus über das Pascha gibt es regelmäßig bei RTL
z.B. Pascha München
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4809

Mehr Presseberichterstattung, Bordell-Werbung, Razzien, Prozess-Urteile etc. über das Pascha im Sexworker Forum:
www.google.de/search?q=Pascha+site%3Ase ... wtopic.php

www.pascha.de

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