Lokalnachrichten: DORTMUND,BOCHUM,GELSENKIRCHEN

Hier findet Ihr "lokale" Links, Beiträge und Infos - Sexarbeit betreffend. Die Themen sind weitgehend nach Städten aufgeteilt.
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Marc of Frankfurt
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Lokalnachrichten: DORTMUND,BOCHUM,GELSENKIRCHEN

#1

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Dortmund und sog. Dortmunder "Modell"


In der Ruhrgebiets-Metropole hat es eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden und Hilfsorganisationen nach Einführung des ProstG gegeben, die eine funktionierende Umsetzung des Gesetzes wollen und zum pragmatischen Dortmunder 'Modell' geführt hat, welches jedoch bisher nur einen lokalen Alleingang darstellt:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=97766#97766
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=20216#20216

www.kriminalpolizei.de/articles,gewerbe ... g,1,88.htm

Kritik an der Dortmunder Lösung:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=97766#97766

Sexsteuer - Vergnügungssteuer-Satzung der Stadt DO seit 2010:
6 Euro pro Tag x 25 Tage pro Monat = 150 Euro pro Sexworker
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=136633#136633

Sperrbezirk Dortmund:
Bild

Neue sehr strenge Sperrbezirksverordnung und
Ende des Modellprojekts Safer Straßenstrich 6.5.2011:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=98231#98231

Urteil OVG gegen Sperrgebiet und Sieg für Sexarbeiterin Danny K. vom 21.3.2013:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=131186#131186

Toleranzgebiet: Bordelstraße Linienstraße:
http://de.wikipedia.org/wiki/Linienstra ... ortmund%29
www.mein-dortmund.de/linienstrasse.html





Zwei christliche Anlaufstellen in DO:

Dortmunder Mitternachtsmission e.V. der Diakonie der evangelischen Kirche (nach Giesela fragen):
www.standort-dortmund.de/mitternachtsmission

KOntakt und BERatung für Prostituierte des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF):
www.kober-do.de


Bochum

Madonna e.V.
Beratungsstelle hervorgegangen aus der Hurenbewegung
www.madonna-ev.de

Kooperation Kober - Madonna:
www.koopKoMa.de

Runder Tisch Prostitution Bochum
viewtopic.php?p=132578#132578

Runder Tisch NRW
viewtopic.php?t=7496



Merkblatt Sexarbeiter unter 21 Jahren/Menschenhandel
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=44253#44253 (sexworker.at/prostg)





Freierforum zum Straßenstrich:
www.hinter-hornbach.de


Bild

Strukturelle Sicherheit auf dem Sraßenstrich
Modellprojekt safer Sex drive-in Love Boxen 2002-2011:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1008





.
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JayR
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#2

Beitrag von JayR »

Grüne fordern runden Tisch zum Thema Prostitution

Die Grünen im Landtag und Prostituierten-Vertreterinnen fordern einen «Runden Tisch Prostitution» in Nordrhein-Westfalen. «Wir müssen Frauen besser schützen, die sich für diesen Beruf entschieden haben», sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Barbara Steffens, am Donnerstag in Düsseldorf.

Düsseldorf (ddp-nrw). Die Grünen im Landtag und Prostituierten-Vertreterinnen fordern einen «Runden Tisch Prostitution» in Nordrhein-Westfalen. «Wir müssen Frauen besser schützen, die sich für diesen Beruf entschieden haben», sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Barbara Steffens, am Donnerstag in Düsseldorf.

Das 2002 in Kraft getretene Prostitutionsgesetz habe zwar die Arbeitnehmerrechte von Prostituierten bundesweit proklamiert, bei der Umsetzung in Land und Kommunen würden Prostituierte noch oftmals in einer rechtliche Grauzone gedrängt, sagte Steffens.

Jutta Geißler-Hehlke von der Dortmunder Mitternachtsmission betonte die positiven Erfahrungen mit dem landesweit bislang vorbildhaften runden Tisch in der Ruhrgebietsstadt. «Wir haben alle Akteure zum Thema an einen Tisch gebracht», sagte Geißler-Hehlke. Ordnungsamt, Staatsanwälte, Vermieter, Prostituierte und Bordellbetreiber würden in Dortmund bereits seit Januar 2002 über alle relevanten Fragen beraten. Die rund 1800 bei der Mission bekannten Prostituierten könnten einen Gewerbeschein bekommen und seien so besser vor Ausbeutung und Willkür geschützt, sagte Geißler-Hehlke. Auch Zwangsprostitution werde gemeinsam bekämpft.

«Dortmund ist leider eine Ausnahme in NRW», sagte Grünen-Fraktionsvize Steffens. In den anderen Städten und Gemeinden des Landes sei die rechtliche Unsicherheit für Prostituierte weiterhin groß. «Das Prostitutionsgesetz von 2002 war wichtig, aber weitere Schritte müssen folgen», sagte die Landtagsabgeordnete. Ziel müsse es sein, für sexuelle Dienstleistungen einen besseren Sozialversicherungsschutz zu erreichen. Deshalb solle der Landtag in den nächsten Wochen den runden Tisch für ganz Nordrhein-Westfalen beschließen, forderte Steffens.

ad-hoc-news
http://www.ad-hoc-news.de/Marktberichte/de/14302136

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Wünschen sich SW solche Presse zum intl. Hurentag?

#3

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Straßenstich


Bild

Ruhr-Nachrichten vom 03.06.08


sog. "Verrichtungsboxen" = Drive-In Love-Boxen
vgl. Strukturelle Sicherheit für SW:
viewtopic.php?t=1008



Quelle
KOBER
KOmmunikations- und BERatungsstelle für Prostituierte
vom Sozialdienst katholischer Frauen, Dortmund
http://www.kober-do.de
http://ksd-dortmund.de/?q=node/4120


Fotos der 21. Jubiläumsfeier am 30.5.08:
http://kober-dortmund.beepworld.de/aktuelles.htm

Festvortrag vom Gründungsmitglied Prof. Friedrich W. Stallberg:
http://kober-dortmund.beepworld.de/vort ... stallb.htm





.

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#4

Beitrag von nina777 »

Schleswiger Straße: Anwohner klagen über Prostitution

Von Dennis Werner am 17. Oktober 2008 07:10 Uhr

DORTMUND An der Ravensberger Straße könnten sie offiziell ihrem Geschäft nachgehen. Doch vielen Prostituierten reicht dies nicht. Sie fürchten die Konkurrenz. Sehr zum Leidwesen der Anwohner der Schleswiger Straße. Hier kämpft Ilsegret Bonke für ihren Stadtteil

"Die haben hier nichts verloren", sagt sie und meint die Prostituierten, die sich an der Schleswiger Straße aufhalten sollen. Das städtische Ordnungsamt bestätigt, dass es Beschwerden der Anwohner gegeben habe. Prostitution habe man aber in diesem Bereich nicht festgestellt.

Ilsegret Bonke schüttelt nur den Kopf. "Wir sehen das hier doch jeden Tag", sagt sie. Sie und andere Anwohner berichten, dass tagein tagaus Freier durch die Straße fahren.

Die Frauen, die vornehmlich aus Bulgarien stammen, sprechen sie an, steigen mit ein. Auch ein anderer Anwohner bestätigt diese Beobachtungen: "Meine 16-jährige Tochter wurde auch schon angesprochen."

Auch Sozialarbeiterin Elke Rehpöhler von der Kommunikations- und Beratungsstelle für Prostituierte (Kober) bestätigt, dass der Bulgarenstrich sich in die Schleswiger Straße und angrenzende Straßen verlagert hat. "Die Frauen kommen hierher, weil die Konkurrenz an der Ravensberger Straße zu groß geworden ist", sagt sie.

Bei den Bulgarinnen handelt es sich um eine feste Gruppe. Die nähmen keine Hilfe an, so Rehpöhler, auch wenn wir sie immer wieder anbieten.

Auch Ilsegret Bonke hat Mitleid mit den Frauen. Doch manchmal wird ihr alles zuviel. Besonders wenn sie sich auf dem Spielplatz aufhalten. Dann versucht sie, die Frauen zu vertreiben. Droht mit der Polizei. Doch das gelingt nur manchmal.

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 930,384125
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#5

Beitrag von nina777 »

Lünen bei Dotmund

Zweites Bordell an der Brandström-Straße kommt

Von Dieter Hirsch am 20. Oktober 2008 15:37 Uhr

LÜNEN
Im Industriegebiet an der Elsa-Brandström-Straße wird ein weiteres Bordell gebaut. „Ein Apparat, der uns nicht gefällt. Aber der lässt sich wohl nicht mehr verhindern“, erklärte jetzt Dezent Jürgen Evert.

In der kommenden Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (28. Oktober, 17 Uhr, im Ratssaal) wird er der Politik den aktuellen Sachstand erläutern. Die Bauvoranfrage wurde zweimal negativ beschieden, die Begründungen hätten aber in beiden Fällen keinen Bestand gehabt.

„Jetzt müssen wir wohl einen positiven Bescheid geben, da sonst Regressansprüche gegen die Stadt geltend gemacht werden können“, so Jürgen Evert. Das neue Bordell soll auf einem 2500 Quadratmeter großen Grundstück mitten im Industriegebiet errichtet werden. In 18 Zimmern werden die Damen rund um die Uhr ihre Dienstleistungen anbieten. Dazu kommt noch ein Bereich, in dem sich der Kunde mit Getränken versorgen kann.

Negative Stellungnahme

Die Aktivitäten des dortigen Etablissements bedingen ein höheres Verkehrsaufkommen auf der Elsa- Brandström-Straße und das eben auch nachts. Wie dieser Verkehr zumindest reduziert werden kann, darüber zerbrechen sich die Planer der Verwaltung zur Zeit noch den Kopf.

Die Wirtschaftsförderungszentrum Lünen GmbH hat zu dem Bau eines Bordells an dieser Stelle eine negative Stellungnahme abgegeben. Das Bordell sei, so wie es geplant ist, in diesem Gebiet prägend und wirke sich somit aus WZL-Sicht nicht gerade vermarktungsfördernd aus. Auf dem Gelände besitzen aber weder WZL noch die Stadt Lünen Grundstücke.

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/l ... 928,386887
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#6

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Vortrag von Andrea Hitzke, Ltg. Dortmunder Mitternachtsmission:

Fesseln im Kopf




VON SONJA BROWATZKI


Die Arbeit der Mitternachtsmission war für die „Hexen“ ein so brisantes Thema, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Treffens Männer zugelassen waren. Um die Organisation zu unterstützen, wurde die Hälfte der Hexenkasse zusammen mit Spenden vom Abend im Gesamtwert von 290 Euro an die Referentin überreicht.

Duisburg (RP) Über die Problematik von Zwangsprostitution berichtete Andrea Hitzke von der Dortmunder Mitternachtsmission beim Hexentreff der Gemeinde Essenberg-Hochheide. Ihre Geschichten machten betroffen, wütend, fassungslos.

Es gibt viele Wege, in die Prostitution zu rutschen. Oft stecken prägende Erfahrungen wie sexueller Missbrauch in der Kindheit dahinter. Aber auch Menschenhandel und der damit einhergehende massive körperliche und seelische Druck zwingen noch immer viele Frauen, die mit der Aussicht auf eine Putzstelle oder einen Kellnerjob nach Deutschland kommen, zu „sexuellen Dienstleistungen“. Über die Problematik von Zwangsprostitution berichtete Andrea Hitzke von der Dortmunder Mitternachtsmission jetzt beim „Hexentreff“.

Hitzkes Geschichten machten betroffen, wütend, fassungslos. Doch die Sozialarbeiterin sprach nicht nur von Problemen, sondern lobte auch die innerstädtische Zusammenarbeit von unterschiedlichen Behörden im „Dortmunder Modell“. Dieses Netzwerk zur Bekämpfung von illegaler Prostitution ist nach dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes 2002 in Gang gekommen und sorgt auch dafür, dass „schwarze Schafe“ innerhalb des Milieus angezeigt werden.


„Nicht gegen ihren Willen“

„Die Bordellbesitzer wollen raus aus der Schmuddelecke. Inzwischen sehen sich viele eher als Gewerbetreibende in der Unterhaltungsbranche. Aus diesem Grund befürworten wir das Gesetz, so lange alles fair und ohne Gewalt abläuft“, erläuterte Hitzke den Standpunkt der Organisation. Wenn das nicht der Fall sei, könnten Mädchen und Frauen Zuflucht und Hilfe bei der Mitternachtsmission finden.

Generell gilt der Grundsatz: Nichts gegen den Willen der Mädchen! „Die Mission zwingt keine der jungen Frauen, aus der Prostitution auszusteigen. Aber wenn der Wille da ist, sich zu befreien, sind wir da“, so Hitzke. Darauf müsse man im Einzelfall aber länger warten, „da die Fesseln im Kopf manchmal schwerer zu sprengen sind, als die reellen des Zuhälters“.

Etwa fünfzig Prozent der Frauen kommen durch so genannte „Dritte“ – aufmerksame Nachbarn, Bordellbosse, andere Prostituierte oder sogar Kunden – zur Mitternachtsmission. Einmal in der Obhut der Sozialarbeiterinnen, beginnt die schwierige Aufgabe des Vertrauensaufbaus und die Klärung der Frage: Will das Opfer in einem Prozess aussagen?

Davon hängt bei Prostituierten aus dem Ausland der weitere Verbleib in Deutschland ab. Entscheiden sich die Frauen gegen eine Aussage, sind sie gezwungen, in ihr Heimatland zurückzukehren. „Eine Möglichkeit für Asyl besteht trotz vielfach drohender Gefahr zu Hause nicht, da die Beweislast dafür bei den Mädchen liegt und sehr schwer zu erbringen ist“, kritisiert Hitzke die Rechtslage.

Bei der Einwilligung in eine Aussage ist der Aufenthalt in Deutschland bis zum Ende des Prozesses befristet. Bis dahin versucht die Mission, die Mädchen durch Sprachkurse zu integrieren oder eine Arbeitsstelle zu organisieren. In schweren Fällen vermittelt sie auch die Hilfe eines Psychologen.

http://www.rp-online.de/public/article/ ... -Kopf.html





Schade, daß die Mitternachtsmission mit Geschichten von Zwangsprostitution so viel Öffentlichkeitsarbeit macht.

Damit erweist sie den Sexdienstleisterinnen und Frauen in meinen Augen einen Bärendienst.






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Re: Aufklärung oder vorherrschende Bilder bedienen?

#7

Beitrag von Zwerg »

Bild
Marc of Frankfurt hat geschrieben:Schade, daß die Mitternachtsmission mit Geschichten von Zwangsprostitution so viel Öffentlichkeitsarbeit macht.

Damit erweist sie den Sexdienstleisterinnen und Frauen in meinen Augen einen Bärendienst.
Auch ich möchte an dieser Stelle meine Verwunderung, bezüglich der Einseitigkeit des Statements der Mitternachtsmission, zum Ausdruck bringen!

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Kontakt per PN oder über das Kontaktformular:
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Notfälle: ++43 (0)676 413 32 23

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#8

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Arbeitskreis Frauenpolitik der SPD-Landtagsfraktion NRW besuchte Beratungskontainer von KOBER am Dortmunder Straßenstrich


Bild





P.S.:
Die Mitarbeiterinnen von KOBER organisieren die kommende Fachtagung Prostitution im März 2009 in Dortmund.





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#9

Beitrag von nina777 »

18.12.2008

Kober-Weihnachtsfeier auf der Ravensberger

Das undichte Dach geflickt, der Container geheizt: Der Weihnachtsfeier in der Beratungs- und Aufenthaltsstelle für Prostituierte auf dem Straßenstrich Ravensberger Straße stand am Donnerstag nichts mehr im Wege.


Rund 70 Frauen feierten mit. "Der Conti ist wieder auf." Diese Nachricht hatte sich schnell auf der Ravensberger Straße verbreitet. Der Container der Kober-Beratungsstelle, der wochenlang unter Wasser stand und nicht mehr benutzbar war, steht bei den Prostituierten hoch im Kurs. Als ein Ort nämlich, der eine Auszeit ermöglicht. An dem Beratungen und kostenlose Untersuchungen stattfinden. Anlässlich der Weihnachsfeier lieferte Kirsten Cordes, Dipl.-Psychologin bei Kober, Zahlen: 80 bis 90 Prozent der Prostituierten auf dem Dortmunder Straßenstrich kommen aus den neuen EU-Ländern. Mit Gesundheitsprävention haben viele nichts am Hut. Eine bulgarische Studentin hilft einmal wöchentlich als Dolmetscherin aus. Etwa 560 Frauen haben in diesem Jahr bereits auf dem Straßenstrich gearbeitet. Im Jahr 2004 waren es 350 und im Jahr 2000 gerade mal 60 Frauen. (si)

http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html
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#10

Beitrag von nina777 »

Wie kann Bordell gestoppt werden?

BRAMBAUER Die Einschätzung, dass ein Bordell in Brambauer alles andere alles wünschenswert ist, eint alle Politiker im Rat. Bei der Frage, wie es verhindert werden kann, gehen die Einschätzungen nach wie vor auseinander.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) scheiterte in der Ratssitzung am Donnerstag mit ihrem Antrag, die Stadt solle alle rechtlichen Schritte prüfen und die Bebauungspläne für Gewerbegebiete so festzusetzen, dass die „Errichtung von Rotlichbetrieben aller Art in Zukunft unterbunden wird.“

„Wenn es sich herumspricht, dass in Lünen Bordelle in Gewerbgebieten angesiedelt werden können, wäre der Dammbruch da, das täte unsere Gewerbegebieten nicht gut“, sagte UWG-Fraktionschef Dieter Klecha zur Begründung. Die rechtliche Handhabe für die Stadt sieht die UWG in einem Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart, wonach Bordelle keine Gewerbebetriebe, sondern Vergnügungsstätten seien – und somit in Gewerbegebieten unzulässig.

„Eine Revision ist anhängig, das Urteil noch nicht rechtskräftig“, warnte Hans-Georg Freimund (SPD) vor dem Risiko kostspieliger Regressforderungen, sollte die Stadt sich auf ein nicht rechtskräftiges Urteil berufen und damit hereinfallen. Beigeordneter Jürgen Evert bleibt dabei, dass Bordelle Gewerbebetriebe seien und somit grundsätzlich in Gewerbegebieten zulässig – wie an der Wethmarheide und der Elsa-Brändström-Straße geplant.

Einen Hebel, solche Etablissements zu verhindern, sieht er, wenn ein so genannter „trading down“-Effekt einträte, ein Gewerbegebiet also durch einen Rotlichtbetrieb deutlich abgewertet wird. „Dann könnten wir die Notbremse ziehen und eine Veränderungssperre festsetzen“, so Evert. Für die Elsa-Brändström-Straße sieht die Verwaltung diesen „trading down“-Effekt offenbar nicht.

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/l ... 928,437825
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#11

Beitrag von Marc of Frankfurt »

nina777 hat geschrieben:Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart, wonach Bordelle keine Gewerbebetriebe, sondern Vergnügungsstätten seien – und somit in Gewerbegebieten unzulässig.
Hat jemand das Urteil oder einen Link?

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#12

Beitrag von nina777 »

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#13

Beitrag von ehemaliger_User »

Siehe auch "Auswirkungen des ProstG" vom November 2005
II Umsetzung des Prostitutionsgesetzes sowie unmittelbare und mittelbare Auswirkungen
3 Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes auf andere Rechtsbereiche
3.1 Baurecht
3.1.1 Ausgangssituation
http://www.bmfsfj.de/doku/prostitutions ... 30101.html
Auf Wunsch des Users umgenannter Account

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#14

Beitrag von nina777 »

4.3.2009

Dortmund gibt Statistik zum Straßenstrich bekannt

DORTMUND Wann werden die so genannten Verrichtungsboxen an der Ravensberger Straße am häufigsten benutzt? Wann ist auf dem Straßenstrich am wenigsten los? Eine Statistik zum Straßenstrich hat jetzt das Ordnungsamt veröffentlicht.

Zur Ermittlung objektiver, aussagekräftiger Daten über die Anwesenheit von Prostitutierten haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Januar 2009 acht Zählungen an verschiedenen Wochentagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten durchgeführt. Nicht erfasst wurden Prostituierte, die sich zeitgleich im so genannten Laufhaus oder auf dem Tankstellengelände Bornstraße/Ecke Juliusstraße befanden, um sich dort aufzuwärmen oder sich mit Getränken zu versorgen.

Ergebnis: Am späten Freitagabend sind die Verrichtungsboxen in der Nordstadt besonders gefragt. 17 Boxen waren am 16. Januar, um 22 Uhr, von Autos belegt. Die meisten Prostituierten allerdings warten Samstagabends auf Freier. So zählten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zum Beispiel am 10. Januar um 18 Uhr 29 wartende Frauen auf dem Straßenstrich und am 24. Janur um 24 Uhr, 27 Frauen um Mitternacht. Am wenigsten war am Montag, 26. Januar., 10 Uhr, los. Nur 17 Prostitutierte warteten auf Freier.

Straßenstrich-Zählung wird im Mai wiederholt

Aufgrund der kalten Witterung zu Jahresbeginn und der damit möglicherweise verbundenen Schwankungen in den Anwesenszeiten der Prostitutierten wird die Zählung im Mai wiederholt. Das Ordnungsamt geht davon aus, dass die Zahlen dann höher ausfallen werden.

In der letzten Zeit wurden in der Öffentlichkeit ganz unterschiedliche Zahlen genannt, wie viele Frauen auf dem Straßenstrich an der Ravensberger Straße tätig seien. Deshalb wurde die Verwaltung mit den Zählungen beauftragt.

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 664,498587
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#15

Beitrag von nina777 »

7.4.2009
Bulgarische Prostitierte
Ein Leben in schierer Not: Essenssuche im Müll

Mitternachtmission und Kober schlagen Alarm: Seit April 2007 verzeichnet die Hilfsorganisationen starken Zulauf bulgarischer Prostituierter.


120 Bulgarinnen arbeiteten regelmäßig auf dem Straßenstrich. Die meisten anderen Frauen sind abgewandert, weil die Bulgarinnen die Preise kaputtmachten. Denn die Bulgarinnen lebten unter erbärmlichen Bedingungen: „Und sie haben einen schlechten Gesundheitszustand”, weiß Elke Rehpöhler von „Kober”. Anspruch auf medizinische Versorgung haben sie nicht. „Und sie zahlen horrende Mieten für kleinste Zimmer.”
Behörden finden kaum Ansatzpunkte

Auch die Mitternachtsmission ist in Sorge: 712 Frauen mit Migrationshintergrund haben sie 2008 betreut - ein Großteil stammt aus Bulgarien. Gesundheitsvorsorge und Aufklärung seien den Frauen - viele sind Analphabetinnen - unbekannt. „Wir hatten allein im letzten Jahr 38 Geburten bei Frauen, die wir betreut haben. Elf Kinder wurden seit 2007 zur Adoption freigebeben”, berichtet Jutta-Geißler-Hehlke. Sie lebten in schierer Not: Viele Frauen müssten in Abfällen nach Essen suchen.

Die prekären Wohnverhältnisse - allein in einem relativ kleinen Haus sind 56 Bulgaren gemeldet, sorgen Nachbarn und Politiker. Doch die Behörden sehen kaum Handlungsspielräume: Ordnungs-, Bauordnungs-, Gesundheits- und Umweltamt, Polizei, Zoll (Schwarzarbeit) und Feuerwehr (Brandschutz) sind bislang zumindest zeitweise involviert. Aber Ansatzpunkte finden sie kaum. „Es ist vor allem ein subjetives Unwohlseingefühl der Nachbarn”, berichtet Ordnungsamtsleiter Ortwin Schäfer. Ahndbare Verstöße gebe es kaum. Die meisten Bulgaren seien angemeldet, die Prostituierten hätten ihr Gewerbe legalisiert und Schwarzarbeit sei kaum nachzuweisen.

Dennoch will man sich jetzt auf Seiten der Behörden nochmals zusammensetzen. „Es ist ein ganz schwieriges Thema”, bestätigt Stadtrat Wilhelm Steitz. „Wir müssen uns jetzt erst mal eine Übersicht verschaffen, mit wem und wievielen wir es eigentlich zu tun haben.” Erst dann könne man Maßnahmen überlegen, betont Steitz.
"Wir haben zu oft zu lange gewartet"

Wegen der teilweise miserablen Lebensbedingungen sind auch die Wohlfahrtsverbände zu der Sicherheitskonferenz eingeladen. Nordstadt-Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker macht daher Druck: Bei der Schleswiger Straße dürfe man nicht warten, bis das Quartier gekippt sei. „Wir haben zu oft zu lange gewartet” - mit teuren Folgen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html

8.4.2009
In Dortmund steht ein ganzes Quartier auf der Kippe

Dortmund. In Dortmund sind Anwohnern und Nordstadt-Politikern beim Blick auf die Schleswiger Straße Sorgen ins Gesicht geschrieben: „Hier droht jetzt ein ganzer Straßenzug wegzukippen”, sagt der Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker. Die Zahl der Gewalttaten steigt, vom "Schwarzarbeiterstrich" ist die Rede.


Sorgen sind Anwohnern und Nordstadt-Politikern beim Blick auf die Schleswiger Straße ins Gesicht geschrieben: „Wir haben Stabilität in viele Bereiche gebracht. Und hier droht jetzt ein ganzer Straßenzug wegzukippen”, fürchtet Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker. Der Anlass: Rund 1000 Bulgaren sollen sich mittlerweile im Quartier aufhalten, schätzen die Sicherheitsbehörden. Ihre finanzielle Situation ist prekär. Viele wohnen bei Landsleuten, sind hier sogar gemeldet und zahlen für eine Matratze bis zu 200 Euro im Monat. Seit der EU-Osterweiterung 2007 dürfen sich Bulgaren zwar hier aufhalten, aber nicht als Angestellte arbeiten (siehe Box). Und welchen selbstständigen Tätigkeiten gehen sie nach? Bau und Prostitution. Der Straßenstrich an der Ravensberger Straße ist mittlerweile in bulgarischer Hand. 90 Prozent der Frauen stammen daher, weiß Elke Rehpöhler von der Prostituiertenberatungsstelle „Kober”.
Unklare wirtschaftliche Lage

Und welchen Tätigkeiten gehen die Männer nach? Aus Sicht der Anwohner eine klare Sache: „Keiner. Zumindest keiner legalen.” Dutzende Männer stehen täglich auf den Bürgersteigen. Schon im Jahr 2007 machte das Wort vom „Schwarzarbeiterstrich” die Runde. Um die Ecke stehen Frauen: „Sie stehen hier und warten auf Freier”, berichtet eine Anwohnerin. Beim Quartiersmanagement häufen sich daher die Beschwerden der Anlieger, bestätigt Martin Gansau. In der vergangenen Woche haben sich auch Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule gemeldet, weil sie Umwege zur Schule gehen: Sie trauen sich nicht mehr durch die Menschenansammlungen. Anwohner berichten, sie seien angepöbelt worden, als sie Bulgaren aufgefordert hätten, nicht mehr auf den Motorhauben der parkenden Autos zu sitzen oder in Eingänge zu pinkeln. „Als Dankeschön wurden deshalb schon die Autos der Anwohner zerkratzt”, ergänzt ein Nachbar, der deshalb ungenannt bleiben will.
Versuchter Totschlag und Körperverletzung

Dass es mehr als nur Vorurteile gegenüber den Ausländern sind, bestätigt Jutta Geißler-Hehlke, Leiterin der Mitternachtsmission: Dort registriert man vermehrt Gewalttätigkeiten - nicht nur gegenüber Frauen. Die Polizei hält sich mit statistischen Zahlen derzeit noch zurück. Allerdings kam es erst am Freitag zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung vor einer Kneipe in der Schleswiger Straße: Zwei bulgarische Brüder sitzen deshalb wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft, bestätigte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel. Sie wollten, mit Messer und Schlagstock bewaffnet, das „Ausspannen” der Ehefrau eines der Brüder durch einen Türken klären.

http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html
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Situationsdarstellung Dortmund-Dortmunder Modell

#16

Beitrag von nina777 »

Vortrag von Heiner Minzel
Erster Kriminalhauptkommissar am Polizeipräsidium Dortmund

Auf der Veranstaltung

"Sex sells?!" - Menschenhandel und die Medien vom 5.3.2009

„Das Dortmunder Modell“
(und die Kooperation mit den Medien)

Situationsdarstellung Dortmund-Stand : Februar 2009
Dateianhänge
Minzel dortmunder Model 2009.pdf
(194.86 KiB) 394-mal heruntergeladen
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Erfinder des DO-Modells geht in Pension

#17

Beitrag von Marc of Frankfurt »

WDR Lokalzeit DO:

Heiner Minzel bei der Arbeit



Bericht von Franz Altrogge
mit 1. KHK Heiner Minzel und Kollege Dirk Becker auf Streife in der Bordellstraße Lilienstraße und auf dem Straßenstrich bei Wirtin 'Club Escort' Elfi Schmitthardt und Elke Rehpöhler vom "Cafe Kober".

8. Jan. '09


5 Min Video:
http://www.wdr.de/mediathek/html/region ... echter.xml





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#18

Beitrag von nina777 »

23.4.2009

Sperrbezirk

Steitz sagt Prostitution den Kampf an

Die Diskussionen um den so genannten „Schwarzarbeiterstrich” und die so genannte „Bulgaren-Schwemme” schlagen hohe Wellen. Stadtrat Wilhelm Steitz wurde wegen Untätigkeit massiv kritisiert: Jetzt will er in die Offensive gehen und die Prostitution aus dem Sperrbezirk drängen.


Denn nicht nur die bulgarischen Männer stehen auf der Straße, auch ihre Frauen. Allerdings warten sie nicht nur auf dem Straßenstrich auf Freier. Auch an Bornstraße zwischen WEZ und Mallinckrodtstraße und im Bereich der Schleswiger Straße bieten sie sich an.

Steitz will das nicht mehr länger hinnehmen. „Wir werden die Prostitution aus dem Sperrbezirk herausdrängen. Dafür werden wir kurzfristig Ressourcen zusammenziehen”, betont der Dezernent für Recht und Ordnung. „Es geht nicht an, dass die Straßenprostitution so weitergeht.” Ordnungsamt und Polizei sollen künftig an sieben Tagen die Woche, mindestens 16 bis 20 Stunden täglich, an den Brennpunkten präsent sein.
Ordnungskräfte werden aus Bezirken abgezogen

Dafür will Steitz die Kräfte aus anderen Bereichen abziehen. „Das wird für einige Monate gewaltig Ressourcen binden. Aber wir haben die feste Absicht, den Sperrbezirk durchzusetzen.” Dieser deckt große Teile der drei Innenstadtbezirke ab. Denn wenn schon die Regelungen getroffen würden und ein offizieller Straßenstrich vorhanden sei, sollten die Frauen diesen auch nutzen. Dabei nimmt Steitz bewusst in Kauf, dass die Frauen auch in andere Stadtbezirke abwandern könnten. „Straßenprostitution ist ja grundsätzlich legal. Ob das in anderen Stadtbezirken begrüßt oder als angenehm empfunden wird, ist eine andere Frage”, betont Steitz.

Dabei wollen sie nicht nur die Straßen kontrollieren, sondern auch Wohnungen und Kneipen ins Visier nehmen, wo Prostititution angebahnt oder vollzogen wird. Dies hat jedoch nicht so hohe Priorität- „Beim Sperrbezirk geht es ja vor allem um Jugendschutz und den Schutz von Familien”, erklärt Steitz. „Unmut erregt Prostitution vor allem dort, wo sie offensichtlich ist. Hinter verschlossenen Türen fällt sie meist nicht so auf.”

http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html
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#19

Beitrag von nina777 »

28.4.2009

180 Bulgarinnen auf Straßenstrich

"Denen können wir nichts"

Die Prostitution am Straßenstrich Ravensberger Straße und in den Wohnvierteln in der Nordstadt war am Dienstag ein Schwerpunktthema im Ausschuss für Soziales, Familie und Gesundheit.


Im Jahr 2008 arbeiteten 180 Frauen aus Bulgarien als Prostituierte am Straßenstrich. „Die Zahlen gehen hoch, aber auch in den Wohnbezirken. Das macht uns Sorge”, sagte Ortwin Schäfer, Leiter des Ordnungsamtes. Mit der Schaffung des Straßenstrichs sollte seinerzeit das Problem Prostitution legal kanalisiert werden, um in den anderen Bezirken Ruhe zu haben. Seit 2007 jedoch weichen Frauen aus Bulgarien und Rumänien immer häufiger auch auf die Wohnviertel aus, um ihrer Arbeit nachzugehen. Und das nicht immer professionell.

„Viele der Bulgarinnen haben einen Roma-Hintergrund. Sie sind Analphabetinnen und sind kaum über Hygiene, Krankheiten und Schwangerschaftsverhütung aufgeklärt”, sagte Elke Rehpöhler von der Beratungsstelle für Prostituierte, Kober. Diese Frauen würden als „billige Nutten, als Frischfleisch angesehen werden, die alles anbieten, was sie haben”, so Rehköhler. Zum Teil seien sie Opfer von Menschenhändlern, zum Teil aber würden sie auch von ihren Familien nach Deutschland geschickt, sich zu prostituieren. Mit einer Dolmetscherin, die als Honorarkraft von der Stadt mit einer halben Stelle bewilligt wurde, will Kober nun versuchen, besseren Zugang zu den Frauen zu erhalten.

War es vor 2007, dem Fall der EU-Grenzen für Bulgarien und Rumänien noch leichter, Menschen nach Ablauf ihres Touristen-Visums in die Heimat zurückzuschicken, haben sie nun ein Bleiberecht. „Denen können wir gar nichts”, so Ortwin Schäfer.

Nur 19 von 26 Stellen

sind besetzt

Das gelte natürlich für alle Rumänen und Bulgaren, die in die Nordstadt gezogen sind. „Nicht jeder, der draußen herumsitzt, wartet auf dem Arbeiterstrich auf illegale Beschäftigung”, so Schäfer. Trotzdem: Gegen die Prostitution außerhalb der Ravensberger Straße solle nun stärker vorgegangen werden. Zwar sind aufgrund der Haushaltslage der Stadt nur 19 der 26 Planstellen der Ordnungspartnerschaft besetzt, doch die sollen nun in der Nordstadt für Kontrollen gebündelt werden.

http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html
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"Aus einem Dorf in Bulgarien"

#20

Beitrag von nina777 »

29.4.2009

Straßenstrich: Schlimme Zustände in Dortmund

DORTMUND Immer mehr Bulgarinnen sind auf dem Straßenstrich Ravensberger Straße auf der Suche nach Freiern. Ein beunruhigender Zustand, meint Elke Rehpöhler von der Frauen-Hilfe Kober. Der Grund: Sie bieten ihre Dienste ungeschützt, ohne jegliche Aufklärung und Verständigungsmöglichkeit an.


"Wir haben jetzt Zustände, wie es sie vor 100 Jahren in der Prostitution gab", sagt Elke Rehpöhler. Aktuell sind es 180 Frauen mit Roma-Hintergrund aus einem bulgarischen Dorf. In diesem Jahr wurden schon 13 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen (die Kosten dafür trägt das Land) und sechs Neugeborene zur Adoption freigegeben.

Im Sozialausschuss informierten die Prostituiertenhilfen Kober und Mitternachtsmission und das Ordnungsamt über die eskalierende Situation der Frauen, die wohl im großen Maße Opfer von Menschenhandel geworden sind.

Straßenstrich: Verhalten der Freier ist menschenverachtend

Jutta Geißler-Hehlke, die Chefin der Mitternachtsmission, spricht Klartext, der das menschenverachtende Verhalten auf dem Strich deutlich belegt: Früher hätten Freier von den "Prostituierten auf dem Straßenstrich gesprochen", jetzt hieße es nur "da sind jede Menge neue Nutten angekommen. Frischfleisch."

Von den 1180 Klientinnen, die ihre Organisation letztes Jahr betreute, kamen 264 aus Bulgarien. Natürlich auch eine Folge der Öffnung zum Osten, durch die der ungeregelte Zugang nach Deutschland erst möglich wurde.

Geißler-Hehlke: "Sie sind nicht krankenversichert, können selbst den niedrigsten Satz um die 300 Euro nicht bezahlen, haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen und müssen hier das Geld für ihre Großfamilien daheim verdienen." Viele arbeiteten bis kurz vor der Geburt in der Prostitution. Jetzt soll - wie berichtet - eine Honorarkraft 20 Stunden in der Woche für die nötigsten Übersetzungen sorgen.

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 930,548433

29.4.2009

Straßenstrich: Frauenhilfe Kober bekommt neue Übersetzerin

DORTMUND Die Prostituiertenhilfe Kober des Sozialdienstes der katholischen Frauen kann aufatmen: Die Stadt hat die Zusage für die dringend benötigte Bulgarisch-Übersetzerin gegeben.

Das Problem ist eine hohe Zahl an Prostituierten aus einem Dorf in Bulgarien. Die etwa 150 Frauen können kein oder kaum Deutsch, auch kein Englisch. Die Frauen haben keine Kenntnisse von Krankheiten und wissen auch nichts über Verhütung. Die Zahl der Abtreibungen stieg an - Kober konnte nach dem Eingriff nicht mal Beistand leisten.

"Jetzt können wir ganz anders agieren", sagt Sozialarbeiterin Christina Stodt. Für 20 Stunden unterstützt eine Studentin das Team - im Idealfall schon ab kommender Woche. An zwei Abenden und einem Vormittag hilft sie, die Probleme der bulgarischen Prostituierten anzugehen. Bisher mussten sich die Mitarbeiterinnen von Kober "mit Händen und Füßen" verständigen.

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 930,547192
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